Beiträge von nenntmichismael

    Ich werde mich zwar wohl nie so wirklich mit Nachkriegs-Nutz-Architektur inklusive der billig hochgezogenen Wohn-Riegel anfreunden können, aber hier besteht bisher tatsächlich ein fast mediterran anmutender "pastelliger" Straßenraum. Ich teile die Befürchtungen, dass es nach der Sanierung nicht besser aussehen wird als vorher.


    Vor allem fällt beim Betrachten der Photos und auch auf Goo** Streetview mal wieder auf, was wir für blechkistengeprägte Innenstädte haben. Der öffentliche Raum wird dominiert von Parkplätzen. Kaum Platz für Bäume. Und dann wundert man sich, wenn es im Sommer in der Wohnung und auf der Straße neben dem aufgeheizten Blech glühend heiß wird.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Obergeschosse mit diesen versetzten Fensterachsen (wer zum Teufel hat sich das bloß ausgedacht?)


    Zumindest auf Deinem Photo finde ich die Wirkung dieser versetzten Fenster gar nicht so schlecht. Grundsätzlich ist das zwar meistens ein recht hilfloses Instrument, um sterbenslangweilige Fassaden ein bisschen spannender zu machen. Meistens auch ein ungenügendes und zum Scheitern verurteiltes. Hier finde ich allerdings, bringt das tatsächlich Schwung hinein.

    Hoffentlich kommen noch ein paar Bäume davor und es bleibt nicht bei der momentanen Einöde.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Unter anderem soll mindestens dieses weitere THN-Gebäude dazu kommen. Aber wann, dazu steht nichts auf der Tafel:


    Meines Erachtens ist das auf dem Bild dargestellte Gebäude der ursprüngliche Entwurf des von Dir gezeigten jetzt fertigen Ohm-Technikums. Der Blickwinkel dürfte von Nord nach Süd auf die Nordfassade mit der schrägen Fassade hin zur geplanten kleinen Grünanlage sein.

    Das zweite Gebäude der THN kommt m.W. an die östliche Seite des Areals, neben die Kleingartenanlage. Wann es soweit ist - keine Ahnung.

    Im Sommer 2024 hat der Freistaat hierfür zunächst einmal das Grundstück erworben. Die Fakultäten für Design und für Informatik sollen dort ihre neue Heimat finden. Der folgende Pressemitteilung beinhaltet auch eine Luftaufnahme des jetzt fertigen Technikums und des daneben liegenden Grundstücks:

    Freistaat erwirbt Grundstücke Auf AEG für die Ohm – Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

    ^ Ich teile Deine Einschätzung weitgehend. Der Verfall an baulichem Ausdruck und handwerklicher Kunst über die letzten 100 Jahre ist schon erschütternd. Das lässt sich m.E. auch nicht mehr als Bauhaus-inspiriert schönreden. Letztlich haben wir es hier mit funktionaler Ödnis zu tun.


    Die Marienzeile bietet dabei zumindest noch das absolute Minimum an Gestaltung. Ich finde hier übrigens den Verzicht auf die ursprünglich schwarz geplanten Riemchen nicht als ganz so schlimm. Zumindest von der Farbgebung her wäre das sonst ein arg trister Angstraum geworden.


    Ein wenig Hoffnung kann man auf die Bäume setzen, die - wenn sie erst mal größer sind - der Gebäudezeile einen gewissen organischen Touch und freundlicheren Eindruck geben können. Dass die Stadt Nürnberg die Bäume dabei auf der schattigen Südseite und nicht auf der sonnigen Nordseite pflanzen lässt, ist allerdings auch wieder verwunderlich. Wahrscheinlich liegen Leitungen im Untergrund, von denen das Überleben unserer Zivilisation abhängt...

    Wow.

    Diese Türstöcke heben den Eindruck des Hofes tatsächlich nochmal auf eine höhere Ebene.

    Schon bisher war der Gesamteindruck ja ansehnlich und stimmig. Aber durch diese Details entsteht noch mehr Tiefe und Lebendigkeit. Toll, dass die Altstadtfreunde trotz der Mammutaufgabe des Pellerhauses auch beim Pilatushaus nicht nachlassen und keine Abstriche machen.

