Beiträge von Dorfbewohner

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    ^ Nur zur Klarstellung: Der "Vorgängerbau aus den 60ern" wurde 1873 -1875 nach Plänen von Ernst Giese errichtet. Aus dieser Zeit stammt noch das (natürlich heute vollkommen unzeitgemäße) Bühnenhaus.

    Nach vorübergehender Nutzung als Landtag (1946) wurde 1954 -1956 der Zuschauerraum neu gestaltet und die Oper 1957 wieder eröffnet. Die angebauten Treppentürme an der Hofgartenseite stammen aus den 90er Jahren.

    Das Gebäude steht im Übrigen wegen der in der Monumentalarchitektur seltenen Verknüpfung von Traditionalsismus und Elementen der Nachkriegszeit unter Denkmalschutz.

    Im Prinzip ergibt sich mit der Standortverlagerung die Chance, das Denkmal zumindest in Teilen zu erhalten.

    Es ist schon faszinierend zu sehen, wie sehr der Snøhetta-Entwurf die Forengemeinde spaltet. Schlechte Architektur schafft so etwas nicht.

    Meiner Meinung nach ist es der mit großem Abstand beste Entwurf, sowohl hinsichtlich der Kubatur als auch in der Formensprache (auch im Inneren).

    Keiner der anderen Entwürfe hat sich ernsthaft mit der Besonderheit der Grundstückssituation auseinandergesetzt. HPP enttäuscht hier mit seinem chaotisch wirkenden Fassaden-Wirrwarr besonders, und die übrigen Entwürfe könnten von außen auch als Kaufhäuser durchgehen.

    Ich wünsche ja Karstadt wirklich nichts Schlechtes, aber wenn deren Gebäude nur halb so groß wäre und zur Schadowstraße hin ein Vorplatz für die Oper entstehen könnte - das wär' schon schön!

    ^ Das Dreischeibenhaus ist als Solitär konzipiert und kommt nur dann zur Geltung, wenn es NICHT in einem Cluster steht. Glücklicherweise hat sich das Schauspielhaus dazu gesellt und bildet mit dem Dreischeibenhaus trotz vollkommen gegensätzlicher Formensprache ein fantastisches Ensemble.

    Ich kann gut verstehen, dass die Stadtplaner diese Situation nicht durch Konkurrenzbauten verhunzen wollen.

    Abgesehen davon finde ich allerdings auch, dass Düsseldorf seine Hochhauscluster verdichten sollte. Aber da, wo es passt (südlich der Kö und rund um das ARAG-Haus).

    Was für ein schöner Entwurf!

    Endlich mal ein Eckhaus, das seiner blockprägenden Situation gerecht wird.

    Der rückspringende Dachaufbau kommuniziert mit der Dachpyramide am anderen Blockende und verleiht in Verbindung mit der Vereinheitlichung der Traufhöhe dem Gesamtbild eine Harmonie, die bis ins frühe 20. Jahrhundert eigentlich eine städtebauliche Selbstverständlichkeit war und offenbar irgendwie in Vergessenheit geraten ist.

    Das bisschen Fassadenbegrünung halte ich persönlich hier für überflüssig; dies tut dem positiven Gesamteindruck aber keinen Abbruch.

    ^ Es steht völlig außer Frage, dass die Architektur der klassizistischen Epoche auch nach 200 Jahren noch geschätzt wird, und ich bin froh, dass in der Karlstadt oder auch in Form des Ratinger Tors in unserer Stadt noch Einiges davon erhalten ist.

    Nur: Was hat das mit der Kö oder auch mit dem Treese-Entwurf zu tun?

    Treese präsentiert einen auf mich völlig beliebig wirkenden Mix aus Versatzstücken (hauptsächlich) der Neo-Renaissance, der dem Ziel dient, einer kaufkräftigen Kundschaft durch den Einsatz von möglichst viel Naturstein das Gefühl von "Wertigkeit" zu vermitteln.

    Offenbar gibt es analog zum Kindchen-Schema (wie süß!) einen Reflex bei historisierender Architektur (wie schön!), der bei bei vielen Menschen angesichts von Bossen, Risaliten und Rundbögen automatisch ausgelöst wird.

    Gott sei Dank sehen sich viele Architekten nicht nur als Verwalter überkommener Ausdrucksformen, sondern als künstlerische Gestalter, die veränderte technische Möglichkeiten zur kreativen Gestaltung neuer Formen nutzen. Auch die Bauhaus-Bewegung (die im Übrigen mit dem Neubau an der Kö aber auch rein gar nichts zu tun hat) fühlte sich diesem Ansatz verpflichtet.

