Leipzig: Höfe am Brühl (eröffnet)

  • ^ Es standen ursprünglich wohl beide Fassaden unter Schutz. Der Denkmal-Status für die Hänsel-Fassade wurde dann aber, als die Pläne der Höfe konkret wurden, still und heimlich wieder zurückgezogen. Mag sich jeder sein Teil denken, und wer weiß, wie es sich wirklich alles zugetragen hatte, aber der Denkmalstatus für die Hänsel-Fassade war schon lange vor den ersten Protesten vor zwei Jahren passé.


    Den ersten Bildern von Dave nach zu urteilen ist der Style-Faktor der Höfe in der Tat recht hoch. Das sagt nicht jedem zu. Dunkles, bisweilen schwarzes Ambiente, geschwungene Elemente an Decken und Läden, ein bisschen 60er-Retro-Design (Leuchten), viel Multimedia usw. entspricht halt dem aktuellen Zeitgeist. Noch weiter ausgereizt hat die mfi das beim Paunsdorf-Center. Ich denke auch, dass sich dieses Design die nächsten 10 Jahre schon wieder überlebt hat. Gespannt bin ich dann aber doch noch auf Fotos bei Tageslicht. Heute soll ja die Sonne in Leipzig scheinen. Gut möglich, dass sich der erste, ein bisschen düstere Eindruck von gestern schnell aufhellt.

  • Geograph: Die Messen sind gelesen und ich finde auch, das die Blechfassade die schützenswertere Fassade war und zwar mit "Ort und Stelle". Also nicht einfach versetzt werden sollte. Sie entfaltet ihre Wirkung nur über die Freifläche des Richard-Wagner Platzes. Man könnte evtl. sogar anbringen, das sie ihre volle Wirkung nur in Kombination mit den Plattenriegeln bringt. Aber gut, ich gebe dir Recht: Alternativmeinungen sind hier meist schwierig unterzubringen und vielmals werden hier von einigen Nutzern bestimmte Tatsachen einfach als (gott)gegeben hingenommen, die man hätte durchaus anders machen können (siehe aktuelle Diskussion Konsum in der Bach-Straße). Bei den Höfen z.B. eine kleinteiligere Bebauung des Riesengrundstückes der Höfe. Aber wie sagt man so wunderschön: "Das ist nun mal so". ;) Es bringt aber nichts hier ständig weinerlich darauf hinzuweisen, sondern versuchen festgefahrene Meinungen also solche bloßzustellen und Schranken zu durchbrechen.


    Aber zurück zum Thema Höfe:


    Vielen Dank für die Bilder und Berichte. Gespannt bin ich genau wie Cowboy bezüglich des Tageslichteinfalles. Denn die eigentlichen Höfe sind gar nicht so schlecht konzipiert wie es scheint. Das Design wird aber wohl nicht mal zehn Jahre überdauern und ist m.M. auch nicht wirklich geschmackvoll. Da gefällt mir die Europapassage in HH bspw. besser und diese ist zeitloser gestaltet. Aber so kann man dann halt wenigestens aller zwei Jahre große Neueröffnung feiern. ;) Von Freisitzen auf dem Brühl war gestern noch kein Spur. Müssen wir vllt. auf nächsten Sommer warten. Ein Laden hatte jedenfalls schon die Brühlseitige Tür zugestellt. Die Marken da drin interessieren mich nicht wirklich, aber etwas weltbewegendes scheint nicht dabei zu sein. Alles nur die bekannten Ketten. Hoffentlich macht der Arko-Laden am Leuschner-Platz nicht auch zu.


