Wilhelm-Leuschner-Platz + Areal an der Nonnenmühlgasse

  • Ich muss es dennoch fragen: Bleibt das wirklich so? Kommt da noch etwas an die Fassade? Ich hoffe es sehr! Denn das sieht so einfach unfertig aus. Wäre man böse, könnte man sagen: Das wäre auch mit ein paar Interims-Containern gegangen und hätte wohl den selben Charme.

  • Den Vorschlag hatte ich schon vor langem gemacht. Hat auch den Vorteil, dass man so einen Container später nicht abreißen muss, sondern gut zerlegen kann. Unendlich viel günstiger wäre es auch gewesen. Zudem gibt es durchaus Container-Häuser, die architektonische Orgasmen sind im Vergleich zum Premium-Produkt aus Leipziger Manufaktur.

    https://divisare.com/projects/32235…-stack-pavilion

    https://aimdesign.co.uk/projects/distr…ainer-building/

    https://www.internationale-bauausstellung-hamburg.de/projekte/iba-d…t/iba-dock.html

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Fun fact: dieselben Architekten, die unseren Städten diese kostenoptimierte minimalistische Kistenstapelei zumuten

    Hab den Artikel jetzt erst gelesen. Daraus noch zwei wunderbare Zitate von Architekt Ansgar Schulz:

    "Wir sind für unsere Perfektion und Konstruktionsaffinität bekannt, und wir haben diesen Detailperfektionismus, wie wir das bei all unseren Projekten tun, in den Dienst der Sache gestellt.“

    „Das Schönste für uns Architekten ist, wenn man das, was man gemacht hat, gar nicht erst erklären muss, weil es ohnehin für sich selbst spricht.“

    Es ist an Absurdität nicht zu überbieten.

  • Naja, es spricht ja auch für sich selbst 😆 Das es eben nicht nur um Funktionalität geht sondern vor allem auch um Emotionalität sollten die Architekten in ihrem schönen Gründerzeitler eigentlich checken, aber vermutlich wird das im Architekturstudium schon lange nicht mehr vermittelt, daher die ganzen abstrakten Kisten.

  • Es fehlt in Leipzig schon seit langem eine Baukultur-Initiative aus der Bürgerschaft. Wer hat Lust, sich mal zu einem Stammtisch zu treffen und vielleicht was auf die Beine zu stellen?

  • Wichtig wäre für eine Initiative gleich welchen Formates, die Bevölkerung dahingehend mitzunehmen, WIE eine Kulturdebatte fürbar ist. Also das strikte Trennen von allgemeingültigen Bewertungsparametern und persönlichen Sichtweisen/Geschmäckern. Das würde - so meine Hoffnung - eine gewisse Hebung für die Diskussionskultur bedeuten.

  • Noch einmal der Blick nach Halle, wo gerade der „Innovation Hub“ fertiggestellt wird. Fast die gleiche „Forschungskiste“ wie in Leipzig, auch in ähnlicher Bauweise, allerdings auch hier mit anspruchsvollen Laboren, die es in Leipzig nicht brauchte. Zudem ist es nur halb so groß wie das Leipziger „Global Hub“, was die Kosten pro m² in der Regel verteuert.

    Bruttogrundfläche (BGF): ca. 4.929 m²

    Nutzungsfläche (NUF 1-6): ca. 2.145 m²

    Gesamtbaukosten: ca. 17 Mio.

    Kosten pro m² BGF: 3.448 Euro

    Leipziger Global Hub: 5.681 Euro

    Leipzig war teurer. Aber es liegt ganz sicher an dem bösen, bösen Bauherren und keinesfalls an den unschuldigen, unantastbaren Architekten, dass das Leipziger Haus so grau(s)lich aussieht.

    Das Hallenser Haus steht am Stadtrand, dafür finde ich es ok.

    j9a54v87.jpg

    uqei8cra.jpg

  • Der Hallenser Innovation Hub wird - im Gegensatz zur exponierten Platzierung des Leipziger Pendants auf dem WHP - aktuell vom Bürogebäude des TGZ verdeckt und wird perspektivisch vom Theoretikum des UKH noch weiter verdeckt werden. Es steht also faktisch in der zweiten Reihe, gefühlt im Hinterhof. Und dafür sieht es m.E. in-real-life (wie sagt man auf Deutsch?) gar nicht so schlecht aus (und um Welten besser als das Unding in Leipzig).


