Leipziger Kaffeeklatsch

  • Die Grünen haben anscheinend nichts zu tun.
    Allein diese Idee, einen Platz umzubenennen, ist total gaga. Hat ein Flüchtling davon ein schnelleres Verfahren? Eine Unterkunft? Eine sichere Zukunft? Essen? Nein und nein und nein. Außerdem ist Richard Wagner mit Leipzig verbunden, so dass eine Umbenennung extrem unwahrscheinlich ist.

    Statt (realistische!) Vorschläge zu bringen, wie die uneingeschränkte Willkommenskultur, welche aufgrund der Schnelligkeit und Masse an Personen immer weiter zurückgeht, gestemmt werden soll, kommen solche "Ideen".
    Egal ob finanziell, mit Personal, Unterkünften, medizinischer Versorgung oder der Bereitstellung von Lebensmitteln. Diverse Städte haben mittlerweile keinen Platz mehr und Turnhallen oder alte Baumärkte sind nunmal keine Dauerlösung, werden es aber immer öfter.
    "Wir schaffen das", aber keiner sagt wie.

  • Die angestrebte Umbenennung wird von den Grünen ja als "Zeichen" bezeichnet. Mit solchen müssten sie angesichts der Analphabetenrate unter den Neu-Leipzigern dann allerdings auch arbeiten um ihre Botschaft klar zu machen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Achso. Als Bürger muss man dann also zwischen den Zeilen lesen oder im Zweifelsfall seine Kristallkugel befragen, welche Anträge ernst zu nehmen sind und welche nicht? Sollte die Grüne Stadtratsfraktion den Antrag auf Umbenennung tatsächlich stellen, ist dieser selbstverständlich ernst gemeint.


    Also der Bürger muss den Politiker verstehen? Ist denn der Mitbürger welcher bei der Partie "Die Grünen" engagiert ist und ggfs. in den Stadtrat gewählt wurde, kein Bürger?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die angestrebte Umbenennung wird von den Grünen ja als "Zeichen" bezeichnet. Mit solchen müssten sie angesichts der Analphabetenrate unter den Neu-Leipzigern dann allerdings auch arbeiten um ihre Botschaft klar zu machen.


    Wow - alle Achtung Saxonia! Das war wohl einer deiner brillantesten Kommentare im Forum. Sicherlich hätte es der 4-sprachiger Arzt aus Syrien, mit welchem ich neulich zu tun hatte, mit der Schlagfertigkeit eines anonymen Schreiberling in einem Forum nicht aufnehmen können.

    altbaufan und Saxonia: vielleicht sollte man aus der Sache kein Thema machen, denn es geht den Grünen wohl "nur" darum, dass darüber gesprochen und diskutiert wird. Oh - ups - schon passiert.....

  • ^
    Würde es denen nur darum gehen ... könnten Sie auch mit zahlreichen anderen Dingen darauf aufmerksam machen. Anhand einiger Beiträge bei facebook, twitter, LIZ usw. erweckt es schon (zu sehr) den Anschein, dass sie es ernst meinen.
    Wenn es nur zum "diskutieren" dient: Es gibt wirklich wichtigeres, egal ob beim Thema Flüchtlinge oder wo auch immer (Schulen, Kitas, unterfinanzierte LVB, viele Straßen- und Gehwege in teils abenteuerlichem Zustand, Wohnungsmarkt, viele Jobs mit Stundenlöhnen <10,00 usw.).

    PS: 4sprachiger Arzt aus Syrien? Wie so oft: Ein nicht statistisch eruirbarer Einzelfall. Genauso wie nur einzelne kriminell werden. Ich hatte 2013 einen Arzt aus Syrien, den ich alles viermal fragen musste, weil das Deutsch nicht ausreichend war. Keine zwei Monate später war er auch kein Arzt mehr in der Praxis. Der war vielleicht ein top Arzt, bringt aber ohne Sprachkenntnisse nichts. Selbst viele Leute (Deutsche) <30 können nur wenig Englisch, wie ich zu meinem Entsetzen immer wieder feststellen muss, Rentner schon gar nicht.
    :)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die angestrebte Umbenennung wird von den Grünen ja als "Zeichen" bezeichnet. Mit solchen müssten sie angesichts der Analphabetenrate unter den Neu-Leipzigern dann allerdings auch arbeiten um ihre Botschaft klar zu machen.

