Projekt Rheinboulevard

  • Ich wollte am kommenden Samstag mal nach Köln fahren und den Rheinboulevard aufsuchen. Aber nach den Schilderungen hier lasse ich es lieber sein.


    Schade, dass Deutsche sich ständig rechtfertigen müssen mit "Ich bin nicht rechts-konservativ, aber..". Das Problem ist nicht so sehr die Herkunft (vielleicht ein bisschen, da andere kulturelle Sitten). Vielmehr aber insbesondere zwei Faktoren


    (1) das sind eben Asoziale und nicht gerade das Bildungsbürgertum der islamischen Welt und
    (2) zig Männergruppen und Langeweile/Alkohol sind IMMER ein Problem. Das könnten dann tatsächlich auch hunderte britische Männer sein. Die würden sich besaufen und wären auch nicht angenehm.


    Egal wie es ist, das "Phänomen" verbreitet sich auch in meiner Heimatstadt und ich hab da ehrlich gesagt gar keinen Bock drauf, dass die Stadt und "Inländer" immer so zurückhaltend reagieren und anfangen mit "shisha ist halt Mode" etc. Verbieten und durchgreifen und gut ist.


    PS: Bin selber ein "Schwarzkopf" und Südländer.

  • Heute Morgen war es schon im Frühstücksfernsehen, was aus diesem Prachtbau für das viele Geld und der Guten Idee werden soll...
    Polizei? Es geht hier in den Abendstunden schon um 1000 Mann, da nützt nur ne Hundertschaft und das jedes warme WE, na dann viel Erfolg!

  • Taddel


    ja natürlich mag es auf den ersten Blick nichts mit Architektur oder Städtebau zu tun haben, aber auch nur auf den ersten Blick.


    So gehört es zum Städtebau und der Architektur, Pinkelecken oder auch Angsträume planerisch zu vermeiden. Wenn dies jedoch planerisch im Vorfeld nicht zu berücksichtigen ist sind wir bei dem wunderbaren architektonischen Thema: Soziologie der Stadt, eine Paradedisziplin der Architektur.

  • Schwieriges Thema. Grundsätzlich tut es niemandem weh wenn sich jemand auch in der Öffentlichkeit 2-3 Bier gönnt oder eine Shisha genießt.
    Und eine freie Gesellschaft und insbesondere eine Großstadt die sich gerne damit rühmt tolerant und lebendig zu sein lebt davon, dass man nicht alles verbietet sondern den Leuten auch eine Gestaltung ihrer Freizeit ermöglicht, die vielleicht nicht jedem gefällt. Weil Anwohner A am Brüsseler Platz um 20 Uhr ins Bett gehen möchte kann er deshalb nicht erwarten, dass alle Anderen die abends im Viertel unterwegs sind das auch so machen.
    Genauso sollte man meines Erachtens nicht Alkoholkonsum etc am Rheinufer pauschal verbieten, nur weil es auch Leute gibt die eben ohne Alkohol etc dort entspannen möchten.


    Mehr als kritisch wird es aber dann, wenn das Sicherheitsgefühl Anderer in Gefahr ist oder sich tatsächlich eine Gewaltbereitschaft entwickelt die Unbeteiligte gefährdet.


    Dass das Assi-Potential in Köln nicht gerade gering ist (letzte Woche noch von einem Taxifahrer der vorher in Düsseldorf und Berlin gearbeitet hatte den verzweifelten Seufzer "Überall Assis.. Köln ist verloren" hören müssen, unabhängig von diesem Thema), ist ja leider keine neue Erkenntnis.


    Die Frage ist wie man das ohne zu viele pauschale Verbote - auch diese müssten gegenüber dieser Klientel ja übrigens erstmal durchgesetzt werden - in den Griff bekommt.


    Wahrscheinlich ist aktuell vermehrte Polizeipräsenz leider unvermeidlich.
    Und die "anständigen" Leute müssen eben weiterhin hingehen um nicht den Assis den Raum zu überlassen. Insofern sollte auch die Presse nicht zu hysterisch berichten.

  • Ich war am Montagabend eigentlich zum ersten Mal an einem sonnigen Sommerabend auf dem Rheinboulevard und saß auf der Freitreppe. Ich muss sagen, es war sehr entspannt. Das Publikum war angenehm gemischt. Von Shisha-rauchenden oder massiert auffällig auftretenden Migrantengruppen war keine Spur. Richtung Hohenzollernbrücke war ein "internationaleres" Publikum wahrnehmbar, wobei es sich meines Erachtens eher um die üblichen Kölner Touristenscharen in Verbindung mit der Außengastronomie am Hyatt handelte. Richtung Deutzer Brücke wurde das Publikum mehr lokal.
    Es war auch nicht verschmutzt, weder die Oberflächen, noch in Punkto Müll. Die Leute hatten zwar Getränke dabei - es lag aber kein Müll rum. Für den Rest sorgten die Pfandsammler.


