Galerie der Nürnberger U-Bahnhöfe


  • Wie die NZ heute berichtete fordert ein Teil der CSU eine grundlegende Sanierung der Verteilerebene und Ausgänge der U-Bahn-Station Lorenzkirche. Die gesamte Architektur sei zu dunkel und diverse Ecken einfach nur schmuddelig, schlimmer als schmuddelig. Zugegeben, meine Fotos oben stellen die Anlage in gutem Licht dar, vermutlich sogar nahe an dem wie sie einst geplant war. Aber trotzdem macht mich diese Vehemenz, mit der hier eine Sanierung gefordert wird, etwas nachdenklich, denn die Architektur der gesamten Anlage ist stimmig und ich würde sogar sagen schön! Und das sage ich bei Bauwerken aus den 1970'ern außerordentlich selten. Mit seinen Verzierungen und der Farbwahl aus rohem Beton, braun gestrichenen Stuckelementen und den dunkel eloxierten Aluminiumelementen ergibt alles ein Gesamtbild, das ich immer noch denkmalwürdig finde. Ich hoffe niemand kommt auf die Idee alles mit Gipskarton abzuhängen, weiß zu streichen und mit grellem LED-Licht zu fluten. Die Anmutung, man würde im Tiefgeschoss der Lorenzkirche unterwegs sein, ginge dann komplett verloren. Wäre schade, denn Nürnberg hat hier eine deutschlandweit einmalige U-Bahn-Architektur!

  • Die Passage des U-Bahnhofs Lorenzkirche ist aus meiner Sicht (wie der gesamte Bahnhof) definitiv denkmalwürdig. Allerdings wünsche ich mir eine grundsätzliche Sanierung bei der Details behutsam optimiert werden. Das Lichtkonzept gehört zum Beispiel dazu.


    Die VAG setzt ja bereits auf ein "Revitalisierungsprogramm" der Bahnhöfe. Als nächste große Baumaßnahme ist da der Bahnhof Muggenhof an der Reihe, dieser ist stark sanierungsbedürftig.
    Die großen Innenstadtbauwerke sollen allerdings gesondert betrachtet werden. Sicher geht man erst da zu Werke, wo konstruktiv der größte Bedarf ist. Nach meiner Kenntnis ist dies vor allem der Bahnhof Plärrer, da müssen Teile oder sogar die gesamte (?) Decke neu abgedichtet werden und dabei wird sicherlich das ein oder andere technisch und ästhetisch mit erledigt werden.


    Da im Bahnhof Lorenzkirche keine Not herrscht was Wassereinbruch oder dergleichen betrifft, wird das sicher noch viele Jahre dauern...


    d.

  • Plärrer und Hauptbahnhof sind grauenhaft. Noch schlimmer, wenn man bedenkt, dass die beiden Bahnhöfe mehr oder weniger maßgebend für Touristen von außerhalb sind. Der erste Eindruck prägt das Bild - auch von einer Stadt. Und ich habe noch niemanden getroffen, der positiv von einem der beiden Bahnhöfen gesprochen hat.

  • Den Plärrer finde ich gar nicht so dramatisch schlimm. Ich steige dort jeden Tag um, und finde die unterirdischen Ebenen eigentlich recht angenehm. Das Verteilergeschoss oben ist etwas zu klein und eng, da rempeln sich die Leute immer wieder an um durch die Schleusen auf die Bahnsteige zu fädeln. Oberirdisch ist hat der Plärrer aber wenig Aufenthaltsqualität. Es ist zugig und trist, es gibt zu wenige Unterstellmöglichkeiten. Besonders dort wo die Busse halten ist es eher wie an einem Behelfshalt. Da gibt es keinen definierten Halt, keine Sitzmögklichkeiten und kein Regen- und Sonnenschutz.


    Der Hbf. allerdings, gebe ich dir recht, ist wirklich nicht optimal organisiert. Das Tiefgeschoss kommt so schon an die Kapazitätsgrenzen was den Passantenstrom anbelangt. Und die Geruchsbelästigungen müssen dringend abgestellt werden. Das empfinde ich jedesmal als Zumutung und gegenüber Gästen ist es mir peinlich.


    Insofern sehe ich es auch wie Dexter. Handlungsbedarf am Halt Lorenzkirche sehe ich aktuell eher keinen, das hat Zeit.

