Quartier am Tacheles

  • Ich schätze, dass diese Mitteilung und der darin enthaltene Entwurf https://www.baunetz.de/meldung…al_in_Berlin_4722891.html noch immer aktuell ist.


    Es wird auf jeden Fall fleißig gebuddelt.


    Hm, ich weiß ja nicht wie fleißig die buddeln. Jedenfalls hält die Buddlerei seit ungefähr drei Jahren vor, ohne das man von Außen substantielle Fortsschritte sehen könnte.
    @ Bau-LCF. Mir währen Sozialwohnungen allemal lieber als ein unbenötigtes 5-Sterne-Hotel. Das ist das, was Berlin sicherlich am allerwenigsten braucht.

  • ^ In der Von Mamato verlinkten Meldung ist durchaus von einem Hotel mit 130 Zimmern die Rede, ohne Sterne-Angabe. Grundsätzlich braucht eine Metropole auch 5-Sterne-Hotels, doch diese Umgebung hier würde ich als einfachere Lage für maximal 2-3 Sterne ansehen - wie IBIS Styles oder IBIS Budget, die es in der Umgebung durchaus gibt, neben zahlreichen Hostels.

  • ^ Ich wohnte zuletzt in einem Hotel einige 100 Meter östlich vom Quartier - wie heruntergekommen muss eine Gegend sein, in der sogar solche Gestalten wie ich nächtigen? ;) (Die vielen Hostels habe ich jeden Tag unterwegs gesehen - und wir sind auch öfters zur Friedrichstraße und weiter südlich gelaufen, praktisch am Quartier vorbei. Wir haben sogar am Oranienburger Tor in einem Döner gegessen, da es dort die geiz-geilste Preislage gibt - vielleicht 200-300 Meter vom Quartier.)


    Die verlinkte Meldung erwähnt die vielen Graffitis im Quartier - wo diese so vermehrt auftauchen, müssen Sprayer nicht weit wohnen. An konkreten Angaben erwähnt der Artikel einen Bauriegel an einer großen Brandwand mit kleineren Wohneinheiten um 30 Qm - das schließt nicht per se viel größere Wohnungen aus, doch ich habe den Eindruck, dass nichts im Quartier die Luxusklasse anpeilen wird. Dass 80% der Wohnungen Eigentumswohnungen sein sollen, kann genausogut mittlere Preislage bedeuten.

  • ^ Es besteht kein Zweifel, dass es sich, um im ekligen Maklerdeutsch zu reden, um eine "Toplage" handelt, ein Blick auf die durchschnittlichen Miet- und Quadratmeterpreise belegt das hinreichend. Und das, obwohl durch die Schließung des Tacheles, den Auszug des C/O Berlin aus dem Postfuhrmat, die zeitaufwändigen Rennovierungsmaßnahmen am "Forum an der Museumsinsel" etc. sich die Gegend gerade in einem Zwischenzustand befindet. Wenn alle diese Arbeiten abgeschlossen sind, spricht alles dafür, dass es auf unabsehbare Zeit eine der teuersten Gegenden Berlins bleiben wird.

  • Also wenn das Quartier keine Toplage ist, dann gibt es in ganz Berlin keine Toplagen.
    Das ist ein absolutes Filetstück. Viel mehr geht nicht. Zumal es - anders als Gendarmenmarkt, Pariserplatz und Potsdamerplatz - sogar in einer zu jeder Tageszeit belebten Gegend ist. Unweit Bahnhof Friedrichstraße und Spree, Galerienviertel Auguststraße, Touristen Hotspot mit Oranienburgerstraße und Synagoge, Fridrichstadtpalast und deutschem Theater und dazu noch einen Steinwurf zum Regierungsviertel.

  • ^ Ich bezweifelte nicht, dass die Gegend belebt ist - lediglich dass sie Zeug zum Luxussegment wie *****-Hotels usw. hat (und es gibt reichlich welche näher des Regierungsviertels wie das Adlon usw.). Luxusgeschäfte gibt es weiter südlich an der Friedrichstraße, in der Nähe des Gendarmenmarkts - nördlich der Spree eher keine.


    Kabelschmidt nannte das Beispiel eines neuen Hotels in der Nähe mit 3 Sternen, nicht 5. Auf der verlinkten Liste steht auch das neue Tacheles-Hotel, leider mit "k.A." bei den Sternen - doch ich tippe eher auf 3 als auf 5.
    Es soll übrigens laut Liste bereits 2020 fertig sein.

  • Eine Toplage von europäischer Klasse ist es halt nicht; zwischen Friedrichstraße und Hackeschem Markt lässt sich immer noch für unter 10.000 Euro/qm eine Wohnung kaufen, da wohnen noch ganz normale Leute, Familien und so, und auch gibt es in der gesamten Oranienburger Straße überwiegend einfache Gastronomie und Einzelhandelsangebote - nichts wirklich Exklusives darunter, nicht mal Türsteher, die ein bisschen die Spreu vom Weizen trennen. Um eine wirklich kaufkräftige internationale Klientel anzuziehen, die hier ihr Geld anlegen könnte, muss das Viertel jedenfalls noch sehr aufgewertet werden. Das gilt auch für die Hotellerie, wie Bau-Lcfr richtig schreibt: Hostels etc. können ja gerne in Friedrichshain, Lichtenberg oder im Wedding aufmachen, aber hier in Mitte sollte für Neueröffnungen unterhalb des Adlon-Niveaus eigentlich kein Platz mehr sein. Lauft mal durch Belgravia oder Chelsea und zählt die Bentleys und Aston Martins, die da auf der Straße stehen, dann wisst ihr, was eine Weltstadt ist. Mitte ist Dreck dagegen.

