Potsdam: Wiederaufbau der Garnisonkirche (Bauthread)

  • Ich will auf die Argumente der Garnisonkirchenbefürworter eingehen.
    Erst einmal würde ich den Nutzern zustimmen, die argumentieren, dass man die Garnisonkirche nicht auf einen Tag reduzieren sollte. Das sehe ich genauso. Allerdings bin ich der Meinung, dass die übrige Geschichte der Garnisonkirche auch nicht gerade positiv ist. Die Garnisonkirche diente von Anfang an vor allem einem Zweck: Der Verherrlichung des Krieges. Hier wurde der "Heldentod fürs Vaterland" als erstrebenswertes Ziel verklärt, hier wurden Waffen gesegnet, von hier aus wurden Regimenter in den Krieg geschickt. Hier wurden erbeutete Trophäen feindlicher Armeen ausgestellt und Siegesfeiern abgehalten. Deshalb war die Garnisonkirche eine Kultstätte des rechtskonservativen Militarismus.

    Daher war es auch kein "historischer Zufall", dass die Garnisonkirche den Rahmen für den "Tag von Potsdam" abgab. Sie wurde ganz bewusst gewählt, weil nur hier der Schulterschluss zwischen den rechtskonservativen Schichten, die im Offizierskorps stark vertreten waren und die die Nazis für ihre Kriegspläne brauchten, und den Nazis inszeniert werden konnte. Der "Tag von Potsdam" war daher kein "Ausrutscher", sondern er war nur der Höhepunkt einer durch und durch negativen Geschichte.

    Vor dem Hintergrund dieser Geschichte finde ich es schon seltsam, wenn sich Bürger für den Wiederaufbau ausgerechnet dieser Kirche engagieren. Einige behaupten zwar, dass sie vor allem von der Liebe zu schönen alten Gebäuden geleitet würden. Nur stelle ich mir dann die Frage, warum sie sich nicht für die Sanierung der vielen verkommenen und einsturzbedrohten Baudenkmäler in Potsdam engagieren, wie den Marstall im Park von Babelsberg, das Machinenhaus in Babelsberg, die Villa Liegnitz, die Römischen Bäder, die Meierei im Park von Sanssouci, die Friedenskirche, und und und. Angesichts dieses Missverhältnisses habe ich schon den Eindruck, dass es der Wiederaufbau ein revisionistisches Projekt ist, das den alten Ungeist nach Potsdam zurückbringen soll.

    Dieser Eindruck verstärkt sich noch, wenn ich den "Ruf aus Potsdam" lese.

    http://garnisonkirche-potsdam.org/wp-content/upl…fauspotsdam.pdf

    Dieser Text offenbart doch ein sehr seltsames Geschichtsverständnis. Erstens fällt auf, dass die militaristische Geschichte der Kirche systematisch ausgeblendet wird. Stattdessen wird die Geschichte des Gebäudes zu einer positiven Geschichte umgedeutet, die lediglich vom "Tag von Potsdam" beschmutzt worden wäre. Eine Auseinandersetzung mit dem Militarismus und seinen Folgen fehlt völlig.

    Im Gegensatz dazu fällt die Auseinandersetzung mit dem Bombenangriff vom 14. April 1945 und dem Kirchenabriss 1968 umso schärfer aus. Hier werden schärfste Formulierungen gewählt, sogar von einer "Hinrichtung" der Kirche ist die Rede. Nun kann vom Abriss der Kirche halten was man will, und man kann ihn sicher auch als einen Fehler betrachten. Bedenklich wird es aber dann, wenn ein vielleicht bedauerlicher Abriss eines Gebäudes schärfer verurteilt wird als eine militaristische Tradition, die millionenfaches Sterben mit sich gebracht hat, die einen großen Anteil nicht nur am Zweiten Weltkrieg, sondern auch am Ersten Weltkrieg hatte.

    Auch in dem weiteren Text setzt sich diese Tendenz fort. Zwar wird ganz allgemein "Krieg und Gewalt" abgelehnt, als sehr viel schlimmer wird aber die "ideologisch motivierte Zerstörung Potsdams" gebrandmarkt. Letztendlich erscheint die Garnisonkirche als unschuldiges Opfer, das völlig sinnlos zerstört wurde. Die Tatsache, dass diese Zerstörung mit einem Krieg zusammenhing, der auch von der Garnisonkirche seinen Ausgang genommen hat, wird völlig ignoriert, die Ursache und Wirkung wird vertauscht.

    Ich denke daher, dass der "Ruf aus Potsdam" ein Dokument der Geschichtsklitterung darstellt. Vor diesem Hintergrund kann ich nicht erkennen, dass der Wiederaufbau der Garnisonkirche zur Versöhnung und zur Wiedergutmachung gegenüber den Opfern der NS-Terrorherrschaft beitragen könnte.

