Berliner Stadtverkehr (Straße, Bus, Bahn, Wasserwege, Gebäude)

  • Ich hatte heute Nacht das Vergnügen: Gegen 0:30 mit 70 min Verspätung am Hbf angekommen und dann zum Bus - ich hatte den Vorteil, dass ich es schon zuvor wusste. Am Bus-Display vor dem Nordausgang des Hbf werden die entsprechenden Linien mit Haltestelle 2a angegeben. Wenn man nicht weiß, wo die ist, muss man raten oder an der normalen Haltestelle den Lageplan studieren (falls man als auswärtiger Touri darauf kommt).
    Dann mit Rollkoffer und Rucksack weiter durch den Schnee zur Heidestr., wo die Ersatzhaltestelle etwas düster und verlassen liegt (ob sich da jederfrau nachts wohlfühlt...) - außer Bussen fährt da ja kein Kfz... Der eh schon recht lange Weg vom Hbf zum Bus Richtung Westen wird dadurch noch einmal ordentlich verlängert.


    Aber das lässt sich wohl nicht ändern...


    P.S.: Immerhin kam der Bus recht schnell - Glück gehabt! ;)

  • U7 zum BBI?

    Hallo an alle,


    ich habe mich schon seit längeren gewundert, warum man nie überlegt hat, die U7 zum BBI zu verlängern. Von Rudow zum Flughafen sind es Luftlinie ca. 5,5km (lt. Google earth). Damit wäre der Flughafen zusätzlich sehr gut aus Nord-West angebunden und die Passagiere hätten durch die U7 eine vielzahl von weiteren Umsteigemöglichkeiten in der Stadt. Vielleicht kann ja einer etwas dazu sagen.


    Bis dann.


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    Beiträge 492-496 aus BBI Bauthread hierher verschoben. Jo-King

  • Ich denke es ist auch eher eine finanzielle denn eine nutzentechnische Frage. Berlin hat kein Geld für weitere U-Bahnen, sonst wäre auch die U5 mindestens bis Jungfernheide verlängert worden. Ich denke auch, dass eine Verlängerung der U7 bis BBI sinnvoll wäre, man könnte dann zusätzlich auch ne Expresslinie anbieten, wenn man in bestimmten Abständen an der Strecke ne Vorbeifahrmöglichkeit für die Expresszüge an den normalen Zügen schaffen würde, aber auch ohne Expresszügen wäre das eine gute Ergänzung. Fällt nämlich mal ein Verkehrsmittel wegen Wetter aus (z.B. DB), dann kann die U-Bahn zumindest teilweise als Ersatz dienen.

  • @ Olaf Berlin

    Ja, tatsächlich gab es mal entsprechende Pläne vor einigen Jahren. Ist aber nie etwas daraus geworden. Als damals die Gartenstadt Rudow gebaut wurde, wurde auf dem Lieselotte-Berger Platz extra eine Fläche für einen U-Bhf freigelassen der auch längst hätte stehen sollen - stattdessen eine große funktionslose Freifläche:


    http://www.neukoelln-online.de…selotte-Berger-Platz.html


    Bin damals auf die abgebildete Schule gegangen (auch eine architektonische Sünde) und habe vergeblich auf die versprochene U-Bahn-Anbindung gewartet. Stattdessen hieß es wie jetzt Endstation U-Bhf Rudow, alles aus bzw. umsteigen bitte. Aber der Flughafen hätte es sicher noch nötiger gebrauchen können als ich damals als Schüler ;)

  • ^^ Das ganze ist recht einfach: Bisher weist der Streckenabschnitt einfach nicht die erforderliche Auslastung auf, um den teuren U-Bahn-Bau zu rechtfertigen. Die bisherige Lösung mit dem X7 bietet bereits eine vergleichsweise schnelle Anbindung, der Gewinn läge nur bei wenigen Minuten in erster Linie durch den eingesparten Umsteigevorgang.


    Im Übrigen wäre der Gewinn für weiter entfernte Stadtteile nur marginal, da der südliche S-Bahn-Ring ja bereits über die S46 angebunden ist (wenn sie denn fährt) und die Verbindung in andere Richtungen einfach zu lange dauert. Da ist die geplante schnelle Anbindung über die Anhalter Bahn deutlich attraktiver. Auch die Stadtbahn kann mit dem Airport-Express jetzt schon schneller erreicht werden.

  • Das Ganze liegt an dem Planfeststellungsverfahren: Berlin bzw. die BVG waren (und sind immer noch) für die Streckenverlängerung der U7. Seinerzeit war jedoch das Land Brandenburg nicht bereit, den Anteil der Kosten auf seinem Gebiet zu übernehmen. Vermutlich hielt man es nicht für effektiv, das Dorf Schönefeld (pardon) direkt und per U-Bahn an den künftigen Hauptstadtflughafen anzuschließen - wohl eine Potsdamer Scheuklappensicht. Der Bund wollte dann prüfen (wir schreiben das Jahr 1996 - "Konsensbeschluss"), ob er anstelle von Brandenburg die Finanzierung des Brandenburger Anteils übernehmen wird. Offenbar ist das Ganze aber irgendwie untergegangen.
    Erstmal wird der Flughafen Berlin Brandenburg ohne U-Bahn in Betrieb gehen.Aber was nicht ist, kann immer noch werden. Immerhin würde der Berliner Süden (allein Neukölln ist eine Großstadt mit 330.000 Einwohnern) mit dieser Linie besser angeschlossen werden.

  • Kann mir zufällig jemand sagen, wo man Informationen bzgl. der Fahrgastzahlen der Berliner U-Bahn bekommt? Also gestaffelt nach den -einzelnen- Linien und dem -täglichen- Fahrgastaufkommen!
    Ich habe im Web und auf den Seiten der BVG usw. schon recherchiert, aber keine befriedigenden Ergebnisse gewinnen können.

