VAI Campus Stuttgart (Ex-IBM)

  • Alles unter 150m ist hier ein Witz.


    Bin auch ein Freund von Hochhäusern aber in der richtigen Lage. Pragsattel, Bahnhof Vaihingen, Feuerbach..., alles schön aber hier machen 100+ absolut keinen Sinn. Keine Visibility, versteckt im Wald, absolute Insellage, schlechte ÖPNV-Anbindung und keine Entree-Situation. Stuttgart ist von einer Boomtown ja noch weit entfernt, dass man dies hier benötigt. Aber ein paar 60er Stumpfen und Nachverdichtung (die genannten bis zu 1800 Wohnungen) würde mir gefallen, vor allem wenn man bekenkt, dass Daimler u. die Allianz in der Nähe bauen und von daher neuer Wohnraum der Filderebene nicht schaden würde.

  • Sehe ich völlig anders. Wo sonst machen Ü100m-Hochhäuser mehr Sinn (da unproblematisch realisierbar) als hier: Weit weg von klagenden NIMBYs, nah an Autobahn, Stadt-Entrée-Situation, rechtliche Beschränkungen grds. gut beherrschbar, Denkmalschutz hin oder her. Die Stadt kann sich wirtschaftlich wie politisch keinesfalls leisten, dass das Areal weiter darniederliegt. Und Stuggi ist natürlich seit Jahren eine der Boomtowns in Dland und gar der EU schlechthin, siehe höheres BIP/Kopf als München, das 2,3-fache (pro Kopf) von Berlin, und das nur auf Stuggi-Stadt bezogen, ohne die ebenso wenn nicht noch mehr boomende Region. Wäre es nicht so, hätten wir keine 20%ige Steigerung der Mieten innerhalb weniger Jahre, Zuzug von 100.000 jungen Akademikern und eine Arbeitslosenquote in der Region um die 3-4%, Folge krasse Wohnungsnot mit den im Schnitt zweithöchsten Mieten Dlands. Das sind die Realitäten, und ich habe wirklich keine Ahnung, wie Du zu Deiner m.E. doch recht abenteurlichen Einschätzung kommst.


    Was alles nicht heißt, dass ich in den von Dir genannten Standorten nicht lieber Hochhäuser sehen würde. Aber Stuggi-psychologisch sind dort die Hürden für Ü100-er einfach höher, hier niedriger. Mit am besten mehreren 150m+ hätte man problemlos Visibility und zugleich eine bedeutende Masse an Wohnungen auf einen Schlag realisiert. Diese auf der Hand liegende Lösung ist aber wohl für die meisten Stuttgarter zu kühn wie zu einleuchtend. Nein, da muss wieder zur Kleingewissensberuhigung irgendein anderes kopflastiges Gemurkse her, bis die Investoren keinen Bock mehr haben.

  • Lebe selbst in Vaihingen und fahre ab und zu mit dem Rad am Garden Campus vorbei. Man kann nur hoffen, dass das Projekt realisiert wird. Ebenfalls erfreulich die Rathausspitzen zu hören, dass eine gewisse Menge an Einwohner benötigt wird um Urbanität zu entwickeln.
    Was das Hochhaus angeht, bezweifle ich allerdings die nötige Anzahl an Luxuswohneinheiten verkaufen zu können bei der Lage direkt am Autobahnkreuz. Realisierbar wären wohl eher "Türme" wie im Lauchhau, die keine zu teuren Wohneinheiten erfordern.
    Zudem sollte auch nicht vergessen werden, dass man hier nicht nur am Rande von Stuttgart wohnt, sondern auch 10 Autominuten von Zentrum von Sindelfingen/Böblingen entfernt ist. Beide Städte zusammen sind immerhin vergleichbar mit Heilbronn. Mit der Nähe zu den Mercedes-Benz-Werken, würde sich bestimmt auch ein Angebot für car2go finden lassen, wobei man jetzt schon zwei Buslinien hat die zwischen dem Vaihinger Bahnhof und Sindelfingen bzw. Böblingen verkehren.

  • Ich denke nicht, dass hier überwiegend Luxuswohnungen entstehen müssen, um Wirtschaftlichkeit von Hochhäusern zu erreichen. Auch der GEWA-Tower in Fellbach bedient nur in den obersten Etagen das Luxussegment. Wohnungen werden bei dieser Marktlage auch bei diesem Projekt Ruckzuck weg sein. Auch in Fellbach ist der ÖPNV-Anschluss schwach, hat aber nicht geschadet.

  • Keine Visibility, versteckt im Wald, absolute Insellage, schlechte ÖPNV-Anbindung und keine Entree-Situation.


    mal von der Anbindung abgesehen macht es genau deswegen Sinn:

    • keine Visibility: perfekt, derzeit wohnt dort Fuchs und Hase, beide Spezies graben sich Höhlen -> keine Verschattungsdiskussion.
    • versteckt im Wald: siehe oben.
    • Insellage: ok, teilweise - hat aber Botnang auch.
    • Entree-Situation: ok, diese werden aber in Stuttgart eh grundsätzlich versaut...


    also, Stadt, Land, Architekten: macht was drauß.

  • ^
    Lauchau heute kenne ich nicht, ich kenne es eher als sozialer Brennpunkt...
    Als Beispiel würde ich eher den Asemwald heranziehen, der es geschafft hat, ein gutes Viertel zu werden, der ebenso mitten im Wald ist, dort gibt es 1000 Wohnungen. Aber auch dort dünnt sich die Nahversorgung aus, weil u.a. nicht mehr 3000 Menschen wie am Anfang dort leben sondern unter 2000.