  • Boah ey echt harter Tobak, Klarenbach. Die Garnisonskirche war Begräbnisstätte und Hofstaatkirche preussischer Monarchen wie der Berliner Dom auch. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass sich die preussische Geschichte eng mit dieser Kirche in Beziehung setzen lässt bzw. im engen Kontext steht. Deine Generalabrechnung mit den Preussischen Tugenden, die in einer "Kultstätte rechtskonservativen Militarismus" gipfelt, ist übersetzt eine linkskonservative, volksverführende (weil bewußt einseitige) Inszenierung der preussischen Geschichte als Kriegsmaschineriekultur, die ihre "Kultstätte" in der Garnisonskirche gehabt haben soll. Was ist das für ein Unsinn. Man kann ja von dem preussischen Militarismus und von Monarchie, Königen und Kaisern halten was man will, aber solange in Kreuzberg Hauptverkehrsadern nach Schlachtfeldern des Deutsch-Deutschen Krieges benannt sind (und kein Stadtteilgenosse/Stadtteilalternativer/Stadtteillinker auf die Idee kommt, Gitschiner und Skalitzer mal umzubenennen) sollte man die besagte Kirche doch bitte im Dorf lassen. Oder wir sprengen alles preussische weg und bauen Platten. Das hatten wir ja schon mal... Mit dem Ergebnis, dass nicht nur die Garnisons, sondern u.a. auch Luisenstädtische, Petri, Georgen nebst Schloss von der real existierenden weggeballert wurden.

    Und deine Darstellung des "Tags von Potsdam" ist eine verfälschende Verortung des "Schulterschlusses zwischen Offizierkorp und Nazis". Dazu darf ich Wikipedia zitieren: "Das Foto dieses Handschlags, das eine Verabschiedungsszene zeigt, wurde als Symbol der Versöhnung des national-konservativen, evangelischen Preußen mit der Partei der neuen nationalsozialistischen Regierung umgedeutet. Tatsächlich erreichte es seine Wirkmächtigkeit nicht im Dritten Reich, sondern erst darauffolgend wurde es als Beweis für die Verführungskraft des NS-Regimes angeführt."
    Quelle: Wikipedia, creative common, gemenfrei.

    Und spätestens an dieser Stelle...

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    Die Tatsache, dass diese Zerstörung mit einem Krieg zusammenhing, der auch von der Garnisonkirche seinen Ausgang genommen hat, wird völlig ignoriert, die Ursache und Wirkung wird vertauscht

    ... wird klar, dass dein ganzer Post ideologisch motiviert ist, denn Du argumentierst, dass das endgültige Wegsprengen der Garnisons mit dem Krieg zusammenhing. Die Bonzen, die die Sprengung entschieden haben, mögen entsprechend gedacht haben.

    Einmal editiert, zuletzt von libero (2. Juli 2014 um 13:54)

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    Bedenklich wird es aber dann, wenn ein vielleicht bedauerlicher Abriss eines Gebäudes schärfer verurteilt wird als eine militaristische Tradition, die millionenfaches Sterben mit sich gebracht hat, die einen großen Anteil nicht nur am Zweiten Weltkrieg, sondern auch am Ersten Weltkrieg hatte.

    Also ich weiß nicht, dafür dass du allenthalben die Hinterlassenschaften der DDR-Politik glorifizierst, trägst du jetzt aber doch ziemlich dick auf... Immerhin fand der von dir hier so geschmähte preußische Militarismus dort willfährige Erben und begeisterte Nachahmer - von NVA Bespaßung im Kindergarten, Wehrkundeunterricht, GST Lagern, Betriebskampfgruppen, alljährlichen Militärparaden bis hin zum Stechschritt vor der Neuen Wache. Und du stellst dich hier allen Ernstes hin und erzählst, die Kirche vom dicken Soldatenkönig hat millionenfaches Sterben verursacht? Das ist vollkommen lächerlich und hat eigentlich auch in diesem Forum nichts verloren.

  • Klarenbach: Wenn man weiß als was das Dritte Reich verstanden werden wollte, war es natürlich kein Zufall, dass gerade dieses prestige- und geschichtsträchtige Bauwerk bewusst ausgewählt und instrumentalisiert wurde. Es ist aber nur auf den ersten Blick plausibel, daraus automatisch zu schließen, dass eine solche Vereinnahmung daher nur folgerichtig gewesen sei. Man sollte zunächst mal kurz bewusst darüber nachdenken was nicht alles schon unter welchen Begründungen von wem instrumentalisiert wurde. Gerade im Dritten Reich wurde fast alles vor den Karren gespannt was halbwegs guten Rang oder Klang hatte (selbst das bis heute mit am stärksten besetzte Hakenkreuz war bekanntlich keinesfalls eine Neuschöpfung der Nazis und hat mE auch nie von sich aus zu so einer Vereinnahmung eingeladen). Da hat sich aber auch die DDR selbst nicht rühmlich ausgenommen. Und selbst eine heutige Angela Merkel die sich grinsend neben die Nationalmannschaft stellt und fotografieren lässt, tut mE letztlich in abgeschwächter Form nichts anderes als diese für ihre Agenda einzuspannen...

