Kö-Bogen: 2. Bauabschnitt (Bauphase)

  • Jetzt ein sarkastischer Vorschlag für das kleine Gebäude in der Karte als "Leseecke" bezeichnet. Dort könnte doch das Infopavillon umziehen, nochmal 700 - 800 T€ für Ab- und Aufbau. Dann wären für diesen Glaskasten schon fast 3 Mio. € verschwendet.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Eine Möglichkeit wäre ein Gebäude anstelle des Pavillons, das zum Teil die Ecke des Straßenblocks östlich davon und den Raum über der Straße dazwischen vereinnahmt - dort, wo jetzt die gepunktete Straße eingezeichnet wurde, würde ein etwas schmalerer zweigeschossiger Durchgang reichen.


    Wo soll denn dann der Unterschied zur alten Planung sein?
    Das Baufeld 4 würde nur ein bisschen verkleinert und nach Süden verschoben - mit dem Ergebnis, dass die Sichtachsen doch nicht frei bleiben!
    Da der Pavillon zum Glück nur eine Option sein soll, kommt er hoffentlich gar nicht bzw. nichts größeres hin.

  • Die Neugestaltung gefällt mir überhaupt nicht.

    Das liegt nicht an dem Gustav-Gründgens-Platz und einer angeblich fehlenden Fassung. Nein, total missraten ist im Vergleich zum Vorentwurf der neue Jan-Wellem-Platz - undefiniert, eigentlich kein richtiger Platz, sondern irgendetwas zwischen verbreiterter Straße, Kreuzung und Straßenbahnhaltestelle. Nach Norden nur begrenzt durch eine - Achtung! Das muss ein Scherz sein! - Leseecke.

    Was?! Glaubt wirklich irgendjemand, dass sich dort irgendjemand nieder lässt, um ein Buch zu lesen? EIne ähnlich verfehlte Planung wie diese Groß- und Kleinfeldschachbretter, die irgendwann zwischen 60er und 70er Jahren überall entstanden sind und auf denen nie irgendjemand Schach spielt.

    Und warum soll das größere der neuen Gebäude in der Höhe zum GGP hin gestaffelt sein?

    Ich hätte es verstanden, wenn man den GGP selbst begrünt hätte. Hätte im Sommer bestimmt viele Leute angezogen, denn eine sonnige Freifläche fehlt im östlichen Teil des Hofgartens bisher. Der nun hinzugekommene grüne Platz wird aber total seltsam wirken.

    Interessant finde ich an der neuen Skizze übrigens, dass der nördliche Gastronomie-Pavillon in der linken oberen Ecke anders aussieht, als auf den Darstellungen zuvor.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    mit dem Ergebnis, dass die Sichtachsen doch nicht frei bleiben

    Man braucht doch nicht unendlich viele Sichtachsen auf ein Hochhaus sehr knapp über dem breiten Durchschnitt - mich erschreckt diese Ikonisierung, die um dat Dingens freiwillig Brachen anlegen lässt, die in Berlin nur durch den WKII und die DDR-Vernachlässigung entstehen konnten. Und selbst wenn man es zu brauchen meint - für einen Fußgänger reicht der Blick von der Mitte des Jan-Wellem-Platzes durch einen breiten und hohen Durchgang. Im Prinzip könnte als Pendant zum Tuchtinsel-Hochhaus gegenüber ein zweites entstehen, vielleicht etwas niedriger - dann hätte die Grünfläche zwischen diesem und dem Dreischeibenhaus mehr Sinn.
    Eventuell - dieses kleinere HH in die südwestliche Ecke des neu geplanten Straßenblocks integrieren, ein wenig könnte es aus diesem Block gen Westen herausragen - dann könnte die westlich angrenzende Leseecke-Fläche frei bleiben. Und schon ist der neue JWP deutlicher gefasst.

    Was ist wieder der Nutzen von undefinierten Übergängen zwischen dem Park und den zwei Nicht-Plätzen, damit nur hier ein kleiner Rasen und da ein kleiner Rasen entstehen können? Möchte man etwas mehr Freifläche haben - Fußgängerzone statt den Autodurchfahrten auf dem Platz und in der Schadowstraße (man könnte sie dann stärker begrünen), schon hat man viel mehr gewonnen.

