Beiträge von epizentrum

    Katharinenkirche (Hauptwache)

    Etwas für die Suchfunktion: Die Katharinenkirche ist seit letztem Jahr eingerüstet, da bei ihr eine Dach- und Fassadensanierung fällig war. Sogar ein Jahr früher als ursprünglich geplant, nachdem der Zustand der Schiefereindeckung als "irreparabel" begutachtet wurde und Gefahr in Verzug bestand. Die erste Einrüstung bzw. Aufstellung eines festen Bauzauns diente der Gefahrenabwehr gegen herabfallende Teile. (Q1, Q2) Zur Zeit laufen die eigentlichen Sanierungsarbeiten; der Turm ist eingerüstet, die Uhren verpackt und einzelne Schieferplatten am Dach ausgetauscht. Was im Detail zur Zeit passiert und was noch kommt, entzieht sich meiner Kenntnis. Eine Totale von vorvorgestern (noch mit freien Ziffernblättern) mit einem Haufen Narren zu Füßen der Kirche:


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    Der Turm gestern:


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    Bilder: epizentrum

    ^^ Schwarz-Weiß-Denken hilft bei dem Thema nichts, lieber Rohne. Es geht darum, dass jeder Schattenspender, jeder CO2-Verarbeiter und jeder Mikro-Lebensraum die Situation verbessert. Die Altstädte von Barcelona, Madrid und Sevilla bieten mit schmalen Straßenachsen, Arkaden/Kolonnaden und Bäumen an/auf größeren öffentlichen Flächen genau die dämpfende Wirkung, die den neueren Vierteln mit den großzügigen Dimensionen, den unseligen Einzelriegeln zwischen großen Abstandsflächen - auch dort - fehlt. Mailand selbst ist in der Altstadt ein gutes Beispiel dafür. Auf den Asphaltflächen des Domplatzes und drumherum halten sich nur Touristen im Hochsommer gerne auf. In weiter südlich liegenden Städten steht auf vielen Plätzen ein Baum mit riesiger, schattenspendender Krone - oder Orangenhaine und/oder kleine Wasserläufe. Und es gibt gute Gründe, warum in Gegenden wie Andalusien die Einheimischen mittags noch immer eine längere Pause einlegen. Die Mittagshitze ist kaum auszuhalten.


    Städtebau hat sich schon immer mit den Widrigkeiten von Umwelteinflüssen auseinandergesetzt. Und zwar im Rahmen dessen, was für die jeweilge Region bekannt und erwartbar war. Extreme Situationen, die einmal im Jahr auftraten, konnte man außen vor lassen, solange es für sie "Workarounds" gab. Acqua Alta war in Venedig schon immer ein Problem, aber eben noch nie so häufig und andauernd wie seit den letzten Jahrzehnten.


    Da man auch in Südeuropa erkannt hat, dass sich die Extremwetterlagen der vergangenen Jahrzehnte weiter verstärken und häufiger werden, heben die Verantwortlichen (= Politiker - ich weiß, das sind für einige Menschen "Eliten" mit geheimen Plänen gegen "uns") auch dort größere Initiativen aus dem Boden, um den Auswirkungen entgegenzuwirken. Das betrifft übrigens nicht nur starke und länger andauernde Hitzeperioden und extreme Fluten, sondern auch Stürme, Starkregen, extreme Wellengänge/Brandungen, Saharastaub, extreme Kälte, Hagel, Eisregen etc.


    Der Mensch ist in der Lage, sich neuen Situationen anzupassen. (Und dies sogar genetisch zu manifestieren, siehe Hautfarbe.) Das dauert evtl. eine Weile und erfordert Opfer (im wahrsten Sinn des Wortes), die nicht jeder bereit ist hinzunehmen. Die Stadt hingegen muss entsprechend angepasst werden, damit bspw. Starkregen durch die Kanalisation kontrolliert abgeleitet werden kann und nicht - wie neuerdings in Südeuropa häufiger zu sehen - stundenlang auf der Straße steht bzw. zu Überschwemmungen oder Erdrutschen führt, also Schäden anrichtet. Was die Luftqualität und die Temperatur angeht, ist die stärkere Begrünung der Stadt schlicht hilfreich. Da zählt eben jeder Quadratmeter, wie er etwa durch Versiegelungsverbote von Vorgärten entsteht. Aber auch durch Pflanzenkübel auf den Balkonen der Bosco Verticale in Mailand. Ebenso hilft es, in den betroffenen Gegenden solche Baumarten zu pflanzen, die für das zukünftige Klima geeignet sind.


    Also nicht Schwarz-Weiß, sondern wie gehabt: Schritt für Schritt mit Abwägung, Erfahrung und Verstand.


    (Mit den Vorbeiträgen überschnitten.)