    762a49ac-083b-42f6-94d3-f6334b68636e.jpeg?rect=72%2C0%2C1904%2C1071&w=1024&auto=format

    Der Hub steht hinter den L-förmigen Spitzdächern, in der Visu befinden sich an der Stelle noch Bäume. Bild von: http://www.umh.de/einrichtungen/…ekt-theoretikum

    Einmal editiert, zuletzt von rrridge (3. Oktober 2026 um 11:54)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Was ist zu so schwer daran, einfach mal zu benennen, dass die Architekten sich als hochgradig unfähig herausgestellt haben? Schon eine Farbe oder - mein Gott! - vielleicht sogar zwei verschiedene Farben hätten das Gebäude frischer oder gar kleinteiliger wirken lassen. Kostenpunkt: null Euro. Für Grau gibt es keine, gar keine Entschuldigung.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Stadt und der Bauherr sind - wie überall in Deutschland - der Meinung, dass es die Krone der Baukultur ist, Wettbewerbe abzuhalten und man unseren großartigen Architekten vertrauen kann, dass sie gute Arbeit machen.

    Wie ich weiter oben schrieb: Hier trafen Architekten mit schlechtem Geschmack auf Bauherren mit schlechtem Geschmack. Ob der Bauherr und / oder der Architekt Grau wollte, ich weiß es nicht.
    Du implizierst ja selbst, dass der Bauherr sich nicht allein auf die Architekten verlassen sollte, und genau deshalb gebe ich dem Bauherrn hier eine bedeutende Teilschuld am Ergebnis. Der Bauherr als Auftraggeber hat letztlich die volle Verantwortung für den architektonischen Ausdruck seines Gebäudes und wenn ihm Stadtbild und Ästhetik nicht egal wären, dann wäre das Gebäude jetzt nicht so banal wie es ist.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Nur die Fensterrahmen sind dicker und die Farben andere. Völlig übliche Abweichungen im Rahmen einer Ausführungsplanung.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Zudem wurden statt Fensterrahmen Bindfäden eingezeichnet. Es war völlig klar, dass die Anmutung der Fenster niemals so sein würde wie angepriesen. Jetzt anzumahnen, die Fenster sollten aussehen wie in der Visualisierung, ignoriert Gesetze der Physik.

    M.E. muss man hier differenzieren. Dünne Fensterrahmen, "Sprossen", vor großformatigen Glasscheiben wie auf der Visualisierung sind spätestens seit den 1960er Jahren Praxis. Dadurch konnte man davon ausgehen, dass der Ist-Zustand mit Ausnahme der von mir weiter oben bereits angesprochenen unphysikalischen Transparenz so sein würde, wie auf dem Rendering. Nur sind große Scheiben überproportional teurer als kleine. Da sich der Rotstift kaum bei der funktionalen Ausstattung oder beim Rohbau ansetzen lässt, wird letztlich (leider) gerne an der Fassade gespart.
    Dadurch, dass nun nicht nur die Rahmen dicker geworden sind, sondern im Wesentlichen die Laibung und das Fensterformat stark abweichen, geht m.E. die gesamte Charakteristik des Entwurfs, das ihm wesentliche Gestaltungsmerkmal, verloren.
    Diese krasse Abweichung vom Wettbewerbsergebnis mag hier und dort vorkommen, dass so etwas zugelassen wird, geht dann allerdings auf das Konto des Bauherren zurück. Dass hier ein staatlicher Bauherr am Werk ist, der Einsparungen vornehmen muss, dürfte den Änderungen zuträglich gewesen sein.

