Beiträge von nenntmichismael

    In Ergänzung zu nothor s weithaus höherwertiger Abschlussdokumentation hier noch ein schneller Schnappschuss aus dem realen Leben, aufgenommen aus der Straßenbahn in komplett abgerüstetem Zustand sowie im Verbund mit dem ebenfalls äußerlich fertigen WGB-Nachbargebäude.


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    In der Gesamtwirkung finde ich das Ergebnis für´s Stadtbild wirkich gut, selbst der letztgenannte Gebäudestummel fügt sich ein. Die Bebauung wirkt auf mich jedenfalls bei vorbeifahrender Betrachtung (und so werden die meisten sie sehen) abwechslungsreich durch die unterschiedlichen Farben und Fassadenmaterialien. Was mir nach wie vor aufstößt, sobald man etwas länger hinsieht, sind allerdings die v.a. entlang der Ostendstraße identischen Fensterformate. Die konterkarieren die "Adressbildung" der einzelnen Hausnummern. Da hätte ein bisschen mehr Varianz schon gutgetan, siehe die ungleich bessere Wirkung des Luitpold-Viertels. Trotzdem: Im Vergleich zu den Jahrzehnten mit dem tristen Coca-Cola-Versandareal und dem anschließenden Leerstand ist das natürlich ein großer Sprung vorwärts.

    Da wird ein beeindruckendes Tempo vorgelegt. Beim Betrachten der Photos habe ich allesdings den Eindruck, als wäre der urspr. Entwurf in seiner Fassadengestaltung erheblich verändert worden. Die Fenster wirken auf mich jetzt nicht mehr so tief gezogen und großzügig. Erinnert mich jetzt eher an die 1970er Jahre und den Norikus mit seinen immer ziemlich zerquetscht wirkenden Fensterbändern. Immerhin hat dieses zur Begrünung vorgesehene Zwischengeschoss überlebt. Mal sehen, wie die Gesamtwirkung am Ende sein wird.

    Nüchtern betrachtet sehe ich das wie Lieblingsfranke . Eine Strecke von der TU Nürnberg zur Messe hätte kaum einen nennenswerten Effekt auf den öffentlichen Nahverkehr, zumal man diese Strecke zu Fuß fast schneller zurücklegen könnte als mit der Schwebebahn. Offenbar geht es hier aber eher um ein politisches Hosenträgerschnalzen. Und vom Image her passen moderne Verkehrstechnologie, eine Universität, die innovativen Modellcharakter haben soll, und die dynamische Nürnberg Messe schon gut zusammen.


    Ob die alternative Überlegung des Baureferenten von einer etwaigen Strecke vom Nordostbahnhof nach Fürth einen viel größeren Nutzen bringt, erscheint mir aber auch nicht unbedingt zwingend. Wer will denn schon aus Schoppershof nach Fürth und wer will aus Fürth nach Schoppershof?


    Man könnte aber ja auch von der Uni über die Messe bis zum Südklinikum fahren - mit Anschluss an einer neuen U-Bahn-Haltestelle TU Nürnberg zwischen den Stationen Hasenbuck und Bauernfeindstraße.


    Aber mal sehen, ob dieses Luftschloss überhaupt je kommt.

    Das neue Technikum der TH Nürnberg Georg Simon Ohm auf dem AEG-Nordareal wird in seiner Wirkung erahnbar. Kürzlich wurde Richtfest gefeiert. An der Südfassade sind inzwischen die Fassadenteile in den Obergeschossen montiert. Auch hier würde ich wieder sagen: keine „große Architektur“, aber ein gelungener Funktionsbau mit gut geschnittenen Proportionen und aus der Nähe nicht uninteressanter Struktur. Was ich gar nicht gedacht hätte: Von Süden her aus dem bestehenden AEG-Areal gibt es eine direkte Blickachse zum Technikum, so dass die südlich gelegenen Einrichtungen von Friedrich-Alexander-Universität und Ohm-Hochschule mitsamt dem gemeinsamen EnergieCampus eine Verbindungslinie zum Ankergebäude auf dem neuen Nord-Areal aufweisen.


