Beiträge von Eklektizist

    Reiterstaffel

    Ich habe mir heute ein Bild von dem Projekt Reiterstaffel gemacht. Die einzelnen Objekte wirkten auf mich hochwertig. Teilweise verklinkerte Fassadenteile, Details wie abgerundete Ecken, unterschiedliche Fensterformate, horizontal gliedernde Gesimse und verglaste Ecken führen bei den einzelnen Gebäuden zu einer gewissen Abwechslung. Durch die sehr große Ausdehnung des Projektes wäre es jedoch sinnvoll gewesen, die einzelnen Gebäude stärker von einander zu differenzieren. Durch die permanente Wiederholung der gleichen Gestaltungselemente wirkt das Gesamtbild etwas eintönig.




    Eigene Bilder

    Ich habe den Begriff Brandwand gewählt, weil er für mich als Synonym für den fensterlosen und ästhetisch unansehnlichsten Teil eines Gebäudes steht. Und genau so empfinde ich diese Schauseiten des Neubaus zum Stadtgarten. Ob es sich um eine Brandmauer im baurechtlichen Sinne handelt wage ich zu bezweifeln.

    Nachtrag Christuskirche II

    die durch den Kirchenraum verdeckten Wohnungsfenster sind mir zunächst gar nicht aufgefallen. Beim Blick auf den Grundriss einer der betroffenen Wohnungen sieht man, dass die herrliche Sicht auf die Baubronzewand eins der Highlights des Wohnzimmer sein wird. Ein anderer Grundriss lässt erahnen, welch toller Blick sich aus dem Wohnzimmer geboten hätte, wenn dem Architekten hier nicht die fensterlose Brandmauer als Schauseite des Gebäudes wichtiger gewesen wäre :)

    Neubau Christuskirche - Herwarthstraße

    Der Neubau der Christuskirche ist weitestgehend fertiggestellt. Gemäß der Seite des Architekten handelt es sich um zwei skulptural gestaltete Gebäudeflügel, gemäß der Seite der evangelischen Gemeinde Köln sind die Fassaden klar gestaltet und durch die rhythmische Anordnung der unterschiedlich großen, quadratischen Fenster wird diesen zusätzlich etwas Leichtes und Spielerisches verliehen.


    Als ich mir das Objekt in Natura angesehen habe, konnte es aus meiner Sicht mit denen zum Innenhof gebogenen Gebäudekanten als einziger Besonderheit aufwarten. Ansonsten sind zwei monotone Klötze mit Fassaden entstanden, die mal wieder nur mit versetzten Fenstern in unterschiedlicher Größe als Gestaltungsmerkmal aufwarten können. Das ist aus meiner Sicht weder verspielt noch leicht, sondern einfach nur öde und einfallslos. Durch diese Reduzierung des Gestaltungswillen auf ein Minimum wirken gerade die Fassadenflächen zur Herwarthstraße mit ihren weißen Kunststofffenstern in Baumarktoptik und den ansonsten nur schlicht verputzten und weiß gestrichenen Wänden nur billig.
    Für mich absolut nicht nachvollziehbar ist zusätzlich die Tatsache, dass das eigentliche Potential des Grundstücks mit der Nähe zum Stadtgarten nicht genutzt wird. Statt die Kopfenden der Gebäude zur Spichernstraße bzw. zum Stadtgarten durch Fenster zu öffnen und den zukünftigen Mietern den Ausblick ins Grüne mitten in der Stadt zu ermöglichen, wurden diese Flächen vollständig fensterlos gestaltet. Diese unansehnlichen fensterlosen Wandflächen sind aber vermutlich der skulpturalen Gestaltung des Gebäudes geschuldet und stellen aus Sicht des Architekten wahrscheinlich eines der besonderen Qualitäten des Gebäudes dar. Aus meiner Sicht betonen sie lediglich die Einfallslosigkeit des Gebäudes und stellen heraus, dass es offensichtlich Ziel war, es als Fremdkörper zu dem Kirchturm und der übrigen vorhandenen Bebauung erscheinen zu lassen. Zumindest wird die große weiße Fläche jeden Graffitisprayer begeistern. Die Mieter hingegen werden sich statt an einem besonderen Ausblick an dem Blick auf die gegenüberliegende Straßenseite oder auf die rhythmische Anordnung der unterschiedlich großen, quadratischen Fenster der gegenüberliegenden Innenhoffassade erfreuen dürfen. Vergessen wurden bei dem Bau auch nicht so unsinnigen Details wie Loggien auf der Ebene des Bürgersteigs, die es dem Mieter ermöglichen, sich wie die Ware in einem Schaufenster zu fühlen.


