• Isek:
    Wie soll denn bitte der Flughafen ohne Zustimmung der Stadt München eine dritte Startbahn bauen? Das ist bei der momentanen Konstellation nicht möglich.

    MiaSanMia:
    Es ist leider mehr als nur ein Gerücht, dass in solchen Laientheater die Zugehörigkeit zur gleichen Studentenverbindung mehr zählt als geltendes Recht.
    Ich würde diese Tatsache aber nicht auf unsere Stadt einschränken wollen, siehe etwa die absurden Urteile des einst als "Richter Gnadenlos" bekannt gewordenen Ronald Schill.
    Nicht umsonst werden viele Urteile in der nächsten Instanz mindestens kassiert, meistens aber in der Luft zerrissen.

  • Knapp 39 Mio. Passagiere nutzten 2013 Bayerns Luftverkehrsdrehkreuz

    http://www.munich-airport.de/de/micro/newsr…/pm01/index.jsp

    Passagieraufkommen
    Gewerblicher Verkehr 38.672.600 38.360.604 +0,8 %
    Flugbewegungen 381.950 398.039 -4,0 %
    Luftfracht- und Luftpost 287.800 t 290.301 t -0,9 %
    Nur Luftfrachtumschlag 270.000 t 272.202 t -0,8 %

  • Na ja, nur rechtlich. Politisch traut sich beim Anteilseigner Stadt München keiner mehr an das Thema heran und allen OB-Kandidaten fehlt der Mut, das Thema selbst zu bewerten. Die Stadt wird von ihrem Vetorecht Gebrauch machen und das Projekt über Jahrzehnte blockieren. Leider!

  • Langfristig ist die Entscheidung heute dennoch als sehr sehr positiv zu sehen.

    A) Der Flughafen München weiß jetzt, dass er extrem gut geplant hat und damit auch andere Vorhaben extrem gut planen kann.

    B) Das Baurecht in der Zukunft bei bestimmten politischen und wirtschaftlichen Randbedingungen vollzogen werden kann.

    C) In Deutschland / Bayern noch große Infrastruktumaßnahmen baubar sind!

  • Meine grösste Befürchtung ist, nachdem jetzt die rechtsstaatlichen Mittel ausgeschöft sind,dass irgendwelche Spinner auf Bäume klettern und sich festbinden oder anfangen, Zeltstädte zu bauen....
    So euphorisch ich auch bin aufgrund des Urteils, ich fürchte, es ist alles noch nicht ausgestanden.
    Das Beste wäre, wenn die FMG das Gelände sofort umzäunt....

  • Ich verstehe diesen ganzen Käse sowieso nicht. Die Startbahn wird ja von den Bürgern dargestellt, wie als ob es der Teufel höchstpersönlich wäre.

    Fakt ist, stellt der Flughafen mittelfristig nicht auf Langstrecke um, sondern fungiert weiter als Hauptdrehkreuz Deutschlands für nationale Flüge, dann muss eine 3. Bahn her, da ja trotzdem immer mehr internationale Ziele angeboten werden wollen (vgl. Argument der Bürger und Gegner, in LHR komme man auch mit 2 Bahnen wunderbar aus).

    Fakt ist, durch eine 3. Bahn stehen schlagartig mehr Slots zur Verfügung, die Passagierzahlen steigen. Belässt man es bei 2 Bahnen, pendelt sich die Zahl der Passagiere bei ca. 40 Millionen ein. Die Prognose der klagenden Bevölkerung hat sich damit erfüllt.

    Dass gegen ein solches Bauvorhaben überhaupt geklagt werden kann, erschreckt mich zutiefst. Man kann doch nicht das "Wachstum" per Gesetz verbieten. Wie naiv und egoistisch sind diese Menschen denn? Hauptsache sie haben es gut, was mit künftigen Generationen ist, interessiert sie nicht.

