Ernst-May-Viertel mit Günthersburghöfen (Planungs-Thread)

  • Ernst-May-Viertel mit Günthersburghöfen (Planungs-Thread)

    Herr Schwarz und seine Kollegen waren in letzter Zeit wirklich umtriebig. Jetzt lassen sie verlautbaren, eine Einhausung der A661 zwischen Bornheim und Seckbach sei womöglich doch noch umsetzbar. Das Dezernat ließ eine Machbarkeitsstudie erstellen, deren Ergebnis heute in der FAZ vorgestellt wird, online hier.


    Die Idee: Schaffung eines Landschaftsraumes, der mehr oder weniger vom Wasserpark via Friedhof Bornheim / Schrebergärten über eine begrünte Einhausung der A661 zum Huthpark führt. Großzügig gesehen, wäre sogar der Hauptfriedhof angeschlossen. Die Blumengroßmarkthalle würde abgerissen.


    Finanzieren könnte die Stadt das durch Ausweisung und Verkauf von rund 27 Hektar Bauland südlich des Bornheimer Friedhofs über die A661 hinweg bis nach Seckbach sowie um die A661 herum südlich von der B521 und zwischen A661 und Huthpark. Auf einer Bruttogeschossfläche von 260.000 qm könnten Wohnungen für bis zu 5.000 Menschen entstehen.


    Vom Verkauf dieser Flächen verspricht sich die Stadt 120 Mio. Euro Erlöse. Die Baukosten für die Einhausung würden 220 Mio. Euro betragen.


    Sicher, der Wahlkampf steht vor der Tür, und solche Konzepte sind Zucker für die geschundenen Wählerseelen. Die Idee an sich ist jedoch tatsächlich reizvoll.

  • Es ist aber schon klar, dass dieses Stück nur den weniger kritischen Teil darstellt, in dem der Hauptteil der Wohnbebauung nach der Autobahnplanung entstand.


    Die Hauptkritik der Ausbaugegner richtet sich ja gegen die Brücken dem Bornheimer Hang gegenüber.

  • Einhausung: Zuschuss aus Berlin?

    Das Thema Einhausung der A661 ist so en vogue, dass lt. Meldung der FR Oberbürgermeisterin Roth und ihr Fraktionschef sich noch im September mit Bundesverkehrsminister Ramsauer in Berlin treffen wollen, was auch schon im von epizentrum verlinkten Artikel in der FAZ angedeutet wurde.


    Bei dem Treffen, für welches der Zeitraum vom 20.-25. des Monats vorgesehen sein soll, wollen Roth und Heuser für einer Unterstützung des Bundes bei der Finanzierung der Einhausung werben. Im Beitrag der Rundschau wird erläutert, dass der Bund zu einer Beteiligung an der Finanzierung nicht verpflichtet ist. Grund sind die bei Planfeststellungsbeschluss vor 40 Jahren maßgeblichen Grenzwerte, welche von den heutigen abweichen.

  • Das Stadtplanungsamt hat nun die 2009 vom Büro Albert Speer & Partner erstellte Studie zugänglich gemacht. Sehr interessant!


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    Eine von zwei vorgestellten Varianten einer Kompletteinhausung:



    Grafik: AS&P – Albert Speer & Partner GmbH / Stadtplanungsamt Frankfurt am Main


    Das oben von jo.ker erwähnte Gespräch zwischen Frankfurter Kommunalpolitikern und dem Bundesverkehrsminister hat inzwischen stattgefunden. Die Rundschau und die FNP berichten heute.


    Interessant sind nicht zuletzt die in der FNP genannten Zahlen: Bisherigen Berechnungen des Ingenieurbüros Krebs & Kiefer zufolge soll der etwa 1.100 Meter lange Tunnel zwischen Enkheimer Straße und Friedberger Landstraße rund 200 Millionen Euro kosten. Allerdings sind hier bereits 52 Millionen Euro für Unterhalt und Wartung in den nächsten Jahrzehnten eingerechnet! Die Einhausung der A7 in Hamburg auf 1.700 Metern Länge (Thread) soll nach einer Kostenschätzung lediglich 167 Millionen Euro kosten. Eine vor zehn Jahren in Regensburg gebaute Einhausung mit 670 Metern Länge hat insgesamt nur 26 Millionen Euro gekostet. Vor diesem Hintergrund soll nun im Verkehrsministerium geprüft werden, ob in Frankfurt nicht zu geringeren Kosten gebaut werden könnte.

