Mediaspree: Diskussionsthread

  • Es ist völlig irrelevant was solche unterbelichteten Idioten noch so alles versuchen um Gentrifizierung zu verhindern, Berlin wird in 10 Jahren eine völlig andere Stadt sein als sie es heute ist.
    Der eigentliche "Übeltäter" sind nicht irgendwelche Konzerne sondern der Magnet Berlin an sich.
    Berlin ganz allein weiß wo es hin will und welchen Weg es dabei geht. Diesen Weg wird es unaufhaltsam gehen.


    Hoffentlich hast Du recht. Es wäre allerdings auch schön, wenn diese absolut notwendige Entwicklung (dafür reicht ein Blick auf den Länderfinanzausgleich) ohne allzu tiefgreifende soziale Konflikte verläuft. In Berlin hat sich über lange Zeit eine kleine Gruppe radikaler Sozialschmarotzer breitgemacht, die sehr hartnäckig ist. Die Öffentlichkeit tut sich mit einer klaren Ächtung extrem schwer, wie man in der Berliner Presse lesen kann. Es gibt eine merkwürdige Toleranz gegenüber Gewalt gegen Sachen aber auch gegen Polizisten usw. Die Gentrifizierungsdebatte grenzt ans Absurde. Berteits die meiner Ansicht nach falsche Übersetzung (Es müsste eigentlich neutral Gentrifikation heißen.), passt zur deutschen Neidkultur.


    Ich bin jedenfalls froh, dass Anschutz, Mercedes und Coca Cola sich nicht abschrecken lassen. Meine Sympathie für große Firmen, die durchaus viel für ihre Mitarbeiter tun (z.B. wenn sie krank werden), ist jedenfalls tausendmal größer, als für diese Egoisten, die meistens nur ihre eigenen kleinen Interessen vertreten. Wogegen ja nichts einzuwenden wäre, wenn sie auf Gewalt verzichten würden.

  • Bitte solche Postings löschen...

    Hoffentlich hast Du recht. Es wäre allerdings auch schön, wenn diese absolut notwendige Entwicklung (dafür reicht ein Blick auf den Länderfinanzausgleich) ohne allzu tiefgreifende soziale Konflikte verläuft. In Berlin hat sich über lange Zeit eine kleine Gruppe radikaler Sozialschmarotzer breitgemacht, die sehr hartnäckig ist. Die Öffentlichkeit tut sich mit einer klaren Ächtung extrem schwer, wie man in der Berliner Presse lesen kann. Es gibt eine merkwürdige Toleranz gegenüber Gewalt gegen Sachen aber auch gegen Polizisten usw. Die Gentrifizierungsdebatte grenzt ans Absurde. Berteits die meiner Ansicht nach falsche Übersetzung (Es müsste eigentlich neutral Gentrifikation heißen.), passt zur deutschen Neidkultur.


    Ich finde es unerträglich solche Pseudo-politischen Statements hier lesen zu müssen. Das jemand Begriffe wie "Sozialschmarotzer" in den Mund nimmt und gleichzeitig über Toleranz referiert - disqualifziert sich selber bzw. lässt erahnen welches Gesites Kind Sie sind.


    Ich fühle mich aber von so einem Beitrag provoziert da er völlig undiffernziertes Bildzeitungsniveau wiedergibt.


    Wenn diese Form der Beiträge hier jetzt Usus werden, dann werfe ich zumindest folgende Fragen auf: Die Unternehmen die Millionen Subventionen erhalten in Berlin sind keine Sozialschmarotzer? Steuerhinterzieher keine Sozialschmarotzer?
    Immobiliengeschäfte zu tätigen (Standortwechsel Mercedes) bringt dem Standort Berlin keinen Vorteil, solange keine Arbeitsplätze geschaffen werden. Nur das ändert etwas in der Strukturschwachen und Industriearmen Stadt Berlin. Sind kulturelle Einrichtungen, Künstler etc. auch alles "Sozialschmarotzer"?


    Sie reden von Neid und leifern genau den Bodensatz auf denen solche Debatten aufbauen.


    Ihr Begriff von Toleranz scheint nicht nur verengt sondern fehlgeleitet und radikalisiert das Bedürnis der Menschen nach bezahlbaren Wohnraum in Innenstadtlage.


