Potsdam: Wiederaufbau Stadtschloss

  • Die Geschichte des Stadtschlosses


    Geschichte: Der große Kurfürst ließ das Stadtschloss im 17. Jahrhundert als Vierflügelanlage bauen. Ab 1744 baute der preußische Baumeister Knobelsdorff im Auftrag des Preußenkönigs Friedrich II. prachtvoll aus. 1945 trafen britische Bomben das Schloss. Den beschädigten Bau ließen die DDR-Oberen 1959/60 abtragen.


    Lücke: Seitdem klafft eine Lücke auf dem Alten Markt. Ein in den 80er-Jahren errichteter Theater-Rohbau wurde nach der Wende abgerissen. Die Stadtverordneten beschlossen dann den Wiederaufbau des Schlosses. Die Finanzierung ist schwierig. Nur das Fortunaportal wurde originalgetreu rekonstruiert - hierfür hatte TV-Star Günther Jauch Sponsoren gewonnen.


    Kosten: Ein Wiederaufbau des Schlosses als Landtagssitz würde rund 105 Millionen Euro kosten. Laut Finanzministerium würde eine Sanierung des Landtagsgebäudes auf dem Brauhausberg 60 Millionen Euro kosten. Würde für die Berliner Abgeordneten mitgebaut, koste dies 73 Millionen Euro.


    Film: Eine Gruppe um die Potsdamer Architektin Angela Rienäcker hat eine Computeranimation erarbeitet, bei der man durch alle Räume des Landtagsschlosses wandeln kann. Damit wollte die Stadt für das Projekt werben.

  • Homepage des Fördervereins Wiederaufbau Potsdamer Stadtschloss

    Der Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschloss in seiner Kubatur und mit den Rokokofassaden am alten Standort als zukünftiger Sitz des Brandenburger Landtags ist von diesem vor kurzem beschlossen worden. Auf der Homepage des Fördervereins Wiederaufbau Potsdamer Stadtschloss findet sich interessantes Bildmaterial und unter Downloads sogar eine Simulation des Landtags im wiederaufgebauten Stadtschloss.

  • Landtagsneubau Potsdam: Ausschreibung für Mitte 2006 geplant

    (...) Im Juli 2006 will die brandenburgische Landesregierung das Investorenauswahlverfahren für den Landtagsneubau am Potsdamer Alten Markt starten. (...)


    Quelle

  • http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/15.02.2006/2353872.asp


    "Groß genug für das gemeinsame Land


    Im Stadtschloss wäre genug Platz für alle Abgeordneten, sagt eine neue Studie Potsdams Bürgermeister rechnet 2008 mit einem Baubeginn


    Potsdam – Der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ist optimistisch, dass 2008 mit dem Bau des Potsdamer Stadtschlosses als Sitz des gemeinsamen Landtages von Berlin und Brandenburg begonnen werden kann. Er sieht sich durch die Ergebnisse einer neuen Machbarkeitsstudie für das 85-Millionen-Projekt bestätigt, die Finanzminister Rainer Speer und Landtagspräsident Gunter Fritsch heute präsentieren wollen.


    Danach ist das Darmstädter Büro Waechter & Waechter – wie frühere Studien – zu dem Ergebnis gekommen, dass sich das Raumprogramm eines gemeinsamen Parlamentes durchaus in dem Gebäude auf dem Alten Markt unterbringen lässt, das äußerlich wie das in den 50er Jahren abgerissene Stadtschloss aussehen soll. Auch die Kosten halten die Gutachter für realistisch.


    Allerdings plädiert die Studie für einen neuen Ansatz: Danach soll der Plenarsaal des Parlaments nicht wie bisher vorgesehen im früheren Schloss-Innenhof untergebracht werden, weil zu viele fensterlose Büros die Folge wären, sondern im südlichen Hauptgebäude vis-à-vis der Langen Brücke. Dafür müssten allerdings Abstriche an der historischen Fassade gemacht werden. „Man muss jetzt die konkreten Entwürfe abwarten. Das wird eine spannende Diskussion“, sagte Jakobs.


    ...


    Auch die Opposition hält sich mit Kritik zurück. Der Potsdamer PDS-Landtagsabgeordnete und Chef der Stadtfraktion Hans-Jürgen Scharfenberg sagte, er stehe dem Vorhaben zwar weiterhin „kritisch distanziert“ gegenüber. Dennoch sei mit der Machbarkeitsstudie und dem Abrücken von einer hundertprozentigen Kopie der alten Schlossfassade ein „Realitätsgewinn“ zu registrieren."


