Galerie der Nürnberger U-Bahnhöfe

  • Galerie der Nürnberger U-Bahnhöfe

    Der Einstieg mag zunächst hart klingen, aber gefühlt ist Nürnberg in vielerlei Hinsicht mittlerweile etwas abgehängt worden, findet in Diskussionen kaum statt. Nürnberg bietet nicht das Wachstum, das Flair und die Strahlkraft von Hamburg, Berlin oder München (die ja auch deutlich größer sind). Nimmt man Städte vergleichbarere Größe, so bietet Nürnberg aber auch nicht die Touristenströme und die Aufmerksamkeit Dresdens, die kulturelle Strahlkraft und wirtschaftliche Stärke Stuttgarts, die starken Investitionen Düsseldorfs, oder den vielfältigen Boom Frankfurts. Auch wird keiner sagen Nürnberg sei das neue Berlin, wie im Falle Leipzigs (wobei man darüber in Nürnberg sicher froh ist), mit seinen Zukunftsaussichten. Selbst das als langweilig titulierte Hannover wird noch oft vor Nürnberg genannt. Auch Städte wie Essen & Dortmund sind so ganz anders als Nürnberg und für viele interessanter. Zuweilen sind selbst kleinere Städte wie Augsburg oder Freiburg mehr im Gespräche.


    Abgesehen davon, dass Depressionen der Nürnberger Realität nicht gerecht werden und die Stadt nach wie vor Großartiges zu bieten hat (und das ziemlich unaufgeregt), bietet die Stadt etwas was keine der oben genannten Städten vergleichbarere Größe zu bieten hat – nämlich eine echte U-Bahn. Während andere Städte den Weg eines Mischsystems namens Stadtbahn (in qualitativ unterschiedlicher Ausführung) gegangen sind, zwar mit teils Dutzenden Tunnelstationen und Tunnelkilometern, ging Nürnberg den Weg der klaren Trennung, von dem die Stadt heute mehr denn je profitiert. Bis heute wird und wurde das U-Bahnnetz kontinuierlich ausgebaut. Die Nürnberger U-Bahn ist bis heute auf 3 Linien, 36 Streckenkilometer und 46 U-Bahnhöfe angewachsen. Die U-Bahnen verkehren sehr zuverlässig in dichtem Takt und sehr guter Auslastung. Ergänzt wird das System von einem ebenfalls prima funktionierenden, und betrieblich klar getrennten, Straßenbahnnetz. Womit auch in Nürnberg einmal mehr der Beweis erbracht wurde, dass die Schaffung einer U-Bahn nicht den Tod der Tram bedeuten muss.


    Als wenn das nicht schon genug wäre, bietet Nürnberg noch einen weiteren Leckerbissen. In der Stadt verkehrt nicht nur eine echte U-Bahn, sondern 2 der 3 Linien verkehren vollautomatisch! Der WOW-Effekt hält bis heute bei nicht wenigen Passagieren an. Wer sich etwas auskennt, oder schon etwas rum gekommen ist, weiß das es hier und da auch automatisch betriebene U-Bahnen gibt, einige Linien in Paris etwa, oder einige "Mini-Metro-Systeme" bspw. ebenfalls in Frankreich. Jedoch funktioniert die U-Bahn in Nürnberg ohne Bahnsteigtüren und gar ohne Michelin-Reifen, was man in Frankreich bis heute ungläubig zur Kenntnis nimmt ;). Vor allem funktioniert das System! Mir fallen spontan Städte in unserer großartigen Nation ein, in denen so ein System mit ziemlicher Sicherheit nicht funktionieren würde ;).


    So viel dazu. Mehr als eine kurze Einführung will ich hier gar nicht schreiben, denn schließlich ist das hier ein Architekturforum! Somit werde ich hier in erster Linie die U-Bahnhöfe Nürnbergs zeigen. Trotz starker Konkurrenz neuerer unterirdischer Bahnhofsbauten v.a. in Hamburg und München, aber auch derer bei der Kölner und Düsseldorfer Stadtbahn, müssen sich die Nürnberger U-Bahnhöfe keineswegs verstecken.


    Gezeigt werden Bahnsteigebenen, Verteilerebenen, Zugänge und ggf. ein kurzer Blick an die Oberfläche.

  • Gustav-Adolf-Straße

    Den Anfang macht die Linie U3, mit ihrem Startpunkt "Gustav-Adolf-Straße", einem modernen Bahnhof der 2008 eröffnet wurde. Auf der Bahnsteigebene, die ohne Mittelstützen auskommt, dominiert Sichtbeton, der durch Beleuchtung entschärft wird.









