/\ sehr witzig
tja, wenn man Birnen mit Äpfel vergleicht ... die Gründe der 90er sind sicherlich nicht die gleichen wie heute. Aber wahrscheinlich bist du zu jung um diese beiden Jahrzehnte wirklich vergleichen zu können.
Leipziger Kaffeeklatsch
-
-
-
Huch, warum geht es nun plötzlich um mich und nicht darum, was ich schrieb? Aber auch da gilt: Weniger Annahmen und Unterstellungen, mehr Fakten. Ich war 1990 14 Jahre alt und 1999 23. Daher bilde ich mir ein, doch etwas über die 1990er Jahre aus eigenem Erleben zu wissen.
Selbstverständlich sind die konkreten Gründe heute andere als direkt nach der Wende und dem Beitritt. Und die wirtschaftliche Lage und die Ungewissheit damals waren noch deutlich bescheidener als heute. Aber es herrschte Krise und die Menschen waren stark verunsichert, wie ihre nahe Zukunft aussehen wird. Genölt, dass gerade junge Menschen in großer Zahl und hier wieder viele Frauen aus egoistischen Motiven ihre Heimat verlassen und in den Westen gehen, anstatt ihre patriotische Pflicht in ostdeutschen Schlafzimmern zu erfüllen, wurde aber auch damals schon. Ich bin übrigens 1996 mal anderthalb Jahre gegangen, aber wieder zurückgekommen.
Sachsen: Geburtenentwicklung und Geburtenverhalten
Letzte Aktualisierung: 27.08.2026
https://www.bevoelkerungsmonitor.sachsen.de/geburtenentwic…nverhalten.html
Mit viel Pech haben wir demnächst im Nachbarland aber einen Liveversuch, was extrem rechte Politik bei der Geburtenzahl zu verändern vermag:
https://www.volksstimme.de/wahl/landtagsw…rung-ab-4299161
https://www.mdr.de/nachrichten/sa…eidung-104.html
https://www.news4teachers.de/2026/08/zweite…t-finanzierbar/
Unter der Regierung Viktor Orbáns konnten die Geburtenzahlen in Ungarn ab 2019 mit dem "Aktionsplan zum Familienschutz" ("Családvédelmi Akcióterv") und staatlichen Zuschüssen, Steuererleichterungen und zinsgünstigen Krediten nicht wesentlich noch weiter nach oben getrieben werden. Wie fast überall in Europa stürzten sie auch in Ungarn ab 2021 - also noch unter Orban - ab. 2025 lag die TFR bei etwa 1,31 Kinder pro Frau - in Deutschland bei 1,32 Kindern pro Frau.
https://data.worldbank.org/indicator/SP.D…locations=HU-DE
Sehr wahrscheinlich hat auch die Entwicklung in Ungarn mit Instagram und vier Urlauben im Jahr zu tun.
-
Am 24. März 2024 stand in der Leipziger Zeitung am Ende eines Artikels von Ralf Julke mit der Überschrift "Statistischer Quartalsbericht: Wollen Leipzigs Frauen keine Kinder mehr?":
"... Was dann schon geradezu nach einer Geburtenverweigerung der jungen Frauen klingt. Oder nach einer Gesellschaft, in der das Kinderkriegen zunehmend zu einem Problem wird, auch wenn der Beitrag die wirklich konkreten Gründe noch nicht benennt.
