Münchner Biergartenratsch

  • Wie viel Müll kommt auf öffentlichem Grund innerhalb des Rings an Silvester zusammen?

    41 Tonnen (2024: 49 Tonnen).

    "Der Jahreswechsel und die damit verbundenen Feiern mit Feuerwerk und Böllerschüssen bescherten dem Baureferat innerhalb des Vollanschlussgebietes der städtischen Straßenreinigung auch dieses Mal wieder eine Menge Arbeit. Insgesamt wurden zirka 41 Tonnen (Vorjahr: rund 49 Tonnen) Silvestermüll beseitigt.

    Im Innenstadtbereich (ausgenommen Sperrzone Fußgängerzone) und in Schwabing fielen insgesamt zirka 10 Tonnen Silvestermüll und rund um den Friedensengel etwa 3 Tonnen an, welche von 185 Mitarbeitern der städtischen Straßenreinigung mit Kehrmaschinen, Lkw-Kippern, Mehrzweckfahrzeugen und Kleintraktoren im Rahmen von Sondereinsätzen beseitigt wurden. Während in der Innenstadt und in Schwabing der Sondereinsatz von 4 Uhr morgens bis mittags lief, standen die Mitarbeiter der städtischen Straßenreinigung am Friedensengel bereits ab 0.30 Uhr bereit, damit der Straßenverkehr ab 3 Uhr früh wieder ungestört fließen konnte. Ab 6 Uhr wurden die Reinigungsarbeiten auf das umliegende Straßennetz im Vollanschlussgebiet ausgedehnt.

    Auch die Hauptabteilung Gartenbau des Baureferats hat bereits am Neujahrstag mit der Reinigung der öffentlichen Parks und Grünanlagen begonnen. Ein besonders hohes Müllaufkommen war unter anderem im Luitpoldpark, am Olympiaberg, am Neuhofener Berg, im Riemer Park, am Königsplatz, an der Theresienhöhe, im Umfeld der Reichenbachbrücke, im Hirschgarten, Arnulfpark, im Ostpark und im Westpark zu verzeichnen. Die Stadtgärtnerinnen und -gärtner arbeiten, unterstützt durch externe Unternehmen, mit Hochdruck daran, dass alle 1.300 Grünanlagen mit zusammengenommen über 2.400 Hektar Fläche baldmöglichst wieder in einem sauberen Zustand sind. Dabei werden zunächst die Wege gesichert und Glasscherben beseitigt, danach die anderen Flächen gereinigt. Auf Wiesen- und Beetflächen und zwischen Gehölzen muss der Müll in Handarbeit entfernt werden."

    https://ru.muenchen.de/2026/1/Strasse…termuell-122172

  • Ich hab einen Bericht gelesen vom OB Reiter seiner Jahresvorschau für 2026.

    Was mich recht traurig gemacht hat, ist dass er scheinbar resigniert ist, angesichts des massiven Widerstands gegen Wohnungsneubau bzw. Nachverdichtung,

    und daher davon ausgeht, dass der Neubau weiter zurück gehen wird. :(

  • ^

    Vermutlich das Interview der AZ anlässlich der bevorstehenden Kommunalwahl. Da geht es in einer Frage um den sozialen Wohnungsbau und als Antwort meint er, dass bestehende Mieter nicht primär durch neuen Wohnungsbau geschützt werden, da die Mieter bereits eine Wohnung hätten, sondern aufgrund fehlender rechtlicher Handhabe gegen massive Mietsteigerungen und Zweckentfremdungen. Dabei nennt er widerspenstige Anwohner als Erschwernis für neuen Wohnungsbau. Von Resignation oder Wohnungsbauprognosen für die Zukunft lese ich jedoch nichts.

    https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/alle-…lem-art-1102900

    Mein Senf: Es ist aktuell sicher nicht die Nimby-Fraktion, die Wohnungsbau im großen Stil hemmt, sondern die mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit vieler Investoren mit dem Bau loszulegen. Das zeigt der sehr hohe Bauüberhang, d.h. Wohnungen, die bereits genehmigt worden sind - womit Nimbys überhaupt keine Rolle mehr spielen - aber noch nicht umgesetzt wurden. Als Beispiel nenne ich mal den Campus Süd, das Werksviertel oder die Bayernkaserne. Rock Capital baut derzeit lieber Büros, die Genossenschaften tun sich schwer die gestiegenen Baukosten zu stemmen und auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft hat begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen.

    Hinzu kommen einige Bauträger, die im Zuge der Corona- und Energiekrise in die Insolvenz rutschten, und deren Vorhaben nun bis zur Restrukturierung des Unternehmens ruhen oder von neuen Eigentümern erst umgeplant werden müssen.

