2. S-Bahn Stammstrecke [Diskussionsthread]

  • Pumpernickel, ich glaube, die Münchner Bevölkerung sieht und erlebt täglich, dass etwas geschehen muss. Es gibt sicherlich einige, die eine Ringbahn anstelle des 2. Tunnels propagieren (wobei ich beides als komplementäre Projekte ansehe), aber die grundsätzliche Zustimmung zur Notwendigkeit ist glaube ich vorhanden.


    Es gab mal Diskussionen, dass man auch Regionalbahnen durch den Tunnel leiten sollte, was ich für eine verdammt gute Idee halte - kennt da jemand vertiefte Studien zu? Ich weiß nur, dass wohl die unterschiedlichen notwendigen Bahnsteighöhen ein Problem darstellen könnten.

  • Iconic, der Halt an der Donnersberger Brücke ist wohl nicht geplant. Ich meine, die Züge würden auch schon vorher oder sehr kurz danach in den Tunnel geleitet. Dann sollte man sich überlegen, Regionalzüge auch am Leuchtenbergring und in Laim halten zu lassen, so lange diese nicht durch den Tunnel fahren.

  • ^^


    Versteh nicht ganz! Regionalzüge halten alle in Pasing. Auf der Ingolstädter Linie kommen gar nicht so viele Regionalzüge daher und die Richtung Landshut können in Feldmoching oder Moosach halten, was eh schon gemacht wurde. Natürlich wäre die Verschiebung des Laimer Bahnhofes nach Pasing oder umgekehrt toll. Dann hätte man zumindest ideale Umsteigebeziehungen zu 6 Westästen der S-Bahn. Aber so ist es eben mal über Hunderte Jahre gewachsen.


    Und im Osten hat man den Ostbahnhof als Knoten (alle Regionalzüge und S-Bahnen). Was will man mehr?

  • Hast recht. Hatte gedacht, dass die Umsteigestrecken am Ostbahnhof und in Pasing nicht ideal sind, aber das würde ja nur stimmen, wenn man vom RB direkt in die Züge der 2. Stammstrecke umsteigen wollte.


    RBs durch die 2. Stammstrecke, das hätte ich gerne mal ausgerechnet und visualisiert. Dann würde aber wahrscheinlich der Marienplatz zusammenbrechen.

  • Iconic, der Halt an der Donnersberger Brücke ist wohl nicht geplant. Ich meine, die Züge würden auch schon vorher oder sehr kurz danach in den Tunnel geleitet.


    Richtig, kein Halt an Donnersbergerbrücke oder Friedenheimer Brücke, siehe
    Streckenverlauf und Bahnhöfe


    Regionalzüge im S-Bahn-Tunnel: halte ich für nicht gut.


    S-Bahnen sind auf höhere Beschleunigungen (jede Achse ist angetrieben) ausgelegt, Regionalzüge (Antrieb nur auf den Lok-Achsen) würden also durch ihre geringere Beschleunigung den S-Bahn-Betrieb stören.


    Regionalzüge haben auch häufig Verspätung (u.a. weil sie an den Knotenpunkten auf IC/ICE warten müssen), was den Betriebsablauf im Tunnel stören würde.
    Wenn die Regionalzüge dann auch noch statt in Hbf/Ostbf zu enden, durchgängig betrieben würden - deren Gesamtstrecke sich also verlängern würde, würde das die Verspätungen noch vermehren ==> noch mehr Störung im S-Bahn-Tunnel.


    Wenn, dann müßte es einen eigenen Tunnel dafür geben.

  • Die Regionalzüge sollten lieber die Zahlreichen bestehenden Bahnhöfe oder die, ebenfalls zahlreichen, noch zu bauenden entlang des Süd- und Nordrings anfahren.


    S-Bahn und Regionalzug gehören aus den eben genannten Gründen getrennt soweit möglich

  • Grünes Licht für 2.Stammstrecke:

    Endlich ist es soweit! Der Finanzierungsvertrag wurde unterzeichnet. Fertigstellung: geplant 2025.


    Thema Kosten:


    DB: 133 Millionen Euro
    Stadt: 113 Millionen Euro
    Freistaat: 1,4 Milliarden Euro
    Bund: 1,5 - 2,0 Milliarden Euro


    Kosten erwartet: 3,2 - 3,4 Milliarden Euro
    Kosten inkl. aller Risikopuffer: 3,8 Milliarden Euro


    Der Freistaat schießt dabei die Zahlungen des Bundes vor und holt sich diese erst hinterher innerhalb von 30 Jahren aus dem Bundestopf für Infrastrukturprojekte zurück.