Aber damit will sich das Amt für Statistik und Wahlen jetzt etwas eingehender beschäftigen, kündigt Andrea Schultz an: „Die beschriebene Entwicklung wirft die Frage nach den Ursachen auf. Eine dezidierte Analyse zur Entwicklung des Fertilitätsverhaltens in Leipzig wird in Kürze in der Publikationsreihe ‚Analysen zur Stadtgesellschaft‘ erscheinen.“
https://www.l-iz.de/politik/kassen…n-kinder-581801
Bis jetzt fand ich da allerdings nichts: https://www.leipzig.de/rathaus/statis…adtgesellschaft
Aufgegriffen wird das Thema allerdings bereits von Christoph Bein in "Die Leipziger Bevölkerung im Wandel - Eine demografische Betrachtung der
Bevölkerungsentwicklung bis 2024" ab Seite 9 bis Seite 12:"Die Erklärungsansätze für den starken Rückgang der Geburtenziffer werden in einem zukünftigen gesonderten Beitrag der Analysen zur Stadtgesellschaft genauer dargestellt. An dieser Stelle soll aber bereits auf folgende Faktoren hingewiesen werden. Ähnliche Rückgänge wurden beispielsweise auch in vielen anderen Städten beobachtet (Abbildung 8). Zum einen war im Zeitraum des Geburtenrückgangs für Leipzig ebenfalls eine deutlich gestiegene Abwanderung ins Umland festzustellen, wie in Abbildung 4 ersichtlich ist. Die meisten dieser Wegzüge betreffen Personen im Familiengründungsalter sowie Kinder. Die Geburtenziffer der gesamten Region Leipzig (Stadt und Umlandkreise) sank zwischen 2016 und 2023 von 1,57 auf 1,14 Kinder pro Frau (Eurostat, 2025), was einem Rückgang von 27,4% entspricht. Dieser Rückgang ist nur unwesentlich kleiner als der Rückgang der Stadt im selben Zeitraum (-32,7%) aber dennoch deutlich höher als der Rückgang in Deutschland insgesamt (-13,1%). Die Abwanderung von Personen im Familiengründungsalter ins Umland kann daher den starken Rückgang der Leipziger Geburtenziffer nur zu einem kleinen Teil erklären.
Zum anderen spielt in wissenschaftlichen Untersuchungen die gestiegene Unsicherheit, insbesondere ökonomischer Art, eine Rolle. Die letzten Jahre waren gezeichnet von multiplen Krisen in Verbindung mit dem Krieg in der Ukraine, Inflationswellen sowie eine generell stagnierende wirtschaftliche Entwicklung. Forschungen haben gezeigt, dass sich ökonomische Unsicherheit insbesondere auf die Familiengründung (Geburt eines ersten Kindes) negativ auswirkt (Kreyenfeld, 2015). Dies zeigt sich am deutlichsten bei der Betrachtung der persönlichen Arbeitssituation: Frauen in befristeten Arbeitsverhältnissen oder Teilzeitarbeit schieben die Familiengründung auf (Schmitt, 2012). Weiterhin wurde gezeigt, dass, mehr noch als ökonomische Unsicherheit, gestiegene gefühlte Einkommensvoraussetzungen für die Familiengründung eine Rolle spielen, d.h. Personen im Familiengründungsalter nehmen heute eine höhere Einkommensschwelle wahr, die überwunden werden muss, bevor an eine Familiengründung gedacht werden kann, als noch in den frühen 2000er-Jahren (van Wijk & Billari, 2024). Dieser Trend wird von den Autoren auf der einen Seite mit höheren persönlichen Ansprüchen von Eltern an ihre Kindererziehung begründet. Auf der anderen Seite kann es aber auch mit gestiegenen tatsächlichen Kosten zusammenhängen, die beispielsweise durch die letzte Inflationswelle 2021-2023 ausgelöst wurden. Für die Stadt Leipzig ebenfalls hierbei relevant sind die stark gestiegenen Mieten: So stiegen zwischen 2016 und 2024 die Angebotsmieten pro Quadratmeter um 54,3% und die Bestandsmieten 32,5% (Kommunale Bürgerumfragen Leipzig 2023, 2024), während der Verbraucherpreisindex im selben Zeitraum lediglich um 25,6% stieg. Für die 85% aller Leipziger Haushalte, die zur Miete wohnen, stellt dies keine unerhebliche Mehrbelastung dar und könnte nach oben dargestellter Theorie zu einem Aufschieben der Familiengründung geführt haben.Ein weiterer Faktor, der insbesondere für die langfristige Entwicklung der Geburtenziffer entscheidend ist, ist ein in den letzten Jahren zu beobachtender Wertewandel unter Jugendlichen im Hinblick auf die Familiengründung. Während in der Leipziger Jugendstudie 2015 noch 75% der weiblichen und 71% der männlichen Jugendlichen „Kinder haben“ als wichtiges Lebensziel angaben, waren es 2023 nur noch 40% der weiblichen und 43% der männlichen Jugendlichen (Schultz, 2024). Bei keinem anderen der zwölf genannten Lebensziele war zwischen 2015 und 2023 ein ähnlich starker Rückgang zu beobachten. Insgesamt betrachtet ist der Geburtenrückgang ein multifaktorielles Phänomen und trotz intensiver Forschung noch weitestgehend eine „Black Box“, was Vorhersagen über den zukünftigen Verlauf der Geburtenziffer erschwert."