    Die Frage ist also mE nicht alleine ob es ursprünglich oder zeitweise eine fragwürdige Symbolik bzw. Vereinnahmung gab (denn sonst müsste man ziemlich viele bedeutsame Bauwerke abreißen), sondern wie sich das heute darstellt: Wie naheliegend ist es wirklich, dass heutige Befürworter der Kirchenrestaurierung nur den Geist des alten Preußens zurückwollen, wenn sie doch ganz offensichtlich für eine ganz andere Deutung des Bauwerks eintreten (ihnen hintenherum andere Motive zu unterstellen und das als die einzig plausible Deutung zu verkaufen ist mE abenteuerlich zumal wenn die Ausführungen im antiwestlichen Propagandaduktus des kalten Krieges daherkommen). Während sich etwa mancher bayerische Politiker an der Berliner Siegessäule als einem Symbol preußischen Militarismus stört und einen Abriss in den Raum stellt, hat diese für einen entscheidenden Teil der Bevölkerung diese ursprünglich primäre Bedeutung längst verloren. Es gibt nicht regelmäßig Pilgermärsche kriegsverherrlichender Nationalisten dorthin, sondern ganz im Gegenteil wird dort heute profan gefeiert oder beispielsweise wie aktuell Fußball geschaut oder aber es finden gerade Proteste gegen alle möglichen Formen der Unterdrückung statt. Ähnlich ist es mit dem Reichstagsgebäude, der Museumsinsel, dem Brandenburger Tor, der Gedächtniskirche usw. (bei letzterer wusste ich als Kind gar nicht, dass sie mal an einen Kaiser erinnern sollte, ich dachte sie hätte erst nach dem Krieg diesen Titel erhalten). Natürlich mag es einzelne Gruppen geben die gerne fragwürdige Assoziationen (wiederer)wecken wollen, aber meist haben sie damit kaum eine Chance.

    Wenn auf solche Weise eine Deutungsschlacht gewonnen wird, ist das für mich viel eher ein Sieg als wenn eine vermeintlich ideologisch überlegene DDR die gleiche brutale Art der Stadtumgestaltung betreibt wie die von ihr verurteilten Regime davor. Noch paradoxer ist es für mich dann aber, wenn heute ausgerechnet die architektonisch (nicht durchweg aber doch sehr oft) banalen Früchte dieser DDR-Geltungssucht unter Bestandsschutz gestellt werden soll, nicht aber architektonisch teils herausragende Bauwerke der für uns viel weiter zurückliegenden preußischen Zeit. Ist bei der zeitlich viel geringeren Distanz nicht mindestens ebenso die Gefahr gegeben, dass sich Leute aus rein ideologischen Gründen an mehr oder weniger bedeutsamen DDR-Bauten festklammern wie es ja u.a. Dir immer wieder gerne vorgeworfen wird, wenn Du für bestimmte Gebäudetypen eintrittst an denen keiner oder kaum einer sonst etwas finden kann.

    Edit: Libero und tel33 waren schneller - hab nebenbei was anderes gemacht ;) - aber im Grunde schließe ich mich ihren Ausführungen an. Im Fazit wollte ich nur sagen: Man sollte versuchen diese ganze Überpolitisierung zu vermeiden. So starke negative Bedeutung haben viele Dinge für die meisten Menschen heute gar nicht mehr. Klarenbach will ja umgekehrt auch nicht, dass moderne Bauten wie eben Plattenbauten oder die in einem anderen Thread diskutierten Rathauspassagen aus ideologischen Gründen abgelehnt werden (so dies denn überhaupt der/ ein Grund der Ablehnung ist).

  • Wie wohltuend zu wissen, dass Klarenbach auch völlig unsachliche, demagogische Beträge schreiben kann bei dem es ihm zudem gelingt die bekannten Agumente völlig auszublenden. Die preußische Geschichte an diesem Ort auf "rechtskonservativen" "Militarismus" zu reduzieren ist angesichts sonstiger Beiträge wirklich unter Niveau.

    1. Den Befürwortern des Wiederaufbaus geht es zuvörderst um die städtebauliche Wirkung der Kirche, nicht um das wie auf immer geartete Gedächtnis an Militärgeschichte. Der Drei-Türme-Blick ist für Potsdam nachgerade konstitutiv.

    2. Die architektonische Qualität der Kirche des Architekten Gerlach ist unbestritten und angesichts der Sprengung der Heilig-Geist-Kirche, die nach dem Bau des Altenwohnstiftes an gleicher Stelle nicht wiederkommen kann, besondern schmerzlich.

    3. Dass die Hof- und Garnisionkirche eine "durch und durch negative Geschichte" hat ist reine SED-Propaganda der Stechschrittpazifisten von der "Linken", die abends die Schlagkraftigkeit der NVA preisen und morgens über Auslandseinsätze der Bundeswehr moralisieren. Es wäre wünschenswert Geschichte wieder halbwegs seriös aus dem Zeitkontext heraus zu beurteilen und nicht ex post, sonst ist Alexander der Große noch einer der ersten Faschisten in der Geschichte.

    4. Dass die Garnisionkirche nur ein zufälliges Ausweichquartier für den "Tag von Potsdam" war, ist wissenschaftlich belegt. Aber selbst wenn es sich nicht so zugetragen hätte gibt es keinen Grund die Geschichte einer Kirche auf einen Tag zu reduzieren und durch die Sanktionierung der ideologisch bedingten Sprengung nach dem Motto "aus dem Blick - aus dem Sinn" beiseite zu schieben.