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    Auf der Instagram-Seite von Schulz und Schulz Architekten ist das Vorhaben der Grundschule in Lichtenreuth mit einem Rendering aufgetaucht. Der Architektenwettbewerb hat schon in 2022 stattgefunden. Der gezeigte Ausschnitt kommt mir ein wenig wie "Stangenware" vor. Durch die offenbar geplante Fassadenbegrünung zur Straße hin könnte es dennoch recht angenehm und freundlich wirken.


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    (c) Schulz und Schulz


    Das Gebäude wird sich ganz im Norden des Moduls I von Lichtenreuth an die westlich davon bereits im Entstehen begriffene Wohnbebauung anschließen:


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    (c) Schulz und Schulz

    Denke ebenfalls, dass dieser Komplex einmal ganz lebendig wirken dürfte, wenn erst mal die Studenten und sonstigen Mikro-Bewohner eingezogen sind. Immerhin hat die Fassade zudem eine klare, wabenartige Struktur und auch mir gefällt, dass das Gebäude voll dem öffentlichen Raum zugewandt ist. M.W. werden drumherum noch einige Bäume gepflanzt. Auch das wird die urbane Wirkung nochmal steigern und homogener wirken lassen.

    Zufallsfund: Bauwerke Liebe und Partner planen in der Camerariusstraße 12-14 / Ecke Dietzstraße einen Neubau als Lückenfüller. Bisher ist das eine unansehnliche Ecke in einer unansehnlichen Gegend einen Steinwurf vom Kohlenhof entfernt. 30 Wohnungen sollen gemäß Projektseite dort entstehen, sogar ein "Penthouse". Für Letzteres könnte ich mir zwar reizvollere Gegenden vorstellen, aber für Tafelhof ein weiterer Schritt vorwärts und aufwärts. Mir gefällt, dass auch die Nürnberger Bauwirtschaft zunehmend wiedererkennt, dass man aus Gebäudeecken, sei es mit Balkon oder mit Erker, durchaus gestalterisch etwas machen kann und dass - revolutionär! - sogar Rundungen infrage kommen.


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    (c) Bauwerke Liebe + Partner


    Gemäß Google-Straßenschau sieht die Ecksituarion derzeit folgendermaßen aus:

    https://www.google.com/maps/@4…!7i16384!8i8192?entry=ttu

    Hier ein paar aktuelle Eindrücke vom südlichen Teil von Lichtenreuth. Das erste Gebäude der Technischen Universität Nürnberg hat im Holzbau-Stecksystem zügig Endhöhe erreicht. Hier ging es ja vor allem um Schnelligkeit und gleichzeitig nachhaltige Bauweise, aber wenn die Fassade auch noch umfassend begrünt sein wird, ist das schon eine ganz gute erste Visitenkarte am südlichen Campuseingang. Man sieht die Uni-Bebauung auch von den Bahngleisen zwischen Lichtenreuth und der Rangierbahnhof-Siedlung.


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    Auch an der Brunecker Straße laufen schon umfassende Arbeiten. Die alte Straße ist abgetragen und kann in neuer Form, mit Baumreihen, Rigolen und dem Straßenbahngleis neu angelegt werden. Links die Lange Zeile und links hinten die ersten nächstes Jahr fertig werdenden Wohnbebauungen am Hasenbuck.


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    Sozialpolitisch betrachtet hast Du nicht unrecht, Planer . Aber das Mischen der Sozialstrukturen ist ja genau ein Ziel der Städtebaupolitik in Nürnberg. So müssen ja bei jedem Neubauvorhaben zu einem bestimmten Anteil geförderte Wohnungen für sozial Schwächere enthalten sein. Bei größeren Vorhaben sind das stattliche 30%, wie etwa jetzt auf dem Branntweinareal, obwohl sich das am Rand des Wohlstandsviertels Erlenstegen befindet. Ich finde den Ansatz sozialpolitisch grundsätzlich nicht schlecht. Man hat halt, vereinfacht gesagt, immer die Wahl zwischen Ghettobildung einerseits oder dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher Welten im gleichen Viertel andererseits.