    Zum äußeren muss ich sagen, dass mir die Steinfassaden relativ gut gefallen. Sie machen einen hochwertigen Eindruck. Mal sehen wie dies dann in 10 Jahren aussieht. Auch der schwarzen Glassfassade kann ich etwas abgewinnen. Auf der Ringseite gefällt mir der angedeutete Plattenbau gut. :) Die "Goldfassade" fällt dagegen aber meilenweit ab vom Rest und ist richtig schwach. Und den Beton sieht man immer noch durch. Braucht man eigtl. nix zu sagen. Auch bin ich gespannt über die weitere Gestaltung des Promenadenringes auf der Ringseite. Dies halte ich für äußerst wichtig.


    Allgemein ist natürlich schade, dass man die Chancen, die dieses riesige Grundstück geboten hätte, nicht mehr genutzt hat - Stichwort innerstädtische Wohnbebauung und lebendiges Quartier. Aber nun steht das Ding. Vielleicht hat es sich aber recht schnell (20Jahre) auch schon überlebt. Was das Stadtforum schreibt ist dagegen weitestgehend Quatsch und kommt Lichtjahre zu spät.

  • Eröffnung der HÖFE AM BRÜHL


    Punkt 8 Uhr wurde, unter anderem von Leipzigs Oberbürgermeister, das Band durchgeschnitten und die "Höfe am Brühl" symbolisch eröffnet. Bereits um 5 Uhr versammelten sich Leute vor der Blechbüchse, um zu Media Markt (6 Uhr) zugelangen. Danach waren die Höfe natürlich schon zugänglich. Mit der Zeit füllte sich das neue Shoppingcenter mit Menschen... >>



    Leute von mfi und Burkhard Jung (rechts) durchschneiden gleich das grüne Band.


    Drey-Schwanen-Hof





    Lattermanns Hof





    Kaufhaus Brühl-Fassade



    1. Obergeschoss.



    2. Obergeschoss.



    3. Obergeschoss.



    Voll die Verarsche!! Die Kaufhaus Brühl-Fassade wird von Innen belebar gemacht. Hm... verstehe ich bloß nicht. Wenn eine Scheibe davor ist und man nicht wirklich was sieht. Nur sich selbst und das Licht vom Flur. Auf zwei Stockwerken hat man die Gelegenheit, sich dies anzuschauen. Ich dachte wenigstens, dass auch die Rückseite "belebar" ist. Auf dieser Seite wird jedoch die Geschichte vom Kaufhaus Brühl über Blechbüchse zu den Höfen am Brühl erzäht. Sehr interessant! Erreichbar ist das Treppenhaus über Tröndlinring, links vom Lokal "Schäfers" (Nordzugang), danach rechts durch die Tür und noch mal rechts durch die nächste und nach links ins Treppenhaus. Kommend vom Drey-Schwanen-Hof zwischen Tayler und NewYorker in Richtung Tröndlinring und dann kurz vorm Ende nach links.



    5. Obergeschoss: Geschäftsleitung der "Höfe am Brühl".


    Um 8.30 Uhr fand auch ein Pressegespräch statt, in dem man erfuhr, dass 9 Läden noch fehlen, 6 davon später öffnen und 3 noch offen sind. Geplant war die Fertigstellung, bevor man sie vorgelegt hatte, der 14. Oktober 2012.


    P.S. Ich habe zwar nahezu das gesamte Gebäude von Innen fotografiert... will aber den anderen, unter uns, auch die Gelegenheit bieten, Fotos zu veröffentlichen, je nach dem, wie man will. Ansonsten demnächst auf altbekannter Seite.

  • ^ Das Treppenhaus befindet sich an der Nordseite der Blechbüchse und wirkt ziemlich tot. Es wird hauptsächlich für die Technik- und (mfi-)Geschäfträume genutzt bzw. was da noch so alles hinführt. Ein Bürger, der sich zunächst nicht dafür interessiert und oder keine Ahnung hat, wo es sich befindet (ich wusste es auch nicht, habe einfach in erster Linie jenes Treppenhaus zur mfi-Geschäftsleitung genutzt), findet es auf keinen Fall, da es nirgends wo dran steht. Auch befinden sich die Galerien in der Ecke versteckt. Wenn man vom Aufzug rauskommt und zufällig nach links schaut bzw. vom Treppenhaus noch ein paar Schritte zur weißen Wand macht, dann entdeckt man die Galerie und mit Glück auch die Fenster zur Fassade, die sich ebenso in der Ecke befinden (seitlich links). Eins davon direkt in der Galerie. Also alles sehr versteckt und unbemerkt.