    5. Die Grablege der Preussenkönige aus der Argumentation völllig auszublenden, ist auch eine Kunst. Im offenbar pazifistischen Sinne sind die aber wahrscheinlich auch "rechtskonservative Militaristen". Wahrscheinlich schlägt Klarenbach demnächst die Sprengung des Invalidendoms in Paris vor.

    6. Die kirchengeschichtliche Bedeutung der Kirche als Ort des aufgeklärten Protestantismus ist im übrigen auch nicht zu unterschätzen.

  • So richtig überzeugen mich die Argumente noch nicht.
    Zunächst finde ich es ja gut, dass die Verfasser des "Rufes aus Potsdam" ein "Zentrum für Frieden und Versöhnung" schaffen wollen. Mit dieser Zielstellung kann ich mich durchaus anfreunden. Ich habe aber große Zweifel, dass die Garnisonkirche der geeignete Ort für solch ein Zentrum ist. Da gibt es zunächst das einfache Argument, dass der Ort eine Kirche ist, in der laut dem "Ruf aus Potsdam" zudem der "befreiende Ruf des Evangeliums (...) von hier wieder erschallen" soll. Ich habe Zweifel, dass solch ein klar religiös geprägter Bau wirklich als Versöhnungszentrum für die vielen Angehörigen anderer Religionen oder Atheisten dienen kann. Auf diesen Tatbestand hat ja auch die Jüdische Gemeinde Potsdams hingewiesen.

    Dazu kommt dann die historische Kontamination des Gebäudes. Martin Sabrow charakterisiert die Kirche als eine "Walhalla des preußisch-deutschen Aufstiegs zur europäischen Großmacht", als einen "Gedenkort preußischer Machtstaatlichkeit". Eine weitere Steigerung hätte dieser Mythos nach dem Ende der Monarchie erfahren, als die Kirche als Identifikationsort der antidemokratischen, rechtskonservativen Kräfte diente und "mit Fahnen und Standarten des Kaiserlichen Heeres bestückt wurde."

    http://garnisonkirche-potsdam.org/wp-content/upl…-Juni-2011-.pdf

    Es stellt sich also die Frage, ob solch ein Ort, der dermaßen historisch kontaminiert ist, wirklich der geeignete Ort für ein "Zentrum für Frieden und Versöhnung" ist. Ich habe da große Zweifel, und ich denke, dass man dieses Ziel viel besser durch einen Neubau realisieren könnte. Weiterhin denke ich, dass der Verzicht auf einen Wiederaufbau ein Zeichen dafür wäre, dass das neue Deutschland dem militaristischen Ungeist der Vergangenheit abgeschworen hat.

    Ansonsten fände ich es gut, wenn wir auf persönliche Unterstellungen und Beleidigungen verzichten würden. Ich beleidige auch keine Nutzer, und ich bitte die Vertreter anderer Meinungen, es bei mir genauso zu halten.

  • Auf die o.g. Argumente geht Du aber nicht ein. Schade. Sonst ja nicht deine Art.

    Zu dem einen Argument, zu dem Du Stellung nimmst: Ist denn der richtige Umgang mit "historischer Kontamination" der Abbruch und das Vergessen? So wie man sich in Berlin der berüchtigten Adresse "Prinz-Albrecht-Straße" einfach durch Umbenennung entledigt hat? Geschichtsaufarbeitung funktioniert aber anders.

    Wie wäre es dann mit dem Abbruch folgendes, "historisch kontaminierten" Ortes:

    (C) akg-images

  • Klarenbach,
    deine Zitate von Martin Sabrow beschreiben aber nicht die Potsdamer Garnisonskirche im speziellen, sondern diese Zitate treffen, mit jeweils lokal spezifischer Glorifizierungen, auf alle Garnisonskirchen in Deutschland und der ganzen Welt zu. Ist also nichts Ungewöhnliches und aus meiner Sicht auch nichts Verwerfliches.

    Sabrow schreibt dort auch:
    "Wohl aber lässt sich voraussagen, dass das Projekt zum Wiederaufbau der Kirche nur dann seine Realisierungschance wird nutzen können, wenn es die feine Trennlinie zwischen Mythos und Erinnerungsort nicht überschreitet und immer wieder deutlich macht, dass es darum geht, das Zeugnis der Vergangenheit zu restaurieren, nicht aber die Vergangenheit selbst."

    Genau dies ist der Grund weshalb die Kirche als Symbol für Frieden und Versöhnung wiederaufgebaut werden soll. Weil man die Schönheit dieser Architektur wiederhaben möchte ohne den Geist längst vergangener Zeiten.

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    Ich habe Zweifel, dass solch ein klar religiös geprägter Bau wirklich als Versöhnungszentrum für die vielen Angehörigen anderer Religionen oder Atheisten dienen kann. Auf diesen Tatbestand hat ja auch die Jüdische Gemeinde Potsdams hingewiesen.


    Würde ich ebenso sehen, aber dies wäre ja nicht DAS Zentrum, sondern ein Zentrum von vielen. In Deutschland und speziell in Berlin/Potsdam gibt es nun wirklich viele Örtlichkeiten, Gebäuden, Denkmälern usw. zu ähnlich gearteten Zweck, womit eigentlich für jeden etwas Passendes zu finden wäre.