    Ich hoffe, dass dieses kein momentaner, subjektiver Eindruck war und sich die Situation und das Publikum auf dem Rheinboulevard weiterhin so entspannt gibt. Dann werde ich im Sommer bestimmt öfter dort hinradeln um mir den Sonnenuntergang över de Dömche anzelure... :lach:


    P.S. ein Designerkiosk fehlt dort definitiv nicht. ;)

  • Mittlerweile ist es am Rheinboulevard schon sehr viel grüner geworden.



    Auch die unschönen Drängelgitter sind verschwunden, wodurch die Treppenanlage deutlich großzügiger wirkt.



    Bilder: tieko

  • lichtmasten

    was mich am RB sehr stört, sind die großen flutlichtmasten, die da seit den 2-3 ausgearteten nächten stehen. das könnte sich nämlich sehr schnell zu einer dieser typischen kölnischen dauer-provisorien-lösungen entwickeln. da hat man endlich mal etwas hinbekommen, was von a-z super gestaltet ist und dann ballert man da so baustellen-strahler hin... :nono:

  • So ... der Sommer ist nun rum. Wie hat sich die Situation auf dem Rheinboulevard entwickelt?


    Ich war im Laufe des Sommers mehrfach da. Die Anfangs eingetretene, unschöne Entwicklung mit massenhaftem Shishagebrauch, lauten, teils aggressiven Jugendgruppen, Auseinandersetzungen - hat sich nach meiner Wahrnehmung wieder komplett normalisiert. Auch der Presse habe ich nichts Gegenteiliges entnehmen können.


    Ich meine, es liegt daran, dass man hier schnell und konsequent reagiert hat. Am 8. April dieses Jahres wurde neben Shishaverbot auch das Grillen, offenes Feuer, laute Musik verboten und durch eine starke Präsenz von Polizei und städt. Ordnungskräften gezeigt, dass man gewillt war, dieses auch durchzusetzen.
    Zu meinem Erstaunen (ich hätte da mit mehr Stress gerechnet) erschienen schon am ersten Tag des Verbots so gut wie keine Personen mehr mit Shishas und auch an die anderen Verbote/Gebote wurde sich gehalten.


    Mittlerweile wurde die Präsenz von Polizei und Ordnungsbehörden wieder deutlich zurückgefahren, bzw. ich habe eigentlich gar keine mehr bewusst wahrgenommen.
    Der Boulevard zeigte sich im Laufe des Sommers friedlich und aufgeräumt. Es wurden keine negativen Vorkommnisse mehr gemeldet.

  • präsenz von ordnungskräften

    also ich wohne in deutz und komme öfter am rheinboulevard vorbei. kann der beobachtung von citysurfer in allen punkten zustimmen, ausser einer - wenn ich vor ort war, waren eigentlich auch immer leute vom ordnungsamt oder polizei (seltener) vor ort und achteten drauf, dass sich alle an die regeln halten. zustände wie letztes jahr, haben sich gott sei dank diesen sommer nicht wiederholt. insbesondere das shisha-verbot und das verbot von lauter musik haben sehr zur entspannung vor ort beigetragen. das problem hat sich jetzt allerdings verlagert und findet vor den alten messehallen statt, dort wo sich auch die raser treffen.

  • Hallo beisammen,
    der Wachdienst,, der abgeschafft werden soll, war auch bei den chaotischen Zuständen im Frühjahr bereits vor Ort und hatte dort keinerlei Chance irgendetwas zu bewirken. Er war wirkungslos. Wichtiger als dieser Wachdienst ist es, dass im Frühjahr Ordnungsamt und Polizei regelmäßig Präsenz zeigen. Gerade wenn es voll wird.

  • Der Bau der Gastronomie-Pavillons geht nun in die Endphase.
    Die optischen Täuschungen auf der Glasfassade sind ganz witzig.




    Bilder: tieko

  • Die Hyatt-Pavillions wurden mittlerweile eröffnet.
    Im vorderen Gebäude befindet sich ein italienisches Restaurant (Grissini)
    und im hinteren eins für edles Fast-Food (Sticky Fingers)





    Grissini von innen.
    https://www.ksta.de/image/3157…11-2018-22-50-13-978-.jpg


    Am südlichen Ende des Boulevards ist der preußische Kürassier wieder zurückgekehrt, der mehrere Jahre in Rheinland Pfalz restauriert wurde.




    Bilder: tieko

    Einmal editiert, zuletzt von tieko () aus folgendem Grund: preußisch nicht preussisch

  • die Hyatt-Pavillons gefallen wir ausgefallen gut, sehr elegant, kein Brauhaus-Schnick-Schnakck :daumen: und sie kaschieren so wunderbar die in die Jahre gekommene postmoderne Hotelfassade...


    Der Rheinboulevard ist inzwischen immer mal einen Spaziergang wert.