Umgang mit Bauerbe

  • Zur Endersstraße 33 mal noch das Exposé der LWB, wonach das Gebäude um 1910 errichtet wurde: http://lwb-immobilienangebote.de/pdf/aw_endersstr_33.pdf Weiß jemand, wer da nun der Bauträger ist? Hat es doch noch mit dem Selbstnutzerprojekt geklappt, das schon gescheitert schien, oder hat es eine der "klassischen" Sanierungsfirmen übernommen?

    Bei den Gebäuden an der Merseburger Str. muß es irgendwie eine a und b-Nummerierung geben. Die Merseburger Straße 32 ist das schon sanierte und vermietete weiße Eckhaus zur Weißenfelser Straße. Vielleicht schaffe ich es, die Nummerung dieser Tage mal herauszubekommen.

    Hat jemand Lust, Zeit und Muße, zusammen mit mir die bereits vorhandene Kartierung des Sanierungsstandes zwischen Lützner Straße und Naumburger Straße zu aktualisieren? Die im Bericht "Fortschreibung der Sanierungsziele für das Sanierungsgebiet Leipzig-Plagwitz" veröffentlichte Karte (S. 20 Abb. 7) zeigt den Stand vom März 2009. Allein in dem einem Jahr hat sich hier unglaublich viel getan und vieles ist auf dem Weg und wird demnächst in Angriff genommen. Leider gab es allerdings auch einige Abbrüche, etwa an der Weißenfelser oder an der Josephstraße.
    http://www.boss-mitteldeutschland.de/download/12440…agwitz_2009.pdf

    @ Cowboy: Kannst Du uns bitte verraten, worauf Du Deine Bemerkungen bezüglich Jahnallee 61 und Luppenstraße 28 stützt? Sollen die durch VICUS AG in Angriff genommen werden, die ja offenbar der Eigentümer ist? http://www.vicus.ag/referenzen/jah…trae---leipzig/ Es wäre zu hoffen, dass nach dem langen Hickhack um die Häuser ( http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?…f514&start=1152 ganz unten von mir ). Nach dem langen Winter erwacht nun langsam auch die Baustelle des Verwaltungsgebäudes der Krügerol-Fabrik wieder. Vielleicht ziehen die Bauleute dann nur ein, zwei Häuser weiter.

  • Wir hatten sie schon einmal als Diskussionsobjekt im Forum: die imposante Villa des Fabrikanten Karl Krause zwischen Zweinaundorfer und Theodor-Neubauer-Straße.

    Leider ist das einsturzgefährdete Gebäude in der Nacht zum Donnerstag aufgrund von Brandstiftung bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

    Die LVZ hat hierzu zwei Fotostrecken online: die Villa in besseren Tagen und nach dem Brand. Besonders tragisch: laut Pro Leipzig war ein Großteil der ehemaligen Inneneinrichtung noch erhalten. Grundsätzlich war das Gebäude aber in einem desaströsen Zustand.

    Die Kommentare in den LVZ-Berichten sprechen mal wieder Bände über den durchschnittlichen Intellekt eines Internet-Kommentators.

  • Klar, alle Jubeljahre wütet in Leipzigs ungesichertem Denkmalbestand der Feuerteufel, zum Teil wohl reine Idiotie (campierende Obdachlose mit außer Kontrolle geratenem Lagerfeuerchen), zum Teil Vandalismus, nicht unerheblich aber, denke ich, ist der Anteil der Versicherungsbetrüger.

    Die LVZ-online-Komentare sind fast ausnahmslos nicht ernstzunehmen, kommen ja auch meist ohne Interpunktion und Rechtschreibung und Stil und Argumentationskette und so'n Zeug aus. Passt doch einwandfrei zur Zeitung!

    PS: übrigens - heute gleich wieder mal Brandstiftung, diesmal ein unsaniertes Wohnhaus in der Berliner Straße, Nähe Roscherstraße, weiteres Schicksal unklar. Auch eine Form des "Umganges mit Bauerbe".