  • Eine Neuigkeit zu diesem Thema bildet der Bericht der FR über die Einleitung einer sog. vorbereitenden Untersuchung durch Planungsdezernent Schwarz. Solche Untersuchungen sind nach dessen Aussage "Grundlage eines städtebaulichen Rahmenplans, der über Bauflächen, Frei- und Grünflächen, Baudichte, Nutzungsmischung sowie Straßen- und Wegenetze im Gebiet Aussagen trifft."


    Die in Schmittchens Beitrag erwähnte Studie wird ebenfalls hinsichtlich ihrer Kennzahlen erwähnt, nämlich dass ca. 23 Hektar Bauland hinzugewonnen werden könnten mit rund 2400 Wohneinheiten für gut 5000 Einwohner. Über die Zeitdauer der Untersuchung(en) wollte der Dezernent keine Aussage treffen, genauso wie über die "Mitwirkungsbereitschaft der sehr zahlreichen Eigentümer". Auch die Stellungnahme von Bundesverkehrsminister Ramsauer stehe noch aus.

  • Das finde ich mal eine positive, konkrete Maßnahme: Herr Ramsauer wird am 21. Februar in seiner Funktion als Bundesverkehrsminister in die U4 steigen, um sich von Albert Speer, Boris Rhein und Magistratsmitgliedern die Motivation für die Einhausung erklären zu lassen und mit der Situation vor Ort zu vergleichen. Meldet die Stadt Frankfurt eben =7799512"]hier.

  • Der Grund, warum es mit der U-Bahn dorthin geht und nicht mit dem Dienstwagen, ist eine vorherige Pressekonferenz zum Thema Klimaschutz in der Stadt im Römer. Los geht's daher um 15 Uhr an der Station Dom/Römer. Wenn kein Sonderzug eingesetzt wird, kann also jeder mitfahren.



    Das letzte Mal, dass ein Bundesverkehrsminister mit der U4 gefahren ist, dürfte vor ziemlich genau 10 Jahren gewesen sein – und auch damals waren übrigens 5 Wochen später Kommunalwahlen ... immer diese Zufälle! ;)

  • Bundesverkehrsminister Ramsauer ließ am Montag keinen Zweifel daran, dass Frankfurt den Hauptteil der Einhausungskosten selbst tragen müsste. Gefordert sei auch das Land Hessen. Der Bund selbst könne einen "marginalen Beitrag" aus seinem Programm für Städtebau und für energetische Gebäudesanierung leisten. Ferner werde Ramsauer "seine Pflichten zum Lärmschutz erfüllen" und sogar darüber hinausgehen. OB Roth möchte die Eintunnelung nicht zuletzt aus Gründen des Klimaschutzes gerne ins Investitionsprogramm der Stadt Frankfurt aufnehmen.


    Der Vorteil einer Einhausung ist Architekt Speer zufolge ein zweifacher. Zum einen würde ein Kaltluftstrom aus Richtung Nordosten über den Huthpark hinaus sich in Richtung Innenstadt fortsetzen und dort für frische Luft sorgen. Des Weiteren könnten (wie bereits weiter oben im Strang dokumentiert) rund 27 Hektar hochwertiges Bauland gewonnen werden, auf welchem 2400 Wohneinheiten für etwa 5000 Menschen entstehen könnte. Darüber hinaus würde die Autobahn den Stadtteil Seckbach nicht länger von Bornheim trennen (Quelle).

