Leipziger Kaffeeklatsch

  • Leipzig als "Aregelia" auf antik-römischer Karte

    Wissenschaftler des Instituts für Geodäsie der TU Berlin haben eine 700 Jahre alte Abschrift einer ptolemäischen Karte, die Germanien vor ca. 2000 Jahren zeigt, ausgewertet und kommen zu dem Ergebnis, dass die dort aufgeführten Städte bzw. Siedlungen mit einer Genauigkeit von 10 bis 20km heutigen Städten entsprechen. Demnach könnten die rechtsrheinisch gelegenen Städte mindestens etwa 1000 Jahre älter sein als bisher angenommen. Leipzig ist auf der Karte als "Aregelia" geführt, Dresden entspricht "Lupphurdum".


    Spiegel-Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719602,00.html


    Demnächst veröffentlichen die Mitarbeiter der Forschungsgruppe ein Buch zum Thema, Zitat: "Das Ergebnis ist nichts weniger als revolutionär, weil sich praktisch Hunderte Verortungen erstmals schlüssig klären lassen. Das Weltbild der Antike muss hierdurch mit völlig neuen Augen betrachtet werden!"
    --> http://www.amazon.de/Germania-…3%BCsselung/dp/3534237579

  • Dass die - in der Form wohl auch nicht von den Geodät_innen getroffene, sondern von Journalist_innen unzulässig verkürzte Aussage - Leipzig wäre "mindestens etwa 1000 Jahre älter ... als bisher angenommen" und hätte vor bzw. um 150 n. Chr. "Aregelia" geheißen, gelinde gesagt Schwachsinn ist. Es gibt trotz jahrzehntelanger intensiver Stadtarchäologie keinerlei Hinweis auf eine bedeutendere kaiserzeitliche Siedlung, ja gar "Stadt", im heutigen Stadtgebiet von Leipzig. Selbst wenn es diese gegeben hätte, gäbe es keine kontinierliche Siedlungsentwicklung, sondern einen Hiatus zwischen spätestens Völkerwanderungszeit und dem frühen Mittelalter, also den slawischen Wurzeln der heutigen Stadt. Das gilt im übrigen für die meisten der hier genannten Plätze in der Germania Magna.


    Das Ganze sind rein geodätisch-mathematische Überlegungen, die mit einer historischen Realität nichts zu tun haben. Siehe hierzu etwa


    Geographike Hyphegesis
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geographike_Hyphegesis


    Welt des Ptolemaios
    http://www.igg.tu-berlin.de/1381/
    http://www.igg.tu-berlin.de/up…l_2007_Geodaten_Forum.pdf


    Die Karte im Bild:
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719602,00.html
    http://www.antikefan.de/forum/viewtopic.php?f=35&t=1466
    http://www.bild.de/BILD/region…st-istanbul-gefunden.html


    Ich fürchte, es dauert nun nicht mehr lange, dass auch in Leipzig irgendwelche Spinner da aufsatteln und den Quatsch noch quätscher machen, wie es in Dresden und anderswo schon geschieht.
    http://www.bild.de/BILD/region…e-landkarte-entdeckt.html


    Die Richtung ist ja schon vorgezeichnet, etwa in der LIZ:
    http://www.l-iz.de/Bildung/Zei…chon-2.000-Jahre-alt.html


    PS:
    Inbesondere Archäolog_innen, aber auch (Alt-)Historiker und Sprachwissenschaftlerinnen äußern sich bereits schon kurz nach der Veröffentlichung der Pressemitteilung an mehreren Stellen sehr skeptisch bis eindeutig ablehnend gegenüber der "Verlängerung der Geschichte" von vielen Städten und Dörfern, so etwa in Bad Hersfeld ( http://www.hna.de/nachrichten/…elter-gedacht-942313.html ), Borken ( http://www.ivz-online.de/lokal…56_2000_Jahre_Borken.html ) und Braunschweig ( http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2044/artid/13032957 ), um mal nur einen Buchstaben herauszugreifen.