    Da stellt sich mir doch die Frage, was die angebliche Analphabetenrate der Neu-Leipziger mit dem Thema der Platzumbenennung zu tun hat...

    Des Weiteren frage ich mich, woher das Wissen über die Analphabetenrate kommt - und woher man weiß, welche der Flüchtlinge sich hier dauerhaft niederlassen werden? Sicher wird man hier keine unbelegten Behauptungen aufstellen, oder?

    Fragen über Fragen....

    Ein paar persönliche Gedanken dazu (beziehen sich nicht auf einzelne Personen hier und auch nicht ausschließlich auf dieses Forum, sondern auf viele Einträge und Kommentare, die man verteilt über das gesamte Internet derzeit lesen muss):
    Wenn ich beim Friseur oder am Stammtisch meine Meinung sage oder meine Ansichten und Einschätzungen wiedergebe (und dies vielleicht auch in deutlichen Worten), hören es vielleicht fünf Leute, von denen die meisten das sicher bald wieder vergessen haben.
    Wenn ich die gleichen (in dem Fall unbelegten) Worte an einer öffentlichen Stelle im Internet platziere, werden sie von einer unkontrollierten Anzahl von Personen gelesen und weiterverbreitet und stehen möglicherweise auch in 20 Jahren noch unverändert da. Das heißt, man ist meiner Ansicht nach gut beraten, seine Worte vorsichtig zu wählen, denn manchmal sind die Grenzen zur Hetze nur schwer zu erkennen.

    Zum Thema Platzumbenennung - ich gebe den Vorschreibern Recht, dass es derzeit sicher Wichtigeres zu tun gibt, als einen Platz umzubenennen. Ebenso sehe ich die Chancen, das durchzubekommen eher schlecht. Andererseits hat die weltweit bekannte und von vielen auch gelebte "refugees welcome"-Bewegung doch schon einiges erreicht und hätte meiner Ansicht nach auch eine Würdigung verdient - vielleicht nicht jetzt und sofort, aber zu gegebener Zeit.

  • ^^ Hier ist auch noch so ein "nicht statistisch eruirbarer Einzelfall" (eruierbar wird, falls es das Wort tatsächlich geben sollte, mit ie geschrieben). Aber da du schon mal von dem syrischen Arzt deines Vertrauens plauderst:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich hatte 2013 einen Arzt aus Syrien, den ich alles viermal fragen musste, weil das Deutsch nicht ausreichend war. (...) Selbst viele Leute (Deutsche) <30 können nur wenig Englisch, wie ich zu meinem Entsetzen immer wieder feststellen muss

    Warum habt ihr euch dann nicht einfach auf Englisch unterhalten?


    Was heute auch noch lustig war: Die Offensive für Dumpfbacken um den ehemaligen Legida-Chef Silvio - die grüne Bommelmütze - Rösler lud heute seine Anhänger zum Volksmarsch ins bürgerlichen Gohlis (eigentlich Zentrum-Nord). Es kamen sage und schreibe 20 (zwanzig!). Wir haben alle gelacht, aber die nächste Volxtod-Veranstaltung dann bitte in Röslers Wohnung abhalten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Also der Bürger muss den Politiker verstehen?


    Öh, ja. Also das wär auf jeden Fall nützlich, findste nich?

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    Ist denn der Mitbürger welcher bei der Partie "Die Grünen" engagiert ist und ggfs. in den Stadtrat gewählt wurde, kein Bürger?


    Leider ja, obwohl der prozentuale Bevölkerungsanteil von Leipziger Grünen-Mitgliedern glücklicherweise in den Promillebereich geht. Aber man darf ja dennoch davon ausgehen, dass die Grünen nicht nur Politik für ihre handvoll Mitglieder machen wollen.

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    Wow - alle Achtung Saxonia! Das war wohl einer deiner brillantesten Kommentare im Forum. Sicherlich hätte es der 4-sprachiger Arzt aus Syrien, mit welchem ich neulich zu tun hatte, mit der Schlagfertigkeit eines anonymen Schreiberling in einem Forum nicht aufnehmen können.

