Leipziger Kaffeeklatsch

  • Wollen wir jetzt jedesmal, wenn linksextreme oder rechtsextreme Trottel irgendeinen Mist bauen, hier posten und dann am Jahresende aufrechnen, wer böser ist?

    Anekdotische Evidenz hilft in der Diskussion nix. Ich könnte auch regelmäßig Artikelchen von lvz.de posten und damit veranschaulichen, dass Grünau ein ganz, ganz gefährliches Pflaster ist. Stimmen würd's trotzdem nicht.

    Ich halte mich an die Statistiken. Und die weisen auch linksextreme Gewalt in Leipzig und alle mögliche Gewalt in der Eisenbahnstraße aus. Zahlen sind langweilig, aber in diesem Kontext hilfreich, weil sie einen dagegen immunisieren, sich in hysterischen Narrativen zu verfangen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wie Denkmalschutz in Deutschland in der Praxis funktioniert und in welcher Situation ein Amt welche Auflagen machen kann ist Dir aber schon bekannt, oder?


    Zu den hier möglichen Auflagen zählt aber sicherlich, die Gebäude durch Schmierereien und Parolen nicht noch weiter zu verunstalten. Wie das im Sinne des Denkmalschutzes sein kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Das habe ich nicht behauptet. Aber selbst im bräsigen Weimar sind solche Lebensentwürfe jenseits des "ganz normalen" seit Jahren möglich und gehören selbstverständlich zur Stadt und zur Kulturlandschaft dazu. In Werdau dagegen wären die beiden Häuser nur schwer vorstellbar. Und genau da liegt dann der Unterschied zwischen Weimar und Werdau.


    Das ist wohl der einzig objektive Pluspunkt, den Werdau gegenüber Weimar haben dürfte. Soweit ich das verstanden habe, hat niemand in den Gebäuden seinen festen Wohnsitz. Es ist eher so was wie ein Clubhaus für Spät- und oder Langzeitpubertierende.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Ja, haben sie. Für die weitere Diskussion wäre es allerdings hilfreich, Du würdest Dir die aktuelle Ausgabe des Kreuzers kaufen oder leihen - es gibt sie auch in Bibliotheken per Fernleihe. Dann liest Du Dir bitte durch, warum Martin Wagner in dem Artikel die Verwendung des Begriffes "urban violence"/"urbane Gewalt" durch den Soziologen Professor Kurt Mühler in der Debatte um die gewaltsamen Ausschreitungen in Leipzig kritisiert. Danach können wir diese Diskussion gern fortsetzen.


    Das wird wohl nicht passieren, es sei denn mich übermannt unmenschliche Langeweile. Der zitierte Satz reicht mir eigentlich auch schon. Da sind mir selbst die Kosten für eine Fernleihe zu viel.


    Dekoratives Anführungszeichen

    Du und andere behaupten immer wieder, es gäbe eine direkte Verbindung zwischen den Besucher_innen von soziokulturellen bzw. "alternativen Zentren" und den Bewohner_innen von "alternativen Hausprojekten" wie etwa der Gerber in Weimar oder Wagenplätzen auf der einen und den Täter_innen auf der anderen:
    [...]
    Da dafür keine Belege angeführt werden können, weil es keine gibt, sind es lediglich "die permanenten pauschalen Verurteilungen von Menschengruppen, die aus Verdachtsmomenten gegen Einzelne hervorkriechen."

    Fast könnte man glauben, es sei eine linke Tugend, sich dumm und naiv zu stellen, wenn es gerade passt. Selbstverständlich sind solche Lokalitäten Anziehungspunkte für diese Szene. Wo sonst sollten sie sich bitte austauschen? Gibts neben illegal besetzten Gebäuden oder Autonomen Szeneschuppen andere Orte, die für Linksradikale noch konspirativer sind? Geheime Treffs im Atombunker? Also ernsthaft.
    So viel Naivität müsste man mal auf die rechte Szene übertragen. Thor-Steinar Läden sind dann völlig harmlos und Rechtsrockkonzerte fördernswerte kulturelle Veranstaltungen. Radikalisierte Autonome und Terroristen wie die RAF oder der NSU fallen doch nicht plötzlich vom Himmel.