    Aus Ihren Zeilen ist ein gewisser Hochmut zu entnehmen der sich in diesen Zeiten schnell als unangebracht erweisen kann. In welcher Branche sind Sie tätig?


    Zum Abschluss, Gewalt und Radikalisierung ist für unsere Demokratie Gift. Ihr Statement halte ich bereits für relativ radikal - denken Sie mal darüber nach...

  • Es ist völlig irrelevant was solche unterbelichteten Idioten noch so alles versuchen um Gentrifizierung zu verhindern, Berlin wird in 10 Jahren eine völlig andere Stadt sein als sie es heute ist.


    Anstatt undifferenziert Gentrifizierungsgegner pauschal zu beleidigen solltest du dich besser mal etwas näher mit deren Beweggründen auseinandersetzen. Ich kann auch wenig mit Argumenten anfangen die zum Teil nur auf simple Kapitalismuskritik abzielen, aber eine so plumpe Argumentation wie die deine die nur auf Beleidigung Andersdenkender ausgelegt ist ist unsachlich und untragbar für eine vernünftige Diskussionskultur :nono:

    Der eigentliche "Übeltäter" sind nicht irgendwelche Konzerne sondern der Magnet Berlin an sich. Berlin ganz allein weiß wo es hin will und welchen Weg es dabei geht. Diesen Weg wird es unaufhaltsam gehen.


    Wer oder was ist Berlin? Was ist eine Stadt? Willkommen in der Demokratie wo auch Bürgerzusammenschlüsse die stadtpolitische Entwicklung aktiv beeinflussen können. Nicht alles entwickelt sich immer genau so wie man es sich vorstellt…

    Intolerante, egozentrische, ideologisch verbohrte und zum Teil rassistische (Schwaben-Hasser) Spießer werden mühelos hinweggefegt aufgrund des stetig steigenden Investionsdrucks in den nächsten Jahren im MS-Areal (liegt innerhalb der Investionsachse des Flughafens BER, ist nicht nur stadtnah sondern auch infrastrukturell hervorragend versorgt).


    Off Topic: Was soll diese archaische Ausdrucksweise? Willst du damit deinen Argumenten mehr Ausdrucksfähigkeit verleihen? Zündet bei mir irgendwie nicht.
    On Topic: Die Investitionen die mit Mediaspree bisher einhergehen stehe ich gelinde gesagt noch etwas verhalten gegenüber. Die Ansiedlung von Medienunternehmen ist durchaus positiv zu bewerten, aber die voraussichtliche Schaffung von noch mehr Hotelbetten und noch mehr EKZ-Flächen trägt gerade zur Kannibalisierung dieser Segmente bei.
    Ansiedlungen wie von Daimler oder Coca Cola sind für Mediaspree zwar ein Erfolg, da diese jedoch zu ungunsten anderer Standorte innerhalb Berlins erfolgen dürften die Effekte wohl eher neutral bleiben. Naja, immerhin sind beide Unternehmen in der Stadt geblieben...
    Auch architektonisch bleiben die Projekte bisher mit wenigen Ausnahmen hinter den Erwartungen zurück. Ich freu mich ja auch wenn diese riesige Brache zwischen Warschauer Straße und Ostbahnhof endlich wieder urbaner wird, aber etwas mehr architektonische Qualität würde ich mir da schon wünschen. Ob der Investitionsdruck sich nach Eröffnung des BBI erhöht bleibt noch abzuwarten.

    @bato:
    Ja und? Lass sie halt Werbung machen, wenn dabei auch die Lage des Stadtgebiets diskutiert wird und alle sich zu Wort melden können, ist das doch in Ordnung. Warum ist es nicht möglich, an die ganze Sache unvoreingenommen ranzugehen oder dem Ganzen zumindest eine Chance zu geben.


    Du kannst an die Sache herangehen wie du willst, wie ich das mache musst du mir aber schon selbst überlassen! Aus dem von mir geposteten Link zum Interview gehen die Beweggründe von BMW dieses Projekt zu sponsern ganz gut hervor. Auch wenn Herr Ellinghaus lamentiert, beim BMW-Engagement ginge es um die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung so steht das trotzdem im Widerspruch zur Aussage man erhoffe sich positive Imageeffekte. Ein wesentlicher Grund für mich das Projekt kritisch zu hinterfragen. Ob in der Realität dann doch breite Stadtentwicklungsthemen sowie die aktuellen Probleme eines Teils der hiesigen Kreuzberger Bevölkerung offen diskutiert werden steht auf einem anderen Blatt.