    Bilder: Silesia

  • Sündersbühl

    Neuer U-Bahnhof im gleichnamigen Stadtteil, ebenfalls im Jahr 2008 eröffnet. Auch dieser U-Bahnhof kommt ohne mittlere Stützen aus. Die Seitenwände sind verkleidet und es gibt Oberlichter in verschiedenen Farben, durch die Tageslicht auf die Bahnsteigebene fällt.










    Bilder: Silesia

  • Rothenburger Straße

    Der U-Bahnhof Rothenburger Straße im Stadtteil Gostenhof, eine der wenigen tollen Röhrenstationen. Hier trifft die U3 auf die U2. Über der Station verkehrt die S-Bahn. Eine Station mit diesem Namen trägt eine hohe Bürde! Mir gefällt was ich sehe, überhaupt gefallen mir solche Röhrenstationen, von denen es hier nur wenige gibt. Ein klein wenig erinnert diese Station auch an die tiefen & tollen Stationen der Metro in Stockholm und Helsinki, die wahrlich in den Fels gesprengt wurden.








    Bilder: Silesia

  • Plärrer

    Die nächste Station ist der beeindruckende zentrale U-Bahnhof Plärrer, der 1980 eröffnet wurde. Hier halten alle 3 U-Bahnlinien auf 2 Bahnsteigebenen.


    Zunächst die Ebene -2









    Bilder: Silesia

  • Opernhaus

    Nun der U-Bahnhof Opernhaus, der zu einer Seite hin offen ist. Eröffnet wurde die Station 1988. Die Materialwahl harmoniert hier mit der Umgebung über dem Stadtgraben.











    Bilder: Silesia

  • Hauptbahnhof

    Ähnlich wie Plärrer, erstreckt sich die Station Hauptbahnhof über mehrere Ebenen. Das Design ist sehr nüchtern gehalten, Fliesen in weiß und orange. Plärrer macht bedeutend mehr Eindruck.


    Ebene -2, eröffnet 1988.











    Bilder: Silesia

  • Erstmal danke für die Fotos!



    Zu deiner Einführung:
    Ja, vieles von dem was du beschreibst scheint irgendwie gefühlter Common Sense. Die Fakten widerlegen die meisten "Gefühle" allerdings.



    - So erhielt Nürnberg in einem aktuellen Kulturranking unter den 30 deutschen Großstädten zuletzt Rank 10 - vor Frankfurt Main, Hannover oder Leipzig
    http://www.hwwi.org/publikatio…-ursachen.html?no_cache=1
    - Bezüglich der niedrigsten Arbeitslosenquote unter den Großstädten (ab 500 000 Einwohnern) liegt Nürnberg auf Platz vier (hinter München, Stuttgart und Frankfurt)
    https://www.nuernberg.de/inter…tschaft/arbeitsmarkt.html
    - Bei den Touristen liegt Nürnberg auf Platz 9 (vor Leipzig, Hannover oder Bremen, bezogen auf Übernachtung pro Einwohner sogar vor Stuttgart)
    http://company.billiger.de/wAs…htungen_staedte_teil1.png



    Was ich sagen will: Die Stadt schneidet in den meisten Kategorien deutlich besser ab als oft unterstellt. Ein Grund ist sicher die "fränkische Zurückhaltung" die bspw. mit der PR der Münchner in ganz wunderbarem Kontrast steht.



    Nichtsdestotrotz scheinen sich die Qualitäten der Stadt und des Standorts mehr und mehr rumzusprechen. Wegweisende Infrastruktur-Entscheidungen der Stadtpolitik aus den Nachkriegsjahren, wie die U-Bahn, der Hafen, die Messe, machen sich heute bezahlt.



    Meine Lieblingsbahnhöfe: Rathenauplatz, Kaulbachplatz, Lorenzkirche



    d.

  • Achja, die sich stets zurückgesetzt fühlenden Franken, mimimi. Man zeige mir EINE deutsche Stadt von der Größe Nürnbergs, die eine solche Voll-Untergrundbahn von ihrem Bundesland bekommen hat. Selbst in größeren Städten wie Köln ist sonst nur eine Straßenbahn mit Tunnelabschnitten üblich ("Stadtbahn"), auch Hamburg hat nur eine U-Bahn mit wesentlich schmaleren Tunneln und Fahrzeugen, ein großer Teil des Netzes in Berlin (Kleinspur) ist ebenso weniger leistungsfähig als die U-Bahn Nürnberg. Diese Bilderserie ist ein schönes Beispiel dafür, dass Nürnberg eben gerade nicht benachteiligt sondern, wahrscheinlich wegen des ständigen Gejammers aus Nordbayern, besonders vom Freistaat gepampert wird. Selbst das neue "Heimatministerium" des Freistaat Bayern wurde jetzt in Nürnberg angesiedelt und man lässt den Franken ihren Spleen, überall die Frankenflagge zu hissen, statt die gültige Staatsflagge Bayern, usw. Jeder objektive Beobachter schüttelt einfach nur den Kopf, wie selbstmitleidig die Franken und besonders die Nürnberger immer jammern.