-
Welche Auswirkungen hat das konkret und kurzfristig:
Die Stadtverwaltung Leipzig ist gesetzlich verpflichtet erforderliche Plätze in Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflege bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen. Dazu muss jährlich eine Bedarfsplanung durchgeführt werden. Die vorliegende Bedarfsplanung enthält die Planung von Januar bis Dezember 2026.
Die Stadtverwaltung Leipzig steht vor dem Dilemma, dass die Geburtenraten derzeit stark rückläufig sind und es damit ein Überangebot an Betreuungsplätzen gibt. Allerdings sehen die langfristigen Prognosen einen erneuten Anstieg des Betreuungsbedarfes voraus. Dazu soll ein neues System etabliert werden. Dieses legt eine Bedarfsgröße (durchschnittliche Belegung plus 10 Prozent) an vorzuhaltenden Plätzen fest, welche gleichzeitig als Kapazitätsobergrenze fungiert und sich aus der durchschnittlichen Belegung des Vorjahreszeitraums ergibt. Damit können auch kurzfristige Havarien oder andere unvorhersehbare Ereignisse abgedeckt werden.
Durchschnittlich waren letztes Jahr 27.298 Plätze in Kindertageseinrichtungen sowie 1.170 Plätze in der Kindertagespflege belegt. Mit einem 10%-Aufschlag ergibt dies 30.029 Betreuungsplätze für das gesamte Stadtgebiet. Mit einem systembedingten Aufschlag von 910 Plätzen ergibt dies die jährliche Bedarfsgröße von 30.939 Betreuungsplätze für das Jahr 2026.
Damit kommt es zu einem Überangebot. In Anbetracht der aktuellen Haushaltslage werden folgende Maßnahmen ergriffen:
• • Streichen von Neubau- und Sanierungsvorhaben
• • Schließungen bei Überversorgung und schlechtem Bauzustand
• • Schließungen bei Überversorgung und Auslaufen von Mietverträgen
• • Kapazitätsabbau bei Sanierungsmaßnahmen
• • Schließungen durch Kündigungen von unbefristeten Mietverträgen
• • Schließungen als Folge von Unwirtschaftlichkeit als Eigeninitiative der Träger
• • Kapazitätsabbau durch Umnutzung der Kita-Infrastrukturhttps://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig…8&refresh=false
Bedarfsplanung Kindertagesbetreuung der Stadt Leipzig für den Planungszeitraum Januar bis Dezember 2026
https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig…2&refresh=false
-
Sieht die Gründe für die sinkenden Geburtenzahlen woanders und die multiplen Krisen eher als vorgeschoben an: Emotionssoziologe Louis Lang, Dresden
https://www.instagram.com/reel/DcoUs_ujGE3/
https://tu-dresden.de/gsw/phil/iso/m…/Louis-Lang-M-A
Vor allem auf Boomer-Facebook kann man* ganz wunderbar mitnölen, entweder über die Person oder über die heutige Jugend oder über beide. Kinder werden heute eher von Um-die-Dreißigjährigen geboren, aber egal: "Diese Schuchend, die gann gar nüscht. Mir dageschen in der DöDöR hamm noch gepimpert. Ja, frieher ... ."
https://www.facebook.com/fernseheninsac…40675390181948/
Seit April 2025: Promotion an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Erstbetreuung Prof. Dr. Sylka Scholz)
Arbeitstitel: Das Ringen mit Generativität. Attachment und Sorgebeziehungen zu zukünftigen Anderen im Kontext multipler Krisen.