    Tatsächlich scheint auch der Mietzins von der Mechanik zwischen Angebot und Nachfrage zumindest ein Stück weit entkoppelt, womit ich Reiter bzgl. Bestandsschutz Recht gebe. Den Bestandsmietern nützt viel neuer Wohnungsbau allein nicht viel. Das haben wir in den vergangenen Jahren gesehen - trotz guter Fertigstellungszahlen kannten die Mieten auch im Bestand immer nur eine Richtung. Das gilt insbesondere für die zentraleren Viertel, die unweigerlich von Verdrängung betroffen sind. Mitverantwortlich dafür ist natürlich die Einkommensstruktur in der Stadt, da die sehr vielen gutverdienenden Akademiker das Mietniveau kontinuierlich weiter anheben - irgendwer kann die Miete im Lehel, in Schwabing oder der Isarvorstadt schon bezahlen und dann wird (leider) oft solange erhöht, bis der Bestandsmieter raus will / muss und ein solventerer Nachmieter einzieht (dass auch die Politik zu dieser Dynamik ihren Beitrag leistet, sollte klar sein). Zuletzt kam angesichts drastischer Baupreissteigerungen das ETW-Geschäft zum Erliegen, sodass auch diese Zielgruppe nun auf den Mietmarkt drängt. Ähnlich geht es auch auf dem Büromarkt zu: Zwar steigt die Leerstandsquote angesichts einer hohen Fertigstellungszahl und Homeoffice, gleichzeitig steigen aber die Mieten in guten Lagen.

    Noch hat keine boomende Stadt - und mit boomend meine ich jetzt explizit die Berufe im Hochlohnsektor - ein Patentrezept gegen steigende Mieten und eine weiter auseinandergehende soziale Schere gefunden. Ich glaube auch nicht, dass Reiter, Baumgartner oder Kruse nach der Wahl eines finden werden. Alle anderen Parteien wie ÖDP, FDP oder Linke / AfD sowieso nicht, da noch einseitiger, klientelorientiert denkend.

  • Ja, er ist enttäuscht nicht resigniert. Der Wohnungsbau wird nicht zurück gehen, sondern schwieriger werden.

    Ich denk, dass wenn die Zahl der Wohnungen stärker zunimmt, als die Nachfrage müssten die Preise sinken.

  • ^^

    Es ist ja gewissermaßen ein Paradox: Auf der einen Seite freut man sich über 4.000 neue Arbeitsplätze bei Apple, weiß jedoch, dass diese das drängenste Problem der Stadt hin zu weiter steigenden Wohnkosten verschärfen. Am Ende ist es eben doch auch von Seiten der Stadt eine Abwägung: Nimmt München am großen weltweiten Rennen um die fähigsten teuersten Firmen teil oder eben nicht.

  • Ich musste vor einer Weile mit einem Bus durchs ländliche Saarland tuckern - eine der Regionen in Deutschland mit dem größten Sanierungsstau, und ich muss sagen ich fand es durchaus bedrückend. Völlig vermooste Däche, abplatzende Fassaden, sichtbar morsche Holzfenster, Gartentüren und Fensterläden die schief in den Angeln hängen, und das an jedem zweiten Haus. Trotz aller Wachstumsschmerzen bevorzuge ich da München doch recht deutlich.

    Apple & Co. lassen sich aber eh nicht durch hohe Preise abschrecken - Google hat aus Kostensparmaßnahmen letztes Jahr gerüchteweise gar ein Team NACH München verlegt (weil die Programmierer hier nur die Hälfte oder weniger als in Kalifornien kosten, obwohl das immer noch signifikant mehr als bei BMW & Siemens ist).

    Bei den Wohnbaumaßnahmen muss man m.E. zwischen langfristigen und kurzfristigen Wirkungsmechanismen unterscheiden - kurzfristig wirken Mietpreisbremse und Erhaltungssatzungen sehr viel direkter als eine Fertigstellung von X Wohneinheiten (bei geschätzt 800.000 Haushalten pro Jahr sind 8.000 WE pro Jahr grad mal 1 Prozent!).

    Langfristig führt m.E. trotzdem kein Weg an der Schaffung von möglichst viel Wohnraum vorbei - diktierte Preise lösen nunmal das Allokationsproblem von zu viel Nachfrage auf zu wenig Angebot nicht.

    Bewerben sich 100 Leute auf eine günstige Wohnung kriegt meist jemand mit finanziellem Polster oder renomierten Beruf den Zuschlag - eine weitere Mietpreisbegrenzung ändert daran nichts mehr.

  • Bzgl Neubau des Neubau der Donnersberger Brücke: Bescheidenheit und Funktionalität sind natürlich Priorität.

    Daher war ich so frei, einen schlichten Entwurf auszuarbeiten. Dieser wurde dem Stadtrat sowie den darin zuständigen Ausschüssen zugestellt und ich stelle ihn hier exklusiv im DAF zur Diskussion zur Verfügung.

