Potsdam: Wiederherstellung historische Mitte - Bauthread

  • Natürlich. Es ist aber leider so, dass (aus Sicht von "Normalos" wie deiner Frau wohl ziemlich verquaste) Intellektuelle, egal ob zB Rekofreunde oder Rekogegner oder sonstige Grüppchen, die Debatten dominieren und somit für die schweigende Mehrheit, die vergleichsweise indifferent ist aber ansonsten v. a. das unprätentiöse Schönheitsempfinden von Kant teilt ("Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt."), die Entscheidungen trifft bzw. Entscheidungsprozesse steuert und prägt. Das macht es weiterhin nötig, sich an Debatten zu beteiligen, sofern man Sinn und Interesse dafür hat.

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    Die so gerne zitierte Kreativwirtschaft siedelt in altstädtischen Ensembles nicht minder gerne als in einem umgewidmeten Nachkriegsbau - ich habe bisher noch keine Altstadt ohne Kunstgalerien, kreative Nischen-Läden und -Cafes gesehen.

    Genau das ist das zentrale Problem: Die von Dir beschriebene Nutzung, die solche Quartiere interessant macht, hat nicht primär mit der Bebauung zu tun, sondern muss über Jahrzehnte wachsen. Das Ganze ist auf tatsächlich altstädtische Ensembles angewiesen. In der "neuen Mitte" wird es – schon wegen der vermutlich exorbitanten Mieten – keine Nischenläden geben, sondern dort werden sich Ketten niederlassen, deren Geschäftsmodell sehr nüchtern von Zielgruppen-Strategien, Corporate Design und Wiedererkennungs-Wert geprägt ist. Ich will gar nicht darauf hinaus, dass das irgendwie "böse" sei, nur Flair wird es halt soviel haben, wie eine L'Osteria-Filiale an Flair gerade noch ausstrahlen kann – man bekommt dort vom Pizzabelag bis zum Klopapier exakt dasselbe, was man in den Läden in Nürnberg, Saarbrücken oder Mönchengladbach auch bekommt. Und das hat mit dem "Italiener um die Ecke", mit "Authentizität" (ich hasse das Wort) oder mit dem genius loci eben nicht das Geringste zu tun...

    2 Mal editiert, zuletzt von Architektenkind (9. August 2015 um 21:29)

  • Hallo Architektenkind, Sie meinen doch wohl nicht, dass dieser genius loci durch die Kulturlobby im ex-Rechenzentzum geschaffen würde? Ich hoffe, ich habe Sie hier falsch verstanden.

    Grüße
    Luftpost

  • Ich kenne unzählige Altstädte mit kreativen Cafes und Läden, darunter auch solche, die nach dem WKII wiederaufgebaut wurden - spätestens nach wenigen Jahrzehnten sind sie genauso gewachsen wie alle anderen. Da die meisten Häuser schmal sind, sind die kleinen EG-Läden naturgemäss für große Ketten uninteressant. Es ist übrigens nicht so, dass Städte ohne Altstädte wie etwa jene im Ruhrgebiet von Ketten verschont werden, gerade umgekehrt - nur sehen sie schlechter aus.

  • Ich habe ich mal etwas genauer mit dem Konzept für das Fachhochschulgebäude von "Potsdamer Mitte neu denken" beschäftigt, und ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Aussagen richtig sind.

    Das Potsdam-Museum hat tatsächlich mit Raumproblemen zu kämpfen. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichteten am 18.6.2015 über die Sorgen des Potsdam-Museums. Demnach werden 400 Quadratmeter Ausstellungsflächen und 3000 Quadratmeter Depotflächen benötigt.

    http://www.pnn.de/potsdam-kultur/977993/

    Auch das Mitmachmuseum Extavium hat Raumprobleme. Gesucht werden Flächen von 1500 bis 2000 Quadratmeter. Dies berichteten die Potsdamer Neuesten Nachrichten am 22.1.2015.

    http://www.pnn.de/potsdam/930033/

    Zudem gibt es noch immer keine Räume für die Städtische Kunsthalle. Die Stadtverordnetenversammlung hat am 1.12.2004 beschlossen, dass der Aufbau einer Städtischen Kunsthalle im Gebäude der Fachhochschule vorangetrieben werden soll. Bisher ist dazu noch nicht viel passiert.

    http://egov.potsdam.de/bi/to020.asp

    Daher denke ich, dass es tatsächlich einen Bedarf für das Fachhochschulgebäude gibt und dass das Umnutzungskonzept eine reale Basis hat.

    P.S. Zu den Förderfragen erkundige ich mich. Schließlich will ich das Thema seriös diskutieren und hier nicht irgendwelchen halbgaren Infos bringen.