    Und gleichzeitig kann ich wenig Schlechtes an der Gentrifizierung finden, jedenfalls städtebaulich. Als Jugendlicher fand ich es einen Jammer, wie die eigentlich traumhaften Gründerzeitviertel Gostenhof oder Bärenschanze über Jahrzehnte vor sich hingemodert und teilweise verwahrlost sind. Dass in Altbausubstanz jetzt Geld fließt und diese dadurch erhalten wird, finde ich sehr zu begrüßen, auch unter Nachhaltigkeitsaspekten.

    Ich muss hier fast schon ein bisschen Abbitte leisten, nachdem ich dem Entwurf gegenüber sehr kritisch war. Große Architektur ist das zwar sicher nicht. Aber für geförderten Wohnraum auf eine schlichte Art schon ganz ordentlich. Und die Ocker-/Safran-/Terracotta-Farbgebung mutet ja fast schon italienisch an... Die unterteilten Fenster mit weißen Faschen lassen die Gebäude jedenfalls angenehm und freundlich wirken.


    Wenn man beim Eckgebäude mit den Schießscharten noch die Backsteinoptik des Turmes aufgreift, wie das die etwas körnigen Visus andeuten, finde ich damit meinen Frieden.


    Ich glaube übrigens, das Glasdach hatte der Turm schon, wenn man ältere Fotos hier anschaut. Bin nicht sicher, ob da überhaupt schon saniert worden ist.

    ^ Meines Wissens ist es zunächst einmal dieses eine Gebäude, das für die Ohm-Hochschule dort neu entsteht. Auf dem Übrigen AEG-Nord-Areal ist ja laut Projektentwickler zu etwa zwei Dritteln Wohnbebauung und zu einem Drittel Gewerbe mit Schwerpunkt Wissenschaft und Forschung geplant. Es wäre aber naheliegend und wünschenswert, wenn die Ohm sich hier mit einem hohen Flächenanteil auf einem "Campus West" mit ihrem Zweitstandort neben dem Prinzregentenufer etablieren würde! (Auf dem benachbarten AEG-Süd-Areal ist die Hochschule ja auch schon präsent.)

    Das empfinde ich als sehr erfreuliches Vorhaben! Die rückwärtige Erschließung des Jugendstil-Volksbads durch einen kleinen Park neben dem historischen Rochusfriedhof und die Beseitigung der gräuslichen Nutzbauten der Stadtwerke schlagen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

    Aus meiner Sicht eine überfällige Entwicklung und hoffentlich baldige Entscheidung. Dass man versuchen will, die achteckige Form zu erhalten (wenn auch voraussichtlich nur für die äußere Hülle), finde ich nett. Primär ist ein Stadion für mich aber ein Funktionsbau, der auf der Höhe der Zeit gehalten werden muss.

    Mal ein kurzes Update vom schnell in die Höhe wachsenden „Güterwerk“.


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    Man beginnt erahnen zu können, wie sich dieses Quartier einmal anfühlen wird, wenn dieser Bau fertig ist und gegenüber auch noch das IKON stehen wird. Mit GfK, Datev, Aurelis, demnächst Novartis und dem Tech-Inkubator Zollhof entsteht da ein Gewerbe- und Dienstleistungsviertel, das in nicht allzu ferner Zukunft den angrenzenden Stadtteilen Steinbühl und Gostenhof einen ordentlichen Schub verleihen sollte.


    P.S. Für das IKON ist auf der Projekthomepage ein zumindest mir noch nicht bekanntes und recht gut gemachtes Werbevideo eingestellt:

    https://ikon-nuernberg.de/

    ^ Dem stimme ich vollauf zu, nothor! Bemerkenswert ist dabei außerdem noch, dass es sich hier ja nicht einmal um klassische Spenden handelt, bei denen man vom Finanzamt etwas zurückbekommen kann, weil die Zuwendungen an ein städtisches Unternehmen gehen. Ich freue mich außerordentlich, dass diese Stadtbildreparatur erfolgen wird. Letztes Wochenende kam ich dort zufällig vorbei. Der wiedererrichtete Turm wird zum derzeit vorhandenen "Stummel" einen großen Unterschied machen. Das Vorhaben bestätigt den Aufwärtstrend in der Stadt, nicht nur in infrastruktureller, sondern auch in ästhetisch-gestalterischer Hinsicht.