    Meine Güte die Bundesliga und andere populäre Sportereignisse sind heutzutage auch vollgestopft mit Kommerz, das es quietscht und es stört auch niemanden


    Schon wieder so eine pauschale Aussage. Tipp: kommerzialisierung fußball googlen. Scheint eine sehr breite Diskussion über alle Fanlager zu geben (ist hier aber nicht das Thema).


    Nun noch mal zu den Schreckensmeldungen aus Tagesspiegel und Welt. Die Berliner Zeitung und auch der Spiegel gehen etwas differenzierter in ihren Artikeln zu Werke. Die Polizei habe bei einer Gefährdungsbewertung festgestellt, dass das Projekt auf wenig Gegenliebe seitens der hiesigen Bevölkerung treffe und mit Störungen/Protesten zu rechnen sei…welch Wunder. Konkrete Gewaltandrohungen hätten jedoch nicht vorgelegen. Zudem wird erwähnt, dass es selbst in der „Welthauptstadt“ New York Proteste von Anwohnern gegen das Guggenheim Lab gegeben haben soll. Es wird gemunkelt, BMW fürchte wegen der drohenden Auseinandersetzungen um sein Image und habe deshalb gegen den Standort Kreuzberg interveniert.


    Ein neuer Standort für’s Lab in Berlin ist übrigens nach wie vor im Gespräch – das Pfefferberg im Prenzlberg.


    Artikel Berliner Zeitung
    Artikel Spon

  • Schade, dass ich gerade kaum Zeit habe hier mitzudiskutieren. Ich möchte an Bato trotzdem kurz den Appell richten, die vermutlich frühlingsbedingt frei werdende Energie nicht an Flyn auszulassen, sondern, anstatt dieses 'Vorkommnis' derart zu relativieren, eindeutig Stellung gegen diese nazihaften Methoden der selbsternannten Antifaschisten zu beziehen. Denn das, was da passiert ist, ist eigentlich skandalös und einer auf Meinungsfreiheit basierenden Gesellschaft absolut unwürdig.

  • ^
    Ganz der Hans Dampf, über Flyns Ausfälle geflissentlich hinwegsehen, aus meinem Beitrag sich nur das herauspicken was zum eigenen Weltbild passt, um dann den Moralapostel zu spielen. Was für eine Schmierenkomödie :nono:


    Wie geschrieben lehne ich sämtliche Gewaltaktionen ggü. Mensch und Material ab (und seien es auch nur Drohungen). Im vorliegenden Fall hat es dies anscheinend aber nicht gegeben.

  • Bitte diese dumpfe Polemik weglassen, die eines Moderatorenamtes gänzlich unwürdig ist. Ich picke nichts heraus, mir ist lediglich die etwas seltsame Gewichtung deiner Beiträge aufgefallen. Flyns - zugegebenermaßen auch nicht ganz passende, aber im Angesicht des Ereignisses verständliche - Verbalinjurie erhält eine umfassende 'Würdigung', während diese unsere freiheitlich demokratische Grundordnung negierenden Methoden, die immerhin eine ganze Stadt betreffen, doch sehr stark relativiert und verharmlost werden, anstatt sie entschieden zu verurteilen. Und dabei kommt es überhaupt nicht darauf an, ob physische Gewalt bereits angewandt oder lediglich in Aussicht gestellt wurde. Nichtsdestotrotz lag psychische Gewalt bereits in jedem Falle vor. Ach ja, den Moralapostel lasse ich mir gerne gefallen. Aber eigentlich wäre das deine Aufgabe.

  • Meine Herren, ich bitte Sie wieder auf den Teppich zurückzukehren, sachlich und fachbezogen zu argumentieren. Das Forum leidet sonst, no?

  • ... Zum Abschluss, Gewalt und Radikalisierung ist für unsere Demokratie Gift. Ihr Statement halte ich bereits für relativ radikal - denken Sie mal darüber nach...


    Ich möchte diese Diskussion hier nicht ausweiten, da sie hier nicht hingehört, aber muss mich nach dieser Beschimpfungsorgie durch alexsb73 doch kurz verteidigen.