    Aus der Nähe wirkt die Rahmenkonstruktion der Fenster etwas hochwertiger als aus der Ferne. Am Container-Interims-Charakter ändert das natürlich nur wenig. Das Grau ist m.E. gar nicht mal das Hauptproblem, etwas Farbe zwar wäre schön, aber der Eindruck bliebe bescheiden. Hauptursächlich für die plumpe Optik bleiben für mich Fenstermaß und Rahmen. Jeder hat da natürlich seine eigene Meinung zu.
    Wehrmutstropfen: Wenn die übrigen Neubauten stehen - hoffentlich in besserer Qualität - rückt das Gebäude etwas aus dem Fokus (zumindest abseits des Addis-Abeba-Platzes).

    Bild: https://i.ibb.co/5X9C6t6q/IMG-8343.jpg Bild: https://i.ibb.co/h1H5CRY8/IMG-8341.jpg Bild: https://i.ibb.co/kg2PC9X3/IMG-8340.jpg
    Aufnahmen selbst erstellt

  • Wer Kommunalpolitik und ihre Gestaltungsmacht für öffentliche Gebäude, Straßen und Plätze sowie die Wiederspiegelung von Debatten in der Stadtgesellschaft nicht interessant findet sollte jetzt bitte woanders weiterlesen:


    Freiheits- und Einheitsdenkmal streichen

    Haushaltsantrag Stadtrat - VIII-HP-20173

    Geschäftsstelle der BSW-Fraktion

    https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig…8&refresh=false


    Der Antrag wird aber bis auf die wahrscheinliche Zustimmung der AfD-Fraktion keine Chance auf Annahme haben. Mal sehen, was bis Dezember da noch so alles kommen wird.

  • Warum dann posten, zumal eh wenig Chance auf Annahme besteht?

    @mod: bitte die Ordner bereinigen und Verwaltungsvorgänge ins Café / ins Off verschieben - Danke!

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der Antrag wird aber bis auf die wahrscheinliche Zustimmung der AfD-Fraktion keine Chance auf Annahme haben.

    Leider.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Nur sind große Scheiben überproportional teurer als kleine.

    Richtig. Und noch dazu sind sie für die Belichtung vollkommen unnötig. Und einfaches Lüften damit auch nicht möglich. Der Entwurf hätte von Beginn an auf normalgroße Fenster setzen sollen und noch andere Entwurfsgedanken entwickeln sollen als einfach nur Holz, Glas und Stein wie in einer Materialausstellung zur Schau zu stellen.

    Und noch einmal: Warum wird hier so beharrlich vom „Rotstift“ geschrieben? Warum? Der Bau hat sich stärker verteuert als andere Forschungsbauten der Region im gleichen Zeitraum. Er ist auch pro qm teurer. Das ist ein teures Bauwerk. Andere bauen für weniger Geld Besseres.

    Dass der Bauherr der Staat ist, ist durchaus ein Problem. Da redet keiner den Architekten wegen „schlechtem Geschmack“ rein. Aber die Gesellschaft hat auch insgesamt „schlechten Geschmack“. Sonst wären wenigstens wir hier im Forum auf die Barrikaden gegangen, schon bei Vorstellung der Wettbewerbsentwürfe.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Warum dann posten, zumal eh wenig Chance auf Annahme besteht?

    @mod: bitte die Ordner bereinigen und Verwaltungsvorgänge ins Café / ins Off verschieben - Danke!

    @mod: Bitte den Beitrag und andere zu Anträgen im Leipziger Stadtrat im jeweiligen Thread belassen und nicht irgendwohin ohne Zusammenhang wegverschieben. Es ist eben kein "Verwaltungsvorgang", sondern mit dem Antrag einer Stadtratsfraktion quasi eine Äußerung eines Teils des (sehr unterschiedlich tickenden) Bauherren zu einem zentralen Element der Neugestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes - im weiteren Sinne als gewählte Volksvertreter*innen sogar von einem Teil der gesamten Stadtgesellschaft. Wenn ein solcher Antrag im Stadtrat angenommen wird, dann bedeutet dies das Aus für die Neugestaltung.