  • Wär ich PR-Mensch würde ich den "Ruf aus Potsdam" umformulieren, weiter weg von evangelischer Bekehrung bzw. weg vom Missionierungsvorwurf hin zum Leuchtturm-Signal der deutschen, evangelischen Christenheit zur Besinnung und Verantwortung, als Einladung an alle Gemeinden und Nationen zur Versöhnung nach außen und der geschichtlich-verantwortlichen Besinnung /Stellung der Verantwortung nach innen. Ist im Ergebnis das gleiche, aber dagegen könnte keiner was sagen! Im Gegenteil: Gerade weil die Garnisonskirche ein Ort mit besonderem geschichtlichen Tiefgang ist, bedeutet es einen besonderen Anspruch der Verantwortung. Und letztlich ist die besondere Bedeutung der Kirche damit Motor für den interreligiösen Dialog, im übrigen mehr als jeder Neubau: denn je mehr Reibungsfläche, desto wärmer....

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    Klarenbach,
    deine Zitate von Martin Sabrow beschreiben aber nicht die Potsdamer Garnisonskirche im speziellen, sondern diese Zitate treffen, mit jeweils lokal spezifischer Glorifizierungen, auf alle Garnisonskirchen in Deutschland und der ganzen Welt zu. Ist also nichts Ungewöhnliches und aus meiner Sicht auch nichts Verwerfliches.

    Daran möchte ich gerne anknüpfen. Garnisonkirchen sind in der Tat nichts ungewöhnliches. Auch in Frankreich oder Großbritannien gab es dergleichen selbstverständlich. Daran, dass sich die in der Regel armen Schweine vor einem Feldzug des für sie alles andere als bedeutungslosen Beistands der Kirche sicher sein konnten, kann ich per se erstmal nichts verwerfliches erkennen.
    Nun zur speziellen Situation in Preußen und die offensichtliche Verachtung dieses Staates.
    Ich kann auch hier nichts besonders abscheuliches erkennen, was Kriege anbelangt. Es waren kriegerische Zeiten. Wo liegt der Unterschied, ob Preußen sich Schlesien krallt oder, auch wenn mir die Bemerkung schwer fällt, ab und an Sachsen überfällt und ausplündert und zur gleichen Zeit Briten, Franzosen, Spanier und andere ganze Kontinente erobern und kolonialisieren?
    Auch was den Militarismus anbelangt, haben einige wahrscheinlich noch einen SED-Reflex. Militarismus war per se erstmal ein Zeichen eines funktionierenden und geordneten Staates mit ausgezeichneter Infrastruktur, der, durch ein nur so überhaupt realisierbares und schlagkräftiges Militär, sich zu behaupten wusste. Nicht umsonst haben Länder wie Chile oder das Osmanische Reich sich bei der Reform ihrer Staaten Hilfe aus Preußen geholt. Es ist wesentlich dem preußischen Militarismus zu verdanken, dass ein kleindeutscher Nationalstaat entstand. Der schloss zwar einige Deutsche notgedrungen aus, schob aber dem Expansionswillen nach oder der ständigen Einflussnahme anderer eruop. Mächte in Deutschland, allen voran Frankreich, erstmals seit Jahrhunderten einen Riegel vor.

  • ^^Weil wir ne Verantwortung haben, sowas im Netz nicht einfach stehen zu lassen ;) Ne, erstens glaub ich nicht, dass er provozieren will (das ist nicht sein Naturelle, insofern sollten wir das Ernst nehmen) und zweitens, was erwartest du von Irren, die den ganzen Tag darauf warten, dass irgendwas passiert...

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    Ich habe Zweifel, dass solch ein klar religiös geprägter Bau wirklich als Versöhnungszentrum für die vielen Angehörigen anderer Religionen oder Atheisten dienen kann.

    Es war aber nun mal eine evangelische Kirche die abgerissen wurde und die in dieser Gestalt eine wichtige Rolle für das Stadtbild hatte. Und ich finde es gerade gut, wenn sich eine Religion/ Konfession so klar zu einer positiven Aufgabe/ Botschaft bekennt und öffnet. Man muss sich ja nicht gleich zum Glauben bekehren, nur um die Werte darin zu erkennen. Das ist dann auch nicht der Geist der alten Preußen oder gar der Nazis sondern mehr der von Lessings Nathan dem Weisen (den die Nazis übrigens ausnahmsweise nicht instrumentalisiert sondern einfach verbrannt haben). Wie gesagt wird es ja weiterhin andere Zentren geben, die nicht einer Religion zugehörig sind.

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    Dazu kommt dann die historische Kontamination des Gebäudes. [...] Es stellt sich also die Frage, ob solch ein Ort, der dermaßen historisch kontaminiert ist, wirklich der geeignete Ort für ein "Zentrum für Frieden und Versöhnung" ist. Ich habe da große Zweifel, und ich denke, dass man dieses Ziel viel besser durch einen Neubau realisieren könnte. Weiterhin denke ich, dass der Verzicht auf einen Wiederaufbau ein Zeichen dafür wäre, dass das neue Deutschland dem militaristischen Ungeist der Vergangenheit abgeschworen hat.

