Leipzig: Stadtleben

  • Leipzig-Informationssystem LIS im WWW

    Gestern erschien die PM der Stadt Leipzig, dass das Leipzig-Informationssystem LIS im WWW unter http://statistik.leipzig.de/ freigeschaltet wurde:


    http://www.leipzig.de/de/buerg…geht-ans-Netz-21278.shtml


    Das bislang nur intern in der Verwaltung nutzbare LIS wird von nun an in den Internet-Auftritt der Stadt integriert. Die Internet-Anwendung enthält aktuelle und umfassende Informationen zu vielen Bereichen der Stadtentwicklung, die in Form von Tabellen, Grafiken und thematischen Karten aufbereitet werden können. Leipzigs Erster Bürgermeister, Andreas Müller, der als Beigeordneter für Allgemeine Verwaltung auch für LIS verantwortlich ist sagte hierzu: „Wir werden das LIS kontinuierlich weiter entwickeln und zudem vom reinen Datenpräsentations- zu einem Informationssystem für die Stadträte und die Führungs- und Fachkräfte der Stadtverwaltung ausbauen.“


    Das Angebot von LIS ist in folgende Bereiche untergliedert


    - Stadt-Daten und kleinräumige Daten: thematisch gegliederte Zusammenstellung aktueller Daten zur Gesamtstadt Leipzig sowie Daten der Ortsteile und Stadtbezirke, zukünftig auch anderer räumlicher Gebietseinheiten, z. B. der Fördergebiete der Stadterneuerung


    - Veröffentlichungen: thematisch gegliederter Zugriff auf die Veröffentlichungen der Ämter und Referate der Stadtverwaltung im PDF-Format, darunter auch das „Aktuelle Statistische Jahrbuch“


    - Datenzusammenstellungen für
    1. spezielle Themen, z. B.: Vergleichsdaten, Entwicklungsbeobachtung, Messung von Nachhaltigkeit
    2. spezielle Stadträume, z. B.: Fördergebiete, Schulbezirke


    Zu vielen Themen sind im LIS die Daten der letzten 10 Jahre verfügbar. Darüber hinaus wird das Statistische Jahrbuch der Stadt Leipzig in einer Vorabfassung als „Aktuelles Statistisches Jahrbuch“ im LIS angeboten: alle Tabellen der jeweils im Herbst erscheinenden Druckausgabe werden sofort online gestellt, sobald die entsprechenden Daten verfügbar sind.




    Das Stöbern in den bisher schon eingestellten Tabellen lohnt sich durchaus, vor allem wegen solch schöner Übersichten wie der zur Bevölkerungsentwicklung einschließlich der "Fruchtbarkeitsziffern 2006-2010" ;). Von besonderem Interesse dürfte auch das Kapitel 6 des statistischen Jahrbuches zu Bautätigkeit und Wohnen sein.

  • ^ Eine sehr informative statistische Datensammlung, wie ich finde, die da auf der Webpräsenz der Stadt eingestellt wurde.


    Ich habe jetzt nur mal die natürliche und räumliche Bevölkerungsbewegung im letzten Jahr überflogen. Es fällt auf, dass der Bevölkerungsgewinn zwar hauptsächlich, aber nicht mehr ausschließlich auf die ostdeutsche Bevölkerung zurückzuführen ist. Denn bis auf die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie sehr marginal Nordrhein-Westfalen verzeichnet die Messestadt aus allen Bundesländern inzwischen Zugewinne. Ausgerechnet aus Bayern kamen übrigens die meisten westdeutschen Zuzügler (gesamt: +1468 / Saldo: +183).


