Beiträge von Birte

    Dem letzten Teilsatz kann ich mich nicht anschließen - ich habe schon in allen Himmelsrichtungen viele dumme Überlebenskünstler getroffen und viele Intelligente, die sich nicht allein die Schuhe zubinden konnten. Vielleicht kann man sagen, dass die Fähigkeit, sich an sich ändernde Gegebenheiten anzupassen und entsprechend zu reagieren eine Rolle spielt.

    ^^^ Ich antworte mal allgemein (direkte Ansprachen sind eher etwas für PNs):

    Ja, ich habe Kontakte zu anderen Menschen außerhalb Leipzigs. Nein, ich habe nicht versucht, jemand anderem seine Welt zu erklären. In allen Bundesländern (selbst im reichen Bayern) gibt es Orte, die im Sterbeprozeß sind und abgehängte Gegenden. Das ist kein ostdeutsches Problem. Das Sachsen-Bashing hat meiner Ansicht nach seine Ursache in der Affinität vieler Bewohner in Richtung sehr weit Rechts.

    Das Zentrum soll die Auswirkungen der Vereinigung zweier Staaten zu einem Staat wissenschaftlich untersuchen. Wo ist das Problem? Die angesprochenen Aspekte werden sicherlich mit untersucht.

    Ich halte es übrigens für fatal, die Einheit an ökonomischen Faktoren festzumachen. Die sind nie gleich. Der Vergleich Bayern - Schleswig-Holstein fällt mir dabei wieder ein.

    ^^ Meinst du die gleichen Medien, denen wichtigste Schlagzeile an Feiertagen ist, wo es Brötchen und andere Lebensmittel zu kaufen gibt? Außerdem hätte ich gern eine Definition des Begriffs "Westdeutscher". Wie lange muss man hier sein, um nicht mehr zu dieser Gruppe zu zählen? Was ist mit denen, die zu der Zeit, als unmittelbar nach der Wende massenhaft Umzüge von Ost nach West durchgeführt wurden, in die Gegenrichtung gezogen sind? Sind das auch noch "Westdeutsche"?

    Um mal wieder zurück zum Thema zu kommen - die Vereinigung Deutschlands war und ist eine besondere Situation mit ihren eigenen Problemen, Chancen und Herausforderungen. Dass man diese wissenschaftlich untersucht, ist doch nur zu begrüßen, oder? Ich hoffe auf Leipzig, glaube aber nicht wirklich daran.

    Vielleicht wäre es sinnvoll, die Unterteilung in West- und Ostdeutsche mal zu unterlassen. In Schleswig-Holstein weint auch niemand darüber, dass die meiste Industrie sich in Hessen, Bayern oder Baden-Württemberg angesiedelt hat. Die lokalen Akteure tun eine Menge und das Leipziger Lokalkolorit trägt ebenfalls dazu bei, Neuansiedlungen herzuholen. Zwingen kann man die Unternehmen nicht - auch diese genießen die Freiheit, sich dort niederzulassen, wo es ihnen gefällt - oder an ihrem Stammsitz zu bleiben.

    Also, hier in Gohlis ist der ÖPNV hervorragend. Trotzdem sind die Straßen zugestellt und abends/nachts sieht man die Leute auf der Parkplatzsuche cruisen. Gleiches gilt für Schleußig und das Waldstraßenviertel und vermutlich auch noch viele andere Bereiche.

    Von Verboten redet doch erstmal niemand. Es geht darum, Parkplätze und die eine oder andere Autospur den anderen Verkehrsteilnehmern zuzuschlagen.

    Ja, der einzelne Autofahrer wird öfter mal im Stau stehen, da zunächst die mit bis zu 300 Leuten besetzte Tram durchgelassen wird und er weniger Spuren zur Verfügung hat.

    Leipzig ist kompakt genug, dass man bei intelligenter Wohnungswahl mit ÖPNV und/oder Fahrrad in weiten Teilen der Stadt hervorragend ohne Auto klarkommt. Für gelegentliche Fahrten gibt es ja noch die Teilauto-Anbieter bzw. gelegentlich mal das Taxi.

    Jeder, der trotzdem Autofahren will (oder muss), soll das tun - nur besteht kein Recht darauf, immer und überall einen Parkplatz zu bekommen bzw. auf der grünen Welle mit 60 km/h durch die Stadt zu brettern.

    Zum St. Georg fährt die 16 - da muss man nicht unbedingt hinradeln. Da wäre das Herzzentrum als Beispiel besser geeignet gewesen. Die ÖPNV-Anbindung der beiden großen Autobauer ist definitiv verbesserungswürdig.


    Und natürlich gibt es am Stadrand und auf dem Land viele Gebiete, wo man nicht ohne Auto zurecht kommt. Daher werden die Autobauer auch weiterhin gut zu tun haben. In großen Teilen der Stadt selbst braucht man allerdings keinen Privat-PKW.

    In der Stadt ist einfach kein Platz für die vielen Autos. Nehmen wir mal die Gründerzeitviertel. Vor einen Gründerzeitler passen im Schnitt 3 Autos. Es wohnen aber durchschnittlich 10 Parteien dort. Wir reden also schon jetzt von einer Minderheit, was sich mit der Bebauung der letzten Brachen noch weiter bemerkbar machen wird. Dafür wird dem ruhenden Verkehr eine ganze Menge Stadtfläche zugestanden. Fahrradabstellflächen (auch für Besucher) findet man dafür nicht so häufig vor Wohnhäusern und im öffentlichen Raum reichen die Plätze oft nicht aus. Es gibt keine Stellflächen für Pflegedienste, Handwerker im Einsatz oder Lieferfahrzeuge, da die Straßenränder großflächig von Privat-PKW belegt werden.

