Hauptbahnhof Frankfurt

  • Ich muss jetzt auch mal Danke sagen, für die vielen Luftaufnahmen von Frankfurt. Als Nichtfrankfurter oder ein noch nie da gewesener, kann man sich jetzt ein viel besseres Bild von der Stadt machen.
    Und so schlecht schaut der Bahnhofsvorplatz gar nicht aus, der sollte doch gründlich renoviert werden?

  • Besonders störend sind aber die Gebäude oben rechts am Bahnhofsvorplatz. Hier standen früher das Hotel Carlton (1976 abgerissen) und das Schumann-Theater (nach mittelschwerer Kriegsbeschädigung nicht wiederaufgebaut). Sollte man irgendwann auf die Idee kommen, den anderen Gebäuden ihre "Hauben" wiederzugeben wäre es vielleicht nicht ganz verkehrt, hier wenigstens die Fassaden zu rekonstruieren. Aber davon sind wir noch weit entfernt....

  • Keine wirkliche Architektur-News aber trotzdem: Im Hauptbahnhof sind jetzt alle Anzeigen - an den einzelnen Gleisen und die großen Tafeln digital-blau statt bisher "analog". Sieht schon moderner aus, aber ist auch Kontrast zu der historischen Rekonstruktion der Hallen.





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  • Bodenbelag wird erneuert

    Ich fürchtete schon, die Bahn habe den Plan, den jetzigen, sehr unansehnlichen Bodenbelag auszutauschen, aus Kostengründen stillschweigend fallen gelassen. Doch jetzt wurde mit der Erneuerung begonnen, verlegt werden 10.000 Quadratmeter anthrazitfarbenen Granits. Der Stein stammt aus China und wird "Padang Dark" genannt. Es werden jeweils Abschnitte von rund 100 Quadratmeter aufgebrochen und dann neu belegt. Ende 2006 soll der gesamte neue Boden fertig sein. Mehr hier und dort und auch hier mit Foto.

  • Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht, denn manche Bahnsteige sind wirklich nicht sehr schön anzusehen. Besonders die Bahnsteige, wo keine ICE's halten, sind meines Erachtens am schlimmsten. Oder diese "Mittelbahnsteige" für das Service-Personal.


    Die B-Ebene, wo es zu den S-Bahnen geht, soll auch neue Wandtafeln bekommen.

  • War heute am Bahnhof, dort haben die ein Bodenbelag-Muster-Bereich, wo man sehen kann, wie der ganze Bahnhof mal aussieht. Und ich muss sagen, dass ich mich jetzt schon sehr auf den Kontrast zwischen hellem Graumarmor-Imitat (ich denke mal, das es ein Imitat ist) und den Chinesischen Importplatten freue.
    Die momentane Situation finde ich einfach schrecklich, überall sieht man Ausbesserungen mit schlichtem Teer, es gibt viele Risse in den Platten, und an manchen Stellen fehlt der Belag komplett, vor allem in der kleinen Nordhalle, dort läuft man stellenweise auf Beton.
    Die Bahnhofshallen werden durch den neuen Belag viel heller erscheinen, und der Bahnhof wird dann hoffentlich nicht mehr so dreckig wirken wie jetzt.
    Die neuen Anzeigetafeln find ich einfach klasse!! Der Bahnhof wird ein supermodernes Willkommenszentrum für die WM und alle sonstigen Besucher und wird ein echtes Aushängeschild von Frankfurt, wenn er das nicht schon längst ist.

  • War schon länger nicht mehr im DB-Bereich des HBf. Kann mich aber noch gut an den katastrophalen Zustand des Bodenbelags erinnern. Versteh ich das richtig, das also auch die Bahnsteige neuen Belag erhalten?
    Weiß eigentlich jemand ob und wann die Bahnsteigüberdachungen erneuert werden? Bisher sind ja nur 3 oder 4 Stück neu gemacht.
    Überhaupt würd mich mal interessieren, wann denn so die Bauarbeiten losgehen sollen, die den Spurplan im Hauptbahnhof und seinen Zulaufstrecken verändern sollen. Konkret geht es dabei um: Aufweitung der Main-Neckar-Auffahrt, Entflechtung der Verkehre im Gleisvorfeld mit Abwicklung des Fernverkehrs ausschließlich auf den Gleisen 1 bis 6, Verlängerung einiger Bahnsteige, Bau von 3tem und 4tem Gleis zwischen F-Süd und Main-Neckar-Brücke sowie eines Überwerfungsbauwerkes ungefährt auf Höhe Stresemannallee.
    Hatte dazu im Internet ja mal ein pdf gefunden, wo sogar der zukünftige Spurplan von Hauptbahnhof und Sportfeld ääh Stadion enthalten ist, weiß aber leider die Adresse nicht mehr.