    Thema Klagen:


    - Mittlerer Bauabschnitt: Erledigt --> 4m Bauschutzwand muss am Marienhof gebaut werden
    - Ost: 6 Anwohner haben gegen das Projekt geklagt
    - West: Der Backstagebetreiber hat geklagt, da eine Baustellenstraße durch das Gelände laufen soll.


    Die Klagen werden laut SZ wohl wie im Bereich Mitte mit Auflagen beim Baustellenbetrieb schnell erledigt werden.


    Thema Streckenführung:


    SZ:
    "Die Züge sollen von Westen kommend Laim passieren (der Bahnhof dort wird umgestaltet) und auf Höhe der Donnersbergerbrücke abtauchen, drei Zwischenstopps am Hauptbahnhof, am Marienhof sowie am Ostbahnhof einlegen und kurz vor dem S-Bahnhof Leuchtenbergring an die Oberfläche kommen"
    .


    Thema Regionalzug:


    Die DB und die Bahnindustrie sollen in den nächsten Jahren sogenannte Regional S-Bahnen entwickeln (einen Zugtyp den es laut SZ bisher noch nicht gibt), die dann auch im Tunnel fahren können, da diese wie die S-Bahnen einen hoch gelegenen Einstieg besitzen werden.


    Thema Bauarbeiten:


    Im Frühjahr 2017 geht es am HBF los. Dessen Empfangsgebäude muss dann abgerissen werden, damit dort der Nukleus in 40m Tiefe entstehen kann. Der Bau wird danach nicht wieder errichtet, sondern mit dem knapp 1 Milliarde Euro teuren Neubau ersetzt werden.
    Am Marienhof, dem Maximilianeum, der Kellerstraße in Haidhausen und dem Orleansplatz werden ebenfalls große Baugruben klaffen. Zwei Tunnelvortriebsmaschinen werden den sieben Kilometer langen Tunnel in den Untergrund fräsen. Eine startet an der Donnersbergerbrücke, die andere am Leuchtenbergring. Der Aushub aus den Tunneln wird wohl über die Schiene abtransportiert. An den neuen Haltestellen sollen LKW zum Einsatz kommen.
    Am Marienhof wird dies eine staubige Angelegenheit für die Maximiliansstraße ;) Würde mich nicht wundern, wenn man hier wie andernorts eine LKW Waschstraße einrichtet.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…te-stammstrecke-1.3222177

  • R
    S-Bahnen sind auf höhere Beschleunigungen (jede Achse ist angetrieben) ausgelegt, Regionalzüge (Antrieb nur auf den Lok-Achsen) würden also durch ihre geringere Beschleunigung den S-Bahn-Betrieb stören.


    Kein Argument, da kokbespannte Züge im deutschen Personenverkehr ein Auslaufmodell sind. Schon heute gibt es im Raum München außer den Dostos eigentlich keinen Regionalzug, der nicht aus Triebwagengarnituren besteht. Die haben ein der S-Bahn sehr ähnliches Verhältnis Gewicht - Leistung. Und auch bei der S-Bahn ist nicht jede Achse angetrieben.

  • ...Wenn ich mir die SZ-Darstellung ansehe, sieht es so aus, als sei kein Halt an der Donnersbergerbrücke geplant...stimmt das?


    Ja. Am Hirschgarten wird auch nicht gehalten werden.


    Ja, die Gegend bekommt die volle Breitseite ab mit Platzierung des Tunnelportals und den damit verbundenen Aushub- und Abtransportarbeiten sowie der Einrichtung großer Baustelleneinrichtungsflächen. Nach zehn Jahren gibts zur Belohnung dann eine satte Taktausdünnung an den Bestandsbahnhöfen der ersten Stammstrecke. :lach:

  • Fahren viele Züge, die weiterhin über die erste Stammstrecke fahren, dann nicht im 15-Minuten-Takt? Nur die S6 und die S1 sollen zukünftig alleinig durch die 2. Stammstrecke, durch den teilweise geänderten Takt denke ich nicht, dass sich an der Zugfrequenz auf der 1. Stammstrecke wirklich viel ändert. Auch deswegen, weil sicher so einige Umsteiger in Laim und am Leuchtenbergring auf die 1. Stammstrecke wechseln werden.


    http://www.tz.de/muenchen/stad…stammstrecke-6911280.html

  • Die S-Bahn München ist doch v. a. eine Vortortbahn, wieso in "Spuckweite" vom Hbf also da zusätzliche Haltepunkte für viel Geld und mit längeren Fahrtzeiten angelegt werden sollten, wo diese doch keine überregionale Bedeutung für Umsteiger haben sondern nur die Anlieger erschließen, das müsstet ihr vielleicht erläutern. Mir drängt sich das nämlich nicht auf. Reicht doch vollkommen aus, wenn die Altstrecke diese Anlieger weiterhin bedient. Ansonsten eine gute Nachricht für München.

