Beiträge von leipziger

    ^^^

    Das alte Gebäude ist ein schnöder Plattenbau, den man an der Straßenfassade durch leicht hochkante Fenster mit aufgesetzen Pseudo-Strossen (in Wahrheit sind das normale einflügelige Fenster) notdürftig kaschiert hat. An der Rückseite im Hof ist gar nichts kaschiert und noch nicht einmal die Bauflucht aufgenommen. Verglichen damit ist der Neubauentwurf, der eine angepasste Kleinteiligkeit mit vielen Details erkennen lässt, um Lichtjahre besser. Vorausgesetzt, er wird tatsächlich so ausgeführt, und die schönen Details fallen nicht in das Haushaltsloch des Bauherrn.

    ^Alles schon bekannt - "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen" -

    jedes Kind in der Grundschule weiss, dass "die Schaffung zusätzlicher legaler Flächen für Graffiti" (Eigenformulierung der Medien/Stadtverwaltung) dazu führt, dass Leute zuerst legal probieren, dann wissen wie es geht, dann Lust auf größere Flächen haben, und dann die ganze Stadt vollschmieren.

    ^^Diese Graffitischutzbeschichtungen sind schichtbildende, dicke transparente Anstriche, die auf Naturstein, Klinkerfassen nur gelegentlich funktionieren.

    So bleibt nur die Möglichkeit, wenn die Graffitis entstehen, die schnell zu entfernen.

    Wisst Ihr, was das für eine Sauerei ist? Wie das stinkt?

    Bei mir ist aufgrund diverser Medienberichte und Stadtratsentscheidungen hängen geblieben: die Stadtverwaltung unterstützt Graffitis, möchte eine derart „bunte“ Stadt und hält dies alles ausnahmslos für Kunst. In den Schulen wird gelehrt, dass das Kunst ist. Denn sonst würden sie ja was dagegen machen.

    Versichern kann man sowas nicht wirtschaftlich. Das sind alles Sonderbausteine in den Policen, die unverhältnismäßig teuer sind. Der Papierkram, der dann bei jedem Graffiti entstehen würde, ist auch nicht so ohne. Wer soll das alles noch zusätzlich machen.

    ^Wieso, das sind doch vorgefertigte Fassadenelemente. Das ist Future! Sowas will die aktuelle (oder die ehemalige) Bauministerin doch zukünftig nur noch, wie sie in Pressemeldungen immerzu kund tut.

    Und schaut, das ist ein moderner Holzbau, auch die Zukunft. 80% ist zwar trotzdem aus Beton, weil die Bauordnung das aus gutem Grund weiterhin so vorschreibt, aber Schwamm drüber!

    ^üblicher Weise formulieren die Öffentlichen in den Ausschreibungen und Verträgen es so, dass die ausführende Firma die Bäume pflanzt und über einen bestimmten Zeitraum (z.B. zwei Jahre) zu pflegen hat. Das beinhaltet regelhaft auch das Austauschen von nicht angewachsenen Pflanzen. Die Stadt bezahlt da keinen Cent zusätzlich, aber die ausführende Firma u.U. umso mehr. Vielleicht fehlten der Firma schlicht die Kapazitäten, jeden dritten Tag in der Hitzeperiode einen zum Wässern zu schicken? Vielleicht möchte ja jemand von Euch für die üblichen Niedriglöhne in einer Gartenbaufirma das Bäume wässern übernehmen? Es gibt die Leute schlicht nicht mehr, die das zuverlässig machen. "Zuverlässig" heißt: Bewässern genau dann, wenn es gerade heiß und trocken ist. Und nicht ausgerecht dann vier Wochen Urlaub oder Auszeit haben. Das ist nicht wirklich planbar.

    - Schade um die schönen Bäume ist es natürlich trotzdem! Denn die sind ja zuvor schon mehrere Jahre in einer Baumschule sehr gut gepflegt worden - diese Arbeit ist nun schlicht "futsch".

    ^^Sie müssen die Soziale Erhaltungssatzung lesen und dabei bedenken, dass die Umsetzung wortwörtlich zu erfolgen hat. Da ist kein Ermessensspielraum durch den Bauherrn, wischi-waschi-Formulierungen wie "übliches Vorgehen" oder so.

    Mir scheint der Stadtrat sollte dringend sein Vokabular überprüfen und verbal abrüsten. Als ob bei so einem baufälligen Haus "Wohnungen dem Wohnungsmarkt vorenthalten" würden. Die sollten froh sein, dass noch nicht das ganze Haus auf deren neues Haltestellenhäuschen gekracht ist.