  • Das Gejammer war lange schon berechtigt:
    Nürnberg war mal DER Industriestandort Bayerns und hat unter dem Strukturwandel einiges verkraften müssen. Inzwischen ist das relativ gut durch zugkräftigen Mittelstand und einige größere Dienstleister abgefedert.



    Ich könnte jetzt tief in die fränkisch-bayrische Geschichte eintauchen und die Hintergründe für Nürnbergs Seelenzustand darlegen, aber im Grunde zählt das heute nicht mehr. Gut ist, das es bergauf geht und die Stadt das "Tal der Tränen" allmählich verlässt...



    d.

  • Augsburg war mindestens solch ein traditioneller Industriestandort, dort wurde schließlich der Dieselmotor einst erfunden. Mit der "Kattunfabrik" eröffnete dort gar die erste, richtige Fabrik ganz Kontinentaleuropas. Vergleiche auch der Name MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg oder die Textilindustrie, deren komplettes Absterben im Rahmen des Strukturwandels in Augsburg insgesamt mehrere zehntausend Jobs kostete. Trotzdem wächst die Stadt und entwickelt sich prächtig. Bestimmt nicht, weil die Oberbayern sich über Konkurrenz für Ingolstadt und München in nächster Nähe freuen und deswegen Augsburg pampern würden, ganz im Gegenteil. So hat zB Augsburg kein Staatstheater bekommen und muss sein Theater in städtischer Hand zum größten Teil auf eigene Kosten sanieren und bekommt nur einen Zuschuss um ca. 1/2 der Gesamtkosten von fast 200 Mio. Euro, Nürnberg hat sein marodes Theater aus den Händen genommen bekommen, es wird nun auf Staatskosten saniert. Den Flughafen Augsburg hat die Landespolitik komplett absterben lassen und null unterstützt, nicht einmal für Geschäftsfliegerei, usw., Nürnberg hat einen total überdimensionierten Flughafen vom Freistaat subventioniert bekommen. Usw. Und trotzdem macht sich die Stadt und überschreitet demnächst die 300.000 Einwohner-Grenze.


    Oder auch direkt vor den Toren Nürnbergs, Erlangen. Ebenso eine Stadt mit langer Industriegeschichte. Und eine der reichsten Kommunen Bayerns.


    Sorry, das sind und bleiben hausgemachte Probleme und das Selbstmitleid, anstatt sich selbst versuchem am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, ist definitiv ein Teil der Probleme Nürnbergs und erinnert mich sehr an das Selbstmitleid Berlins, wo man wohl auch in 500 Jahren noch auf den 40 Jahren Teilung der Stadt herumreiten wird als ewige Entschuldigung für alle hausgemachten Defizite.

  • Vielen Dank für den spannenden Strang!


    Tatsächlich bietet Nürnberg ein U-Bahnnetz, das Spaß macht. Die Bahnhöfe sind hell, logisch erschlossen ohne labyrinthartige Zuwegungen und die Züge verkehren in sehr engen Taktfolgen, man muss selten mehr als 5 Minuten warten.


    Ich war erst ein paar Tage in Rom, und was soll ich sagen, das Nahverkehrssystem dort ist ein Graus. Stockdunkle, schmutzige U-Bahnstationen, laute, rumpelige Fahrzeuge und dort gibt es nur 2 Linien! Und zusätzlich ein Straßenbahnnetz, das nur rudimentär ausgebaut ist. Zurück in Nürnberg fühle ich mich regelmäßig um 10 - 20 Jahre in die Zukunft versetzt. So ging es mir auch nach einem London- und Budapesttrip. Nürnbergs U-Bahn wirkt da wie pures High-Tech - zumindest die automatisch betriebenen Linien, das muss ich ausdrücklich sagen.


    Auch die U-Bahn-Bauwerke finde ich durchaus gelungen. Sie spiegeln den Geschmack Ihrer Zeit wider und haben eine Galierie verdient. Allein, ich nutze die U-Bahn sehr selten:



    Die Nürnberger U-Bahn ist bis heute auf 3 Linien, 36 Streckenkilometer und 46 U-Bahnhöfe angewachsen.


