Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Das ist ein Widerspruch in sich.

    Wenn man sich im Luftverkehr ein wenig auskennt nicht.

    Dekoratives Anführungszeichen

    1. BER wird schon zu klein sein, wenn er eröffnet wird. BER wird 2 Bahnen haben, wo Schönefeld Alt und Tegel zusammen noch vier Bahnen haben.

    Es kommt nicht auf die Anzahl der Bahnen an, sondern auf die Größe der Flugzeuge und die Taktung, die durch das Bahnkonzept ermöglicht wird. FRA hatte bis vor ein paar Jahren nur zwei Bahnen, die nicht mal unabhängig voneinander betrieben werden konnten, was in BER der Fall sein wird. FRA hat zwar noch eine Querwindbahn, diese lässt sich aber nicht gleichzeitig mit den damals zwei (heute drei) Hauptbahnen benutzen.

    Anderes Beispiel: London Heathrow hat bis heute nur zwei Bahnen, London Gatwick nur eine. Vergleiche deren Passagierzahlen mal mit den prognostizierten von BER.

    Dekoratives Anführungszeichen

    2. bzgl. der Zahl möglicher Flugbewegungen (die insb. auch für eine Entzerrung des Verkehrsaufkommens wichtig wäre) wird die Leistungsfähigkeit in dieser Hinischt mit Öffnung von BER und Schließung von Schönefeld und Tegel verringert, nicht vergrößert.

    Die Zahl möglicher Flugbewegungen ist mehr als ausreichend am BER, auch für zukünftiges Wachstum sind die Grenzen lange noch nicht erreicht. Wenn sich BER wie geplant zum Hub entwickelt werden größere Maschinen eingesetzt und die Zahl der Passagiere pro Flugbewegung wird sich stark vergrößern. Somit werden die Flugbewegungen auf lange Zeit keinen Engpass darstellen. Vor allem nicht bei zwei unabhängig zu betreibenden Bahnen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    3. bzgl. der Kapazität Passagiere abzufertigen startet BER bereits sehenden Auges in die Überlast, von einem leistungsfähigen Flughafen kann auch hier also nicht die Rede sein.

    Deswegen bin ich auch für den jetzt in der Planung befindlichen weiteren Ausbau des BER. Tegel offen halten ist nur eine Übergangslösung bis BER in der Lage sein wird den Flugverkehr alleine abzuwickeln. Erst dann wird der Flughafen auch sein Hub-Potenzial frei entfalten können.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wo ist also angesichts der Fakten das sture Festhalten an der 20 Jahre alten Ein-Standort-Entscheidung noch ein Garant für eine leistungsfähige Anbindung an den Flugverkehr für die wachsende Metropole Berlin? Roß und Reiter bitte nennen, nicht drumherum reden!

    Tegel bringt die nötige Entlastung, um BER mittelfristig erweitern zu können, ohne dass dort, in Kombination mit der absehbaren Überlast, alles kollabiert und wir uns endgültig global lächerlich machen als Wirtschafts- und Ingenieursnation.

    Tegel ist eine Krücke, die es so schnell wie möglich zu ersetzen gilt. Das heißt, sobald der BER entsprechend nachgerüstet wurde um die TXL-Passagiere vollständig abwickeln zu können. Generell ist BER aber allein baulich schon das leistungsfähigere Konzept, siehe z.B. die ÖPNV-Anbindung und das Bahnensystem.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und ich frage mich wirklich, wieso das für Bürger aus Brühl oder Darmstadt so wichtig ist, dass es zum Ein-Standort-Konzept für die Berliner Flughäfen kommt? Es ist doch auffällig, dass hier im Forum Berliner wiederholt eine zumindest vorübergehende Weiternutzung Tegels befürworten, während aus der Distanz, die vielleicht die Brisanz des Desasters etwas vernebelt, in welches Berlin hier sehenden Auges "auf Autopilot" zusteuert, auffallend viele hartnäckige Kommentare dahingehend kommen, Tegel bloß nicht offenzuhalten.

    Ich weiß zwar nicht was die pampige Art deines Beitrags generell soll, aber vll. fehlt Dir persönlich einfach das Fachwissen in Sachen Luftverkehr, um die Nachteile eines Multiairportkonzepts zu übersehen. Das ist nicht schlimm, aber dann solltest du nicht die große verbale Keule auszupacken und anderen Forennutzern die Kompetenz bzw. Erlaubnis absprechen sich zu dem Thema zu äußern.

