Beiträge von nenntmichismael

    Nun liegen die Vorschläge von acht renommierten Architektenbüros vor, wie das (voraussichtlich permanente) Interimsgebäude für die Oper aussehen und wo es lokalisiert sein könnte, das in oder an der Kongresshalle entstehen soll, um die Generalsanierung des Jugendstil-Opernhauses am Altstadtring zu ermöglichen. Hier ist eine Bildergalerie:


    https://www.nordbayern.de/kult…nterimsgebaude-1.12300639


    Die Pläne sind durchaus vielfältig und sehenswert. Ich habe keinen unmittelbaren Favoriten und müsste mich erst einmal vertiefter befassen. Am ungewöhnlichsten ist der Entwurf von Snohetta (kein Wunder, es ist ja kein deutsches Büro). Welcher Ansatz weiterverfolgt werden soll, wird nun der Stadtrat entscheiden.

    Neues von der "Straßerbooh": Die VAG hat in einer Online-Veranstaltung über die Verlängerung der Straßenbahn durch das neue Viertel Lichtenreuth informiert. Dazu gibt es eine kurze Mitteilung auf deren Internetseite. Sehr viel Neues enthält diese m.E. nicht - außer vielleicht, dass es sich durchgehend um ein Rasengleis handeln soll. Eine kleine grafische Darstellung gab es ebenfalls dazu.


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    (c) VAG

    Auf der Homepage von Schultheiß ist eine erste Visu des Projekts "Lichtenreuther Zeile" zu finden. Schultheiß baut dort im neuen Stadtviertel nach eigenen Angaben bis 2024 in 12 Häusern rund 250 Wohneinheiten im geförderten Wohnungsbau, davon ca. 50 Wohnungen speziell für Seniorinnen und Senioren.


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    Angesichts der langen Gebäudefront mit den drei zurückgesetzten Gebäudeteilen, die im Bebauungsplan festgelegt und hier aus Blickrichtung nach Südwest zu sehen sind, geht es offenbar um Baufeld WA19, das die südliche Kante des Areals bildet, entlang der U-Bahn-Trasse.


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    Quelle: Stadt Nürnberg, Ausschnitt Bebauungsplan 4635


    Käme das so wie in der von Schultheiß präsentierten Weise, fände ich das gar nicht schlecht - zumal für geförderten Wohnraum. Die Proportionierung von Fenstern und Loggien wirkt großzügig und stimmig. Die einzelnen Häuser sind durch Farbgebung, Höhe und leichte Vor- und Rücksprünge erkennbar voneinander abgesetzt. Für das wohl unattraktivste Baufeld des ganzen Geländes zum jetzigen Stand erfreulich.

    Auf der Homepage von Baum Kappler sind aktualisierte und zusätzliche Renderings der Bebauung des ALDI-Grundstücks neben dem Branntwein-Areal zu sehen. Wirkt sehr offen und transparent, definitiv eine große Aufwertung gegenüber dem armseligen Discounter-Flair, der bisher am Rande Erlenstegens versprüht wurde...! Baum-Kappler-Architekten-Aldi-Au%C3%9Fen-01-1-3000x2000.jpg


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    (c) Baum Kappler Architekten


    Gerade das zuletzt gezeigte solitäre Gebäude in der Südostecke an der Böschung und mit der hohen Backsteinzone finde ich gelungen. Es stellt auch den Übergang zur höherwertigen Wohnbebauung im Süden des Branntweinareals dar.

    Erst mal großen Dank, nothor, für die hochinteressante, eindrucksvolle Baustellendokumentation zum Künstlerhaus! Das verspricht wirklich toll zu werden.


    Zu Diskussion über den neuen Ausgang: Vermutlich ist der aus Brandschutz-/Fluchtwegsgründen ohnehin erforderlich. Ich denke außerdem, der steht auch im Zusammenhang mit der Ausweitung der Fußgängerzone.


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    (c) Stadt Nürnberg


    Und perspektivisch denkt man ja auch über eine Neugestaltung des wenige Schritte östlich gelegenen Bauhofs nach, wie aus einem Artikel im Zusammenhang mit der Fußgängerzonen-Ausweitung zu lesen war: "Die Abfahrt aus der Peuntgasse erfolgt über den städtischen Bauhofparkplatz, der für den allgemeinen Verkehr geöffnet wird. Zudem soll er begrünt und umgestaltet werden. SPD-Parteichef Ahmed sieht in der Öffnung und Neugestaltung des Bauhofs ein zentrales Element der Planungen für die Altstadt, wobei er sich hier für die Detailplanung eine breite Bürgerbeteiligung wünscht."


    Quelle: https://www.nordbayern.de/regi…er-stadtrat-ab-1.11211747

    Gestern bei nicht ganz so tollem Wetter zwischen zwei Regengüssen zeigte sich der „Carlina Park“ aus noch einmal ein paar anderen Perspektiven in m.E. gar nicht so unerfreulicher Weise. Die Ansichten sind vielseitig und der weiter oben thematisierte Baumbestand scheint tatsächlich mehr oder weniger vollständig angepflanzt worden zu sein, oder noch zu werden.


