• In der Morgenpost (Paywall) gibt es ein recht interessantes Interview mit Frau von Massenbach. Ich fasse mal die mE interessantesten Aussagen zusammen:

    - Zunächst ein Ausblick auf den Sommerflugplan: Im Vergleich zu 2024 gibt es hier nur kleinere Zuwächse im Angebot:

    Sommer 2024: 68 Airlines, 49 Länder und 148 Zielen

    Sommer 2025: über 70 Airlines, 50 Länder und 150 Ziele

    - Auch beim absoluten Wachstum rechnet man dieses Jahr nur mit 4 Prozent oder 1 Million zusätzlicher Fluggäste. Dies sei bereits ambitioniert angesetzt, da der Luftverkehrsstandort Deutschland insgesamt nicht mehr wettbewerbsfähig sei und mit Ryanair die größte Einzelairline ihr Angebot um 20% schrumpfe.

    - Da ursprünglich mal mehr Wachstum erwartet wurde, verlangsamt sich so auch die geplante finanzielle Sanierung. Man habe sich aber bereits frühzeitig auf die Einbußen bei Ryanair eingestellt und werde alles versuchen, trotzdem weiter mit der Gesundung voranzukommen.

    - Der Inlandsverkehr wird in dem früheren Maße nicht wieder zurückkehren (nichts Neues). Aber auch beim europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr gibt es international einen Rückgang, was unter anderem an einem Rückgang bei den Geschäftsreisenden in Fliegern von ca. 15 Prozent liegt.

    Trotz grundsätzlich ähnlich guter Konnektivität bemerkt man das beim BER an teils merklich geringeren Frequenzen bei wichtigen Städten. Aufgrund des relativ hohen Preisniveaus werde sich das absehbar auch nicht ändern.

    - Die Lufthansa-Gruppe baut ihr Engagement am BER stetig aus. Die Lufthansa selbst erhöht die Frequenzen nach Frankfurt und München, während analog auch Swiss, Austria und Brussels die Anbindung an deren Drehkreuze verstärken. Aber auch Eurowings entwickle sich beim oben angesprochenen Mangelbereich der Punkt-zu-Punkt-Verbindungen am BER "sehr erfreulich".

    - Ebenso verstärkt sich bekanntlich deutlich die Anbindung an die großen Drehkreuze in der Golfregion. In Deutschland verbinde Qatar nur den BER so stark mit Doha (21/7 oder 3x täglich), was zu sehr guten Wartezeiten bei Anschlussflügen führe. Auch sonst kommen bis Herbst mehr Frequenzen und auch noch mehr Ziele in der Region hinzu. Sicher auch, weil die bisher angebotenen Verbindungen sehr gut laufen. Gemeinsam mit Istanbul habe man so inzwischen viele attraktive Optionen für Fernreisen nach Asien. Umgekehrt sei Berlin in diesen Regionen auch als Reiseziel beliebt.

    - Da absehbar nur wenige Langstrecken wie etwa Peking stabil funktionieren und auszulasten sind, wird es auch künftig auf gute Umsteigemöglichkeiten ankommen.

    - Das frühere Drama bei der Gepäckabfertigung gehört zunehmend der Vergangenheit an. Zuletzt startete die Gepäckausgabe am BER zu 98% maximal 30 Minuten nach der Landung und zu 100% unter 60 Minuten.

    - Beim Thema Flexibilisierung des Nachtflugverbots ist Frau von Massenbach bei Herrn Wegner: Auch ohne das Nachtflugverbot grundsätzlich in Frage zu stellen, könne man bei Grenzfällen besser reagieren. Aktuell müssten aufgrund des engen Luftraums immer wieder planmäßig gestartete Flugzeuge aufgrund von wenigen Momenten den bereits begonnenen Landeanflug wieder abbrechen und nach Hannover etc abdrehen. Dabei entstünden dreimal mehr Lärm, enorme Kosten und sehr viel Aufwand für die Betroffenen.

    - Was die Verkehrspolitik angeht, könnte die neue Regierung die Wettbewerbsbedingungen und damit die Aufteilung des Marktes besser im Blick haben. Mit dem aktuellen Trend würde Deutschland als drittgrößte Wirtschaftsnation sonst weiter zurück fallen.

    Insgesamt wirkt Frau von Massenbach mE sehr aufgeräumt. Sie macht sich und der Öffentlichkeit keinerlei Illusionen, macht im selbst zu beeinflussenden Bereich gründlich ihre Hausaufgaben und backt sonst notfalls auch erstmal kleinere Brötchen. Interessant finde ich auch, dass sie sich nie auf das Spiel mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen einlässt.