    Hier im Forum darf sich quasi jede*r lang und breit dazu äußern, ob ihm etwas gefällt oder sie etwas häßlich findet - und das ist auch so in Ordnung. Wenn einen der "ganze Politquatsch" auf dem Weg zu einem Bauprojekt, also das politische Ringen um die richtige Lösung etwa bei der Gestaltung des Platzes, aber an anderer Stelle auch um die Nutzung und Gestaltung eines öffentlichen oder teilöffentlichen Gebäudes (Rathaus, Schule, Kita, ...) oder um die Details eines Verkehrsprojektes, nicht interessiert und er nur das Endergebnis gebaut sehen und diskutieren will, so kann er das für sich gern so halten. Aber seit wann wird das dann für alle anderen zur Pflicht? Zumindest würde vor einem (grundsätzlichen) Verschieben von Anträgen und Anfragen aus dem Stadtrat zu dem jeweiligen Threadthema ins Off wissen wollen, dass dies die Mehrheit der Leipziger Forumsteilnehmer*innen so sieht.

  • Naja, die Forumsteilnehmer stimmen ja auch schon fleißig ab, mit ihren likes oder eben nicht-likes auf die Beiträge. Im Endeffekt muss der mod entscheiden, ob und wieviel „Politikquatsch“ inhaltlich in ein Forum zum Thema Architektur, Städtebau und Bauwesen passt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Und noch dazu sind sie für die Belichtung vollkommen unnötig. Und einfaches Lüften damit auch nicht möglich. Der Entwurf hätte von Beginn an auf normalgroße Fenster setzen sollen und noch andere Entwurfsgedanken entwickeln sollen als einfach nur Holz, Glas und Stein wie in einer Materialausstellung zur Schau zu stellen.

    Persönlich kann ich auch dem Internationalen Stil und seinem schlichten, aber eleganten Ausdruck sehr viel abgewinnen. Großformatige Glasscheiben und filigrane Rahmenkonstruktionen dienen dabei nicht allein der Funktion (Belichtung), sondern ebenso der Form. Daher sehe ich das weniger streng.
    So hätte auch dieses Gebäude bei konsequenter Umsetzung annehmbar sein können, wenn gleich ich an dieser Stelle ein klassisches Gebäude mit Walmdach bevorzugt hätte.
    Von filigraner Architektur ist jetzt natürlich nichts mehr übrig geblieben, "Materialausstellung" trifft es daher ganz gut.

    Immerhin ist die Visualisierung auf der Website der Universität ehrlicher: https://recentglobe.uni-leipzig.de/fileadmin/_pro…8101e3198a.webp
    Dort heißt es außerdem: "Der Global Hub wird künftig als identitätsstiftender Solitärbau das Leipziger Stadtbild prägen..." ?(

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und noch einmal: Warum wird hier so beharrlich vom „Rotstift“ geschrieben? Warum? Der Bau hat sich stärker verteuert als andere Forschungsbauten der Region im gleichen Zeitraum.

    Genaueres wird man nur über Anfragen beim Bauherrn oder der Lokalpolitik und der Hoffnung auf Antwort erfahren. Das fängt damit an, dass die ursprünglichen Kalkulationen überdurchschnittlich niedrig gewesen sein könnten und endet nicht bei Baufirmen, die allesamt teurere Angebote abgaben (Auswahl geringer, da Holzhybrid, was mWn. teurer ist als Stahlbeton)... Generell macht die Fassade nur einen kleinen Teil der Baukosten aus, allerdings lässt sich dort auch am ehesten sparen. Auch mit Blick auf die künftige Energieeffizienz beim Betrieb.

    Dazu noch etwas zur "grauen Farbe": Es handelt sich hier um vorvergrautes Lärchenholz, d.h. der natürliche, durch Witterung und UV-Strahlung ausgelöste Alterungsprozess des Holzes hin zu einer grauen Verfärbung, wird industriell beschleunigt, um eine einheitliche Färbung des Holzes schon beim Bau zu erreichen; Anstriche entfallen. Aus diesem Grund wäre eine andere Farbe als Grau im Unterhalt tatsächlich auf jeden Fall teurer; bei den Anschaffungskosten könnten sich die zusätzlichen Kosten für die Vorbehandlung oder ein Farbanstrich auf unbehandelte Hölzer die Waage halten, idk.
    Ob das eine Rolle gespielt hat, weiß ich wie gesagt nicht, vielleicht hätte das Budget auch noch eine schönere Farbe hergegeben, aber es gefiel das Grau...?