    Bitte lesen Sie meinen Beitrag nochmal. Abgesehen vom sicher nicht sehr klug gewählten Begriff "Sozialschmarotzer" kann ich nichts wirklich radikales darin sehen. Die Ächtung physischer Gewalt und deren Androhung ist das wesentliche Thema (also wohl nicht sehr radikal). Ich ganz persönlich habe übrigends auch Respekt um nicht zu sagen Angst vor den Anschlägen durch "Gentrifizierungsgegner", von denen mir einige sehr nahe gekommen sind. Die Verschiebung der Wahrnehmung aus dem Rechtsraum heraus, die zu beobachten ist, halte ich für gefährlich und in jeder Beziehung unangebracht.
    Rechtsbrüche sind z.B. Gewaltandrohung, Sachbeschädigung etc. Eine Debatte, die keine Rechtsgüter verletzt, ist völlig in Ordnung (das habe ich ja auch oben geschrieben).

  • Aber eigentlich wäre das deine Aufgabe.


    Einer von 2 Gründen für meine Antwort auf Flyns Beitrag waren seine Pauschalisierungen und Beleidigungen - ich finde sowas hat hier nichts zu suchen. Der 2. Grund: auch ich bin User dieses Forums und kann hier meine Meinung zum Thema schreiben.

    die vermutlich frühlingsbedingt frei werdende Energie


    Polemik kann ich unterlassen, und Sarkasmus gehört zum guten Ton? Für weitere Probleme die persönliche Antipathie betreffen PN-Funktion nutzen.

    Nichtsdestotrotz lag psychische Gewalt bereits in jedem Falle vor.


    Die Info-Quelle des LKAs war wohl vor allem dieser Blog. Dem ist zu entnehmen, dass man die Veranstaltung im Falle ihrer Ausführung stören wolle. Von geplanter Gewalt gegenüber Personen und Material steht da nichts. Psychische Gewalt lässt sich im Prinzip bejahen. Für ein juristisches Nachspiel scheint das dennoch nicht ausreichend (gewesen) zu sein.


    Meine Herren, ich bitte Sie wieder auf den Teppich zurückzukehren, sachlich und fachbezogen zu argumentieren. Das Forum leidet sonst, no?


    Von mir aus gerne.

  • Erinnert ihr euch noch an das da unten? ("Spree Shopping Berlin" vgl. Beiträge: 620 ff., S. 42 unter http://www.deutsches-architekt…&highlight=CKV#post326615 ):


    Bar25

    Tchoban-Voss


    Falls ihr euch nicht erinnern könnt ist es auch nicht weiter tragisch, denn der Entwurf ist nun ohnehin tot. Statt der CKV soll nun der niederländische Center-Entwickler Multi Development (aka Multi) die Entwicklung übernehmen. Neue Entwürfe gibt es noch nicht. Baustart soll Herbst 2013 sein. Ich finde es ja schade. Der Entwurf war einzigartig innerhalb Berlins und passte mE gut neben die O². Was soll's. Es ist halt so.


    http://www.morgenpost.de/berli…ntrum-neben-O2-World.html

  • Widerstand gegen neues EKZ und sonstige Entwicklungen

    ^Fortsetzung:
    Wie könnte es anders sein? Natürlich wird auch der Verkauf an die niederländischen EKZ-Entwickler nicht gut aufgenommen von der Initiative Mediaspree versenken. Sie befürchten wohl, dass es den kleinen Läden an der Warschauer Straße zu große Konkurrenz machen wird. Franz Schulz, der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, fürchtet außerdem „eine weitere Schwächung“ des EKZ am Ostbahnhof. Die Dichte an EKZ sei mit den Zentren am Alex und dem Lichtenberger Ring-Center schon jetzt zu groß, sodass die Läden beim Ostbahnhof bereits einige Probleme haben. Das Projekt ist aber durch einen Vertrag zwischen Senat und Anschutz-Gruppe von 2004 gesichert, der insgesamt 27.000m² Ladenflächen für das Areal zusichert.


    Die Entwickler, deren Boulevard Berlin bisher recht positiv aufgenommen wird, versprechen aber "sensibel" zu verfahren. Zunächst gilt es, sich mit den Baubehörden abzustimmen, vorher wird es keine offiziellen Entwürfe geben. Fest eingeplant sind jedoch ein direkter Zugang vom Center zur Warschauer Straße sowie eine Kapazität von 900 Parkplätzen im Souterrain.


