Ted, der Herr vom Stern verehrt offensichtlich Etatismus. Stadtverwaltungen sieht er als Entscheidungsträger mit gottgleichen Befugnissen. Die Frage, wer unter diesen kruden Anforderungen noch zu Investitionen bereit sein könnte, scheint ihn nicht umzutreiben. Selten so einen realitätsfernen Unsinn gelesen.
Elbtower Baustopp - Diskussionsthread
-
-
-
https://www.welt.de/regionales/ham…g-verdammt.html
Sehr gut geschriebener Artikel in der Welt zur Lage des Elbtowers. Man kommt auch zum Schluss dass ein Weiterbau die sinnigste Option ist und dass man mehr Wagen sollte, auch ein Empire State Building stand lange zu Teilen leer und hat sich schlussendlich wirtschaftlich doch gelohnt.
Bis zur Sommerpause am 23.07. will die Politik wohl weiterhin eine Entscheidung bezüglich des Naturkundemuseums im Elbtower oder nicht präsentieren.
(Lässt sich lesen, wenn man sich kostenlos registriert)
-
^^ Obwohl der Begriff 'Ruine des Elbtowers' schon maximal daemlich ist. Entweder lernt man bei Axel Springer die 'Basics' des Schreibens nicht mehr, oder man will extra reisserisch sein.
-
Mir scheint der Artikel schon etwas tendenziös. Speziell ein Punkt lässt mich immer wieder etwas fassungslos zurück: Wenn die Stadt entscheidet sich zu engagieren, warum sollte sie unbedingt exklusiv mit Becken verhandeln? Die Stadt braucht Becken nicht, es gibt auch andere Entwickler und ein wenig Wettbewerb sollte ja schon sein. Auch der Insovenzverwalter wird sich im Ernstfall dieser Erkenntnis nicht verschließen.
Im Übrigen ist die reine Ausstellungsfläche des Naturkundemuseums vermutlich zu gering, um von sich aus das Projekt anzuschieben. Die Stadt müsste sich also auch darüber hinaus in irgendeiner Form engagieren.
Die vierte mögliche Variante, den "kurzen Olaf", diskutiert der Artikel gar nicht, obwohl vermutlich finanziell am ehesten darstellbar. Realisierbar, wenn man allen Projektbeteiligten bei Strafandrohung die Verwendung der Namen Benko, Chipperfield und Scholz untesagt.
-
^
Den Wettbewerb gab es doch und Becken blieb als Einziger übrig. Warum auch immer....
-
Nein, einen derartigen Wettbewerb gab es nicht. Wir hatten das hier im Forum auch schon diskutiert.
Es gab offenbar Gespräche zwischen Becken und einzelnen Senatsmitgliedern wobei ihm (exklusiv) der Abschluss eines Mietvertrages in Aussicht gestellt wurde. Becken sprach dann seinerseits öffentlich von einem vorhandenen "Ankermieter", woraufhin der Insolvenzverwalter mit ihm die Exklusivitätsvereinbarung abschloss. Dieses Vorhaben fand aber keine politische Mehrheit.
Weshalb der Insolvenzverwalter die Exklusivitätsvereinbarung danach noch verlängerte, ist nicht öffentlich bekannt. Der Senat sollte sich davon aber nicht leiten lassen.
-
Die vierte mögliche Variante, den "kurzen Olaf", diskutiert der Artikel gar nicht, obwohl vermutlich finanziell am ehesten darstellbar.
Diese Variante wird in dem Artikel auch behandelt, unter Nennung des Urheberrechts und Vorstellung eines Entwurfs von einem Studenten, der fürchterlich aussieht.
-
Nein, das ist das in dem Welt-Artikel beschriebene Szenario 2 (Weiterbau mit anderer Spitze nach Studentenfantasie). Dazu bleibe ich bei meiner Meinung:
Die gezeigten Entwürfe der Studenten finde ich schockierend. Keiner geht auf die aktuellen Probleme oder das Umfeld ein. Stattdessen sehen wir Absonderlichkeiten im Stil russischer oder arabischer Oligarchen, die im Wesentlichen der Selbstbestätigung von Investoren und Architekten dienen sollen. Das hat mit intelligenter moderner Planung nichts zu tun. Eine Fertigstellung auf dieser Basis würde (vorausgesetzt Chipperfield stimmt zu, der Bebauungsplan wird entsprechend geändert und die vorhandene Statik erlaubt es) die Kosten nur weiter in die Höhe treiben.