    Du wirst an vielen Stellen auch Leute finden, die Sperenberg wieder als Alternative hervorkramen, das dann mit Transrapid in 10 Minuten an Berlin angeschlossen wird. Und Edi Stoiber sitzt dann persönlich in dem ersten Zug als Lokführer drin. Nur weil ein Vorschlag regelmäßig hervorgeholt wird macht es diesen nicht unbedingt stichhaltiger.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Zumal: bin ich wirklich paranoid, wenn ich dem BER und der technischen Kompetenz der Verantwortlichen vorerst einfach nicht mehr vertraue und durchaus noch die eine oder andere unliebsame Überraschung für möglich halte, wenn BER dann mal unter Vollast gefahren wird? Auch deswegen würde ich ungern einen zwar sanierungsbedürftigen aber sehr erprobten Altflughafen über Nacht vom Netz nehmen, nur weil das vor 20 Jahren mal so beschlossen wurde. Erst wenn BER zuverlässig läuft und auch ausreichend erweitert wurde kann man darüber wieder sinnvoll diskutieren. Eigentlich.

    Wäre mir neu, dass in Tegel das Licht ausgeknipst werden soll ohne dass der BER gestartet wäre oder in der Lage die Lasten nur ansatzweise zu übernehmen. Schon Mehdorn hatte eine temporäre Doppelnutzung ins Spiel gebracht und soweit ich informiert bin, ist dies bereits seit Monaten Konsens unter allen Beteiligten. Eine so vom Tourismus abhängige Stadt wie Berlin wird nicht einfach so einen Flughafen dicht machen, wenn dann der Supergau droht. Eine Erweiterung der BER-Kapazitäten ist ja schon umgesetzt bzw. in der fortgeschrittenen Planung. Tegel läuft übrigens seit Jahren deutlich über der offiziellen Kapazität. Die Zahlen haben immer etwas Spiel, wenn man die Organisation effizient gestaltet.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Anderes Beispiel: London Heathrow hat bis heute nur zwei Bahnen, London Gatwick nur eine. Vergleiche deren Passagierzahlen mal mit den prognostizierten von BER.

    Wenn ich das mache, dann vergleiche ich Äpfel mit Birnen. In Heathrow landet quasi eine Boeing 747 nach der anderen. In Berlin lauter Mittelstreckenflieger. Und selbst wenn BER aus irgend einem Grund nun der schnellwachsende Superduper-Hub werden sollte, dann fehlt wieder die Abfertigungskapazität, um genausoviele 747 wie in Heathrow abzufertigen. Es hackt entweder jeweils an der Kapazität der Flugbewegungen oder an der zur Passagierabfertigung. Um das zu erkennen muss man sich nicht einmal "ein wenig" im Luftverkehr auskennen.

    Und wann ein bisher nur diskutierter, die Aufsichtsgremien haben noch nicht einmal eine konkrete Planung beschlossen, geschweigedenn dass der Ausbaubeginn quasi vor der Tür stünde, Ausbau des BER ans Netz gehen wird steht in den Sternen. Daher bleibt es dabei, dass BER sehenden Auges in die Überlast gestoßen wird, wenn dann Tegel und Schönefeld schließen. Aber gut, du kennst dich ja im Luftverkehr aus. Auf eine magische, sich Argumenten und Logik nicht erschließende, Art und Weise wirst du also schon irgendwie Recht haben.

  • Und zu dem, was du über Erweiterungen so gehört haben willst, ein paar aktuelle Fakten:

    "Der noch im Bau befindliche BER-Terminal, der Ende 2017 eröffnet werden soll, ist für eine Jahreskapazität von 27 Millionen Fluggästen ausgelegt."

    "Doch bereits im Vorjahr hatten die beiden Alt-Flughäfen in Tegel und Schönefeld knapp 28 Millionen Fluggäste zu bewältigen."

    "Doch für den sogenannten Satelliten gibt es bislang keinerlei konkrete Planungen, auch keine baulichen Vorbereitungen."