    Sie kommentiert die Kritik von Ryanair und Co entweder gar nicht oder sucht nach Bereichen, in denen man übereinstimmt.

    Sie lobt umgekehrt die Zusammenarbeit mit den Airlines, die am BER wachsen.

    Und selbst die Forderungen an die Politik formuliert sie nicht als explizite Vorwürfe, sondern eher als Ausblick mit verschiedenen möglichen Szenarien. Ich bin weiter sehr zufrieden mit der Arbeit.

  • Sitzplatzangebot für Sommerflugplan 2025 um 2% über dem Vorjahr

    Nun ist also absehbar, dass der deutliche Einbruch bei der größten Einzelairline Ryanair durch das restliche Wachstum zumindest (leicht über)kompensiert wird. Wie das letztlich bei den realen Fluggastzahlen aussieht, bleibt natürlich abzuwarten. Insgesamt erreicht der BER so übrigens nunmehr knapp drei Viertel des Vor-Corona-Niveaus aus dem bisherigen Rekordjahr 2019.

    Zum Vergleich:

    Sitze/ Wachstum gegenüber 2024/ Erholung gegenüber 2019:

    Drehkreuze:

    1) Frankfurt: 21,6 Mio/ +5%/ 90%

    2) München: 14,9 Mio/ +6%/ 89%

    ---------------------------------------------------

    Weitere größere bzw. mittelgroße Flughäfen:

    3) Berlin: 8,3 Mio/ +2%/ 72%

    4) Düsseldorf: 7,2 Mio/ +6%/ 81%

    5) Hamburg: 5,1 Mio/ +2%/ 86%

    6) Köln/Bonn: 3,3 Mio/ -1%/ 79%

    7) Stuttgart: 3,3 Mio/ +4%/ 73%

    ----------------------------------------------------

    Die weiteren mittelgroßen bis kleineren Flughäfen lasse ich hier raus, teilweise gibt es dort aber deutliches Wachstum (aufgrund leicht geringerer Gebühren und entsprechender Verlagerungen), was den folgenden Gesamtwert erklärt.

    ----------------------------------------------------

    Gesamt: 137,7 Mio/ +5%/ 90%

    Fazit: Während Deutschland ein gutes Stück des inländischen Verkehrs verloren hat (53% der früheren Zahlen, hierbei allerdings 68% von und zu den Drehkreuzen und dafür nur 20% bei den dezentralen Verbindungen), bewegt sich das Angebot sonst sowie auch insgesamt langsam wieder auf die alte Größenordnung zu (Europa: 95%, Langstrecke: 96%, Gesamt: 90%).

    Der BER dagegen liegt bisher deutlich unter dem früheren Volumen. Beim sehr geringen Wachstum für den Sommer 2025 wirkt sich nun zudem eben - ähnlich wie auch bei Hamburg und Köln/Bonn - deutlich der Rückgang bei Ryanair aus.

    Quelle airliners.de

    Quelle bdl.aero (1)

    Quelle bdl.aero (2)

    Condor: Gerüchte über mögliche Übernahme und neue Rolle

    Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte, wonach Condor evtl. teilweise oder auch komplett von der International Airline Group (AIG) übernommen werden könnte. Diese ist aktuell nach Ryanair und Lufthansa die drittgrößte Airlinegruppe Europas (u.a. British Airways, Ibera, Vueling und Aer Lingus) und zudem Teil der global führenden Oneworld Alliance (OWA), zu der früher auch Air Berlin gehörte.

    Es heißt, dass Condor innerhalb von AIG sowie innerhalb von OWA dann eine ähnliche Rolle wie Air Berlin zukommen und eine stärkere Konkurrenz für die Lufthansa Gruppe entstehen könnte.

    Genau das Letztere empfiehlt übrigens eine vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene Studie, die Lufthansa eine zu beherrschende Rolle bescheinigt und eine Fusion von Condor oder Tui Fly mit einer bestehenden ausländischen Airline-Gruppe (idealerweise innerhalb der OWA) empfiehlt, um den Deutschen Markt besser aufzuteilen. Auch die Kommentare zu den jeweiligen Berichten der einschlägigen Luftfahrtmedien attestieren der Lufthansa eine zu dominante Stellung mit hohen Preisen für zunehmend miserable Gegenleistungen.