    Übernimmt man das Erfolgskonzept des Asemwaldes pro Erschließung nur max 3 WE/ Etage. So ist der Asemwald wie ein Reihenhaus aufgebaut. Der Grund dahinter ist das wenn man seine Nachbarn kennt der Hochhauseffekt der gerne zu sozialen Brennpunkten führt minimiert.


    Ein hoher Turm macht automatisch das was der Asemwald durch seine Aufteilung erreicht hat, man kennt seine Nachbarn. Die Aussicht bis in den Schwarzwald würde reichen dass dieses Haus sehr schnell verkauft/vermietet wäre.
    Der Bezug zu den anderen Häusern wäre dann die Herausforderung, die es zu meistern gäbe.

  • wäre so aus dem Bauch raus auch mein Favorit, da spannendes Konzept mit der bewohnten Lärmschutzwand. Allerdings über das Thema "Seebühne + Waldfreibad" bitte nochmal nachdenken.


    Als Hochpunkte könnte ich mir jeweils die Baukörper mit der kleinen Grundfläche vorstellen.

  • Viel kann man aus den Unterlagen zwar nicht erkennen, aber der Zuschnitt des Entwurfs von Steidle scheint mir zumindest nicht ganz so langweilig zu sein wie der Rest. Erinnert an den alten städtebaulichen Entwurf von Trojan + Trojan seinerzeit für S21-A1.

  • Vermutlich haben renommierte Büros nicht wirklich viel Interesse gehabt Zeit und Arbeit ins Provinz-Kaff Stuggi mit seiner verfilzten Dorf-Politik zu stecken. Eigentlich ist doch fast jedem schon klar das hier nicht wesentlich viel Innovatives rauskommt. Weltbewegende Architektur wird es hier wohl nicht geben.

  • So wird es sein. Mal ehrlich, auf welches Projekt kann man sich aus architektonischer Sicht überhaupt noch richtig freuen? Seit Ewigkeiten doch nur die zeitlich noch weit entfernten S21-Lichtaugen. Ansonsten nur noch uninspirierte Dutzendarchitektur, dafür mit endlosem TeilhabeMitnahmeZerquatsche. Die Ansprüche scheinen von Optik und Umsetzung zu Gefühl und Gerede gewechselt.


    Ein Beleg ist das Forum. Schon seit Jahren kein spektakulärer Entwurf, keine positive Überraschung, eine recht beständige Projektliste. Kurze Freude, wenn wenigstens Baumasse verkündet wird wie Neckarpark, Allianz oder Daimler - schnelle Ernüchterung, wenn erste Entwürfe vorliegen.


    Angesichts Wirtschsaftslage und heimischer Branchenkonjunktur umso bedauerlicher.

  • Ich war ja schon bedient als ich im Artikel gelesen habe "bloß keine 120 Meter"... Klar reißen die sich nicht darum ein Hochhaus zu bauen - Wahnsinnsaussage! Der mit dem höchsten Stumpen muss sich natürlich anhören lassen den falschen Standort ausgewählt zu haben...


    Die Frage der Anbindung wird in meinen Augen total überbewertet! Diese Aufmerksamkeit würde ich mir für viele andere Siedlungen wünschen. MaxBGF hat einige Siedlungen aufgezählt, mir fallen spontan weitere 100 ein. Allein über einen eigenen Autobahnanschluss (den man ansonsten ganzen Städten in der Region verwehrt) zu diskutieren ist schlicht absurd! Eine Ertüchtigung der Straße samt Busverbindung wäre hier ausreichend. Gleichwohl wäre eine Stadtbahnanbindung nicht abzulehnen sollte man irgendwann doch mal einen Weg finden vom Vaihinger Bahnhof oder Schillerplatz zu verlängern.


    LucBXL
    Was du da aufzählst gilt für normale Städte, ohne Hochhausaversion! Gerade diese Punkte sind hier Grundvoraussetzung um überhaupt eine Chance zu haben in die Höhe bauen zu dürfen, wie hans.maulwurf schon treffend beschrieben hat!


    Was die Entwürfe angeht erübrigt sich bisher jede Bewertung. Ich bin es leid zu einem solch frühen Zeitpunkt mich überhaupt damit zu beschäftigen (zwingt mich ja natürlich auch keiner). Da wird sich noch so viel verändern...

  • War klar. Vorauseilender Gehorsam. Mit der Stadt auch gut verbandelt, wissen die, wie man den Zuschlag erhält und die Konkurrenz aussticht. Im Fall von Stuggi besonders einfach: An idealem Hochhausstandort möglichst flach vorschlagen, dann gibt's Fritzles und PPs feuchte Augen.


    Desaster, wie erwartet.

  • Bringt in dem Fall zwar nichts, aber ich bin mal heute über den "Campus" geschlendert. Viel Platz dort und sonst nicht viel. Niemand würde sich hier stören an irgendwas. Man könnte hier wenn man denn dürfte...


    Wollkommen in S-Prypjat!










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    Bilder: Silesia






  • Hier hielt mal der Bus


    Blick hinunter auf Parkflächen. Der Flächenverbrauch hier für Parkplätze ist trotz zahlreicher Tiefgaragen gigantisch.



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    Uffbasse!



    Bilder: Silesia