    Nicht minder interessant sind die Wanderungsvergleiche mit ausgewählten Städten in Deutschland. Auch hier ist der Wanderungssaldo mit den allermeisten Städten positiv. Auch aus der königlich-sächsischen Landeshauptstadt zogen deutlich mehr Menschen nach Leipzig (824) als von Leipzig dorthin zogen (667). Wundern braucht man sich darüber aber sicherlich nicht. *Zwinkersmiley*

  • "Der Moment, an dem es kippt" - die LVZ schreibt zu "Gentrifizierung im Leipziger Stadtteil Connewitz"
    Hier einige Auszüge aus dem Artikel:


    - Leipzig habe sich beispiellos vom grauen Klotz der Achtziger zu einer der attraktivsten Städte entwickelt
    - Connewitz, usprünglich wenig saniert, zog Kreative an, die wiederum Bergehrlichkeiten weckten: neue Leute kommen in den Stadtteil
    - in Connewitz stoße diese Entwicklung schon lange auf Widerstand; Besipiel Stadtteilzentrum - mit teilweise aggresiven Formen
    - es seien vor allem die neuen Stadthäuser, die das Gleichgewicht immer stärker beeinträchtigten (!)


    http://nachrichten.lvz-online.…/r-citynews-a-112871.html

  • ^ Dieser Artikel ist eine interessante Bestandsaufnahme von Connewitz, wenn sicher auch nicht neu für uns. Seit ein paar Jahren zählt der alternativ geprägte Stadtteil zu jenen mit den größten Zuzügen und natürlich nimmt die Entwicklung dort den gleichen Verlauf wie schon zuvor in der Südvorstadt, in der heute schon fast alles saniert ist.


    Die Verdrängung alternativer Projekte, Wohn- und Lebensformen ist sicher unschön für die Betroffenen, aber der Status Quo, wie es in dem Artikel so schön heißt, kann allein schon aus städtebaulicher Sicht nicht beibehalten werden, denn zu viele Brachen und unsansierte bzw. unbewohnte Altbauten bestimmen nach wie vor den Stadtteil. Von daher ist es selbstverständlich zu begrüßen, dass sich der Stadtteil weiter entwickelt und städtebaulich weiter an Attraktivität gewinnt. Und dabei ist die Südvorstadt m.E. noch nicht einmal ein schlechtes Vorbild.


    Kein Verständnis habe ich für solche Zeitgenossen, die Stadthäuser, Kindergärten und Supermärkte beschmieren oder mit Farb- und Teerbeutel attackieren und Fenster einschmeißen, um auf die Probleme im "Kiez" aufmerksam zu machen. Solch zerstörerisches Verhalten ist intolerant und darf noch nicht einmal mit dem Begriff der Gentrifizierung bzw. der Verdrängung des alternativen Millieus (die Täter kommen wahrscheinlich noch nicht einmal aus demselben) verharmlost werden.


    Und von Frau Nagel wünsche ich mir, dass sie Toleranz nicht nur dann propagiert, wenn die nächste NPD-Demo in der Stadt ansteht.

  • ^ cowboy. das hätte ich nicht besser formulieren können. die zeit steht nicht still und es erfordert immer den dialog aller beteiligten/betroffenen. es ist schade wenn menschen aus welchen motiven auch immer mauern hochziehen. ähnliches passiert m.m.n. ja auch in der windmühlenstraße. dort wird versucht, die zeit anzuhalten, ohne wirklichen konsens zu suchen...

  • ^ Wobei ich schon hinterfragen würde, ob unbedingt ein Altersheim und eine Alpina-weiße Vorstadtidylle unbedingt um die Ecke der Stockartstraße ziehen musste. Die jahrelange Verhinderung eines Streetballplatzes aufgrund von befürchteten Lärmproblemen und die Beschwerden über den Schmutz erinnern doch arg an diverse Fälle hier in Berlin, in denen man in eine schöne Eigentumswohnung direkt neben einem jahrelang ansässigen Club gezogen ist und diesen dann direkt nach Einzug rausklagt, weil es zu laut ist.


  • Lieber Cowboy,


    Deine ersten Absatz, in welchem Du die Entwicklung der Südvorstadt nachzeichnest kann ich noch teilen, da er lediglich die Beschreibung eines stattgefundenen Prozesses darstellt.
    Deine folgendenden Absätze muss ich entschieden widersprechen.