    Nun steht leider nirgendwo, inwiefern Condor in so einem Szenario voraussichtlich auf den BER setzen würde/könnte - oder aber noch stärker als ohnehin schon auf das Drehkreuz Frankfurt bzw. ggf weitere relevante Airports wie München, Düsseldorf und Co. Wenn man das aktuell schon rasant ansteigende Engagement am BER sowie die bisherigen Äußerungen zu diesem Thema so ansieht, wäre ein spürbarer Anteil aber mE recht wahrscheinlich. Und bisher tut Condor eben beides: das bestehende Drehkreuz Frankfurt stärken - und Alternativen lancieren. Vom BER aus gibt es künftig nun sogar 2 statt 1 tägliche Verbindung nach Frankfurt, die auch früher als geplant starteten (aufgrund enormer Nachfrage). Zudem gibt es nun ja auch auf der Bahnstrecke Berlin-Frankfurt eine neue strategische Kooperation inkl. Codesharing mit der Deutschen Bahn. Zugleich baut u.a. Condor (aber ähnlich auch die Lufthansa selbst) aber auch die Zubringerflüge vom BER zu anderen Drehkreuzen aus.

    Bisher hat sich Condor selbst nicht geäußert, der bisherige Investor soll die Airline aber passend zu den Gerüchten zeitnah abstoßen wollen (und selten langfristige eigene Interessen mit übernommenen Firmen/ Sanierungsfällen zu verfolgen). Also eine spannende Entwicklung, die man mE nun weiter verfolgen sollte.

    Quelle aero.de

    Quelle frankfurtflyer.de

    Quelle airliners.de

    Quelle aerotelegraph.com

  • Fluggastzahlen im März 2025 nur noch 4% über Vorjahr - Wachstum flacht ab

    Nach knapp 6 Prozent im Januar und knapp 8 Prozent im Februar endet der Winterflugplan nun also mit +4 Prozent (total ca. 1,95 Mio PAX) im März. Damit sollte das erste Quartal insgesamt immerhin noch knapp 6 Prozent Wachstum erreichen.

    Wie wir gerade erfahren haben, liegt das Sitzplatzangebot im kürzlich angelaufenen Sommerflugplan insbesondere durch die Kürzungen bei Ryanair nur 2 Prozent über dem Vorjahr. Somit ist also ein weiter abflachendes Wachstum anzunehmen.

    Quelle BER

    Condor expandiert auch im Winterflugplan 2025/26

    Die Airline wird zunächst einmal die Frequenz auf der neuen Verbindung nach Frankfurt nochmals aufstocken. Geplant war ja zunächst 1x täglich, gestartet ist man dann aufgrund enormer Nachfrage frühzeitig sowie 2x täglich und nun erhöhen sie sogar auf 3 tägliche Flüge.

    Die Strecke nach Dubai wird man ebenfalls verstärken und künftig dann 2x täglich statt wie bislang 1x täglich fliegen.

    Zu guter Letzt geht es nun auch 1x täglich statt 4x pro Woche nach Hurghada.

    Umgekehrt entfallen nur 2 wöchentliche Flüge nach Gran Canaria.

    Wenn ich richtig rechne, kommen im Winter also in Summe 15 Flüge pro Woche hinzu (42/7 statt 27/7 oder +56%).

    Condor war zwischenzeitlich ja gar nicht mehr am BER vertreten, scheint nun aber doch gewisse Ambitionen für den BER zu entwickeln. Wobei man schon sagen muss, dass höhere Frequenzen nach Frankfurt und Dubai vor allem weiter die Umsteigeoptionen an diesen Drehkreuzen verbessern und keine neuen Ziele bedeuten.

    Sehr gespannt bin ich auf die Pläne der anderen Airlines, u.a. natürlich auch von Ryanair.

    Quelle airliners.de (sowie Winterflugplan 2024/25 und ein leider nicht mehr auffindbarer Bericht)

    Skytrax ehrt BER bei World Airport Awards als "Most Improved Airport 2025" - Umbau bei Gepäck-Scannern schreitet voran

    Wie auch schon von Tricky im Bauthread berichtet, wird der BER damit global als der Flughafen abgesehen, der sich im Vergleich zum Vorjahr am stärksten in den Bereichen Servicequalität, Passagierzufriedenheit und operative Effizienz weiter entwickeln und verbessern konnte (besonders verbessern konnte man sich in den Punkten Aufenthaltsqualität, Serviceangebot und Abfertigung).

    Laut Angaben des BER gelten die World Airport Awards als weltweit bedeutendste Auszeichnung in der Airportbranche und basieren wiederum auf der weltweit größten unabhängigen Passagierbefragung. Nur schade, dass einer der entscheidenden Köpfe hinter diesen Verbesserungen zwar noch den Preis entgegennahm, künftig dann aber in München arbeiten wird.

    Trotzdem geht man den eingeschlagenen Weg weiter: Nach den Gepäckscannern in Terminal 2 werden bis zu den Osterferien auch sämtliche Scanner im südlichen Teil von Terminal 1 auf CT-Technik umgestellt sein. Nach den Ferien kommen dann die Scanner im nördlichen Teil dran, sodass es die neue Technik dann bis Herbst flächendeckend geben wird.