Beim "kurzen Olaf" würde man den Bau dagegen ungefähr auf aktueller Höhe beenden. Die Kosten für eine Fertigstellung wären deshalb vergleichsweise gering. Optisch bzw. stadtplanerisch sieht es natürlich anders aus.
Wie relevant die Setzungen an den Bauwerken der Deutschen Bahn sind bzw. welche Kosten ggf. für Kompensationsmaßnahmen bei einer Fertigstellung aufgrund ursprünglicher Planung anfallen würden, erscheint mir aktuell vollkommen offen.
-
Mittlerweile haben wir den 7. Juli und es tut sich nichts. Was ist der nächste Stichtag? Sommerferien des Senats? Anscheinend ist alleine das Naturkundemuseum jetzt entscheidend, wie und ob es weitergeht.
-
Das Naturkundemuseum allein kann die Fertigstellung nur anschieben, wenn die große Variante mit 60.000 m² gewählt wird, also einschließlich der Depotflächen. Die Ausstellung allein mit ihren 20.000 m² dürfte hierzu nicht ausreichen.
Nur wer baut sich einen Elbtower, wenn jede mittelprächtige Logistikimmobilie an Autobahn oder Wasserstraße dieselbe Aufgabe übernehmen könnte?
-
hansefix Laut der Medien ist die Frist 23.07. (Beginn der parlamentarischen Sommerpause)
-
Eine günstige Gelegenheit nach der Entscheidung erstmal ein Wochen die Stadt zu verlassen - unabhängig jeglicher Entscheidung:-).
Trotzdem hoffe ich weiterhin dass der Bau voll durchgezogen wird, auch ggf. alleine von der Stadt selbst ohne Naturkundemuseum.
-
Und jetzt meldet BILD Entscheidung zum Frühherbst !!!
Lt. ihren ja nun unumstritten gut informierten Quellen, soll der Senat aber bereit sein, für 460 Mio die nächsten 20 Jahre anzumieten. 60.000qm, alles wäre baulich organisatorisch sehr gut machbar. Es ginge nur noch um Details.
-
Wie sähe das eigentlich praktisch aus?
Büroflächen unterscheiden sich doch drastisch von Museumsflächen. Wurden die von Anfang an miteingeplant, oder würde das Museum am Ende wie ein beklemmender Kompromiss wirken?
Und was passiert nach den 20 Jahren, wenn man 460 Mio. (23 Mio. pro Jahr). ausgegeben hat und die Bürger das Museum liebgewonnen haben? Mieterhöhung und die Mrd. zum 40. Geburtstag vollmachen? Dann wäre ein Museum im eigenen Gebäude vielleicht die finanziell sinnigere Variante gewesen.
-
Ein Neubau würde angeblich mindestens 1 Milliarde Euro kosten.
Ich halte das zwar für absurd, aber wenn solche Berechnungen der Umsetzung dienen, ist es ja ok.
-
Besten Dank an hansefix , ich verlinke den BILD-Artikel mal.
Woher die 32€/m² kommen sollen, scheint mir allerdings unklar. Ich meine, dass wir hier im Forum schon mal diskutiert hatten, dass es bei diesem Mietniveau für einen Investor sehr eng wird und knapp 40€/m² eher realistisch sein dürften. Bei 20 Jahren ist zudem eine Indexierung/ Staffelmiete anzunehmen.
Eigentlich sollte sich der Mietpreis idealerweise am Markt durch eine öffentliche Ausschreibung bilden. Es spricht vieles dafür, dass dies auch rechtlich verpflichtend ist:
Hierzu vielleicht noch der Hinweis, dass Mietverträge nur dann nicht öffentlich ausgeschrieben werden müssen, wenn sie sich auf vorhandene Gebäude beziehen. Das ist ein Grenzbereich, aber man wird sehen müssen, wie stark es hier am Ende zu museumsspezifischen Anpassungen kommt.
