Beiträge von Jörn

    Es ist nicht nur Klüngel, sondern auch extreme Gleichgültigkeit. Solange abends fünf Kölsch auf den Tisch stehen, ist es drissegal, in welchem Stadtbild man sie runterkippt.

    Das sicherlich auch, ich würde es aber nicht insgesamt auf Köln beziehen sondern auf die versch. Verantwortliche in der Stadtregierung. Es gibt genügend Bürgerinitiativen die sich gegen Bausünden, schlechte Städtebauprojekte uvm. richten. Selbst der Stadtanzeiger hat hierfür einen eigenen Hashtag.

    Das war der letzte seiner Art weit und breit, mit zahlreichen Schmuckgiebeln etc.


    Sowas passiert in der Kölner Neustadt immer wieder. Dafür kann man diese Stadt wirklich nur verachten.

    .... nicht die Stadt aber zumindest die Stadtverwaltung. Bei solchen Fauxpas wird einem immer wieder deutlich, dass der Klüngel in Köln echt noch eine Rolle spielt. Anders kann man sich das irgendwie nicht erklären.

    Rein historisch, konzeptionell und meiner Meinung nach auch ästhetisch gehört der Neptunbrunnen schon an seinen ursprünglichen Ort zurück. Zumindest im städtebaulich-historischen Kontext des Schlosses. Jedoch ist der Neptunbrunnen vor dem Rathaus ebenso eine historische Realität und diese zu tilgen fände ich doch sehr fatal. Eine Kopie des Brunnen empfinde ich ebenso als nicht wünschenswert und irgendwie komisch. Dann hättet wir ja zwei davon - warum also.

    Interessanter fände ich eine Neuinterpretation des Neptunbrunnens:

    • Gleiche Bassinabmessung, eventuell sogar eine Vierpass-Brunnenschale
    • mittige Bronzeplastiken des Neptuns
    • Bronzeplastiken der vier Flüsse, Rhein, Weichsel, Oder und Elbe. Wobei auch hier ließe sich das Thema auf vier Flüsse reduzieren. Was wiederum ein Humboldt'schen Thema zuliesse, er war schließlich Entdecker. Gleichzeitig funktionierte mit vier Flüssen auch ein europäisches Thema.

    Natürlich würden auch freie Formen bzw. Interpretationen funktionieren. Ich finde nur bei einer Interpretation sollte immer noch der Ursprung erkennbar sein, ohne jedoch plakativ zu sein. Namhafte Künstler haben wir zu genüge in Deutschland.

    Ich finde leider immer noch dass der linke Abschluss am ehemaligen Apothekerflügel auf die ganze Fassade bezogen nicht wirklich ausgeglichen und stimmig ist. Es fühlt sich an als sei dort etwas weggebrochen, wie eine Sahnetorte, die nicht gänzlich auf dem Teller stand und deren eine Seite wegbrach. Zwar sind an dieser Stelle nach historischen Vorbild Bäume vorgesehen, jedoch werden diese auch im ausgewachsenen Zustande dort keinen Ausgleich schaffen.

    Zum Thema Trankgasse: Die Fußgängerzone ist eigentlich ein überholtes Konzept. Neuerdings setzt man und meiner Meinung nach auch zu recht, eher auf das Konzept der Spielstrasse. Dies macht natürlich besonders viel Sinn, wenn man sagt, man wolle den Autoverkehr in den Innenstädten stark reduzieren. Dem Auto also nicht mehr so viel Platz zukommen zu lassen. Dies bedeutet stehend (parkend) wie fließend. Das hieße sodann nämlich in der Realität, dass die ein zwei Autos nun auch nicht mehr ausmachten und man sich die Fußgängerzone sparen könnte. Insofern man dies bzgl. vorausschauend denkt :-)

    Woher hast du denn diesen Unsinn? xD

    Wenn dann vermissen den einige SEDler und Stasimitarbeiter.

    Diese braunen Fenster haben eher einen Würgereiz hervorgerufen insb. wenn man bedenkt was für ein menschenverachtendes System dahintersteckte.

    Den Unsinn hatte ich in Tageszeitungen und in Fachzeitschriften (Architektur) gelesen. Wie gesagt es geht auch nicht darum ein ob man es ästhetisch findet oder nicht, sondern in welchen Grad ein Gebäude Strahlkraft besitzt. Dazu muss man es btw nicht ästhetisch finden.


    Zur angeblichen politischen Architektur kann ich Dir Windried Nerdinger empfehlen.