    Im 1. Obergeschoss, links davon das Treppenhaus.

  • ^ Das spottet wirklich jeder Beschreibung. Wenn man sieht, wie die Blechfassade vorgegangen ist, stellt sich auch die Frage, wieso es statisch angeblich nicht möglich war, dort Glaselemente einzuhängen. Nebenbei hätte man sich damit die Fertigung von neuen farblich unpassenden Blechelementen sparen können. Diese 'Erlebbarmachung', die Nichtzugänglichkeit der Höfe außerhalb bestimmter Öffnungszeiten, der im Gegensatz zu den Visualisierungen durchscheinende Beton, die (sofern das mittelfristig weiter der Fall ist) sind Kritikpunkte, die thematisiert werden können und sollen, nicht nur hier im Forum, sondern auch seitens des Stadtforums.


    Man kann natürlich stattdessen mit Krokodilstränen ob der hier herrschenden Meinungsunterdrückerherrschaft längst obsolete Vorschläge zum Besten bringen, für die wenig und gegen die viel spricht.

  • Inwiefern "Beton hinter Glas" in sichtbarer Form wirklich eine Schlamperei ist oder gestalterische Idee im Sinne einer Sichtbarmachung des statisch wichtigen Teils des Bauwerks, vermag ich nicht zu beurteilen.
    Das Zusammenfassen von Grundstücken sehe ich allerdings nicht als ein wesentliches Qualitätsmerkmal: Kleinteiligkeit bedeutet noch nicht automatisch höherwertiger oder besser. Darüber hinaus wurden Grundstücke schon immer zusammengefaßt - sonst hätten wir ja noch mittelalterliche Grundstücksgrößen. So what?

  • Inwiefern "Beton hinter Glas" in sichtbarer Form wirklich eine Schlamperei ist oder gestalterische Idee im Sinne einer Sichtbarmachung des statisch wichtigen Teils des Bauwerks, vermag ich nicht zu beurteilen.
    Das Zusammenfassen von Grundstücken sehe ich allerdings nicht als ein wesentliches Qualitätsmerkmal: Kleinteiligkeit bedeutet noch nicht automatisch höherwertiger oder besser. Darüber hinaus wurden Grundstücke schon immer zusammengefaßt - sonst hätten wir ja noch mittelalterliche Grundstücksgrößen. So what?


    Du meinst wohl ähnlich wie beim Centre Pompidou in Paris? :lach: Vielleicht wird man auch die Autos durchscheinen sehen - gehören ja irgendwie auch dazu. Und abends dann mit Scheinwerfer - das wird ein richtig tolles Lichtspiel.


    Und naja - nur weil schon immer Grundstücke zusammengefasst wurden, muss das hier natürlich auch geschehen. Ein tolles Argument! ;)


    Ich denke aber das man da schon noch ein wenig nachbessern wird und noch ist man ja nicht wirklich fertig. Also wohl noch ein wenig abwarten angesagt.


    Das Sichtbarmachen der alten Fassade ist jedenfalls mal wahrlich ein Witz. Das ist schon fast nicht mehr zum Lachen. Da hätte man so wunderbare Sachen machen können. Aber das Ding ist ja auch kein Museum, sondern ein Shopping-Center. Immerhin gibt es die Bildchen auf den schwarzen Fassaden. Das ist gar nicht so ungelungen wie ich finde. Wie gut hätte da die Fassade hinter Glas in dieses Konzept gepasst. Und zu Herrn Jung muss man wohl nichts mehr sagen. :nono:

  • ^
    Nun spring endlich mal von deinem hohen Ross runter, lieber Herr Georgraph.