    Soviel zum Platzproblem.


    Autos mit Verbrennermotoren sind nicht umweltfreundlich. Sie stoßen Abgase aus, erhöhen damit die Schadstoffbelastung für die Menschen, die dort leben und für die Umwelt allgemein. Soviel zum Umweltaspekt.


    Sie sind laut. Nicht nur durch das Fahrgeräusch, sondern durch sportliches Anfahren, Hupen und Auslösen der Alarmanlage. Oder das wilde Klingeln der Straßenbahn, wenn wieder jemand meint, er könne noch kurz vorher über die Kreuzung fahren.


    Nicht jeder Autofahrer verhält sich regelkonform. Parken in zweiter Reihe (auf dem Radweg), um sich z. B. einen Döner zu holen ist Usus. Wird auch von Krankenwagen und Polizei (nicht im Einsatz) praktiziert.


    Das Auto ist keine Erweiterung der eigenen Person (auch wenn es sich von drinnen so anfühlt, wie ich sehr wohl weiß), sondern ein Werkzeug, was mich von A nach B bringt. In den allermeisten Fahrzeugen sitzt nur der Fahrer. Für die Stadt ist das nicht länger machbar.


    Da die Erweiterungsmöglichkeiten der Tram begrenzt sind und ohnehin viele Fahrradfahrer in der Stadt sind, ist es nur natürlich, dass diesen mehr Raum gegeben wird. Jeder Fahrradfahrer hat genaus so viel Recht auf Stadtraum wie jeder Autofahrer (ohne Auto) und Fußgänger. Wer trotzdem ein Auto will, muss am Stadtrand leben oder in eine Wohnung mit TG-Platz investieren.

    Der Straßenraum muss umgestaltet werden, um auch für Pflegedienste, Handwerker und Lieferfahrzeuge Platz zu schaffen. Auf einem Autoparkplatz kann man locker einen Baum, zwei Fahrradbügel und eine Bank unterbringen.


    Für den Durchgangsverkehr würde ich ebenfalls geeignete Sperrungen empfehlen, um diesen auf die gewünschten Strecken zu lenken.

    Ich würde niemandem verbieten, sein Auto zu fahren. Kann halt teuer werden und länger dauern.

    Ich kenne es nicht und denke, es ist derzeit in die Kategorie "Grundstückseigentümer sucht Investor" einzuordnen. Im Rahmen des Projekts am Bayerischen Bahnhof, am Kohlrabizirkus und auf dem alten Messegelände sind in unmittelbarer Nähe noch einige Flächen zu entwickeln. Wenn das alles mal in die Gänge kommt kann ich mir auch ein solches Projekt vorstellen. Könnte aber noch 10-15 Jahre dauern...

    Neues aus dem elektronischen Amtsblatt 16/2022:


    Baugenehmigungen gab es für

    • den Ersatzneubau zweier Zweifamilienhäuser an der Adresse Zum Kleingartenpark 34,
    • die Errichtung eines Mehrfamilienhauses in der Rödelstraße 14a,
    • den Bau dreier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 43 Wohnungen und einer Tiefgarage am Floßplatz 25 (das wird wohl eher eng werden).



    Ein Vorbescheid wurde erteilt für

    • die Errichtung eines siebengeschossigen Mehrfamilienhauses in der Scharnhorststraße 39 (das ist das Garagengrundstück).

    Erstmal gucken, was nun wirklich gebaut wird...

    Rote Farbe macht noch keinen großen Unterschied. Heller wäre aufgrund der höheren Reflektion günstiger gewesen. Insgesamt wäre es sicher zeitgemäßer gewesen, auf ein intensiv begrüntes Flachdach zu setzen. Die extremen Temperaturen werden uns noch jahrelang begleiten und Dachgeschosse im Sommer teilweise unbewohnbar machen. Die Rundbogenfenster gefallen mir gut.

    Warum man sich so auf das Eckhaus zur Berliner Str. gestürzt hat, erschließt sich mir nicht. Dort ist viel Straßenverkehr und noch mehr Tramverkehr und es gibt null Aufenthaltsqualität. Da gibt es ganz andere Ecken in Leipzig, bei denen man genauer hinsehen sollte. Ich hoffe, man tut das - u. a. bei den neuen LWB-Bauten.


    Ich finde es wichtig, dass die Baumasse gleich geblieben ist und die Brache verschwindet. Die wird wirklich von vielen Menschen - auch Messebesuchern z. B. - wahrgenommen.

    ^^ Ich hoffe mal, dass das nicht der Sieger des Wettbewerbs ist. Für die prominente Lage wünscht man sich doch etwas anderes als zwei sich abwechselnde Haustypen. Meine Meinung zu Dachflächenfenstern habe ich schon an anderer Stelle kundgetan. In allen vier Eckhäusern wird es augenscheinlich bei diesem Entwurf wieder viele Wohnungen ohne Balkone oder Loggien geben. Auch das ist in diesen Zeiten trotz der lauten Lage sicher nicht günstig.

    Die Baumasse ist ok und das Fehlen von bodentiefen Fenstern ebenfalls positiv zu bewerten.