https://www.kindundkegel.de/themen/news/ki…eu-gedacht.html
In der Studie „frauen leben 4. Familienplanung im Lebenslauf“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) wurden zwischen 2023 und 2025 in einer repräsentativen Befragung 1.773 sächsische Frauen zwischen 20 und 44 Jahren zur Familienplanung interviewt. Eine vergleichbare Studie wurde bereits vor zwölf Jahren erstellt. Die Zustimmung zur Aussage "Ich wollte schon immer Kinder" ist von 63 Prozent im Jahr 2012 auf 34 Prozent im Jahr 2024 zurückgegangen. Dagegen stieg im gleichen Zeitraum unter kinderlosen Frauen die Zustimmung zu "Man kann auch ohne Kinder glücklich sein" von 41 auf 71 Prozent. Mehr als jede fünfte kinderlose Sächsin hegt generell keinen Kinderwunsch. Für 57 Prozent der sächsischen Frauen im reproduktionsfähigen Alter ist es ein fester Teil ihres Lebensentwurfs, Kinder zu bekommen. Zwölf Jahre zuvor war dies noch für 83 Prozent selbstverständlich. Als Gründe für das Zurückstellen des Kinderwunsches werden Sorgen wegen der aktuellen Krisen (31 Prozent), finanzielle Unsicherheit (30 Prozent) und das Fehlen eines passenden Partners (30 Prozent) angegeben (Mehrfachnennungen möglich). Als weitere Gründe für die unentschiedene oder ablehnende Haltung gegenüber einem (weiteren) Kind nannten die Befragten die unzureichende Vereinbarkeit von Familie und Beruf (25 Prozent), die ungeeignete Wohnsituation (21 Prozent) oder die Bevorzugung der eigenen Karriere (17 Prozent).
Bei der Studie von 2014 spielten die Zukunftssorgen aufgrund von Krisen noch keine Rolle. Heute wird dieser Grund auch in anderen Bundesländern genannt, doch für Sachsen hat er eine viel höhere Relevanz. Denn für 92 Prozent der Frauen gehört es hier traditionell zur persönlichen Idealvorstellung, als Mutter nach dem Ende der Kleinkindphase erwerbstätig zu sein. Inflation, Wirtschaftsstagnation und die Unsicherheit am Arbeitsmarkt führen daher in Sachsen in besonderem Maße zu einer Zurückhaltung bei der Verwirklichung von Kinderwünschen.
https://www.tag24.de/sachsen/saechs…gruende-3499130
https://www.sexualaufklaerung.de/publikation/st…tm_source=BIOEG
-
/\ was willst du denn nun mit diesen Zahlen & Fakten bezwecken bzw. vermitteln? Irgendwie vermisse ich auch den roten Faden in deinen wirren Beiträgen, v.a. falls sie als Kritik auf meinen Beitrag erfolgt sein sollten. Was schlägst du also vor um die Geburtenrate zu erhöhen?
Zu einem großen Teil bestätigst du doch meine These, dass heute Kinder & Familie weit weniger erstrebenswert sind als früher, v.a. weil die junge Generation auf Lebensqualität, Unabhängigkeit und Wohlstand - und wenn es auch nur temporär und nur zu einem gewissen Grad erfolgen würde - nicht verzichten will (siehe in deinem Beitrag auch Louis Lang). Unter diesen Gesichtspunkten - denke ich - darf ich das als egoistisch bezeichnen, und auch fordern, dass sich vor allem bei den jungen Menschen unserer Gesellschaft ihre Wertevorstellungen und Lebensziele sich ändern müssen.
Und wenn ich mir die Leute ansehe, die dort in diesem Beitrag Stellung nehmen (auch den jungen Herrn), so habe ich ernste Zweifel, ob sie überhaupt - unabhängig von all diesem vorgeschobenen Gedöns (Klima, Krieg etc.) - in der Lage wären monatelang nachts 3 mal aufzustehen um ein Baby zu stillen, um alle paar Stunden Windeln zu wechseln etc. pp.
Die Gesellschaft hat sich geändert, das gibst du in deinen Beiträgen ja auch zu. Und ich finde - das ist meine persönliche Meinung - nicht zum Guten. Ich weiß gar nicht, wieso meine Stellungnahme für dich so ein Problem darstellt und du nun zig ellenlange Beiträge, als Verteidigung für die Entscheidung keine Kinder zu bekommen, hier verfasst?! Bist du davon betroffen (weiblich & keine Kinder)? Wenn ja, dann habe ich insoweit kein Problem damit. Wir leben in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung, die Frauen sind heutzutage glücklicherweise keine reinen Gebärmaschinen mehr und jeder kann tun & lassen was er will.
