Zwei chipaffine Firmen bauen im kommunalen Gewerbegebiet Rähnitzsteig - oiger news berichtete.
Das dürfte zwei der im TSP neu eingezeichneten Baugenehmigungen betreffen, welche östlich der Ansiedlung der Frima Sachsen-Kälte verortet sind.
Einmal investiert die japanische Firma Murata 7 Mio € in sein erstes europäisches Schulungszentrum sowie ein Kundenbetreuungs-Büro.
Und zweitens baut die Firma Insecotec für 4,5 Mio € einen neuen Firmensitz. Beide Investments waren schon vor TSMC genau so beabsichtigt.
Für das neue gigantische Umspannwerk auf Wilschdorfer Ackerflur läuft nun die frühzeitige Beteiligung - Offenlage, wobei es um die FNP-Änderung geht.
Viele kleine Bildchen mit winzig wirkender Fläche sind in den Unterlagen zu sehen, als ob es sich hier um einen Kleingarten handelt. Es sind aber ü50 ha.
Von den "untersuchten 14 Alternativstandorten" schieden die meisten umgehend aus, bei den wenigen übrig gebliebenen Flächen war das entscheidende Ausschlußkriterium, daß jene im Landkreis Meissen liegen und folglich dort beplant werden würden.
Hingegen taucht in der Abwägungsmatrix der Potenzialstandorte das Kriterium Natur, Boden, Nachhaltigkeit, Landschaft, Klima oder dergleichen nicht mal auf.
Auf Seite 10 der Begründung wird immerhin mal aufgelistet, was man hier alles zerstören wird: Zitat aus der Unterlage
Alles anzeigen3.2 Vorhandene Nutzungen im Plangebiet
Das Plangebiet liegt im bauplanungsrechtlichen Außenbereich nach § 35 BauGB. Derzeit wird die Fläche größtenteils landwirtschaftlich als Ackerland genutzt. Die landwirt-
schaftliche Bewirtschaftung dieser und der umliegenden Flächen soll perspektivisch auf eine ökologische Landwirtschaft umgestellt werden. Hierzu findet ein aktuell laufendes Umstellungs-
verfahren zum Ökolandwirtschaftsbetrieb statt.
Neben der überwiegenden Nutzung als Ackerfläche befindet sich auf dem Plangebiet außerdem ein kleinflächiger zusammenhängender Bereich mit kleinteiligen Wald- und Flurgehölzen. Diese
bepflanzte Teilfläche ist eine gezielt angelegte Kompensationsmaßnahme, die dem Planfeststellungsverfahren zu der Bundesautobahn (BAB) 4 (Eisenach-Görlitz) entstammt und mit einer Bin-
dungsfrist bis 2042 versehen ist (Planfeststellungsbeschluss vom 11.07.1997). Sofern diese planfestgestellte Ausgleichsmaßnahme im Zuge der Baurechtschaffung für das Umspannwerk
beseitigt wird, muss für diese ein adäquater Ersatzstandort gefunden werden.
Weiter befinden sich auf dem Plangebiet bereits vorgezogene Artenschutzmaßnahmen des noch in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Nr. 3017 „Gewerbegebiet Flughafen“, der in
östlicher Nachbarschaft zwischen dem Bereich für das geplante Umspannwerk und dem Flughafen liegt. Da diese Maßnahmenflächen voraussichtlich insgesamt mit Anlagenteilen des geplan-
ten Umspannwerks überbaut werden, müssen auch für diese Ausgleichsflächen adäquate Ersatzstandorte gefunden werden.
Des Weiteren liegt das Plangebiet innerhalb des Landschaftsschutzgebiets (LSG) „Wilschdorf-Rähnitzer-Sandhügelland“, das als Verordnung der Landeshauptstadt Dresden seit dem
10. März 1998 rechtswirksam ist. Hierfür ist seitens der unteren Naturschutzbehörde der Landeshauptstadt Dresden als Verordnungsgeber eine Befreiung von den Verboten dieser Verord-
nung vorgesehen. Eine Ausgliederung der betroffenen Fläche aus dem bestehenden LSG soll nicht vorgenommen werden (siehe Punkt 4.4).