  • Ich will ja nicht klugscheißen, aber ich zähle vier und nicht nur zwei Vorteile:


    • Bessere "Lüftung" der Innenstadt im Sommer (von den vieren sicher das schwächste Argument, aber immerhin)
    • Verbindung von Bornheim und Seckbach bzw. Überwindung der Trennung durch die Autobahn
    • Schaffung von Bauland
    • Der beste Lärmschutz, den man sich vorstellen kann


    Egal, aus welchem Topf die Einhausung bezahlt wird, letzten Endes kommt das Geld sowieso vom Steuerzahler (oder gibt es auch private Beteiligte, in Form einer ÖPP?). Im Zweifelsfall muss die Stadt die Investition eben zum Großteil selber bezahlen. Ein ordentlicher Betrag (mehr als die Hälfte der Investitionssumme) kommt voraussichtlich durch den Verkauf der Grundstücke wieder herein, und den Rest kann sich die Stadt auch alleine leisten. Es soll ja immerhin kleine Zuschüsse von Bund und Land geben. Nachdem von den Frankfurter Parteien eigentlich keine dagegen ist, wird die Einhausung (hoffentlich) auch kommen.


    Ich würde allerdings Nägel mit Köpfen machen und die Alleenspange gleich mit bauen. Dann hätten wir auch ein großes Verkehrsproblem am Alleenring weniger, durch den gleichzeitigen Bau könnte man Kosten sparen (es muss später nicht wieder alles aufgebuddelt werden) und die Belastung der Anwohner durch die Bauaktivitäten zöge sich nicht so in die Länge. Außerdem kann man dann tatsächlich ruhigen Gewissens Bauland in den Neubaugebieten verkaufen und Wohnungen errichten, ohne dass die zukünftigen Bewohner irgendwann damit rechnen müssten, dass doch noch der Alleentunnel unter ihrem Keller gebaut wird - dann ist das Geschrei wieder groß! Daher: erst die Alleenspange mitsamt der Einhausung, dann die Wohnbebauung oben drauf.

  • Stadt will Einhausung notfalls selbst finanzieren

    Unter der Überschrift "Einhausung rückt näher" berichtet die FR über den Willen des Magistrats, die Überbauung der A661 größtenteils aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Dies hätten sowohl Oberbürgermeisterin Petra Roth als auch Planungsdezernent Edwin Schwarz und Kämmerer Uwe Becker bekräftigt.


    Lt. Becker könne Frankfurt am Main "in der nächsten Wahlperiode die Voraussetzungen schaffen, dass die Einhausung angestoßen werden kann", wobei die Kosten, die Becker zwischen 100 und 150 Millionen Euro ansetzt, größtenteils von der Stadt selbst aufzubringen seien. Trotzdem werden auch andere Beteiligungen an der Finanzierung nicht ausgeschlossen: "Bundesverkehrsminister Ramsauer wäre nicht nach Frankfurt gekommen, nur um zu erklären, dass der Bund nicht dabei ist", sagte Becker.

  • Forderung nach längerem Lärmdeckel

    Politiker der CDU, Grünen und auch der SPD (die Herren Heuser, Majer und Oesterling) schließen sich Xalinais Forderung nach einer A661-Einhausung vor dem Bornheimer Hang an, jedenfalls inhaltlich. Das berichtet die FAZ heute (Online-Artikel). Im Rahmen einer Veranstaltung des "Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn" plädierten sie für die entsprechende Verlängerung der geplanten Einhausung. In der nachfolgenden Karte habe ich die aktuell in Prüfung befindliche Einhausung dunkelgrün und die neu geforderte Verlängerung hellgrün eingezeichnet (pi mal Daumen):



    Karte: (C) OpenStreetMap and Contributors, CC-BY-SA. Markierungen von epizentrum


    Noch ist freilich nichts Offizielles eingeleitet. Die drei Protagonisten planen aber, eine entsprechende Machbarkeitsstudie zu beantragen.

  • Wäre eine schöne Sache...aber in dem südlichen Teil liegt die Autobahn ja nicht in einem Graben, sondern läuft über einen Dam/bzw am Hang und über Brücken und da frag ich mich dann schon, wie so eine Einhausung aussehen soll. Einfach einen Betonkasten drum und gut? Da gucken dann die Bornheimer schön auf ne große Graue Wand. Die kann man dann noch begrünen, aber wirklich weg wäre die Autobahn nicht.