    Hört sich ja gar nicht mal so schlecht, sogar die PDS blockt nicht komplett ab. Zwar ist das Projekt lange noch nicht in trockenen Tüchern, aber ich halte es für ziemlich realistisch, dass das Schloss in Potsdam schon steht, während man sich in Berlin noch die Köpfe einschlagen wird ob man nun einen Abenteuerspielplatz, das Schloss oder sogar den Palast der Republik bauen bzw. wiederaufbauen soll:nono:. Da frage ich mich warum kriegen selbst die Brandenburger etwas hin, für was die Hauptstadt scheinbar zu unfähig ist. Ach und noch was, warum ist eigentlich in Berlin niemand auf die Idee gekommen, dass Stadtschloss als Standort für einen möglichen gemeinsamen Landtag vorzuschlagen(Ja ich weiß Potsdam brauchte sowieso ein neues Landtagsgebäude, aber trotzdem kann ich mir einen repräsentativeren Standort für ein gemeinsames Parlament als direkt in der Mitte des alten Berlins kaum vorstellen.) .


    P.S.: Vielleicht könnte ein Mod das hier xxx in diesen Thread einfügen. (erledigt, Manuel)

  • Hier gibts noch ein paar mehr Infos dazu wie das Schloss laut der neuen Studie aussehen soll:


    http://www.tagesspiegel.de/bra…iv/16.02.2006/2357015.asp


    "Original und Nachbau


    Das geplante Stadtschloss in Potsdam wird sich nur zum Teil an der historischen Vorlage orientieren


    Potsdam - Brandenburg macht Ernst mit dem Aufbau des „neuen“ Potsdamer Stadtschlosses auf dem Alten Markt. Hier soll der gemeinsame Landtag für Brandenburg und Berlin untergebracht werden. „Wir wollen jetzt Investoren gewinnen“, kündigte Finanzminister Rainer Speer (SPD) am Mittwoch in Potsdam an. Bis zum Sommer soll das 85-Millionen-Projekt im Rahmen eines kombinierten Investoren- und Architektenwettbewerbs ausgeschrieben werden. Es bleibe Ziel, dass der neue Landtag auf dem Alten Markt im historischen Zentrum Potsdams Ende 2010/2011 fertig gestellt wird, betonte Speer, der das Modell Regierungschef Matthias Platzeck vorgestellt hat. Platzeck hatte das Projekt einst als Oberbürgermeister initiiert.


    Allerdings verabschiedet sich das Potsdamer Parlament von bisherigen Vorstellungen, dass das Gebäude äußerlich detailgetreu die historische Fassade des Knobelsdorffschen Stadtschlosses erhält. Die SED hatte es in den 50er Jahren abreißen lassen. „Wir wollen nicht eins zu eins das Schloss aufbauen“, sagte Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD).


    ..."

  • Hier noch ein Artikel aus der Morgenpost:


    http://morgenpost.berlin1.de/c…6/brandenburg/811115.html


    "Landtagsschloß geht in die Breite
    Machbarkeitsstudie ebnet Weg für neues Parlamentsgebäude - Ausschreibungen können beginnen - Ergebnisse in einem Jahr


    Von Dieter Salzmann


    Potsdam - Das neue Landtagsgebäude am Alten Markt in Potsdam wird bauchiger werden und gedrungener wirken als sein historischer Vorgängerbau, das königlich-preußische Stadtschloß, an dessen Gestalt es sich orientiert. Dafür soll der größte Teil des Innenhofs als Freifläche erhalten bleiben.


    Nach dem Entwurf in der Machbarkeitsstudie des Architektenbüros Waechter + Waechter aus Darmstadt werden die drei künftig vom Parlament genutzten Flügel zum Hof hin so verbreitert, daß alle Büros im Hauptgebäude, verteilt auf vier und fünf Stockwerke, untergebracht werden können; das alte Stadtschloß besaß nur drei Etagen. "Hätten wir uns daran gehalten, wäre vom Hof nur ein Lichtschacht übriggeblieben", sagte gestern Architekt Felix Waechter. "Das frühere Schloß hat gerade durch die Organisation um den großzügigen Innenhof gelebt." Dies solle auch beim Neubau so bleiben.


    ..."


    Und als Zugabe noch ein Foto vom Modell:


    http://morgenpost.berlin1.de/i…enburg/113798_scaleUp.jpg

  • Steht eigentlich dieser schäbige Plattenbau zwischen Nikolaikirche und Straße noch, in dem das Fremdenverkehrsbüro war (oder noch ist)? Ich meine, der sollte mal abgerissen werden, war aber seit Jahren nicht mehr in Potsdam.

  • http://www.morgenpost.de/conte…5/brandenburg/865874.html


    Die Stadtverordnetenversammlung hat auch in der zweiten Abstimmung den Wiederaufbau des Stadtschlosses abgelehnt. Das bedeutet nun für unbestimmte Zeit das Aus für den Wiederaufbau.


    Sowas regt mich ja auf, ich könnte diesen hinterwäldnerischen Provinzostlern rechts und links eine reingeben. Da verbauen sie sich einfach eine einmalige Chance mit Landesmitteln diesen widerlichen Schandfleck mitten in der Stadt zu tilgen, aber sie wollen wohl lieber weiterhin eine Brache und eine Mißgeburt kommunistischer Architektur bewundern:nono: :nono: :nono:.