    Mit der gleichen Wahrscheinlichkeit, unter den Einwanderern auf einen viersprachigen Arzt aus Syrien zu stoßen, könnte sich hinter diesem Pseudonym auch ein zu Scherzen aufgelegter Kant, Schopenhauer oder Nietzsche verstecken. Von daher stünden die Chancen für ihn wohl tatsächlich schlecht.


    Dekoratives Anführungszeichen

    Da stellt sich mir doch die Frage, was die angebliche Analphabetenrate der Neu-Leipziger mit dem Thema der Platzumbenennung zu tun hat...


    Das ist wohl der späten Stunde geschuldet? Um die "Botschaft" eines solchen Platznamens verstehen zu können, müssten ihn die 'fugees schon lesen können. Für die Legida-Leute würde sich der Aufwand jedenfalls nicht lohnen. Die dürften schwer zu bekehren sein.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Des Weiteren frage ich mich, woher das Wissen über die Analphabetenrate kommt - und woher man weiß, welche der Flüchtlinge sich hier dauerhaft niederlassen werden? Sicher wird man hier keine unbelegten Behauptungen aufstellen, oder?


    Also ich lese Zeitung. Hauptsächlich sogar Lügenpresse. Wahllos rausgegriffener Bericht, wonach allein 16% der ankommenden Syrer Analphabeten seien. Bei den neuerlich verstärkt ankommenden Afghanen dürfte es ein Vielfaches sein. Die werden selbstverständlich in die Großstädte wie Leipzig gehen. Oder glaubst du, ein dem deutschen nicht mächtiger Analphabet zieht aufs Dorf und wird Dattelbauer in der Leipziger Tieflandsbucht?


    Dekoratives Anführungszeichen

    Das heißt, man ist meiner Ansicht nach gut beraten, seine Worte vorsichtig zu wählen, denn manchmal sind die Grenzen zur Hetze nur schwer zu erkennen.


    Das finde ich eigentlich nicht. Es sei denn natürlich, man ist wie einige Zeitgenossen gewillt, den Begriff "Hetze" auf alles auszudehnen, was einem nicht ins Weltbild passt. Derartige Empörungsquäker haben einen nicht wesentlich kleineren Anteil am Niedergang einer zivilisierten Streitkultur hierzulande wie die blökenden Hampelmänner von Legida, Pegida und co.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Andererseits hat die weltweit bekannte und von vielen auch gelebte "refugees welcome"-Bewegung doch schon einiges erreicht und hätte meiner Ansicht nach auch eine Würdigung verdient - vielleicht nicht jetzt und sofort, aber zu gegebener Zeit.


    Was denn für eine "Bewegung"? Das ist nur ein politisches Schlagwort, welches leider den Weg aus der linksextremen Szene in die gesellschaftliche Mitte geschafft hat.

    5 Mal editiert, zuletzt von Saxonia (31. Oktober 2015 um 02:37)

  • Also - ich bin sehr für eine zivilisierte Streitkultur - aber nicht als Selbstzweck und bei brisanteren Themen sicher nicht in schriftlicher und öffentlicher Form. Und auch nicht, um bestimmten Strömungen eine Plattform zu bieten. Auch wenn es mir manchmal schwer fällt. Zum Flüchtlingsthema werde ich an dieser Stelle also nichts weiter schreiben - mir ging es in erster Linie darum, die eingesetzten rhetorischen Mittel zu hinterfragen.

    Streit hat in meinen Augen auch immer etwas mit dem Wunsch zu tun, andere zu überzeugen, denn warum sonst würde man sich streiten? Und zu einer Streitkultur gehört meiner Ansicht nach ebenfalls die grundsätzliche Bereitschaft, sich überzeugen zu lassen. Alles andere wäre nur das gegenseitige Raushauen von Beschwerden - und das hat noch niemanden weitergebracht.

    Jeder der gut mit Worten umgehen kann, weiß, welche Macht diese haben können und was man damit anrichten kann. Das Wort ist eine Waffe und nach meiner persönlichen Meinung sollte diese mit der gleichen Vorsicht und den gleichen Beschränkungen eingesetzt werden wie alle anderen Waffen auch.

    Einmal editiert, zuletzt von Birte (31. Oktober 2015 um 04:37) aus folgendem Grund: Formulierung entschärft

  • Normalerweise kommentiere ich ja die anonymen Berwertungen nicht, aber hier möchte ich schon noch etwas anmerken:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Refugees Welcome ist ein Schlagwort aus der linksextremen Szene? Der Südwestsachse war auch schon mal lustiger.?