    Und die Äußerung des Verdachts auf Zweckentfremdung von Wohnraum ist ja wohl auch absurd. Aber schauen Sie in die Satzung, demnach ist Leerstand grundsätzlich Zweckentfremdung, da steht nichts über den Zustand des Gebäudes.

    Erstaunlich, dass es bei diesen Randbedingungen und geäußerten Anschuldigungen überhaupt noch Leute gibt, die mehrere Millionen eigenes bereits versteuertes Geld in derartige Bruchbuden stecken, um die dann zu Bedingungen der Mietpreisbremse zu vermieten. Klar, die ersten paar Jahre nach Sanierung gilt die Mietpreisbremse nicht, aber die Bauministerin erzählt gerade diversen Medien, sie wolle das ändern.

    ^^ und ^

    Ich bin einer, der diese Berge von Unterlagen erst erstellen muss. Das Ausdrucken ist für mich weniger problematisch, das schaffe ich dann am Schluss auch noch, ich falte auch selbst die Pläne, wenn es sein muss.

    Unser Problem ist die Widersprüchlichkeit der vielen Vorschriften, die zusätzlichen und ausführlicheren Formulare für jeden Kleinkram, die in den letzten 5 Jahren beschleunigt immer mehr werden. Ich sage nur zuletzt Begrünungssatzung, Stellplatzsatzung für Fahrräder, soziale Erhaltungssatzung und viele mehr.... ihr kennt diese Themen ... Betrachtet man nur das eine Thema, mag das alles sinnvoll sein, aber in Summe ist das schon jetzt gar nicht mehr händelbar. Man muss sich zwangsläufig über Dinge dreist hinwegsetzen, sonst wird der Bauantrag nie abgabebereit sein.

    Ein großes Problem ist der Umbau im Bestand, dafür müsste es eigentlich separate sehr viel einfachere Regeln geben (bspw. eigener Abschnitt in der Landesbauordnung), um für normale Privatpersonen kleine Instandsetzungen und Sanierungen zu ermöglichen und nicht -wie es jetzt ist- durch stete Maximalforderungen über Jahrzehnte zu blockieren.

    Übrigens ist es naiv zu glauben, die abgegebenen Dinge würden im Amt nicht gelesen werden. Die Bauanträge müssen ja schlussendlich bewusst so nichtssagend formuliert sein, dass jeder vermutet, es handele sich lediglich um Formalia. Jede besondere -schlechtestenfalls abweichende- Formulierung bietet Angriffspotenzial und kann ein glattes Durchlaufen durch die Verwaltung behindern.

    Als ich gesehen habe, welche Flut an Formularen und Passwörtern ich durcharbeiten muss, um überhaupt erst am digitalen Bauantragsverfahren teilnehmen können, habe ich das Thema erst mal wieder zugeklappt. Gut möglich, dass das in Wahrheit Bürokratieaufbau anstatt -abbau ist. Wird sich zeigen.

    ^Das ist keine Käfighaltung, das sind Rankhilfen für die grünen Träume der (Wort von der Mod. gelöscht). Wir werden interessiert beobachten, ob das Händchen der künftigen Mietenden grün genug ist, um mit diesen großherzigen Hilfen angemessen umgehen zu können.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Die Lösung liegt auf jeden Fall nicht im per se teuren Neubau, sondern im per se preiswerteren gebrauchten Bestand. (...)

    Ja, so ist es!

    Dekoratives Anführungszeichen


    Den preiswerten Bestand den zu kaufen es sich lohnt, musst du mir übrigens mal zeigen.


    Es ist tatsächlich möglich, den teilsanierten Altbaubestand beispielsweise der LWB noch viele Jahre weiter zu nutzen. Es ist ausreichend, bei jedem Mieterwechsel den Maler und ggf. den Bodenleger durchzuschicken und fertig. Dies deckt sich allerdings nicht mit den Vorstellungen der ahnungslosen Mieter. Die haben nämlich keine Ahnung davon, wie teuer die Grundsanierungen der privaten Bauträger wirklich sind.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Der Preisnachlass für Bestandsbauten rührt doch eher von einer näherliegenden Renovierungsbedürftigkeit (in Wohnungen sowie an der Substanz) her.


    Sicher. In allen anderen deutschen Groß-Städten (außer München vielleicht) werden derartige teilsanierte Objekte weiterhin genutzt und sind voll vermietet, nur in Leipzig ist durch den großen Wohnungsüberhang der Anspruch der Mieter derart unverhältnismäßig hoch. Außerdem brauchen auch die Bauträger, von denen es hier ja viele gibt, immer wieder neues "Futter".

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wenn einem seitens der LWB die Grundstücke bereits gehören, spricht meiner Meinung nach nichts gegen Neubauten.