    Die Verdrängung alternativer Lebensformen ist nicht nur wie Du es beschreibst "unschön", sondern wird auch entsprechenden Gegenwind ernten; und das ist auch völlig ok. Eine durchkapitalisierte Lebensform ist halt nicht jedermans Sache.


    Mich würde es auch gern interessieren, wo Du in Connewitz einen städtebaulichen Zustand ausmachst der nicht tragbar sei? Übrigens wer bestimmt eigentlich was tragbar sei und was nicht?
    Wo gibt es die zahlreichen unsanierten Altbauten in Connewitz?
    Ja, es gibt noch vereinzelt unsanierte Häuser, aber daraus eine enorme Masse zu konstruieren und zum anderen ein Problem; ist meines Erachtens nicht notwendig.
    Deine Lobdudelei auf die Südvorstadt kann ich ebenso nicht teilen; architektonisch hat der Stadtteil bestimmt seinen Reiz. Ansonsten find ich ihn kulturell und sozial ziemlich langweilig.


    Über den architektonischen Gehalt, oder sagen wir ruhig Anspruch, der Stadthäuser in der Auerbachstraße möchte ich mich nicht äußern. Ich hätte mir lediglich eine andere Bebauung dort gewünscht, ohne eingezäunte Parkplätze im Vorgarten.


    Deinen letzten Satz bezüglich NPD-Aufmärsche kann nur als Provokation gemeint sein. Ich persönlich werde niemals faschistisches Gedankengut akzeptieren und ich finde es gut, wenn es andere Menschen gibt, die sich gegen Nazis stark machen.

  • In der Printausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 12.11.2011 ist die gesamte Seite 3 dem Leben in Leipzig gewidmet. Die Autorin Friederike Haupt hat den Titel


    LEIPZIG - Dieser Ort ist kein Traum


    gewählt.


    Beschrieben wird Leipzig als ein Ort der Möglichkeiten, mit viel Grün und bezahlbaren Mieten, aber kaum lukrativen Jobs. Dafür können sich Macher hier gut entfalten.


    Eine Stadt aufregend wie eine Metropole und doch auch ein Dorf.

  • Noch ist unklar, wie viele Redakteure in Leipzig bleiben werden, um weiter die regionalen Themen zu bearbeiten.


    Quelle:
    http://www.dwdl.de/nachrichten…droht_groer_stellenabbau/


    Ich hatte eigentlich gehofft, dass jene die derzeit ihre geistigen Ergüsse im "Lokalteil" niederschreiben, entweder ebenso nach Berlin verbannt oder zurück ins Muldental geschickt werden.


    Ganz ehrlich: Für diese miserable Zeitung in Leipzig muss man sich gar schämen!
    Es ist nur zu hoffen, dass der Auflagensinkflug beibehalten wird, Werbekunden der LVZ den Rücken zukehren und in der Öffentlichkeit immer mehr publik wird, was für ein plattes und reaktionäres Blatt die LVZ darstellt.

  • ^ Der überregionale Teil war qualitativ allerdings viel hochwertiger als die zuweilen arg tendenziösen Lokalnachrichten, nicht umsonst wurde die LVZ für eine Lokalzeitung recht häufig überregional zitiert. "Ebenso" ist also m.E. der falsche Begriff, eher "stattdessen".


    Unabhängig davon sollte man nicht vergessen, dass die LVZ für architektonische oder städtebauliche Informationen einen doch recht hohen Nachrichtenwert besitzt und zu hoffen ist, dass dies auch so bleibt.

  • Phoenix:
    Das kann man aber auch nur behaupten, wenn man das Niveau anderer Regionalzeitungen außen vor lässt. Im bundesdeutschen Vergleich schneidet die LVZ verdammt gut ab. Zumal garantiert nichts besser wird, wenn die LVZ schlechter wird.