    "Der Aufsichtsratschef der Berliner Flughäfen, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), hat aber allen Erweiterungen eine Absage erteilt, die zu nochmaligen baulichen Veränderungen im Hauptterminal führen könnten."

    (Quelle: http://www.morgenpost.de/flughafen-berl…ng-des-BER.html)

    BER ist JETZT schon rechnerisch um ca. 1 Mio. Passagier zu klein, das Wachstum wird bis Ende 2017 weitergehen. Es gibt KEINERLEI konkrete Erweiterungspläne und auch alle Vorschläge, wenigstens den Terminal, den es schon gibt, noch irgendwie zu erweitern, wurden bereits politisch abgelehnt. Selbst WENN es dann mal irgendwann konkrete Pläne gibt, dann dauert es über die Genehmigungs- und Bauphase nochmal mindestens 5 Jahre, ab dem Tag der konkreten Baugenehmigung, bis die Erweiterung in Betrieb gehen kann. Der Sat zu T2 in München wird zB seit 2012 gebaut und soll nächstes Jahr in Betrieb gehen. Dabei hat man in München aber schon Bauvorleistungen für den Sat gehabt, die am BER fehlen. Und MUC ist ein sehr straff und gut organisierter Flughafen, was man bisher vom BER nicht sagen kann. 5 Jahre sind also das Minimum, selbst wenn es so rasch geht wie in München, alleine schon wegen der am BER fehlenden Bauvorleistungen. D. h. selbst wenn die Politik eine 180° Kehrtwende macht und gleich am Montag die Erweiterung beschließt und im Anschluss mit der europaweiten Ausschreibung der Planung begonnen wird (die Ausschreibungsfrist und Planungszeit kommt noch dazu, die 5 Jahre waren ab dem Zeitpunkt der Baugenehmigung gerechnet, die ja erst am Ende von Ausschreibung und Planung steht!), dann wird die auf keinen Fall vor dem Jahre 2021+X in Betrieb gehen.

    Berlin wird hier sehenden Auges in ein Desaster gesteuert. Im Übrigen wäre ich überrascht, wenn der BER überhaupt die 27 Mio. Passagier auf dem Papier abfertigen kann, denn das Hauptgebäude ist überraschend eng dimensioniert, was schon Besuchern und während der "Generalproben" negativ aufgefallen ist. Und dann sind auch keine raschen Provisorien möglich, siehe "im Süden des Gebäudes könnten zusätzlichen Abfertigungsflächen geschaffen werden, dafür müsste allerdings ein bereits gebautes Parkaus abgerissen werden.". Man hat den zu kleinen BER auch noch rundherum so zugebaut, dass man da nicht mal, wie beim Tegel, mal noch kurzfristig Barracken zur Abfertigung aufstellen kann.

    Aber hey, wir haben dann stur den 20 Jahre alten Plan verfolgt und über Nacht Tegel, der inzwischen schon über 20 Mio. Passagier abfertigt, vom Netz genommen. Altpreußisch-pflichtgemäße Planerfüllung wird vermeldet, Zack, Zack! Und nein, entgegen deiner Information ist ein Weiterbetrieb Tegels nicht möglich. Nach derzeitigem Prozedere verliert Tegel ab Inbetriebnahme des BER (dauerhaft) seine Betriebserlaubnis. Die kann dann, wenn das Chaos am BER perfekt ist und man Tegel doch noch weiternutzen will, auch nicht wieder neu erteilt werden, denn Tegel hat seinen Bestandsschutz ab diesem Moment verloren und wäre so nicht mehr genehmigungsfähig und müsste mit einem Aufwand, der einem Neubau gleichkommt, umgebaut werden. Über Jahre, bevor dort wieder der erste Flieger starten dürfte. Das ist die traurige Realität, in die Berlins Flugverkehr gesteuert wird!