  • @ Luftpost: Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden. Ich sprach vom Alten Markt bzw. Otto-Braun-Platz.

    @ Bau-Lcfr: Wie kommst Du darauf, ich hätte etwas gegen Altstädte, oder ich würde behaupten, dass es in Neubauvierteln keine Ketten gibt? Wo habe ich das geschrieben? Und wo wären in der Potsdamer "Neuen Mitte" (um die geht es hier schließlich) so kleine Läden zu finden, das sie für Ketten uninteressant wären. L'Osteria jedenfalls ist eine Kette mit Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, allein in Deutschland gibt es zur Zeit 36 Lokale dieser Sorte - das nächste ist gerade mal 20 Zugminuten entfernt in der Bikini-Shopping-Mall.

    Ich bin ja durchaus für die Wiederherstellung des alten Stadtgrundrisses zu haben, aber ich verspreche Euch, dass es den Urige-Kleine-Läden-Charme dort niemals geben wird. Es werden genau die gleichen Filialisten einziehen, die in den 1A-Lagen sämtlicher Fußgängerzonen vertreten sind, und die Atmosphäre wird in weiten Teilen entsprechend die einer x-beliebigen Fußgängerzone sein. Wenn man das verhindern wollte, müsste man von Anfang an gegenhalten, statt - wie Konstantin - den Fressketten-Ableger zum "Italiener" zu adeln. Klar kann man auch behaupten es gäbe kein Problem, weil ja schließlich auch Pimkie's eine Boutique ist und Nordsee ein Fischrestaurant - nur glauben kann man sich das doch selber nicht...

    P.S.: Das ist ein kreativer Italiener, der eine Nische in einem Altbau gefunden hat. Sehr empfehlenswert!

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    Ich bin ja durchaus für die Wiederherstellung des alten Stadtgrundrisses zu haben, aber ich verspreche Euch, dass es den Urige-Kleine-Läden-Charme dort niemals geben wird.

    Ein gewagtes Versprechen. Im Norden des nach dem WKII wiederaufgebauten Breslauer Marktplatzes gibt es u.a. die Kneipe PRL (Abkürzung für Polska Republika Ludowa, Volksrepublik Polen) mit nachgemachtem Sozialismus-Zeit-Folklore - etwas ähnliches habe ich in Berlin an der KMA gesehen (und darin Cafe getrunken). Näher am Rathaus gibt es ein originelles veganisches Bistro usw., usw. Sicher, McDonalds und Pizza Hut gibt es ebenso - wie in jeder Stadt des Planeten - aber das sind nur zwei der sehr vielen Angebote. Ich finde auch nicht schlecht, dass es sie gibt, meine Frau und ich frequentieren sie in etlichen Städten - man weiß gleich, was einen erwartet.
    Außer Gastronomie gibt es nur noch eine Buchhandlung der polnischen EMpiK-Kette und sonst Einzelläden, sogar eine (inzwischen traditionsreiche, mit nachgemachter noch älterer Ausstattung) Apotheke - für Bekleidungsketten usw. sind die Lokale am Marktplatz zu klein.

    Um den Frankfurter Römer habe ich bisher gar keine Kette ausgemacht.

    Einmal editiert, zuletzt von Bau-Lcfr (10. August 2015 um 13:06)

  • Sorry, diese apodiktische "Versprechung" ist auch einfach Käse. Städte sind das gebaute Habitat menschlicher Stadtgesellschaften. Dabei entwickeln diese ganz automatisch vergleichbare Nutzungen vergleichbarer Habitate (genau darum gibt es ja auch nur diesen universellen "Altstadt-Flair", den man auch Ortsfremden nicht erklären muss, den Besucher von Städten mit Altstadt sozusagen schon kennen und gerade deswegen gezielt aufsuchen). Nach einer gewissen "Einlaufphase" eben.

    Bei deinem "Versprechen" mag der "Wunsch Vater des Gedanken" sein, weil du eben versuchst kritische Distanz zu bewahren und dich nicht von simpler Begeisterung für das Gemütliche und Ansehnliche hinreißen zu lassen. Verlasse die Warte des kritischen Mahners doch auch einmal und lass dich von Visus der Reko-Förderer inspirieren und stelle dir vor, wie es einmal sein kann.

    Und wenn ich schon als Passant die, hier als unausweichlich dargestellten, Filialisten ertragen muss, dann doch zumindest in einer möglichst netten Umgebung mit einem gemütlichen Ambiente. Ist das so abwegig?

  • Letztlich fällt mir bei der aktuellen Diskussion um Rekonstruktionen immer wieder eine Parallele auf und das ist jene zu autoritären Regimen, wie man sie selbst heute immer noch auf der Welt findet und zwar jene Regime, die auf das Ende ihrer Regentschaft zusteuern.