    Dekoratives Anführungszeichen


    Du gehst tatsächlich davon aus, dass es keine politisch motivierten Gewalttaten mehr geben wird, wenn der Staat, die Polizei oder Kommunalpolitik und -verwaltung gegen von Linken frequentierte Jugendzentren wie etwa das Conne Island oder gegen Wohnprojekte vorgeht und versucht, sie zu schließen?


    Ich hab nie behauptet, das politisch motivierte Gewalt ausschließlich aus dieser Ecke kommt. Derartige Personen haben mit illegalen Aktionen ja offenbar wenig Probleme, so dass sie sich wohl einfach irgendwoanders einnisten werden.
    Vorgegangen werden muss nur, wenn Rechtsverstöße vorliegen. Ein guter Anfang wäre es allerdings schon mal, kein öffentliches Geld in Projekte zu stecken, die mit dem Staat auf Kriegsfuß stehen.


    Dekoratives Anführungszeichen

    [...]Mir ist völlig klar, dass die Art und Weise der unten verlinkten Auseinandersetzung nicht so klar ist, wie Du es hören möchtest. Aber vielleicht passen ja auch nur die eigene Erwartung und die Regeln, Gepflogenheiten und Codes der angesprochenen politischen Szene nicht zueinander.
    [...]
    http://jule.linxxnet.de/index.php/2015…n-alles-falsch/


    Genau das dürfte es sein. Die ersten Minuten haben mich jedenfalls schon nah an die berühmte Kotzgrenze gebracht.
    Allerdings hätte ich mir das auch komplett sparen können, denn der Begleittext reicht völlig aus:

    Dekoratives Anführungszeichen


    Der sächsische Innenminister und Vertreter des staatlichen Gewaltmonopols, Markus Ulbig (CDU), weiß: „Es gibt eben keine gute und schlechte Gewalt – und es gibt keine moralische Rechtfertigung für Gewalt." (4) Ja? Nein?! Vielleicht...

    Mit einer Diskussionsveranstaltung wollen wir einen Raum für eine politische Debatte über Militanz und Gewalt als politisches Mittel schaffen.


    https://hearthis.at/linxxnet/militanzva191015/

    Hier besteht in der Tat ein fundamentaler Gegensatz zu "Regeln, Gepflogenheiten und Codes" in denen ich geistig beheimatet bin. Da erübrigt sich nämlich jede Diskussion über "Gewalt und Militanz als politisches Mittel". Erschreckt mich sogar etwas, wie offen und schamlos das hier offenbar in Frage gestellt wird.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Stimmt - mafiöse Strukturen von Rockerbanden in Drogengeschäften, Türsteherbusiness, Glücksspiel, und Prostitution haben nichts mit finanziellen Anreizen zu tun. Sorry - das war dumm von mir!

    Es gibt keinerlei Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und den von dir beschriebenen Phänomen. Es gibt deutlich wohlbandere Städte in Deutschland, die damit weniger Probleme haben und deutlich ärmere Städte, die damit mehr Probleme haben. Dieses "Geschäft" sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes.

  • Und wieder drehen wir uns im Kreis, daher hoffentlich kurz:

    Dekoratives Anführungszeichen


    Das ist wohl der einzig objektive Pluspunkt, den Werdau gegenüber Weimar haben dürfte. Soweit ich das verstanden habe, hat niemand in den Gebäuden seinen festen Wohnsitz. Es ist eher so was wie ein Clubhaus für Spät- und oder Langzeitpubertierende.

    Falsch verstanden, in der Gerber 3 wohnt etwa ein Dutzend Menschen auf rund 200 m². Hinzu kommen rund 100 m² "Gewerbefläche".

    Hier eine Selbstvorstellung aus dem Jahr 2010, als die Gerber3 eine Initiative im Verbund des Mietshäuser Syndikats war. Wenig später trennten sich die Wege wieder.