  • "Wie berichtet hatte der BER-Chef bei einer der letzten Sitzungen vor der Enge im neuen und knapp zwei Milliarden Euro teuren Flughafenterminal gewarnt. Mehdorn hält die konzipierte BER-Kapazität von 27 Millionen Passagieren am Anfang nicht für erreichbar. Stattdessen spricht er von 21 Millionen Passagieren. Am neuen Flughafen müssen aber 2016 bereits 31 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Es wäre laut Mehdorn sogar noch ein zusätzlicher Kapazitätspuffer von acht Millionen Passagieren nötig, um ein Eröffnungschaos zu vermeiden." (Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-…n/10712260.html)

    Man kann von Herrn Mehdorn halten, was man will, aber mit seiner Prognose von 31 Mio. Passagiere in 2016 scheint er letztes Jahr recht treffsicher gewesen zu sein, wenn 2014 die berliner Flughäfen mit einem Passagierrekord von 28 Mio. abgeschlossen haben. Auch die Aussagen zur Enge, die die 28 Mio. PAX Kapazität auf dem Papier all zu optimistisch erscheinen lassen, decken sich mit den Erfahrungen von Besuchern der Baustelle.

    Kein Wunder, dass Mehdorn gegangen ist. Wer will schon der Sündenbock für die politische Sturheit sein, die sehenden Auges Berlin in ein Verkehrschaos gestürzt hat, Warnungen gab es genug (siehe die ganze Berichterstattung dazu). "Die Geschäftsführung könne nur für eine Startkapazität von 21 Millionen Passagieren die Verantwortung übernehmen." (http://www.tagesspiegel.de/berlin/eroeffn…n/10618108.html), entsprechend hat er seine Konsequenzen gezogen, weil ihm die Politiker nicht zuhören wollten. Das wird richtig häßlich werden.

    Auch 2013 wurde schon, von Fachgutachtern, gewarnt: "Denn der Check-In-Bereich, die Kontrollschleusen und die Gepäckausgabe sind zu klein geplant." (Quelle: http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/711689/)
    Auch Behörden haben inoffiziell Zweifel: "Die Kontrollanlagen sind nach offiziellen Angaben der Bundespolizei ausreichend. Intern warnte jedoch die Behörde bereits im Sommer, dass der gesamte Abfertigungsbereich zu klein ist" (Quelle: http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/711689/)
    Und zur Abfertigung gehört natürlich auch das Gepäck: "Die Gutachter warnen, dass bereits der Ausfall einer Anlage den Betrieb erheblich durcheinanderbringen könne. Ein Systemausfall sei nicht auszuschließen. Jeder Verzug bei der Gepäckabfertigung und an den Sicherheitskontrollen würde im Terminal zum Kollaps führen.(...)Tatsächlich ist der Einbau von je zwei weiteren Bändern in den beiden sogenannten Pavillons am Hauptterminal bereits vorbereitet. Aus Kostengründen habe die Flughafengesellschaft aber darauf verzichtet, sagte der Planer. Theoretisch könnten dort sogar drei Bänder installiert werden." (Quelle: http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/711689/), da hat man ja mal wieder am "richtigen" Ende gespart...

  • Um Dir deine Angst ein wenig zu nehmen, bevor Du vor lauter Aufregung einen Asthma-Anfall bekommst: 27 Mio. PAX heißt nicht, dass diese sich gleichmäßig auf alle Zeiten verteilen. Entscheidend ist die Spitzenlastkapazität und anhand derer wird die theoretische Höchstzahl an Passagieren errechnet. Je gleichmäßiger An- und Abflüge dann verteilt sind, desto eher wird diese theoretische Kapazität ausgenutzt. Dazu kommt, dass Transferpassagiere (Hubeffekt) nicht die gleichen Kapazitäten beanspruchen wie O&D-Passagiere, da diese nicht durch Zoll- und Passkontrolle müssen und auch nicht im Check-In in der Schlange stehen. Es ist also recht viel Spiel in den Zahlen und SXF soll ja noch als Entlastung offen bleiben, macht 27 + 8(?) Mio. Kapazität.

    Deine Schimpftiraden helfen im Übrigen niemandem und eigentlich geht es in diesem Thread nur um den Baufortschritt des Flughafens selbst und nicht darum wie blöd die Politiker sind usw.

  • Es ist schon seltsam, dass man beim BER soviel Angst hat, dass der Flughafen zu klein sei.
    Es sei mal kurz daran erinnert, dass Tegel ursprünglich für fünf oder sechs Millionen Passagiere ausgelegt war, was heute - zugegebenermaßen mit paar zusätzlichen Baracken - abgefertigt wird beträgt etwa über 20 Millionen.

