• Ihr kennt mich als Verfechter alter Fassaden und gelungener Retro-Bauten. Aber das am Wehrhahn 6 als Standort für solch ein Backstein-Butzenromantik-Haus geht in meinen Augen gar nicht. Weder das Ensemble noch die Umgebung geben das her. Nein, man muss nicht die Hässlichkeiten der Umgebung als Entschuldigung nehmen, weiter so zu bauen, aber diese Stilrichtung in dieser Ausführung passt hinten und vorne nicht.


    Wenn schon klassisch, hätte man sich stilitisch gerne an der Westseite des Schadow-Platzes anlehnen können. Die Fassaden dort wurden während des Kö-Bogen Baus wieder aufgehübscht und sind zeitlos. Und sie würden sich in der Umgebung hier auch gut machen.

  • ^ Der untere Teil der Fassade wird in Naturstein ausgeführt - dem ist er den Fassaden am Schadowplatz ähnlich. Links sieht man sogar in der Bogenmitte (nicht sehr gut unter diesem Winkel) einen Wappen, das dürfte interessant wirken. Wäre die Wirkung besser, würde man die gesamte Fassade mit Naturstein belegen? Ich bin nicht sicher - es gibt an der Schadowstraße und am Wehrhahn ein paar gänzlich mit Stein belegten Häuser, sie fallen nicht besonders auf.

  • Holiday Inn Express

    Die Baustelle wurde zuletzt Mitte Oktober gezeigt - seitdem wurden nicht nur sämtliche Fenster eingesetzt, sondern auch mit schwarzen Geländern versehen. Vielleicht wird dieser schwarze Akzent die Wirkung der Weißputz-Fassade etwas bessern - obwohl es minimalistisch-armselig ist. Vielleicht wären farbige Geländer besser, z.B. grüne und rote abwechselnd?





    Erg.: Hier sieht man auf einem Foto vom 24.06 die dieses Jahr neu erschaffene Fassade eines Hauses am Wehrhahn gegenüber der Hotel-Baustelle - für ein paar (auch wenn wenige) Farbakzente hat es gereicht. Die weiß-schwarz-graue Weltsicht wird in etlichen DAF-Unterforen kritisiert, hoffentlich ist diese architektonische Un-Mode bald vorbei.

  • Vielleicht, vielleicht, aber nicht jeder mag es kunterbunt.
    Dass die Welt für dich schöner aussähe, wenn Hundertwasser sie gestaltet hätte, das ist mir schon klar.
    Ich hoffe, dass du permanent Hawaiihemden trägst, dann sähe ich da schon eine gewisse Konsequenz, ansonsten nur eine "minimalistische Armseligkeit".

  • ^^

    Ich halte die Angst vor einem zu grauen/kühlen/tristen Stadtbild in NRW durchaus für berechtigt. Wir sind nicht mit italienischem Wetter gesegnet worden und ich kann nachvollziehen, dass sich so mancher zumindest bei Neubauten ein Paar Farbakzente wünscht.


    Weshalb man das nun ins Lächerliche gezogen werden muss, erschließt sich mir nicht...

  • Backsteinexpressionismus am Wehrhahn-Westende

    Das zuletzt unter #16 gezeigte Gebäude wurde weitgehend entrüstet, der Fassade fehlt nur noch das große EG-Fenster - der heutige Stand:





    Der Teil mit dem steinernen Wappen rangezoomt:





    Wie man sieht, am Wehrhahn herrscht Fassadenvielfalt - da es keinen einheitlichen Stil gibt, kann man nicht sagen, besonders individuelle Gestaltung würde nicht passen (dafür passt nicht, wenn es besonders bieder ist - s. Hotel und die Beiträge darüber):



  • Das erinnert mich stark an den niederländisch geprägten Stil, den man in der Altstadt auch antrifft. Von Expressionismus würde ich nicht sprechen. Sehr schönes Haus allerdings - würde mich freuen, wenn es Vorbildfunktion bekäme für die weitere Entwicklung des post-Straßenbahn-Wehrhahns.

  • Hatte am Anfang meine Zweifel, aber der Stil passt tatsächlich gut in die Zeile. Erfreulich. Könnte tatsächlich Maßstab für die 'Regenerierung' des Wehrhahns werden (und vielleicht nicht nur dort).

  • @Am Wehrhahn 6 - die Wappenfrage

    ^ Das ging schnell - am Freitag während der Mittagspause habe ich gesehen, wie die ersten Rahmenteile in die Öffnung gebracht wurden, jetzt ist bereits alles verglast.


    Seit längerer Zeit beschäftigt mich, wofür eigentlich das Wappen steht - ist es reines Fantasiewappen oder wurde es irgendwoher übernommen?





    Die Schrift Soli Deo Gloria hilft nicht weiter - dem Wikipedia-Artikel nach haben damit u.a. einige Komponisten derer Partituren unterschrieben. Möchte der Bauherr mit seiner Fassade Gott preisen? Gibt es irgend einen Bezug zum konkreten Gebäude, eine Geschichte dahinter?


    BTW: Der Baukran für die Hotel-Baustelle weiter östlich wurde heute abgebaut.