Aber ich finde, dass in Deutschland einiges schief läuft und finde diesen Trend zur Kinderlosigkeit besorgniserregend. Es muss schleunigst dagegen vorgegangen werden. Und rein finanzielle Anreize und Unterstützung werden diesen Trend nicht mehr aufhalten können. Das Problem wurzelt tiefer und bedarf auch aber (und nicht nur) einer veränderten Wertevermittlung in Schule und Ausbildung.
P.s. in deinen Beiträgen hast du dich einseitig auf die Frauen fokussiert. Es wäre schön, wenn du die Männer ebenso mit einbeziehen würdest. Zur klassischen Erziehung gehört auch der Vater.
-
Dieser gesellschaftliche Wandel zeigt sich auch beim Problem des Wohnraums. Häufig wird bei der jüngeren Generation als einer der Hauptgründe gegen Familie & Kinder die Finanzierbarkeit einer Immobilie genannt. Auch hier wird deutlich, wie gering die Bereitschaft auf Verzicht vorhanden ist. Historisch gesehen befinden wir uns immer noch in einer Zeit, in der die Erschwinglichkeit einer Immobilie sich auf fast niedrigstem Niveau bewegt. Das Problem auch hier: die damit einhergehenden Einschränkungen (Freizeitaktivitäten, Konsum jeglicher Art etc) möchten immer weniger junge Leute haben (lieber Urlaub statt Zins- und Tilgungszahlungen sage ich mal bewusst provozierend).
-
Ich weiß ja nicht, wie groß die Quote derer ist, die ihre Kinder so "rational" geplant bekommen, dass vorher alle Widrigkeiten (die bei anderen als Ausschlusskriterium gelten können) als gelöst oder beseitigt deklariert werden können. Durchrechnen des Finanziellen wegen darf man Kinder vorher nicht. Das geht schon alles irgendwie. Und die Abwägung, ob und welchen Problemen man die Kinder "aussetzen" wird wäre nur dann glaubhaft, wenn die Probleme, die aus dem Nicht-Kinderkriegen entstehen dagegen abgewogen werden. Das ist zu verkopft. Rein anekdotisch im privaten Umfeld wären Ausschlussgründe, dass die Erwachsenen sich selbst so einschätzen, nicht mit Kindern klar zu kommen, dass (zu) lange der passende Lebenspartner gefehlt hat oder die Situation zu vage war (damit ist nicht perspektivlos gemeint). Das sind halt ganz private Einschätzungen von Leuten, die sehr wohl wissen, wie die Gesellschaft funktioniert und dass es genügend Nachwuchs braucht um leidlich stabil den Wohlstand halten zu können.
Die Themen wie Kita-Plätze, Schulklassengrößen, Pubertät und und und hat man vorher 1000%ig nicht im Kopf.
Was kann die Politik machen? Die Krisen kann sie nicht wegwünschen. Aber manch Auswirkung die Schärfe nehmen. Erleichtern bei amtlich/behördlichen Dingen, Helfen, wenn etwas nicht gelingt. Budget und Personal sind immer knapp. Zur Zeit gefallen sich einige Fraktionen beim weiteren Verknappen des Personals. Die Vollkostenrechnung (weniger Kinder als möglich) habe ich von denen noch nie gehört...
-
Der heutigen jungen Generation ist es leider wichtiger 4 mal im Jahr Urlaub zu machen um auf Instagram & Co. Urlaubsbilder & Selfies posten zu können ... Familiengründung & Kinderkriegen muss wieder etwas Erstrebenswertes werden!
... Sorry, aber wenn ich dann von 'globalen Krisen' und 'Klimawandel' was zu hören bekomme, und diese Person nachmittags dann lieber Cappucino-schlürfend im Café sitzt, dann könnte ich einfach nur kotzen.
Du darfst das alles denken und schreiben. Keine*r hindert Dich daran. Und ich darf mich darüber lustig machen und sagen und mit entsprechenden Untersuchungen belegen, dass es doch ein wenig komplizierter ist.
Was schlägst du also vor um die Geburtenrate zu erhöhen?
Gute, bezahlbare Kinderbetreuung und -förderung, gesellschaftliche Anerkennung für Mütter und Väter in allen verschiedenen Modellen von Elternschaft, noch einfachere Rückkehr in die Berufe, keine Karriereknicks, v.a. nicht für Frauen, bezahlbare Mieten und einfachere, bezahlbare Wohnungswechsel, wenn sich die familiäre Situation ändert, ... .