    Ich bin schon gespannt auf die Lobhudeleien der „Experten“ nach der endgültigen Fertigstellung des Gebäudes, in denen man dann lesen darf, wie licht und leicht und besonders das Ganze ist. Bis dahin das folgende Bildmaterial, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen.







    Eigene Bilder

    ^Da läßt sich ja schon sehr gut erahnen, wie wieder mal mit dem "bewussten Bruch" die Proportionen der Fassade des Altbaus verhunzt werden. Hier noch mal der Vergleich die Wirkung des Gebäudes vor der erdrückenden Aufstockung.

    ^ Ja, das ist der Blick die Postprivatstraße runter in Richtung Ursulastraße. Bei dem Altbau handelt es sich um den hinteren Teil des abgerissenen Postamts.
    Hier in etwa der gleiche Blick mit der aktuellen Bebauung.

    ^ Dazu immer ganz nett der Vergleich mit der aktuellen Situation:


    Ansicht Komödienstraße
    Ansicht Appellhofplatz


    Aus meiner Sicht leider wieder nur eine Sanierung mit einem Ergebnis der Kategorie "zumindest besser als der Status Quo", mehr aber auch nicht. Auch wenn die Fassade jetzt in Glas ausgeführt wird, bleibt das Ganze doch nur ein grosser langweiliger Kasten. Da werden auch die versetzt gesetzten Glaselemente kaum die Monotonie auflockern.


    Schade allerdings, dass das Monstrum der Überbauung der Tunisstraße bei der Sanierung nicht mit angegangen wird. Wenn dieses Gebäude noch ein paar Jahre im aktuellen Zustand verbleibt, wird es vermutlich bald unter Denkmalschutz gestellt und diese Ecke auf Dauer entstellen.

    Was man auch immer von diesem Neubau halten mag, so kann man nur hoffen, dass er in der von Häuser verlinkten Visualisierung umgesetzt und diese städtebauliche Katastrophe der 50er Jahre in Form von gefliesten Hochbunkern beseitigt wird.


    Ich gehe jedoch eher davon aus, dass das Denkmalamt auf den Erhalt der geflieste Grausamkeit bestehen und somit die erbärmliche Anmutung des Rudolfplatzes konserviert werden wird.... aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben, dass auch in Köln die ein oder andere Bausünde der 50er Jahre durch die Abrissbirne beseitigt wird :)

    Wau, da kann man sich ja kaum entscheiden, ob das Gebäude vor oder der nach der Sanierung unansehnlicher ist. Mir erscheint, dass es durch den Einsatz des Stilmittels "versetzte Fenster" noch belangloser erscheint als im Ursprungszustand.... wie so ein billiger Bürokasten fürs Gewerbegebiet.

    Das Einzige was aus meiner Sicht dem Projekt "VielVrings" gestalterisch zugute gehalten werden kann, ist die gemäß Visualisierung vorgesehene teilweise Verklinkerung der im übrigen einfach verputzten Fassade. Ansonsten stellt das Gebäude aus meiner Sicht Primitivarchitektur ohne jegliche Kreativität dar. Ich kann nicht nachvollziehen, was an einem rechteckigen Bauvolumen, in das lediglich Öffnungen für Fenster und Loggien geschnitten wurden, Architektur bzw. Baukunst sein soll. Man kann jetzt mit "form follows funktion" oder "ehrlichem Gebäude" argumentieren, weil hier um Ladenlokale und Wohnungen nur eine einfachste Hülle gebaut wird. Aber warum soll man dann diese Billiglösung nicht auch solche bezeichen dürfen.

    War heute am Flow-Projekt. Während das Hochhaus durch seine Höhe und geschwungene Form im fertigen Zustand eventuell noch relativ interessant wirken wird, zeigen die übrigen Bauten des Projekts leider wieder nur einmal die übliche verputzte Langeweile mit den Gestaltungselementen "versetzte Fenster" und "horizontale Gliederung durch farbliche Akzente". Da können aus meiner Sicht auch die gerundeten Ecken nicht den insgesamt billig wirkenden Eindruck verbessern.


    Eigene Bilder

    Bei diesem Beispiel wurde leider nur der einfache Putz durch ein Wärmeverbundsystem ersetzt. Das Gebäude sieht aktuell frisch gestrichen aus, der verstümmelte Eindruck nach Abnahme der Schmuckelemente ist allerdings geblieben... Eine solche Sanierung bringt daher leider nicht allzu viel für die Wiederherstellung der ursprünglichen Wirkung des Gebäudes