  • Komplizierter werdene Ideenfindung.

    Ich finde, dass die Neuplanung einerseits Vor- und Nachteile zugleich bringt. Zu beachten wäre Erstens, dass durch die verringerte Zahl der Bauflächen es eventuell einfacher ist, den zwei anderen Baufeldern mehr Handlungsspielraum zu überlassen. Diese sollten dafür aber die maximale GRZ ausnutzen dürfen bzw. sie leicht überschreiten. Zweitens wäre es eine durchaus löbliche Idee, das Areal des KB-II auch mehr mit dem Hofgarten zu verbinden. Gerade die Fläche vor und um das Schauspielhaus schreit förmlich nach mehr Grün.

    Das Hauptproblem ist weiterhin, dass wir zwei Solitäre in einer - für die Innenstadt - solitären Flächenart haben. Ich meine damit, dass die komplette Umgebung, in der DSH und SSP stehen, die gleiche Architektursprache spricht, die beide Gebäude ausstrahlen - klassischer Nachkriegs-Betonbau. Die Tiefgarage unter der GGP ist dabei ein für uns heute ziemlich einschneidener Faktor, da sie eine komplett neue Platzgestaltung sichtlich erschwert.

    Warum hält sich keiner auf dem Platz auf? Da kann man natürlich 3 Sachen sich direkt aus den Fingern saugen - 1. Fehlende Bänke, 2. Wenig Grün, 3. Keine Gastronomie. Der GGP war ja auch nie als Versammlungsplatz geplant, sondern als Zwischenraum von DSH und SSP. Dieses Problem wird jetzt durch den Kö-Bogen verstärkt, da er wie ein Magner jetzt schon die Passantenströme von der Schadowstraße anzieht. Dies wird aber auch einen leichten positiven Effekt haben, denn sobald die U-Bahnbaustellen verschwunden sind und man von Juppen quer zum Kö-Bogen rübergehen kann, werden viele Menschen bei ihrem Weg dorthin den GGP tangieren. Somit hat man schonmal die Grundvorraussetzung geschaffen, das Menschen das Schauspielhaus im Vorbeigehen zumindest wahrnehmen. Nur wie kann man es schaffen, einen Ausgleich zwischen KB-Promenade und dem GGP zu erzeugen?

    Ich sehe da in erster Linie die Chancen in einem Gebäude, was sich im Gegensatz zum Kö-Bogen mehr an dem Mainstream orientiert - jedoch aber - in der Architektur einen besonderen Weg geht. Es muss es schaffen, 3 Sachen miteinander zu vereinbaren - 1. Das Grün den Hofgartens in die Stadt zu tragen, 2. Eine ästhetische Verbindung zwischen der Nachkriegsarchitektur und der postmodernen Architektur (P&C, KB) zu schaffen, 3. Dem Gustav-Gründgens-Platz endlich eine kantierende Südgrenze zu geben.

  • ^ Warum sich auf dem Gründgens-Platz keiner aufhält?

    Das hat meines Erachtens vor allem folgende Gründe:

    - es gibt keinen Grund dort hinzugehen; keine Gastronomie, keine Geschäfte, nichts
    - die Gestaltung sagt jedem Besucher: Weg hier! Eine Wüste.

    Das Problem wird durch die neuen Pläne aber keineswegs behoben. Das Elend kann man sich dann eben aus der Ferne angucken. Eine Lösung wäre, auch da aufgrund der Tiefgarage die Nutzung ansonsten sehr eingeschränkt ist, eine große Rasenfläche auf dem Platz (natürlich mit Wegen, Blümchen, Kunst, etc.) als Erweiterung des Hofgartens. Warum diese 60er Jahre-Bauten auf Ewig in dieser menschenfeindlichen Umgebung stehen müssen, nur weil dass vor 50 Jahren mal jemand ästhetisch fand, erschließt sich mir eh nicht.

    Die aktuell zur Debatte stehende Planänderung wirkt auf mich jedenfalls wie schnell im Wahlkampf dahingeferkeltes Irgendwas. Auf Teufel komm' raus etwas Kulturelles (Leseecke), etwas Grünes (Kräutergarten) und dann dazu dieser lieblos platzierte quadratische Baukörper - einfallsloser geht's nicht.