    Zu #719: Bei den Pflanzen handelt es sich nicht um Kletter-/Rankpflanzen. Es sind knapp 200.000 einzeln in Beuteln steckende Exemplare jeweils einer von 15 "robusten" Sorten wie die Japanische Segge, die Herzblättrige Bergenie und der Kriechende Günsel. Die Beutel werden zentral und automatisch bewässert. Nach Anfangsschwierigkeiten hat sich das komplexe System "eingeruckelt". Es ist schon ein wenig mehr als reines Green-Washing bzw. Kosmetik. Dennoch stellt sich tatsächlich die Frage, ob eine andere Art der Bepflanzung ökologisch sinnvoller gewesen wäre als zehn 100 Meter hohe, einzeln zu bewässernde Streifen.


    P.S.: Ahligator, nach einem Besuch vor Ort muss ich zugeben, dass die Pflanzen nicht besonders knackigfrisch ausschauen. Die Einruckelphase scheint noch nicht beendet zu sein.

    Am Berliner Entwurf gefällt mir die Hinzunahme der dritten Dimension in den Freiflächen sehr. Sie helfen bei der Ausbildung der beiden "privaten" Schulhöfe, der ebenfalls gut separierten Spielfläche rund um den Kindergarten und der klar öffentlichen Nord-Süd-Durchwegung mit Anschluss zum Lotte-Specht-Park.


    Die Kanten der Baukörper berühren jeweils das umschließende Rechteck - die Blockkanten sozusagen - und die Außenkanten setzen sich teilweise fort. Das wird man als Fußgänger sehr wohl wahrnehmen - anders als beispielsweise bei den zum Straßenraum quergestellten und zurückgesetzten Riegel der Nachkriegszeit. Die deutliche Einrückung auf der Südseite ist vor allem dem Erhalt des Baumbestandes geschuldet. Aber auch hier zerfleddert die Bebauung nicht, sondern definiert mit Sporthalle, Kinderhaus, Kindergarten und KIZ eine (fast) gerade Grenzlinie zur eigentlichen Bebauung. Der südliche Streifen wird als parkähnliche Freifläche erkennbar sein, ähnlich dem Hafenpark als Reihung von Bolzplatz, Durchwegung, Spielplatz und einer den "Block" abschließenden Eckbebauung (Quartierspavillon, Bestand), deren östliche Stirnseite die lange Kante des Schulbaus an der Schwalbacher Straße genau fortsetzt. Ein "diffuser" Raum sieht anders aus. Einzig der KIZ-Punktbau (Bestand) fällt aus der Reihe.


    Gelungen finde ich auch die organischen Formen und die Ausbildung des zentralen Campus-Platzes. Der hat eine schöne Fassung und wird durch die Treppen des "Campusherzens" sowie durch die gute Platzierung der Bäume richtig gemütlich.


    P.S.: Beim Stuttgarter Entwurf teile ich obige Kritik allerdings. Da wirken die Baukörper tatsächlich "hingewürfelt", und der ganze Komplex strahlt Kälte aus.

    Das riecht doch wieder schwer nach einem typischen In-Sich-Geldvermehrungs- bzw. Geldwäsche-Konstrukt. Die "Kerngläubiger" freuen sich über sauberes Geld (wenn auch evtl. nur auf dem Papier, das dann später als uneinbringliche Forderung steuermindernd abgeschrieben werden kann), und das Kind, das schon in den Brunnen gefallen ist, wird zu Lasten echter Gläubiger und zukünftiger Eigner weiter gemolken. Unglaublich.

    Nachtrag zum OstStern. Dass die Transformation vom geschlossenen Autohaus-Allerlei zu einem gemischten Quartier mit neuer Durchwegung, Platzfolge inklusive großzügiger Verlängerung des Osthafenplatzes etwas werden könnte, zeichnete sich schon bei der Vorstellung des B-Plans in #3 ab. Der Schlenker der Ferdinand-Happ-Straße ist zudem ein Glücksfall, ermöglicht er doch vielfältige Blickachsen. Etwas ähnliches kennen wir Frankfurter von der Braubachstraße - mit jedem Schritt gibt es Neues zu entdecken. Zur Illustration ein paar "Streifenbilder", ausgehend vom Anschluss des Quartiers an die Ferinand-Happ-Straße mit Blick auf die gerade bezogenen Wohnbauten an der Ostseite. Den eindrucksvollen Endpunkt der Achse bildet das Wohnhochhaus "Drei Horizonte":



    Ein Stück weiter setzt sich die Kurve fort, um in der Kreuzung zu enden, von der rechts die Launhardtstraße abgeht und ein paar Schritte weiter links die Gref-Völsing-Straße ins Schwedler-Carré:



    Geht man in die andere Richtung, öffnet sich bekanntermaßen eine Blickachse auf die EZB. Dramatisch:



    Der Osthafenplatz öffnet sich über die Hanauer Landstraße hinweg sehr großzügig nach Norden hin bis zur Klinkerfassade des "Ferdinand". Von solchen Wechseln wie der von Dichte zu Weite lebt ein gutes Stadtbild. Gleiches gilt für die Fassaden, die in den neuen Ostend-Quartieren einen guten Maßstab haben. Alle 10-30 Meter sollte das Auge etwas geboten bekommen. Hier kann das Europaviertel noch viel lernen. Aktueller Blick auf die Platzfolge (wie heißen sie eigentlich?):



    Außerdem noch ein Schrägblick auf die Bürofassade des Vorbeitrags. Es offenbaren sich sehr subtil gesetzte Farbakzente, die darauf hinweisen, dass die Fassade doch nicht flach ist, sondern ein wenig Tiefe hat:


    Bilder: epizentrum

    ^ Absolute Zustimmung. Die prismenartig gefalteten Verkleidungen haben wir zwar schon an anderer Stelle gesehen - allen voran von Tektonik -, hier treffen Jo. Franzke (aka Sweco) mit Material, Farbe, Proportionen, Fugen und Ausführung aber einen "Sweet Spot". Gegenüber die Fassade des Gebäudes für Drees & Sommer aus der Feder von Meixner Schlüter Wendt spricht mich mit ihrem "grafischen" Charakter und der Zweidimensionalität auch an:


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    Bild: epizentrum


    Heute standen etliche Umzugswagen auf dem neuen Platz, im Komplex ist also Bezug angesagt.

    "10tral" (Bleidenstraße 6-10 / Holzgraben 25-29)

    Die Vorderseite nähert sich ihrem finalen Erscheinungsbild:



    Eine in der engen Straße großzügige Geste ist der doppelgeschossige Ausschnitt für den Haupteingang:



    An der Rückseite hat sich seit dem letzten Update äußerlich wenig getan, dennoch ein Raufgucker im Stimmungslicht:


    Bilder: epizentrum


    Die hinter dem hellen Fassadengitter liegenden Fassadenelemente hätten für meinen Geschmack dunkler ausfallen können, um den Kontrast zu verstärken. Das kam auf der Visualisierung zur Projektvorstellung gut heraus.

    Heute auch von mir ein wenig Spin-Porn. Das Fassadenelement an der allerobersten Südwest-Ecke ist montiert, der Technikaufbau noch in Arbeit, und nach und nach verschwinden die Absturzsicherungen. Blick auf die Westseite aus Augenhöhe:



    Nichts für Perfektionisten. Wer genau hinschaut, erkennt zwei leicht verbogene Untersicht-Bleche, das dunklere Glas an der Ecke (was wohl bleibt) und dass in den vorgebauten Glaskästen auch mal Abfall liegen bleiben kann - hier am geöffneten Fenster an der Ecke. Zu erkennen sind auch die schmalen Lüftungsschlitze: (Anklicken für größeres Bild)



    Ein Lookup von der Mainzer Landstraße zeigt die Verschiebungen ganz schön. Auch für meinen Geschmack hätten sie weniger "zufällig" ausfallen dürfen, einfach harmonischer, ruhiger:



    Ein erhöhter Blick auf die Westseite:



    Und etwas tiefer geschwenkt die Blocksituation mit ABG-Bebauung und Eden:



    Die ABG-Wohnhäuser sind - bis auf das Anschlussgebäude zum Spin hin - auch im Inneren fast fertig. Verzug gab es bei einigen Gewerken wegen ausgefallener Arbeitskräften von Subunternehmern. Die Übergabe an die Mieter ist dennoch für das laufende Jahr vorgesehen. (Q) Nachfolgend noch ein Zoom auf die Fassaden zur Mainzer Landstraße und die dort laufenden Fassadenarbeiten am Spin:


    Bilder: epizentrum

    Sie standen so schön in einer Reihe, und der Grand Tower hat definitiv eine meiner Lieblingsfassaden. Die des Eden entzieht sich allerdings auch nicht einer gewissen Faszination:


    Bild: epizentrum

    ^ Danke für den mehr als gelungenen Einstiegsbeitrag und willkommen im Forum! Die Projektekarte pflegt momentan ein kleiner Kreis von DAF-Benutzern. Ich habe mir erlaubt, die Projekte dort mit Verweis auf Deinen Beitrag einzutragen.


    Bei der Eichendorffstraße 70A dürfte es sich um das 2019 erwähnte Mäckler-Projekt handeln. Die Hausnummer war damals nicht klar. Zur Erinnerung die sparsame, aber aufschlussreiche Visualisierung noch einmal direkt hier:


    Bild: Mäckler Architekten, Frankfurt

    Gute Frage. Ich tippe wegen des Kontextes Telekom auf 1975/1976, da im Oktober 1975 "Richtfest für die „Zweit-Fernvermittlungsstelle“ der Oberpostdirektion Frankfurt in Ginnheim, Raimundstraße." gefeiert wurde (Q). An anderer Stelle sind Fotos vom "Neubau Raimundstraße Frankfurt-Ginnheim" aus den Postgeschichtlichen Aufzeichnungen 1973-1979 zu finden (Q).