    Dekoratives Anführungszeichen


    "1. Unsa Haus in der Weimarer Innenstadt: seit 1982 baupolizeilich gesperrt und seit 03/1990 besetzt. Die kleinere Gerber 1 wurde 06/1991 besetzt und 11/2001 gekauft.
    2. Wir 9 Bewohner_innen und weitere 40 Aktive erhalten die Gerber als selbstbestimmtes Wohn-, Kultur- und Sozialprojekt.
    3. Unsa Programm: Wunderbar mit Vokü, live: Crust bis Reggae, Tonstudio, Medienwerkstatt, Fahrradwerkstatt, Kletterwand, Monatszeitschrift, Soliparties.
    4. Politische Aktivitäten: Antifa und antira Arbeit: Gutscheintausch, Aktionskomitee 11000 Kinder, Israel-Palästina-Austausch, Anti-Atom, Wasserkraftanlage, viele Infoveranstaltungen, Demos etc., Infoladen, Rumänien-Austausch, Genderarbeit, lokalpolitische Aktivitäten ...


    http://syndikat.blogsport.eu/files/2011/03/broschuere_nr5.pdf S. 44

    Dekoratives Anführungszeichen

    Selbstverständlich sind solche Lokalitäten Anziehungspunkte für diese Szene. Wo sonst sollten sie sich bitte austauschen? Gibts neben illegal besetzten Gebäuden oder Autonomen Szeneschuppen andere Orte, die für Linksradikale noch konspirativer sind? Geheime Treffs im Atombunker? Also ernsthaft.

    In einer Zeit, in der Verfassungs- und polizeilicher Staatsschutz V-Leute und verdeckte Ermittler_innen selbst in Orte wie etwa das antifaschistische Café Flop im Jugendzentrum des Hamburger Stadtteils Bergedorf einschleusen und dort Jugendliche observieren (http://jungle-world.com/artikel/2016/24/54254.html) und in der bekannt ist, dass durch das Sächsische Landesamt für Verfassungsschutz zwischen 1996 und 2001 beim Conne Island, der Buchhandlung El Libro und bei weiteren Initiativen und Einzelpersonen der Telekommunikations- sowie der Post- und Briefverkehr in verschiedenen Zeiträumen zwischen 1996 und 2001 abgehört und überwacht wurde und dies vermutlich weiterhin immer mal wieder geschieht (http://www.conne-island.de/nf/213/21.html), werden militante Kleinstgruppen ihre Aktionen sicherlich in den "Szeneschuppen" offen diskutieren. Das sagt schon der gesunde Menschenverstand und da gibt es auch gar keinen Zweifel. Also ernsthaft.

    Es gibt eigene Wohnungen, Parks, "normale", also nicht-szenige Kneipen ... . Werden die jetzt auch alle geschlossen, weil sich "Linksradikale" konspirativ dort treffen könnten?

    Dekoratives Anführungszeichen


    Vorgegangen werden muss nur, wenn Rechtsverstöße vorliegen. Ein guter Anfang wäre es allerdings schon mal, kein öffentliches Geld in Projekte zu stecken, die mit dem Staat auf Kriegsfuß stehen.

    Jetzt mal Butter bei die Fische. Welchem konkreten Projekt in Leipzig oder ganz Sachsen soll mit welcher Begründung wieviel öffentliches Geld gestrichen werden?

    Ich habe da ja so einen Verdacht, welcher Name als erstes fallen wird. Saxonia am 16.06.15: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=481883

    Einmal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (26. Juni 2016 um 09:38)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Zu den hier möglichen Auflagen zählt aber sicherlich, die Gebäude durch Schmierereien und Parolen nicht noch weiter zu verunstalten. ...

    Schönheit liegt im Auge des Betrachters, würde ich mal sagen. Auch wenn es einem nicht gefällt, ohne die Bemalung würden die Gebäude noch hässlicher aussehen. Die Farben tun den Augen eigentlich ganz gut und der eine oder andere würde es sogar als eine Abwechslung/Bereicherung des Stadtbildes bewerten. Und abgesehen davon, Weimar ist keine Kleinstadt in der bayrischen oder schwäbischen Provinz ... etwas Grafitti wird man ja wohl noch ertragen können.

    Einmal editiert, zuletzt von merlinammain (26. Juni 2016 um 10:42) aus folgendem Grund: kleiner Fehler unterlaufen ... "Leipzig ist eine Großstadt und keine ..." in "Weimar ist keine Kleinstadt..." ausgetauscht.