    Stellt die Frage sich so ganz von selbst oder stellst nicht eigentlich Du sie und das nun bereits zum zweiten Mal? Ich habe übrigens schon beim ersten Mal recht ausführlich darauf geantwortet. Konstantin hat sich ja netterweise trotzdem noch mal bemüht. Gibt es denn bessere Gegenbelege zu Deiner These als die bereits aufgeführten Bauwerke. Über die Geschichte von Brandenburger Tor, Reichstag oder Siegessäule könnte man wie gesagt auch viel Schlimmes schreiben und trotzdem verströmen sie nicht den bösen militaristischen Ungeist vergangener Tage über die ganze Stadt - im Gegenteil. Ich vertrete auch nach wie vor die These, dass man dem "Ungeist der Vergangenheit" nicht abschwören kann, indem man einfach Bauwerke einreißt, Bücher verbietet etc. oder umgekehrt einen Wiederaufbau verhindern will weil man meint dieser würde automatisch all das Schlechte der Vergangenheit verkörpern (ok beim Führerbunker könnte ich es vielleicht noch verstehen).

    Außerdem müsste man dann wie gesagt Prestigebauten der DDR auch nicht unter Schutz sondern vielmehr in Frage stellen. Das war schließlich das letzte totalitäre Regime auf deutschem Boden das sogar die eigene Bevölkerung systematisch unterdrückte (oder sind Überwachung, Knast für Andersdenkende, folterähnliche Verhöre und Schießbefehl mit modernen Auffassungen zum Menschenrecht besser vereinbar als das alte Preussen mit den damals in der Welt vorherrschenden Werten?). Es ist schon auffällig, dass Du Deine recht radikalen Ansichten über das alte Preußen in dieser Konsequenz nicht auf die DDR anwendest, sondern dort solche Argumente völlig ausblendest. Und dann machst Du der Initiative zum Wiederaufbau der Kirche genau das - das Ausblenden von Geschichte - zum Vorwurf bzw. sprichst von Geschichtsklitterung :confused:

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    Ansonsten fände ich es gut, wenn wir auf persönliche Unterstellungen und Beleidigungen verzichten würden. Ich beleidige auch keine Nutzer, und ich bitte die Vertreter anderer Meinungen, es bei mir genauso zu halten.

    Ich fände es hingegen gut, wenn Fragen nicht mehrfach gestellt würden, ohne dass auf die Antworten eingegangen wird (s.o.). Davon abgesehen fällt mir spontan keine wirklich persönliche Beleidigung in den anderen Beiträgen auf, auch wenn manche zugegeben sehr harsch mit Deinen Argumenten ins Gericht gehen. Da Du selbst aber ebenfalls mit harten Bandagen in die Diskussion eingestiegen bist, sollten Dich mE auch recht heftige Gegenreaktionen nicht allzu sehr wundern. Dein Duktus ist wie auch die inhaltliche Begründung mE teils wirklich extrem nah an dem der DDR-Propaganda aus Zeiten des Kalten Krieges. Das ist übrigens keinesfalls als Beleidigung gemeint, sondern als rein nüchterne Feststellung.

  • Das Argument mit dem Brandenburger Tor oder der Siegessäule kann ich nicht ganz nachvollziehen. Der Wiederaufbau dieser Bauwerke steht überhaupt nicht zur Debatte, einfach weil sie vorhanden sind. Daher gibt es in dieser Frage auch keine Auseinandersetzungen.

    Bei der Garnisonkirche liegt die Sache ganz anders. Hier gibt es einen Förderverein, der die Kirche für über 100 Millionen Euro wieder errichten möchte. Hierüber gibt es jetzt tatsächlich eine Debatte, und viele Leute sind der Meinung, dass der Einsatz von so viel Geld für ein zweifelhaftes Bauwerk ein völlig falsches Zeichen wäre. Ob diese Ansicht mehrheitsfähig ist, wird der Bürgerentscheid zeigen, in Magdeburg hatte es ja eine Mehrheit von 76 Prozent gegen ein viel weniger umstrittenes Wiederaufbauprojekt gegeben, nämlich gegen die Ulrichkirche. Ich bin optimistisch, dass es auch in Potsdam eine Mehrheit gegen die Kirche gibt.

    Ansonsten werden sich auch die Befürworter der Garnisonkirche damit abfinden müssen, dass es andere Meinungen gibt und dass die Gegner der Garnisonkirche versuchen, die Kirche mit allen demokratischen Mitteln zu verhindern. Die verbalen Ausraster in diesem Forum, von "hasszerfressener linker Propaganda" über "antiwestlicher Propagandaduktus des Kalten Krieges" (Was hat der Protest gegen die Garnisonkirche mit "antiwestlichen" Einstellungen zu tun?) bis hin zu persönlichen Unterstellungen sind für mich kein Ausdruck von Souveränität, sondern von Schwäche.

