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Setzt euch doch mal jede Woche von 22 bis 6 Uhr an die Kasse und dann werden wir mal sehen, ob ihr das in ein paar Jahren immer noch "cool" findet, wenn ihr dort selbst arbeiten müsst.
Totschlagargument. Erstens muss niemand jede Woche oder täglich von 22 bis 6 Uhr an die Kasse und zweitens wird eine Krankenschwester, ein Feuerwehrmann oder ein Angestellter in diversen anderen Produktions- oder Dienstleistungsberufen ebenfalls nicht gefragt. Als ich Zivi als Pfleger im Krankenhaus war, gab es auf meiner Station Mitarbeiter, die lieber die Frühschicht ab 6 und welche, die lieber die Spätschicht ab 14 Uhr oder auch die Nachtschicht gemacht haben. Wieso wird davon ausgegangen, dass Mitarbeiter im LEH eine homogene Masse sind, bei denen alle ähnliche Vorlieben haben?
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Nicht zu vergessen bei den oft lächerlichen Gehältern, gerade wenn immer mehr 450-Euro-Kräfte eingesetzt werden und die Leute aufstocken gehen (nicht alle sind Studenten und kaum jemand arbeitet im Lebensmitteleinzelhandel Vollzeit 40h/Wo.).
Ich habe dazu keine ausführlichen Statistiken, allerdings treffe ich in 'meinen' spät geöffneten Märkten Abends größtenteils junge studentische Hilfskräfte an, während tagsüber mehrheitlich die üblichen Festangestellten vor Ort sind. M.W. verdient man als Student an der Kasse mehr, als an der Bar - wo man auch meist Spätabends oder Nachts arbeitet. Ich habe mich mal mit einem unterhalten, der fand das nächtliche Arbeiten weitaus angenehmer, als die stressigen Samstage oder Vorfeiertage.
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Selbst in einem liberalen und entspannten Land wie Schweden sind die Märkte ab 22 Uhr dicht.
Selbst in einem Land wie Russland, dass gefühlt momentan von der orthodoxen Kirche rechristianisiert wird, sind viele Geschäfte lange oder durchgehend offen. Was für ein Argument ist das?
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Weiß auch nicht, was das mit Diktatur und Frühaufstehern zu tun hat.
Die Tatsache, dass ein Arbeitsbeginn um 6 Uhr als 'normal' empfunden, ein Arbeitsende um 24 Uhr aber als ganz furchtbar und dies als Argumentation für gesetzliche Verbote herhalten muss.
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Wer Mo-Sa von 6 bis 22 Uhr (16 von 24 h ist also geöffnet!) nicht schafft, einkaufen zu gehen, sollte sich überlegen, ob er nicht mit Zeit umgehen kann. Niemand arbeitet von durchgehend Mo-Sa täglich 6-22 Uhr. Und gerade REWE, Kaufland und tlw. auch andere haben so lange auf.
Niemand hat gesagt, dass es völlig unmöglich ist, bis 22 Uhr einzukaufen. Der Trend, in der Großstadt kein Auto mehr zu besitzen und die Diversifizierung der Einzelhandelslandschaft haben allerdings zur Folge, dass man heutzutage häufiger einkaufen geht. Wenn ich mal bis 20 oder 21 Uhr arbeite (was ich vorher nicht weiß) und danach noch zum Sport gehe, kaufe ich allerdings gern auch nach 22 Uhr noch ein. Und ich bin da bei weitem nicht der Einzige. Die Märkte sind um diese Zeit meistens voller als früh um 7. Trotzdem kauft es sich weitaus entspannter ein, als früher am Wochenende, wenn all diejenigen, die es unter der Woche zeitlich nicht hinkriegen, sich in den übervollen Märkten stauen.