    Quelle BER (zum Award)

    Quelle BER (zu den CT-Scannern)

    Finanzielle Sanierung kommt voran - Refinanzierung von offenen Verbindlichkeiten - Wachstumspotentiale bei Non-Aviation sowie neuen Städteverbindungen durch A321LR/XLR

    Während es zuletzt eine Menge Anzeichen für Verbesserungen im operativen Bereich gab, trüben die ökonomischen Altlasten weiterhin enorm die Erfolgsgeschichte des Hauptstadtflughafens. Kürzlich wurde schon angedeutet, dass die Streichungen bei Ryanair und das hierdurch verschleppte Wachstum die Sanierungspläne erschweren nicht jedoch stoppen werden.

    Im Mai soll es genauere Informationen zu dem Thema geben. Schon jetzt erklärte Frau von Massenbach jedoch, dass man in sehr guten Gesprächen mit den Banken sei und offene Kreditverbindlichkeiten von 1,3 Milliarden bis Mitte 2026 refinanzieren könne (insgesamt hat/te man Stand 2023 2,1 Mia Schulden bei den Banken). Man werde zudem u.a. im Non-Aviation-Bereich noch wichtige Potentiale heben, die aktuell ca. 30% der Gesamterträge erwirtschaften.

    Auch betonte sie nochmals, dass sich durch die neue Airbus-Generation absehbar fantastische Perspektiven und Möglichkeiten für neue Städtepaare böten. Hoffentlich wird das bald auch mal konkreter (bzw. auch offiziell bestätigt, was hier schon angesprochen wurde).

    Insgesamt gebe es zunehmend die Aussicht, dass der BER ein ganz normaler, wirtschaftlich eigenständiger Flughafen sein werde, der dann auch Renditen an die Gesellschafter Bund, Land Berlin und Land Brandenburg ausschütten werde. Einen Zeithorizont hierfür hat sie zwar nicht genannt, aber immerhin ist es ja schon einmal eine erfreuliche Tendenz.

    Quelle airliners.de

    Fazit: Der BER kommt auch aufgrund der vielen Altlasten und des ungünstigen Timings nur langsam auf die Beine, doch langsam aber sicher scheint er immerhin auf dem richtigen Weg bzw. in der richtigen Richtung unterwegs zu sein. Das einstige Sorgenkind entwickelt sich so auch zu einem wichtigen Wachstumstreiber: Eine kürzlich veröffentlichte Studie beschreibt, dass die Wirtschaftsleistung im näheren Flughafenumfeld um über 5% wachsen konnte (in den aktuellen Zeiten schon eine enorm erfreuliche Größenordnung) und dass fast 40% auch in den kommenden 3 Jahren Wachstum erwarten, wohingegen insgesamt die Personalsuche/ der Fachkräftemangel als das größte Problem ausgemacht wurde.

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 (11. April 2025 um 10:11)

  • Wie kommst Du bei den Zahlen auf ein Wachstum im März von 4%? Ich komme auf 1,73%:

    Nicht vergessen, dass im März gestreikt wurde, also die Passagierzahlen von mindestens einem ganzen Tag fehlen. Am Ende dürften es bereinigt dann schon um die 5-6 % Wachstum gewesen sein.

  • ^Die Zahlen bzw. der Prozentwert für März wurde/n so von offizieller Seite berichtet (siehe Link). Ich habe das ehrlich gesagt nicht nochmal nachgerechnet.

  • Vielleicht etwas zu früh, aber es sieht so aus, als ob sich Norse Ende September aus Berlin zurückziehen wird. Die bis vor Kurzem bis zum Ende des Sommerflugplans Ende Oktober buchbaren JFK-Flüge sind nur noch bis 26. September buchbar und die Winterverbindung nach Miami ist bisher gar nicht buchbar. Wir dürfen gespannt sein, ob Norse den nächsten Frühling überhaupt noch erlebt. Die Zahlen waren bisher schon mies und nun kommen die Verschnupfungen zwischen den USA und Europa noch dazu, welche zu derzeit rückläufigen Buchungen im TATL-Verkehr sorgen.

  • Norse verlässt BER - Wie reagieren US-Airlines?

    Wie von spandauer schon angedeutet zieht sich Norse zum Winter komplett vom BER zurück. Die Airline selbst äußert sich nicht zu den Gründen, leidet aber wie ebenfalls schon oben beschrieben unter chronisch schlechter Wirtschaftlichkeit. Das dürfte nun in Verbindung mit sinkender Nachfrage und entsprechend fallenden Preisen entsprechend zu dieser radikalen Lösungen geführt haben. Übrigens: Auch an anderen Standorten wie London reduziert Norse diverse Transatlantikverbindungen.