    Bei den Vorgaben habe ich mich auf das Allernötigste beschränkt:

    • Gewährleistung des Verkehrsflusses auf dem Mittleren Ring
    • Angemessene Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer
    • Integrierter Bahnhof für die Hochbahnlinie U8 (Perlach - Sendling - Neuhausen - Olympiapark - Freimann)
    • Multifunkktionsarena für 22k Zusschauer (Basketball) 19,775k (Eishoockey)
    • Aussichstplattformen
    • Infinity Pool (über der Arena)
    • 4 Ufo-Landeplattformen
    • 1 Hyperraum-Antennen und 4 Sub-Raum-Antennen
    • Schutzschild-Generator für den Titan-Dome über Mitteleuropa

    Donnerberger-Bridge-Hub.png

  • Ich führe die Diskussion aus dem Strang über das MVG-Gelände an der Westendstraße lieber hier fort:

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    Mal abwarten, bislang ist das nur eine unverbindliche Architektenvisualisierung ("greenwashing"?).

    Durchaus möglich, daß das wieder nur Greenwashing ist - leider.

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    Auch wenn es der Name "Wildkräuter und Gräser" vielleicht anders suggeriert, aber sowas kostet richtig Geld und benötigt einiges an Pflege (Böden, Aussaat, Bewässerung, Schnitt usw.),

    Das sehe ich anders:

    1. Beim REWE gibts es Samenmischungen ("Bauerngarten", "Blütenpracht" etc) die pro Tütchen zwischen 2€ und 5€ kosten. Jede dieser Tüten reicht leicht für eine Fläche von dutzende Quadratmetern.
    2. Diese wuchern sogar in Blumenkästen auf dem Balkon ohne viel Pflege
    3. Natürlich würde die Stadt bzw eine Hausverwaltung auf andere Samenmischungen setzen: Solche, die besonders wenig Pflege bedürfen und für bestimmte Lagen und Böden besonders geeignet sind. Es sollte nicht so schwer sein, die geeigneten Samen zu identifizieren.
    4. Alle paar Wochen (im Sommer oft alle 2 Wochen) den Rasen zu mähen ist auch ein beträchtlicher Aufwand
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    damit nach einem Jahr nicht die Hälfte verschwindet und von wuchernden Arten wie Löwenzahn, Giersch, Weidelgras und Gemeine Rispe überwuchert wird (also das, was auf dem typischen Straßenbegleitgrün heute mehr oder weniger von alleine wächst). Die meisten Arten sind ohne menschliches Zutun leider nicht dauerhaft konkurrenzfähig.

    Warum sollte nicht nach einem Jahr die Hälfte oder sogar alles verschwinden dürfen? Die Samenmischungen wären für Stadt bzw Hausverwaltungen bestimmt billig in großen Mengen zu bekommen.

    Zudem: Man braucht eigentlich auch gar keine Samenmischungen. Es würde reichen, die Flächen sich selbst zu überlassen und nur durch geringe intelligent gesteuerte Eingriffe sanft zu steuern.

    Ich würde Flächen folgendermaßen klassifizieren, die nach bestimmten Vorgaben sich selbst überlassen werden:

    • Typ A: Absoluter Wildwuchs
      • wird niemals gemäht und fast niemals zurückgeschnitten
      • hier entsteht dichtes Gestrüpp - am Ende nach Jahren mit Büschen und Bäumen - undurchdringlich
    • Typ B: Aprilwiese
      • wird einmalig gemäht im April um Verbuschung zu verhindern und jedes Jahr einmal einen Neustart zu ermöglichen
      • hier wird über das Jahr bis auf Hüft- oder Brusthöhe gewuchert
      • biologisch wertvoll, da Rückzugs- und Brutgebiet für Tiere aller Art
      • Nicht die schönste aller denkbar Grünflächen, aber wertvoller und auch zumindest schöner als kurz geschnittener Rasen
    • Typ C: Maiwiese
      • Letztmaliges Mähen Anfang Mai
      • Hier entwickeln sich die schönsten wild wachsenden Blühpflanzen - ein sehr schöner Anblick
      • Immer noch recht dicht - wächst bis zum Spätsommer Knie- bis Hüft-hoch
    • Typ D: Juniwiese
      • Letztmaliges Mähen Anfang Juni
      • ähnlich wie die Maiwiese
      • nur nicht ganz so dicht- und hoch wachsend
      • Man kann darüber streiten, ob die Mai- oder die Juniwiesen die schöneren sind
    • Typ E: Juliwiese
      • Letztmaliges Mähen Anfang Juli
      • das ist fast schon kurz gehaltener Rasen, der ab Ende Juli mit wenigen Farbtupfern geschmückt ist
      • geht schon fast als Spiel- und Liegewiese durch
    • Typ F: Spiel- & Liegewiese
      • kurz gehaltener Rasen - regelmäßiges Mähen ganzjährig von März bis Oktober
      • Menschen (und Hunde) brauchen auch Auslaufflächen und wollen sich verständlicherweise nicht durch wildes Gestrüpp voller Zecken kämpfen
      • Wird ebenso benötigt in jeder Parkstadt, in jedem Park, insbesondere um Spielplätze und Sitzplätze herum

    Je nach Umgebungskontext (Park, Parkstadt, Grünanlage, "Randgrün", "Verkehrsflächen", Lichtverhältnisse, erwartete Nutzung/Besuchermassen) würde der Anteil der Typen an der gesamten Grünfläche Variieren.