    Die aktuelle architektonische Entwicklung ist nichts anderes. Die Moderne hat beinahe hundert Jahre regiert und an allen Ecken bekommt die Strömung nun Risse, einfach weil der Zenit überschritten ist, die Ideologie fahl geworden ist und sie sich durch ständige Wiederholung selbst verzichtbar gemacht hat.

    Statt sich dem Neuen zu öffnen und zu versuchen, aufkommende Veränderungen produktiv aufzugreifen, reagiert man aber immer gleich, man verteufelt das Neue und versucht mit aller Kraft, am Alten festzuhalten. Diese Entwicklung ist dabei keine Reaktion der Stärke, sondern der eigenen Schwäche.

    Objektiv betrachtet könnten die Vertreter der modernen Architektur sich doch entspannt zurücklehnen, in der Summe sind deutschlandweit vermutlich in den letzten 20 Jahren nicht mal 100 Gebäude rekonstruiert worden, aber statt diese Entwicklung produktiv einzubinden und sie als eine mögliche, auf wenige Areale beschränkte Singularität zu akzeptieren, denn Rekos bieten sich nur an sehr sehr wenigen Arealen in Deutschland überhaupt an, setzt man alles daran, selbst diese winzigen pluralistischen Strömungen zu unterdrücken, zu torpedieren oder zu unterbinden.

    Ich verstehe nicht, warum man so unsouverän mit dem gesamten Thema umgeht. Ein Blick in die Politik zeigt nämlich, wie diese Konflikte in der Regel enden. Meist schafft sich das herrschende Regime nämlich schlussendlich selber ab.

    Warum ein Nebeneinander verschiedener Strömungen nicht möglich ist, dass will mir sowohl gesellschaftlich wie architektonisch nicht einleuchten. Hätte man den Rekobefürwortern z.B. in Dresden den Neumarkt und vielleicht den Neustädter Markt, in Potsdam den Alten Markt und den Bereich der östlichen Breiten Straße bis zur Garnisonkirche einfach gelassen, niemand würde sich über 99% der anderen modernen Bauten aufregen, aber man verbeißt sich wie ein wankender Riese in diese paar Häuschen, als ginge die eigene Welt davon unter. Ich bin der Meinung, dass man mit dieser Art des Umgangs den eigenen Untergang nicht verhindert, sondern letztlich erst selber dafür sorgt.

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    Bei deinem "Versprechen" mag der "Wunsch Vater des Gedanken" sein, weil du eben versuchst kritische Distanz zu bewahren und dich nicht von simpler Begeisterung für das Gemütliche und Ansehnliche hinreißen zu lassen.

    Warten wir es ab. Der Kritiker freut sich bekanntlich, wenn er widerlegt wird, aber ich sehe da zumindest dunkelgrau – zumal, wenn überhaupt niemand dieses Problem ernstnimmt und alle von Anfang an bereit sind, die Nutzung der Häuser allein "dem Markt" zu überlassen. Selbst McDoof scheint hier ja als akzeptabel durchzugehen, solange es seinen Fraß nur hinter einer rekonstruierten oder neo-historistischen Fassade verkauft.

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    Verlasse die Warte des kritischen Mahners doch auch einmal und lass dich von Visus der Reko-Förderer inspirieren und stelle dir vor, wie es einmal sein kann.

    Das würde ich vielleicht tun, wenn die FH- und Mercure-Rettungsfraktion hier so dominant wäre, wie es die Rekofraktion tatsächlich ist. Aber solange sich ohnehin schon 80 Prozent der Autoren die ganze Zeit über gegenseitig darin bestätigen, wie toll es sein wird, wenn alles wieder wir früher ausschaut – solange sehe ich keinen Sinn darin, 90 Prozent daraus zu machen.

    Übrigens bin ich für die Rekonstruktion des alten Grundrisses, nicht der Architektur. Ich wünsche mir dem alten Maßstab gerecht werdende, moderne Gebäude von guten Architekten – wie es etwa das neue Stadthaus für das historische Frankfurt darstellt. Wo das Frankfurter Stadthaus Bundesliga ist, sind die beiden bisher gebauten Styropor-Opfer am Otto-Braun-Platz Kreisklasse (mit Riemchen an der Uferpromenade!). Aber sowas ist zu erwarten, wenn die Planer nur die Rekos im Blick haben und den Rest als Füllmasse betrachten: Solange die neue Architektur die historistische Gemütlichkeit nicht stört, wird sich in Potsdam anscheinend nicht um sie gekümmert. Einem eigenen gestalterischen Anspruch hat sie nicht zu genügen.