  • In einem von mehreren Artikeln zu dem Geodäsie-Projekt auf einer Seite in der Märkischen Zeitung mit einem mir nicht bekannten Datum findet sich auch eine weitere Karte mit den Lokalisierungsvorschlägen im nördlichen Ostdeutschland und Pommern, versehen mit dem Hinweis "Quelle: TU Berlin/Prof. Dr.-Ing. Dieter Lelgemann". Hier wird nun "Aregelia" mit Torgau gleichgesetzt, das etwa 50 km von Leipzig entfernt liegt. Nun soll aber die Genauigkeit der Angaben 10-20 km betragen. Das zeigt einmal mehr, wie methodisch extrem zeifelhaft diese Gleichsetzung mit heutigen Städten ist.
    http://www.portal-schwedt.de/s…wnloads/mozcolancorum.pdf

  • Hansjürgen Müllerott aus Arnstadt, der schon häufiger durch sagen wir mal freundlich unorthodoxe Thesen zur Ur- und Frühgeschichte Mitteldeutschlands auffiel, setzte erst kürzlich "Argelia" übrigens mit Egeln, 25 km südwestlich von Magdeburg, gleich:


    Sieben Indizien für "Argelias" Geschichte
    Museologe Hansjürgen Müllerott stellt These auf, dass Egeln bereits 150 n. Chr. in einer Karte verzeichnet ist
    Volksstimme, Lokalausgabe Staßfurt, vom 15.05.2010
    http://www.volksstimme.de/vsm/…u24a8i6mloabqg0rf796c8ff3

  • Zu der Veröffentlichung und ihrem Beitrag zur Siedlungs- und Kulturgeschichte hat auch Mathias Hensch am Beispiel von Amberg, das hier mit „Marobudum“ gleichgesetzt wird, vieles gesagt, das ebenso für Leipzig und "Argelia" / "Areletia" gilt:


    Thursday, 14. October 2010 16:57
    Amberg, der “markomannische Königssitz” Marobudum? - Eine kritische Stellungnahme aus aktuellem Anlass
    Offener Brief zum Artikel „Ein Rutsch um 1000 Jahre zurück“ und „Herunter von den Bäumen“ in der Amberger Zeitung / Sulzbach-Rosenberger Zeitung vom 13.10.2010
    http://www.schauhuette.de/blog…es/category/hintergrunde/

  • AUSSTELLUNG Entwürfe Stadthaus-Bebauung


    Die heutige Ausstellung zur Stadthaus-Bebauung im Neuen Rathaus befindet sich noch im Aufbau. Am Nachmittag soll sie dann fertig sein, wie mir jemand mitteilte.


    P.S. Habe einen weiteren Entwurf entdeckt, der ganz schön krass gegenüber dem Stadthaus aussieht.

  • Durchsuchung & Festnahmen bei Licon

    Die sächsische Antikorruptionseinheit Ines hat am Mittwoch eine Razzia bei dem Leipziger Bau-Projektentwickler Licon AG durchgeführt und dabei drei Personen vorläufig festgenommen. Dies berichtet die LVZ. Anlass der Aktion war der Verdacht, dass mehrere Personen das Unternehmen um „mindestens fünf Millionen Euro erleichtert“ haben sollen. Der Vorwurf lautet Untreue und Steuerhinterziehung. Oberstaatsanwalt Klein betonte, dass das Unternehmen selbst nicht im Verdacht irgendwelcher Straftaten stehe: „Die Ermittlungen der Ines wurden überhaupt erst begonnen, weil es zuvor eine Strafanzeige eines Mitgesellschafters der Licon AG gab.“ Inwieweit die momentanten Projekte wie beispielsweise Quartier Siebengrün von den Vorgängen beeinflusst werden, geht aus dem Bericht nicht hervor.

  • Ja diese Meldung ist mir heute auch immer wieder über den Weg gelaufen.
    Wie bereits erwähnt erfolgte die Anzeige aus der Licon heraus, genauer gesagt durch Herrn Henning und das auch ganz bewusst.
    Ziel wird es wohl sein einen sauberen Neuanfang zu wagen, ich denke auch nicht das die entsprechenden Projekte in der Versenkung verschwinden werden. Sicher stimmt mich, dass es sich bei Jürgen Henning um den Hauptkapitalgeber der Licon handelt und er sicherlich über die entsprechenden Mittel verfügt erneut durchzustarten.
    Abwarten und Tee trinken.


    Lg
    Steve

  • Ein aktualisierter Artikel der LVZ gibt nun ein wenig mehr Einblick und schildert die Situation wie bereits von mir angerissen.
    Hier der Link zum Artikel Klick!