    Das nehme ich zunächstmal als Kompliment. An der Sache ändert es trotzdem nichts. Sowohl den Spruch als auch das mittlerweile weit bekannte Logo haben Berliner Antifas wohl aus den USA importiert und mit deutlicher politischer Konnotation in Deutschland eingeführt. Hier ist das ND mit seiner Nähe zur linksextremen Szene sogar mal nützlich. http://www.neues-deutschland.de/artikel/985376…die-herzen.html

  • ^
    Ach Cowboy, du musst mir den Kommentar lassen, dass du anscheinend zu viel Zeit hast, wenn du dich darüber echauffierst, dass ich beim Tippen einen Buchstaben vergessen habe. Soll vorkommen oder bist du unfehlbar? Hat manchmal den Anschein bei solch Kommentaren von oben herab, das ist tut mir leid, einfach nur noch peinlich...
    Natürlich gibt es dieses Wort, wird hin und wieder auch von Zeitungen verwendet, die etwas mehr Niveau haben als Bild und LVZ.
    (http://www.duden.de/rechtschreibung/eruieren)

    Ansonsten: Wie soll ich mit einem Arzt Englisch reden, wenn ich nicht weiß, was die verschiedenen Fachbegriffe auf Englisch heißen? Glaube kaum, dass du dich mit deinen Ärzten problemlos auf Englisch über Magengeschwüre, Grünen Star, Krebs, Nierensteine, die Verengung der Herzkrankgefäße, gebrochene Stinke- äh Mittelfinger oder was auch immer unterhalten kannst :D. Nur als Hinweis, bevor einem wieder die Worte umgedreht werden: Das sind willkürliche Beispiele.

    Wüsste auch nicht, was das mit dem DAF zu tun hat. Ich wollte nur hedges ein Gegenbeispiel zum Thema Ärzte aus anderen Ländern bringen, ob ich mit meinen Ärzten Chinesisch oder Russisch oder Englisch rede, ist dahervollkommen irrelevant. Aber du brauchst wohl wieder n Anlass, mich auf die Palme zu bringen... sorry, klappt leider leider nicht.
    In diesem Sinne, ich bin raus aus diesem Topic (du darfst aufatmen!).

  • Die besorgten Bürger in Sachsen können endlich wieder ruhig schlafen. Lt. einer Studie machen Flüchtlinge nach Beendigung ihres Asylverfahrens das, was Deutsche da schon seit annähernd 30 Jahre tun: Sie verlassen die Provinz und ziehen dorthin, wo sie bessere Zukunftsaussichten haben.

  • ^ Dieser 10 Jahre alte Klatschartikel wurde hier bestimmt schon zweimal verlinkt. Viel interessanter zu wissen wäre für mich, inwieweit der Artikel bei dir Assoziationen mit Dubraus Tätigkeit als Baubürgermeisterin in Leipzig hervorruft. Woran machst du fest, dass Privatwirtschaft für Frau Dubrau ein Greul ist und sie Plattenbauten am liebsten mag? Welche privaten Neubauprojekte oder Sanierungen von Altbauten hat sie in ihrer Funktion bislang verhindert? Welche Clubs hat sie geschlossen und welche Feste verboten?

  • ^ viel interessanter für mich ist dein reflexartiges Anspringen auf Dinge, die ich poste, die dir (vermutlich) nicht passen.
    Daher spare ich mir die Mühe, weiter darauf zu antworten und weine auch nicht, wenn du die Beiträge 676 bis 678 entfernst.

    MfG

  • ^ Dachte ich mir, dass außer ein paar Animositäten bezüglich meiner Person nichts mehr kommt.

    Die Beiträge können hier ruhig stehenbleiben, wir sitzen hier beim Kaffeeklatsch.

  • 100 Jahre ASTORIA

    Morgen gibt es dazu eine Veranstaltung, siehe https://www.facebook.com/events/1524833967829973/

    +++

    100. Jahrestag der Eröffnung des Hotel Astoria in Leipzig.

    Am 5.12.15 sind es genau 100 Jahre seit der Eröffnung im Jahr 1915.