    Laut Angaben der Anschutz Bürokomplexes will man zudem 2014 mit dem Bau des Hotels und eines Bürokomplexes beginnen. Auch für weitere Neubauten auf dem Vorplatz (weitere Läden und auch Wohnungen) und für die geplanten Bars und Kinos gibt es laut Anschutz bereits Interessenten. Bin ja mal gespannt, welche Argumente dann wieder gegen die Pläne hervorgebracht werden.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…n-konkurrenz/7113304.html

  • Schwach eigentlich vom Tagesspiegel, dass die Aussagen der Mediaspree-Gegner nicht hinterfragt werden.
    Konkurenz macht so eine Mall eher anderen Malls in der näheren Umgebung: Ring Center, Kaufhof am Ostbahnhof, Alexa, Kaufhof am Alex...alles nicht so weit weg.
    Ich gehe mal davon aus, dass die üblichen Ketten dort einziehen werden. Die meisten Kiezläden sind dagegen spezialisiert und in so großen Malls quasi nicht vorhanden (sorry für Doppelpost).

  • EDer Tagesspiegel schreibt u.a. auch von der Warschauer Straße, da kommt im Zusammenhang mit der Brücke für mich die Frage auf: was ist denn eigentlich aus dem Projekt Brommybrücke in Friedrichshain geworden?


    Offenbar hat man das Projekt nach 5 Jahren Stillstand doch wieder aus der Schublade geholt. In der Berliner Zeitung heißt es, dass die Planung neu gestartet wurde. Nächstes Jahr soll ein Architekturwettbewerb entscheiden wie die Brücke aussehen wird. Baubeginn und Fertigstellung seien noch nicht konkret.


    Artikel Berliner Zeitung

  • ^
    Für die neue Brommybrücke finde ich den Vorschlag gut, der vor einigen Jahren von Spangenberg ins Gespräch gebracht wurde: eine Brücke mit Gewerbeeinheiten.
    Hier einige Visualisierungen: http://www.gerhardspangenberg.…/brommybrucke_berlin.html


    Den Entwurf selbst finde ich solala, aber die Idee auf der Brücke Läden unterzubringen, finde ich sehr gut. Sowas hat Berlin meines Wissens noch nicht und wäre auf jeden Fall eine Sehenswürdigkeit mehr.

  • ^^
    Berlin ist eben Deutschlands Erste Provinz.... und hinkt als solche Freiburg und Tübingen hinterher, wo dieses Öko-Gutmenschen-Milieu bereits "blühenden Landschaften" geschaffen hat. Solange diese Schicht aus Langweilern, Moralaposteln und Spießern in Berlin immer stärker den Ton angibt, umso mehr kann man sich von einer "spannenden" Metropole verabschieden! Es ist einfach lächerlich, in einer Stadt, die ohnehin aus 30 Prozent (!!) Grünflächen besteht, noch weitere schaffen zu müssen - koste es was es wolle. Weil diese Leute eben nicht denken, sondern ausschließlich fühlen....


    Beitrag bezieht sich hierauf.
    Bato

  • Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder - das war doch schon immer so. Die Alterskohorte, die in den 60igern mit damals modernen Ideen angetreten ist, hat es dabei besonders schwer, nicht reaktionär zu werden. Angesichts einer durch Naziverstrickungen oft wehrlosen Vätergeneration traf sie auf zuwenig Widerstand und trägt daher ihre alten Ideen bis heute mit inzwischen maßloser Intoleranz wie einen Monstranz vor sich her. Es ist die Generation, die Kuchen-Essen-und-Behalten-Wollen-Dürfen salonfähig gemacht hat. Im Städtebau heisst das: Billig-Fliegen-können-wollen - aber bitte keinen Flughafen ganz in meiner Nähe - aber doch in meiner Nähe, wenn ich fliegen will. Handy-telefonieren-können-wollen - aber bitte keinen Masten bei mir auf dem Dach. Gefälligst billigen Wohnraum mitten in der Stadt - aber bitte nicht das Angebot an Bauflächen erhöhen (und so die Baulandpreise senken), wenn es mich betrifft (Mauerpark, Tempelhof etc). Gefälligst alles CO2-neutral Wärmedämmen, aber bloss nicht die Miete erhöhen, wenn jemand das Kondom für die Fassade oder den neuen Gasbrenner zahlen soll. Arbeitsplätze her, aber nur solange das meinen Blick aus dem Hinterhoffenster nicht mit einem Bürobau verdeckt. Komplexe Überlegungen in der Art: "Wie ist denn die Balance aus Verdichtung und Freiflächen in Berlin im Vergleich zu..." passen da nicht ins Bild.


