Areal "Haus der Statistik"

  • ^ na ja da möchte ich dir jetzt aber schon ein wenig widersprechen. Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands und repräsentiert damit auch. Auch für Berlin selbst ist internationales/nationales Ansehen wichtig, da eine der wichtigsten Einnahmequellen der Tourismus ist. Ein quirrliges, weltstädtisches Zentrum am Alex wäre durchaus im Interesse Berlins, denn es würde die Bedeutung im nationalen Bereich (die meisten Touristen kommen doch tatsächlich aus dem Inland) verbessern.


    Von daher würde ich schon sagen, dass eine Chance vergeben wurde, auch wenn der Entwurf den Ist-Zustand definitiv verbessert.

  • ^Zynismus macht die Diskussion jetzt auch nicht besser. Der Alex macht definitiv immer noch einen trostlosen Eindruck - das würde aber auch eine verbesserte Version des HdS nicht unbedingt lösen. Trotzdem darf und muss man sich hier auch nicht immer mit allem zufrieden stellen. Eine Chance ist definitiv vergeben - man hat wirklich dein kleinstmöglichen Fortschritt genehmigt.

  • Ein Teil des Alex-Problems ist meiner Ansicht nach sowieso, dass man ihm immerfort etwas Weltstädtisches, Repräsentatives andichten will, hinter welchem Ideal er dann aufgrund irgendwelcher Mängel zurückbliebe.

    Dabei hat er tatsächlich nie so richtig diese Rolle gespielt, sondern war immer ein eher zugiger Verkehrsknotenpunkt und eher Transit-Ort, und auch Magnet für Menschen, denen man vielleicht nicht gerne in einer dunklen Gasse begegnet.


    Das soll natürlich kein Plädoyer für Hässlichkeit dort sein. Aber das Haus der Statistik darf da meiner Meinung nach schön saniert stehenbleiben. Ich habe sowieso nie begriffen, was daran so schlimm sein soll. Für mich war es eher immer so eine Art "DDR-Columbushaus" (wenn auch nicht so ansprechend).


    Freuen tue ich mich auch auf den entstehenden Block um das HdS herum.

    Hierdurch wird die Ecke eher noch voller und belebter werden als sowieso schon.


    Alle mal abwarten – wenn die Kreibestraße erstmal auf ist, wird das noch ganz toll am Alex! Nur den Kudamm oder den Pariser Platz (oder bald mal das Hbf-Umfeld) wird man dort wohl eher nicht sehen.

  • Na ja das wirklich unangefochten schönste am Pariser Platz sind die Parterres mit Brunnen und das Brandenburger Tor - den Rest guckt man sich ernüchtert an und geht wieder, wenn man nicht grad ins Adlon will, der Ku’damm is vital und müht sich echt wieder ein ansprechender Boulevard zu werden - der hat von seinen Angeboten her schon mehr Aufenthaltsqualität und um und mit der Gedächtniskirche mehr Spektakel und das Umfeld um den HBF will man sowieso kein zweites Mal in dieser Stadt sehen.


    Den Alex hat man Anfang der 30er mit dem unvollendeten Behrensplan angefangen ins Aus zu schießen, er darf wohl auch als eines der prominenten ersten städtebaulichen Dauer-Opfer in der Hinwendung zur verkehrsgerechten Stadt gesehen werden.

    Es war hier auch wieder mal so ein relativ geschlossener Wettbewerb, den ersten Preis zu einer vereinheitlichten Gestaltung errangen die Luckhardts, waren aber letztlich für die Umsetzung auch mit Blick auf die notwendigen Grundstückserwerbungen zu teuer.

    Zuschlag erhielt also Behrens als Zweiplatzierter und der durfte nun friederizianische und klassizistische Bauten abreißen und hatte wohl auch schon Tietz für eine Schlichtung zur Fassadenangleichung im Boot - kam halt anders - und der Alex wurde unorganisches Fragment.


    Seine beste Zeit hatte der Platz wohl um 1900, der Platz war sowohl gärtnerisch gestaltet als auch Verkehrsplatz und gesättigt mit Theater, Einkauf, Hotellerie, Restaurationen, Cafees und Wohnen - und dann bekam er 20. Jahrhundert und verkümmerte zum Transitort, wovon er sich nie so richtig erholte.


    Das HDS ist hier glaub ich die unwichtigste Randerscheinung - und sollten die Hochhäuser erst mal stehen verliert sich dieser missliebige Bau vielleicht.

    Möglich dass einem in 20 Jahren das geringe Investment in die Aussengestaltung dann auffällt und sich dann zu markanteren Maßnahmen im Zuge einer Sanierung hinreißen lässt.