  • Das Sanierungsjahr 2010 gewinnt an Fahrt: wie angekündigt, wird an der Friedrich-Ebert-Straße 68 und 70 das Gerüst angebracht. Ihr erinnert euch sicherlich, es handelt sich um den absurden Spot mit angeblich venezianischem Flair. Noch mal die Ausgangslage zur Rekapitukation:

    Das Gebäude mit der Hausnummer 68 befindet sich hier rechts hinter dem Geäst, es hat einen spiegelbildlichen Zwilling (ganz rechts angeschnitten und eher vage zu erahnen), der schon lange saniert ist. Markant sind die hölzernen Wintergärten, durch aushängbare Fenster im Sommer in Balkone zu verwandeln. Die Nummer 70 ist das Eckhaus. Falls, wie Dave in einem anderen Strang schrieb, wirklich nächstes Jahr mit der Öffnung des EMG (3. Abschnitt) begonnen werden sollte, dürfte sich das bald zu einer Top-Adresse mausern, Venedig hin oder her. Der Verkehr auf der Friedrich-Ebert-Straße ist auch zu Stoßzeiten überschaubar. Allerdings steht zuvor ein Baustellenmarathon ins Haus, inklusive Brückenneubau.

    An der Tschaikowskistraße 13 (hier ältere Aufnahme)...

    ...hat die GRK ein wahrlich monströs großes Plakat angehängt, das den erhofften Käufern u.a. des Penthouses für eine gute Dreiviertelmillion noch mal die Vorzüge einer Luxussanierung nahebringen will.

    Diese Visualisierung haben wir schon gesehen:

    Quelle: DIMA Immobilien

    Falls wer von euch noch investieren möchte, hier das Exposée (man möge sich bitte nicht an inhaltlichen Fehlern und mangelhafter Orthographie stören).

    Fotos, soweit nicht anders angegeben, von mir.

  • ^ Schön, geht's also jetzt los. Zur Erinnerung, wie sich die beiden Wohnhäuser später einmal präsentieren sollen, noch einmal die Visualisierung. Entwickler ist die Denkmal-Gruppe aus Wiesbaden.


    Bild: DaveLE

  • Das Eckhaus Pfaffendorfer Straße 48 ist bis auf die Erdgeschosszone fertiggestellt worden. Die GRK-Holding zeigt sich einmal mehr für diese Sanierung verantwortlich. Inzwischen gibt es zwar mindestens 10 große Sanierungsfirmen in Leipzig, die alle gute bis sehr gute Arbeit leisten, die GRK-Holding gibt aber in Sachen Fassadenrekonstruktion weiterhin den Ton an. Wie schon oft zuvor hat sie auch bei der Pfaffendorfer Str. 48 die dezente Fassadenornamentik wieder angebracht. Übrigens, von den 24 Wohnungen sind schon jetzt 20 vermietet. Noch vor ein paar Jahren wäre das in der deutschen Leerstandshauptstadt undenkbar gewesen.

    Pfaffendorfer Straße 48 im Dezember 2008 mit komplett entstuckter Fassade


    Pfaffendorfer Straße 48 gestern. Bis auf's Erdgeschoss ist äußerlich alles fertiggestellt.


    Auch das Treppenhaus ist fast fertiggestellt


    Bilder: Cowboy

  • Schweinerei wie der Herr Cowboy in mein Haus reinmaschiert. ;) Eigentlich hatte ich noch mal eine Fotostrecke zum Haus geplant, ich werde dann einfach nachträglich den fertiggestellten Eingangsbereich einstellen.

    Kleine Bemerkung am Rande, der Herr Fischer Art war an einer Penthouse-Wohnung im Dachgeschoss interessiert. Zu sehen war das ganze auf VOX. Mittlerweile sind alle Wohnungen vermietet.

    MfG

    Steve

  • ^ Tja, eine charmante, junge Blondine hat den Cowboy hereingelassen. Sie wohnt nicht zufällig in deiner neuen Wohnung?

    Die GRK-Holding gibt in Leipzig richtig Gas. In beinahe jedem Viertel hängen Planen von ihr an maroden Altbauten. Allein in der oberen Landsberger Straße saniert sie aktuell 5 Wohnhäuser in Blickweite. Jetzt hat sie die Gebäude Lützowstraße 21 und 23 gekauft (letzteres wohl schon vor ein paar Monaten). Zwei Wohnhäuser, die seit gefühlt 20 Jahre leerstehen, genau wie die Pfaffendorfer Str. 48 bis vor ein paar Wochen. Und das verdeutlicht, dass es hier im Bauerbe-Thread nicht nur darum geht, wie gut oder wie schlecht Altbauten saniert werden, sondern auch darum, dass durch diese Sanierungen seit vielen Jahren leerstehende Wohnhäuser wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt werden. D.h. diese Sanierungen tragen dazu bei, dass die Stadt wieder re-urbanisiert und dadurch attraktiver wird. Kann Städtebau eigentlich spannender sein?