    Es ist ja nicht so, dass eine ganze UNESCO Weltkulturerbe Stätte weichen muss. Nicht umsonst hat man den Flughafen soweit raus gebaut, in vergleichsweise dünn besiedeltes Gebiet.

  • Hmm, stimmt :D

    Der Weg wäre rechtlich zwar frei, aber die Politiker sind zu verweichlicht, als dass sie dem Bau zustimmen würden. Dabei verstehe ich nicht, wieso eigentlich Münchens Bürger abgestimmt haben. Wir haben doch eigentlich nichts damit zu tun.

    Im Endeffekt kommt Bahn Nr.3 sowieso irgendwann, spätestens, wenn die Wirtschaft keine Lust mehr auf so ein Theater hat und woanders ihre Zelte aufspannt.

    Ich habe dazu heute einen lustigen Kommentar gelesen (fb):

    "Die Wirtschaft ist wie ein gefräßiges Monster, um sie zu besänftigen muss man ihr Opfer bringen, sonst wird sie wütend und zerstört alles".

  • Da die Flugbewegungen seit 2011 sinken und auch dieses Jahr sinken werden, wird die Politik eh abwarten und es macht keine Sinn sich vorzuwagen. 2007 waren es noch 432.296 Bewegungen und 2013 381.951. Politisch wird die Diskussion erst wieder aufkommen, wenn der Flughafen sich wieder Richtung Höchststand bewegt. Da mit Berlin und Frankfurt eh mehr Kapazitäten auf den deutschen Markt sind, kann das noch etwas dauern. Fraglich, ob es überhaupt je eintritt.

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Der Weg wäre rechtlich zwar frei, aber die Politiker sind zu verweichlicht, als dass sie dem Bau zustimmen würden.

    Der Führer hätte sicher nicht vorher das Volk befragt, bevor er in München einen Flughafen von Weltruf baut.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Dabei verstehe ich nicht, wieso eigentlich Münchens Bürger abgestimmt haben. Wir haben doch eigentlich nichts damit zu tun.

    Weil uns Münchnern ein Teil des Flughafens gehört und wir damit über ein Vetorecht verfügen, das ist doch nichts wirklich neues, oder?

    Dekoratives Anführungszeichen


    Im Endeffekt kommt Bahn Nr.3 sowieso irgendwann, spätestens, wenn die Wirtschaft keine Lust mehr auf so ein Theater hat und woanders ihre Zelte aufspannt.

    Ja, sie kommt bestimmt, aber nicht in München ;)
    Und das Urteil eines nicht unabhängig entscheidenden Provinzgerichtes hat auch nicht wirklich Relevanz, zumal die Begründung à la "es entstehen keine Naturschäden" eine dreiste Lüge ist, die vor der nächsten Instanz (und sei es die EU) wie ein Kartenhaus zerfällt.

    Mir fehlt in dieser Diskussion der Realismus.
    Ich bin grundsätzlich nicht gegen die Existenz des Flughafens, auch wenn seine Wichtigkeit für den Standort München um Größenordnungen überschätzt wird.
    Aber zwei Startbahnen sind mehr als genug. Das ist neben all dem billigen Populismus, auf den leider so mancher reinfällt, nunmal Fakt.
    Warum die meisten Leute nur schwarz/weiß denken und entscheiden können, also entweder blind für die dritte Startbahn sind oder generell gegen alles was fliegt, das ist mir allerdings ein Rätsel.

    Ich hätte das Geld in diesem Fall lieber in echten Zukunftsprojekten und technologischem Fortschritt für unsere Stadt gesehen und da zählt der Bau einer zusätzlichen Asphaltbahn, neben zwei bereits vorhandenen und nicht voll ausgelasteten Pisten, ganz sicher nicht dazu.
    Da verdienen es eher noch die zahlreichen Visionen unseres Autokonzerns BMW gefördert zu werden, wenn man denn unbedingt ausschließlich auf Fahrzeuge mit zugrundeliegenden Asphaltbahnen steht.