  • Wir sollten nicht vergessen, dass die LVZ die letzte verblieben Zeitung in Leipzig ist. (Es gibt Blätter, die sind für mich keine Zeitung)


    In verschiedenen Dingen muß sie noch an sich arbeiten. Im Großen und Ganzen ist sie für ein Regionalblatt doch ganz ordentlich. Manchmal könnten die Journalisten durchaus noch mehr Regionalverbundenheit zeigen.

  • @ diogenes: erinnert sei vielleicht an die Diskussion um das Radfahrverbot in dne Fußgängerzonen und das Radwegekonzept sowie vor Kurzem erst die beinahe als politische Kampagne zu bezeichnende Drogendiskussion. In beiden Fällen hat die Berichterstattung der LVZ einen tendenziösen Eindruck gemacht. Zustimmung aber an dancingdwarf, ich kann ebenfalls keine Verbesserung darin erkennen, wenn die LVZ schlechter wird.

  • Das Argument "besser die LVZ als lokale Zeitung, als gar keine Zeitung" möchte ich entschieden zurückweisen. Die Themensetzung der LVZ im Lokalteil, ist wie DaseBLN schon angesprochen hat nicht nur desöfteren tendenziös, sondern darüber hinaus einfach schlecht und langweilig aufgezogen.
    Es ist eine Mär zu glauben ohne die LVZ in Leipzig nicht ausreichend informiert zu sein. Die Informationsquellen des Internets sowie die anderer überregionaler Tagezeitungen lassen die LVZ leicht obsolet werden.
    Ich möchte keinen müden Cent für eine LVZ ausgeben, die in meinen Augen schwarze populistische Stimmungsmache betreibt.

  • ^ Also jetzt nur mal auf die von mir bereits erwähnten architektonischen und städtebaulichen Informationen bezogen - wenn ich mir überlege, wie oft ich hier bereits aus der epaper-Ausgabe des nächsten Tages berichtet habe, zuletzt über die Pläne für Oelsners und Deutrichs Hof, die andernorts bisher keinerlei Erwähnung fanden, kann ich nicht unbedingt zustimmen, dass die LVZ obsolet wäre. Eine L-IZ oder Blogs sind da bisher leider kein Ersatz.

  • Ach, die Leipziger Volkszeitung.


    HEUTE ist wieder ein Artikel erschienen, der einer kritischen Prüfung nicht Stand hält. Es ist doch wirklich nicht so schwierig statistische Berichte zu lesen und zu interpretieren. Problematisch ist, dass Zahlen aus dem Jahr 2010 zugrunde gelegt werden. Inzwischen hat sich einiges verändert. Im Artikel wird eine Arbeitslosenquote von 14% genannt. Die aktuelle Quote liegt bei 11,8%. Das ist immer noch zu hoch. In den Dresdner Neusten Nachrichten hätte mit Sicherheit die aktuelle Zahl gestanden.


    Das die Leipziger Universität zwar viele Bewerber für das gegenwärtige Wintersemester gehabt hatte, tatsächlich aber nur in etwa die gleiche Anzahl Studierender wie 2010 immatrikuliert wurden, wird als Erfolg genannt. Tatsächlich war die Universität Leipzig im letzten Jahr die weit und breit einzige Universität bei der die Studierendenzahl abgenommen hat.


  • Ich möchte keinen müden Cent für eine LVZ ausgeben, die in meinen Augen schwarze populistische Stimmungsmache betreibt.


    Wer verlangt von Dir, auch nur einen Cent für die LVZ auszugeben? Was man von Dir verlangen darf: Zu erkennen, dass Redakteure wie Orbeck, Rometsch, Tappert keine "schwarze populistische Stimmungsmache" betreiben.


    Auch Dieter Wonka leistet hervorragende Arbeit.


    Mehrere Führungsposten sind verheerend schlecht besetzt, ja.


    An Ulrich Milde, Kai-Uwe Brandt und anderen muss und wird man wenig Gutes finden.


    Zu Hilder kann ich persönlich nichts sagen. Aber man hört nur Schlechtestes. Bald weg, kommt garantiert nicht wieder.