  • Ich glaube, den Anwohnern geht es nicht so sehr um das Aussehen, als vielmehr um die Lärmbelästigung. Diese Komplett-Einhausung ist ja eine schöne Idee, dennoch muss man bedenken, dass hier im südlichen Teil eigentlich nur noch ein Argument von den vier oben genannten für die Einhausung des nördlichen Teils übrig bleibt, nämlich der Lärmschutz. Bauland schafft man dadurch im Süden keins mehr, auch keine Verbindung zwischen Stadtteilen. Die Klimawirkung darf auch angezweifelt werden.


    Wenn es aber schon bei der deutlich mehr Nutzen stiftenden Einhausung des nördlichen Teils der A661 Probleme mit der Finanzierung gibt, sollte man sich doch zunächst einmal auf diesen noch sinnvolleren nördlichen Teil konzentrieren. Der südliche Teil kann dann immer noch nachgeschoben werden - es ist ja nicht so, dass sich zwei Bauabschnitte nacheinander ausschließen würden oder dass sie teurer wären als ein durchgehender, oder sehe ich das falsch?


    Um den Lärmschutz vor allem für die Bewohner der angrenzenden Wohnhochhäuser schneller zu verbessern - laut FAZ-Artikel genügen dafür Lärmschutzwände nicht, da der Lärm nach oben entweicht -, würde ich Flüsterasphalt auftragen lassen. Ansonsten würde ich sequentiell vorgehen: erst einmal muss der Riederwaldtunnel gebaut und die Verbreiterung der Autobahn abgeschlossen werden, gleichzeitig kann der nördliche Teil der Einhausung zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße gebaut werden. Wenn dafür eine Finanzierung zustande kommt, ist das schon ein großer Fortschritt. Wenn dann, nach der nördlichen Einhausung und dem Flüsterasphalt, der Lärm tatsächlich noch nicht deutlich geringer geworden ist, kann man immer noch im Süden weiterbauen.


    Wovon ich überhaupt nichts halte, ist, jetzt die zugesagten geringen Bundeszuschüsse für eine Lärmschutzwand im nördlichen Bereich auszugeben, wie es Herr Heuser vorgeschlagen hat. Das wäre nur ein Provisorium, das auch Steuergelder kostet - egal, ob sie jetzt vom Bund oder der Stadt kommen! Und wenn so ein Provisorium erst einmal steht, rückt die bessere und langfristige Lösung, also die Einhausung, in weite Ferne, wie wir es in Frankfurt schon so oft erlebt haben!


    In der neuen Machbarkeitsstudie, die jetzt gefordert wird, könnte auch untersucht werden, ob für den südlichen Teil nicht Lärmschutzwände mit einer nach innen gewölbten Krümmung am oberen Ende ausreichen, um den Lärm nach oben hin - in Richtung der Wohnhochhäuser - abzuschirmen, sprich, evtl. müsste man den Deckel über der Brücke im südlichen Bereich gar nicht schließen. Das könnte deutlich billiger werden.

  • epizentrum : Das ist nicht meine Forderung, ganz und gar nicht. Ich habe lediglich diesen Bereich als den wesentlichen Kritikpunkt, unter anderem von AUA, herausgestellt.
    Mein Ansatz wäre eher der Französische: Lärmschutzwand bauen, die die niedrige Bebauung weitgehend schützt. Die Hochhäuser an der Kohlbrandstraße und am Panoramabad aufkaufen und abreißen, für deren Schutz der restliche Aufwand betrieben werden muß, weil sie über die Wand drübergucken. Ziel erreicht und um Klassen billiger.

  • Konzeptverfahren entschieden

    Das Stadtplanungsamt gab gerade bekannt, dass sie sich im Rahmen eines kooperativen Verfahrens für einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Rahmenplan entschieden haben. Am Verfahren auf Basis der hier besprochenen Studie von Albert Speer & Partner nahmen drei Büros teil. Gewonnen haben nach ihrer Präsentation am 14. September Pesch & Partner architekten stadtplaner (Herdecke, Stuttgart, Shanghai). Auf ihre Website haben sie das Projekt noch nicht eingestellt.