    Nur so konnten architektonische Meisterwerke wie das Dreischeibenhaus, das Schauspielhaus oder der Mannesmann-Bau von Behrens entstehen.

    Die Fassade der früheren Trinkhaus-Bank gehört nicht in diese Kategorie. Sie folgte dem Zeitgeist der 70er Jahre und hat die typischen 50 Jahre Lebensdauer von Epochenarchitektur nicht überschritten.

    Aber der Rest, immerhin 70% der Bausubstanz, kann erhalten bleiben. Neue, gute Architektur muss sich der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlen und nicht der Mode.

    ^ Die Rahmenbedingungen für Bauvorhaben jeglicher Art haben sich in den vergangenen Monaten rasant verschlechtert - sowohl hinsichtlich der Bau- als auch der Finanzierungskosten.

    Zigtausende privater Bauherren überprüfen ihre Investitionsvorhaben und stellen diese ggf. zurück.

    Ich halte es nicht nur für gerechtfertigt, sondern darüber hinaus für die unbedingte Pflicht politischer Entscheidungsträger, es genau so zu machen. Es geht ja auch um meine Steuergelder.

    Eine demokratisch verankerte Partei als "unwählbar" zu bezeichnen, weil sie in der Lage ist, ihre Entscheidungsgrundlage den veränderten Bedingungen anzupassen, stellt eine völlig indiskutable Polemik dar.

    Ich halte es für ausgesprochen mutig, sich der Realität auch dann zu stellen, wenn dies zu unpopulären Ergebnissen führt.

    Abgesehen davon ist ja noch gar nichts entschieden.

    ^ Nr. 43 ist in fast jeder Hinsicht misslungen. Jetzt haben schon beide Nachbarhäuser eine einheitliche Traufhöhe und ein Terrassengeschoss und warten seit Jahrzehnten auf den Lückenschluss - warum kann man sich dann nicht wenigstens anpassen?

    Ein Gutes hat der Neubau aber auf jeden Fall: Das benachbarte Eckhaus mit seinen mutig abwechslungsreichen Fensterformen und der gelungenen vorspringenden Fassade steht nicht mehr als hohler Zahn da und kann seine architektonische Qualität endlich einigermaßen gut zur Geltung bringen.

    ^ Ich stimme Kutscher zu. Im Grunde haben alle anderen Büros das Thema verfehlt oder mit ihren hübschen Fassadengestaltungen zumindest verwässert und vom Wesentlichen abgelenkt.

    Es ging bei dem Wettbewerb eben (noch) nicht um Architektur, sondern allein um die städtebauliche Einbindung (samt Umfeld). Daher auch die frühzeitige Einbeziehung von Landschaftsarchitekten.

    Insgesamt erscheint mir dies bei den Entwürfen für den Wehrhahn besser gelungen zu sein - wahrscheinlich, weil das Umfeld hier viel homogener ist als an der HH-Allee.

    Ich gehöre der Minderheit an, die den Standort "Wehrhahn" aus folgenden Gründen vorzieht.

    1. Die beiden wichtigsten Bühnenhäuser der Stadt (mit dem Schauspielhaus) entlang der Haupteinkaufsstraße anzusiedeln relativiert den rein kommerziellen Charakter der Schadowstraße und trägt zu deren "Kultivierung" bei.
    2. Historisch handelt es sich um einen Bühnenstandort, der wiederbelebt werden könnte (auch wenn die Tonhalle "ein Haus weiter" war).
    3. Für den jetzigen Opernstandort wird sich viel leichter eine hochwertige Nachnutzung finden lassen als für den Ex-Kaufhof.

    Den Entwurf von J. Friedrich mit seiner fährschiffartigen Eingangssituation finde ich sehr spannend, insbesondere im Hinblick auf die dunkle Jahreszeit.

    Von den Entwürfen für die Heinrich-Heine-Allee gefällt mir H. Larsen ganz gut: Hoher Wiedererkennungswert und interessante Kubatur. Vor allem aber schmiegt er sich an den Hofgarten an anstatt ihn als Opernterrasse zu missbrauchen. Aus dem gleichen Grund lehne ich den Entwurf von Ingenhoven strikt ab.

    Mir erschließt sich nicht ganz, wie man in einem transparenten und skulptural geformten Glasbau mit elegant geschwungenem Dach einen "Klotz" erkennen kann.