  • Leipzig ist sehr groß und hier wird aus welchen Gründen auch immer speziell über die Gerberstraße 1 und 3 im Ortsteil Weimar - in der Mitte zwischen den beiden anderen Ortsteilen Leipzig-Erfurt und -Jena - diskutiert: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=526219. In all diesen vielen Leipziger Ortsteilen gibt es spezielle verrufene Orte, die es erfreulicherweise im Rest des Landes sonst nicht gibt. Und wegen all diesen verrufenen Orten in den urbanen Ortsteilen Leipzigs werden in Leipzig Autos von Immobilienfirmen angezündet und in Werdau nicht - so oder so ähnlich.

    Wenn wir jetzt noch zusammen mit der xten Runde von "Macht endlich die Zeckenbuden alle dicht!" zum yten Male über Graffiti im urbanen Raum quatschen, dann wird es hier richtig lustig.

    PS: Leipzig und seine weitverstreuten Ortsteile sind auf der Karte unter https://www.facebook.com/LeipzigStadtFu…94862637238474/ rot und orange dargestellt und auf dieser dunkelgelb: https://www.facebook.com/LeipzigStadtFu…?type=3&theater - alles unterhalb von Berlin und westlich von Dresden.

    Einmal editiert, zuletzt von LE Mon. hist. (26. Juni 2016 um 09:57)

  • ^ Ups, da ist mir ein Fehler unterlaufen ... hab's verbessert; am Sinngehalt ändert sich aber nicht wirklich was.

    Ansonsten hast du wahrscheinlich nicht Unrecht. Man möge mir nachsehen, dass ich das im Leipziger Unterforum anscheinend oft behandelte "Grafitti"-Thema aufgegriffen habe, da ich nicht laufend mir diesen und andere Leipziger Stränge durchlese. Ich fand nun mal die Reaktion Saxonias auf dieses Gebäude-Ensemble etwas übertrieben.

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Fakt ist, dass sich dort heute Hells Angels und United Tribunes eine Schießerei geliefert haben, obwohl schon der Einmarsch der Hells Angels von der Polizei beobachtet wurde. Das wirkt von außen durchaus leicht bedrohlich, vielleicht gehören Bauchschüsse in einer coolen Großstadt aber einfach zum Flair dazu.

    Nein, aber die Frage ist doch, was die letztlich tödlichen Auseinandersetzungen zwischen zwei Rockergangs um ihren Einfluss bei Drogengeschäften und Prostitution mit der Straße, dem Stadtteil und seinen Bewohner_innen zu tun haben. Was wäre, wenn sich der Schusswechsel in der Leipziger Innenstadt oder vor einem Bordell am Rande der Stadt abgespielt hätte? Hätte das ebenfalls Rückschlüsse auf die Anwohner_innen zugelassen?

    Übrigens saß ich gestern zu besagter Zeit in einer leckeren Pizzeria in der Hedwigstraße und bis auf Blaulicht, Absperrungen und Verkehrsumleitungen ging das Leben seinen ganz normalen Gang weiter. Um die Ecke sah es dagegen sehr martialisch aus.

    Noch ein wenig Lesestoff zum Sonntag gefällig:

    der Freitag-Community, 26.06.2016

    Ein Stadtteil kommt nicht zur Ruhe
    Leipzig. Wieder Schüsse, diesmal ein Toter. Die Eisenbahnstraße gilt bei vielen Leipzigern als Brennpunkt. Doch stimmt dieses Klischee?
    Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Niels Singer
    https://www.freitag.de/autoren/niels-…-nicht-zur-ruhe