    Erst kürzlich hatte Frau von Massenbach in einem Interview mit dem rbb erläutert, dass sie aufgrund der Entwicklungen in den USA in Gesprächen mit den Transatlantik-Airlines stecke. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch keine dieser Airline ihren Rückzug angekündigt. Auch jetzt hat sich Norse noch nicht selbst zu Wort gemeldet, wohingegen der BER den Wegfall bestätigte.

    Spannend wird nun, wie sich die beiden noch bestehenden NY-Verbindungen (einmal ganzjährig, einmal saisonal) der US-Airlines entwickeln werden. Aber auch die neue Toronto-Verbindung sollte ja neben Anschlüsse zu anderen kanadischen Großstädten aber eben auch Transfers zu US-Standorten bedienen, was jetzt schwieriger werden könnte.

    Eurowings bleibt auf Expansionskurs - neue "Premium"-Ausstattung für Dubai-Strecke

    Wie bereits berichtet fliegt Eurowings ab Mai neu nach Newcastle, Blibao, Jerez de la Frontera sowie Korfu und erhöht dazu einige Frequenzen (u.a. Nizza und Porto). Im Herbst werden dann die Verbindungen in die Golfregion ausgebaut (i.e. Dubai, Abu Dhabi und Dschidda, selbe Quelle).

    Auf jener Dubai-Strecke will die Lufthansa ihre Tochter nun zudem einen deutlich bequemeren "Premium-Sitz" testen lassen, um Erfahrungen damit zu sammeln. In dem Kontext äußerte die Lufthansa CEO Spohr, dass Berlin-Dubai inzwischen die beste Verbindung im Eurowings-Programm darstelle.

    Weiterhin spannende Entwicklung bei Condor - Codesharing noch immer nicht für BER freigegeben

    Bekanntlich expandiert aktuell sonst besonders Condor am BER, weshalb die Entwicklung der Airline mit Spannung verfolgt werden darf.

    Ein großer Fortschritt für Condors Allianz mit Emirates bedeutet zugleich einen vorläufigen Rückschlag für den BER. Während Condor nun u.a. von Düsseldorf aus im Codesharing mit Emirates fliegen darf, haben die Verbindungen ab BER noch immer keine entsprechende Freigabe erhalten, was Condort selbst nicht direkt kommentierte (man arbeite aber weiter an einer Ausweitung).

    Ansonsten sieht es aber ganz gut bei Condor aus. Die Airline hatte (ähnlich wie zuletzt auch der BER selbst) in ein betriebliches Plus (vor Zinsen/ Abschreibungen) gedreht und will den Sanierungs- und gleichzeitigen Wachstumskurs mit neuen effizienten Jets weiter fortsetzen.

    Gute Neuigkeiten gibt es auch von der EU, die nach einer ausgiebigeren Prüfung nun doch die Rechtmäßigkeit von Staatshilfen bescheinigten und Ryanair somit zurückwiesen. Dies war zuletzt noch neben dem Emirates-Abkommen und der Frankfurt-Kooperation mit der Lufthansa ein weiteres Feld mit rechtlichen und wirtschaftlichen Unsicherheiten.

    In 2026 wird es dann wohl darum gehen, ob und ggf. wer sich finanziell bei Condor beteiligt. Es wird mit einem Aufstocken des bestehenden Investors oder aber sogar einer Übernahme gerechnet.

    Frau von Massenbach optimistisch für nähere Zukunft des BER

    Im oben schon verlinkten Interview bestätigte die Chefin nochmals, dass man wirtschaftlich und vor allem auch bei den betrieblichen Prozessen weiter auf einem sehr guten Weg sei. Durch die Politik der vergangenen Regierung sei die wirtschaftliche Sanierung erschwert aber nicht verhindert worden. Die neue Regierung habe zunächst einmal viele wichtige Punkte in den Koalitionsvertrag aufgenommen, gerade im Kostenbereich werde man letztlich aber die konkreten Zahlen abwarten müssen. Sie habe aber den Eindruck, dass Deutschland und damit auch der BER wieder wettbewerbsfähiger werde.

  • https://www.tagesspiegel.de/berlin/a380-la…n-13627927.html

    Ein A380 ist am BER gelandet. So richtig schlau wird man nicht daraus, was das Ganze soll. Tagesspiegel und andere Quellen sind recht diffus. Offiziell wird er als erster kommerzieller Flug eingestuft, wobei aber in keinem Bericht ein- oder aussteigende Fluggäste erwähnt werden.