  • Mit dem Lineal gezogene Äcker sind es, sonst nix.

    Natur und landschaftliche Nutzfläche wird immer miteinander verwechselt oder gezielt damit getäuscht, wenn man ein Infrastrukturprojekt (Umgehungsstraße, Startbahn, etc.) verhindern möchte.

    Das Erdinger Moos war auch vor dem Flughafen kein Naturidyll sondern eher
    eine vernebelte Aneinanderreihung von Äckern.

  • ich gehe ab und zu im bereich der 3. startbahn spazieren. natürlich ist das ein wertvolles naturgebiet. da gibt es zwar viel landwirtschaft, aber auch naturbelassenen wäldchen, wiesen, wasserläufe usw. viele vogelarten brüten dort, die schützenswert sind.


    ich bin zwar unterm strich für die 3. startbahn, aber man kann nicht leugnen, dass dort wertvolle natur ist und deswegen gewissenhaft abgewogen werden muss

  • Wir betonieren in Deutschland pro Tag 70 Hektar land zu.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%A4chenverbrauch

    Jeden Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr.
    Macht ca. 254 quadratkilometer pro Jahr, die für Factory outlet center, discounter, möblemärkte und deren Parkplätze verwendet werden.
    Hier sollte man ansetzten!!!

    Wie oft wird eine Start- und Landebahn a la MUC, FRA oder BER gebaut? Einmal in 40 Jahren!
    Ein derartiges Projekt hat bilanziell maximal Symbolcharakter, wenn währenddessen tausende von quadratkilometern unter beton und aspahlt verschwinden. Oftmals für Gewerbegebiete, die dann nach 20-30 Jahren leer stehen.

    Ja, für die dritte S/L-Bahn geht etwas natur verloren. Aber kein Vergleich zu dem, was tagtäglich überall anders im Land geschieht, auch und gerade im Münchner Umland.

  • stimme I_Engineer zu. so kann man argumentieren.

    aber nicht, indem man sagt, es gäbe dort keine natur.

    der richter hat übrigens nur nach gesetzeslage entschieden, ob durch den bau ein unvertretbarer schaden an der natur entsteht. dass ein schaden entsteht, wird kein vernünftiger mensch bestreiten. man hält den schaden wohl für vertretbar.

    ich halte den schaden durch reihenhaussiedlungen und gewerbegebiete ausserhalb der zentren in ganz deutschland für größer als durch den bau eines flughafens.

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Und das Urteil eines nicht unabhängig entscheidenden Provinzgerichtes hat auch nicht wirklich Relevanz, zumal die Begründung à la "es entstehen keine Naturschäden" eine dreiste Lüge ist....

    Das Gericht hat eine solche Begründung nicht gemacht, sondern ist eine dreiste Lüge deinerseits, um einfach mal deiner Wortwahl treu zu bleiben? Das Gericht hatte zu entscheiden, ob die Planung gemäß deutscher Rechtssprechung konform war. Mehr nicht

    Dekoratives Anführungszeichen


    Mir fehlt in dieser Diskussion der Realismus.


    Das wünsche ich mir auch.

  • Ich will das Thema Umwelt mal von einer anderen Seite beleuchten:

    Unter Umständen kann eine zusätzliche Start/Landebahn die Ökobilanz sogar verbessern. Bei gleichbleibender Zahl der Flugbewegung, kann die Pünktlichkeitsrate erhöht werden. D.h. dass weniger Schleifen in der Luft gedreht werden bis ein Slot zum Landen frei wird und somit weniger Kerosin verbraucht wird. Bei 400k Flugbewegungen mit zwei Bahnen wird das doch recht oft vorkommen (Leider habe ich hierzu noch keine sinnvollen Daten gefunden).
    Als Beispiel hierzu wäre hier Frankfurt zu nennen: Mit der zusätzlichen Bahn hat Fraport im letzten Jahr Rekordwerte bei der Pünktlichkeit eingefahren (hier gibt's Daten...).