    Hier liegt leider u.a. für mich der Hase im Pfeffer: Unsere U-Bahn ist sehr teuer. Im Durchschnitt liegen die Bahnhöfe 782 Meter (!!!) auseinander. Ein traum, so dicht wie andersnorts Straßenbahnhaltestellen! Will man aber nur 2 Stationen fahren, kostet das billigste Kurzstreckenticket 1,80 EUR. Die anderthalb Kilometer kann man aber auch in 10 Minuten laufen. Wer weiter fahren will zahlt immer 3 EUR. Zurück dann nochmal 3 EUR, und da gehts dann so langsam ins Geld. Das ist auch der Grund, weswegen ich Nürnberg mit dem Rad erschließe und viele U-Bahn-Stationen nicht kenne. Von denen, die du oben gezeigt hast, kenne ich nur den Plärrer und den Hbf.
    Die Zukunft des U-Bahn-Netzes liegt m.E. also darin, weiter in den Stadtrand zu wachsen, was aktuell mit den Erweiterungen der U3 ja geschieht. Die Bahnhofabstände werden dadurch durchschnittlich länger und die Fahrpreise logischer.


    Aus architektonischer Sicht sehr spannend finde ich den Haltepunkt Muggenhof, der bald saniert werden soll:




    Ein Wort zu Nürnbergs Ruf: Der Spiegel-Artikel aus den 90'er Jahren, der das titelte, hängt bis heute nach. Wenn man einmal einen Stempel aufegdrückt bekam, wird man das nicht so leicht wieder los. Wer sich in Nürnberg langweilt ist selbst Schuld, nach meinem subjektiven Gefühl ist in der Stadt mehr los als man es bei der Größe erwarten würde. Nürnberg profitiert da auch von den großen Nachbarstädten Fürth und Erlangen. Berlin beispielsweise erarbeitet sich gerade den Ruf, nichts auf die Reihe zu kriegen, und das wird die Stadt so schnell auch nicht los werden. Dazu müsste sie in allen Bereichen längere Zeit 110% bringen, wie soll das gehen.


  • So schätze ich die Problematik auch ein. Kopfsache. Auf dem Papier zeigt Nürnberg eine ziemlich gute Performance. Solche Rankings würde ich eh nicht überbewerten. So sehr ich mich für den (wiederholten) Titel Stuttgarts als Kulturhauptstadt freue - ich habe in keiner deutschen Großstadt je auch nur ein leichtes Hungergefühl verspürt was das kulturelle Angebot vor Ort angeht.



    Nichtsdestotrotz scheinen sich die Qualitäten der Stadt und des Standorts mehr und mehr rumzusprechen. Wegweisende Infrastruktur-Entscheidungen der Stadtpolitik aus den Nachkriegsjahren, wie die U-Bahn, der Hafen, die Messe, machen sich heute bezahlt.


    Richtig. Leider haben die Gegner solcher Investitionen in der Regel nicht den Horizont für solche Zeiträume.



    Meine Lieblingsbahnhöfe: Rathenauplatz, Kaulbachplatz, Lorenzkirche



    d.


    Der Rathenauplatz mit der hohen Halle und den Mosaiken ist klasse! Mir gefallen zudem die Fürther Stationen Klinikum; Stadtmitte; Hardthöhe und Stadthalle. Kaulbachplatz ist geil, nüchtern, dynamisch! Auch bei Lorenzkirche gehe ich mit. Rennweg ist auch toll, ebenso Schoppershof, hat durch den Einbau eines Fahrstuhl jedoch deutlich an Reiz verloren, war so schön dunkel vorher! Ziegelstein sticht auch heraus.



    Achja, die sich stets zurückgesetzt fühlenden Franken, mimimi.


    Warum packst du jetzt die Frankenkeule aus. Das sieht für mich jetzt eher nach Komplexen aus.



    Man zeige mir EINE deutsche Stadt von der Größe Nürnbergs, die eine solche Voll-Untergrundbahn von ihrem Bundesland bekommen hat. Selbst in größeren Städten wie Köln ist sonst nur eine Straßenbahn mit Tunnelabschnitten üblich ("Stadtbahn"), auch Hamburg hat nur eine U-Bahn mit wesentlich schmaleren Tunneln und Fahrzeugen, ein großer Teil des Netzes in Berlin (Kleinspur) ist ebenso weniger leistungsfähig als die U-Bahn Nürnberg. Diese Bilderserie ist ein schönes Beispiel dafür, dass Nürnberg eben gerade nicht benachteiligt sondern, wahrscheinlich wegen des ständigen Gejammers aus Nordbayern, besonders vom Freistaat gepampert wird.