    Das übliche Brimborium politischer Akteure und die nicht verwerfliche (weil für Vermarktung notwendige) Eigen-PR der Betreiber muss man hier nicht zum Thema machen, weil es nichts mit dem Thema zu tun hat.


    Ich unternehme einen letzten Versuch das Thema und insbesondere Dich auf den Kernpunkt zurückzuführen, nämlich der Bauaufgabe. Die lässt sich (auch von Anfang an!) ganz klar mit "Einkaufszentrum" benennen. [Punkt!]
    Daran gab es nie einen Zweifel (wie kommst Du darauf, dass hier und andernorts anderes geglaubt worden wäre - ich fühle mich etwas veralbert!). Vielmehr hat die mfi (offenbar erfolgreich) versucht hier ein Einkaufszentrum durch a) ein positiveres und urbaneres Image und b) einer aufwändigeren architektonischen Gestaltung aufzuwerten. [Beides im Übrigen kein 'Geschenk' an die Leipziger sondern strategisches Kalkül zur besseren Vermarktung und zur Erwirtschaftung eines höheren Ertrages]
    Denn, um nochmals die Bauaufgabe zu betonen: Es ist absolut im Sinne eines Einkaufszentrums wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Das darf man dem Betreiber doch nicht zum Vorwurf machen.


    Im folgenden Schritt kann man sich nun daran machen zu diskutieren, wie diese Bauaufgabe gelöst wurde. Städtebaulich, architektonisch, gestalterisch, ökonomisch usw.. Darüber zu diskutieren würde mir jedenfalls mehr Spaß bereiten als zum x-ten mal über denkmalgeschütze und inzwischen abgerissene Fassaden, umziehende Intersport-Läden (Dein Lieblingsthema?) oder sichtbaren Beton (Schreck lass nach - gib mir Klinker! ;-)) zu schwadronieren.

  • Ich versteh das Problem nicht ganz. Es war Eröffnung und man tauscht sich darüber jetzt halt aus. Dem einem gefällts dem andern nicht. Zur Begründung werden dann zwangsläufig Argumente herangezogen die hier des öfteren schon gefallen sind.
    Wenn man hier jetzt ein Resumee ziehen soll, was nach einer Fertigstellung allgemein üblich ist, dann nützt mir auch das Pochen auf den vorher von der Stadt festgelegten Prämissen für das Vorhaben nichts. Die müssen nicht unbedingt richtig sein. Schließlich muss man das was jetzt da ist mit dem vergleichen was hätte sein können, so ist das nunmal.
    Nachdem was ich gesehen und gelesen habe, sind die Höfe einfach nichts Besonderes, das muss man so hart sagen. Wer sich freut, dass man hier die Straßenflucht wieder aufgegriffen hat oder kein monolithischer Block in Einheitsfassade entstanden ist, der könnte genauso jubelieren, dass hier kein Baustoffhandel hingesetzt wurde. Das war ja wohl das Mindeste was man erwarten durfte.


    Was man letztendlich mit dem Fassadenrest angestellt hat, ist in der Tat eine Farce und kann nur als Alibiprojekt bezeichnet werden. Weitere Spielereien auf die ich gut hätte verzichten können sind die bedruckten Fassadenteile mit Wagnerhaus u.a. Da wären mir einfallsreichere neue Fassaden lieber gewesen als diese klägliche Reminiszenz.