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    Und wenn ich schon als Passant die, hier als unausweichlich dargestellten, Filialisten ertragen muss, dann doch zumindest in einer möglichst netten Umgebung mit einem gemütlichen Ambiente. Ist das so abwegig?

    Das ist – für mich zumindest – völlig abwegig, weil ich an dem Anspruch festhalte, dass Architektur auch in postmodernen Zeiten mehr sein muss als Kulisse. Menno, Pumpernickel, Form und Funktion sollten doch wenigstens irgendwas miteinander zu tun haben! Das kann doch nicht sein, dass man hier als "verquaster Intellektueller" betrachtet wird, nur weil man eine als Altstadt getarnte Freiluft-Shoppingmall nicht für das Ideal des zeitgenössischen Städtebaus hält. Aber klar, das ist, geht man nach Odysseus, natürlich bereits ein "totalitärer" Gedanke... :(

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    Sorry, diese apodiktische "Versprechung" ist auch einfach Käse. Städte sind das gebaute Habitat menschlicher Stadtgesellschaften. Dabei entwickeln diese ganz automatisch vergleichbare Nutzungen vergleichbarer Habitate [....] einer gewissen "Einlaufphase" eben.


    Richtig und was sagt das in Potsdam geschaffene "Potemkinsche Dorf" über seine es erschaffende Gesellschaft aus? Ein dubioses, wehmütiges Rekonstruieren von alter Vergangenheit, mehr noch eine Revision von junger Vergangenheit. Versteh mich nicht falsch ich kann es total nachvollziehen das die gescheiterten Grundsätze der Moderne eine "Lebensfremde" Umwelt erschaffen hatte die man überwinden sollte. Aber sie durch eine Pseudo-Rekonstruktionserie zu ersetzen in der dann eine noch künstlichere Belebtheit stattfindet halte ich für falsch. Sicherlich die Natürlichkeit der Belebung kommt mit der Zeit aber ihr Anfang, der den Uralten Fehler des Ad-Hoc macht, entspricht eben den schon zuvor gescheiterten [Architektur]Totaltarismen.
    Stadt braucht zeit, besagt ja auch schon die Dritte Regel des Stadtebaus. Eine Stadtstruktur ist träge![gekürzt]
    Das ist der primäre Grund warum es einem schwer fällt den "Reko-Befürwortern" entgegenzukommen. Sie wollen insgeheim einen alten nicht mehr vorhanden Gesellschaftsentwurf durch eine Stadtstruktur ausdrücken. Weil aber die Mittel fehlen diese Stadtstruktur zu erzeugen als auch die von ihr represäntierte Gesellschaft werden faule Kompromisse der Unbelebtheit und des Ad-hocismus eingegangen.

    Das andere sind dann die hier offerierten <Denkabstinenten>, abstrußen Theorien die das ganze untermauern sollen. Wenn ich das schon lese, wie Pumpernickel und co. von einem neuen Stil des 21.Jahrhunderts erzählen. So ein schwachsinn, diejenigen sollten sich endlich mal mit Architektur auseinandersetzen [wie schon oft gesagt].

    Den wenn man sich die Genealogie der Architektur anschaut, dann gibt es immer eine gesättigte Generation welche die Experimentierphase abschließt und eine Synthetische hervorbringt die dann wieder in eine Experimentierphase übergeht. Die Architektur des 19ten Jahrunderts wurde an seinem Ende zur frühen Moderne verschmolzen. Die "[klassische]Moderne(hauptsächliche Neue Sachlichkeit)" setzte kontra wurde aber durch die Zäsur des Ersten Weltkriegs und von Neuen Transporttechnologien radikalisiert. Der Zenit dieser war in den 70ern überschritten und wir bewegen uns wieder langsam auf eine Nivellierung zu. Denn dieser "Neue Stil des 21.Jahrhunderts" ist eine natürliche Entwicklung, die nichts radikales darstellt, es ist nicht neues, es ist ein Synthese. Scheut euch doch mal den aktuellen "Rationalismus/Expressionismus" an, er vermengt die totale Offenheit der Glasbox mit der Tektonik und notwendigen geschlossenheit des "Klassischen Gebäudes".
    Hört auf dieser Entwicklung zu so einen Ätherischen Firlefanz zu überhöhen.
    Denn dann macht ihr die üblichen fehler der Radikalen Überwindungthematik. Es entstehen dann wieder gegenpositionen und daraus wieder die unversöhnliche Bipolarität der "Argumente" statt ein sich auf wenige Regeln einigende Stilpluralität welche ein Lebenswertes und authentisches Habitat zum Ziel hat.

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    Richtig und was sagt das in Potsdam geschaffene "Potemkinsche Dorf" über seine es erschaffende Gesellschaft aus? Ein dubioses, wehmütiges Rekonstruieren von alter Vergangenheit, mehr noch eine Revision von junger Vergangenheit.

