Wohnungsbau (Sammelthread)

  • Nein, tue ich nicht, sonst hätte ich das schon erwähnt. Ich wohne ja selbst garnicht im Großraum Stuttgart, nur Verwandte.

    Abrisswatch ist aber nur eine von vielen Quellen, aus denen es oft genug Horrormeldungen gibt. In den Lokalzeitungen z.B. stand auch genug über das Wengerterhaus in Stuttgart oder die von mir in einem anderen Thread erwähnten zum Abriss vorgesehenen Gründerzeithäuser in Bad Canstatt. Wenn dann halt wenigstens gefällige Neubauten nachkämen...

  • Also meiner Meinung nach wird in Stuttgart nicht übermäßig viel Altbau abgerissen – von Ausnahmen natürlich abgesehen. Was abgerissen wird sind oftmals billige Rekonstruktionen oder behelfsmäßig wiederhergestellter Wohnraum aus den 50ern. Dem weine ich aber ehrlich gesagt nicht unbedingt hinterher. Was allerdings stimmt, die Qualität der Neubauten lässt in Stuttgart in vielen Fällen zu wünschen übrig.

  • @Horrormeldungen oder mit wem man redet

    wie gesagt es gibt 3000 eingetragene Kulturdenkmale, meines Wissens war das von Dir genannte Wengerterhaus kein eingetragenes Denkmal. Es war von der Größe halb so groß, wie die Nachbargebäude und dem Zustand, auch kein Schmuckstück dem ich persönlich nachweinen würde... und selbst wenn, wäre es keine Horrormeldung wert, das dies überhaupt es in die Medien geschafft hat, ist der aufgeheizten Stimmung von damals (2012) zu schulden.

    Zur Gründerzeit vor dem 1. Weltkrieg sind viele dieser einfachen Gebäude abgerissen worden und durch Kulturdenkmäler ersetzt worden. Man kann pauschal sagen, dass fast alle Besitzer eines Gebäudes aus der Gründerzeit dieses wertschätzen, warum weil diese Wohnungen zu den gefragtesten in Stuggi gehören.


    So gehe doch mal die 3000 eingetragenen Denkmäler ab und Du wirst feststellen, dass diese in ihrer Masse im guten Zustand sind und selten auf den Markt kommen und wenn zu horrenden Preisen.


    Wenn man Denkmäler erhalten will und es den Eigentümern leichter machen will, sollte man kreativer beim Brandschutz sein, denn die Brandschutzverordnung (2 Zugänge, F90...) machen es sehr schwer ein Kulturdenkmal zu sanieren, selbst wenn man als Liebhaber nicht auf die "koschten" achtet, es geht einfach manchmal nicht, eine T30 Wohnungseingangstür im Holz-Treppenhaus, die einen F90 Anschluss voraussetzt, einzubauen, ohne das Denkmal zu beschädigen. Ganz zu schweigen, wie die T30 Tür aussieht....

  • Nur weil es das Denkmalamt so sieht heisst das ja nicht dass das Haus nicht denkmalwürdig bzw. erhaltungswürdig gewesen wäre. Nein, ich finde es eher schlimm dass man überhaupt noch Häuser aus dem 17. Jhd. abreissen darf.

    Diese Häuser in Nürnberg sahen mal ähnlich aus. Keine Schmuckstücke? Jetzt sind es Touristenattraktionen.

    Und mit den Abrissen zur Gründerzeit ist das was dort passierte überhaupt nicht zu vergleichen. Erstens waren die damals noch nicht so alt und zweitens ist ja meistens etwas Gefälliges nachgekommen.

    Volle Zustimmung zum Brandschutz.

  • Deinem Beispiel sieht man das Potenzial an, sie sind auch doppelt so hoch wie das Wengerter Haus, das wie gesagt halb so hoch wie die Nachbarhäuser und komplett verputzt war, will meinen kein Sichtfachwerk oder ähnliches es ragte der 1. Stock etwas heraus. Es war ein nettes kleines Häuschen, was in jedes Dorf passt, in das Zentrum einer Großstadt, als Einziges neben doppelt so hohen, ist dies fraglich. Die Bausubstanz ist auch nicht immer rettbar. So wäre eine Regel, jedes Gebäude älter als n-Jahre zu schützen, ohne auf den "Wert" des jeweiligen Gebäudes zu achten falsch. Der "Wert" ist nicht monetär gedacht.

    Kommen wir zurück zu deinem Beispiel von zwei Häusern in unserem Rotlichtviertel, die ebenso klein sind, jedoch als Baustein eines Viertels wahrgenommen werden. Da wäre das gleiche Haus im Ensembleschutz aufgenommen worden.

    So sollte man immer im Kontext handeln und entscheiden, was jedoch imho immer daneben läuft, wenn man auf reine Empörung setzt, wie die von dir weiter oben erwähnten Seiten.

    Etwas Gefälliges besser Wertiges anstatt zu setzen, sind wir auf gleicher Linie. In einer Innenstadt sollte jeder Bauherr dies verinnerlichen und wird sicher auch die "Hilfe" eines Gestaltungsrates der dem Namen gerecht wird brauchen.


    Eben eine Gründerzeit² die regelt was in Zukunft in Stuttgart en vogue ist, wie damals vorne hui und hinten pfui, wie bei der Ersten.