    Egal ob das nun ein einmaliger Charterflug war oder ein PR Event, es verdeutlicht die Realität dieses Flughafens. Völlig unvorstellbar, dass dieser Flieger auf absehbare Zeit hier regelmässig verkehrt.

  • ^Der im Artikel erwähnte Liveticker der Planespotter bricht kurz nach der Landung ab (wegen des Wetters und der empfindlichen technischen Ausrüstung). Da aber genug Leute vor Ort waren, müsste man eigentlich herausfinden können, ob dann später noch jemand ausgestiegen ist und heute entsprechend vor Weiterflug eingestiegen. So oder so ist es aber vor allem eine symbolische Geschichte, die wie Du schon sagst im Alltag des BER keine Rolle spielt. Da wird eher die A320-Klasse einen Unterschied machen.

    Edit: Habe zum Spaß doch mal etwas recherchiert. Die Airline Global macht offenbar ein Geheimnis daraus, was genau der Zweck der Sache war. Irgendwo habe ich noch aufgeschnappt, dass gestern wohl nur ca. 50 Passagiere ab Bord waren. Das klingt nicht gerade nach einer wirtschaftlich tragfähigen Auslastung, sondern eher nach Promo (und zumindest etwas Aufmerksamkeit haben sie so jedenfalls generiert). Aber wer weiß schon, was eine Airline mit nur einem einzigen (dafür riesigen) Flugzeug in der "Flotte" und zugleich dem Namen "Global" im Namen so im Sinn hat und wie sie damit ihr Geld verdienen.

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 (3. Mai 2025 um 15:09)

  • BER wohl mit rund 3% Wachstum im April

    Nachdem der BER im März u.a. durch die Ryanair-Schrumpfung und einen Streik nur 1,7% Wachstum erzielt hatte (Januar: +5,8, Februar: +8,9), landet man im April wohl bei rund 3%. Der BER kommunizierte ein Plus von 70.000 Fluggästen auf rund 2,22 Mio (bei zugleich weniger Flugbewegungen), was nach meiner groben Rechnung ca. 3% bedeuten sollte. Man kann die Streichungen der Iren also bislang einigermaßen kompensieren, kommt so umgekehrt aber auch nicht mehr auf ein sattes Wachstum.

  • Wenn es um Bewertungen geht der befragten 316.000 Leuten, ist der BER vorletzter Platz gelandet. Deutschland gemeint . Am letzter Platz ist der Frankfurt-Hahn ( Rheinland-Pfalz ). 120 km entfernt von der Stadt Frankfurt am Main.

    Der BER hat sich die nur bei 0.1 Stern verbessert.

    Gesamt 3.2 Sternen ( von 5 möglichen Sternen ).

    Beliebter Flughafen Deutschland ist :

    Flughafen Lübeck-Blankensee (Schleswig-Holstein) Gemeint hier.

    Vorallem bei den Kleinen Flughäfen sind die Bewertungen besser ( siehe Link - Liste)

    BZ Quelle.

    Vor kurzem wurde Hier berichtet, dass der BER Flughafen BER ist „World’s Most Improved Airport“ gewählt wurde. Dafür bewerten jährlich Millionen Gäste aus über 100 Nationen ihre Erfahrungen an mehr als 565 Flughäfen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Johannes_9065 (12. Mai 2025 um 12:13) aus folgendem Grund: Korrektur

  • ^ Irgendwie ziemlich durcheinander, dieser "Journalismus" der B.Z. - das erwähnte Portal airhelp (einen Link zur Quelle sucht man sonst vergeblich) verwendet für Airport-Rankings keine Sterne, sondern Punkte. 2024 lagen dort Dortmund mit 8.02/10, Stuttgart mit 7.83/10 und Düsseldorf mit 7.77/10 auf den ersten drei Plätzen, der BER erhielt 7.4/10 und lag damit in Deutschland u.A. vor München, Nürnberg, Hannover und Frankfurt. Am Ende sind solche "Rankings" halt auch nur eine kostenlose Werbung für die "rankenden" Portale durch verzweifelt nach Content suchende Presseerzeugnisse.

  • Die B.Z. bezieht sich offensichtlich auf die Google-Rezensionen, wie ich durch einige Stichproben herausfinden konnte. Wichtig ist hierbei, dass diese nicht Jahr für Jahr neu erstellt werden, sondern sich durch hinzukommende Rezensionen nur langsam verschieben. Wenn es hier von 3,1 auf 3,2 Sterne rauf geht, ist es also zunächst einmal durchaus ein gutes Zeichen.

    Davon abgesehen basieren Google-Rezensionen aber auf keinerlei objektiver Grundlage und sie werden in der Regel auch nicht überprüft, also ob es wirklich Flugreisende sind und ob Angaben/Behauptungen wirklich stimmen (es sei denn ein Unternehmen tut dies selbst).