    • Architektur, Macht, Erinnerung. Stellungnahmen 1984–2004. Hrsg. Christoph Hölz und Regina Prinz. München 2004.
    • Geschichte, Macht, Architektur. Hrsg. Werner Oechslin. München 2012.

    Viel Spass beim Lesen ;-)

    Als Wessi ist meine rein persönliche Erfahrung zu diesem Thema, dass meine thürinigische Verwandtschaft ein sehr ambivalentes Verhältnis zu ihrer Hauptstadt Ostberlin und auch zum PdR hatte. In Ost Berlin war scheinbar nicht jeder DDR Bürger willkommen (lt. meiner Tante zumindest) und es wurde auch recht kritisch gesehen, dass sich viele Ressourcen (finanziell aber auch arbeitstechnisch) auf Ost Berlin konzentrierten und in der "Provinz" immer weniger ankam, besonders während der Sanierungen zur 750 Jahr Feier.

    So etwas streite ich auch nicht ab und wird auch definitiv zutreffen. Dennoch kann man den PdR als gute Stube Ost-Berlins oder der DDR bezeichnen da er sowohl politische wie auch kulturelle Einrichtungen in sich vereinigte und ein Prestigeprojekt war.


    Ich kann Dir leider keine Quellen anfügen, ich hatte ähnliches verschiedentlich in Zeitungen und um die Diskussion zum Wiederaufbau des Schlosses gelesen. Es waren jedenfalls Fachzeitschriften oder Tageszeitungen.


    Weiterhin stelle ich mal just folgende These auf: Dass selbst wenn der PdR keine identitätsbildende Auswirkungen hatte, kann ich mir vorstellen, dass dessen Abbruch vielen ehemaligen Ost-Deutschen als eine Herabstufung ihrer ehemaligen Kultur verstehen könnten oder haben.

    Naja Konsensarchitektur und Ästhetik hip oder hop ich glaube es ist wichtig zu verstehen dass der PdR für viele Ostberliner und für viele ehemalige Bürger der DDR identitätsbildend war. Weiter hätte man auf diese Weise ein Stück deutscher Geschichte bewahrt.


    Rein persönlich finde ich die neue Fassade nicht als schlechte Architektur, eher als etwas einfallslos für den Standort, aber an sowas scheiden sich ja bekanntlich die Geister :-)

    Architektur vs. Städtebau


    Ich finde die Häuser zwar architektonisch sehr gelungen und ein gutes Stück Nachkriegsarchitektur, jedoch sollte man auch immer den städtebaulichen Kontext berücksichtigen.


    Hiernach passten die niedrigen und verschachtelten Häuser nie wirklich in diesen weiten und langen Stadtraum. Dieser verlangt eher nach einer höheren klaren Stadtkante.


    Ich denke aber nicht dass es soweit kommen wird, dass man die Gebäude abreisst. Da diese sicher einen Ensembleschutz haben.


    Herr Attenbergers Meinung bzgl. der Treppe kann ich allerdings nicht teilen auch wenn ich durchaus seinen Kritikpunkt verstehe. Allerdings finde ich dass diese Treppe den Stadtraum, ordnet, einfasst und offener werden lässt. Kurzum er wird einladender.


    Die Sorgen der Anwohner finde ich schlechtweg ungerechtfertigt und borniert.

    Zur Urbanisierung gehört eben Verdichtung und das schliesst eben die Vertikale nicht aus. Finde ich super und passt städtebaulich sehr gut in das Gebiet. Ich hoffe nur, dass man ein kluges Konzept hat und es zum einen nicht zu einem Luxushort wird und zum anderen nicht zu einem zweiten Kölnberg/Herkules-Hochhaus.

    danke für die Bilder, laufe fasttäglich dran vorbei wenn ich zur uni gehe. find es mega gut gelungen, was mich nur ärgert ist dass der halboffene Hof des Hauptgebäudes nicht ansehnlicher gestaltet wird. Ich finde dass ist /könnte ein Ort von einer Aufenthaltsqulität.

    Naja also ich muss tetrapac schon zustimmen. Sicherlich wäre es ein größeres Projekt, aber ich kann nicht verstehen wieso der ÖPNV in D so unglaublich stiefmütterlich behandelt wird. Die Strassen sind in der Ecke leider stets verstopft, weswegen eine Stadtbahn durchaus Sinn machte.
    Aber bis Meschernisch soll sie ja definitiv gehen.