  • Der FNP war heute zu entnehmen:
    -bis Ende diesen Jahres werden 10000 Quadratmeter neue Granitplatten verlegt, Kosten: 7Millionen Euro, die Hälfte kommt vom Land
    -ab 3.3. werden bis zur WM die Platten am (190m langen) Querbahnsteig auf einem 6m breiten Streifen zwischen den Gleiströgen und den Verkaufspavillons ausgetauscht
    -"da am betroffenen Bahnsteig 1 viele Pendler ankommen, wird an den Wochenenden gearbeitet"
    -Baustopp während der WM
    -danach ist der restliche Querbahnsteig und die Eingangshalle dran
    -2007 und 2008 gehts dann auch den Längsbahnsteigen an den Kragen
    -was Rettungswege betrifft: zur Orientierung von Sehbehinderten werden geriffelte Keramikplatten angebracht


    -möglicherweise wird auch die Station "Stadion" bis zur WM fertig

  • ^



    Das größte wird 2007 erledigt sein. Man kann halt nicht 100000m2 auf einmal umbauen. Denn eine Sanierung eines Längsbahnsteigs inklusive neuer Kanten dauert ca 2-3 Wochen. Zumal es auch Anpassungen in der Länge geben soll.
    Man muss bedenken, dass die Kapazität im Berufsverkehr jetzt schon fast ausgeschöpft ist.


    Des weiteren will man die S-Bahnstation und die B-Ebene modernisieren. Dies wird aber noch ein Paar Jahre dauern.


    Zum Bahnhof Stadion, der wird soweit fertig, dass der neue mittelbahnsteig benutzt werden kann und auch fertig ist.


    Aber der Gleisumbau, neue Streckenführung Fernverkehr und S-Bahnverkehr wird noch mindestens 1 Jahr dauern. Dies war aber schon von Anfang an klar, denn es wird ja mehr als nur ein Bahnsteig gebaut. Der Umbau resultiert aus der Knotenmodernisierung Sportfeld.


    gruß ole

  • Was ole oben geschrieben hat, steht heute auch bei FAZ.NET. Der Bahnhof Stadion soll bereits am 26. Mai 2006 fertig werden. Der Umbau bzw. die Entflechtung des Eisenbahnknotens wird dann nach der WM weitergehen.

  • Da die Renovierung ja nur eine Teilmaßnahme eines größeren Projektes mit dem Ziel den Hauptbahnhof fit für die Zukunft zu machen ist, hier mal etwas für die die sich für die "technische Seite" interessieren: der geplante Spurplan des Hauptbahnhofs nach dem Umbau.
    Da ich nichtmehr weiß, unter welcher Adresse die pdf-Datei von der ich ihn habe zu erreichen ist (googlen hat auch nix gebracht), hab ich den Plan rauskopiert und da er in sehr mieser Qualität war, optisch noch bischen nachbearbeitet, so dass man einigermaßen erkennen kann um was es geht.



    Wichtigste Änderungen gebenüber dem Ist-Zustand sind folgende:
    - Ausbau der Strecke Haupt- - Südbahnhof von 2 auf 4 Gleise
    - Überwerfungsbauwerk Höhe Stresemannallee
    - Ausbau östlich Südbahnhof auf 6 Gleise (zur kreuzungsfreien Anbindung des Ostbahnhofs)
    - Spreizung und Aufweitung der Main-Neckar-Auffahrt am Hauptbahnhof auf bis zu 6 Gleise
    - vollständige Abwicklung des Fernverkehrs auf den Gleisen 1 bis 6


    nicht auf dem Plan zu erkennen:
    - 4 gleisiger Ausbau Westbahnhof - Bad Vilbel
    - Umbau Sportfeld/Stadion (den Spurplan hab ich auch. müsste ich allerdings noch ebenso ausführlich bearbeiten)
    - langfristig soll wohl auch die S8/9 nach Wiesbaden eigene Gleise erhalten