  • Ich sehe da absoluten Handlungsbedarf, weil der U-Bahnhof Lorenzkirche schmuddelig, altbacken, hässlich und wie aus einer anderen Zeit wirkt. Nicht gerade ein gutes Bild das die Stadt Nürnberg da auf Bewohner und Reisende abgibt.

  • Ich fahre nur gelegentlich in Nürnberg U-Bahn - und das dann meistens außerhalb der Stoßzeiten. Den Hauptbahnhof finde ich, was die eigentliche U-Bahn betrifft, eigentlich gar nicht so schlecht. Das Üble ist die Königstorpassage. Wenn ich vom Bahnhof direkt in die Stadt gehe, tue ich das daher jetzt immer oberirdisch. Die Station Plärrer hab ich vor einem Jahr das erste mal seit ewigen Zeiten wieder genutzt - und fand sie überraschend gelungen. Da hat nothor recht: Oberirdisch ist der Plärrer ein Graus und war es schon immer. Die Stadt Nürnberg kann einfach keine Plätze - weder ästhetisch noch praktisch. Und die Station Lorenzkirche ist architektonisch etwas Besonderes. Da sollte man nur behutsam renovieren.


    Wenn ich über Weihnachten mal wieder in der Stadt bin, werde ich noch etwas bewusster U-Bahn fahren.


    Was mich planerisch aber vor allem interessieren würde: Ist jemandem eine klare Aussage bekannt, ob die U-Bahn einen neuen Halt zwischen Hasenbuck und Bauernfeindstraße bekommen soll, wenn da die Technische Universität Nürnberg entsteht? Diese Chance darf man sich ja eigentlich nicht entgehen lassen.

  • Der U-Bahnhof, also die Bahnsteigebene, wurde 2014 saniert. Dabei wurden alle Flächen behandelt und repariert. Das Verteilergeschoss ist dagegen weitgehend im Zustand von 1978, da wurde nur "normaler" Unterhalt gemacht.


    Grundsätzlich gibt es bei den U-Bahnsystemen in Deutschland derzeit zwei Ansätze bei anstehenden, grundhaften Sanierungen und technischen Anpassungen:
    1. Überholung des Bestehenden bei minimalen Eingriffen in das ursprüngliche Design
    2. Völlige Umgestaltung des originalen Designs


    Ersteres ist derzeit häufig in Nürnberg der Fall, zu sehen bspw. am U-Bahnhof Scharfreiterring oder eben am Bahnhof Lorenzkirche.
    Letzteres kann in München beobachtet werden, z.B. an der Münchner Freiheit.


    Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Das Nürnberger Vorgehen ist natürlich kostengünstiger und wahrt auch das Gesamtbild des ja allmählich historisch werdenden Netzes. Das Münchner Vorgehen ist häufig mit einem "Wow-Effekt" Verbunden, hinterlässt aber überall Designbrüche da meist nicht konsequent und zeitnah komplett umgebaut wird.


    Zur Frage nach einem neuen U-Bahnhof an der neuen Uni zwischen Hasenbuck und Bauernfeindstraße: Da ist wohl noch nichts entschieden. Sicher werden wir mehr erfahren wenn die Planungen für das Areal weiter gediehen sind.


    d.

  • ^
    Na na, wollen wir mal nicht übertreiben. Noch nie schöne Ecken gesehen in der Innenstadt gesehen?!


    Die Darstellungen bezüglich Plärrer und Hauptbahnhof finde ich übertrieben, auch wenn es in den vergangenen Jahren spürbar "anders" geworden ist. Beide U-Bahnhöfe finde ich in Ordnung, für die Oberfläche braucht es halt Ideen. Ich kann jedem mal empfehlen in Frankfurt in die Ebenen unter dem Hbf. einzutauchen - dagegen kann man in Nürnberg vom Boden essen. So was erlebt man im letzten osteuropäischen "Drecksloch" nicht. Und schadet es messbar dem Tourismus oder dem Geschäftsleben in Frankfurt?! Keinesfalls, es boomt nur so. Der Grad an Abschreckung für Touristen und Geschäftsleute scheint also überschaubar. Bei mir müsste man übrigens weder Touristen, noch sonst wen vorschieben, um seine Flächen sauber zu halten...