  • Kein guter Tag für Leipzig. Eigentlich auch schon alles gesagt. Insgesamt findet sich bestätigt, was man von Anfang an befürchten musste: vieles womit der Investor letztlich den Stadtrat in einer knappen Entscheidung auf seine Seite gezogen hat, wurde nach und nach fallengelassen, ging nicht oder wurde still und heimlich aus den Plänen gestrichen. Weder zeigen die Höfe eine urbane oder irgendwie hofartige Atmosphäre (genug Beispiele zum Abgucken hätte man wenige Schritte entfernt gefunden), noch knüpfen sie an das Passagensystem an, noch wurde der Eindruck oder wenigstens die Illusion einer Kleinteiligkeit erzeugt. Ich finde, man nimmt eine blockhafte bauliche Einheit in mit dem Umfeld völlig unverträglicher Dimensionierung sehr wohl und ganz unmittelbar wahr. Dazu trägt die unsinnige Wiederholung der Fassadenversatzstücke bei, die zugegebenermaßen sehr unterschiedlicher Qualität sind, von passabel (Lamellen) bis unterirdisch. Die bedruckten Glasfassaden überzeugen mich nicht, das ist weder Fisch noch Fleisch, keine eingeständige Idee, auch kein würdiges Anknüpfen an Bau- oder Kulturtraditionen (Geburtshaus Wagner etc.). Der Kindergarten ist bekanntlich gestrichen worden, weil es -ganz überraschend- im weiteren Planungsverfahren offensichtlich wurde, dass die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten werden können, z.B. der Zugang zu einem Außenspielbereich. Darüber habe ich mich schon immer gewundert. Der Eindruck bewusster Manipulation entsteht. Entsprechend gab es heute eine kleine Demonstration frustrierter Eltern in der Dauerkitaplatzsuchschleife vor Ort. Die versteckte Originalfassade als "erlebbar" zu titulieren, ist schon wirklich ein Hohn! Die Lehre für unsere politischen Interessensvertreter kann nur sein, sich nicht das nächste Mal wieder über den Tisch ziehen zu lassen (wie ja auch bei diversen Kauflandprojekten geschehen). Klare unumschiffbare vertragliche Regelungen für jedes vereinbarte Detail! Ich hoffe tatsächlich nur, dass sich die Grundstückpreise und die Nachfrage nach hochwertiger Büro/Einzelhandelsfläche in den nächsten 20 Jahren so entwickelt, dass sich ein Abriss und eine ortsangemessene Neubebauung rentieren.

  • ich denke auch, dass es ganz anders kommen wird.
    und zwar so wie immer:


    in zwei, drei jahren werden die höfe am brühl kein großer aufreger mehr sein.
    die hobby-empörer werden sich dann längst über andere projekte echauffieren. und alle anderen werden wie gehabt durch die city schlendern - ob nun mit oder ohne abstecher in die höfe.
    so war es bei den hauptbahnhof-promenaden, beim bildermuseum, bei der uni ...und so wird es übrigens auch beim city-tunnel sein.


    natürlich wird es immer welche geben, die glauben, fühlen oder meinen, es ginge in die falsche richtung, bergab oder (mit mehr geld von privaten investoren, aber andererseits mit weniger kommerz) viel, viel besser.
    doch es gibt ja auch genügend menschen, die daran denken, wie es hier vor 20, 10 oder 5 jahren aussah und je nach lust und laune die neu entstandenen möglichkeiten zu nutzen wissen.
    denn es ist ja nichts verschwunden, es kommt neues hinzu.


    ist die eröffnung der höfe am brühl also wirklich "kein guter tag für leipzig"? die fotos auf seite eins dieses stranges können die frage wohl am besten beantworten.

  • Dem kann man nur beipflichten. Man kann getrost diese Wortmeldungen des Stadtforums ignorieren. Den was auch immer von Seiten des Investors getan würde es wäre nie genug gewesen. Das überspitzte Greinen ist demnach auch nicht nachvollziehbar.
    Im übrigen wäre es besser gewesen, gleich alle Überreste des historischen Kaufhauses restlos zu beseitigen, anstatt sich auf einen solchen hanebüchenen Eiertanz einzulassen, von wegen "innen erlebarer Fassade" und diesen Unsinn.

