Leipziger Wohnungsbau

  • Ich denke, dass der Gebäudeteil an der Senefelderstraße, der von der WBG Kontakt umgesetzt wird, im zeitlichen Verzug ist. Es handelt sich ja um ein gemeinschaftliches Bauvorhaben mit der Baywobau. Die werden einfach nur ihren Teil bauen. Das letzte Haus, wird vermutlich erst später angefangen.

  • Erste Aus- und Einblicke beim Neubau Lutherstraße 6 - 8 vom Listplatz aus gesehen


    Chopinstraße 19-21 / Reudnitzer Straße 2 : irgendwie erinnert mich der Bau an Gebäude aus den 20-er und 30-er Jahren ...

  • Ich denke, dass der Gebäudeteil an der Senefelderstraße, der von der WBG Kontakt umgesetzt wird, im zeitlichen Verzug ist. Es handelt sich ja um ein gemeinschaftliches Bauvorhaben mit der Baywobau. Die werden einfach nur ihren Teil bauen. Das letzte Haus, wird vermutlich erst später angefangen.

    In dem Bereich ist definitiv noch gar nichts passiert:

    Ich bleibe aber dabei: wahrscheinlich hat die Verzögerung auch etwas mt den Fenstern der Giebelseite und entsprechenden Mieter-Reaktionen zu tun ...


    Sprung zu meinem Lieblings-Mysteriums-Projekt Täubchenweg 64: es ist tatsächlich ein respektabler Rohbau entstanten

  • Chopinstraße 19-21 / Reudnitzer Straße 2 : irgendwie erinnert mich der Bau an Gebäude aus den 20-er und 30-er Jahren ...

    Es ist ein Gebäude aus den 20-er Jahren

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    des 21. Jahrhunderts 😉

  • irgendwie erinnert mich der Bau an Gebäude aus den 20-er und 30-er Jahren ...

    Mich zuerst auch, ich habe darüber dann - auch generell - eine Weile hin und her überlegt und finde nun, eher doch nicht.


    Diese schmucklose, kunstfreie Formensprache,

    beschränkt auf Flachdach, Gesimsgliederungen, hellen Fassaden mit dunkel abgesetztem Erdgeschoss/Fensterrahmen/Balkongittern grassiert ja seit etwa 15-20 Jahren landauf, landab im Wohnungsbau und gibt bei gehäuftem Auftreten manchen Stadtvierteln entgegen den warm ausgeleuchteten Visualisierungen in der Realität schon einen so unpersönlichen wie billigen "Nahost-Touch".

    (da mir dies insbesondere hierzulande aufgefallen ist und wenn mich der Eindruck nicht täuscht, zeitlich beginnend etwa in die Ära Merkel fällt, könnte man diese Strömung etwas humorvoll auch Merkelinismus nennen ^.^)


    Für klassische Moderne nicht klar und raffiniert genug und für wahre Modernität nicht visionär genug scheint es mir nichts anderes als ein Aufgreifen und Interpretieren des

    Sozialistischen Klassizismus mit moderneren Materialien und noch vereinfachteren Formen.


    Stilmittel wie eckige Pfeiler an Erkern/Mittelrisaliten in Pseudo-Kolossalgliederung, horizontale Gesimse zwischen vertikal ausgerichteten Rasterfassaden u. Ä. finden sich ja nicht zufällig auch an Bauwerken im stalinistischen Zuckerbäckerstil.


    Ich finde, gemeinsam ist beiden, also dem, ich sage mal 'zeitgenössischen Investorenstil' und dem Soz. Klassizism. das Abgehen einer 'humanen Ebene'.

    Da ist nichts, was dem Auge Halt und dem Empfinden ein Heimatgefühl gibt.

    Nichts, was zB. den Eindruck der Jahreszeiten aufgreifen und moderieren, im Sommer Luftigkeit, Schatten, Ruhe, Kühle und im Winter Schutz und Wärme vermitteln kann.

    Weder aus sich selbst heraus noch durch das Zusammenspiel mit dem Umfeld.