    Blick aus der Nietzschestraße nach Nordwesten:

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    Blick aus der Distelstraße nach Südwesten in den begrünten Zugang:

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    Blick entlang der Distelstraße nach Nordwesten:

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    Blick aus der Tellstraße nach Süden:

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    Nach wie vor finde ich das Projekt überwiegend positiv. Nur das weiter oben wiederholt gezeigte sehr schießschartige langgezogene Gebäude entlang der Schopenhauerstraße wirkt etwas öde.


    In Schoppershof wenig Neues. Bei gutem Wetter bin ich heute hoffnungsfroh zur Werderstraße 24 spaziert, falls es Fortschritte gibt seit dem Jahreswechsel, dann aber wohl eher im Inneren. Immerhin sind auch keine Verschlimmbesserungen ersichtlich, so dass weiterhin die Aussicht besteht, dass die schöne Ecke runde um den Fenitzerplatz weiter aufgewertet wird.


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    Danke für die Photos, nothor! Also, ich finde diese Innenhofsituation jetzt sogar überraschend gelungen! Mit dem blauen Himmel wirkt das fast wie in Andalusien. Auch die Schattenwürfe der Balkone sind reizvoll, zumal sie durch die Fünfeckigkeit der Gebäude und die vielen schrägen Winkel an vielen Stellen unterschiedlich ausfallen.


    Dein Kritikpunkt mit den sehr engen oder kaum abgegrenzten privaten Miniaturgarten-Zonen ist allerdings schon richtig.


    Gespannt bin ich nun vor allem auch, wie viele Bäume am Ende angepflanzt werden, die dem sehr nüchternen Erscheinungsbild der Fassaden ein organisches Gegengewicht entgegensetzen. Und dann ist die Frage, wie viele dieser Bäume auf dem m.E. weitgehend unterkellerten Areal überhaupt wachsen und gedeihen können. Auf der Planskizze sind ja sowohl auf einem kleinen Platz zwischen den beiden Gebäuden entlang der Schopenhauerstraße als auch entlang der Distelstraße sowie im dortigen Zugangsweg einige Baumstandorte eingezeichnet.


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    (c) Bermüller Niemeyer Architekten


    Trotz so mancher Einschränkung: Hier hat ein Architektenteam zumindest einmal etwas versucht und hatte ein paar nicht alltägliche Ideen. Alleine schon das gefällt mir. Mehr davon!

    Die MEAG hat das Ergo Hochhaus an Sontowski verkauft. Ich hoffe nur das der Wettbewerbsentwurf den MEAG ausgelobt hatte auch ausgeführt wird.

    https://sp-cd.com/siegerentwur…en-eltersdorf-steht-copy/

    Aus den News von Sontowski ist das leider nicht zu entnehmen.

     


    Auf NN+ habe ich noch einen Artikel von Ende Mai entdeckt, der (leider) auf das Ende der Neubaupläne nach dem Henning-Larsen-Entwurf hindeutet.


    Laut dem dort zitierten Baureferenten Ulrich läuft derzeit eine Abstimmung mit Sontowski, wie das Areal genutzt werden kann. Die Rede ist von einem "neuen Durchdenken" und womöglich einer Mischung aus Wohnen und Büro. Als Gründe für die urspr. Abriss- und Neubaupläne wird dabei genannt, dass die Deckenhöhe zu niedrig sei, um die Technik für eine umfassende Digitalisierung unterzubringen. Auch sei die Statik des Gebäudes ausgereizt und es auch nicht barrierefrei gewesen.


    Diese Rahmenbedingungen beziehen sich aber auf die bisher geplante reine Büronutzung. Ob sich daran etwas ändert, wenn Teile des Hochhauses in Wohnraum umgenutzt würden, vermag ich nicht zu sagen. Mal sehen, was Sontowski daraus macht. Bisher ist dieses Unternehmen ja nicht als Bestandserhalter aufgefallen.


    Hier der Link zum Artikel:

    https://www.nn.de/nuernberg/wo…ieder-verkauft-1.12167728

    Die Fassade des Wöhrl-Neubaus ist jetzt größtenteils fertig und ihre Wirkung im Stadtraum erkennbar. Den Power-Shoppern unter uns wird sie vom Einkaufsbummel bekannt sein, aber für die fränkische Diaspora hier lohnt sich die Archivierung.


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    Alles in allem macht sich das Gebäude schon gut und schafft einen Übergang vom aufwendig gestalteten Altbau in die Neuzeit und zur weiteren Bebauung. Schön ist neben dem Aufnehmen der Proportionen des Altbaus auch, dass nun entgegen der Visualisierung doch noch Gauben aufs Dach gekommen sind. Nicht der absolute Wow-Effekt. Den scheint man in Nürnberg weiterhin zu scheuen, denn da gab es spektakulärere Entwürfe. Aber solide, ruhig und klar.

    Es sieht schon sehr nüchtern aus. Immerhin hat die Fassade einen sichtbar strukturierten Putz als Kontrast zu den sehr harten Formen. Trotzdem muss ich sagen: Das Projekt hat einen gewissen Reiz. Wären die Fenster etwas weniger schießschartig, würde es mir sogar ziemlich gut gefallen.