Es muss schleunigst dagegen vorgegangen werden. Und rein finanzielle Anreize und Unterstützung werden diesen Trend nicht mehr aufhalten können. Das Problem wurzelt tiefer und bedarf auch aber (und nicht nur) einer veränderten Wertevermittlung in Schule und Ausbildung..
Appelle, die veränderten Einstellungen zu Mutterschaft/Vaterschaft/Elternschaft nun ganz schnell individuell und gesamtgesellschaftlich zurückzudrehen, kann man* auch halten. Ich gehe nicht davon aus, dass sie allzu großen Erfolg haben werden.
Wie "deutlich mehr als nur Appelle" in der Schule und in anderen staatlichen Einflusssphären aussehen könnte, sehen wir im übelsten Falle demnächst in Nachbarbundesland und auch, wie junge Menschen allgemein und junge Frauen im Besonderen darauf reagieren werden.
Wir werden "im Westen" nicht mehr zu zusammengefassten Geburtenziffern von über 2,1 zurückkehren, sondern müssen weiterhin einen Weg finden, mit der Schrumpfung der Bevölkerungszahlen aufgrund sinkender Kinderzahlen umzugehen. Von der aktuellen TFR unter oder um die 1,0 in deutschen Groß- und Universitätsstädten wird es mit einigen politischen Anstrengungen aber hoffentlich wieder zumindest in die Richtung 1,3 oder 1,4 gehen. Migration wäre da eine Lösung, aber die wird gerade von größeren Bevölkerungsteilen abgelehnt und politisch immer mehr erschwert, zumindest von außerhalb der EU. Dann werden wir eben alle mit den Folgen leben müssen.
-
Der Vorwurf, junge Leute seien "zu faul" oder würden keine Kinder aus "Egoismus" bekommen, ist dreist und faktisch unbelegt. Die Geburtenrate von deutlich unter 2.0 ist ein Phänomen, dass übrigens seit den 70er Jahren existiert. Waren die Leute da etwa auch schon faul? Wollten keine Verantwortung übernehmen? Wollten nicht auf ihre persönliche Bequemlichkeit verzichten? Außerdem... wer hat die junge Generation von heute denn erzogen (oder die Erziehung verbockt, weil sie wohl... zu faul waren)?
Zu der Zeit gab es flächendeckend Kinderbetreuung von 6-18 Uhr (Ost) oder häufig das klassische Familienmodell mit Hauptverdiener + Hausfrau/-mann (West). Heutzutage sollen/müssen beide Vollzeit verdienen und dann noch Kinder koordinieren, weil die KiTa ja nur sechs Stunden betreut. Zeit als Paar bleibt da kaum noch und vielen in unserer Generation ist das Scheitern der glücklosen Ehen unserer Eltern eben doch eine Lehre. Achso und kosten tut der Mist nebenbei auch noch. Kürzlich mal versucht, eine 4-Zimmer-Wohnung zu finden? Da geht ein guter Teil des Gehalts weg! Mediangehalt für Sachsen ist übrigens bei 3.981 brutto und davon darf man zusätzlich einen Großteil der Sozialabgaben und ein Viertel des Steuergelds an griesgrämige Rentner abdrücken. Vielleicht könnte man bei denen mal ein bisschen einsparen und dafür KiTas kostenlos machen, aber das bringt ja keine relevanten Wählerstimmen.
Der Wille Kinder zu kriegen ist übrigens noch da. Die gewollte Geburtenrate ist eher bei 1.75 (https://idw-online.de/de/news856157), nur die Umstände machen es unerreichbar. Wenn man nicht weiß, wohin mit dem Kind, wenn Wohnraum, Kinderbetreuung, berufliche Sicherheit und gesellschaftliche Akzeptanz nicht vorhanden sind, dann wundert es mich auch gar nicht, dass der Kinderwunsch nicht umgesetzt wird.