    Ok, ein wenig übertrieben. Aber nur ein wenig.

  • Baukunst: Ach was. Berlin hat schon ganz andere Katastrophen überlebt. Der momentane ökoreligiöse Zeitgeist ist zwar ärgerlich, wird aber auch wieder vorbeigehen. Im Prinzip ist es ja auch nichts neues, Spiesser gab es schon immer und wird es immer geben. Die heutigen 'Ökospiesser' sind genauso moralinversauert wie die 68er-Möchtegernrevoluzzer und davor die altnaziverseuchte Nachkriegsgeneration.


    Ich vermute mal, dass abgesehen von einigen hundert durch Wärmeisolierungen zerstörten Altbaufassaden dieser Zeitgeist keine langanhaltenden Spuren im Stadtbild hinterlässt, eher wird man später sagen, dass es eine Zet der verpassten Chancen war. Überflüssgie Freiflächen werden irgendwann doch bebaut, verhinderte Infrastrukturprojekte werden irgendwann doch noch gebaut, Ökoholzhäuser verfallen irgendwann...

  • So richtig verstehe ich die Bezirkspolitiker nicht.So ein Projekt kippen zu wollen,dass man vor Jahren noch befürwortete,ist doch purer Luxus.Mal eben ein paar Millionen ausgeben um den Bau eines längst genehmigten Hauses zu verhindern.Und gleichzeitig hat man kein Geld für die Sanierung von öffentlichen Anlagen,Jugendarbeit,usw.
    IMHO werden hier absolut die falschen Prioritäten gesetzt.

  • ^ Auch wenn hier nicht immer mit dem Florett gefochten wird, kann ich die Aufregung ehrlich gesagt verstehen. Mich treiben zwei Sorgen um:


    1. Der verrückt gewordene Bezirk (in dem ich übrigends lebe) verhaftet sich in selbstgewählter Armut, indem er mit Gewalt dringend gebrauchte Investoren vergrault.


    2. Dieses so vielversprechende Areal mit Spree, Ostbahnhof und Oberbaumbrücke wird ein chaotisches Sammelsurium unter Fehderführung von Juristen. Ein in sich stimmiger städebaulicher Plan wird nicht realsiert. Stattdessen werden konkurrierende Vorstellungen patchworkartig durchgezogen.


    Eine guter Städtebau ist etwas anderes.


    Backsteins Argumentation, dass die Einwohner Berlins und Friedrichshains keinen Nutzen aus Investitionen ziehen, halte ich für falsch. Wenn hier die Maxime gilt: "Ich fühle mich besser, wenn alle um mich herum so arm sind wie ich und deshalb lehne ich Investitionen mit Schaffung von Arbeitsplätzen und hochwertigem Wohnraum ab." so nimmt man der Stadt und mit ihr den eigenen Kindern die Chance auf eine bessere Zukunft.


    Das Idealbild einer Stadt, welches die Kreuzberger Grünen vertreten, ist mir nicht bekannt. Ich vermute seit langem, dass es auch gar keins gibt, weil Stadt und Grüne Fundis eigentlich nicht zusammenpassen. Die Mietskasernen, die die Seele Kreuzbergs bilden, hätten die doch sicher nie gebaut.

  • ^ ich denke hier spielt immer noch die Mauermentalität eine große Rolle - man will es einfach nicht akzeptieren, dass man nicht mehr am Stadtrand liegt und dass all die Hühnerzuchtrefugien und sonstigen Nischen an der Grenze zum Niemandsland einfach nicht mehr existieren. Und so klammert man sich an jede noch so kleine Möglichkeit einen Graben zwischen sich und der raumgreifenden Metropole zu erhalten - es ist die Grenze im Kopf, die hier weiterhin das Stadtbild prägt.