    Daneben ist Architektur immer auch umbauter Raum. Und wenn man den Visualisierungen vom Inneren glauben kann, dann wird der einfach nur großartig.

    Abgesehen davon, ist die gegenwärtige Gestaltung der Königstraße sehr bescheiden. Allein der zum MLP angehängte rudimentäre Bau (mit dem Edel-Optiker) stellt in meinen Augen eine architektonische Zumutung dar.

    Bestenfalls könnte man einwenden, dass das zeitlos schöne Kö-Center mit seinem Hochhaus seinen dominanten Charakter verliert - meiner Meinung nach aber ein vergleichsweise kleiner Preis für ein so starkes Projekt.

    Mehrfach wurde die Befürchtung geäußert, dass aufgrund der Konkurrenzsituation die Position der bestehenden Einzelhandelsgeschäfte geschwächt werden könnte.

    Für den Sortimentseinzelhandel gelten aber eindeutig Agglomerationsvorteile. Je mehr ähnlich gelagerte Geschäfte an einer Stelle, desto besser für alle Beteiligten, da die Anziehungskraft des gesamten Quartiers steigt. Dieser Effekt ist in unzähligen Studien nachgewiesen.

    Es ist auch zu berücksichtigen, dass mit der neuen Passage die Qualität des Martin-Luther-Platzes in seiner Eigenschaft als Scharnier für die gesamte Innenstadt verbessert wird. Von hier aus sind alle Einkaufsquartiere (Schadowstr, Kö, Immermannstr., Berliner Allee) bequem zu erreichen.

    Der Übergang von den übrigen Quartieren zur Kö wird durch eine weitere Variante mit hoher Aufenthaltsqualität bereichert.

    Auch die architektonische und städtebauliche Qualität des Projekts ist in meinen Augen über alle Zweifel erhaben.

    Fazit: Ein großer Gewinn für Düsseldorf, der die Anziehungskraft der Innenstadt steigern wird.

    ^ Der GG-Platz im engeren Sinne ist leider so tot wie eh und je. Das liegt nur zum Teil am unpassenden Platzbelag , der meiner Meinung nach auch viel zu hell ist, um das schöne Schauspielhaus angemessen in Szene zu setzen (Stichwort: Kontrast).

    Viel schlimmer ist, dass es keine vernünftige Wegebeziehung zwischen östlicher Schadowstr. und GG-Platz gibt. Anstelle des gewaltigen Gebäuderiegels hätte ein einheitliches, aber durchlässiges Bebauungskonzept den Platz in die Gesamtstruktur integrieren sollen, anstatt ihn wieder zu isolieren.

    Für alle, die es interessiert: Hier noch zwei ältere RP-Artikel ohne Paywall, in denen ebenalls kritischen Stimmen zum Ingenhoven-Konzept Gehör verschafft wird:

    28. Oktober 2018

    26. April 2019

    ^ Wir haben im gesamten Umfeld des ehemaligen Kaufhofs eine weitgehend einheitliche Traufhöhe.

    Insofern würde es mir im Sinne der stadträumlichen Eingliederung ehrlich gesagt besser gefallen, wenn der Sockel ein Stockwerk niedriger ausfallen würde.

    Zum Ausgleich könnte man noch einen Block draufsatteln bzw. die beiden anderen erhöhen.

    Für "echte" Hochhäuser gibt es aber meiner Meinung nach deutlich geeignetere Standorte (z.B Friedrichstadt / Bilker Bhf. oder auch Hbf.).

    ^ Man muss kein Architekt sein, um zu erkennen, dass der Kaufhof keinen Anbau verträgt, der ihn überragt.

    Offenbar konnte Olbrich seinerzeit nicht über den gesamten Block verfügen, denn eigentlich ist der Kaufhof (wie auch die meisten Kaufhäuser aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg) als blockfüllende Dominante ausgelegt.

    Die ursprüngliche Bebauung entlang der Heinrich-Heine-Allee bzw. Elberfelder Str. (z.B. das Gürtler'sche Haus) war kurz zuvor entstanden und wurde durch das Kaufhaus klar dominiert.

    Mit dem (umgebauten) Parkhaus hat der Kaufhof ein sinnvoll dimensioniertes Pendant erhalten. Im Rahmen dieser Kubatur kann von mir aus gern neu gebaut werden, auch mit der im Entwurf gezeigten Fassade. Aber auf keinen Fall so hoch!