    Es sagt über die Gesellschaft aus, dass sie sich in jeder Stadt ein paar altstädtische Ecken wünscht, was man schlicht und einfach akzeptieren sollte. "Dubios" ist nichts daran - genausowenig wie bei vielen anderen menschlichen Bedürfnissen. Dass die jüngere Vergangenheit "revidiert" wäre, ist so absurd wie oft wiederholt - revidiert werden lediglich einige städtebaulichen Fehler der Nachkriegsdekaden, die genauso in Ost und West, in jedem Land Europas begangen wurden - und in den meisten auch korrigiert werden.

    8 Fassadenrekos von 69 Bauten, das ist sehr wenig - auf dem Frankfurter Dom-Römer-Areal sind es meiner Erinnerung nach 15 von 35. Kurz nach dem Krieg, in Polen, unter kommunistischer Herrschaft, gönnte man der Bevölkerung in mehreren Ensembles 100%.

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    ... Kurz nach dem Krieg, in Polen, unter kommunistischer Herrschaft, gönnte man der Bevölkerung in mehreren Ensembles 100%.

    Ich hatte schonmal versucht zu erklären warum dein immer wieder angeführtes Beispiel des Wiederaufbaus zerstörter ehemals deutscher Städte durch Polen kurz nach dem Krieg nicht mit dem Rekonstruieren heutzutage in Potsdam, Berlin, Frankfurt oder sonstirgendwo, zu vergleichen ist.
    Das Rekonstruieren in den ehemals deutschen Gebieten wie Schlesien und Ostpreussen war nur dadurch zu erklären, dass es als ein Akt der Aneignung zu betrachten ist, der im Zuge der Westverschiebung Polens stattfinden musste. Dass die zerstörten ehemals deutschen Städte nun von den dort angesiedelten Polen wiedererrichtet wurden, bedeutet, dass die Städte und Gebäude nunmehr ganz und gar polnisch waren und nicht mehr deutsch. Das ist nur aus der Zeit heraus direkt nach dem Krieg und dem desaströsen deutsch-polnischen Beziehungen seinerzeit zu erklären. So wurde mir bei einer Führung durch die größte deutschordensritterburg der Marienburg, die bei Kriegsende auch mehr zerstört denn unversehrt war, auch heute noch nachdem sie von Polen wiederaufgebaut wurde, eher der Eindruck vermittelt, als sei dies niemals eine deutsche Burg gewesen. Gerade diese Rekonstruktion und seien sie noch so gelungen eignen sich nicht als stichhaltiges Argument für wiederzugewinnende Attraktivität und Lebensfreude in deutschen Innenstädten. Und es hat überhaupt nichts damit zu tun, dass die damaligen polnischen Regierenden ihrer Bevölkerung etwas „gönnen“ wollten, wie du es nennst.

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    Das Rekonstruieren in den ehemals deutschen Gebieten wie Schlesien und Ostpreussen war nur dadurch zu erklären, dass es als ein Akt der Aneignung zu betrachten ist, der im Zuge der Westverschiebung Polens stattfinden musste. Dadurch, dass die zerstörten ehemals deutschen Städte nun von den dort angesiedelten Polen wiedererrichtet wurden, bedeutet, dass die Städte und Gebäude nunmehr ganz und gar polnisch waren und nicht mehr deutsch.

    Da gibt es gleich mehrere logische Lücken bzw. Fehler:

    # Ginge es nur um "Aneignung", bräuchte man die Bauten nicht detailgetreu wiederaufzubauen - zeitgenössische Bauten täten es auch. Es wurden sogar große Ensembles im Stil des Sozrealismus (wie älterer KMA-Teil) errichtet, an einigen Standorten, doch den Breslauer Markt und den benachbarten Salzmarkt, die Danziger Altstadt usw. wollte man stillvoll haben. Dies ging so weit, dass man keinesfalls den Stand kurz vor dem Krieg wiederherstellte, mit Gründerzeitlern an einigen Stellen, sondern aus früheren Jahrhunderten - wo die Fassaden aus dieser Zeit nicht überliefert waren, wurde nach dem kunsthistorischen Wissen über die Epoche neu entworfen.

    # Wiederhergestellt wurden auch die Altstädte in Warschau und Posen - Warschau gehörte zwar Ende des 18. Jh. für ganz wenige Jahre zu Preußen, doch niemand käme je auf die Idee, es wäre eine deutsche Stadt, die man sich aneignen müsste.