    Ich habe nie verstanden, warum Wildwuchs und Wildarten/Wildpflanzen/Wildkräuter in Deutschland so einen schlechten Ruf haben. Warum wird die Natur immer noch als wuchernder Feind begriffen - warum wird ihr nichts zugetraut?

    Ich habe dein Eindruck, daß es mehr eine irrationale bürgerliche Angst vor "natürlichem Chaos" als einen ökonomische Überlegung ist, die dazu führt, daß natürliches Wildwachstum aus Prinzip unterbunden wird.

    Allein die Begriffe "Unkraut" und "Wucher" mit ihren negativen Konnotationen sprechen für sich. Weitgehend sich selbst überlassene Natur, intelligent, einfühlsam und behutsam gezähmt und gesteuert in den Großstädten: Das wäre etwas ganz Wunderbares. Das wäre eine neuartige Kultur. Es wäre vermutlich billiger als die fortdauernde Rasenpflege und sieht zudem gut aus (auch auf dem Max-Joseph-Platz).

    Die Gärtner der Stadt und die freien Landschaftsgärtner sollten in diesem Bereich mit ihrem ganzen Know-How doch fähig sein, in kurzer Zeit das Wissen zu erwerben, um dies sinnvoll betreiben zu können. Und bestimmt sind sie in der Lage dieses von mir* erstellte Konzept sinnvoll zu verbessern.

    * einem absoluten Laien, der mit Interesse beobachtet, wie sich die Vegetation auf Grünflächen entwickelt in Abhängigkeit davon wann und wie oft sie gemäht werden

    Ich verstehe nicht, warum nicht gerade eine Partei wie die Grünen sich vehement dafür einsetzt.

    Dekoratives Anführungszeichen

    In Freiham sind die Innenhöfe einiger Genossenschaftsblöcke dicht mit Wildkräutern und Gräsern bepflanzt, wobei die einzelnen Beete z.T. von den Hausbewohnern gepflegt werden. Die Bereitschaft dafür ist typischerweise bei Genossenschaften höher ausgeprägt als beim klassischen Mietwohnungsbau und je mehr Bewohner, desto schwieriger ist sowas i.d.R. in der Umsetzung. Lässt man es von GaLa-Betrieben machen, dann ist die Begeisterung für dicht und abwechslungsreich blühende Grünanlagen, spätestens wenn die Nebenkostenabrechnung im Briefkasten liegt, schnell wieder erloschen.

    Bei dem von mir angedachten Verfahren des "sanft gesteuerten Wildwuchses" würden die Nebenkosten drastisch sinken.

    • Gemäht wird seltener - das schont auch die Nerven der lärmgeplagten Anwohner.
    • Ab und zu muß etwas zurückgeschnitten werden
    • Hie und da muß etwas explizit gepflanzt werden
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    Dazu kommt, dass diese Pflanzen meist auf maximale Sonneneinstrahlung angewiesen sind, unter schön schattigen Bäumen, wie wir sie ja eigentlich auch mehr brauchen, wächst sowas kaum bis gar nicht.

    Das kann man die Natur selbst regeln lassen. Man kann ja mit der Natur arbeiten - anstatt gegen sie.

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    Also ja, mehr solcher Flächen sind wünschenswert und sicherlich gibt es noch sehr viele Plätze, die man damit aufwerten kann. Aber es braucht dazu auch die Bereitschaft der Menschen, dafür Geld auszugeben - ob unmittelbar für das eigene / gemietete Heim oder mittelbar über Steuergeld bei öffentlichen Plätzen und Straßen - sowie ggf. Zeit und Arbeit zu investieren. Die Beliebtheit von toten Steingärten und Miniaturbäumchen lässt mich daran noch etwas zweifeln.

    Einige zusätzliche Aspekte

    • Die ökologische Bedeutung für Wildpflanzen und Tiere ist nicht zu unterschätzen: Würde dies in ganz Deutschland konsequent betrieben, dann würde das Artensterben bei Wildtieren und Pflanzen nicht unerheblich gelindert
    • Entlastung der Landwirte: Landwirte stehen von vielen Seiten ökonomisch unter Druck. Natürlich wird man von ihnen weiterhin die Einhaltung bestimmter Umweltstandards verlangen müssen. Allerdings kann man sie auch dadurch unterstützen, daß eben auch die Städte aktive Wildlandschaftspflege auf ihren Flächen betreiben
    • Auch hier stellt sich die Frage, warum ökologische Parteien nicht darauf drängen. In deutschen Städten - gerade in den Parkstädten - aber nicht nur hier - liegt hier genug Potential. Natürlich löst das nicht das gesamte ökologische Problem - aber es kann einen nicht unwesentlichen Beitrag leisten.
    • Schließlich sind meiner Schätzung nach etwa 90% der Rasen-Grünflächen in deutschen Städten weder als Spielwiese noch als Liegewise oder Grillwiese geeignet. Woran scheitert es also, diese Flächen ökologisch - und auch ästhetisch - sinnvoll zu nutzen?