    Ehrlich gesagt halte ich das etwas widersprüchlich einerseits Tegel in den Himmel zu heben, der prinzipiell schon lange hätte geschlossen werden müsste, und den BER schon zu verdammen, weil er wenn eröffnet wird, wohl gerade an die Kapazitätsgrenze kommen könnte.

    Ich möchte nicht wissen, was los ist wenn in Tegel ein Unglück passiert, das irgendwie mit der Überlastung des Flughafens interpretiert werden könnte, so sehr ich den Flughafen wie die meisten auch mag, macht es keine Sinn für einen so kleinen Einzugsbereich wie Berlin zwei Flughäfen zu betreiben.

    Die Erweiterung in BER wird kommen sobald der Flughafen mal eröffnet wird, davon bin ich überzeugt. Im Augenblick will man politisch gesehen kein weiteres Fass aufmachen, erstmal muss das Ding laufen, danach sieht das anders aus.

    Viel mehr ärgert mich die Tatsache, dass es noch Jahre dauern wird, bis man eine schnelle Verbindung zum Hauptbahnhof hat, das gleiche Fiasko wie in München wiederholt sich Berlin.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Und zu dem, was du über Erweiterungen so gehört haben willst, ein paar aktuelle Fakten

    Sry aber totaler Quark. Kapazität heisst ja nicht dass da dann ab 27Mio kein einziger Mensch mehr pro Jahr in diesem Flughafen abgefertigt werden kann. Das sind grobe Berechnungen, die man locker über 5-10 Jahre strecken kann bis die Erweiterungen da sind. Den BBI so wie er ist ohne Terminal kann man gut und gerne mit 40Mio Reisenden pro Jahr fahren. Es wird dann eben nur enger.

    Schau Dir mal den Tegel Airport an auf welche Kapazität der ausgelegt war und was er momentan schlucken muss. Und es werden bis zum BBI start noch mehr Reisende werden. Schau Dir den Heathrow an, was die alten Terminals dort bis zum T5 Start vor paar Jahren an Kapazitäten leisten konnten und auf was die ausgelegt waren. Dazu waren die Heathrow Terminals und Tegel ganz alte relativ kleine enge Bauwerke. Der BBI ist dann brandneu und kann das alles locker leisten bis man Abhilfe hat und es wieder "komfortabler" wird wenn die Erweiterungen kommen. Aber ein Desaster kann ich nicht erkennen.

  • Es freut mich, dass ihr all die Bedenken, die Gutachter, Polizei und jemand der 2 Jahre Geschäftsführer des Flughafens war äußerten, so qualifiziert und inhaltlich überzeugend zerstreuend könnt.

    Ihr könnt dann nicht sagen, dass ihr von nichts wusstet, nie jemand warnte.. viel Spaß dann später am BER. Wer nicht hören will muss fühlen. Sollte ich im nächsten Jahrtausend, wenn der BER dann mal in Betrieb genommen wird, noch leben werde ich hier einen dicken, fetten "Ich habs euch doch gesagt"-Tanz aufführen.

  • Berlin-Tegel ist ein suboptimaler Flughafen, der auch regelmäßig schlecht bewertetet wird. Ich habe schon viele Flughäfen von Innen gesehen und traue mich zu behaupten dass Tegel der schlechteste Flughafen davon ist. Im internationalen Vergleich wohl gemerkt, in Deutschland sowieso. Warum man den also unbedingt behalten will erschließt sich mir überhaupt nicht. Als Passagier kann ich es nicht erwarten dass das Ding endlich zu ist.

    Für Berlin als Stadt wäre es übrigens besser nur einen Flughafen zu haben. Dies liegt in den Synergien eines Hubs begründet, denn nur durch die Bündelung an einem Standort kann der Flughafen sinnvoll Umsteigeverkehre aufnehmen. Niemand würde in Berlin umsteigen wenn dafür ein Wechsel des Flughafens notwendig ist. Umsteigeverkehre bringen aber zusätzliche Arbeitsplätze und zusätzliche Verbindungen - deswegen sollte das für Berlin attraktiv sein.

    Wöllte man Tegel offen halten, müsst man dafür sorgen dass sich die Qualität des Flughafens auf ein international akzeptables Level steigert. Dazu müsst man ihn wohl im Grunde abreißen (zu kleine Räume und Flächen lassen sich, genau wie die nicht vorhandene Trennung der Passagierströme oder die Bündelung der Sicherheitskontrollen dort nicht anders realisieren). Daher scheint es mir sinnvoller BBI soweit auszubauen, dass man Tegel nicht mehr braucht.