  • Der ganze Ablauf zeigt doch eindeutig, welche Rückschlüsse auf die Eisenbahnstraße diese Gewalteskalation zulässt. Wenn man mal unterstellt, dass die Hells Angels nicht wegen des leckeren Vanilleeises einen Ausflug dorthin gemacht haben, ergibt das automatisch die Schlussfolgerung, dass es sich hier offensichtlich um einen Stadtbereich handelt, der ganz offensichtlich als Gebiet einer anderen kriminellen Organisation angesehen wird, wo man gezielt provozieren kann. Das unmittelbare Auftauchen der United Tribunes bestätigt das. Das ist für mich ebenso ein Nachweis eines staatlichen Kontrollverlustes wie die unrühmliche Rolle der Polizei, die eher vor Ort war als die andere Gang und trotz einer Gafährderansprache die Schießerei nicht unterbinden konnte. Offensichlich wurden die also von den Gangs als irrelevantes, schmückendes Beiwerk bei den Revierstreitigkeiten betrachtet. Man sollte sich schon mal Gedanken machen, ob Stadt und Staat in diesem Bereich alles getan haben, um ihr Gewaltmonopol durchzusetzen und kriminelle Geschäfte zu unterbinden. Eine zwingende Reaktion ist zum Beispiel das Verbot der beteiligten Chapter der beiden Rockergangs. Eine Polizeistation, die um 16 Uhr Feierabend macht, wird der Situation vielleicht auch nicht ganz gerecht. Übrigens sind die unterstellten "Rückschlüsse auf die Anwohner" eine reine Unterstellung, die durch nichts in meinem Beitrag gedeckt ist.

  • ^ also ich erinnere hier noch einmal daran, dass Organisation der Polizei Ländersache ist, und nicht auf kommunaler Ebene behandelt wird. Demnach ist deine Kritik keine andere als die des OB Jung, welcher seit Jahren mehr Polizei für die Stadt Leipzig in Dresden fordert. Auch der Leipziger Polizeipräsident musste in Dresden als Landespolizeipräsident seinen Posten räumen, weil er der gleichen Meinung war bzw. ist. Die angenehme Schizophrenie in Dresden ist ja, keine Notwendigkeit in mehr Polizeistellen zu sehen, aber die Mitte-Links Regierungen in Leipzig als Ursache für den Kriminalitätsschwerpunkt zu betiteln.


    Dekoratives Anführungszeichen

    Es gibt keinerlei Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und den von dir beschriebenen Phänomen.


    Das kannst du wie untermauern?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es gibt deutlich wohlbandere Städte in Deutschland, die damit weniger Probleme haben und deutlich ärmere Städte, die damit mehr Probleme haben.


    Welche Probleme? Organisierte Kriminalität, Rockerbanden, Rotlichtszene, Drogen, Schießereien, Türsteher, Streetgangs? Bei keinem dieser Dinge hat Leipzig eine gesonderte Stellung bzw. spielt in den oberen Rängen in Deutschland eine Rolle. Aber nochmal, du kannst die Aussage wie untermauern?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Dieses "Geschäft" sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes.

    Nochmal, das kannst du wie untermauern?

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Falsch verstanden, in der Gerber 3 wohnt etwa ein Dutzend Menschen auf rund 200 m². Hinzu kommen rund 100 m² "Gewerbefläche".


    Verbessert mein Bild von diesen Personen nicht wirklich, wenn in der Bruchbude ein dutzend Personen ihr Kommunendasein fristen. Ist natürlich wilde Spekulation meinerseits. Vermutlich kann man da vom Boden essen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    [...]werden militante Kleinstgruppen ihre Aktionen sicherlich in den "Szeneschuppen" offen diskutieren. Das sagt schon der gesunde Menschenverstand und da gibt es auch gar keinen Zweifel. Also ernsthaft.

    Es gibt eigene Wohnungen, Parks, "normale", also nicht-szenige Kneipen ... . Werden die jetzt auch alle geschlossen, weil sich "Linksradikale" konspirativ dort treffen könnten?


    Also jetzt glaub ich wirklich langsam, dass du dich dumm stellst. Hat alles mit nichts zu tun oder was? Warum knallts denn dann immer rundum die "Hausprojekte" und Szeneschuppen? Wahrscheinlich reiner Zufall, oder die Polizei provoziert mal wieder durch Anwesenheit. Sowas aber auch.
    Dass dort in der Regel keine strafwürdigen Dinge offen besprochen werden, dürfte logisch sein. Diese Orte aber sind Treff- und Anlaufpunkte für Anhänger und Sympathisanten der Szene. Hier kursiert entsprechendes Gedankengut und hier werden erste Bekanntschaften geknüpft.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Jetzt mal Butter bei die Fische. Welchem konkreten Projekt in Leipzig oder ganz Sachsen soll mit welcher Begründung wieviel öffentliches Geld gestrichen werden?