    # In den letzten Jahren, in den man definitiv niemandem mehr etwas beweisen muss, wurde das letzte fehlende Giebelhaus am Breslauer Markt wiederhergestellt (in der nordöstlichen Ecke, Unter dem Goldenen Hund); den Stadtpranger hat man in den 1980ern aufgestellt (ebenfalls reichlich lange nach dem Krieg). Das Schloss wurde erst kürzlich aufwändig renoviert - hin und wieder wird über die mögliche Rekonstruktion des weitgehend zerstörten klassizistischen Anbau-Flügels diskutiert. Ein Bauwerk, welches sich zum Aneignen nicht eignet - vom Graf Schaffgotsch gebaut, vom preußischen König gekauft - es wird nicht verheimlicht, dass es preußische königliche Residenz war, sondern damit geradezu geprahlt und geworben.

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    Und es hat überhaupt nichts damit zu tun, dass die damaligen polnischen Regierenden ihrer Bevölkerung etwas „gönnen“ wollten, wie du es nennst.

    Doch, etwa beim Stadtpranger definitiv - in den 1980er Jahren waren die Machthaber ziemlich unpopulär geworden (Kriegsrecht wenige Jahre zuvor usw.) - und so wollte man ohne politische Zugeständnisse und viel Kosten etwas tun, was der Bevölkerung gefällt. Ähnliche Motive gab es übrigens nachweislich beim Warschauer Königsschloss - es gab 1970 die Aufstände in Küstenstädten, nach den Gomulka von Gierek abgelöst wurde, dieser wollte sich ein wenig bei der Bevölkerung einschmeicheln und gab 1971 das Signal zum Wiederaufbau.

    Ein bitterer Gedanke - käme Potsdam nach dem WKII nach Polen, wäre die wiederaufgebaute Altstadt längst da - viel detailgetreuer als derzeit geplant.

    3 Mal editiert, zuletzt von Bau-Lcfr (11. August 2015 um 10:18)

  • Bau-Lcfr

    Du hast es nicht verstanden.
    Direkt nach dem Krieg. Die deutschen Städte in den ehemaligen Ostgebieten waren zerstört. (Ich bezog mich nur auf diese, bitte besser lesen), Die deutschen mussten die Gebiete verlassen. Die Bevölkerung die aus Ostpolen, das inzwischen sowjetisch besetzt war, vertrieben wurde, wurde dort angesiedelt. Es war ganz pragmatisch poltisch sofort mit dem Wiederaufbau zu beginnen, damit die Leute ein Dach überm Kopf hatten.Es war ausserdem ein großes Beschäftigungsprogramm, auch brauchte man keine teuren modernen Baustoffe wie Glas, Beton, Stahl. Also aus der reinen Not geboren, weswegen man auch zu Anfang auf jeglichen SchnickSchack verzichtete. Der kam dann erst Später in den 60er Jahren dazu. Insofern führte einfach ein Geopolitischer Umstand zu diesen Rekonstruktionen und nicht Bewegründe wie Rückgewinnung verlorener Altstädte durch ein Plus an Lebensqualität gepaart mit einer kräftigen Nostalgienote. Aus diesen Gründen erscheinen mir diese Rekonstruktionen und die Gründe die zu ihnen geführt haben nicht vergleichbar mit Rekonstruktionen hier in Potsdam, Berlin, Frankfurt..etc.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (11. August 2015 um 10:46)

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    Also aus der reinen Not geboren, weswegen man auch zu Anfang auf jeglichen SchnickSchack verzichtete. Der kam dann erst Später in den 60er Jahren dazu.

    Die echte Architekturgeschichte sieht genau umgekehrt aus - in den ersten Jahren nach dem Krieg wurde im Stil des Sozrealismus mit SchnickSchack gebaut (jetzt mal von den Rekonstruktionen abgesehen), in den 1960er Jahren begann man ähnliche simple Kästen hinzustellen wie im Westen und sonstwo. Da es historische Rekonstruktionen genauso in zerstörten zentralpolnischen Städten wie in den im Westen gab, ist es reichlich absurd, je nach der Region andere Motive zu erspekulieren (ich kenne übrigens die Verhältnisse dort etwas besser als nur aus einer Führung - meine Eltern kannten einige der Architekten, die den Wiederaufbau der Breslauer Altstadt umgesetzt haben, persönlich).

    Nun ja, wie schon mal geschrieben - es handelt sich um gekünstelte Gedankenkonstrukte, die selbst in Deutschland kaum jemand nachvollziehen kann und außerhalb Deutschland ohnehin nicht. (Ich habe schon mal versucht, solche Konstrukte den bekannten polnischen Bauingenieuren mit reichlich Architekturinteresse zu erläutern.) Dafür ist bekannt, dass die Altstädte in Deutschland für die Amerikaner und Asiaten der absolute Renner sind - Bauten der Moderne nicht, davon haben sie selbst genügend. Reichlich merkwürdig, sich in der globalen Welt konkurrierender Standorte um einen Trumph bringen zu wollen aus Gründen, die 99,99% der Weltbevölkerung nicht mal ansatzweise verstehen kann.

