Moabit | Kleinere Projekte

  • Einfach. Unfassbar. Geschmackslos.


    Dieses Gebäude ist eine architektonische Bankrotterklärung. Die Farbgestaltung macht mich sprachlos, wie kann man ein Gebäude so dermaßen billig, einfallslos, unharmonisch, unelegant und plump in eine historisch geprägte Gegend platzieren.


    Es wurde sich 0,0 Prozent mit der Umgebung auseinandergesetzt, es gilt aufzufallen um jeden Preis, obwohl die billige und einfallslose Bauweise dies nicht hergibt und sogar noch auffälliger durchscheint. Die Gestalter dachten sich wohl: "Wenn schon billig, dann wenigstens auffallen!"


    Einfach unglaublich, wie die Behörden es zulassen, das Stadtbild zu verschandeln. Motels, Jugendhotels und Studentenwohnungen geben die abartigste Architektur her die diese Stadt derzeit wohl zu bieten hat.

  • Auch noch am Spreeufer - eine Schande!


    Nur eine Fensterlose Wand wäre noch schlimmer. So etwas hätte politisch verhindert werden müssen.


    Ich muss hier auch den Farbfreunden im Forum widersprechen. Wenn die Fassade einfach weiß wäre, so wäre sie nur halb so schädlich, da sie weniger auffallen würde.

  • Beusselstraße, gegenüber der ehem. Post

    In der Beusselstraße (etwa 150 m südlich der Ecke Wiclefstr.) wurde ein schäbiger Bürobau modernisiert. Das Ergebnis sieht zumindest deutlich freundlicher aus als der Vorzustand:




    Vorzustand Street View:


  • Smartments Kaiserin-Augusta-Allee 4

    Zuletzt hier


    Die Berliner Zeitung berichtet heute über die Smartments. Das Wohnheim heißt demnach "David Friedländer Haus" und ist bereits komplett ausgebucht.
    Die 296 Apartments sind alle möbliert und durchschnittlich 20 qm klein. Die Preise liegen zwischen 465 und 520 Euro, im Mittel 490 Euro - "all in". Kalt sind das ca. 330 - 380 Euro.


    https://mobil.berliner-zeitung…eftige-studenten-29802748

  • Naja, wenn sonst nicht zu kriegen ist für viele Studis... Solche simplen Kästen mit Studi- oder Mikroapartments schießen ja geradezu aus dem Boden und scheinen wahre Goldgruben zu sein.

  • ^das wird häufig der Plan der dortigen Mieter sein, nachdem man sich in Berlin eingelebt hat. Dort wird man wohl nicht länger als zwei Jahre wohnen, wenn man auf die Kosten achtet.


    Gerade als Ausländer ist man froh, dass man für 500€ eine eigene Bleibe bekommt. Sozusagen als Start.

  • Man nagele mich nicht drauf fest, welche Sendung es vor einigen Wochen im ZDF war, aber es ging um eine junge Frau, die ihre Lehre unbedingt in Berlin machen wollte, obwohl sie und das betonte der eher bedrückt drein schauende und bürgende Vater, eine derartige Lehre auch zuhause in Niedersachsen hätte antreten können. Aber nein, es musste Berlin sein, am besten Kreuzberg, was mit einem frühabendlichen Gang auf die Admiralbrücke nochmal unterstrichen wurde.
    Will heißen, viele junge Leute müssten so nicht wohnen, sie wollen es und sind auch bereit den Preis für so ein besseres Mauseloch zu bezahlen. Da hält sich bei mir sowohl Mitleid als auch Verständnis in Grenzen.


    Edit: Es war dieser Beitrag, die Dame ab ca. 4:35min, 14:20min, 20min, 27:15min.
    https://www.zdf.de/dokumentati…n-in-deutschland-104.html

  • Die Zeiten haben sich einfach geändert. Vor 20 oder 30 Jahren konnte man als Student nach Berlin ziehen, fand für vielleicht 200 oder 300 DM eine abgeranzte Altbauwohnung im Hinterhof, musste diese zunächst streichen, die Dielen abziehen und/oder einen Teppichboden/PVC reinlegen, sich gebrauchte Möbel besorgen usw. Dann hat man neben dem Studium in der Kneipe, im Taxi, bei der Post oder sonstwo gejobbt.