Zu diesem Punkt hatte FragDenStaat eine Anfrage nach dem Transparenzgesetz gestellt, die aber ausweichend beantwortet wurde. Es scheint unklar zu sein, wer auf Seiten der Stadt den Mietvertrag abschließen soll.
Und schließlich bleibt die offene Frage, warum man Depotflächen für 32€/m² oder mehr anmieten möchte. Da dürfte der Rechnungshof sowie die Opposition voll reingrätschen.
-
War am Ende klar dass der Senat einspringt. Politisch ist das ein Gesichtverlust. Aber der wäre nur noch größer gewesen, hätte man sich eingestehen müssen das Ding abreißen zu müssen
Vor dem Hintergrund verstehe ich nur nicht, wieso man das solange geheimhalten wollte.
Hat man ernsthaft geglaubt, dass nach all dem Drama sich noch weitere Investoren finden lassen?
-
Wenn es um hohe Häuser geht, drehen irgendwie alle am Rad. Das sieht man ja allein an den 49 Seiten Diskussion hier, deren epische Breite in gar keiner Relation zur Relevanz des Geschehens steht.
Wäre an diese Stelle ein 20-Geschosser gebaut worden, wären hier auf 10 Seiten ein paar Fotos hochgeladen und ein bisschen kommentiert worden. Aber nein, es geht ja um einen (Möchtegern-)Wolkenkratzer. Das hat dann natürlich die höchste Priorität.
Ich halte das zwar für absurd, aber wenn solche Berechnungen der Umsetzung dienen, ist es ja ok.
Eine realitätsnahe Wirtschaftlichkeitsanalyse ist bei den Summen an Steuergeld, die hier ausgegeben werden sollen, schon ganz nett.
Wenn es für das Naturkundemuseum die wirtschaftlichste und funktionalste Option ist, in den Elbtower zu ziehen, bitte gern. Ansonsten kann die freie Wirtschaft regeln, was mit dem Turm passiert, oder eben auch nicht. Seit mehr als 1,5 Jahren steht die Baustelle nun schon still. Na und? So lange wie beim Ryugyŏng-Hotel wird es bis zur Fertigstellung bestimmt nicht dauern, aber technisch möglich ist es offenbar, sich Zeit zu nehmen.
Ich weiß nicht, was für Exponate das Hamburger Naturkundemuseum hat, aber meistens bevorzugen Museen klimastabile Räume mit möglichst wenig Tageslicht. Großflächig verglaste Fassaden sind da eher hinderlich. Für Ausstellungsumbauten und Besucherführung sind große zusammenhängende Flächen hilfreich, zudem ist von sehr schweren Ausstellungsstücken wie einem großen Aquarium die Rede.
Beim Sockel mag das irgendwie noch angehen. Aber wer kennt bekannte Museen, die in Wolkenkratzern angesiedelt sind? Neben der Ausstellung nennt "Bild": "ein großes Lager für die Sammlung, Labore und Büroräume". Das Lager, also Depot, in die Höhe zu planen, wird ja wohl niemand erwägen. Beim Thema Depot potenzieren sich die Nachteile alle noch einmal. Und es ist das Depot, das den meisten Platz benötigt. Ohne Depot reicht man sicherlich nicht einmal ansatzweise an die genannten 60.000 m² heran.
-
Der Bild-Artikel bietet eigentlich nicht so viele Neuigkeiten. Eigentlich ist nur neu, dass die Entscheidung für den Einstieg in das Projekt noch aussteht und in den Herbst verlegt wurde, was angesichts der seit mittlerweile 1,5 Jahren herrschenden Planlosigkeit des Senats ohnehin zu erwarten war. Das Versprechen des Senats kein Steuergeld beizusteuern wurde also noch nicht gebrochen.
-
Ziegel schwingt da irgendwie ein Neid aus Leipzig mit? Was ist denn „Möchtegern“? Darunter versteh ich eine Höhe -an- die 150m. Der Elbtower erstreckt sich darüber hinaus nochmal um weitere 100m.
Dafür dass du das so kritisch betrachtest und die Menge des Geschriebenen kritisierst, nimmst du dir aber für deinen Roman auch viel Zeit.. nur mal so am Rande erwähnt
-