    Es gibt übrigens ein Beispiel einer Blühwiese in meiner Nachbarschaft in Neuried, die direkt neben einem Büroneubau enstanden ist und aktiv gepflegt wird. Ich weiß nicht, ob dies von der Gemeinde Neuried gepflegt wird oder vom Eigentümer der Büroanlage. Ich werde dazu bald ein Bild nachliefern - dort fängt es ja bald zu blühen an. Wenn es wirklich so teuer und aufwendig wäre, solche Blühwiesen zu pflegen: Wieso leistet es sich dann ein Vermieter von Bürofläche, der doch bestimmt ganz und gar auf Gewinnmaximierung aus ist?

  • Wir liegen da gar nicht weit auseinander. Ein paar Anmerkungen habe ich aber trotzdem:

    Ins Gewicht fällt nicht das Material, sondern die Arbeitszeit. Mit einem "hier und da" ist es leider nicht getan, wenn man jedes Jahr erneut eine farbenreiche Blütenpracht haben will. Der natürliche Zustand bedeutet: Dominante Arten verdrängen schwächere - und das ziemlich schnell. Was im geschützten Blumenkübel auf dem Balkon passiert ist das eine, was in der "freien Natur" geschieht das andere.

    Ich kann nur von meiner Erfahrung sprechen. Seit gut 15 Jahren versuche ich mich daran und ich kann ohne zu zögern sagen, dass wirklich artenreiche Wiesen und Beete eine saumäßige Arbeit machen. Wenn ich es schleifen lasse blüht mit der Zeit nur noch wenig bzw. nur noch das was sich eigentlich nicht vermehren soll. Dazu gehören auch eingeschleppte, sehr invasive Arten, die die heimische Flora verdrängen und die man nur schwer wieder los wird, wenn sie sich einmal angesiedelt haben.

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    Ich habe nie verstanden, warum Wildwuchs und Wildarten/Wildpflanzen/Wildkräuter in Deutschland so einen schlechten Ruf haben. Warum wird die Natur immer noch als wuchernder Feind begriffen - warum wird ihr nichts zugetraut?

    Allein die Begriffe "Unkraut" und "Wucher" mit ihren negativen Konnotationen sprechen für sich.

    Hat er denn wirklich einen schlechten Ruf? Ich kenne jetzt niemanden, der die Natur als "wuchernden Feind" benennen würde. Ich denke, diejenigen mit grünem Daumen sehen, dass "Natur" Arbeit macht. Sie sehen, dass Wildwuchs die eigenen Bemühungen, bestimmte Pflanzen zu kultivieren, zu Nichte machen kann. Insbesondere, wenn dir das gefräßige Unkraut vom Nachbarn die eigenen Pflanzen überwuchert und diese dauerhaft verdrängt, kann das schonmal in Zorn überschlagen ;)

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    Wenn es wirklich so teuer und aufwendig wäre, solche Blühwiesen zu pflegen: Wieso leistet es sich dann ein Vermieter von Bürofläche, der doch bestimmt ganz und gar auf Gewinnmaximierung aus ist?

    Plakativ ausgedrückt: Fassadenbegrünung ist auch extrem teuer und rechnet sich in vielen Fällen finanziell nicht. Dennoch wird sie immer häufiger realisiert. Da sind Maßnahmen wie eine Blühwiese noch das untere Ende der Fahnenstange. Zumal gerade die Mieten bei Büros deutlich höher liegen, sodass solche Nebenkosten kaum ins Gewicht fallen. Aber man kann damit werben und im Idealfall sogar den ökologischen Fußabdruck reduzieren, was wiederum bei der Kreditvergabe vorteilhaft sein kann. Büromieter achten zunehmend auf die ökologische Ausstattung eines Gebäudes und setzen gewisse Standards voraus (gerade Aktiengesellschaften). Bei Hines geht das z.B. soweit, dass man Fernwärme nur nutzt, wenn diese zu 100 % aus Ökostrom gewonnen wird.

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    Ich würde Flächen folgendermaßen klassifizieren, die nach bestimmten Vorgaben sich selbst überlassen werden:

    Im Prinzip wird das auf öffentlichen Grünanlagen bereits so gehandhabt. 2021 hatte ich Bilder von ein paar verschiedenen Grünflächen gemacht, die denke ich ganz gut die Unterschiede aufzeigen:

    Normaler Rasen zum Spielen und Herumliegen, auf der anderen Seite eine bewusst angelegte "wilde" Wiese mit einer Menge Schafgarbe:

    IMG-5147.jpg

    Im hinteren Teil des Parks findet sich dann eine sich selbst überlassene Wiese, die nur maximal 1-2x pro Jahr gemäht wird. Auch ein wertvolles Biotop gibt es im Park.

    IMG-5148.jpg

    Straßenbegleitgrün in Bogenhausen. Wild in der Mitte, ordentlich begrenzt an den Rändern.

    IMG-5151.jpg

    Private Grünanlage in Englschalking, kurz zuvor fertiggestellt. Leider seit einiger Zeit nicht mehr so schön wie auf diesem Foto. Aber noch vor 10 Jahren wäre hier vermutlich nur eine Hainbuchenhecke hingekommen.