    Beim BER ergibt sich nach schnellen Eindrücken ein ambivalentes Bild: Am häufigsten wurden 5 Sterne vergeben, am zweithäufigsten aber 1 Stern und dann in absteigender Häufigkeit 4 Sterne, 3 Sterne und 2 Sterne. Bei den Negativrezensionen wird oft unrealistischerweise behauptet, dass "gar nichts" funktioniert habe bzw. dass man überall ewig warten musste. Teilweise werden auch primär Prozesse kritisiert, für welche die (Billig-)Airlines zuständig sind und nicht der Flughafen (klar, das betrifft andere Flughäfen auch, da die Fluggäste oft den Flughafen als Ganzes/ Gesamterlebnis wahrnehmen und nicht entsprechend differenzieren). Zu guter Letzt wird sporadisch auch die lange Bauzeit oder das schlechte Management während der Bauphase kritisiert.

    An fundierten Kritikpunkten habe ich primär aufgenommen, dass es an einigen Stellen zu wenige Sitzplätze gibt und dass es dort dann (stets/meist/oft?) auch keine Steckdosen zum Laden gibt. Hierzu äußerte ein BER-Sprecher, dass dieses Problem bekannt sei und man es gerne optimieren will - aber es nicht so leicht zu beheben ist.

    Kurz gesagt gibt es wohl vereinzelte nachvollziehbare Kritikpunkte und eben auch solche die mit den nach wie vor stark vertretenen Billig-Airlines zusammen hängen, aber das Gesamtbild trüben. Daneben findet sich aber auch nach wie vor sehr viel diffuse Negativität/ Missgunst (Berlin-Hate und BER-Hate), was sich über Google-Rezensionen eben mal schnell entladen lässt. Mindestens ein Teil der Schilderungen wirkt mE zudem stark aufgebauscht oder fast schon wie aus dem Paulanergarten. Daher sollte man so was mE nicht allzu ernst nehmen. Wo ich DaseBLN zustimme: So was ist definitiv keine Grundlage für seriösen Journalismus. Aber die B.Z. steht ja auch nicht gerade häufig unter dem Verdacht, seriösen Journalismus betreiben zu wollen.

  • Das Steckdosen-Problem ist ein Kuriosum:
    - trotz Hunderttausenden von Umplanungen - ein Grund von den Ansteig von Baukosten von 1 Mrd auf 5 Mrd - hat es für die Umplanung beim Steckdosenbedarf nicht gereicht.
    - wenn man mal wohlwollend unterstellt, dass vor 15 oder 20 Jahren, als der Flughafen mal geplant wurde, noch nicht erkennbar war, dass wir alle mal mit stromhungrigen Mobiltelefonen und Rechnern rumlaufen.
    - was mag so schwer sein, dass es seit 5 Jahren dem Betreiber von seinen Passagieren stets um die Ohren gehauen wurde - und sich trotzdem nichts getan hat. Ausser PR-Sprachstanzen ("Wir sind dran"). Man muss gar nicht davon anfangen, dass anderswo in 5 Jahren ganze Flughäfen gebaut werden. Nicht nur ein paar Steckdosen.... Genehmigungen? Beschränkung der Kapazität der verlegten Zuwege? Neben der eher dünnen Gastro schränkt in meiner persönlcihen Wahrnehmung der Mangel an Steckdosen die Aufenthaltsqualität am meisten ein. Arbeiten? Mit halb-leerem Akkus in den Flieger? Echt Mist. Die Wartezeiten hat man ja dagegen inzwischen sehr gut im Griff.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die B.Z. bezieht sich offensichtlich auf die Google-Rezensionen, wie ich durch einige Stichproben herausfinden konnte. Wichtig ist hierbei, dass diese nicht Jahr für Jahr neu erstellt werden, sondern sich durch hinzukommende Rezensionen nur langsam verschieben. Wenn es hier von 3,1 auf 3,2 Sterne rauf geht, ist es also zunächst einmal durchaus ein gutes Zeichen.

    Kurz gesagt gibt es wohl vereinzelte nachvollziehbare Kritikpunkte und eben auch solche die mit den nach wie vor stark vertretenen Billig-Airlines zusammen hängen, aber das Gesamtbild trüben. Daneben findet sich aber auch nach wie vor sehr viel diffuse Negativität/ Missgunst (Berlin-Hate und BER-Hate), Aber die B.Z. steht ja auch nicht gerade häufig unter dem Verdacht, seriösen Journalismus betreiben zu wollen.