    Ich habe da ja so einen Verdacht, welcher Name als erstes fallen wird. Saxonia am 16.06.15: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=481883


    An der Einschätzung hat sich nichts geändert. Mir würden noch das Dresdner Pendant AZ Conni oder in Berlin die zur Zeit ja sehr aktive Rigaer Straße 94 einfallen.
    Einige belächeln das als als neurechte Verschwörungstheorie, aber das staatliches Geld in diese Projekte fließt ist Fakt. Die vom Bund kontinuierlich gepamperte Amadeu-Antonio-Stiftung hat überhaupt keine Berührungsängste und schießt jeder Linksradikalenvereinigung was zu, solang irgendwo die Worte "Antifaschismus" und "Antirassismus" auftauchen. Konkrete Summen sind da völlig egal. Jeder Euro ist zu viel.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wenn wir jetzt noch zusammen mit der xten Runde von "Macht endlich die Zeckenbuden alle dicht!" zum yten Male über Graffiti im urbanen Raum quatschen, dann wird es hier richtig lustig.


    Genau. Wir können unsere Zeit viel intensiver nutzen, wenn wir ergebnisoffen über Gewalt und Militanz als legitimes politisches Mittel diskutieren.
    Leider sind da diese nervigen Krakeeler, die keine Lust haben, dass alle par Monate ein Mob steinewerfend durch die Straßen zieht oder Autos abgefackelt werden. Diese Leute haben leider nicht verstanden, wie Großstädte funktionieren. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig. :nono:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Schönheit liegt im Auge des Betrachters, würde ich mal sagen. Auch wenn es einem nicht gefällt, ohne die Bemalung würden die Gebäude noch hässlicher aussehen. Die Farben tun den Augen eigentlich ganz gut und der eine oder andere würde es sogar als eine Abwechslung/Bereicherung des Stadtbildes bewerten. Und abgesehen davon, Weimar ist keine Kleinstadt in der bayrischen oder schwäbischen Provinz ... etwas Grafitti wird man ja wohl noch ertragen können.


    Was 'ne Logik. Weimar kann auch hier und da ein par Hundehaufen vertragen. Trotzdem ärgert man sich über jeden. Hier geht es außerdem nicht um Gefallen und Nichtgefallen, sondern um Denkmalschutz. Ein Haus großflächig und dauerhaft mit Plakaten zu behängen oder mit "Alerta Antifascista" Sprüchen zu verzieren, verträgt sich damit sicherlich nicht. In Dresden meckerte der Denkmalschutz sogar gegen einen temporären Anti-Pegida-Monitor an der Semperoper.

    hedges

    Stellt sich wieder mal die Frage, was du eigentlich von mir willst? Du hast die Hypothese aufgestellt, da es Leipzig wirtschaftlich besser geht, nehme auch die entsprechende Schattenwirtschaft und Kriminalität zu. Als gäbe es hier eine unverhinderbare Zwangsläufigkeit. Das ist schlichtweg absurd.
    Und wenn Rocker trotz anwesender Polizei sich gegenseitig totschießen, würde ich schon sagen, dass Leipzig hier ein Problem hat. Allerdings hat das nichts damit zu tun, dass immer mehr Menschen bei Porsche und BMW gutes Geld verdienen.

    Einmal editiert, zuletzt von Saxonia (26. Juni 2016 um 22:24)

  • In der L-Iz gibt es auch mal ein paar mehr Informationen zur tödlichen Auseinandersetzung im Rocker-Milieu. Demnach scheint es, als hätten wir es mit einer Fortsetzung des sog. Diskokrieges, der 2008 seinen Höhepunkt in Leipzig fand, zu tun. Die Fallzahlen belegen, dass die Eisenbahnstraße entgegen der landläufigen Meinung bislang nicht zu den gefährlichsten Straßen Deutschlands gehört. Das könnte sich nun aber ändern, so der Autor. Die Leipziger Rotlicht- und Drogenszene soll von den (deutschen!) Hells Angels kontrolliert werden. Ausländische Gangs wie jetzt die United Tribunes, die bislang vor allem in Süddeutschland aufgetreten sind, wollen auch was vom Kuchen abhaben und dann… Peng!