  • Du machst es Dir argumentatorisch wirklich sehr einfach. Was ist denn mit den Millionen, die in die Sanierung von Brandenburger Tor und Siegessäule gesteckt wurden? Die hätte nach Deiner Lesart auch anderweitig verwendet werden müssen.

    Auf die Sachargumente, warum die Garnisionkirche eben kein "zweifelhaftes Bauwerk" ist sondern eine Inkunabel der Architekturgeschichte, die darüber hinaus einen entscheidenden städtebaulichen Wert für Potsdams Zentrum hast, geht Du gar nicht ein. Genausowenig reflektierst Du die Grablege der Preussenkönige und die kirchenhistorische Bedeutung. Was bleibet ist einfach nur "zweifelhaft" - das ist kaum zielführend, sondern offenkundig in pauschal diskreditierender Absicht gemeint.

  • Klarenbach: Du verstehst nicht, oder Du willst nicht verstehen (sonst bist Du doch auch nicht auf den Kopf gefallen). Du machst es Dir zu einfach, wenn Du zwei Fragen zu einer verknüpfst. Wie auch beim Humboldtforum stellen sich die grundsätzliche Frage nach dem Wiederaufbau der Hülle/ Architektur und Frage nach dem zu stiftenden Sinn/ Inhalt als zwei verschiedene dar. Da Du das schon beim Humboldtforum nicht trennen konntest/ wolltest, überrascht es mich eigentlich kaum wenn es nun auch hier nicht anders ist. Aber wie gesagt (und ebenfalls von Dir ignoriert) hast Du seltsamerweise bei den Bauwerken der DDR plötzlich keinerlei Probleme diese Trennung zu vollziehen bzw. eine (vermeintlich oder tatsächlich) ideologisch motivierte Anlehnung dieser Bauwerke zu kritisieren.

    Noch einmal: Deine Frage war, ob ein geschichtlich "kontaminiertes" Bauwerk eine völlig andere, eine positive Bedeutung erlangen kann. Das hat aber zunächst einmal rein gar nichts damit zu tun ob das Gebäude restauriert wird/ wurde oder nicht. Und in diesem Zusammenhang sind Brandenburger Tor, Siegessäule, Gedächtniskirche, Reichstagsgebäude usw. somit ganz klare Gegenbelege für Deine These, dass dies nicht möglich sei. Beispiele für rekonstruierte Gebäude gibt es wie gesagt mit dem Humboldtforum oder bewusst aufgestellten Mauerfragmenten, der Restaurierung des Checkpoint Charlie (oder ist letzteres eine Huldigung des Ungeistes des DDR-Regimes?). Im übrigen halte ich diese Unterscheidung ohnehin für vorgeschoben: So wie Du die Kirche in Deinen Ausführungen verteufelst wird doch bereits klar, dass Du in ihrem unnötigen Abriss durch die DDR keinen Fehler siehst. Jetzt zu sagen es gehe nun eben nicht um die Frage der Erhaltung sondern die einer Wiedererrichtung - und das sei der primäre Grund weshalb dies völlig anders zu bewerten sei - ist daher zumindest nicht ganz ehrlich...

    Was hingegen die grundsätzliche Frage nach der Wiederherstellung der Architektur angeht, wurde schon mehrfach ausgeführt warum die Kirche so bedeutsam und stadtbildprägend war.

    Edit: Klarenbach, bitte versuch nicht mich zu veräppeln was Deine vermeintliche Empfindlichkeit und Verwunderung über die Vorwürfe an Deinem sprachlichen Duktus angeht. Du kannst nicht erzählen, dass sich der Stil Deiner Ausführungen über die Garnisonkirche nicht an den der Politpropaganda der DDR anlehnt. Das ist offensichtlich so und es ist albern von Dir das abzustreiten. Wenn es nicht völlig off Topic (und dazu vermutlich Zeitverschwendung) wäre, könnte ich das durch eine intertextuelle Analyse belegen - aber es ist auch so völlig offensichtlich.

    Wie soll sich im Übrigen das hier

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    Ansonsten fände ich es gut, wenn wir auf persönliche Unterstellungen und Beleidigungen verzichten würden. Ich beleidige auch keine Nutzer, und ich bitte die Vertreter anderer Meinungen, es bei mir genauso zu halten.

    sowie das hier

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    Ansonsten werden sich auch die Befürworter der Garnisonkirche damit abfinden müssen, dass es andere Meinungen gibt und dass die Gegner der Garnisonkirche versuchen, die Kirche mit allen demokratischen Mitteln zu verhindern. Die verbalen Ausraster in diesem Forum, von "hasszerfressener linker Propaganda" über "antiwestlicher Propagandaduktus des Kalten Krieges" (Was hat der Protest gegen die Garnisonkirche mit "antiwestlichen" Einstellungen zu tun?) bis hin zu persönlichen Unterstellungen sind für mich kein Ausdruck von Souveränität, sondern von Schwäche.

    hiermit

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    Ich will auf die Argumente der Garnisonkirchenbefürworter eingehen. [...] Einige behaupten zwar, dass sie vor allem von der Liebe zu schönen alten Gebäuden geleitet würden. Nur stelle ich mir dann die Frage, warum sie sich nicht für die Sanierung der vielen verkommenen und einsturzbedrohten Baudenkmäler in Potsdam engagieren [...]. Angesichts dieses Missverhältnisses habe ich schon den Eindruck, dass es der Wiederaufbau ein revisionistisches Projekt ist, das den alten Ungeist nach Potsdam zurückbringen soll.

    vertragen?