    Dem Ranking würde ich auch nicht allzu viel Beachtung schenken, da ist der „World’s Most Improved Airport“ Award schon ne andere Nummer - Und die haut auch hin. B.Z. ist allgemein ein "MiMiMi"-Blatt für die Sorte Motz-Berliner, die nach dem kleinsten Fehler suchen, damit sie die 1* drücken dürfen. Objektiv betrachtet ist der BER mittlerweile eine wirklich Runde Nummer und hat den Most Improved Airport Award zurecht verdient. Ich höre zu mindestens immer nur positive Berichte in meinem Bekanntenkreis (Das war vor einigen Jahren noch anders). Die neue Dresdner Bahn Anbindung wird sich in zukünftigen Rankings sicher auch sehr gut machen.

  • "World's Most Improved Airport" ist ein Euphemismus. Schließlich ist die Anbindung an die Dresdner Bahn weiter Zukunftsmusik und der Einbau der CT-Scanner noch nicht abgeschlossen. Aufgrund der veränderten EU-Regelung zu Flüssigkeiten ist der Zeitgewinn auch nicht so hoch wie erhofft.

    Wie aber sieht es bei den anderen Problemfeldern aus:

    - Gepäckabfertigung, speziell bei Ankunft, ist weiter eine Katastrophe

    - Das Thema mit den illegalen Taxis wird nicht einmal angegangen

    - Sitzgelegenheiten/Aufenthaltsqualität im Wartebereich völlig unzureichend

    - Gastro bleibt eine typische Berliner Ohrfeige für internationale Besucher

    Man fühlt sich weniger als Fluggast denn als Freiwild für die Heinemänner dieser Welt.

  • ^Naja, der "World's Most Improved Airport Award" basiert auf der größten systematischen Befragung von internationalen Fluggästen, die es in der Branche gibt. Das ist also die beste empirische Datengrundlage, die in dieser Hinsicht verfügbar ist. Im Übrigen sagt dieser Award nicht aus, dass der BER jetzt der beste Airport der Welt ist, sondern dass er sich im Vergleichszeitraum am meisten verbessert hat. Und wenn diese Prozesse teilweise noch nicht abgeschlossen sind, wird es in der Summe ja sogar noch eine weitere Verbesserung on top geben.

    Und diese positive Dynamik legt umgekehrt ja sogar die Analyse der Google-Rezensionen ebenfalls nahe, wo sich innerhalb Deutschlands nur der BER allein durch die Dynamik der neuesten Rezensionen insgesamt verbessern konnte.

    Hier übrigens mal eine kleine Gegendarstellung vom zweiten Berliner Boulevardblatt Berliner Kurier

    Ryanair baut doch Wartungshangar am BER

    Wie die Märkische Allgemeine (Print) berichtet und die Airline bestätigt, hält Ryanair nun doch an seinen Plänen für einen größeren eigenen Wartungshangar am BER fest, der bereits Mitte 2026 in Betrieb gehen soll. Die Wartungstochter der Airline sitzt ohnehin schon am BER, jedoch hatte man die Pläne für den Wartungshangar zuletzt nicht mehr öffentlich bestätigen wollen. Nun sucht man in aller Öffentlichkeit eine Menge neuer Fachkräfte für die Wartung.

    Spannend finde ich, ob das nun ggf. insgesamt eine Trendwende einleitet: Womöglich sind die Iren ja mit den Absichtserklärungen der neuen Bundesregierung so weit zufrieden, dass sie zumindest nicht mehr öffentlich gegen den Standort taktieren und agitieren. Ob es dabei auch wirklich einen Zusammenhang zu einem möglichen künftigen Ausbau des Flugangebots gibt, würde ich aber erstmal abwarten.

    Übrigens betreiben auch schon Lufthansa, Bombardier und seit einiger Zeit easyJet nennenswerte Wartungsstandorte am BER.

    BER besetzt COO-Stelle neu

    Auch der BER war zuletzt auf der Suche nach einer neuen Fachkraft auf oberer Managementebene. Nach der erfolgreichen Abwerbung von Hoff Andersson nach München hat sich der BER nun seinerseits in Ungarn bedient. István Szabó kommt aus Budapest und soll den bisherigen Kurs fortsetzen.

    Quelle airliners.de

  • Neulich auf der Besucherterrasse. Wenig los für Planespotter, aber für abstrakte Fingerübungen mit der analogen Kamera eignet sich der Ort durchaus. :)

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    © Die Bildrechte liegen bei mir.

  • ^ ich muss Sagen, dass die Besucherterrasse des BER mich garnicht überzeugt hat , als ich letztes Jahr ein Blick gemacht habe. Da hat man in ehemaligen Flughafen Tegel ein besseren freien Blick gehabt über die ganzen Lande - Startbahn. Und mehr Freiheit gehabt.