Baugeschehen: Zentrum

  • Premier Inn wächst im Osten

    Es geht um die britische Budget-Hotelkette Premier Inn. Im Artikel wird auch Chemnitz genannt: "Standorte in Jena, Weimar, Eisenach und eventuell Chemnitz werden noch gesucht."

    Ich habe es mal hier im Zentrumsthread gepostet, da Hansa Real Estate ja schon seit Ewigkeiten nach einem Betreiber für den geplanten Hotelneubau am Tietz sucht. Obwohl es eher nicht danach klingt, als würde man zusammenfinden, wenn Premier Inn noch sucht. Hansa sollte ja sicherlich schon mit jeder größeren Kette gesprochen haben.

  • Weiß jemand, ob und wie es mit diesem tollen Projekt weitergegangen ist?

  • Stimmt, die Kaufhalle steht tatsächlich unter Denkmalschutz, als Teil des wichtigen Ensembles mit der Straße der Nationen 26 bis 54 (gerade). Das dürfte das Vorhaben wesentlich erschweren, und vielleicht war das den Investoren ebenso wenig bewusst wie mir. Wenn man sich das mal auf Google-Streetview anschaut, könnte ich mir aber wirklich einen Abriss vorstellen. Die Kaufhalle ist nicht hochwertig, nicht der Lage angemessen nutzbar, irrelevant für die Ensemblewirkung und ein Fremdkörper.

  • Laut einem Freie-Presse-Artikel (Link mit Bezahlschranke) hat ein Gutachten von Albert Speer ergeben, dass der angedachte Hallenneubau hinter der Parteifalte möglich und genehmigungsfähig wäre, und zwar für Zuschauerzahlen bis 8000 bei Basketballspielen und 8500 bei sonstigen Veranstaltungen. In einer Tiefgarage könnten 310 Parkplätze untergebracht werden. Großes Aber: Es müssten nicht nur die Zufahrt eingehaust und die Halle aus Lärmschutzgründen speziell gedämmt werden, sondern der Bau würde wegen des engen Baufeldes und einer notwendigen Tiefgarage satte 200 Millionen Euro kosten und könnte nicht wirtschaftlich betrieben werden.

    Meine Meinung: Ich sehe nicht die geringste Chance, solche Summen zu finanzieren (selbst wenn man irgendwann merkt, dass man die Tiefgarage problemlos weglassen kann, weil 310 Parkplätze mehr oder weniger auch keinen Unterschied machen). Das neue Stadion an der Gellertstraße hat vergleichsweise lächerliche 27 Millionen Euro gekostet und einen immensen Kraftakt benötigt, der in der Folge einen erheblichen Anteil an der Insolvenz des CFC hatte. Die Niners sollten lieber überlegen, ob man an den bis heute nicht bekanntgegebenen Alternativstandorten nicht kostengünstiger bauen kann, wenn man das Projekt realisieren will. Welche anderen Nutzer man für die Halle mit einer geringeren Zuschauerkapazität als in der Messe finden will, bedarf auch ganz dringend einer Unterfütterung.

  • ^ Nanu, woher der plötzliche Sinneswandel? Deine Argumente klangen letztes Jahr noch ganz anders - und meine Anmerkungen hinsichtlich Lärmschutz, Rampen, Tiefgarage und entsprechend hohen Kosten meinerseits wurden abgetan und ich hier im Forum als Nestbeschmutzer und Besserwisser dargestellt, weil ich von Anfang an den Standort als falsch bewertet habe.

  • Die Argumente hinsichtlich Rampen und Tiefgarage tue ich immer noch ab, und ob der Lärmschutz den großen Kostenunterschied ausmacht, wage ich zu bezweifeln. Interessant wären die Kosten ohne Tiefgarage, allerdings dürfte man von 200 Millionen Euro nicht allein durch den Verzicht darauf in einen realisierbaren Bereich kommen. Und dieser jetzt bekanntgewordene Fakt ist der Grund für den Sinneswandel. Dass es wichtig wäre, mögliche Alternativstandorte zu benennen und vergleichend zu betrachten, habe ich schon immer geschrieben. Und das sollte jetzt unbedingt passieren.

    Interessant wäre es nämlich, ob an einem anderen Standort auf vergleichbarer Grundlage die Baukosten nennenswert niedriger liegen würden. Falls dreistellige Millionensummen heutzutage unvermeidlich sind, dann sehe ich insgesamt schwarz. Der nicht so viel größere SAP Garden in München soll sogar 320 Millionen Euro gekostet haben. Die Multifunktionshalle in Eisenach mit 4000 Plätzen kostet laut Planung 54 Millionen Euro.

  • Bisher geistern offenbar auch nur irgendwelche Summen im Raum herum. Zumindest habe ich noch keine genaueren Infos gesehen, um was es dabei Genau gehen sollte.