  • Das führt ja alles arg weit weg von Potsdam, ich erlaub mir dennoch einen Kommentar.


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    Die deutschen mussten die Gebiete verlassen. Die Bevölkerung die aus Ostpolen, das inzwischen sowjetisch besetzt war, vertrieben wurde, wurde dort angesiedelt.

    Aus dem überwiegend nicht-polnischsprachigen Ostpolen wurden nach und nach "nur" etwa 2 Millionen Polen in den ehemaligen Deutschen Osten vertrieben bzw. im Falle der Ukrainer deportiert. Das hätte also bei weitem nicht ausgereicht. Die meisten Siedler kamen aus Zentralpolen.

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    Insofern führte einfach ein Geopolitischer Umstand zu diesen Rekonstruktionen und nicht Bewegründe wie Rückgewinnung verlorener Altstädte durch ein Plus an Lebensqualität gepaart mit einer kräftigen Nostalgienote. Aus diesen Gründen erscheinen mir diese Rekonstruktionen und die Gründe die zu ihnen geführt haben nicht vergleichbar mit Rekonstruktionen hier in Potsdam, Berlin, Frankfurt..etc.

    Unterschätze die Polen nicht. Hinter den Wiederaufbauprogrammen stand natürlich eine klare politische Botschaft und nicht nur ökonomischer Zwang. Grundsätzlich hatte man mit dem Wiederaufbau der alten deutschen Städte keine ideologischen Konflikte, denn sie waren in der offiziellen Verlautbarung ja ohnehin "urpolnisch". Deshalb entschied man sich auch wenn irgendwie möglich für Rekonstruktionen, die den Bauzustand bis etwa Mitte des 18. Jahrhunderts widerspiegelten. Reichsdeutsche Zutaten wurden nicht wiederhergestellt bzw. bewusst entfernt. In Posen baute man bspw. nicht das Neue Rathaus (wo Himmler seine berüchtigten Reden hielt) wieder auf, sondern die dort zuvor stehende Stadtwaage. Bisweilen mussten halbwegs erhaltene Gründerzeitquartiere als Baumaterial für Altstadtrekonstruktionen herhalten. Daher sind viele früher weitaus schmuckvollere Gebäude in Breslau oder Danzig heute eher recht spartanisch gehalten und sollen den Zustand zur "polnischen Zeit" darstellen.

  • ^ Sicherlich wurden besonders germanisch wirkende Details kurz nach dem Krieg weggelassen, doch es ist keine Erklärung, wieso überhaupt rekonstruiert wurde. Ich halte es außerdem für unredlich, nur die Rekonstruktionen bestimmter Regionen sehen zu wollen (aber etwa Warschau nicht mehr) und aus dieser willkürlichen Sichteingrenzung beliebige Theorien zu ersinnen.

    So kann z.B. die Aneignung-Theorie überhaupt nicht erklären, wieso Honecker Teile des Berliner Nikolaiviertels wiederherstellen ließ.

    Zu den vielen Gründen dürfte gehören, dass die Aparatschik's durchaus einen bürgerlichen Stil gelebt haben und nicht weniger Gefallen an den Altstadtensembles gefunden haben als die meiste Bevölkerung. (Es ist keine Theorie, einer meiner Großväter war in der kommunistischen Partei, was ihm einige Posten brachte - meine Eltern kannten noch einige weitere Parteimitglieder, die eher dem Opportunismus als der Ideologie folgten.) Was heute öfters als ideologische Altstädte-Hineininterpretation gezeigt wird, hat wenig mit dem verbreiteten Denken der einstigen kommunistischen Kader gemein, zumindest nicht außerhalb von Deutschland.

    So oder so - während gegen die schmucke Potsdamer Altstadt gewagte Gedankenkonstrukte bemüht werden, für diese spricht die universell verständliche Standortqualität. Gab es eigentlich keine Interessenten für mehr als die 8 Reko-Fassaden? Was würde passieren, würde ein Investor eine nicht eingeplante Fassade wiederaufbauen wollen?

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    ...Gab es eigentlich keine Interessenten für mehr als die 8 Reko-Fassaden? Was würde passieren, würde ein Investor eine nicht eingeplante Fassade wiederaufbauen wollen?

    Die Grundstücke sind noch nicht einmal vergeben. Einige nicht verkaufte Bereiche aus dem ersten Ausschreibungsverfahren werden gerade nochmals auf der real expo in München angeboten. (Was nicht heißt, das es dafür nicht Bieter im ersten Durchgang gab.)