Nichtsdestotrotz stimme ich grundsätzlich zu, dass wir mehr Kinder brauchen, um den demografischen Wandel zumindest abzufedern. Das wird aber nicht passieren, wenn die Umstände nicht kinderfreundlicher werden und Eltern deutlich entlastet werden. -
In Leipzig wie in ganz Sachsen bzw. Ostdeutschland liegt die durchschnittliche vertraglich vereinbarte Betreuungszeit bei 9 Stunden täglich beziehungsweise rechnerisch 45 Stunden pro Woche. Dies gilt als die klassische Regelbetreuung für Kinder im Krippen- und Kindergartenalter. Das ist meist von 7 bis 16 Uhr bzw. 7:30 bis 16:30 Uhr. Freitags wird aber fast überall eher abgeholt - "Mittagskind" - und damit die Betreuungszeit auf ca. 40 h pro Woche real reduziert. Bei einzelnen Kitas ist nach individuellem, nachgewiesenem Bedarf für Berufstätige aber auch eine erweiterte Betreuung von bis zu 11 Stunden täglich, damit rechnerisch 55 Stunden wöchentlich möglich.
https://www.leipzig.de/leben-in-leipz…elternbeitraege
https://de.statista.com/infografik/354…nach-uhrzeiten/
Pressemitteilung des BiB vom 30.07.2025
Geburtenrate sinkt – aber gewünschte Kinderzahl bleibt auf konstant höherem Niveau
Die Geburtenrate in Deutschland ist zwischen 2021 und 2024 deutlich von 1,58 auf 1,35 Kinder pro Frau gesunken. Dahingegen blieb die – darüber liegende - Anzahl der gewünschten Kinder im gleichen Zeitraum stabil. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die auf Basis des familiendemografischen Panels FReDA beruht. Frauen wünschen sich demnach im Schnitt 1,76, Männer 1,74 Kinder – und damit deutlich mehr als aktuell geboren werden. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass geplante Geburten zunächst aufgeschoben werden.
https://www.bib.bund.de/DE/Presse/Mitt…rem-Niveau.html
Stabile Kinderwünsche trotz Geburtenrückgang. Werden Geburten wegen der Krisen aufgeschoben? BiB.Aktuell 6/2025
https://www.bib.bund.de/Publikation/20…icationFile&v=1
Wunsch und Wirklichkeit: Familienplanung weltweit unter Druck
Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) mit dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) vom 7.7.2026
-
Im Allris steht nun die
Planung des Doppelhaushaltes der Stadt Leipzig für die Jahre 2027 und 2028 (Beschlussvorlage VIII-DS-03228),
in erster Linie der Haushaltsplanentwurf 2027/28
https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig…5&refresh=false
In der Übersicht entsprechend VII-A-09653-NF-03 als pdf und xlsx stehen unter anderem die geplanten und gegenüber der früheren Planung geänderten Jahresscheiben für große Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen und Brücken (Dezernat VI, Amt 66) und Kitas und Schulen (Dezernat VII, Ämter 40 und 51).
In dem Dokument 2026-09-02 Präsentation Einbringung Entwurf Doppelhaushalt 2027_28.pdf gibt es die interessanten Folien 45 "Maßnahmen von gesamtstädtischer Bedeutung" mit den geplanten Ausgaben in den Plänen für die Jahre 2027, 2028, 2029, 2030 und 2031 für
- Olympia
- Freiheits- und Einheitsdenkmal/Umgestaltung Wilhelm-Leuschner-Platz
- Naturkundemuseum
- Umgestaltung der Wärmeversorgung
und 47 "TOP 10 Investititionsprojekte" im Doppelhaushalt 2027/28.
LVZ, 3.9.2026
Ratshausspitze legt Haushalt vor,„Spagat gelungen“: Rathaus legt Haushalt vor – nun kommen schwierige Verhandlungen
-
Ich dachte für Naturkundemuseum und Olympia bekommt man Fördermittel (ca. 75 Mio. Euro und 60 Mio. Euro). Warum tauchen die nicht mit auf bzw. warum sind die Kosten hier bei der Stadt aufgeführt?
-
Weil das ja erst einmal Ausgaben im Haushalt sind und die entgegenstehenden Einnahmen aus Fördermitteln von Dritten an anderer Stelle verbucht werden. Haushaltslogik halt.