    Interessant übrigens dieser Gegenvorschlag eines Konsortiums, dem auch Morkramer angehört:
    http://www.rp-online.de/region-duessel…z-vor-1.3803588
    Der Plan sieht einen wahlweise 12m oder 15m hohen Glaspavillon mit interessantem Nutzungskonzept auf geringer Grundfläche vor. Schade nur, dass die Rp kein Bild abgedruckt - findet das jemand?

    Zu guter Letzt noch ein Interview zum Thema:
    http://www.rp-online.de/region-duessel…etzen-1.3803601

  • Ich halte die neuen Pläne auch für eine Schnapsidee. Das Hauptproblem des GGP als undefinierter Fläche bleibt bestehen und wird mit dem Wegfall der (temporären) Straße noch verschärft. Es ist richtig, dass am Rande des GGP keine massigen Gebäude denkbar sind. Den Raum in seiner Haltlosigkeit zu belassen, ist aber erst recht keine Option. Ungegliedert bliebe so auch die neue Promenade von der Johanneskirche zum Hofgarten. Das alles ist viel schlechter als die Molestina-Planung (die mich auch nicht 100%ig überzeugt).

    RP-Print hat einen interessanten Vorschlag von Planern, Werbern und Eventspezialisten heute - einen zurückhaltenden, transparenten, durchlässigen Bau von msm. Das geht in die richtige Richtung.

    Nachtrag: Der GGP leidet im Moment am (früheren) Schadowplatzsyndrom: Der Platz endet unmotiviert in einem Verkehrsraum. Beim ScP wurde das Problem mit Haus Königsallee und Haus Hofgarten gelöst. Die Lösung beim GGP steht aus.

  • "Nutzung bestimmt Architektur" heißt ein heutiger Artikel – völlig richtig. Düsseldorf muss sich entscheiden, wie die neu gewonnen Flächen genutzt werden. Am wertvollsten (da besonders belebend) wäre Gastronomie entlang der neuen Grenzen des heute noch grenzenlosen Gustaf-Gründgens-Platzes.

  • Die RP berichtete heute über die Sitzung des Stadtrats mit Anträgen und Lautstärke unter Parteifreunden (Alexander Fils wollte den Gründgens-Platz mit einem zweistöckigen Gebäude vom Westen einfassen) - was am Ende beschlossen wurde, konnte ich dem Artikel nicht entnehmen, nur dass der SPD-Antrag auf den städtebaulichen Wettbewerb mit Bürgerbeteiligung durchfiel. Vielleicht bleibt es beim letzten OB-Vorschlag.

    Damit man die Sichtachsen besser sehen kann, habe ich am Sonntag südlich vom Kö-Bogen/Breuninger stehend dieses Foto gemacht:



    So wird diese nicht unwichtige Blickachse mit der Anlieferungszone von COR abgeschlossen. Was auch am Jan-Wellem-Platz entstehen könnte, wird die Wunderwerke am linken Bildrand nicht verdecken - derzeit sind es 7 Etagen. Obwohl ich schon mal für differenziertere Geschossigkeit als überall 6 plädierte, der letzte Vorschlag mit 6/5 entspricht der hier-bisserl-streichen-da-bisserl-streichen-Manier, es hätten auch ruhig 6/7 sein können. Ein sehr markantes Bauwerk am rechten Bildrand vorne bietet sich geradezu an.

    In diesem WAZ-Artikel spricht Elbers nur noch von 10 bis höchsten 13 Etagen des Tuchtinsel-Hochhauses, das jedoch filigran werden sollte - und wie soll es bei diesen Proportionen gehen? Da eine gewisse Grundrissfläche sein muss (wenige Meter schmale Hochhäuser baut man nur in Tokio), wird das HH mit abnehmender Höhe immer klotziger. Schon wieder wird die Gestaltung durch Reduktionitis ersetzt, egal wie kontraproduktiv das Ergebnis sein mag.

  • Nach meinen Informationen wollte die SPD einen neuen städtebaulichen Wettbewerb ausloben lassen.:nono:

    Ich habe Verständnis, dass im Rahmen der Ausarbeitung über Detailpunkte gesprochen werden kann, aber ein Wettbewerbsergebnis, das u. A. die Vertreter der Stadt mit entschieden haben, sollte grundsätzlich Gültigkeit haben und nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden.
    Andernfalls sind Architektur-Wettbewerbe lächerlich!