  • Danke Rhone, 4 spuriger Ausbau nach FFM Süd wird auch Zeit...
    jetzt verstehe ich auch warum mein Zug immer vom 6er Gleis abfährt und ich mir nen Wolf laufe bis ich da bin...:lach:

  • Etwas off-topic: Fast alle Häuser gegenüber dem Hauptbahnhof (Bahnhofsvorplatz) haben auch diese typischen schlecht reparierten Kriegsschäden, diese "abgeschnittenen" Stockwerke, das sieht immer so aus als wäre jemand geköpft worden und man hätte der Person nur den Hut auf den Hals genagelt. Es wäre schön wenn man auch hier - am Eingangstor zur Stadt etwas tun könnte.
    Hier sieht man die Häuser in alter Pracht

  • Anbei ein hochauflösendes Bild des Bahnhofsvorplatzes und des westlichen Bahnhofsviertels aus meiner Postkartensammlung - man kann hier sehr schön anhand heutiger Bilder die Veränderungen in der Dachlandschaft erkennen:



    Edit: Habe den Link geändert, der verwendete Imagehost war in der Tat zu langsam. Und ja, ich gehe aufgrund des Alters vom Ablauf der Schutzdauer des Urheberrechts aus.

  • Vielen Dank dafür, das Bild ist wirklich eine Klasse für sich! :) Vorallem da auf diesem Wege einfach mal richtig gut ersichtlich ist, wie repräsentativ das gesamte Bahnhofsvorfeld zur damaligen Zeit gestaltet war. Jetzt, wo die Steuerquellen nur so sprudeln und die Investoren alle kräftig pumpen, sollte eine (annähernde) Wiederherstellung dieser Impression in Angriff genommen werden - und sei es nur, dass man die Dachgeschosse inklusive Kuppeln, Gauben, Erkern und Stuck wieder vernünftig in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.


    Der Hauptbahnhof und der ihm zu Grunde liegende Platz ist so etwas wie das Haupteinfallstor zur Stadt, selbst wenn man mit dem PKW anreist. Quasi die erste Brise, die einem aus Richtung Frankfurt entgegenweht. Da sollte geklotzt und nicht gekleckert werden! ;)

  • Eine Verbesserung des Bahnhofsplatzes ist ja lange schon politische Absicht, wie wichtig er als Einfallstor zur Stadt ist, hat man im Römer offenbar auch endlich (wenn auch 50 Jahre zu spät) realisiert. Nur bezweifle ich in dieser Stadt doch sehr, dass diese Aufbesserung in die dringend nötige Restaurierung der wilhelminischen Prachtbauten münden wird.


    Eher werden wieder halbherzig Bäume verpflanzt, Straßenverläufe geändert oder der Schrott, für den man in den 60er Jahren z. B. das Schumann-Theater abgerissen hat, mit (natürlich) "hochwertigem" Naturstein behängt, als dass man das böse Wort der Rekonstruktion auch nur in den Mund nähme.

  • Dass die bewussten Häuser in Privatbesitz sind, das ist euch aber schon klar? Und dass Sanierungen im Bahnhofsviertel (unter gewissen Voraussetzungen) bereits mit öffentlichen Mitteln bezuschusst werden, vielleicht auch. Was also soll die Stadt denn baulich tun, außer das was sie, nach und nach, schon tut - nämlich die öffentlichen Straßen, Plätze und Anlagen zu verbessern?

  • Aber den betreffenden Hausbesitzern die Rekonstruktion von Fassaden, Dächern und Kuppeln nahe legen kann sie schon, eventuell auch was zuschießen.

  • Dass da von alleine nichts passiert, ist doch klar. Andererseits: sollte es der Stadt Frankfurt am Main nicht für ihr Erscheinungsbild wert sein, z. B. Dachrekonstruktionen am Bahnhofsvorplatz zu bezuschussen oder gar zu finanzieren? Oder anders herum gefragt: welcher Privatbesitzer sollte ernsthaft etwas dagegen haben, dass ein verstümmelter Dachstuhl wieder hergestellt wird? Es ist ja trotz der miesen Gewerbelage im Bahnhofsviertel nicht so, dass am Vorplatz Dönerbuden eingemietet sind...