    Das Statement zum Stadtbild ist zwar recht bedauerlich - aber was am Molkenmarkt und in der Breiten Straße passieren wird - ist glaube ich erst einmal wesentlich bedeutsamer für die Stadt als dieser olle Verwaltungsbau.

  • Für mich ist das Diskusions-Hauptproblem, das ganz viel "am Alex" verortet wird, was da gar nicht ist. U.a. das Rathausforum mit dem Fernsehturm, die halbe Königstadt, das Alexa und die "Banane" und hier jetzt das HdS.

    Ich fände sehr hilfreich, wenn wir, aber auch die Medien, präziser wären und nicht alle Bereiche von denen man den Platz sehen kann dazugerechnet würden. :lol4:

    Das würde das Image des Platzes deutlich verbessern.

  • ^ Netter Versuch, wird aber nix bringen.


    Du kannst zum Alex hinzuzählen oder weglassen, was du möchtest. Der Platz bleibt so oder so hässlich. Und deswegen wird sich am Image dieses Platzes nichts ändern.

  • Teil des Problems in der Wahrnehmung dürfte die derzeit noch recht offen wirkende Flanke neben dem Hotel und die bisher recht lockere Bebauung der Seite die eigentlich nur durch den Saturnwürfel angedeutet wird sein - sonst findet Platz ja wenn auch durch die Tramführung eher zerteilt wirkend, etwas definierter nur auf den Gehwegplatten statt - gen Osten franst er halt aus - das ändert sich hoffentlich endlich mit der Hochhausbebauung - dann sind die Räume definierter - und auch klarer voneinander abzugrenzen - diese Platztypische Fassung kann eher der Fernsehturm gerade für sich wahrnehmen - ist irgendjemandem hier eine sinnvolle Namensgebung für das platzartige Raumbild Geläufig? Die Adresse heißt Panoramastrasse- eine Bezeichnung für einen Ort der sich so als Straße kaum als solche zu erkennen gibt - das könnte man leicht ändern und die Gegend eigenständig auch in der Benennung schlüssiger definieren. Auch die gepflegte Vermarktung des Alex findet überwiegend über den Fernsehturm statt - das Problem mit dem Alexa ist dem Namen schon nach lesbar. Das HDS gehört natürlich nicht zum Alex aber ist n.m.Wahrnehmung, Teil der bisherigen optisch verschobenen Raumkannte - das wird sich wie gesagt mit den Neubauten denke ich aufheben.

  • Du kannst zum Alex hinzuzählen oder weglassen, was du möchtest. Der Platz bleibt so oder so hässlich. Und deswegen wird sich am Image dieses Platzes nichts ändern.

    Ja er ist keine Schönheit - das „Totale“ daran lässt sich wohl aber absehbar abmildern - wenn man dann noch gärtnerisch in die Hände spuckt - könnte es aber endlich wieder ein angenehmes Platzbild ergeben -sogar Potenzial für einen Schmuckplatz sähe ich da, gern Ligusterhecken entlang der Behrensbauten, die ihm sowieso vorschwebten mit Bänken davor die sich streng an ein Blumen /Rasenparterre reihen mit dem Brunnen in der Mitte - dann hat der peinliche Budenzauber da auch ein Ende. Und für Demos gibts ja das Rathausforum 😉

  • Das HDS gehört natürlich nicht zum Alex aber ist n.m.Wahrnehmung, Teil der bisherigen optisch verschobenen Raumkannte - das wird sich wie gesagt mit den Neubauten denke ich aufheben.

    Eben. In ein, zwei Jahren wird zwischen dem Alexanderplatz und dem HdS der Covivio-Turm mit seinem massiven Sockel aufragen. In vier oder fünf Jahren kommt als weiterer Trenner der Hines-Turm (oder ein Ersatz an seiner Stelle) hinzu. Der Raumeindruck wird sich dadurch völlig verändern; die Kreuzung Alexanderstr./Otto-Braun-Straße, die einem heute beim Blick Richtung Osten noch offen vor Augen liegt, wird optisch abgeschnitten sein.