  • Wir reden aneinander vorbei!

    Es geht hierbei doch nicht darum, ob man Tegel gut findet. Sondern darum, dass der BER einfach zu klein ist. Und lieber fliege ich von einem veralteten Flughafen ab, als gar nicht, weil der überlastete BER nicht alle Flugverbindungen hosten kann, die qua Nachfrage eigentlich möglich wären, usw.

    BER ist überlastet - das steht am Anfang meiner Überlegungen. Nicht der Wunsch, den ollen Tegel bis zum Sankt Nimmerleinstag weiter zu betreiben oder gar BER und Tegel gegeneinander auszuspielen. BER ist zu klein, wie nun verscheidentlich belegt wurde. Und solange, bis BER anständig ausgebaut wurde, gebietet es in meinen Augen simple Logik Tegel dann nicht gleichzeitig zuzusperren. Tegel ist nämlich besser als "gar nichts".

    Die meisten Unzulänglichkeiten Tegels aus der Erfahrung des einzelnen Fluggastes rühren nur daher, dass seit vielen Jahren nichts mehr investiert wurde, angefangen bei versifften Toiletten - das hat aber alles nichts mit einem Flughafenstandort usw. zu tun, der tolle tolle BER wäre in wenigen Jahren Betrieb aus Fluggastsicht genauso abgerockt, wenn ab Tag 1 nichts mehr investiert werden würde. Und sie rühren daher, dass Tegel mit mehr als 100 % Überlast betrieben wird. Das sollte als eine Warnung dafür sein, BER nun ebenfalls mit Überlast zu betreiben - und wenn dann ein Großteil des Verkehrs an den BER umzieht und nur noch halb soviele Fluggäste wie derzeit in Tegel abfertigt werden, dann entspannt sich das alles auch wieder und Tegel ist nicht mehr die überfüllte Stresshölle, die er derzeit natürlich ist (nicht "konzeptbedingt", sondern wegen enormer Überlastung).

    Diese differenzierte Debatte fehlt mir komplett. Die Welt scheint sich in stoische Schließungsbefürworter und Schließungsgegner zu teilen. Ich sage, macht Tegel von mir aus in dem Moment für immer dicht, an dem BER den neuen Sat hat und dort stressfrei und ordentlich abgefertigt werden kann. Und bis dahin erfüllt Tegel eben die Funktion eines Satelliten des BER.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Diese differenzierte Debatte fehlt mir komplett.

    Keine Ahnung, ob das nur mir so geht. Aber ich denke bis zu deinem Erscheinen hier im Forum, gab es diese. Das Thema ist so ausgelutscht und wurde die letzten Jahre immer wieder neu aufgerollt, dass man dir nur nahelegen kann, dich ein wenig von deiner Schreibgeilheit zu lösen und stattdessen in den alten Beiträgen zu stöbern.

    Dort kannst du auch dein begrenztes Wissen zwecks "Flughafenökonomie" auffrischen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich sage, macht Tegel von mir aus in dem Moment für immer dicht, an dem BER den neuen Sat hat und dort stressfrei und ordentlich abgefertigt werden kann. Und bis dahin erfüllt Tegel eben die Funktion eines Satelliten des BER.

    Warum kann Schönefeld-Alt, wie anscheinend geplant, denn nicht die Funktion des Satelliten übernehmen??

    Wie geschrieben, wurde hier alles schon durch- und zu Tode diskutiert und wie in fast jedem anderen Thread schaffst du es durch wenig sagende, überlange Posts alles ziemlich unlesbar zu machen.
    Danke dafür von einem stillen Mitleser! :daumen:

    Einmal editiert, zuletzt von Baddi (18. August 2015 um 15:26) aus folgendem Grund: Grammatik korrigiert

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ... Deswegen bin ich auch für den jetzt in der Planung befindlichen weiteren Ausbau des BER. Tegel offen halten ist nur eine Übergangslösung bis BER in der Lage sein wird den Flugverkehr alleine abzuwickeln. Erst dann wird der Flughafen auch sein Hub-Potenzial frei entfalten können.