    Ich finde es für die räumliche Ausformulierung des Gustav-Gründgens-Platzes nicht wichtig, ob an der westlichen Platzkante ein neuer Gebäudekörper entsteht; das Dreischeibenhaus definiert hier die Platzkante ausreichend.

    Aber nach Süden, zur Schadowstraße hin, sollte der Platz deutlich vom Straßenraum differenziert werden;
    Blickbezüge zum Schauspielhaus gibt es auch zwischen den geplanten Gebäuden ausreichend.
    Dieses ist ja auch beim Molestina-Entwurf der Fall.

    Wichtig finde ich weiterhin die Formulierung des Kreuzungsbereiches Schadowstraße mit Berliner Allee.
    Hier sollte ja ein neuer kleiner (Jan-Wellem-) Platz entstehen, dieser sollte dann aber auch räumlich wahrnehmbar sein.

    Zur angesprochenen Höhe eines Hochhauses auf der Tuchtinsel:
    Sollte hier ein einigermaßen wirtschaftlich tragbares Gebäude entstehen, müsste es schon deutlich mehr als 13 Etagen bekommen.
    Andernfalls sollte man von einem Hochhaus Abstand nehmen.

    Ein städtebauliches Statement durch einen Hochpunkt finde ich an dieser Stelle auch durchaus verträglich.

    Vielleicht sollte die Politik die Ausarbeitung des Wettbewerbsergebnisses besser den Fachleuten überlassen - Man merkt, dass die Kommunalwahl nicht mehr weit weg ist.

  • Ja, die SPD forderte, einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Das wurde zu recht abgelehnt. Einen städtebaulichen Wettbewerb hat es bereits gegeben und sein Ergebnis ist ein rechtsgültiger Bebauungsplan. Nach meiner Ansicht kann es nur noch um Entscheidungen im Detail und nicht um Grundlegendes gehen.

    Vor allem geht es darum, den städtebaulichen Entwurf mit Leben, d.h. mit Architektur zu füllen. Wie und in welchem Maße sollen die Baufelder genutzt werden? Dazu kann es einen Zusatz im Bebauungsplan oder auch einen städtebaulichen Vertrag geben. Und ja: weitere Wettbewerbe im Rahmen des bestehenden Plans sind wünschenswert. Auch beim Baufeld 4 kann es meiner Ansicht nach nur um das 'Wie' und nicht um das 'Ob' gehen. Sonst ist die Straßenbahn demnächst die Grenze des GGP.

  • Gar keine Bebauung vor dem Dreischeibenhaus halte ich auch nicht für richtig. Ziel der Stadt (bzw. des OB) ist wohl, den GGP zu beleben und die Sicht auf das Schauspielhaus nicht zu verdecken. Beides wird auch nach der derzeitigen "Leseeckenplanung" nicht gelingen. Die Fußgängerströme werden auch bei einem "offenen" GGP über die Schadowstraße nach Osten fließen, vor allem weil dort bald das Nadelöhr der Überquerung der Straße wegfallen wird. Den freien Blick zum Schauspielhaus wird die Baumallee versperren, zumindest von P&C und Breuninger aus.

    Im Gegenzug bringt der Vorschlag den Nachteil, dass weder der neue Jan Wellem Platz noch der GGP vernünftig eingefasst sind und eine offene undefinierte Fläche entsteht. Ob es auch Fallwinde vom Dreischeibenhaus geben wird, lass ich mal offen. Genauso, ob eine komplett freie Sicht auf das Dreischeibenhaus und das Schauwirklich notwendig sind.

    Ich glaube, man sollte den jetzigen Bebauungsplan respektieren und das Baufeld 4 bebauen. Dies würde den GGP einfassen. Gleichzeitig könnte man den GGP mit Gras begrünen, vielleicht mit 4 Wegen, die sternförmig von den Ecken zur Mitte hin laufen, wo sich (wenn möglich) ein kleiner Springbrunnen oder eine Statue befinden. Einige Bänke noch dazu, vielleicht fest installierte Sonnenschirme und fertig ist eine kleine grüne Oase, die sich hervorragend im Sommer zum verweilen eignet, sei es für die Büroangestellten zum Mittagessen oder für Shopper, die mal eine kleine Pause brauchen. An so einem Platz könnte man dann auch Gastronomie ansiedeln.