    GRK-Projekte Lützowstraße 21 und 23. Jahrelanger Leerstand und Verfall haben bald ein Ende. Das linke Gebäude wurde vor einiger Zeit im Rahmen des Gebäudesicherungsprogramm gesichert. Das Ergebnis wird gewiss ähnlich anspruchsvoll werden wie bei der Pfaffendorfer 48 oben.

    Bild: Cowboy

  • Von der Sanierung in der Shakespearestraße war hier gelegentlich zu hören, Besonderheit war hier, dass ein Vollgeschoss und das Dach nach Kriegsverlust komplett rekonstruiert wurden. Zunächst Bilder vom Vorzustand:

    Portalbereich:

    Heute äußerlich fast abgeschlossen, am Putz im Erdgeschoss wird noch gearbeitet:

    Ebenfalls fast fertig ist die Sanierung in der Hohen Straße 35:

    Bilder 1 und 2 von User DaseBLN, Rest von mir.

  • PRAGER'S BIERTUNNEL

    Aktuelle Ansichten vom Prager Biertunnel am Johannisplatz >>


    Ladenzeile an der Prager Straße.


    Prager Straße Ecke Nürnberger Straße.


    An der Nürnberger Straße.


    Prager Straße Ecke Nürnberger Straße.

  • VÖLKERSCHLACHTDENKMAL

    Auf dem Weg zur Prager Straße entstand dieses Foto >>


    Das 97-jährige Völkerschlachtdenkmal lässt seinen alten Glanz wieder zeigen.

  • ^
    Wobei sich der Duden erst vor einiger Zeit der Übermacht der allgemeinen Anwendung des "sächsischen Genitivs" gebeugt hat.:cool:

    Der Apostroph ist ein Auslassungszeichen. Hier fehlt aber kein Buchstabe. Daher ist die korrekte Schreibweise eigentlich: "Pragers Biertunnel".


    Wie HIER zu lesen ist, hat z.B. der Tages-Anzeiger aus Zürich beklagt, dass "Ossi's Dummdeutsch" inzwischen offiziell abgesegnet wurde.

    Bei der Pluralbildung ist die Verwendung des Apostrophs immer noch nicht erlaubt.

    Ende der Belehrung.;)

  • "Prager's Bier-Tunnel" (so m.W. die korrekt-korrekte Schreibweise ;)) wurde allerdings so benannt, als man es mit der Rechtschreibung noch nicht so korrekt nahm, nämlich zur Eröffnung im Jahre 1859. Der "Urduden" erschien ja erst 1880. Insofern gilt hier der Eigenname :)

  • Auch von mir noch ein wenig Bildmaterial, querbeet.

    Die stockende Sanierung der Sternwartenstraße 38 und 40 sieht mir beinahe eher nach einem Abbruch der Arbeiten aus:

    Die http://i238.photobucket.com/albums/ff195/disco_sucks/architecture/Leipzig%202010/e684a68c.jpg[/IMG]"]erwähnte Sanierung der Talstrasse Ecke Seeburgstrasse wird sehr aufwändig, leider wird aber wohl das neogotische Nebengebäude nicht mit saniert (obwohl es mit eingezäunt ist):

    Die Geschwister-Scholl-Schule erhält dieses Jahr eine Fassadensanierung:

    Hatten wir das schon mal? Große Sanierung in der Eilenburger Straße, direkt am Lene-Voigt-Park. Leider verbunden mit dem Teilabriss eines noch vorhandenen Sockelgeschosses zur Albert-Schweizer-Straße:

    In der südlichen Arthur-Hoff-Straße wird dieses Gebäude saniert, dass vorher eher einen mitleidigen Eindruck machte:

    Das Ensemble von Tuchfabrik in der Fichtestrasse 30-32 sowie der ehemaligen Bundesschule des Arbeiter-Turn- und Sportbundes direkt daneben ist wirklich beeindruckend. Die Arbeiten an letzterer haben auch bereits begonnen:

    Auch einmal aus der Kanstrasse beobachtet:

    Rückansicht der Tuchfabrik:

    Zumindest ein Teil der historischen Turnhalle wird glaube ich auch beibehalten:

    Ich bin mir nicht sicher, ob wir das sanierte Gebäude Karl-Liebknecht-Strasse 122 (Ecke Kantstrasse) schon hatten:

    Die Sanierung in der Auerbachstrasse ist beendet, wenn auch im Dachbereich ein wenig simpel - der linke Zwilling wurde bereits vor ein paar Jahren saniert:

    Die südliche Seite der Auerbachstrasse wurde innerhalb der letzten Jahre komplett saniert, während die nördliche bereits Anfang des jahrtausend komplett abgerissen wurde:

    Und inzwischen ist auch das Erdgeschoss des Eckgebäudes zur Wolfgang-Heinze fertig:

    Die Saba Bau hat wie berichtet mit der Sanierung der Karl-Liebknecht-Strasse 62 begonnen:

    Und weil es so hübsch ist, hier nocheinmal die Teilreko in der Shakespearestraße:

    auch noch einmal im direkten frontalen Vergleich. Juni 2009:

    April 2010:

    ...sowie Prager's Biertunnel in Korrespondenz mit dem sanierten Paketpostamt. Ich finds schlicht, aber gut:

  • ^^^Vielen dank für die Bilder. Wollte auch mal wieder ein Update aus dem Osten bringen, aber :ko:
    Prager's Biertunnel wirkt auch schon bis zum Augustusplatz und wird eine deutliche aufwertung bringen. Ich finde die rote Farbe harmoniert gut mit dem Grassimuseum.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Leider verbunden mit dem Teilabriss eines noch vorhandenen Sockelgeschosses zur Albert-Schweizer-Straße:


    Der abgerissene niedrige Anbau war wohl deutlich jünger als der Hauptbau (ich vermute nachkrieg), und hat auf mich keinen sonderlich guten Eindruck gemacht. Der Abriss stört mich jedenfalls nicht.


    Weitere kleine Sanierungsmeldungen (bilderlos):

    Diese Schule in der Möbiusstrasse, deren Dachpartie bereits vor Jahren gesichert wurde, ist nun vollständig eingerüstet.

    Bei diesem Eckhaus Riebeck- / Kröbelstraße wurde die südliche Fassadenhälfte teilsaniert. Das Ergebnis ist nicht wirklich toll geworden, ich hoffe, dass man noch mal gründlich an das Gebäude rangeht.

    Die Arbeiten an diesem Innenhofgebäude nahe der Philipp-Rosenthal-Strasse sind abgeschlossen. Die Fassade wurde schön aufgefrischt.

    Die zwei Häuser links (nördlich) neben dem Eckbau Schönbach- / Weissestrasse sind eingerüstet und werden saniert.

    Unsinnigerweise ist das westlichere dieser beiden alten Dorfhäuser in der Langen Reihe abgerissen und durch einen Parkplatz ersetzt worden. :nono:

    Das westlich an das Stötteritzer Rathaus anschließende Haus sowie das westlichste Haus in der Holzhäuser Straße vor der Lücke sind beide zur Sanierung eingerüstet.

  • @ Stahlbauer, der sog. sächsische Genitiv wurde um die vorletzte Jahrhundertwende bei Namen oftmals angewendet, siehe Speck's Hof. Erst im Laufe des 20. Jh wurde er abgeschafft. Ich weiß gar nicht, ob wir das Thema schon einmal hatten, aber Prager's Biertunnel hat demnach nichts mit der Stadt Prag zu tun, sondern mit dem Namen des Besitzers der ehemaligen Arbeiterkneipe.

    Ansonsten vielen Dank für die vielen anschaulichen Bilder. Sehr schön. Eine bald beginnende Sanierung hätte ich auch noch zu bieten. Beim Schillerschlösschen in der Menckestraße scheint es bald loszugehen. Es ist schon der zweite Anlauf.

    Bilder von vor einer Woche:


    Auf dem Gelände dahinter entsteht ein Stadthaus.

    Bilder: Cowboy

  • zum Prager Biertunnel:

    die Sanierung ist nicht schlecht und die Farbe sieht tatsächlich ein wenig nach der Stadt Prag aus. Aber der Schriftzug des Hotels ist sehr einfallslos - Arial Blau auf tiefem Rot?

    Aber das eigentliche Problem ist dass das Eckgebäude, durch die Lücke vor den Wasserwerken, eine Perspektive bekommt die es vorher nicht hatte. Die rote und doch einfache Fassade würde nicht so ins Auge stechen wenn man eine 'richtige' Blockrandbebauung an der Ecke Nürnberger Straße/Grimmaischer Steinweg hätte. Somit bekommt das Gebäude ein Position für die es nicht gebaut wurde.