    Das wirfst du Nürnberg jetzt wirklich vor? Das man es geschafft hat die Entscheidungsträger zu überzeugen die konsequente Lösung zu wählen, die sich mit jedem Jahr mehr bezahlt gemacht hat. Klar lieber durch ein paar Kilometer Tunnel und anschließend über Kreuzungen, Ampeln, Fußgängerüberwege, und im schlimmsten Fall noch straßenbündig rumpeln. Köln ist das beste Beispiel für inkonsequente Flickschusterei mit 2 Systemen und absurden Gleisradien. Auch Hamburgs Lethargie beim Bau kann man doch nicht Nürnberg ankreiden. Und zu Zeiten der Anfangsjahre des U-Bahnbaus waren solche Tunnelprofile wie beim Berliner Kleinprofilnetz üblich, siehe auch Budapest. Diese Fehler wurden später ja auch korrigiert! Wenn auch nicht in dem erforderlichen Ausmaß, was nicht gerade für Visionäre spricht oder Leute die sich ernsthaft mit Wachstums- und Verkehrsprognosen beschäftigen. Vergleiche einfach mal die Jahre der Entstehung. Nürnberg hat genau das richtige, quasi gängige Profil, genommen. Hat nichts mit Gigantismus, Arschgepudere oder Neid auf München zu tun, sondern mit evidenter Planung und Ausführung.



    Selbst das neue "Heimatministerium" des Freistaat Bayern wurde jetzt in Nürnberg angesiedelt und man lässt den Franken ihren Spleen, überall die Frankenflagge zu hissen, statt die gültige Staatsflagge Bayern, usw. Jeder objektive Beobachter schüttelt einfach nur den Kopf, wie selbstmitleidig die Franken und besonders die Nürnberger immer jammern.


    Willst du das nicht den Franken überlassen welche Flagge sie hissen und als was sie sich betrachten?! Ich selbst kenne übrigens keinen jammernden oder sich selbst bemitleidenden Franken oder Nürnberger.



    Augsburg war mindestens solch ein traditioneller Industriestandort, dort wurde schließlich der Dieselmotor einst erfunden. Mit der "Kattunfabrik" eröffnete dort gar die erste, richtige Fabrik ganz Kontinentaleuropas. Vergleiche auch der Name MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg oder die Textilindustrie, deren komplettes Absterben im Rahmen des Strukturwandels in Augsburg insgesamt mehrere zehntausend Jobs kostete. Trotzdem wächst die Stadt und entwickelt sich prächtig. Bestimmt nicht, weil die Oberbayern sich über Konkurrenz für Ingolstadt und München in nächster Nähe freuen und deswegen Augsburg pampern würden, ganz im Gegenteil. So hat zB Augsburg kein Staatstheater bekommen und muss sein Theater in städtischer Hand zum größten Teil auf eigene Kosten sanieren und bekommt nur einen Zuschuss um ca. 1/2 der Gesamtkosten von fast 200 Mio. Euro, Nürnberg hat sein marodes Theater aus den Händen genommen bekommen, es wird nun auf Staatskosten saniert. Den Flughafen Augsburg hat die Landespolitik komplett absterben lassen und null unterstützt, nicht einmal für Geschäftsfliegerei, usw., Nürnberg hat einen total überdimensionierten Flughafen vom Freistaat subventioniert bekommen. Usw. Und trotzdem macht sich die Stadt und überschreitet demnächst die 300.000 Einwohner-Grenze.


    Wie auch in Nürnberg, jammert doch in Augsburg auch keiner. Sollen wir jetzt alle maroden kulturellen Institutionen schließen und abreißen, weil auch in Nürnberg auf Staatskosten saniert wird?! Die Schwerpunkte liegen auch hier andernorts! Soll also Augsburg, das gefühlt 15 Minuten von München entfernt liegt einen großen Flughafen bekommen? Klar ist der Nürnberger Flughafen etwas überdimensioniert, dennoch legitimer als viele andere Flughäfen, auch Augsburg. Hannover ist auch völlig überdimensioniert, wegen einem großen Event 2000 und trotz leistungsfähiger Flughäfen in Wurfreichweite. Oder man denke nur an Münster-Osnabrück etc. Und die Stadt macht sich (Augsburg)? Welche Großstadt in Deutschland macht sich denn nicht? Fast alle wachsen (wieder). Worüber reden wir hier? Du hast dich da etwas eingeschossen auf Nürnberg und die Franken.