    Doch, es spricht dagegen, dass Neubau grundsätzlich sehr teuer ist. Unter 9-11 EUR können Neubau-Wohnungen auch in Leipzig nicht dauerhaft kostendeckend gebaut und vermietet werden. Die privaten Bauträger werben wie weiter oben gesagt zwar immer mit "Premium" usw., aber eigentlich wird lediglich der durch die heutigen Richtlinien begründete Mindeststandard (DIN-Normen, EnEV, geforderte Stellplätze...) gebaut. Besondere Fliesen und bodentiefe Fenster machen sich in der Rechnung kaum bemerkbar, vielleicht mit 10%.

    Die Mieter meinen ja immer, die Eigentümer würden mit den Mietwohnungen viel Geld verdienen. Viel Geld verdienen lediglich die Bauträger, das weitere Bewirtschaftsungs- und Vermietungsrisiko wird schließlich auf die Käufer abgewälzt. Schaut euch doch mal bei Immone.. usw. an, wie viele -auch eigentlich gute- Eigentumswohnungen bereits wenige Jahre nach Fertigstellung wieder verkauft werden (jedenfalls zeitlich bevor der üblicher Weise über 10-20 Jahre laufende Kredit abbezahlt ist). Das ist ein Zeichen dafür, dass die Eigentumswohnungen nicht immer und für jeden eine gute Anlage sind/waren. In anderen Städten kommen solche Objekte fest nie auf den Markt, weil es sich dort offenbar lohn, diese zu behalten. Bei der Einschätzung kann helfen, das Hausgeld, das von den Eigentümern zu zahlen ist und nicht auf die Mieter umgelegt werden kann, von der Kaltmiete abzuziehen. Dann weiss man, wie wenig der Kredit im Monat kosten darf.

    ^^^Inzwischen vollsaniert sind ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

    Humboldtstraße 12a/Pfaffendorfer Straße 11
    Büttnerstraße 12
    Oststraße 46/Albert-Schweitzer-Straße 8
    Seeburgstraße 47
    Karl-Heine-Straße 7-9
    Wolfgang-Heinze-Straße 26
    Talstraße 7
    Brandenburger Straße 2
    Floßplatz 26
    Arnoldstraße 24
    Arnoldstraße 32
    Daumierstraße 1
    Arthur-Hoffmann-Straße 51
    Bernhard-Göring-Straße 32
    Karl-Heine-Straße 32
    Karl-Heine-Straße 76
    Könneritzstraße 81
    Harkortstraße 8
    Margaretenstraße 6
    Käthe- Kollwitz-Straße 95-101
    Käthe- Kollwitz-Straße 77
    Oststraße 57-59
    Harkortstraße 3
    Karl-Liebknecht-Straße 7
    Käthe-Kollwitz-Straße 85
    Waldstraße 11
    Riemannstraße 29a
    Hohe Straße 29
    Ritter-Pflugk-Straße 20
    Friedrich-Ebert-Straße 68 u. 70
    Goldschmidtstraße 22

    Dieses in Leipzig in der Praxis übliche völlig willkürliche Verfahren ist für die beteiligen Büros mehr als ärgerlich und hat in Vergangenheit schon dazu geführt, dass nur wenige unter diesen Bedingungen mitmachen wollen. Meistens 'gewinnt' das jeweils 'investorennaheste' Büro. Als Beleg könnte ich zwei-drei Projekte der letzten Zeit nennen, von denen ich das sicher weiß. Für die Öffentlichkeit ist das i.d.R. nicht transparent, und auf den von der Stadt werbewirksam positionierten Presseterminen ('inszenierte Demokratie') wird dies auch niemand sagen, es wird auch niemand seine Enttäuschung kund tun. Die Architekten, die mitmachen, tun dies fast immer nur aufgrund des großen wirtschaftlichen Drucks in der Branche.

    Woran misst du, ob die "Proportionen stimmen"? Das Verständnis für Propotionen hat sich im Laufe der Baugeschichte durchaus mehrfach verändert. Man denke, um sich nicht zu weit von Berlin zu entfernen, z.B. an die sog. Revolutionsarchitektur von Friedrich Gilly oder Heinrich Gentz, die mit den bisherigen Proportionsmustern gebrochen hat oder die allen Regeln der Antike und der (italienischen) Renaissance widersprechende Verwendung von klassischen Stilementen (wie der Säule) durch Karl Friedrich Schinkel.
    Natürlich handelt es sich bei der jetzt neu entstandenen Architektur um einen beliebigen Neoklassizismus, einen neuen Eklektizismus (durchaus im negativen Sinn), der zudem deutlich sichtbar lediglich eine Fassadendekoration ist, aber was ist daran so verwerflich? Schon die Ostfassade des in der deutschen Baugeschichte eher wichtigen Gewandhauses von Braunschweig ist völlig unklassisch 'dekoriert'.
    Ich finde dieses Loggiamotiv mit den eingestellten kleinen Pfeilern im oberen Geschoss des Sockels (von dir als Bleistifte bezeichnet) übrigens ganz interessant, es ist in ähnlicher Weise komponiert wie das Paladiomotiv.