    Natürlich wird im Volksmund das ganze Areal zwischen Alexanderstraße und Spandauer Straße weiterhin unter "am Alex" subsumiert werden – das Gefühl, das man hat, wenn man auf dem Platz steht, ändert sich aber komplett. Am Ende werden im Umkreis von 250 Metern rund um den Alex-Brunnen acht Türme zwischen 125 und 150 Meter Höhe aufragen. Diese Dichte gibt es nicht einmal in Frankfurt (obwohl es dort natürlich stärker in die Höhe geht).

    sogar Potenzial für einen Schmuckplatz sähe ich da, gern Ligusterhecken entlang der Behrensbauten, die ihm sowieso vorschwebten mit Bänken davor die sich streng an ein Blumen /Rasenparterre reihen mit dem Brunnen in der Mitte

    Bitte nicht! Diese Geschmacksverirrung des Wilhelminismus, innerstädtische Plätze in Miniparks zu verwandeln – die muss man nun wirklich nicht wieder aufleben lassen. Der Alex ist (und bleibt) für Blumenrabatten nun wirklich denkbar ungeeignet.


    Endell Sorry, ich hatte den Beitrag gerade nochmal überarbeitet, nachdem ich Deinen zweiten Post gelesen hatte. Sonst nicht meine Art, aber hier hatte sich Ergänzungsbedarf ergeben... ;)

  • Der Alex wird hier verbal stärker heruntergerockt als er es tatsächlich ist. Er ist nicht nur zugiger Verkehrsknotenpunkt sondern er ist nun einmal auch einfach geographisch im Herzen der Stadt. Der KuDamm ist zwar schön, aber schon allein geographisch einfach viel zu weit im Westen. Berlin wird definitiv ein neues Zentrum formen, wenngleich es natürlich immer Subzentren geben wird, aber - aus meiner Sicht - wird der Alex dieses neue Zentrum wieder werden und sollte es auch immer sein.


    Die nun im Bau befindlichen 3 zusätzlichen Hochhäuser jenseits der 130 Meter Höhe + weitere geplante Projekte, werden diesen Platz zum Epizentrum der Stadt machen. Das wird in Summe dann noch mindestens 20 Jahre dauern, aber wenn allein schon in 5 Jahren insgesamt 4 Gebäude über 100 Meter den Platz zieren werden, werden zumindest die nationalen Touristen diesen Platz als eindeutiges Berliner Zentrum identifizieren. Das wird das Prestige überregional betonen und verstärken und weitere Investoren anziehen. Ich prophezeie jetzt schon in ca. 10 Jahren den einen oder anderen Abriss um mehr Platz für investionsfreudige Firmen zu machen, die unbedingt die "Top-Adresse" Alexanderplatz beziehen möchten.


    Und damit hier nicht nur immer Wörter zu lesen sind, anbei auch eine schöne Visualisierung der (nahen) Zukunft des Alexanderplatzes (+ Umgebung ;-) ) von den Machern des "BEAM" Projektes. Ich denke dieser Stand wird in spätestens ca. 10 Jahren Realität sein.


    42096056ek.jpg


    (c) https://beam-berlin.de/ueber-das-beam/

  • Am Ende werden im Umkreis von 250 Metern rund um den Alex-Brunnen acht Türme zwischen 125 und 150 Meter Höhe aufragen. Diese Dichte gibt es nicht einmal in Frankfurt ...

    Abwarten!!! Du schmückst dich bereits mit Errungenschaften, die es noch gar nicht gibt. Das ist wieder die typische Berliner Großmannsucht, die ich so liebe. Bei deine Aussage zur Dichte benützt du das Präsens als Zeitform. Eher angebracht wäre das Futur I. Denn die Dichte gibt es nocht nicht, aber wir haben gute Chancen, dass es diese Dichte mal geben wird.


    Bis tatsächich alle 8 Türme realisiert sind - sofern diese Anzahl im hochhausfeindlichen Berlin nicht wieder nach unten korrigiert wird - werden noch viele viele Jahre vergehen. Ich werde deine Post wieder hochholen ... im Jahr 2050. Und dann gucken wir mal, ob deine 8 Türme dann stehen werden.

  • Endell Sorry, ich hatte den Beitrag gerade nochmal überarbeitet, nachdem ich Deinen zweiten Post gelesen hatte. Sonst nicht meine Art, aber hier hatte sich Ergänzungsbedarf ergeben... ;)

    Kein Problem - ich sehe das gelassen - auch wenn mir jetzt kein wilhelminischer oder viktorianischer Pocket Park vorschwebte - sondern wenn dann eher an so was wie Channel gardens am Rockefeller Center vorschwebte oder eine stimmige streng geometrische Grünzugidee.

    Ligusterhecken gingen ja auf Behrens einstige Vorstellungen hierzu ein - da is ja vieles möglich und die herbe Architektur böte sich irgendwie an - auf dem Platz gibt es ja nun nicht gerade die Menge an Fassadenreizen wie meinetwegen am Grote Markt in Brüssel wo man so was gar nicht bräuchte - bis auf die befristeten funky Blumenteppiche die da alle 2 Jahre mal aufgebaut werden die sind schon beeindruckend.