    Also beispielsweise Pläne zu den möglichen "Varianten", die da herausgearbeitet wurden oder ob in diesen Summen auch eventuell nötige Eingriffe im Umfeld enthalten sind (Parteifalte und bereits existierende "Tiefgarage").

    Eine "Kostenaufstellung", was genau überhaupt wieviel kosten würde, wäre vielleicht schon interessant.

    Einmal editiert, zuletzt von waldkauz (29. Mai 2025 um 12:54)

  • arnold Das mag überraschen, plötzlicher Sinneswandel kommt aber in einem vernünftigen offenen Diskurs häufig durch neue Erkenntnisse und Meinungen, wenn man sich diesen nicht völlig verschließt. Dazu und zu deiner Antwort hier auch gern der Hinweis auf die Einschätzung hier.

    Zu AS+P: Einerseits interessant, dass die immer wieder beauftragt werden, um dann ihre Studien und Ideen in die Schublade zu legen und nicht oder allenfalls halbherzig zu verfolgen, andererseits fehlen von der Studie noch viele schon angesprochene Informationen zu Varianten und echten Kostentreibern. Mir als Laien fällt auf, dass Bauen inzwischen schwer (be)greifbar teuer geworden ist und recht triviale Neubauten und erst recht Sanierungen überraschend kostenintensiv sind. Es wäre eigenartig, wenn das gerade hier nicht der Fall wäre.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Bisher waren die meisten wohl etwas sprachlos angesichts dieses etwas "obskur" wirkenden Brachialbaus mit der Anmutung einer Billigstfassade, und dann natürlich die beeindruckend hohen Klima-/Lüftungsaufbauten. Wahrscheinlich wurde oder wird auch noch etwas abgewartet, was das zum Schluss wird, wenn es fertig ist.

    Nur eben etwas ärgerlich dennoch, denn wozu gab es im Vornherein die Variantenuntersuchung bzgl. der Fassaden, wenn letztlich offenbar doch die bei den Meisten am Wenigsten favorisierte Variante verwirklicht wird.

    Dennoch erstmal Abwarten, wie es aussieht bis es komplett fertig ist. Dann kann man es auch nur annehmen wie es ist, zumindest die Glasetagen sehen ja erstmal ganz ok aus.

    Wir nähern uns der Fertigstellung und ich zucke bei jedem Vorbeifahren oder -laufen wieder zusammen, wie absurd die Blechaufbauten auf dem Dach anmuten, zumal in so exponierter Lage und mit einer Bahnhofstraße, die einem vom Bahnhof kommend den Blick auf das Dach geradezu aufzwingt. Dass das so geplant und genehmigt wurde, sollte hinterfragt werden. Mit dem restlichen (vorderen!) Gebäude kann ich leben.

  • Stimmt, man gewöhnt sich dran. Und so wild wirkt das mit der Zeit alles auch gar nicht mehr, sondern man kann eventuell sogar Gefallen daran finden.

    Vielleicht gibt es ja auch noch eine Möglichkeit, diese "Technikaufbauten" auf dem Dach etwas zu verkleiden.

  • ^ Ich lache mich schlapp. Alle Befürchtungen die ich im Laufe der Zeit eingebracht habe sind mit Blick auf die Visualisierung eingetreten - sogar noch schlimmer als erwartet. Warum man übrigens eine Tiefgarage braucht, kann jeder selbst bei Google erfragen. Stichworte: Sachsen und Stellplatznachweis. Irgendwo hier im Strang habe ich das schonmal ausgeführt. Egal.

  • Das ist keine Visualisierung, sondern offensichtlich nur eine Baumassenstudie. Über das mögliche Aussehen der Halle sagt das null komma nichts aus. Ehrlich gesagt bin ich aber auch nicht davon überzeugt, dass die irgendeinen architektonischen Anspruch erfüllen würde.

  • Selbst wenn es nur eine Baumassenstudie ist, zeigt sie die zu große Dimension. Zumindest aus meiner Sicht. Ein runder Bau, wie der Madison Square Garden, würde besser passen. Sonst hätte man auch wieder das Problem eines vorne und hinten. Ein rundes Gebäude kann aber eine schöne neue Mitte bilden. Warum das nicht gleich so abgebildet wird? Ich denke aber ob der Kosten wird das eh nix. Da haben wir ganz andere Baustellen in Chemnitz, eh das umgesetzt wird. Und einen Mutimilliardär mit zu viel Langeweile sehe ich am Horizont auch nicht.

  • Selbst wenn das eine "Baumassenstudie" sein soll, zeigt das irgendwie, dass null Gespür vorhanden ist. Schon gar nicht für Chemnitz.

    Eine klobige Kiste, die alle Verbindungen versperrt und auch sonst ergeben sich keine sinnvollen Zusammenhänge.

    Außerdem ein weggerissenes Gebäude an der Straße der Nationen, was eine der "wenigen zusammenhängenden Bebauungen" entlang der Straße zerstört.

    Ein Dreijähriger hätte das auch hinbekommen.