    IMG-5152.jpg

    Streuobstwiese mit unterschiedlichen Mähintervallen:

    IMG-5162.jpg

    Aufnahmen selbst erstellt

  • Kommunalwahl | Ampel-Koalition 2026 - 2032

    Die nächsten sechs Jahre wird München von einer Koalition aus Grüne / Rosa Liste, SPD und FDP / Freie Wähler regiert. Grüne / Rosa Liste und CSU konnten sich davor ebenso wenig einigen wie Grüne / Rosa Liste, Volt und SPD. Während die Grünen sich gegen die CSU entschieden, ließ Volt die Verhandlungen mit Grünen und SPD platzen.

    Zusammen hat die Ampel eine knappe Mehrheit: 43 (inkl. OB) zu 38 Stimmen der Opposition. Wenn einzelne Stadtratsmitglieder künftig vom Abstimmungsverhalten abweichen - und angesichts der durchaus stark voneinander abweichenden Positionen der Parteien ist dies wahrscheinlich -, kann dies wichtige Entscheidungen und Beschlüsse blockieren. Den Koalitionspartnern ist dies offenbar bewusst, sodass sie die CSU zumindest stärker mit Machtbefugnissen ausstatten wollen, als dies für eine Oppositionspartei üblich ist. Konkret könnte die CSU das Vorschlagsrecht für Referentenposten erhalten (deren Posten nicht auf die jeweilige Wahlperiode begrenzt sind). Außerdem wolle OB Krause den, O-Ton, "Kollegialorgan-Charakter" des Stadtrats wieder in den Fokus rücken und bot der Partei eine lose Zusammenarbeit an. Wie gut das in der Praxis funktioniert, werden wir dann sehen.

    Bis zum 11. Mai soll jetzt der Koalitionsvertrag stehen, denn an diesem Tag wird der neue OB offiziell vereidigt. Eines der größten Knackpunkte ist das Thema Wohnen, bei dem die Grünen im Wahlkampf 50.000 neue Wohnungen versprachen, insb. über die beiden SEM MNO und MN, wobei FDP und FW beide Vorhaben als SEM ablehnen (die FDP präferiert wohl ein klassisches Vorgehen über den freien Markt, was die FW wollen, weiß ich ehrlich gesagt nicht).

    Die Sitzverteilung:

    • Grüne: 21 (ohne OB)
    • CSU: 19
    • SPD: 15
    • Linke: 5
    • AfD: 5
    • Volt: 4
    • FDP: 3
    • Freie Wähler: 2
    • ÖDP: 2
    • Rosa Liste: 1
    • München-Liste: 1
    • Bündnis Kultur: 1
    • Die Partei: 1

    Die Bayernpartei, deren Plakate überall noch herumhängen, hat es tatsächlich nicht mehr in den Stadtrat geschafft.

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenc…rung-li.3473283

  • https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenc…sung-li.3476541

    In zwei Nebensätzen wird erwähnt, dass die Eigentümerin DIBAG demnächst einen Abriss der Kaufingerstraße 5 plant.

    Ist hierzu schon was bekannt?

    Zumindest um die Fassade direkt an der Kaufinger fände ich es schade... zum einen bildet sie mMn einen schönen Übergang vom Galeria zur restlichen Straße und zum anderen habe ich wenig Hoffnung, dass ein möglicher Nachfolger eine höhere architektonische Qualität aufweisen wird.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Auf den ersten Blick lesen sich viele den Städte- bzw. Wohnungsbau betreffende Formulierungen recht schwammig - bzgl SEM beispielsweise lässt der Wortlaut recht verschiedene Deutungen zu.

    Es liest sich so, wie sich ein Koalitionspapier, an dem mehrere Parteien beteiligt sind, in der Regel liest ;) Im Grunde muss man das Rad auch nicht neu erfinden, denn wo der Schuh drückt, das hat die Immobilienbranche schon oft klar gemacht und das wird sie auch auf dem anstehenden Wohnungsgipfel erneut tun. Die größte Stellschraube ist die Reduktion der SoBoN-Quote. Diese muss die Stadt so schnell wie möglich umsetzen, damit auch der private Wohnungsbau wieder Fahrt aufnimmt. Die Münchner Wohnen kann nicht alleine für ausreichend Wohnraum sorgen.

    Spoiler anzeigen

    II. Stadtentwicklung und Wohnungsbau

    Wohnungsbau
    Wir wollen ermöglichen, dass mehr Wohnungen gebaut werden können. Unsere gemeinsame Grundhaltung ist, dass vor dem Hintergrund schwieriger Rahmenbedingungen der Bau- und Wohnungswirtschaft (Fachkräftemangel, steigende Zinsen, überbordende Anforderungen gesetzlicher Natur von Bund, Freistaat und DIN-Standards, Anforderungen der Banken bei Finanzierungsbedingungen, schwieriger Fördermittelsituation bei Bund, Land und natürlich auch aufgrund der kommunalen Finanzsituation in München selbst) zügig Schritte unternommen werden müssen, um den Bau von Wohnungen zu beschleunigen.