    Dazu bedürfte es (neben ggf. mehr Rücksicht auf das gewachsene Umfeld) gestalterischer Mittel im Detail, auf der Ebene unterhalb/bis Geschosshöhe, also im physischen menschlichen Maßstab.

    Jedes Gründerzeithaus kann das genau deshalb um Welten besser.


    Nun ist der Klassizismus, besonders mit seinen Vorbildern der antiken Monumentalarchitektur ohnehin nicht die beste Voraussetzung dafür, aber während dieser, wenn gelungen, solche Details und Größenskalen noch beachtete und die klassische Moderne des Bauhauses ihre Wirkung aus dem Zusammenwirken mit ihrem Umfeld reflektierte, hat der Sozialistische Klassizismus all das wegrationalisiert und sich selbst Maß und Menschlichkeit genommen.


    Da er sich nun mit seinen so beschränkten Möglichkeiten nur selbst rezitieren kann, dreht er sich entsprechend auch nur im Kreis und bietet keine Anknüpfungspunkte für eine als ansprechend empfindbare Weiterentwicklung.


    Umso bedauerlicher finde ich es, dass diese 'kurze architektonische Sackgasse' nun nochmals so beliebt scheint und zeitgenössische Architekten mit diesem 'schlechten Wein in neuen Schläuchen', als modern, elegant, zeitlos gepriesen, erfolgreich sind und offenbar gar nicht merken(oder ~wollen), dass sie sich mit der endlosen Repetition der immer gleichen Kästen auf der Stelle bewegen und dem Menschen keinen wirklichen Dienst erweisen.

    (die Faktoren Kostendruck und bürokrat. Vorgaben mögen ebenso eine Rolle spielen, sollten aber nicht verhindern, dass bei annähernd vergleichbarem Aufwand mit den heutigen baulichen Möglichkeiten oft weit Besseres realisierbar wäre)


    Ich habe wirklich nichts gegen moderne Architektur, solange sie wie o. g. qualitativ gelungen ist und sich an geeignetem Standort, also harmonisch ins bauliche/natürliche Umfeld einfügt, was jedoch leider allzu selten vorkommt und die Hauptdilemmata sind, die Architekturinteressierte oft zu Kritik veranlassen.

    (neben dem verlorenen Umstand, dass bis in den Jugenstil hinein ein Neubau idR. (und an exponierter Stelle sowieso) einfach repräsentativer als sein Vorgänger ausgeführt wurde, was quasi gesetzmäßig zum archit. Aufblühen der Städte führte)


    Also nein, für mich ist dieses Gebäude (und alle vergleichbaren Typs) keine gelungene Aufführung sondern ein weiteres Produkt der o.g. Problematik.


    Ich bitte allerseits um Nachsicht für den langen Text, konnte meine Überlegungen nicht kürzer verfassen und danke allen Geduldigen fürs Lesen.

  • Nicht mehr viel fehlt zur Fertigstellung in der Erich-Köhn-Straße 54, Lindenau. Die Mitte zwischen einem grässlichen linken Nachbarn und einem schönen Gründerzeitler zur Rechten. Die mittige Furche im Gebäude ist immerhin interessant.


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    (eigenes Bild)

  • ... Leutzsch, William-Zipperer-/Klopstockstraße:


    An sich gar nicht so übel. Doch ich nehme mal an, der obere Gebäudeteil bleibt so dunkel (?). Das sieht auf den ersten Blick aus wie unverputzte Wärmedämmung. Der Sockelbereich wird ja offenbar noch bearbeitet und bekommt auch dieses dunkle Grau.

  • Nochmal Lindenau. Das Mural war hübscher als das Haus, das es bald verdeckt:


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    ^Diese Erdgeschosszone lädt bald zu neuen Wandbildern ein.