    ^ In der Tat, die Universa will ihre Unternehmenszentrale verlagern: vom Rathenauplatz zum Kohlenhof:

    https://www.universa.de/ueber-uns/pres…rsa-in-planung/

    Hier heißt es, die Baugenehmigung liege bereits vor, im Jahr 2027 solle Baubeginn und 2030 Fertigstellung sein. Nach größeren Umplanungen hört sich das in der Tat nicht mehr an.

    (Ob man jetzt vom IKON als solchem wirklich begeistert sein muss, steht auf einem anderen Blatt. Ich finde es eher klobig und kann mit den hervortretenden Obergeschossen nicht so viel anfangen.)

    Beim neugierigen Rumsurfen bin ich zwar auf keine Visualisierungen gestoßen, aber zumindest auf folgende Beschreibung des Projekts Kargo 3 in der etwas ausführlicheren Pressemitteilung der Aurelis vom 6. März:


    „Kargo 3 ist der erste von insgesamt drei geplanten Büroneubauten der Aurelis im westlichen Teil des Kohlenhofs. Mit der markanten Klinkerfassade nimmt das Gebäude Bezug auf die historische Nutzung des Geländes als Güterbahnhof. Die Ausstattung entspricht modernen Bürostandards.“

    https://aurelis.de/pressemitteilu…g-in-nuernberg/


    Vom heutigen 10. März datiert die ebenfalls interessante Pressemitteilung zur Zukunft des IKON-Areals:

    „Nach der vorliegenden Baugenehmigung ist auf dem Areal die Errichtung eines Bürogebäudes mit bis zu 17 Geschossen und einer Bruttogeschossfläche von rund 24.000 Quadratmetern möglich. Der Entwurf für den Büroneubau stammt vom Münchner Büro Steidle Architekten und hat nach Ansicht der Planer das Potenzial, zu einem Landmark und Referenzpunkt im Stadtbild von Nürnberg zu werden. Die uniVersa Krankenversicherung plant, nach der Fertigstellung des Gebäudes ihren Hauptsitz in den Nürnberger Kohlenhof zu verlegen.“

    Der Meldung ist nach meiner Interpretation zu entnehmen, dass der Käufer uniVersa Versicherung das IKON erbauen könnte. Ob er es tun wird oder der Entwurf nochmal angepasst wird, scheint aber noch nicht klar zu sein. Immerhin wird der Entwurf nochmal konkret in Erinnerung gerufen:

    „Geplant ist ein asymmetrischer Baukörper mit einer ausdrucksstarken Fassade, die sich ähnlich wie ein Periskop mit einem Vorsprung im Hochpunkt zur Nürnberger Innenstadt hin ausrichtet.“

    https://aurelis.de/pressemitteilu…rger-kohlenhof/

    Dekoratives Anführungszeichen

    Interessant, dass du das so siehst. Woran machst du das fest?

    In der Tat hauptsächlich an der Fensterthematik würde ich den Eindruck festmachen, auch an der einen oder anderen Sanierung der letzten Jahre, die natürlich im Wesentlichen jeweils "nur" den Bestandserhalt und dessen Erneuerung umfasst. Ich gebe Dir recht, dass die Verdämmungen dicke Negativaspekte sind. Subjektiv habe ich aber den Eindruck, dass sich deren Frequenz bei Altbauten aber etwas abschwächt (auch wenn ich das nicht mit harten Fakten belegen kann). Ob sie irreversibel sind, ist zu diskutieren. Auch Stuck etc. ließe sich wiederherstellen - wenn man denn wollte. Natürlich dann nicht mehr im Original, aber wenn man ehrlich ist, ist auch die wiederaufgebaute Nürnberger Altstadt überwiegend nicht mehr Originalsubstanz.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Werderstr. 24

    So sieht das Haus jetzt im fertigen Zustand aus:

    Die sanierte Werderstraße 24 hat Kollege arc_bn hier zwar schon vor zwei Jahren gezeigt, trotzdem poste ich hier einfach, da ich mich beim Vorbeilaufen neulich darüber gefreut habe, hier nochmal eine Ansicht unter Einbezug des Straßenraums. Insgesamt geht, trotz des einen oder anderen Wermutstropfens, die Tendenz im Gründerzeitviertel Schoppershof m.E. insgesamt nach oben.