    Mich interessiert es eigentlich nicht sonderlich, was in anderen Städten in Sachen Straßenkriminalität abgeht. Aber man bekommt ja so einiges mit, wenn man die Onlinemedien täglich verfolgt. Dass Leipzig als Drehscheibe in Mitteldeutschland so etwas wie ein Hotspot auch für das organisierte Verbrechen ist, liegt auf der Hand. Und dass die Stadt auch für Ganoven attraktiv ist, unbestritten. Aber selbst im mitteldeutschen Vergleich, weil das hier immer mal suggeriert wird, ist die Eisenbahnstraße in Sachen Straßenkriminalität kein Einzelfall. Hier mal die Googlefunde aus den letzen paar Tagen:

    Erneut Schlägerei in Görlitzer Innentstadt

    Erneut Massenschlägerei in Chemnitz

    Mehrere Schlägereien in Chemnitzer Innenstadt

    Libyer knüppeln Syrer in Bautzen nieder


    Und erst letzte Nacht:

    Messertecherei vor Erfurter Puff - es sollen auch Schüsse gefallen sein

  • Dekoratives Anführungszeichen


    An der Einschätzung hat sich nichts geändert. Mir würden noch das Dresdner Pendant AZ Conni oder in Berlin die zur Zeit ja sehr aktive Rigaer Straße 94 einfallen.

    Was genau wirfst Du dem AZ Conni vor und was davon kannst Du belegen? Wieviel Staatsknete aus welchen undurchsichtigen Quellen fließt in die Rigaer Str. 94?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    hedges

    Stellt sich wieder mal die Frage, was du eigentlich von mir willst? Du hast die Hypothese aufgestellt, da es Leipzig wirtschaftlich besser geht, nehme auch die entsprechende Schattenwirtschaft und Kriminalität zu. Als gäbe es hier eine unverhinderbare Zwangsläufigkeit. Das ist schlichtweg absurd.
    Und wenn Rocker trotz anwesender Polizei sich gegenseitig totschießen, würde ich schon sagen, dass Leipzig hier ein Problem hat. Allerdings hat das nichts damit zu tun, dass immer mehr Menschen bei Porsche und BMW gutes Geld verdienen.


    Eigentlich wie immer, einen Beweis für deine Aussage bzw. welcher deine Aussage unterstützt. Das fehlt halt!

    Eigentlich erklärt es 'Cowboy' schon mit einer Stadt als Drehscheibe für diverse soziale Gruppen. Das hat dann weniger mit den Beschäftigungszahlen bei diversen Unternehmen in einer Stadt zu tun. Aber ohne eine wirtschaftliche Grundlage wird sich kein Standort als regionales oder überregionales Zentrum etablieren. Natürlich - und vielleicht ist das dein Ansatz - auch nicht ohne eine Attraktivität als Drehscheibe für gesellschaftliche Strömungen.

    Wie gesagt, bestätige doch einfach mal deine These. Und jede Gesellschaft, in welcher sich Personen erschießen, hat ein Problem. Was nun Leipzig - so wie du es hier vorgibst - als gesonderten Standort ausmacht, erschließt sich mir nicht. Deswegen wäre es gut, wenn du es erläutern könntest. Was sind denn die Vergleiche zu den anderen Städten in Deutschland? Spielt Leipzig hier eine gesonderte Rolle, oder ist sie es nur im Kontext mit Mitteldeutschland und Sachsen? Was ist also dein Punkt hier?

  • kleiner sidekick:

    noch vor ein paar wochen wurden hier "relativierung" und "verharmlosung" quasi als dumm, dreist und gefährlich gebrandmarkt.
    jetzt von den damaligen mahnern selber munter verharmlost (cg-gruppe) und relativiert (eisenbahnstrasse).

    anderen etwas vorzuwerfen, was man selbst betreibt, halte ich für keinen guten stil.
    zu einem diskussionsforum gehört die freie meinung. von mir aus auch polarisierung und polemik. aber dann halt immer - und nicht nur, wenn es einem gerade in den kram passt.
    sonst würde das hier in richtung fdj-wandzeitung gehen...