    Danke, Dexter , interessant zu lesen! Riesig sind die Unterscheide nicht, das stimmt. Aber die 6% Unterschied bei den Fußgängern machen eben auch 6% beim motorisierten Individualverkehr aus. Auf 500.000 Einwohner sind das 30.000 Menschen mehr, die motorisiert in der Stadt unterwegs sind (jedenfalls wenn alle gleichzeitig unterwegs wären). In absoluten Zahlen dann schon nicht gerade wenig.

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    Genau. Vor allem das Hotel sieht aus wie eine Kreuzung aus Bunker und Replikat des Reichsluftfahrtministeriums...


    Selbst wenn die Bäume mal groß sind, wird´s das nur schwerlich rausreißen.


    Weshalb man überhaupt so einen schlauchartigen Raum geschaffen hat, der dann auch noch ungeschützt auf den Altstadtring zuläuft, ist ein Rätsel.


    Damit´s richtig wehtut, hier noch ein Bild vom Industrie- und Kulturverein, der früher dort stand:


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    (c) Stadtarchiv Nürnberg

    Ja, das Auto hat in Nürnberg einen viel zu hohen Stellenwert. Der subjektive Eindruck mag täuschen, aber hier in München empfinde ich das Berufspendeln im Verhältnis zur Größe der Stadtbevölkerung als harmloser als in Nürnberg - obwohl ich hier an einer größeren Ausfallstraße wohne. Gleichzeitig kenne ich weder hier bei mir im Haus noch im Kollegenkreis überhaupt noch viele Leute, die Autofahren - oder gar überhaupt eines besitzen. S-Bahn, U-Bahn, Fahrrad und im Zweifelsfall Carsharing sind hier angesagt.


    In Nürnberg werden mühsam Radwege angelegt (oft auf Kosten von alternativ möglichen Baumreihen) - auf denen dann aber kaum einer fährt. Die Möglichkeit des U- und S-Bahn-Netzes wäre in Nürnberg mittlerweile eigentlich auch auf hohem Niveau vorhanden.

    Ja, die Marienzeile ist sehr monoton geworden. Jegliche Form von Varianz hätte gut getan. Mal bodentiefe Fenster, mal ein Stockwerk mehr oder weniger, oder mal eine komplett verklinkerte Fassade...


    Umso gespannter bin ich darauf, was Schmelzer mit dem Gebäude gegenüber an der Einmündlich der Reindelstraße anfängt. Aber würdet Ihr sagen, es sieht nach Abriss aus? Bisher wurde ja nur relativ schonend die Fassade abgetragen. Könnte es nicht auch eine Sanierung / ein Umbau werden? (In dieser Straße wäre mir allerdings ein Neubau, der das Niveau hebt, lieber.)

    So würde ich das auch einschätzen. Mithilfe der StUB wird die Erlanger Straßezu einer dynamischen Achse. Kein Wunder, dass sich die einschlägigen Immobilienentwickler vom Schöller-Areal über Thon bis hier zur Flughafen-Einmündung die Filetgrundstücke schon gesichert haben. Und auch wenn ich Deine Einschätzung teile, nothor, dass die Urbanität nicht immer dort auftritt, wo man sie erwarten würde, denke ich, dass man hier am Tor zur eigentlichen Stadt schon etwas massiver und auch qulitätvoller bauen darf.


    Für das bisher nur schemenhaft erkennbare Sontowski-Projekt an der Erlanger Straße nördlich des Marktkaufs ist eine neue Visualisierung auf der Seite des Architektenbüros Oliv zu finden. Ob das mehr als eine Studie ist und wie die Umsetzungswahrscheinlichkeit steht, vermag ich nicht zu sagen. Aber wenn es so käme, wäre das eine gelungene Innenhof-Konzeption.


    https://www.oliv-architekten.com/projects/erlanger-strasse



    oliv-architekten-erlanger-strasse-studie.jpg

    Danke für den Überblick, arc_bn !


    Mir persönlich hätte zweite Reihe links mit den diagonalen (Holz?)Streben am besten gefallen. Der Entwurf von Gräßel Architekten ist demgegenüber weniger großzügig und optisch weniger beeindruckend. Wenig überzeugend ist die nach Norden gewandte weitgehend geschlossene Seite des N-Ergie-Turms.


    Mein Eindruck ist, dass bei der Auswahl der Nachhaltigkeits-Gedanke eine große Rolle gespielt hat. Als besonders nachhaltig wird das Gesamtvorhaben ja auch beworben. Gräßel erhält den Bestandsturm, während viele andere Entwürfe auf Abriss und Neubau zu setzen scheinen und damit viel graue Energie freisetzen.


    Den etwas größeren neuen Turm finde ich zudem nicht so schlecht gelungen. Und dass städtebaulich ein kleiner baumbestandener Vorplatz entsteht, gefällt mir auch gut. Mal sehen, wie das Projekt sich weiterentwickelt.