  • Also mal kurz zu der historischen Brühlkaufhaus-Fassade:


    Ich hab mir das gestern angeschaut. Wenn man mal richtig hinschaut, sieht man durch die von euch beschriebenen "Fensternieschen" im Treppenhaus immer noch ein Baugerüst zwischen der Blechbüchsenfassade und der historischen Kaufhausfassade stehen. Im obersten Geschoss der Blechbüchse habe ich sogar noch ein großes Stück der Sandsteinfassade liegen sehen (mit dem Relief eines Rehs darauf). Meine Einschätzung ist: es ist einfach alles noch nicht fertig! Womöglich wird die Fassade ja sogar noch saniert - wer weiß das schon. Und dass man seitens mfi ersteinmal alle Kraft und Ressourcen in die Fertigstellung der Kaufbereiche gesteckt hat und nicht in die Restdetails, finde ich auch nicht sonderlich verwunderlich - damit verdienen sie schließlich ihr Geld.


    Für mich sieht das so aus, als ob man den Zwischenraum der Fassaden zukünftig durch die "Fensterluken" im Treppenhaus, die im Augenblick noch verschlossen sind, begehen können wird.
    Ob das dann die große Erlebbarkeit der Fassade ist sei dahingestellt, aber man muss einfach noch abwarten, denn gerade in diesem Bereich der Brühlhöfe war gestern so einiges noch nicht fertig gebaut... also mal bitte mit voreiligen Schnellschüssen vorsichtig sein, vor allem in "Ferndiagnose"!

  • Ich habe mich heute mal reingetraut in die Höfe um mir ein Bild zu machen.


    Die Einbeziehung der historischen Fassade ist wie von Lefeut angedeutet noch nicht fertig. Man hat jetzt dort Plakate angebracht, die kenntlich machen, das da noch dran gearbeitet wird. Was letztlich kommt kann man aber wohl nur vermuten. Der Zwischenraum zwischen Steinfassade und Blech ist nicht mal einen Meter.


    Ansonsten war mein Eindruck zwiespältig. Für ein Shopping-Center ist die Idee mit den vier Höfen nicht allzu schlecht. Von außen ist es im Vergleich zu den Bildern von vor 10 Jahren wahrlich ein Gewinn und die Plaunsche Gasse keine dunkle Flucht. Es gibt sogar Freisitze da. Und der Lichteinfall durch das große Glasdach scheint auch überdurchschnittlich hoch zu sein.


    Allerdings habe ich es mir insgesamt viel größer vorgestellt - ist eher fast schon provinziell und könnte genausogut in Riesa oder Borna stehen. Es ist absolut austauschbare Architektur und man erkennt nicht wirklich das für Leipzig typische Höfesystem wieder. Dafür ist es zu sehr nach innen orientiert, auch wenn der Nordteil der Innenstadt zur Zeit sehr belebt ist. Mal sehen wie lange das anhält.


    Beim laufen durch die Höfe ist mir vor allem klar geworden, dass es der eigentliche Vorzug der Leipziger Innenstadt gewesen ist, eben nicht so ein Allerwelts-Center zu haben geschweige denn zu brauchen. Mal sehen ob es überhaupt so gut angenommen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass es eher überregionale Bedürfnisse befriedigt und vom gemeinen Leipziger eher gemieden wird, der lieber durch die Grimmaische und die Peterstraße schlendern will?!

  • Ich vermute, dass die Höfe am Brühl mittelfristig nur noch gezielt angesteuert werden, wenn konkrete Geschäfte oder Artikel gesucht werden (z.B. Mediamarkt). Für ein richtiges Shoppingerlebnis kann das neue EKZ nie mit dem Charme der Passagen und Straßen (Hain, Grimmaische, etc) mithalten - war meines erachtens aber auch nie das Ziel von MfI und der Stadt Leipzig.