  • Noch einmal kurz zu der tödlichen Auseinandersetzung von Samstag. Stadt und Polizei sind seitdem in heller Aufregung, dass nun Rocker aus ganz Deutschland anreisen und Vergeltungsschläge verüben könnten.

    Offensichtlich liegen die Hintergründe für die Auseinandersetzung nach wie vor im Dunkeln. Die Leipziger Hells Angels sollen eher als unauffällig gelten. Jetzt sitzt auch deren Chef wegen dringendem Mordverdacht hinter Gittern.

    Aus Insiderkreisen will die Klatschpresse erfahren haben, dass das Chapter der Hells Angels in der Dessauer Straße aufgelöst werden soll. Damit wolle man einem Verbot zuvorkommen. Ebenso traf sich ein Reporter der MoPo mit dem Chef der United Tribuns, dem Münchner Fritz Lemberger, zu einem Interview. Lemberger betonte, dass es von den United Tribuns keine Racheakte geben würde. Lemberger ist außerdem Chef einer Kanalreinigungsfirma in München. Sat 1 war mal dort zu Besuch.

    Eine weitere tödliche Auseinandersetzung, bei der 1 Mitglied der United Tribuns ums Leben kam, gab es erst im April tief im Südwesten des Landes.

    http://m.spiegel.de/panorama/justiz/a-1086320.html

  • Auf den letzten Seiten ging es unter anderem um die Brandanschläge auf Fahrzeuge der CG Gruppe AG in Leipzig und die befürchteten Reaktionen. Dazu nun ein Interview mit Christoph Gröner im Berliner Tagesspiegel vom 12.07.2016:

    Streit um Rigaer Straße
    "Wir Unternehmer wissen uns selbst zu helfen"
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-…n/13867196.html

    Modhinweis Cowboy: Zitat aus dem Tagesspiegel gemäß der DAF-Richtlinien gelöscht.

  • 2,2 Milliarden Euro Investitionen in Großprojekte im IHK-Bezirk L

    Die Übersichten enthalten Informationen zu ausgewählten Investitionen im IHK-Bezirk Leipzig. Es werden in Realisierung befindliche bzw. geplante Großprojekte ab ca. 7 Mio. € sowie Investitionen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur dargestellt.

    https://www.leipzig.ihk.de/unternehmen/ge…bezirk-leipzig/

    mephisto 97,6, 20.07.2016
    Bauboom in Leipzig
    http://mephisto976.de/news/bauboom-leipzig-56482

    LVZ, 18.7.2016
    Großprojekte in Leipzig
    2,2 Milliarden Euro fließen in Bau von Schulen, Tagebausanierung und Co.
    http://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…anierung-und-Co

  • Gestern habe ich schon auf den Einfluss zweier bekannter Neonazis aus Österreich auf den Unister-Konzern hingewiesen. Heute erschienen in der Zeit und in der SäZ zwei identische Artikel zum Thema. Sie offenbaren die Verstrickungen von Unister mit den Rechtsextremen Reinhard Rade und Hans Jörg Schimanek, als die finanzielle Not des Internetunternehmen größer wurde.

    Viel Text, aber lesenswert, der für meine Begriffe das Zeug hat, verfilmt zu werden: Junge Studenten gründen ein Start-Up-Unternehmen, das erfolgreich wie kaum ein zweites wird. Fehlende Sozialkompetenz, Betrugsvorwürfe und steigender finanzieller Druck rufen bald Justiz und Verbraucherzentrale auf den Plan. Neue Berater mit rechtsradikaler Vergangenheit vermitteln ein Kreditgeschäft mit einem israelischen Diamantenhändler, der in Venedig einen Koffer mit lauter Blüten an Unister-Gründer Wagner übergibt (allein diesen Umstand kann man sich nicht ausdenken, ohne dabei als bekloppt zu gelten). Wagner merkt noch in der Lagunenstadt den Schwindel und erstattet Anzeige. Auf dem Rückflug nach Leipzig stürzt die Piper PA 32R über Slowenien ab - und Wagner in den Tod.