    Die Koalition bekennt sich zur konsequenten und verantwortungsvollen Nutzung des „Bau-Turbos“ als Instrument zur Beschleunigung des Wohnungsbaus in München. Wir wollen einen eigenen Münchner Standard etablieren und, ähnlich wie in Hamburg, erfolgreich umsetzen. Wohnungszuschnitte müssen hierbei gerade bei geförderten Wohnungen optimiert und Standards auf Kosten und Nutzen überprüft werden.

    Dabei betrachten wir die private Bau- und Wohnungswirtschaft als wichtige Partner*in. Daher wollen wir ermöglichen, dass möglichst einfach, geld- und ressourcenschonend, aber dabei gleichzeitig lebenswert und aus Perspektive der gesamtstädtischen Nutzung mehr gebaut wird. Das stabilisiert nachhaltig das Mietniveau. Das Potenzial von 50.000 neuen Wohnungen durch Neubau und Umwandlung wollen wir so schnell wie möglich ausschöpfen. Hierzu wird der Oberbürgermeister zu einem Wohnungsgipfel einladen, um mit privaten, städtischen und gemeinwohlorientierten Akteur*innen ins Gespräch
    zu kommen. Ziel ist, den Wohnungsbau zu fördern und im Dialog die Bedingungen zu verbessern.

    Wohnungsbau und Nachhaltigkeit denken wir gemeinsam. Unser Ziel sind lebenswerte Quartiere mit einer guten Infrastruktur. Durch Neubau und maßvolle Nachverdichtung schaffen wir flächensparend, kostenoptimiert und klimaangepasst den dringend benötigten, sozial gerechten Wohnraum. Ökologisch wertvolle Flächen, Frischluftschneisen und wertvollen Baumbestand gilt es zu erhalten. Gerade bei den großen Neubaugebieten achten wir auf hohe Qualität der Planungen und setzen auch auf offene Architekturwettbewerbe, die ökologische Standards und eine nachhaltige Mobilität konsequent berücksichtigen. In unserem Einflussbereich bei der Münchner Wohnen und bei städtischen Liegenschaften führen wir den weiteren Ausbau der
    Solarenergie fort. Zusammen mit Verwaltung und Bauträger*innen arbeiten wir an einem größeren Bewusstsein für den Wert von grauer Energie. Umbau bekommt so, wo es möglich ist, Vorrang vor Abriss.

    Wir werden die Sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen mit dem Ziel, den Wohnungsbau anzukurbeln. Das bislang geltende Baukastenprinzip sehen wir im Grundsatz als gut an, es muss aber weiterentwickelt werden. Wir streben dabei eine gerechte Beteiligung der Planungsbegünstigten an den in den vergangenen Jahren ebenfalls gestiegenen Infrastrukturkosten an. Die Stadtgesellschaft muss gerecht an den Planungsgewinnen beteiligt werden. In der Diskussion mit allen Stakeholdern werden wir die SoBoN neu aufstellen. Ziel ist dabei ein Wert, der privaten Bauträger*innen das Bauen ermöglicht, und bei dem die Stadt trotzdem eine hohe Anzahl an gefördertem Wohnungsbau erhält und
    zusätzlich frei finanzierten Wohnraum schafft. Daher wird – auch aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Fördermitteln – im Regelmodell des Baukastens die Quote des geförderten Wohnungsbaus gesenkt.

    Die Umwandlung von Büros in Wohnungen bietet gerade angesichts der begrenzten Fläche in München großes Potential. Daher wird an der Spitze des Planungsreferates eine Umwandlungsagentur – mit ausreichenden Mitteln – eingerichtet. Hier werden auch Möglichkeiten geschaffen, über Befreiungen Wohnungen im Einheimischen-Modell zu errichten. Aufgrund der besonderen baulichen Gegebenheiten möchten wir bei der Umwandlung ein
    besonderes Augenmerk auf studentisches Wohnen und Azubi-Wohnen richten.

    Entwicklungsprojekte/SEM
    Die Federführung der Stadtentwicklungsmaßnahmen im Münchner Norden und Nordosten liegt beim Oberbürgermeister. Er wird Gespräche mit allen Beteiligten auf Augenhöhe führen. So soll zügig ein tragfähiger Konsens über die weitere Entwicklung erreicht werden. Das Instrument der
    städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) wird so lange aufrechterhalten, bis eine einvernehmliche Lösung erzielt worden ist.

