Beiträge von iconic

    In den letzten Wochen sind - wie wohl in vielen anderen Städten auch - die Freischankflächen vor Restaurants im Stadtgebiet deutlich erweitert worden, zu Ungunsten von Pkw-Parkplätzen am Straßenrand. Im Stadtrat scheint man sich weitgehend einig, dass diese Nutzung des Straßenraums ein Erfolgsmodell ist und es wird angeregt, diese "Schanigärten" nach österreichischen Vorbild auch im nächsten Sommer zuzulassen.


    https://www.abendzeitung-muenc…b2-be4d-d756f1494a38.html

    https://www.sueddeutsche.de/mu…igaerten-corona-1.4981672

    Antrag von ÖDP und Freien Wählern im Stadtrat:

    Antrag: Flächenfraß begrenzen – München wird Vorreiter


    Die Verwaltung wird beauftragt ein Konzept gegen den Flächenfraß in der Landeshauptstadt München zu entwickeln und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Für das Stadtklima wichtige Flächen sind dabei dauerhaft vor Versiegelung zu schützen. Für Stadtviertel mit Gartenstadtcharakter, denen aufgrund des bestehenden Baurechts (§34 BauGB) eine zunehmende Versiegelung droht, sind Bebauungspläne mit dem Ziel des Erhalts großer Grünflächen, aufzustellen. Begründung: Wie aus der Presseberichterstattung zu erfahren ist, wird in Bayern ein Volksbegehren gegen den Flächenfraß geplant. Sogar führende Mitglieder der Bayerischen Staatsregierung unterstützen ein solches Begehren. Auch die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bayerischen Landtag zählen zum Unterstützerkreis. Nachdem die Grünen im Münchner Stadtrat die stärkste Fraktion stellen, sollte es ein Leichtes sein, dass München als Landeshauptstadt hier eine „Vorreiterrolle“ im Freistaat einnimmt. Nicht nur kleine Landgemeinden, sondern vor allem die Großstädte sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen.

    Quelle: https://ru.muenchen.de/pdf/2020/ru-2020-07-29.pdf#page=16

    Hmm, ich finde es ein bisschen schwierig, dem Kronawitter alle Schuld hinzuschieben. Auch der Zeitgeist bezüglich Wachstum und Innovation änderte sich Anfang der 1970er Jahre stark. Die ungewöhnlich positive, zukunftsbegeisterte und offene Atmosphäre in der Stadt fand in der ersten Woche der Olympischen Spiele im September 1972 zunächst einen geradezu rauschhaften Höhepunkt - um dann mit dem Attentat in der zweiten Woche abrupt zu enden und durch ein bis dahin nicht mehr gekanntes Gefühl der Ernüchterung und Unsicherheit ersetzt zu werden. Das war wie ein Schlag ins Gesicht des Verständnisses der "Weltstadt mit Herz". Die unbekümmerte, freizügige Stimmung für die München in den 1960er Jahren weltweit gefeiert worden war, war plötzlich vorbei.


    Nur ein Jahr später kam die Ölpreiskrise, die den Menschen in allen Industrienationen erstmals "die Grenzen des Wachstums" aufzeichnete. Zu Recht entwickelte sich die Umweltbewegung. Gerade in München, das sich im vorhergegangen Jahrzehnt noch schneller und stärker entwickelt hatte als andere Städte, kamen massive Zweifel daran auf, ob man auf dem richtigen Weg sei. Klar, Kronawitter bediente diese Zweifel mit seinem Motto "genug gebaggert". Nicht vergessen darf man aber auch, dass dazwischen nochmal ganze sechs Jahre Erich Kiesl von der CSU den OB stellte (1978 bis 1984). In dieser Zeit wurden massenweise Tramlinien stillgelegt und an gleicher Stelle durch U-Bahn-Linien ersetzt (teure Investitionen ohne tatsächliche Erweiterung des ÖPNV-Netzes) und insgesamt das Image Münchens als beschauliches, eher intolerantes Millionendorf begründet.


    Das wichtigste, das man von Hans-Jochen Vogels Amtszeit lernen kann, ist für mich, dass Wachstum, schnelle Entwicklung und Offenheit (und damit auch moderne Architektur) sehr wohl zur München passen. Man muss die Menschen eben nur davon begeistern. Das hat Vogel auf bisher einzigartige Weise verstanden und damit der Stadt in den 1960er Jahren ihre (neben der Prinzregentenzeit Anfang des letzten Jahrhunderts) wohl wichtigste städtebauliche und kulturelle Epoche geschenkt. Ich hoffe, man schafft es irgendwann, diese positive Stimmung in der Stadt wiederzuerwecken.

    Sportpark der Superlative in Freiham fertiggestellt

    Gute Nachricht für alle Sportbegeisterten: Der Sportpark Freiham wird derzeit sukzessive eröffnet. Zu Beginn des neuen Schuljahres 2020/2021 im September sollen auf dem riesigen Areal im Einklang mit den aktuellen Hygienevorschriften alle Anlagen im Betrieb sein.