    Entschuldigung, eine Messehalle einer ehem. technischen Messe ist doch geradezu prädestiniert, als Möbelmarkt umgenutzt zu werden. Viel ebenerdige Fläche (wie bei Ikea in Güntersdorf), ausreichend angrenzenden Flächen für etwaige funktionale Anbauten. Freilich hätten die erhaltenswerten Bauteile (z.B. die völlig umbaute, von Dave fotografierte Halle) zuerst "freigelegt" werden müssen. Es alles wäre eben ein wenig teuerer gewesen. Um zu erkennen, dass dies mit dem Investor Porta natürlich nicht zu machen ist, muss man allerdings nur die anderen Prota Möbelhäuser anschauen.

    Das funktioniert genau so wie die Mediamarkt-Werbung: Das Motto "ich bin doch nicht blöd" verstehen nur die weniger intelligenten, weil diese Frage wirklich ein Thema für diese Menschen ist. Folglich weisst auch das Haus zum Wohnen eine ähnlich poppige Farbpalette und einen ähnlich aufdringlichen Schriftzug auf wie die bekannten Discounter. Man kann dabei auch z.B. an die neuen Netto-Verbrauchermärkte denken.

    Die qm-Preise klingen erst einmal gemessen an Hamburg oder München nicht so hoch, sind es aber gemessen am Wiederverkaufswert nach 10 Jahren und an den erzielbaren Mieten. Leerstand ist bei einer solchen Investition ein Totschlagargument, trotzdem stehen statistisch gesehen viele der neu sanierten Wohnungen leer, sei es bei einem Mieterwechsel. Das Hausgeld ist von den Käufern weiterhin zu zahlen, zusätzlich Marklergebühr.... Den Mietern ist das nicht klar...

    Dekoratives Anführungszeichen

    Dafür müßte die Nettokaltmiete aber statt 7,10,- €/m² zwischen 9,50 €/m² und 14,15 €/m² betragen. Ich vermute mal, dass sich die Mietpreisen zumindest mittelfristig eher in der Ebene einpendeln werden.


    Sorry, das halte ich für ein Gerücht. Die werden mit Ach und Krach ihre 7,10EUR bei Erstvermietung bekommen. Dann wird lange keine Steigerung möglich sein (weil die Bestandsmieten darum herum niedriger sind), und in 15-20 Jahre wird man den Buden mit dem gleichen müden Lächern begegnen wie den heutigen 90er-Chic-Objekten, so dass es auch dann schwer wird. Maximal bis 10 EUR in 10 Jahren, meine Prognose. So Exklusiv ist die Gegend trotz des Kanals nicht.

    In den allermeisten Städten der Bundesrepublik leben diejenigen mit weniger Einkommen in schlechter sanierten Wohnungen/Häusern/Vierteln und etwas abgelegener. Wenn in Universitätsstädten eine noch so schlecht sanierte, geradezu hässliche Wohnung zur Neuvermietung ansteht, gibt es einen Menschenstau auf der Treppe (in die Wohnung passen die gar nicht alle rein). Allein die hohe Nachfrage führt zu hohen Mieten.
    In Leipzig konnte bisher jeder HarzIV-Empfänger eine neu und teuer sanierte Altbauwohnung beziehen. Er traf dabei noch nicht einmal andere Mietinteressenten auf der Treppe. Dies scheint sich nun zu ändern, und schon ist das Geschrei goß. Dabei werden sich "nur" bestimmte Viertel/einzelne Straßen herausbilden, in denen man als Student oder HarzIVer keine Chance mehr haben wird, in den anderen Vierteln ist man nach wie vor mit der Vermietungs-Mietze allein in der Wohnung.

    Dekoratives Anführungszeichen

    wie funktioniert es eigentlich in Leipzig, wo entstuckte Altbauten (ungedämmt) wieder rekonstruiert werden?


    Denkmalschutz! Auch entstuckte Altbauten sind in Leipzig schon Denkmäler oder werden auf Wunsch des Bauherrn zu einem solchen. Eine andere Möglichkeit gibt es bei der derzeitigen Gesetzeslage nicht, der Wärmedämmung zu entkommen.