    Um die Situation des GGP und des Schauspielhauses zu verbessern, bedarf es einer Veränderung des Platzes selber und nicht nur Maßnahmen in der Umgebung. Sichtachsen wird es auch bei einer Bebauung des Bereichs vor dem Dreischeibenhaus geben.

  • Wie eine Grünfläche sollte der GGP allerdings nicht gestaltet werden, eine harte Oberfläche ist schon sinnvoller; es mangelt dort ja nicht an Grünflächen.

    Für den Platz selber ist aber die deutliche Ausformulierung der südlichen Platzkante bis an die Berliner Allee heran entscheidend.
    Ein flacher Glaspavillon wäre hier zu wenig!

    Einen gewissen Abstand zum Dreischeibenhaus ist sicherlich verträglich; hierfür muss das angesprochene Baufeld ja nicht komplett entfallen.
    Auch wenn die Stadt den Eigentumsverhältnissen dort Rechnung tragen will, um komplizierte Umlegungsverfahren zu vermeiden, dürfte eine bessere Lösung machbar sein.

    Es sollte schon eine deutliche Verbesserung der stadträumlichen Situation in dem Gesamtbereich heraus kommen, um die Maßnahmen zu rechtfertigen.

  • Dreischeibenhaus und Schauspielhaus sind von ihrer architektonischen Grundaussage her als städtebauliche Dominanten und Solitäre konzipiert. Die Idee, das Hochhaus könne einen Platz rahmen, ist geradezu absurd.
    Eine Sichtachse auf diese Gebäude ist zwar gerechtfertigt.

    Der Platz, bei dem es in Molestinas Entwurf aber eigentlich geht, ist der neue JWP. Dieser braucht unbedingt eine Fassung. Er verspricht eine extrem hohe Passantendichte und sollte entsprechend gute Aufenthaltsqualität bieten. Dieses Gut emfinde ich als weitaus höher als die fehlende Sichtachse. Molestina haben sich schon was bei ihrem Entwurf gedacht.

    Der GGP dagegen wird so oder so Vorhof des Schauspielhauses bleiben und nie als Platz angenommen werden.

    Die alberne Markthalle tritt in einen aussichtslosen Konkurrenzkampf gegen das Schauspielhaus, das doch betont und nicht "bekämpft" werden soll.
    Und wieso dieses Gebilde ausgerechnet die Sichtachse retten soll, in der es steht, kapiere ich beim besten Willen nicht.

  • ^ Zustimmung.

    Der GGP wird nie Aufenthaltsqualität bekommen. Die Fallwinde vom DSH machen ihn unerträglich windig, kalt und ungemütlich.

    Die Markthalle ist eine Schnapsidee. Wo gibt es denn eine funktionierende geplante Markthalle mit solchen Ausmaßen in so einer Lage?

    Und jetzt komme mir niemand mit La Rambla, wo die Markthalle in einem Hinterhof versteckt ist, oder Budapest, wo die (ausschließlich Salami, Schinken, Pepperoni und Paprika feilhaltenden) Markthallen ebenfalls nicht in 1A oder 1B Lagen zu finden sind.

    Eine Markthalle hat in dieser verhältnismäßig mondänen und modernen Lage nichts zu suchen.

  • ^ Die RP veröffentlichte genügend Details. So sorgt sich eine Kommunalpolitikerin einer gerade überall rausfliegenden Partei, das Tuchtinsel-Hochhaus möge nicht zu hoch sein - zuletzt schrieb mamamia treffend, die Politiker sollten sich in dieser Frage lieber etwas raushalten. (Was genau der Frau "zu hoch" ist, wurde nicht verraten - nur an einer anderen Stelle, dass sie die Markthalle-Idee toll findet.)
    Dann werfen die ewigen Feinde der ersten Partei vor, mit dem Grundstücksverkauf würde man den Tunnelbau finanzieren - als ob solide Finanzierung eine Sünde wäre. Ein Zuschauer meint, es gebe genug Büros an der Schadowstraße - der Spruch, den über jede zentrale Gegend jeder Großstadt immer irgendwer in die Runde wirft.
    Dann Sprüche, man solle die Bebauung nicht aus den Augen verlieren, was immer das überhaupt bedeuten mag - gleich werde ich an die Komödie Der Minister erinnert, die hier zur städtebaulichen Tragikomödie wird.