    Im neuen Stadtteil Freiham, in dem bis zu 25.000 Einwohner leben sollen, investiert die Landeshauptstadt München für den Sportpark, der neben dem neuen Bildungscampus liegt, rund 100 Millionen Euro. Das Sportareal besteht aus zwei Dreifachhallen mit je 500 Tribünenplätzen, einem Schulschwimmbad, zwei Multifunktionsräumen, einem Judoraum, einem Tanzsportraum und einer Gaststätte beziehungsweise Vereinsheim. Außerdem wurden eine Leichtathletikanlage, eine 800 Quadratmeter große Skateanlage, eine Beachvolleyballanlage, drei Kunstrasenplätze, weitere Rasenplätze für unterschiedliche Nutzungen und ein Betriebsgebäude für die Freisportanlagen errichtet. Der Sportpark Freiham wurde inklusiv gebaut, das heißt unter anderem mit einem Orientierungssystem für Menschen mit Behinderung, verbreiterten Räumen, Türen und Zugängen, Standards für Rollstuhlhockey und Blindenfußball sowie Einstiegshilfen in der Schwimmhalle.

    Quelle: https://ru.muenchen.de/2020/14…iham-fertiggestellt-92106

    ein Meilenstein in der jüngeren Stadtentwicklung.

    Auch im SZ-Kommentar wird hervorgehoben, dass man beim Eggarten versucht, aus allen Fehlern der Vergangenheit zu lernen bzw. das beste aus

    Domagkpark, Prinz-Eugen-Park, Freiham und Schwabinger Tor zu vereinen.


    https://www.sueddeutsche.de/mu…dlung-kommentar-1.4976803


    Sehr gespannt bin ich auf die Verkehrsanbindung. Wird man es diesmal schaffen, einen U-Bahn, S-Bahn- oder wenigstens Tram-Halt einzurichten oder wiederholt man die Versäumnisse der Paul-Gerhardt-Allee?

    Quelle: https://ru.muenchen.de/2020/13…hwieriger-Umstaende-92040

    Danke! Immerhin scheint es eine gewisse Dichte zu werden, aber der große Wurf ist das ja beides wieder einmal nicht. Bei Studio Wessendorf sehe ich die Gefahr, dass es mit der durchgehend ähnlich hohen Bebauung doch recht monoton wird (vgl. Eon-Areal Obersendling). Das gefällt mir bei Ernst Niklaus Fausch etwas besser. Hier würden es im Norden des Areals wenigstens mal "echte" Hochpunkte mit gescheitem Weitblick aus den Wohnungen heraus geben. Das würde ich dem Areal schon mal wünschen.

    Eieiei, das schaut ja fürchterlich aus. Über diese Jahrmarktfassade kann man in jedem Fall schon mal den Kopf schütteln aber das ganze dann kombiniert mit diesen gesichtslosen schwarzen Industriefenstern - einfach grausam. Bitte einreißen und nochmal in Ruhe neu anfangen. :toilet:

    Das ist nicht das Thema. Ob Kosmo oder SEM. Die Untersuchungen unterscheiden sich ja nicht.

    Genau. Deshalb war es auch vernünftig, dass die Untersuchungen weitergingen.


    Und anscheinend hat man, wie du ja darstellst wieder Jahre lang überhaupt nicht mit ihnen gesprochen. Das ist keine Kooperation.

    Die Verhandlungen werden noch früh genug losgehen. Dazu muss halt erstmal grob feststehen wo genau überhaupt was entwickelt werden soll. Das Ganze ist ja ein Prozess von vielen Jahren bzw. letztlich Jahrzehnten.

    Das ist natürlich Geschmacksache. Gerade an dem von Altbaustrukturen geprägten Standort kann ich mir gut vorstellen, dass diese dekonstruktivistische Architektur für Abwechslung sorgt und ein Hingucker wird. Ich bin in jedem Fall gespannt, natürlich auch auf die Materialwahl bei den Fassaden und Dächern :)

    Dann wurden die Grundeigentümer und Bürger aber ordentlich hinter's Licht geführt. Immerhin wurden im Rahmen der Kosmo bereits Gelder freigegeben.

    Hinters Licht geführt wurden die Bürger der Stadt in erster Linie durch die CSU, die während des Landtagswahlkampfs 2018 ohne Rücksprache mit dem Koalitionspartner die Kehrtwende weg von der SEM verkündet hat. Dass dann in den letzten zwei Jahren dennoch weiter geplant wurde anstatt das Projekt völlig auf Eis zu legen war letztlich eine Entscheidung der Schadensbegrenzung vonseiten der SPD. Ob hier tatsächlich bereits Unsummen für die Kosmo-Planungen ineffektiv ausgegeben sind wage ich zu bezweifeln. Die Grundbesitzer, die du hier schon wieder als Opfer darstellst, waren meines Wissens in den letzten zwei Jahren noch in keinerlei Transaktionen verwickelt. Ihnen wurde nichts gegeben und nichts genommen.

    Das Wahlergbnis lag ganz sicher nicht an der Wachstumsdebatte.

    CSU/AFD/Bayernpartei und München-Liste hatten das Wachstumsthema sehr wohl hoch auf der Agenda bei den Wahlen. Mit ihren Standpunkte haben diese Parteien die Mehrheit im Stadtrat verfehlt.

    IIch bin ganz überrascht, das Anträge von der Afd in der Rathaus Information veröffentlicht werden. Gibt es doch eine Demokratie in München, trotz Mehrheit der Grünen im Stadtrat!

    OT: Ich gehe davon aus, dass diese Bemerkung als schlechter Witz gemeint ist. Trotzdem möchte ich dazu anmerken, wer auch nur im Witz unterstellt, dass durch eine Regierungsbeteiligung von SPD und Grünen die Demokratie abgeschafft wird, ist entweder ungewöhnlich naiv oder Opfer massiver Gehirnwäsche innerhalb seiner Filterblase. OT Ende.

    Quelle: https://www.swm.de/dam/swm/pre…tich-katharinavonbora.pdf