    Der gemischt besetzte Beirat des Verfahrens habe sich "mit einem hohen Maß an Konsens" entschieden, auch wenn alle Entwürfe eine "hohe Qualität" besäßen. Das Planungsamt schreibt zur Beiratsentscheidung:


    Zitat

    Insbesondere wurde die maßvolle Arrondierung sowie die stimmige und ausgewogene Anordnung der baulichen Ergänzungsbereiche gelobt. Dabei war deutlich zu erkennen, dass sich die zusätzlichen Baumaßnahmen aus dem Bestand entwickeln und diesen respektieren. Der Verzicht auf eine bauliche Ergänzung von Seckbach reduziert Konflikte – bei relativ geringem „Verlust“ an Wohnbauflächen. Die interne städtebauliche Struktur der einzelnen Gebiete ist gut durchdacht. Besonders positiv wurde auch der kompakte Siedlungsschwerpunkt „Innovationsquartier“ an der Friedberger Landstraße aufgenommen. Das Konzept der „Grünen Mitte“ schafft Weite und Offenheit der Freifläche, in der die vorhandenen Qualitäten erhalten werden können. Überzeugend ist das umfangreiche Angebot an Klein- und Freizeitgärten und die sparsame Anordnung öffentlicher Grünflächen.


    Die Stadt wolle ihre weitere Bearbeitung des Vorhabens nun auf der Grundlage der Gewinner-Konzeption fortsetzen.

  • Das ist der Plan des erstplatzierten Büros (das 6,5 MB große PDF kann hier heruntergeladen werden):



    Modellfoto (hier ist die "ergänzende Bebauung" farblich hervorgehoben):



    Grafiken: Stadt Frankfurt / Pesch Partner / Glück Landschaftsarchitektur


    Ausgedehnte Grünflächen, wie erwartet. Wenig Bebauung, auch aus Scheu von Konflikten (s. o.) Offenbar Verzicht auf eine sicher deutlich dreistellige Zahl von Wohnungen am heutigen Rand von Seckbach aus Furcht vor einer Handvoll Schreihälsen.


    Ansonsten die Bebauung meist mit gerade einmal vier Geschossen, etwa südlich von New Atterberry sogar teilweise nur drei Etagen. Auf dem heutigen Areal des Blumengroßmarkts und östlich davon vorwiegend dreigeschossige Reihenhäuser in lockerer Anordnung. Toll auch: ein "Innovationszentrum am Wasserpark". Das Glitzern subventionierten Siliziums hat man schon vor dem geistigen Auge. Die Bebauung dort stellt man sich so vor. Und was ist denn das? Donnerwetter, neue Schrebergärten! Nun teils mit dem modischen Label "Urban Gardening".


    Ein Entwurf dem Ideal einer "durchgrünten Stadt" entsprechend - konsequenterweise vom Grün dominierten Planungsamt zum Sieger gekürt. Mit einem Schuss Öko-Utopia. Doch ob das die herrschende Wohnungsknappheit entscheidend lindert? Und die gewaltigen Baukosten und laufenden Kosten rechtfertigt?

  • Oh mann, wirklich war, die Einhausung mit diesem Ergebnis kann man sich echt sparen. Dann doch lieber das Geld nehmen und die U-Bahn im Europaviertel komplett eintunneln, das würde unter'm Strich mehr Sinn machen.


    Und ich bin mir sicher, dass die vorgesehenen öffentlichen Grünflächen, die recht abseits liegen und im Umfeld keine dichte Wohnbevölkerung haben, eher wenig bis fast gar nicht genutzt werden, ist ja auch kein Wunder bei dem herrschenden Grünflächen-(Über)Angebot in Frankfurt.


    So ein Schwachsinn!


    Btw: Den Grünen, die anscheinend unter Realitätsverlust leiden, sollte man dringendst das Planungsamt aus den Händen nehmen.