    Was den U-Bahnhof Lorenzkirche angeht, sollte die Bahnsteigebene so bleiben wie sie ist, unbedingt. Bei der Passage wäre ich für viele Dinge offen, auch für den Erhalt des bestehenden Designs. Leben sollte halt reinkommen...


    twolf
    Welche Art von Lichtkonzept würdest du dir denn wo wünschen?!

  • Ich kann jedem mal empfehlen in Frankfurt in die Ebenen unter dem Hbf. einzutauchen - dagegen kann man in Nürnberg vom Boden essen. So was erlebt man im letzten osteuropäischen "Drecksloch" nicht. Und schadet es messbar dem Tourismus oder dem Geschäftsleben in Frankfurt?! Keinesfalls, es boomt nur so. Der Grad an Abschreckung für Touristen und Geschäftsleute scheint also überschaubar.


    Der Vergleich macht überhaupt keinen Sinn oder kommt als nächstes, dass es in New York noch deutlich dreckigere Ecken gibt und es weder Geschäftsleben noch dem Tourismus schädigt? Frankfurt hat ganz andere Dimensionen und ist mit Nürnberg in keiner Weise vergleichbar. Egal ob Reputation, der Erreichbarkeit, Investoren(freundlichkeit) oder Unternehmen - es ist eine Liga, in der Nürnberg nicht mitspielt und deutlich darunter liegt und alleine schon deshalb schwankt dein Vergleich heftig. Von all dem abgesehen finde ich, dass du schon sehr stark übertreibst was den Frankfurter HBF angeht. Da hat sich in den letzten Jahren einiges verbessert. Es ist zwar immer noch kein Vorzeigebahnhof, aber man kann deutlich auch eine höhere Sauberkeit erkennen.


    Insgesamt denke ich aber auch, dass Nürnberger Bahnhöfe (insb. Plärrer und HBF) recht sauber und ordentlich sind. Es ist einfach die alte Architektur, die orangenen Fließen und das Erscheinungsbild, das eher einem alten 50er / 60er Bahnhof aus Osteuropa gleicht, wenn wir schon bei osteuropäischen Vergleichen sind. Und das ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäßg. Insbesondere, wenn Ubahnhöfe, zB in Prag mittlerweile deutlich repräsentativer in Vergleich zu den beiden Nürnbergern aussehen.

  • Ich finde den Vergleich mit Frankfurt Main durchaus legitim.
    Sicher hat die Stadt eine andere Wirtschaftsstruktur, aber für die Alltagswege der Bewohner ist das erstmal völlig unerheblich. Tatsächlich ist das Frankfurter Netz insgesamt optisch ziemlich runtergekommen und strotzt vor Flickschusterei. Teilweise fehlende abgehangene Decken, vielerorts gibt es sichtbare Kabelsalate und verschlissene Oberflächen sowie verwinkelte dunkle Ecken, das ist praktisch der Normalzustand in den meisten Tunnelbahnhöfen. Da herrscht ein eklatanter Sanierungsstau den ich in Nürnberg nicht erkennen kann.


    Im Falle des Frankfurter HBF ist es so, dass die Flächen der DB in den vergangenen Jahren etwas gewonnen haben, z.B. saniert die DB gerade die unterirdische S-Bahnstation samt Zwischenebenen. Die Flächen der Stadt Frankfurt sind aber in wirklich grauenvollem Zustand, nicht zuletzt weil man seit Jahren auf den Start einer groß angelegten Sanierung wartet und in der inzwischen sehr lang werdenden Zeitspanne praktisch nicht mehr investiert.
    Der Gesamteindruck ist am Nürnberger HBF in der Tat deutlich besser, und auch das Pendant zum Bahnhof Lorenzkirche, die Frankfurter Hauptwache, ist aus meiner Sicht bei weitem nicht attraktiver oder gepflegter.


    Wie auch immer, Ziel ist es ja nicht immer zu Fragen wo es am „hässlichsten“ ist.
    Ich hoffe im Falle von Lorenzkirche auf eine behutsame Sanierung der Verteilerebene die den Charakter des Designs wahrt.
    In der Königstorpassage am HBF oder an der B-Ebene am Weißen Turm sehe ich das schon anders, da darf es auch etwas Neues sein das sich mit dem Vorhandenen gut verträgt.


    d.