    Ich zitiere "Der Geschäftsbetrieb der Firma soll weiterlaufen."


    lg

  • In der Bild stellt sich der Fall Licon noch etwas genauer dar. Demnach sollen drei führende Mitarbeiter ihren Teilhaber und Finanzier, den Deutsch-Amerikaner Jügen Henning, mit Scheinabrechnungen um 5 Mio Euro geprellt haben. Die laufenden Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 300 Mio Euro, darunter vermutlich auch das Quartier Siebengrün und die Sanierung der Kaiserstraße 48 in Frankfurt, sollen lt. Auskunft von Henning, der vorerst alleine weiter macht, gesichert sein.


    Wollen wir hoffen, dass alle angefangenen Projekte tatsächlich auch bis zum Schluss weitergeführt werden können.

  • Oh Verzeihung, ich hatte es spontan verwechselt mit dem vorgesehenen Neubau des tectn. Rathauses am Leuschnerplatz (und schon frohlockt!).
    Danke und event. löschen bitte!

  • Der Leipziger Wirt Bernd Grell (54) hat die seit 1989 am Rande des Flughafens herumstehende IL-62 der seeligen Interflug gekauft. Im Moment wird sie zerteilt und ab 20. November in der Arno-Nitzsche-Straße 43, wo Grell sein Bowling-Restaurant „Regenbogen“ betreibt, wieder zusammengesetzt werden. Dort soll es dann für Festlichkeiten aller Art zur Verfügung stehen.
    http://www.bing.com/maps/?v=2&…ra%C3%9Fe%2043%2C%2004277


    Damit holt der Süden nach, was der Westen mit seiner IL-18 auf dem Dach des Da Capo in der Karl-Heine-Str. 105 schon länger hat. ;)


    Seit 1989 stand sie am Flughafen rum
    Leipziger Wirt kauft alte Interflug-Iljuschin
    http://www.bild.de/BILD/region…ie-auf-flughafen-rum.html

  • 2. GOTTESDIENST in St. Pauli


    Am kommenden Sonntag - Einlass: 10.30 Uhr, Beginn: 11.15 Uhr - findet der 2. Gottesdienst in der Universitätskirche St. Pauli statt. Der erste fand letztes Jahr zum Nikolaustag statt.


    Diesmal werden nur 400 Personen Platz haben. Wenn ich mich richtig erinnere, ließ man damals rund 700 Personen rein. Der Rest musste draußen stehen und bei Interesse den Gottesdienst über zwei geschätzte 22°Zoll-Monitore verfolgen, welches dieses Jahr in einem Zelt auf dem Leibniz-Forum stattfinden soll.

  • Im MANAGER MAGAZIN wird über den Immobilienmarkt im Osten berichtet. Viel Neues wird nicht berichtet. Einige Städte und Regionen sind besser als das platte Land. Das MANAGER MAGAZIN berichtet, dass vor allem der Abriss von Plattenbauten zu steigenden Mieten geführt hat.


    Interessant ist die Fotoserie. Ein leicht jammernder Ton ist unverkennbar. Lauter Opfer. Wir dürfen, denke ich, darauf gespannt sein, wer die nächsten Opfer des BAUHERRENMODELLS oder ähnlicher Verkaufsmodelle sein werden. Die ersten waren die Zahnärzte etc. dann kamen -lt. MANAGER MAGAZIN - unsere Barden. Und als nächstes kommt welche Gruppe?


    Dabei soll die Entscheidung für - oder gegen eine Immobilie- doch mit lediglich drei Kriterien geprüft werden können:


    1. Die Lage
    2. Die Lage
    3. Die Lage

  • Aregelia zieht Kreise

    Dass die - in der Form wohl auch nicht von den Geodät_innen getroffene, sondern von Journalist_innen unzulässig verkürzte Aussage - Leipzig wäre "mindestens etwa 1000 Jahre älter ... als bisher angenommen" und hätte vor bzw. um 150 n. Chr. "Aregelia" geheißen, gelinde gesagt Schwachsinn ist. ...
    Ich fürchte, es dauert nun nicht mehr lange, dass auch in Leipzig irgendwelche Spinner da aufsatteln und den Quatsch noch quätscher machen, wie es in Dresden und anderswo schon geschieht.


    Und ich sollte Recht behalten:


    Zeitungszitat wurde aus bekannten Gründen entfernt. C.


    http://www.l-iz.de/Bildung/Zei…Stadtgeschichte-2010.html


    Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings noch höher, dass Leipzig bereits im Jungpaläolithikum existierte und damals Uappmaffdummkrz hieß.