    Aus diesem Grund haben wir eine kleine Aktion für Samstag den 5.12.15 geplant.
    Gemeinsam mit Euch wollen wir unter dem Vordach des Astorias mit Straßenkreide die Geburtstagswünsche, zeichnen, malen oder schreiben sodass Symbolisch ein Roter Teppich entsteht.
    Wer hat darf natürlich Straßenkreide mitbringen aber wir stellen natürlich auch Kreide zur Verfügung.

    An Plakaten werden Zeitungsatikel und Berichte sowie Fotos zu sehen sein.

    Es werden ein paar ehemalige Mitarbeiter vorbei kommen und ein Vertreter der Stadt wird uns auch kurz besuchen.
    Weiterhin werden Leute der Periscope.tv Communtiy im Rahmen ihrer Rellay mit Vorort sein und Live Streaming Berichte über Lost Places senden.

    Mit unsere Veranstaltung wollen wir auf dieses schöne Gebäude aufmerksam machen und uns dafür einsetzen das es irgendwann wieder Hotel mit besonderem Konzept werden darf.
    Zu gegebener Zeit wollen wir einen Verein, eine BrüderAG oder Initiative Gründen.

    Weiterhin wollen wir natürlich auch mit Euch ins Gespräch kommen.

  • Leipzig ist angekommen!

    Zu bevorstehenden Tausendjahrfeier schreibt die FAZ über Leipzig. Der Artikel liest sich wie ein Lobgesang auf die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit. Besonders hervorgehoben wird auch der Umstand, dass erstmals ein positiver Saldo beim Wanderungsüberschuss gegenüber Berlin zu verzeichnen ist. Erwähnung findet auch die Rivalität zu Dresden.

  • ^
    Ein wenig relativieren muss man zumindest einen Punkt
    "Leipzig profitiert aber vor allem von seinem niedrigen Mietpreisniveau (...), deutschen Städten die Wohnungs- und Bürokosten explodieren – selbst in Leipzigs Nachbarstadt Halle"

    Ja, Leipzig ist immer noch günstig. Gegenüber vielen Großstädten sogar sehr günstig. Das ist unbestritten und wird auch nach VÖ der Mietspiegeldaten 2016 (Befragung läuft z.Z.) sicher so sein.
    Aber: Auch Leipzigs Mieten steigen und das immer stärker differenziert und nicht mehr nur um 1 oder 2 % p.a.
    Ich habe erst vor zwei Wochen mit einem leitenden Mitarbeiter eines größeren Immobilienunternehmens reden können, der in den gefragten Lagen von "rasant steigenden Mieten" sprach und von der mittlerweile "alltäglichen Verdrängung alteingesessener Bewohner", die dort teilweise seit der Wende und länger lebten. Die Verdrängung erfolgt an die Stadtränder oder in (noch) relativ billige und oft auch unsanierte LWB/Genossenschafts-Bauten, wie man sie in einigen citynahen Lagen (bspw. Gottschedstraße und Umgebung, Volkmarsdorf-"Süd", Bereich Trufanowstraße-Nordtteil, Str. des 18. Okt.) findet. Auch die Zweitsanierung wird langsam stärker in den Fokus rücken und ist es in manch Stadtteil bereits, da a) citynah kaum mehr leere Altbauten zu sanieren sind und b) die ersten Objekte nach der "Rettungswelle" in den 90ern nun sowieso wieder dran sind. Da die Denkmal-Afa aber eines der wenigen Steuerabschreibungsmodelle im Wohnungsbau ist, sind Altbauten immer noch lukrativ. Nicht umsonst sanieren manche Firmen Objekte an Hauptstraßen oder in Lagen, wo sich unsereins an den Kopf greift.
    Nur erfolgt dann bei bisher bewohnten Altbauten oft keine Modernisierung, sondern teils die Komplexsanierung incl. Bewohneraustausch, da die Objekte von den Alteigentümern gewinnbringend verkauft werden. Das sind zwar keine "tausende" WE jeden Monat, aber ich habe mittlerweile weit über 100 Fälle zusammengetragen (nur das, was ich weiß und das, was nicht mehr als 3 Jahre zurückliegt). Interessant ist, dass da Frau Nagel und Co. nicht permanent aufschreien - vermutlich wohnen nicht ihre Freunde da drin ;). Somit bleiben viele Fälle unbemerkt, außer der MDR berichtet wie im Falle der VICUS AG/Johannisplatz mal dazu.