  • Tja, wenn Postkommunisten über fast die Hälfte der Stimmen in einem Stadtparlament verfügen, dann brauchen nur noch ein paar illoyale SPD-Abgeordnete umzufallen und der geliebte DDR-Appeal im Stadtzentrum bleibt. Die Winkelemente hoch, Genossen!


    Ganz toll findet diese Entscheidung auch der Kommentator im Baunetz.

  • Der Artikel des Baunetzes schock mich wirklich im Bezug auf das Berliner Stadtschloss. Es handelt sich nämlich dabei keineswegs um eine Schloss-Atrappe. Ich weiß nicht ob jemand die Würzburger Residenz besucht hat, aber dort wurden auch keine Dienstbotenräume oder ähnlich unwichtiges rekonstruiert, sondern lediglich die Prunksäle bzw. Raumfolgen. Die restlichen Räume werden von der Universität, bzw. als Museum genutzt. Nach dem selben Prinzip wird auch dass Stadtschloss in Berlin rekonstruiert werden. Dabei sollten die Kritiker jedoch damit zufrieden sein, dass die Prunksäle nur in ihren Maßen, jedoch ohne Schmuck wieder erstehen. Denn es ist doch eine Utopie zu glauben, dass man ein solches Bauwerk auf einmal wiedererrichten kann, das zu seiner Entstehung 500 Jahre brauchte. Aber vielleicht sind die deutschen einfach zu blöd oder haben ihren Kultursinn verloren und verdienen es damit nicht anders, als dass Rekonstruktionschancen endgültig vertan werden. Ich sage nur Respekt an Warschau! Daran sollte man sich ein Beispiel nehmen oder an Dresden! Wo sind denn die berliner Leitbauten? Im Nikolaiviertel? Lachhaft!
    Zum Potsdamer Stadtschloss kann man nur sagen, schaden auf der einen Seite, dass es nun so schnell keine Schließung dieser Lücke geben wird, gut auf der anderen Seite, dass nun der Weg für eine historisch korrekte Rekonstruktion wieder frei ist, wenn auch deren Realisierung weiter ungewiss bleibt.


    Grüße


    semper

  • Einige haben den Schlossnachbau aus ideologischen Gründen abgelehnt und einige, weil sie die historische Fassade wollten und nicht etwas, was sich an der Formensprache der historischen Fassade orientiert (und an denen hat es dann letztlich gelegen). Frage: Würde man das Berliner Stadtschloss nicht mit historischer Fassade bauen wollen, sondern mit (bestenfalls) daran angelehnter Formensprache und die Zuständigen in Berlin würden das ablehnen, wie würde das hier wohl kommentiert werden?

  • Noch ein Cache fund:


    Zitat von CityHai


    07.01.2007, 17:04
    Bürgerbefragung gibt deutliches Signal. 43% für den Wiederaufbau des Schlosses.


    http://www.immobilien-zeitung.…ews.php3?id=21165&rubrik=


    Zitat von vondraussen


    07.01.2007, 17:26
    Bevor man einen neuen Landtag baut, sollte man erst mal die gerade laufende zweite Stufe der Föderalismusreform abwarten. Da könnte es durchaus sein, dass es eine Neuordnung der Bundesländer gibt. Somit wäre die Landtagsnutzung zumindest ungewiss. Die Art, wie eine Rekonstruktion durchgeführt wird, wird doch vom Nutzen wesentlich beeinflusst, und der Nutzen kann sich bald ändern.


    Zitat von Manuel


    07.01.2007, 18:18
    Eine Neuordnung der Bundesländer können nur die betreffenden Bundesländer (bzw. deren Einwohner im Volksentscheid) selber bestimmen. Da schon eine Fusion aus Berlin und Brandenburg nicht gerade wahrscheinlich ist (im 1. Anlauf gescheitert), wird mit mehr wohl kaum zu rechnen sein.


    Ansonsten finde ich es aber absolut richtig, den neuen Plenarsaal entspr. größer zu bauen, um Platz für die evtl. Berliner Abgeordneten zu schaffen. - Bis zu einer Fusion können dort dann auch schon die gemeinsamen Sitzungen von Berliner Abgeordnetenhaus und Brandenburger Landtag stattfinden.


    Und die Sache mit dem Schloss wird schon werden. :daumen:

  • Mindestens ein Jahr später als geplant

    Wie der Tagsspiegel heute berichtet, wird sich der Neubau des Landtages um mindestens ein Jahr verzögern. Die Bauarbeiten könnten frühestens 2009 beginnen, dass Gebäude dann frühestens 2011 fertig sein.


    Durch das Hick-Hack der letzten Monate ist es bereits zu einer dreimonatigen Verzögerung gekommen. Ferner ist für die Verlegung der Verkehrsflächen am Standort ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Fristen für Einsprüche und evtl. Klagen gegen das Projekt müssen ebenfalls beachtet werden und können das Projekt weiter verzögern.


    Der Tagesspiegel vom 08.03.2007