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    Der Nachbar gegenüber war nach stetigen Schmierereien schlau geworden, hat sich in einem einschlägigen Graffitti-Laden nach Künstlern erkundigt und dann das hier auf sein Garagentor malen lassen. Seitdem hat er Ruhe:


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    Zwei weitere Nachbarn sind nachgezogen, einer ziert sich noch. In der Nathanaelstraße hat dann die großartige Streetart-Galerie x23 eröffnet und hat den Künstler gleich mal ins Programm genommen. Schöne Geschichte, finde ich.

  • An sich gar nicht so übel.

    Doch, doch, das ist schon übel. Hätte was draus werden können, wenn man nicht die Erker so asymmetrisch aufs Gebäude geklatscht hätte. Die Mitte der Fassade durch ein Giebel-Zitat zu betonen, ist klassisch gedacht, dann aber ein horizontales Farbkonzept zu fahren, macht das total kaputt. In Summe wirkt die ganze Fassadentektonik aus den Fugen geraten. Und ja, Sockel und Dachgeschoss jeweils mit dem gleichen zweifelhaften Grau zu behübschen, ist auch unglücklich.


    Das Architektur-Studium muss echt unglaublich minderwertig sein, was Gestaltungskunst betrifft. Vielleicht war's ja ein Ingenieur, aber das macht auch keinen Unterschied mehr.

  • Und zum Schluss noch die William-Zipperer-/Holteistraße:

    Ja, das entspricht schon viel mehr dem, was ich meine - ein paar Patzer zwar wie die Fallrohre und der schräg eingestochene Eingangsbereich aber sonst...Ziegelgelbe Farbgebung und traditioneller Baukörper, in Kubatur, Traufhöhe und Dachlandschaft die Umgebungsbauten weitgehend berücksichtigend, ein paar moderne Elemente wie die zusammengefassten Balkone über der gleich breiten Einfahrt, das macht im großen und ganzen einen angenehmen Eindruck.

    Mit etwas mehr Ornamentik und dem ein oder anderen Kniff wie braunen Fallrohren, Feldern mit gleichfarbigen Details unterhalb der Fenster und vielleicht abgerundeten Balkonecken und Faschen (analog zu den Brüstungsrohren) hätte man der Fassade noch mehr Plastizität verleihen können, aber das ist hinsichtlich der sonstigen Exempel schon Nörgeln auf hohem Niveau und nichts, was man später nicht noch ändern könnte.

    Alles in Allem also, rein äußerlich kann ich das durchaus abnicken, gefällt mir.

  • Kleines Update Dieskau: während es an der Ecke Dieskau-/Kulkwitzer Straße schon Teile der Fassade zu bewundern gibt ...

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    ... wächst die Ecke zur Schwartzestraße stetig in die Höhe

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    Unabhängig von der Architektur zwei sehr wichtige stadtbildverbessernde Lückenschließungen in der arg löchrigen Dieskaustraße

  • ^ tja bei der Kulkwitzer- wäre doch das Nachbarhaus eine gute Referenz gewesen. Alle Fensterkanten und die Toreinfahrt einen halben Meter höher und es wäre ein guter Übergang hergestellt worden. Diese groben Details müssen doch bei der Planung irgendwie mal in den Gedanken kurz ankommen. Spätestens wenn man eine Ansicht in den Bauplänen hat.

  • Mehrfamilienhaus Merseburger Str. 93/Demmeringstraße


    Aus der schriftlichen Antwort des Stadtplanungsamtes auf die Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen "Aktuelle Situation zu Wohnungsbau- und Wohnraummobilisierung zwischen Lindenauer Markt und S-Bahnhof Lindenau":

    https://ratsinformation.leipzi…DNR=2025701&refresh=false


    "Vorhaben Demmeringstr./ Merseburger Str.


    Im Rahmen der Beteiligung am förmlichen Genehmigungsverfahren vom 13.03.2025 hat das SPA im April 2025 eine positive Beurteilung des Vorhabens begründet. Dabei handelt es sich um den geplanten Neubau eines Wohngebäudes mit 67 Wohneinheiten und 2 Gewerbeeinheiten. Ein Bescheid ist noch nicht erteilt.

    ...