  • [quote='DerBe','http://www.deutsches-architekturforum.de/thread/?postID=601753#post601753']Hm, ich weiß ja nicht wie fleißig die buddeln. Jedenfalls hält die Buddlerei seit ungefähr drei Jahren vor, ohne das man von Außen substantielle Fortsschritte sehen könnte.[/QUOTE


    Ist halt kein Einfamilienhaus. :)
    Anscheinend gibt noch keinen Handlungsdruck Es wird an mehreren Stellen in der Baugrube gearbeitet aber es sieht nicht so aus als hätte man schon irgendwo die endgültige Tiefe erreicht.
    Neben dem Tacheles wurden mit Maschinen, die mich spontan an solche aus Terminator3 erinnerten, Bohrlöcher schräg unter die Straße gebohrt.
    Bin kein Fachmann aber vermute, das damit die senkrechten Baugrubenwände abgestützt werden und es u.a. deswegen auch so lange dauert.

  • ^^ Eine der begehrtesten, beliebtesten und lebenswertesten Gegenden Berlins deswegen als "Dreck" zu bezeichnen, weil nicht genügen Bentleys und Aston Martins auf den Straßen stehen, keine Türsteher, die "Spreu vom Weizen" trennen, "wirklich kaufkräftige internationale Klientel" nicht genügend angezogen wird – hast Du sie noch alle?

  • @#311

    ^^ Wenn wir schon mit der Stadt aller Städte vergleichen - die Oranienburger Straße samt Umgebung, dem Friedrichstadt-Palast und anderen Theatern würde ich nicht mit Chelsea oder Belgravia vergleichen, sondern mit Soho und Leicester Square. Ähnlich Amüsementbetriebe und Touristen, aber ohne teuerste Läden mit Türstehern usw. Ich sehe allerdings keinen Bedarf, dass gerade diese Gegend wie St James wird - laute, belebte und mittelteure Quartiere braucht eine Millionenstadt ebenso.


    Die Ansammlung der relativ preiswerten Hotels und Hostels könnte man noch mit Paddington vergleichen - es gibt zwar Hotels wie Hilton, aber überwiegend einfachere in umgebauten Häusern des 19. Jh und das zentrumsnah. (Und ich wohnte immer gerne dort, solange es noch bezahlbar war.) Eine ähnliche Hoteldichte, wie ich sie auch hier bzw. weiter östlich erlebt habe.

  • Poah, da wohne ich doch gern im Dreck. Die Bentleys und Aston Martins gehen mir und den allermeisten Bewohner Mittes gepflegt am Ar..ch vorbei. Wer brauch so was?

  • Ich habe zwar keine Lust mich hier auf eine Diskussion einzulassen. Aber einen Kommentar muss ich doch noch loswerden. Wenn ich die Lage vom Tacheles mit anderen Lagen von 5 Sterne Hotels vergleiche, dann ist die Lage allererste Sahne - zumindest Touristen mit Anspruch an Kulturleben.


    Steigenberger: zweite Reihe am Los Angeles Platz
    Hyatt: Nebenstraße (gefühlter Hinterhof) am Potsdamerplatz
    Intercontinental: zweite Reihe am Zoo - für ein Kongresshotel vielleicht gut.
    Sheraton: Deep Down im Nirgendwo - außer ein paar Botschaften ist da nix. weniger Berlin geht kaum.
    Titanic: zweite Reihe Unter den Linden. - Kein Blick auf nichts. und nachts ist es da toter als tot.


    selbst das Kempinski Bristol finde ich liegt abseits am Ku'damm.
    Die besten Lagen haben wohl solche wie Ritz, Adlon, Sofitel, de Rome, Hilton oder Waldorf - meinetwegen noch Steigenberger am kanzleramt.


    mit dem Westin Grand, Swissotel oder Regent kann es in jedem Fall mithalten.

  • A propos "etwas Drittes": unweit des Tacheles-Gelände wird ja gerade das ehemalige Haupttelegrafenamt für eine Hotelnutzung saniert und umgebaut. 2013 war die Rede von einem 4 Sterne Hotel. Ob die Pläne noch aktuell sind, kann ich nicht beurteilen. Würde aber wohl dafür sprechen, dass die Gegend mehr Potential als maximal 3 Sterne oder Hostels hat - gerade angesichts des Booms dieses Viertels in den letzten 5 Jahren. Ob man das als Bewohner in diesem Viertel begrüßt, steht auf einem anderen Blatt...

  • Lauft mal durch Belgravia oder Chelsea und zählt die Bentleys und Aston Martins, die da auf der Straße stehen, dann wisst ihr, was eine Weltstadt ist. Mitte ist Dreck dagegen.


    Na, dann hoffen wir doch mal, dass die "ganz normale(n) Leute, Familien und so" bald vertrieben sind, damit wir endlich in einer Weltstadt leben können...

  • Also ich frag mich anhand derlei Diskussionen immer wieder für welchen Minderwertigkeitskomplex Berlin herhalten muss!


    Ich bin ja nur Zugereister und möchte einfach in einer weltoffenen, kulturellen, vielseitigen Metropole leben, und das ist Berlin.
    Ob und wie viele Edelkarossen da durchfahren ist mir nicht so wichtig, so lange damit nicht diese Sch... Autorennen gefahren werden.


    Ob es im Tacheles ein 5, 4 oder 3 Sterne Hotel gibt, wird wohl auch vom Bedarf abhängen. Berlin hatte 2017 durchschnittlich 65% Auslastung. Das sieht generell nicht nach grossem Mehrbedarf an Hotels aus.