    Tegel ist eine Krücke, die es so schnell wie möglich zu ersetzen gilt. Das heißt, sobald der BER entsprechend nachgerüstet wurde um die TXL-Passagiere vollständig abwickeln zu können. Generell ist BER aber allein baulich schon das leistungsfähigere Konzept, siehe z.B. die ÖPNV-Anbindung und das Bahnensystem. ...

    Für den zukünftigen Umzug des Flugverkehrs von Tegel nach Schönefeld halte ich es derzeit für am wahrscheinlichsten, dass Tegel an einem Tag dicht gemacht wird (am Übergang SFP 17 zu WFP 17/18?) und der Tegeler Verkehr am nächsten Tag über die neue Infrastruktur abgewickelt wird. Dass Verkehrsaufkommen liegt dann, wenn man das jetzige Wachstum zu Grunde legt bei 21,5-22,5 Mio Paxen. Damit gibt es einen Kapazitätspuffer für das Hochfahren der neuen Infrastruktur, deren Kapzität bekanntermaßen mit 27 Mio. angegeben wird.

    In Tegel sind die Wachstumsgrenzen zunehmend erreicht, so hat sich das Wachstum auf unter zwei Prozent im ersten Halbjahr verringert, zu im Vgl. 5,6% im vergangenen Jahr. Und die Ursache hierfür ist ganz klar in der Kapazität der Tegeler Infrastruktur zu finden. Das Wachstum im Berliner Flugverkehr hat sich dadurch nach Schönefeld verlagert, derzeit mit Raten von über 10%. Und mit dem WFP wird sich dies durch die Angebotserweiterung von Ryanair wahrscheinlich noch weiter steigern.

    So denke ich, als persönliche Vermutung, wird man zuerst mit Tegel umziehen und den Verkehr der alten Schönefelder Infrastruktur weiterhin dort abwickeln. Die Weiternutzung dieser Anlangen ist ja beschlossen. Und dann, nach einer Übergangszeit, könnten auch Airlines dann von SXF alt in das neue Terminal umziehen. (Aeroflot oder Air Lingus könnten daran Interesse haben, vermute ich.)

    Mit der Offenhaltung von SXF gibt es also kein Kapazitätsproblem mehr am BER. Allerdings wird diese Lösung als Übergangslösung bezeichnet und zukünftige Ausbaumaßnahmen stehen dazu im Bezug.

    Die Offenhaltung von Tegel ist somit auch aus Kapazitätsgründen nicht sinnvoll, meiner Einschätzung nach. Einzig vorstellbar wäre ein schrittweiser Umzug von Tegel zum BER, aus umzugslogistischen Gründen.

    Aktuell: Heute hat der Projektausschuss des Aufsichtsrats über die möglichen Folgen für den Zeitplan des BER beraten. Karsten Mühlenfeld hat aber nichts darüber gesagt, ob der Eröffnungstermin im Herbst 2017 durch die Imtech-Pleite in Gefahr ist. Auf der Baustelle sind weiterhin 100 Imtech-Mitarbeiter beschäftigt. Ihre Gehälter sind bis Mitte Oktober gesichert. Darüberhinaus sei man in Verhandlungen mit Investoren, die Interesse daran haben, Teile von Imtech zu übernehmen. Link

    und: Die Berliner Flughafengesellschaft hat gemeinsam mit Siemens bei der Staatsanwaltschaft Cottbus Strafanzeige wegen Betruges gestellt. Es geht um Abrechnungen von Siemens aus dem Jahr 2013 und 2014 in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Link

    10 Mal editiert, zuletzt von Dunning-Kruger (17. August 2015 um 22:09) aus folgendem Grund: Korrektur

  • Dekoratives Anführungszeichen

    BER ist überlastet - das steht am Anfang meiner Überlegungen. Nicht der Wunsch, den ollen Tegel bis zum Sankt Nimmerleinstag weiter zu betreiben oder gar BER und Tegel gegeneinander auszuspielen. BER ist zu klein, wie nun verscheidentlich belegt wurde. Und solange, bis BER anständig ausgebaut wurde, gebietet es in meinen Augen simple Logik Tegel dann nicht gleichzeitig zuzusperren. Tegel ist nämlich besser als "gar nichts".