    In der anderen Runde mit Architekten wurde dem Protokoll nach ebenso wenig Bindendes gesagt - nur das Ideensammeln verkündet.

    Apropos Markthalle, die Visualisierung unter #514 - bei diesem Design und in der nobelsten Gegend könnte ich mir den Verkauf von Trüffel und Kaviar vorstellen, aber nicht normaler Lebensmittel im vernünftigen Preisrahmen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Bau-Lcfr (20. November 2013 um 09:35)

  • Der GGP ist eine Problemzone, aber die aktuelle Debatte zielt gerade darauf ab, daran etwas zu ändern. Bei dem jetzigen grundlegenden Stadtumbau den GGP gleich wieder aufzugeben, ist mir zu einfach. Die Geschichte mit den Fallwinden kann ich übrigens nicht bestätigen - die habe ich nur höchst selten dort wahrgenommen. Der Platz war einfach ätzend hässlich und hat mit dem Austausch Kö-Bogen 1 für 1000füßler erst etwas hinzugewonnen. Da muss noch mehr folgen. Ein besseres Pflaster wäre schon einmal ein Plus - oder ist die Tiefgarage dafür auch zu baufällig?

    Der Begriff 'Markthalle' ist schief hier. Es soll ja ein offenes, durchlässiges und im Übrigen eher kleines Gebäude sein, das die schlanke Seite des DSH aufnimmt - völlig anders als in Budapest oder Barcelona. Gastronomie dazu und ich kann mit der Nutzung etwas Anfangen. Der Entwurf oben ist interessant, sollte sich aber einem Wettbewerb stellen.


    Zur Geschosshöhe: Drei bis vier Obergeschosse sind in meinen Augen das richtige Maß. Ansonsten gilt: Wer baut, nimmt Sichtbeziehungen und gibt neue. Damit muss Architektur umgehen. Das DSH und das Schauspielhaus stehen jedenfalls mit Vorplatz und Parklage höchst prominent. Daran wird sich nichts ändern.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Es soll ja ein offenes, durchlässiges und im Übrigen eher kleines Gebäude sein, das die schlanke Seite des DSH aufnimmt

    Das klingt wie eine der Marktstände-Zellen vom Carlsplatz (Foto vom Anfang November), den man bei Gelegenheit etwas befreien könnte.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Zur Geschosshöhe: Drei bis vier Obergeschosse sind in meinen Augen das richtige Maß.

    Für die Markthalle? Ich kann mir kein schmales mehrgeschossiges Gebäude mit dieser Nutzung vorstellen.

    Die RP veröffentlichte einen Tag später noch einen Bericht über die Podiumsdiskussion. Molestina warnte, die große Fläche könne die zu wenig eingefasste Schadowstraße wieder in zwei Teile trennen. Es fielen Forderungen nach Wohnungen in der Gegend, die jedoch nicht zu viel kosten sollten - was ist denn nicht zu viel für eine Wohnung mit Cartier darunter? Selbst fast an der Kö reflexartig nach Sozialwohnungen zu rufen halte ich für wirklich absurd - es sei denn, die Bewohner sollten täglich erinnert werden, was sie sich nie werden leisten können.

    Ein Politiker stellt sich schon Fallwinde wegen des Tuchtinsel-Hochhauses vor, welches im Süden der Tuchtinsel die Johanneskirche "erdrücken" sollte - es scheint langsam, jedes dritte Düsseldorfer Gebäude soll freie Sichtachsen gegönnt bekommen. Architektonisch ist sie kaum mehr als eine x-beliebige Kirche des 19. Jh., welche ich auf Reisen nicht mal fotografiere, so verbreitet sie sind. Das Hochhaus wird ja nicht wenige Meter von der Kirche stehen, sondern ein Stück weit weg - in jeder Innenstadt findet man in diesem Umkreis irgend ein Gebäude des 19. Jh., oft auch eine Kirche.