    Zum einen gibt es solche Wohnungen heute nicht mehr, zum anderen sind die Ansprüche der jungen Leute gestiegen. Da muss oft schon alles schick und perfekt eingerichtet sein. Zum nebenher jobben ist bei den heutigen Studiengängen meist keine Zeit mehr, man muss ja rechtzeitig seine Creditpoints schaffen und zügig fertig werden. Und auch eine WG ist unter den heutigen Bedingungen nicht mehr so einfach. Erstmal der "Stress" mit der Fluktuation (ständig muss sich ein Hauptmieter kümmern) und außerdem können sich derzeit Vermieter ihre Mieter aussuchen. Da stehen WG-Studenten nicht unbedingt ganz oben auf der Wunschliste.


    Und dass viele junge Leute trotzdem vorzugsweise in einer attraktiven Stadt wie Berlin lernen / studieren wollen, kann man ihnen nicht vorwerfen. Wenn sie es finanziert bekommen, bitteschön.


    Der Markt bedient halt diese Bedürfnisse mit solchen architektonisch minimalistischen Rundum-sorglos-Angeboten. Kleiner Trost: die wurden sicher nicht für die Ewigkeit gebaut.

  • ^ Da lieber mit drei Leuten 1.500 Euro zusammenlegen und eine WG im schicken Altbau aufmachen.


    Theoretisch ein guter Plan, aber wie geht das heute praktisch?


    Für schicken Altbau um 1500 Euro brauchst Du die Einkommensnachweise mit Gesamteinkommen in 3 facher Höhe, Schufa, Mietrückstandserklärung von Allen die im Mietvertrag stehen und inzwischen Bestätigungen für unbefristete Arbeitsverträge...
    Also einer der WG Mieter sollte ein vermögender Daddy sein.
    Aber auch WGs vermieten mittlerweile einzelne Zimmer für 400 bis 500 Euro.
    Diese Appartements sind ja immerhin möbliert und komplett ausgestattet...das kann auch Vorteile haben, allein das WG Leben ist spannender (aus meiner Erinnerung heraus, meiomei...)

  • Und dass viele junge Leute trotzdem vorzugsweise in einer attraktiven Stadt wie Berlin lernen / studieren wollen, kann man ihnen nicht vorwerfen. Wenn sie es finanziert bekommen, bitteschön.


    Aber ob sowas unter "Wohnungsnot" fällt, wie im ZDF-Beitrag suggeriert, sollte man schon hinterfragen. Wenn etliche junge Leute von wo auch immer nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Highlife nach Berlin ziehen wollen und zunehmend die Eltern dafür in die Bresche springen, dann steigen logischerweise die Mieten an. Ich gehe ja auch nicht nach Grunewald und beklag mich, dort als Student keine Wohnung zu bekommen. Den kürzeren ziehen natürlich jene, die in Berlin sein müssen oder tatsächlich aus Berlin sind und sich in Ausbildung befinden. Da kann ich dann einen gewissen Unmut nachvollziehen, auch wenn er sich meist gegen die Falschen artikuliert.

  • Artikel 11 des Grundgesetzes garantiert die Freizügigkeit und ich finde, man sollte es jeder Person selbst überlassen, wo sie es für nötig hält zu wohnen.

  • Bitte, aber dann nicht über Wohnungsnot klagen und fordern, die Allgemeinheit solle doch bitte den "Lifestyle" alternativ gesinnter Jugendlicher mithilfe sozialen Wohnungsbaus subventionieren.

  • Dass Studenten z.B. auf Wohnungungen in Städten mit Unis angewiesen sind hat nun wirklich nichts mit "Lifestyle" zu tun, das ist zynisch. Gerade der Grunewald-Vergleich geht dabei völlig fehl.


    Übrigens leide ich auch an zu hohen Mietpreisen, so wie offenbar fast alle Berliner und überhaupt ein großteil der Deutschen. Vieleicht sind Dir die mediale Diskussion der letzten Jahre, die Mietpreisbremse etc. entgangen. Der Rückgang des sozialen Wohnungsbaus in den letzten Jahrzenhnten hat dabei eine allgemein beklagte Gentrifizierung von Städten verursacht, eine Verdrängung der kompletten Mittel- und Unterschicht aus Innenstadtbezirken etc.


    Ich wundere mich sehr, dass man hier tatsächlich daran erinnern muss dass sozialer Wohnugsbau eine Grundfunktion des steuerfinazierten Staates ist (oder zumindest sein sollte) und nicht eine "Subventionierung des Lifestyles alternativ gesinnter Jugendlicher".