    Diese Festlegung auf diese wenigen Fassaden wurden durch die zuständigen Personen in der Stadtverwaltung Potsdam getroffen. Mit der Begründung, das Eckgebäude einen größeren visuellen Einflussbereich haben, als Gebäude in Hauserfluchten, fielen diese sämtlichst aus den zu rekonstruierenden Leitfassaden heraus.

    Weiterhin wurde die ehemalige Hohewegstraße auf die Maße der heutigen Friedrich-Ebert-Straße verbreitert und fest gelegt. Damit sind die Parzellen dort nicht mehr in den ursprünglichen Positionen und alle Parzellen Am Kanal, in der Schwertfegerstraße und am Alten Markt müssen entsprechend angepasst, d.h. geändert werden.

    Das wiederum wurde als Begründung heran gezogen, dass die Acht-Ecken-Kreuzung im nun entstehenden Ellipsoid nicht Fassaden-original erstellt werden soll. Es verhindert weiterhin das Eckgebäude am Kanal / Hohewegstr., die Parzelle des Probenhauses steckt bereits heute zu einem erheblichen Teil unter der general-sanierten Bibliothek und ist damit auch nicht wieder herstellbar. Gerade noch die Kommandantur Ecke Alter Markt / Friedrich-Ebert-Str. soll trotzdem als Fassade wieder kommen. Was wiederum bedeutet, dass diese entweder kürzer als Original ausgeführt wird, oder alle oder einige Parzellen zwischen den beiden Leitfassaden-Eckhäusern zwischen Alter Markt und Friederich-Ebert-Str. geändert werden. Vielleicht wird die Reihe dann dort auch nur einfach zusammen gefasst, oder es entfallen einfach Flurstücke? In jedem Fall stimmt dann das Verhältnis der Proportionen der Gebäude am Alten Markt bis zur Friedrich-Ebert-Str. nicht mehr.

    Aber O-Ton des Baubeigeordneten bei der Vorstellung des Ganzen vor ca. 5 Jahren:"wenn sich ein Bauherr findet, der weitere originale Fassaden errichten möchte, kann der das gerne tun." Nur wird es dafür kaum Parzellen geben, da diese neu angeordnet sind, andere Maße besitzen, nun über Flurstücksgrenzen hinweg gehen oder sich heute im öffentlichen Straßenraum befinden. Wenn unter diesen Voraussetzungen auch nur eine weitere Rekonstruktion kommt, würde mich das sehr überraschen.

    Aber all das schlucken wir Potsdamer, um wenigstens eine Wiederannäherung an den historischen Stadtgrundriss, trotz dieser wenigen Fassaden, zu erreichen. Was am Ende wirklich passiert, steht noch auf einem ganz anderen Blatt (hier denke ich noch nicht mal an unsere stadtbekannten Gegner...). Schließlich ist in dieser Woche der Baustart an Stelle der Alten Post. Was da kommt, ist jedoch ein Potsdam-untypischer Sandstein-Zeitgeist, und nicht der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Und schon gar nicht die Alte Post.

    Grüße
    Luftpost

    3 Mal editiert, zuletzt von Luftpost (11. August 2015 um 15:10)

  • Warum man jetzt die polnischen Beispiele nicht als Vergleich heranziehen darf ist mit schleierhaft. Wahrscheinlich meint ihr gleichsetzen, nicht vergleichen. Letzteres muss man, allein um die Unterschiede herauszuarbeiten. Die Methode ist zudem in der Geschichtswissenschaft wissenschaftliches Prinzip - mein Studienfach hiess "vergleichende Geschichtswissenschaften".

    So liegt doch jeder Fall von Reko anders. Sei es der Tempel von Ise, der Campanile in Venedig, die Erlöserkathedrale in Moskau oder die polnischen Rekos. Immer spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Dass die Rekos direkt nach 1945 eine Ausnahme waren ist natürlich Unsinn. Mit dieser Argumentation will man sich nur die Realität zurechtbiegen, die eine stetige, fortgesetzte Geschichte von Rekonstruktionen ist. Alt-68er-Quatsch.

    Zu Potsdam:
    - Die Bibliothek steht nicht auf dem Grundstück des Probenhauses. Deshalb wäre hier eine Reko der Fassade möglich, jedoch mit neuer Westfassade (die es früher nicht gegeben hat). Zu dieser Wiederherstellung wird es im Herbst einen konkreten Vorschlag geben.
    - Die Parzellen der neuen Potsdamer Mitte, soweit es die Vorderhausbreiten betritt, werden historisch. Es werden nur durch die Hofschnitte verändert und durch die Ostverschiebung der Hohewegstraße Parzellen ganz gestrichen. Insofern wird es weitere Reko-Kaufinteressenten geben.