Überdies liegt das Plangebiet gemäß Regionalplan 2020 in einem festgelegten regionalbedeutsamen Grünzug (Regionaler Grünzug), wofür ein Zielabweichungsverfahren zu dem raumordne-
rischen Ziel Z 2.2.1.8 Landesentwicklungsplan Sachsen 2013 (LEP) auf Grundlage des Sächsischen Landesplanungsgesetzes (SächsLPlG) bei der Raumordnungsbehörde Landesdirektion
Sachsen beantragt werden muss.
Also Ergebnis: die ungeeignetste Fläche, die man aber am schnellsten zur Schnecke machen kann. Ich bin sicher, daß andere Standorte deutlich verträglicher wären, allerdings spielt hier der Faktor Zeit nun wieder als Totschlagargument eine Rolle, sowie daß alles schön in Obhut der Landeshauptstadt bleiben kann.
Da wird also die gewählte Lokalpolitik der FNP-Änderung zustimmen und damit natürlich ganz normal weiter die Axt an die Lebengrundlagen ihrer Wähler legen. Auch wird der übliche Planungsprozess mit "Beteiligung" genau dem überkommenen Käse gleichen, ohne daß jemand es verhindern kann.
Hier noch mal die Abwägungsmatrix zur Standortauswahl (finale Kandidaten) - ohne umwelt- oder naturrelevante Indikatoren selbstverständlich.
Naturrecht dürfte unter "Raumwiderstände" subsumiert sein, aber das kann man ja alles husch aushebeln, halt nur ein "bissel anspruchsvoll, aber machbar".

Hier sieht man die Einbindung ins überregionale Stromnetz, wobei man mal die Flächen der UW Streumen und Schmölln bei g.maps checken könnte.
Allerdings merkt man, daß bisher solch große Versorgeranlagen oft und gerne in den weiten ländlichen Räumen verortet sind, und weniger im Weichbild einer Großstadt mit besonderer Landschaftsqualität in alle Richtungen drumrum. Es wird eines der größten Eingriffe werden, die man je gesehen hat.

Abfotos aus der Unterlage siehe Link
Nachtrag 2: Das UW Schmölln hinter Bischofswerda hat ca. 250*200m= 5 ha (maps), jenes UW in Streumen südlich Wülknitz hat 300+300m= 9 ha (maps).
Warum man jetzt auf 50 ha in Dresden hochgeht, ist mir nicht klar. Inwischen deckelt die neue Bundesregierung eh die Strommenge wieder und bremst.
Nachtrag: ESMC/TSMC
heute berichtet SäZ paywall über die erste Bürgersprechstunde bei ESMC, welche regelmäßig angeboten wird. Termine unter esmc.eu .
Es gab dort einige Infos: 500.000 m³ Erde wurden ausgehoben bzw bewegt, die 200m lange Südfassade der Haupthalle erhalte eine spektakuläre Fassadenbegrünung, die Dachflächen allerdings müssen für PV von 1MW sowie für Kühlanlagen und Emissionsfilter herhalten, auch weitere Gebäudetechnik muß dort oben drauf. Auf die Bürobauten wird ebenso PV sowie teilweise Dachbegrünung kommen. An der Nordwestseite des Werkes wird ein Parkhaus mit 800 PKW-Stellplätzen gebaut. Das Werk sei autark und somit betriebsbereit konzipiert, sofern China die Insel Taiwan überfallen sollte. An Verkehrsprojekten oder gar Wohnungsbau könne man sich nicht beteiligen (eine Werkssiedlung wurde angefragt), aber man versuche Wohnraum für Mitarbeiter zu finden (die meisten wollen "ins urbane Umfeld"). Einige hundert taiwanesische Experten werden das Hochfahren der Fabrik in den ersten Jahren unterstützen.
Für eine S-Bahn seien 2000 Arbeitsplätze nicht genug, aber man interagiere mit den anderen Großarbeitgebern drumrum wegen gestaffelter Arbeitszeitbeginne.



























































































