  • I was wrong

    Wenn es nun wirklich so kommen sollte, dass Regionalzüge entwickelt werden, die dann auch durch die Zweite Stammstrecke geschickt werden können, man also von Augsburg, Ingolstadt, Landshut etc. umsteigefrei ins Zentrum gelangt, könnte selbst ich mich mit dem Projekt versöhnen.


    Weitere positive Aspekte sind, dass TROTZDEM über Nordring und Südring-Light (Haltestelle Poccistraße) nachgedacht wird. Außerdem war die Umweltverbundröhre an der Laimer Unterführung in Gefahr beim Scheitern von Stamm2 und somit die Tramwesttangente. Und last but not least auch der Hauptbahnhof-Neubau.


    Ich gebe mich geschlagen. Ich finde es nach wie vor Wahnsinn und eine Art zweites Stuttgart21. Und ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten dass es soweit kommt. Und hab mich getäuscht. :glubsch2:

  • Südbayern erwirtschaftet einen weit überproportionalen Anteil am bundesdeutschen BIP und ist ein gigantischer Nettozahler im "unsichtbaren" Länderfinanzausgleich. Da darf auch mal was ausgegeben werden. Das ist ein Jahrhundertprojekt und nichts, was alles drei Jahre ausgegeben wird. Du wirst keinen vernünftigen Menschen aus anderen Teilen der Republik darüber meckern hören. Anders als bei Stuttgart 21, wo sich ja nun herauskristallisiert, dass manches am neuen Tiefbahnhof ziemlicher Murks sein wird (der point of no return ist halt trotzdem schon lang überschritten). Dass München mit der alten, einzigen Stammstrecke notorische Probleme hat, das hat sich doch schon bis in das Allgemeinwissen der Berliner durchgearbeitet, das Verkehrschaos in der S-Bahn, wenn sich mal wieder jemand an der Stammstrecke vor einen Zug geworfen hat oder mal wieder die Technik streikt und wegen diesem Nadelöhr das ganze S-Bahnnetz kollabiert hat auch fast schon jeder Münchenbesucher mal am eigenen Leib erlebt. Der Kölner sagt man muss auch jönne könne.

  • Die Augsburger Allgemeine fordert auch direkt, dass Express-S-Bahnen (oder RBs?) von Augsburg bis zum Flughafen durchfahren sollen, ohne Umstieg.
    Sollten tatsächlich RBs in Zukunft über die 2. Stammstrecke fahren, könnte sich der durchaus angenehme Nebeneffekt ergeben, dass auf dem Südring Kapazitäten für die S-Bahn frei würden.


    Viele Tangentialprojekte hängen implizit und explizit von der 2. Stammstrecke ab, implizit, weil man die Diskussion von Alternativen bis zum Beschluss der 2. Stammstrecke unterdrücken wollte, die jetzt aber wieder hochblubbern darf (siehe Herrmann's Aussagen) und explizit, da viele Projekte wie U9, Hbf und Westtangente unterschiedlich gebaut werden müssen, je nachdem ob die 2. Stammstreck kommt oder nicht.

  • Aber wenn es jetzt Fix ist warum wird denn dann mit dem Anstich bis zum Frühjahr 2017 gewartet?
    Ist das mit Regionalzügen die durch die 2.Stammstrecke fahren auch geklärt?

  • "Die neue Station [Marienhof] wird in einer offenen Baugrube errichtet, Bagger graben bis auf knapp 40 Meter in die Tiefe."


    Wieder mal fachlich sehr schlecht recherchiert. Bis auf relativ kleine Öffnungen bedeckt ein mächtiger Stahlbetondeckel die Baugrube.


    http://www.tz.de/bilder/2016/1…olltreppen-errei-Ofa7.jpg


    Im Übrigen liegt die Station [Marienhof] zu 80 % im Bereich eines bergmännischen Vortriebes und gar nicht in der Baugrube!

  • Wieder mal fachlich sehr schlecht recherchiert. Bis auf relativ kleine Öffnungen bedeckt ein mächtiger Stahlbetondeckel die Baugrube.


    Auch nicht richtig, Auszug aus der TZ. ;)


    Die neue Station wird in einer offenen Baugrube errichtet, Bagger graben bis auf knapp 40 Meter in die Tiefe. Eine zweite offene Baugrube liegt an der Ostseite des Platzes für den Bau eines Fluchttreppenhauses. Für die Herstellung der offenen Baugrube und als Baustelleneinrichtungs- und Lagerfläche wird in der Bauphase die gesamte Fläche des Marienhofes beansprucht.