  • Leute jetzt mal langsam, vergleicht mal den aktuellen Plan mit der vom Büro Albert Speer & Partner erstellten Studie. Die Maßstäbe sind erstaunlich ähnlich und lassen sich übereinanderlegen. Die gelben Bereiche sind ungefähr gleich, die roten Bereiche waren in der Studie aber sind nun entfallen und die grünen Bereiche sind nun neu in der Planung. Das sieht ziemlich ausgeglichen aus, vor allem da der linke untere grüne Bereich nach massiv BGF aussieht. Vielleicht war dieser Verengung in der Studien in Bezug auf die Belüftung der Stadt einfach unvorteilhaft, es fällt nämlich auf, dass der "Durchgang" zum Hutpark deutlich breiter geworden ist.


    Ein bisschen mehr vom roten Bereich würde ich mir allerdings auch wünschen (Konflikpotential vermeiden, was für ein Humbug. Wurde mal darüuber nachgedacht was die derzeit vorhandene Autobahn an Konfliktpotential birgt?!), vor allem aus dem Grund, dass es wahrscheinlich schlecht wirken wird, wenn in den rot gefärbten Bereichen die Außenkante des Landschaftsparkes nicht die Neubebauung sondern die Altbebauung ist. Die Neubebauung würde ja bestimmt zum Park hin ausgerichtet sein und diesen daher umschließen. Die Altbebauung wird eher ihr Hinterteil zum Park strecken und deutlich ausgefranster sein, weshalb sich keine Umschließung ergäbe. Aber das ist natürlich alles nur mehr oder weniger in einen groben Plan "hineingeraten".



    Grafiken: Stadt Frankfurt / Pesch Partner; Bearbeitung: Porteno

  • Konfliktpotential vermeiden kann auch heißen, dass man New Atterberry eben direkt an den Park anbindet, statt ihnen noch eine Häuserreihe davorzustellen.


    Außerdem hat man mit der Bürobebauung am Wasserpark und dem Weglassen des roten Bereichs am Bornheimer Friedhof die Trasse der Alleenspange freigehalten, so dass man auch da konfliktarm weiterbauen kann, sobald die Häuser im südlichen gelben Bereich gebaut und verkauft sind.


    Klassische Frankfurter Wohnbautaktik halt.

  • Im Bericht der heutigen FAZ klingt das Ganze positiv. Die Stadt habe auf Basis der AS&P-Studie mit nur 2.500 neuen Wohnungen gerechnet. Der Wettbewerb habe gezeigt, dass 4.000 bis 5.000 Wohnungen möglich seien. (Mit Puffer für weiteres Wachstum in die Grünstreifen hinein, falls politisch durchsetzbar bzw. nach den "endgültigen" Entscheidungen zum freigehaltenen Areal für eine zukünftige Alleenspange.)


    Dezernent Cunitz habe das Vorhaben als eines seiner "zentralen Projekte" bezeichnet, das "durchgeführt werden muss". Es sei "ein Befreiungsschlag" für die Wohnungssituation in Frankfurt.


    Die höhere Wohnungszahl mache die Finanzierung greifbarer. Cunitz wolle jetzt mit Bund und Land verhandeln. Bis zum ersten Spatenstich würden allerdings "mit viel Glück" 5 Jahre und bis zum Bau der ersten Wohnungen locker 13 Jahre verstreichen (genannt wurde 2025). Neben den entsprechenden Verhandlungen und Beschlüssen seien vor allem die Einigungen mit den jetzigen Eigentümern und die planungsrechtlichen Arbeiten für die lange Vorlaufzeit verantwortlich. Betroffen seien 300 Eigentümer bzw. Pächter sowie 400 Kleingartenbesitzer.


    Im Artikel steht außerdem, die Neubebauung werde 4- bis 5-geschossig sein. Der Arbeitstitel des Projektes sei "Ernst-May-Viertel". Vor 90 Jahren habe Ernst May an gleicher Stelle bereits eine Stadterweiterung vorgesehen.