  • Der ADAC gibt mal wieder seinen Senf zur Verkehrslage und fordert bis 2030 Investitionen in Milliardenhöhe, Geld sei da!?
    Vor allem geht es um Tunnelprojekte (Unter den Linden wird auch wieder aufgewärmt), sowie Stadtautobahn und weiteres:


    http://www.tagesspiegel.de/ber…ehr-ADAC;art18614,3035817


    Ich persönlich bin eher dafür, dass erstmal die fiesen Schlaglöcher geflickt werden, bevor Milliarden in Tunneln vergraben werden.
    Desweiteren bin ich ein Fan von Straßenbahnen und Fahrrad. Weiß eingetlich jemand, warum Berlin nicht seine Rolle als "grüne" "offene" und so weiter -Stadt wahrnimmt, und endlich so ein dicht gesponnenes Fahrrad-Ausleihsystem wie in Barcelona oder Paris einführt?
    Die leidigen DB-Drahtesel sind wahrlich keine Alternative, und ich glaube selbst in HH gibts das jetzt mit den Stationen. Was spricht dagegen, ist es mit Berlins Weite schwer ein dichtes Netz zu unterhalten?



    Ansonsten noch News zur Straßenbahn am HBF, Planfeststellungsverfahren ist jetz fix, nächste Runde der Beschwerden damit eingeläutet:


    http://www.tagesspiegel.de/berlin/art270,3035813


  • Was spricht dagegen, ist es mit Berlins Weite schwer ein dichtes Netz zu unterhalten?


    Ich weiß garnicht was du willst - schon im letzten Sommer kam man sich in der ganzen Innenstadt vor wie am Markttag in Hanoi. An jeder Ecke gibt es doch mittlerweile diese Fahrradverleihs. In Anbetracht dieser Situation wäre ich viel mehr für die Einführung eines Fahrradführerscheins, denn den meisten Touris auf den Drahteseln fehlen grundlegendste Kenntnisse um damit zwischen Bussen, Autos und Straßenbahnen rumzugurken.

  • Ein Fahrradführerschein kostet nur wieder unnötig Geld und Verwaltungsaufwand. Wie sollen vor allem die Touris kontrolliert/bestraft werden, wenn sie keinen Führerschein haben? Wird dann ein Radelverbot verhängt? Nicht wirklich, oder? :lach:


    In Köln halten sich Radfahrer auch an keine Verkehrsregeln, aber es funktioniert trotzdem irgendwie. Wer nicht Rad fahren kann (im Sinne von Nichtbeachten der Verkehrsregeln) wird das sowieso nicht für ewig tun, bei dem Verkehr.


    Weiß auch nicht, ob Berlin wirklich noch mehr Radwege braucht, jeder kann auf der rechten Straßenseite fahren und wenn man ein paar Seitenstraßen benutzt kommt man dabei auch nicht dem Straßenverkehr in die Quere. Ansonsten haben die großen Hauptverkehrsstraßen doch wohl schon Radwege auf den Gehwegen, oder?

  • @ tel: das Fahradleihsystem in Barcelona ist beispielsweise nur für Einwohner und ist zur Reduzierung des innerstädtischen Individualverkehrs, aber auch zur Entlastung der Öffentlichten erdacht worden. Dadurch, dass es an jeder Ecke _feste_ Stationen gibt, ist dort das Fahrrad inzwischen bei vielen Bewohnern wirklich eine feste Größe in den täglichen Mobilitätsoptionen geworden.

  • Andere Städte haben andere Verkehrsprobleme und -lösungen. Ich denke nicht, dass dies irgendwie vergleichbar ist. Der Autoverkehr in Berlin ist eigentlich ziemlich moderat - eben weil es ein sehr leistungsfähiges öffentliches Nahverkehrssystem gibt, mit teilweise redundanter Linienführung. Das Problem mit dem Fahrrad ist, dass es nur ein zusätzliches Element ist, dass sich einen Verkehrsraum mit eben diesem städtischen Nahverkehr, als auch PKW, als auch Transportverkehr teilen muss. Das kann funktionieren - setzt aber voraus, dass sich alle Teilnehmer entsprechend verhalten. Und genau da haben wir das Dilemma.

  • Es war absehbar, dass das Planverfahren nicht ohne Wiederstand durchgeführt werden kann. Die schon lange bestehende Anwohnerinitiative will gegen die Senatsplanung Klage einreichen. Kritisiert wird vor allem, dass es durch den Ausbau der Invalidenstraße die am Nadelöhr Chausseestraße vierspurig werden und sich diese Spuren größtenteils mit der Tram teilen soll, zu einer wesentlich höheren Lärm- und Feinstaubbelastung kommen wird.


    Artikel taz
    Artikel Berliner Zeitung

  • Kann mir einer sagen was beim U-Bahnhof "Mehringdamm" gebaut wird? Oder soll das so final sein? Wie wird der mal aussehen werden?

  • Am Mehringdamm hat man die abgehängten Decken entfernt - sehr zu begrüßen. Gleiches habe ich letztens auch am U-Bahnhof Alt Tempelhof gesehen, allerdings nicht über den gesamten Bahnhof. Ich hoffe die BVG nimmt sich die hohen Bahnhöfe zu Herzen, wieso sollte man einen engen Schacht küntlich noch enger machen? Hier gehts ja nicht um Heizkosten oder ähnliches.

  • Hohe Decken wirken auch gleich viel freundlicher und mal fühlt sich nicht so eingeengt. Am Mehringdamm sieht das noch alles sehr unfertig aus, allerdings waren Mittwoch keinerlei Bauarbeiten zu erkennen.