    6. Welche Maßnahmen unternimmt der Bauherr auf dem Grundstück Demmeringstraße Ecke Merseburger Straße, um den nach unserer Kenntnis als Naturdenkmal klassifizierten Starkbaum auf dem Nachbargrundstück zu schützen?


    Infolge der Anbindung des Amtes für Stadtgrün und Gewässer ist die Zielstellung zum dauerhaften Erhalt der Stiel-Eiche als Baumnaturdenkmal klargestellt. Im Rahmen der Baumaßnahme und als Auflage so formuliert, wird der Baum mittels Bauzaun gesichert."


    Eigentümer ist meines Wissens Isihome. Projektbeschreibungen oder Bilder konnte ich dort aber noch nicht finden: https://isihome.de/

  • In der Anfrage der Grünen und der Antwort des Stadtplanungsamtes (https://ratsinformation.leipzi…DNR=2025701&refresh=false) geht es auch das Baugrundstück Engertstraße 1-3/Lützner Straße:


    "Das Grundstück an der Lützner Straße Ecke Engertstraße ist laut Bericht des Gestaltungsforums von 2024 für eine Wohnbebauung vorgesehen. Damals war es beabsichtigt, ein reines Wohnhaus für 65 Parteien zu errichten. Zu sehen ist davon bis heute wenig."


    "Lützner Str./ Engertstr.

    Zu diesem Vorhaben aus dem Gestaltungsforum wurde bislang kein Bauantrag eingereicht.


    7. Wurden die Anmerkungen des Gestaltungsforums für das Bauvorhaben auf dem Grundstück an der Lützner Straße Ecke Engertstraße aufgenommen bzw. ist beabsichtigt, das Bauvorhaben erneut dem Gremium zur Diskussion vorzulegen? Welche Gründe kennt die Stadtverwaltung, weshalb die Wohnbebauung bis heute nicht angegangen wurde?


    Die Stadt hat keine Kenntnis darüber, ob die Empfehlungen aus dem Gestaltungsforum aufgenommen wurden. Bislang wurden keine geänderten Genehmigungspläne vorgelegt bzw. das Genehmigungsverfahren darauf aufbauend aufgenommen. Gründe dafür sind nicht bekannt."

  • Wieder mal hätte man mit Wenigem so viel mehr erreichen können.

    Das "Via Regia" am Waldplatz bekommt eine m. E. doch recht ansprechende Sockelgestaltung, die das Gesamtbild deutlich aufwertet. Es ist Strukturputz mit Kammzug. Die Fenster werden zudem mittels Stuckleisten und Spiegelfeldern optisch gelängt.


    Außerdem ist das eine positive Überraschung, also der gegenteilige Effekt zur Enttäuschung. 😉


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    (eigenes Bild)


    Schade ist die Garageneinfahrt, die farblich aus dem Rahmen fällt. Auf meinem Foto sieht es ja noch harmlos aus, vor Ort eher nicht. Generell kann man in dieser Lage an der wichtigen Jahnallee (Via Regia) bzw. an einem schmucken Platz eine solch breite Einfahrt gar nicht angemessen einordnen.


    Kuriosa: meine Gäste unterhielten sich kürzlich über das Haus: "Na sowas, jetzt ist die Lücke geschlossen. Das Grundstück sah immer so klein aus und jetzt steht da so ein großes Haus." - "Wie, ist das ein Neubau? Ich dachte, das ist ein Altbau."


    Uns im Forum amüsiert das wahrscheinlich, aber offenbar fügt sich ein Haus zumindest aus der Sicht von Architektur-nur-aus-den-Augenwinkeln-Betrachtenden schon dank weniger Zutaten nahtlos ins Ensemble ein.

  • ^ in der qualitativen Ausführung definitiv besser als erwartet und die angepasste Traufe und Sockel fügen das Gebäude im Blockrand ein.


    Mit der Fassadenstruktur bin ich aber dennoch unzufrieden. Mit Balkonen und oder "französischen Balkonen" hätte man eine gute Struktur, ohne diesen Eklektizismus, schaffen können.