    Pumpernickel, manche wollen es einfach nicht raffen.

    So wie der BER geplant wurde, nämlich auf Kante genäht, so will man ihn auch betreiben, d.h. von Anfang an mit 100%.

    Lustig finde ich dann die Leute hier, die sagen, dass die Kapazität BER + SXF (37 Mio) doch ausreichen würden am Anfang und man dann ja den weiteren Ausbau in Angriff nehmen könnte ... als ob man innerhalb von 2 Jahren einen Satelliten (mit einer Kapazität von 10 - 15 Mio. Pax) aus dem Ärmel schütteln könnte, wo doch noch nicht mal Vorleistungen geschweige denn konkrete Planungen für einen Ausbau vorhanden sind. Das Disaster der letzten 10 Jahre scheinen die wohl komplett ausgeblendet zu haben.
    Und dann kommt ja auch noch, dass man eigentlich irgendwann SXF ja auch abreißen möchte ... na das möchte ich mal sehen, wie das von statten gehen soll. Die meisten hier im Thread sind im Blindflug!

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Keine Ahnung, ob das nur mir so geht. Aber ich denke bis zu deinem Erscheinen hier im Forum, gab es diese. Das Thema ist so ausgelutscht und wurde die letzten Jahre immer wieder neu aufgerollt, dass man dir nur nahelegen kann, dich ein wenig von deiner Schreibgeilheit zu lösen und stattdessen in den alten Beiträgen zu stöbern.

    Es geht auch mir so.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Pumpernickel, manche wollen es einfach nicht raffen. ...

    Dekoratives Anführungszeichen

    ... und wie in fast jeden anderen Thread schaffst du es durch wenig sagende, überlange Posts alles ziemlich unlesbar zu machen. ...

    Ich weiß zwar nicht, ob er es absichtlich macht oder einfach so ist... Aber ich denke, wenn man ihn einfach ignoriert, wird er sich vielleicht bald langweilen und davontrollen. :nono:

  • Ich würde einfach mal entspannt sehen was passiert und wie sich der BBI entwickelt. Gleich alles in die Tonne zu treten mach selten Sinn.
    Aber von Teillösungen mit Tegel kann man nichts halten. Kostet nur mehr, verzögert die Stadtplanung dort, und behindert letztlich die gesamte Entwicklung am BBI.

    mfg

  • BER-Taskforce - Neues zur Imtech-Pleite

    Nach der Pleite von Imtech D wurde wie hier schon erwähnt eine Taskforce eingerichtet. Von dieser gibt es nun ein Update zu ihrer Arbeit und die Details kann man hier nachlesen: Link

    Insgesamt beziffert die Taskforce die Verzögerungen durch die Imtech Insolvenz auf, Stand heute, zwei bis drei Wochen. Die Meilensteinplanung, nach der die Baumaßnahmen bis März 2016 abgeschlossen sein sollten will die Taskforce überarbeiten. Die Durchführung der ausstehenden Bauleistungen will die Taskforce weiter stablisieren und zum heutigen Zeitpunkt sieht die FBB die Eröffnung des Flughafens im zweiten Halbjahr 2017 als nicht gefährdet an.

  • Verzögerung beim Bau von aktuell 9 Wochen zum März 2016 Termin

    Vor wenigen Tagen hies es von der Taskforce noch, dass die Imtech-Pleite eine Verzögerung von zwei bis drei Wochen mit sich bringen würde. Heute war dann Hr. Mühlenfeld in Potsdam zu Gast im BER-Sonderausschuss des brandenburgischen Landtages und hat dann erzählt, dass man aktuell einen Rückstand bei den Baumaßnahmen zur anvisierten Fertigstellung im März 2016 von sieben bis neun Wochen habe.

    Zu den drei Wochen durch die Insolvenz von Imtech kommt offensichtlich noch der ohnedies schon aufgelaufene Rückstand hinzu. Und Hr. Mühlenfeld äußert weiter, auch hier würde noch was "drauf" kommen.

    Er kann deshalb noch nicht sagen, ob es mit der geplanten Inbetriebnahme im Herbst 2017 klappt. Der Vize-Aufsichtsratschef der FBB Herr Rainer Bretschneider meint dazu, dass die Situation sei "ernst" sei, aber es sei auch möglich, den Termin zu halten. Link