  • ^^


    Hi hi, das ist belustigend. Ja, ich habe natürlich vergessen, dass das Park Inn den Alexanderplatz zum schillerndsten, glitzernsten und aufregendsten Ort der Hauptstadt macht. Dieses "ikonische" Berlin ist einfach der Wahnsinn!

  • ^häh? hat doch niemand behauptet. Die Behauptung von 8 Türmen stand im Raum und mittelfristig von 4 fertigen Hochhäusern. Du hast von nur insgesamt 3 Türmen gesprochen (hast du ja jetzt scheinbar in deinem Kommentar angepasst). Ich habe dich korrigiert, denn das Park Inn ist doch ein gewaltiger Turm mit über 120 Metern Höhe (wenngleich auch nicht unbedingt ein Schmuckstück). Das sorgt für eine Konzentration an sehr hohen Gebäuden (für Europa) und es ist absolut absehbar bis 4 von diesen Türmen direkt in enger Umgebung stehen, da bereits 3 im Bau sind und einer eben bereits vorhanden ist. Hinzu kommen noch mehrere "mid-rises" in unmittelbarer Umgebung (Motel One, Grandaire, Mercedes-Benz Bank, ...)

  • Bei deine Aussage zur Dichte benützt du das Präsens als Zeitform. Eher angebracht wäre das Futur I.

    Nein, denn die Aussage bezieht sich auf das heutige Frankfurt. Ob es eine solche Dichte in Frankfurt geben wird, wenn es sie in Berlin gibt, kann ich nicht beurteilen. Derzeit gibt es sie nicht.


    Und jetzt schau bitte nochmal, in welchem Tempus der Satz zu den acht Türmen um den Alex geschrieben ist und ziehe den Quatsch mit der "typischen Berliner Großmannssucht" zurück. Das ausgerechnet mir vorzuwerfen, ist wirklich absurd.

  • Nein, denn die Aussage bezieht sich auf das heutige Frankfurt. Ob es eine solche Dichte in Frankfurt geben wird, wenn es sie in Berlin gibt, kann ich nicht beurteilen. Derzeit gibt es sie nicht.

    "Derzeit" gibt es aber auch keine HH am Alex (außer dem Parkinn). Das Bankenviertel in Fra (ohne Winx, von Coba - Maintower / Japancenter - Four) ist sogar von der Grundfläche vergleichbar mit dem Alex (TLG-Riegel bis Kaufhof-HH / Kaufhof-HH - Alexandertower). Wenn ich einen 380x380m Ausschnitt auflege, bekomme ich sowohl in Fra/Bankenviertel, als auch am Alex alle HH in die Schablone.


    In Fra/Bankenviertel zähle ich auf dieser Fläche: 11 HH (ü100m). Das gilt inklusive "Four", das sich im Bau befindet. Dazu kommen in den nächsten Jahren vorraussichtlich der 206m hohe Sparda-Tower, der ebenfalls in die Schablone passt und es ist ein ca. 180m hoher Turm neben dem Japancenter geplant, der ein neues Opernhaus (zukünftige Kulturmeile) begleiten soll.

    • Bestehende 1 gegen bestehende 7.
    • Inkl. im Bau befindliche 4 gegen 11.
    • Mögliche 8 (9*) gegen mögliche 13.

    *HH hinter HdR, Planung offen

    Das ausgerechnet mir vorzuwerfen, ist wirklich absurd.

    Immerhin weißt du jetzt wie sich das anfühlt. :pet:

  • Ob es eine solche Dichte in Frankfurt geben wird, wenn es sie in Berlin gibt, kann ich nicht beurteilen. Derzeit gibt es sie nicht.

    Doch, im Frankfurter Bankenviertel gibt es bereits heute diese Dichte. Einen Dank an Berlinier, der das Cluster im Bankenviertel schön beschrieben hat.


    Im Cluster des Frankfurter Bankenviertels stehen die Hochhäuser direkt nebeneinander - dicht an dicht. Und dieses Cluster existiert bereits heute. Dieses Cluster hat bereits im Jahr 2021 eine höhere Dichte als der zukünftige Alexanderplatz, wenn er mit allen 8 Türme fertig gebaut ist.


    • Bestehende 1 gegen bestehende 7.

    Berlinier, dann hast du den Eurotower nicht mitgezählt, oder? Mit dem Eurotower sind es sogar 8 bestehende HH.