    Mal ganz abgesehen davon, dass Du hier beanspruchst zu wissen, dass sich Befürworter des Wiederaufbaus dieser Kirche nicht gleichzeitig auch für andere Projekte einsetzen: Das ist dann wohl aktiv vorgelebte Toleranz gegenüber anderen Meinungen und bitte nicht zu verwechseln mit den pöhzen Angriffen gegen Dich. Klar, ich lass mir gerne aufrichtige Motive absprechen und mich als Preußenfetischist, Altnazi oder Ähnliches (und rechtskonservativen Militaristen sowieso) titulieren. Wenn Du da selbst nichts mehr merkst, kann ich Dir auch nicht helfen. Auch wenn Du womöglich nicht so viel von Religion hältst, empfehle ich da die Aussage aus der Bergpredigt mit dem Splitter und dem Balken im Auge oder alternativ die moderne Version mit dem Glashaus und den Steinen...

    Konstantin: Daran habe ich auch gedacht. Wenn man konsequent so denkt wie Klarenbach müssten auch alle überbliebenen "kontaminierten" Gebäude entweder abgerissen oder dem Verfall überlassen werden. Zumindest müssten sie gegenüber weniger "kontaminierten" Gebäuden zurückstehen was die Verteilung von Geldern angeht. Alles andere wäre ein fatales Signal, nur so könnte man wahre Versöhnung bewirken...

    9 Mal editiert, zuletzt von jan85 (3. Juli 2014 um 15:12)

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    Ob diese Ansicht mehrheitsfähig ist, wird der Bürgerentscheid zeigen, in Magdeburg hatte es ja eine Mehrheit von 76 Prozent gegen ein viel weniger umstrittenes Wiederaufbauprojekt gegeben, nämlich gegen die Ulrichkirche. Ich bin optimistisch, dass es auch in Potsdam eine Mehrheit gegen die Kirche gibt.


    Was dich ja bekanntlich auch gefreut hat. Scheinbar braucht es keine bösen Preußen um die Rekonstruktion eines bedeutenden Kirchenbauwerks kategorisch abzulehnen. ;)

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    Ansonsten werden sich auch die Befürworter der Garnisonkirche damit abfinden müssen, dass es andere Meinungen gibt und dass die Gegner der Garnisonkirche versuchen, die Kirche mit allen demokratischen Mitteln zu verhindern.

    Es hat auch etwas mit Anstand zu tun. Die Garnisonkirchengegner betreiben Bauernfang. Auch die neue Formulierung, nach dem die erste als unzulässig bewertet wurde, macht nicht klar, dass ein erfolgreicher Bürgerentscheid nicht das Ende des Kirchenprojektes bedeutet, sondern erstmal nur Geld kostet.

  • Als fast "Nurleser" bin ich doch sehr erstaunt, wie die Teilnehmer dieses Forums, welches sich wohlgemerkt um ARCHITEKTUR drehen sollte, mit Meinungen umgehen die offensichtlich nicht Teil der Mehrheitsmeinung hier sind.

    Der Beitrag von Klarenbach liest sich als eine Bereicherung der Diskussion, klar und verständlich, mit nur wenigen, dann aber prägnaten bewertenden Worten. Sicherlich tendenziös, aber auf keinen Fall beleidigend oder hasszerfressen. Sicherlich nimmt er einige Argumente der Gegner auf, ja und? Das tuen über 10% der Potsdamer mit ihrer Unterschrift auch.

    Es macht überhaupt keinen Sinn die Kritik von nicht wesentlichen Teilen der Bürgerschaft dieser Stadt so im Bausch und Bogen zu verdammen.
    Zumindest wird es dem Zweck, Anspruch und Nutzungskonzept des Projektes "Wiederaufbau Garnisonkirche" - der VERSÖHNUNG nicht gerecht.

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    Die verbalen Ausraster in diesem Forum, von "hasszerfressener linker Propaganda" über "antiwestlicher Propagandaduktus des Kalten Krieges" (Was hat der Protest gegen die Garnisonkirche mit "antiwestlichen" Einstellungen zu tun?) bis hin zu persönlichen Unterstellungen sind für mich kein Ausdruck von Souveränität, sondern von Schwäche.

    "Angesichts dieses Missverhältnisses habe ich schon den Eindruck, dass es der Wiederaufbau ein revisionistisches Projekt ist, das den alten Ungeist nach Potsdam zurückbringen soll. "

    Also wenn du meinst, dass derlei Feststellungen ein Ausdruck argumentativer Souveränität sein sollen, haben wir wohl grundsätzlich verschiedene Vorstellungen von Diskussionskultur. Ich denke ja dass sowas, auch in Zusammenhang mit deinen oftmals sinnentstellten Zitaten, nur als bewusste Provokation bestimmter Reaktionen zu sehen ist. Wie man sowas allgemein im Netz nennt, weißt du sicherlich.