    Das mag in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt uvm. genauso sein, jedoch befanden sich diese Städte (außer Berlin aufgrund seiner besonderen Geschichte) schon viel länger auf geringem Leerstandslevel und hatten weit vor Leipzig mit deutlichen Zuzügen zu kämpfen.

    Mit Spitzenmieten von nunmehr knapp 13 Euro kalt ist Leipzig auf dem besten Wege hin zu Berliner Verhältnissen - dort ist man auf ähnlichem Niveau von knapp 5-6 Euro (im Mittel, bei der großen Stadt sind größere Differenzen logisch!) gestartet und nun sind selbst 25 Euro kalt keine Ausnahme mehr. 13 Euro kalt ... vor 3 Jahren hätte jeder Mieter dem Eigentümer noch einen Vogel gezeigt, damals -2012- meinte ein weiterer Immobilienchef eines größeren Unternehmens "die Spitzenmieten werden sich wohl um 11 Euro und die Kaufpreise bei rund 4000 Euro/m2 einpendeln, die Zahlungsbereitschaft sinkt bei höheren Mieten aufgrund des überaus vielfältigen Angebots an Wohnraum". Nun werden wir sehen, dass auch 14, 15 Euro kalt in greifbare Nähe rücken, da Zuzug + Flüchtlinge den Leerstand ratzfatz absinken lassen. Im Kauf sind wir bereits bei bis zu 4.600 Euro/m2.

    Im Oktober habe ich von einem Experten auf einer der vielen Veranstaltungen zu Leipzig (weiter denken, Stadtforschung, Wohnungskonzept usw.) gehört, dass der reale Leerstand von verfügbarem Wohnraum Ende diesen Jahres sehr wahrscheinlich bezogen unter 5% sein wird. Damit kann man statt von einem "Mietermarkt" von einem "Vermietermarkt" sprechen. Es geht nur um vermietbaren Bestand, unbewohnbare Objekte sind ausgeschlossen.

    Ich will dazu keine Diskussion neu anrollen, das hatten wir bereits, aber dass in Halle trotz geringem Zuzug Mieten explodieren und in Leipzig nicht, ist schlicht ein wenig zu kurz gedacht. In Leipzig differenziert es sich v.a. auch stärker aus.

    PS: Ja, die Gespräche mit diesen Immobilienleuten fanden wirklich statt, aus Diskretionsgründen kann ich keine Firmennamen veröffentlichen.

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Im Oktober habe ich von einem Experten auf einer der vielen Veranstaltungen zu Leipzig (weiter denken, Stadtforschung, Wohnungskonzept usw.) gehört, dass der reale Leerstand von verfügbarem Wohnraum Ende diesen Jahres sehr wahrscheinlich bezogen unter 5% sein wird. Damit kann man statt von einem "Mietermarkt" von einem "Vermietermarkt" sprechen. Es geht nur um vermietbaren Bestand, unbewohnbare Objekte sind ausgeschlossen.

    Ende 2014 gab es den Angaben der Stadtverwaltung zufolge etwa 11.000 marktaktive leerstehende Wohnungen bei insgesamt ca. 330.000 Wohnungen. Es gab also schon zu dieser Zeit nur noch einen marktaktiven Leerstand von 3,3 % (insgesamt 6,7 %). 2015 sind weitere 14.000 Menschen hinzugekommen. Für diese werden ca. 8.000 Wohnungen benötigt. Vermutlich sind 1.500 bis 2.000 Wohnungen durch Neubau oder Umwandlung von Nichtwohngebäuden neu hinzukommen und etwa genauso viele nicht marktaktive Wohnungen durch Sanierungen wieder "dem Markt zugeführt" worden. Es bleiben aber 4.000 bis 5.000 neu vermietete Wohnungen aus der marktaktiven Leerstandsreserve. Diese dürfte damit auf 6.000 bis 7.000 abgeschmolzen sein und damit damit Ende 2015 nur noch 1,8 bis 2,1 % betragen. Der Leerstand insgesamt dürfte etwa 16.000 Wohnungen (von 333.000) betragen und damit unter 5 %.

    http://www.leipzig-stadtfueralle.de/2015/10/28/lei…-einstieg-in-2/