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    Kleine Auslese eines Streifzugs beim Heimatbesuch in Nürnberg zwischen Weihnachten und Neujahr. Der Evangelische Campus entwickelt sich gut und schnell weiter und lässt so langsam auch beim zum Laufer-Torturm orientierten Kopfbau erahnen, welchen Eindruck das fertige Gebäude im Stadtbild einmal vermitteln wird. Die Aufwertung des alten Betonmonstrums der Oberpostdirektion ist schon erstaunlich. Obwohl die Bauarbeiten noch in vollem Gange sind, bin ich von diesem Bau an prominenter Stelle tatsächlich sehr angetan.

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    Hierzu kann ich nichts Substantielles beitragen, will aber einfach mal "Super!" sagen!

    Und noch eine Frage: Weiß jemand, was aus dem Angebot der Altstadtfreunde geworden ist, dem restaurierten Gebäude aus eigenen Beständen und auf Altstadtfreunde-Kosten wieder ein hölzernes Chörlein hinzuzufügen? Steht das noch und ist der neue Bauherr irgendwann darauf eingegangen? Auch "ohne" wäre es für mich ein uneingeschränkt tolles Projekt, aber die vollständige Rekonstruktion der Fassade wäre natürlich ein weiteres Sahnehäubchen.

    Solange die Wirtschaft nur langsam wächst, eher dümpelt, wie in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren, dadurch die Steuereinnahmen nicht üppig sprudeln (und man sie aber auch nicht durch Reichen- oder Erbschaftssteuer stärker abschöpfen will), gleichzeitig aber die zwingende Vorgabe eines ausgeglichenen Haushalts gilt (Schwarze Null), ist die öffentliche Hand gezwungen, strenge Ausgabendisziplin einzuhalten. Haushaltssteigerungen werden von Tarif- und Besoldungserhöhungen aufgefressen (soweit es nicht auch dort Nullrunden gab). Für die Infrastruktur oder einen schnelleren Personalaufbau, wie hier beim Beispiel TU Nürnberg, bleibt dann nicht mehr allzu viel übrig.

    Zum Vergleich: in den letzten 20 Jahren wuchs die Wirtschaft in Deutschland um geschätzte 20-30%, in Frankreich und Großbritannien um 30-40%, in den USA um 50-60% und in China um weit über 100%. (Quelle, ich gebe es zu: ChatGPT)

    P.S. Und entsprechend uninspiriert sehen dann eben auch die wenigen Neubauten aus, wie hier dieser Zweck- und Funktionskasten des TUN-Lerngebäude-Modulbaus. Immerhin heißt er hochmodern "Learning Hub"... :S

    Ich bin hier eher nur mäßig begeistert. Das ist uninspirierte Schachtelarchitektur, an der auch der "Hochpunkt" wenig ändert. Die Geschosshöhen insb. des Hochhauses kommen mir im übrigen mal wieder sehr niedrig vor.

    An dieser prominenten Stelle, unmittelbar neben dem Justizpalast und dem Memorium Nürnberger Prozesse hätte man sich mehr Qualität wünschen dürfen.

    An dieser Stelle des Nürnberger Stadtraums vor dem Marientunnel (letztes Photo) sieht man beispielhaft, zu welcher Ödnis es führt, wenn jedes Verkehrsmittel (Auto, Fahrrad, Straßenbahn und Fußgängerweg) seine eigene Zone braucht. Für Bäume, die für ein angenehmeres Mikroklima und mehr Organissches zwischen all dem Asphalt und Beton sorgen würden, ist dann kein Platz mehr.

    Auch die Wohnungen dort sind im Sommer dann Glutöfen.

    Den Bau mit den neuen Studentenwohnungen finde ich von den Materialien und der Farbgebung her gar nicht so schlecht. Aber diese deutlich zu schmalen Fenster wirken einfach ärmlich und bunkerhaft.