-
TOP 10 Investitionsprojekte im Haushaltsplan 2027/28
Kapitaleinlage LVV (Wärmewende und Wasserversorgung): 50.000.000
Naturkundemuseum: 49.054.500
Gemeinschaftsschule Dösner Weg (Zentrum-Südost): 31.134.000
Georg-Schwarz-Brücken: 25.625.650
Grundschule Karlsruher Straße (Grünau-Mitte): 19.526.000
Grundschule Hans-Beimler-Straße (Möckern): 18.085.950
Oberschule Paunsdorf: 15.752.000
Neubau Ballsporthalle/QI Arena: 15.000.000
Grundschule Rückmarsdorf: 14.400.000
Kapitalerhöhung Messe GmbH: 14.000.000
Kritik am Bund
"Von Sozialausgaben erdrosselt": Stadt Leipzig kündigt weitere Schulden an
MDR SACHSEN, 02.09.2026
-
Die Produktion des Audi A8 könnte perspektivisch von Neckarsulm nach Leipzig verlagert werden: https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/vw-pla…034-schliessen/
Die Überlegung wurde auch im MDR-Politik-Podcast bestätigt: https://www.mdr.de/sachsenradio/p…he-bmw-100.html
-
Sowohl beim Kaffeeklatsch als auch am Stammtisch würde IRL über diesen Humbug gesprochen werden:
Nach dem Erfolg der AfD bei der Landtagswahl hat der Leipziger Partei-Vorstand eine besondere Idee: Ihr Bundessprecher Tino Chrupalla (51) aus Görlitz / Sachsen soll Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl 2027 in Leipzig werden. Das hat uns der Leipziger AfD-Landtagsabgeordnete Alexander Wiesner (37) am Montag verraten. Auch er will OB in der Messestadt werden und bei der Aufstellungsversammlung am 26. September seinen Hut in den Ring werfen.
"Unser Vorstand ist übereingekommen, Tino Chrupalla zu bitten, sich als unser Kandidat für die OB-Wahl aufstellen zu lassen", erklärte der Leipziger AfD-Kreisvorsitzende Siegbert Droese (57). "Herr Chrupalla ist Sachse und in Leipzig wählbar." Ein erstes Gespräch mit Chrupalla habe bereits stattgefunden. "Er hat uns nicht abgesagt", berichtet Droese. "Vielleicht gelingt es uns, ihn zu gewinnen. Er ist das Gesicht der Ost-AfD und ein Pfund, mit dem wir wuchern können."
https://www.radiodresden.de/beitrag/nach-w…-werden-893796/
https://www.lvz.de/lokales/leipzi…QZDM6AGXHA.html
https://www.tag24.de/leipzig/buerge…chicken-3530379
Sollte die AfD tatsächlich mit Tino Chrupalla in den Wahlkampf gehen, was ich für sehr unwahrscheinlich halte, dann hätte dies voraussichtlich größere Auswirkungen auf den zweiten Wahlgang, da sie dann vermutlich auch dort mit ihrem Bundesvorsitzenden antreten würden, da er sonst eher beschädigt werden würden.
-
Am vergangenen Sonntag wurde der größte Teil des Leipziger Notenbogens eröffnet. Ähnlich zur bereits bestehenden Notenspur, verbindet der Notenbogen Wirkstätten berühmter Musiker in Leipzig miteinander. Der Nordteil des neuen Notenbogens, welcher sich auf Synagogen und Jüdische Musiker fokussiert (Gustav Mahler, Felix Mendelssohn Bartholdy, Erwin Schulhoff etc.), wurde direkt zur Eröffnung, aufgrund des außerordentlichen Beitrags Leipzigs zum europäischen jüdischen Erbe, in die Europäische Kulturroute "Jüdisches Erbe" aufgenommen.
-
"Die AfD Leipzig bedankt sich bei unserem Bundessprecher Tino Chrupalla für seine Unterstützung bei unserer Spendenkampagne zur Oberbürgermeisterwahl in Leipzig 2027", erklärte der AfD-Kreisvorsitzende Siegbert Droese auf Anfrage. Und weiter: "Ich bedauere daher seinen, gestern in einem freundschaftlichen Gespräch geäußerten Entschluss, nicht als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Leipzig zur Verfügung zu stehen."
-
^ also ich bin mir nicht sicher, ob es bei diesen kognitiv eingeschränkten Personen die Zeilen wert sind. Wahrscheinlich spart es Zeit über derer "normalen Dinge" zu schreiben als über den permanenten Stuss jener Partei, derer Leute und derer Wählerinnen.
-