  • Holiday Inn Express

    Es ist bereits viele Monate her, seitdem die Hotel-Baustelle zuletzt gezeigt wurde. Vor ein paar Wochen wurde die Fassade mit Wärmedämmung belegt, danach die meiste Fläche verputzt - der Endzustand dürfte (bis auf die Gerüste) nur wenig anders aussehen als jetzt. Der Putz wird etwas heller, bevor er schmutzig und wieder dunkler wird:





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    Ende Januar / Anfang Februar wurde das große Fenster Am Wehrhahn 6 gezeigt - wochenlang gab es noch einen Spalt zwischen diesem und dem Mauerwerk, der erst in den letzten Tagen verfüllt wurde. Ansonsten ist das Fenster weiterhin mit Folien geschützt, im EG wird weiter gebaut - noch kein Endzustand, höchstens für die obere Hälfte:



  • Am Wehrhahn 6 - Endzustand

    Mittlerweile wurden genauso die Schutzfolien vom EG-Fenster wie auch die Gerüste von der Terrasse am Staffelgeschoss entfernt - was die Gelegenheit wäre, den Endzustand zu betrachten. Wenn ich etwas kritisieren sollte, finde ich die Dachgaube mit der zweiten Terrasse nicht überzeugend. Vielleicht hätte man diese wie ein Türmchen, mit Fenstern auch an den Seiten gestalten sollen - möglicherweise auch mit Backsteinwänden an den Seiten. So wirkt sie wie angeklebt:



  • Holiday Inn Express - fast Endzustand

    Der Neubau wird derzeit entrüstet, bis auf das EG dürfte es der Endzustand sein. Es gibt bestimmt ein paar Ausnahmen minimalistischer Entwürfe, die mit besonders gekonnten Proportionen etwas Eleganz ausstrahlen. Das hier ist die Regel:





  • Dieser enger Teil der Straße wird immer so katastrophal bleiben. Die Gebäude stehen praktisch auf der Straße. Durch die Rampe ist es nicht besser geworden. Wie man da ja den wichtigsten verkehrlichen Interessen (Bahn, Fahrrad, Auto) gleichzeitig gerecht werden will, ist mir vollkommen schleierhaft.


  • Bitte wirklich nie Bilder zitieren. Ec


    In Düsseldorf hat man hier ein richtiges Kleinod. Exemplarisch dafür, wie auch ohne Bruch mit Regionalarchitektur moderne Gebäude (ungleich "modernistische" Gebäude!) mit hohem Nutzwert und gleichzeitig angenehmer Ästhetik gebaut werden können. Da haben sich Bauherr und Architekt richtig Mühe gegeben.


    Die hier schon genannten Assoziationen mit den Niederlanden sind natürlich nicht überraschend. Die heutigen Niederländer und die heutigen Düsseldorfer waren ja einmal ein gemeinsames Volk (das lässt sich in Europa historisch, wo die Landesgrenzen ja häufig durch monarchistische Heiratspolitik und Kriege und nicht nach Kultur und Ethnie festgelegt wurden, am besten durch Sprachgebiete feststellen).


    Siehe:



    (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/…:Niederfr%C3%A4nkisch.png unter Creative Commons Lizenz)


    Noch im 18. Jahrhundert sprach man in Düsseldorf Niederfränkisch und somit die selbe Sprache wie zB in Maastricht (aber nicht die selbe wie zB in Berlin oder München! Das war eine andere, fremde Sprache!).


    Darum passt das Gebäude so sehr zu Düsseldorf und ist auch nicht bloß 19. Jh. Gründerzeit Rekokitsch, sondern wirklich durchdacht. Handwerklich sauber ist es auch gearbeitet, fantastisch! Wie heißt der Architekt?

  • ^ Ich sehe nichts verwerfliches darin - irgendwer muss auch in weniger attraktiven Neusiedlung-Ecken wohnen - sollten dies gerade die teuersten Wohnungen sein?


    Die eingezeichnete 'Fortführung der Toulouser Allee' sollte - wenn schon wieder mal eine Straße gebaut wird - eher den Charakter einer schmalen lokalen Straße haben, die die umliegenden Blöcke an die Allee anbindet. Keinesfalls den Durchgangsverkehr einladen - dann gäbe es sofort Klagen, dass die Fortführung in einer Nebenstraße mündet, wo es Staus gibt. Am besten gleich als Tempo-30-Zone ausgewiesen werden.


    Bemerkenswert - zum Artikelende liest man, dass den Entwicklern es lieber wäre, würde die Stadt nicht auf 100%-Stellplatzschlüssel bestehen.


    Auf der Visualisierung zähle ich bis zu 8 Geschossen, das sieht nach ordentlicher Dichte aus. (400 WE auf 18.500 Qm Grund machen 216 WE/Hektar aus.) Vielleicht könnte man in der südwestlichen (ruhigen) Ecke ein kleineres Hochhaus mit 11-12 Geschossen und Eigentumswohnungen unterbringen - als Akzent großstädtischer Urbanität und auch für mehr Abwechslung? Die Fassadengestaltung wird hoffentlich noch viel differenzierter ausgearbeitet.


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    BTW: Das Holiday Inn Express ist bereits komplett entrüstet, es wird noch an der EG-Fassade gearbeitet. Diese Woche sah ich im Vorbeigehen, dass im Foyer die Rezeption aufgebaut wird.