    Gemeinsam setzen wir uns für einen möglichst zügigen Beginn des Wohnungsbaus in den geeigneten Teilbereichen ein, insbesondere im Nordosten auch für ein mögliches Olympisches Dorf. Wir prüfen alle geeigneten Instrumente – einschließlich kooperativer Modelle unter Einbindung städtischer, staatlicher und privater Flächen. Wir wollen mit den privaten Grundstückseigentümer*innen partnerschaftlich und verlässlich zusammenarbeiten und das Privateigentum achten. Ziel ist eine faire und transparente Verteilung der entstehenden Infrastrukturkosten, die Spekulationsanreize begrenzt und zugleich Investitionsbereitschaft ermöglicht. Unterschiedliche Vorschläge – auch gemeinsam mit Eigentümer*innen entwickelt – werden ergebnisoffen geprüft und nach klaren Kriterien bewertet. Entscheidend für uns ist, dass auf diesem Wege schnell, wirtschaftlich tragfähig und in ausreichendem Umfang neuer Wohnraum entsteht. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Schaffung von sozial gebundenem Wohnraum.

    Wir werden die erfolgreiche Transformation des Europarks hin zu einem zukunftsfähigen Quartier fortführen, das Gewerbe und Wohnen vereint.

    Der Großmarkt soll im Großraum München einen neuen Standort finden. Auf dem Großmarktareal wollen wir ein urbanes Quartier (Wohnen, soziale Infrastruktur, Gewerbe und Kultur) vorantreiben. In der denkmalgeschützten Halle sollen Marktstrukturen erhalten bleiben.

    Mieten und Mieterschutz / Umgang mit dem Bestand
    Viele Menschen in München haben Sorgen vor steigenden Mieten. Die kommunalen Spielräume beim Mieterschutz sind besonders weit ausgereizt – aber durch bundes- und landesrechtliche Vorgaben begrenzt. Wir werden die Möglichkeiten nutzen, um wirksam gegen Zweckentfremdung
    vorzugehen. Dabei werden wir uns für einen effektiven Verwaltungsvollzug einsetzen.

    Wir bekennen uns zum Ziel, die soziale Durchmischung in den Münchner Stadtvierteln zu erhalten und Verdrängung entgegenzuwirken. Erhaltungssatzungsgebiete können hierzu ein geeignetes Instrument sein, das wir weiterhin sorgfältig prüfen und – wo fachlich begründet – anwenden und weiterentwickeln wollen. Zugleich legen wir Wert darauf, die Auswirkungen auf Investitionen, Modernisierungen und die Schaffung neuen Wohnraums stets mitzuberücksichtigen. Deshalb werden bestehende und künftige Erhaltungssatzungen regelmäßig evaluiert und im Hinblick auf ihre Wirksamkeit, Verhältnismäßigkeit und mögliche unbeabsichtigte Nebenwirkungen überprüft. Ergänzend setzen wir auf weitere Maßnahmen, die den Wohnungsbau stärken und Anreize für Investitionen erhalten.

    Wir sehen uns verpflichtet, weiterhin für einen qualifizierten Mietspiegel zu sorgen, werden diesen aber in der Erstellung und bei den berücksichtigten Kriterien verbessern und darüber hinaus auch in Gespräche mit den Mieterschutzorganisationen und den Verbänden der Haus- und Grundeigentümer gehen.

    Gegen illegal hohe Mieten gehen wir entschlossen vor und bieten den Betroffenen Hilfe an. Mit einem digitalen Mieten-Check überprüfen wir Inserate auf gesetzeswidrige Mieten und unzulässige Zweckentfremdung.

    Wir verbessen die Wirtschaftlichkeit des Wohnungsbaus der Münchner Wohnen mit dem Ziel der Eigenwirtschaftlichkeit. Dazu tragen wir durch die Überprüfung und sozial gerechte Fortentwicklung der Mieten, mit reduzierten Baukosten und realistischen Sanierungszielen bei. Wir erschließen neue zusätzliche Einnahmequellen für die Münchner Wohnen, etwa durch die Vergabe von Belegrechten für die Beschäftigten von Münchner Unternehmen im Neubau und entwickeln neue Finanzierungsmodelle. Dafür prüfen wir auch die Realisierbarkeit eines Wohnungsbau- oder Bodenfonds oder vergleichbare Modelle, mit dem Ziel, mehr bezahlbaren Wohnungsbau zu ermöglichen.

    Städtischer Baugrund soll vorrangig durch die Münchner Wohnen entwickelt werden, kann aber auch an Genossenschaften und andere gemeinwohlorientierte Bestandshalter vergeben werden. [...]

    Wohnungsbauförderung
    [...] Fehlbelegung geförderter Wohnungen sollen durch Wohnungstausch, aber auch durch Anpassung von Mieten bekämpft werden. Wir stärken Auszubildende in München durch die Schaffung von weiteren bezahlbaren Wohnungen durch das Projekt AzubiWerk.
    Unsere Koalition setzt auf die Wohnungsgemeinnützigkeit – und fördert mit besonderem Schwerpunkt gemeinwohlorientierte Akteur*innen. Wir steigern im Bereich des gemeinnützigen Wohnens die Anzahl um 6000 weitere Wohnungen in dieser Stadtratsperiode. Dabei ist die
    Münchner Wohnen ein zentraler Anker und wird durch viele Genossenschaften, mit denen wir weiterhin gut zusammenarbeiten wollen, kräftig ergänzt. Dafür brauchen wir auch in Zukunft einen Vorrang bei der Wohnungsbauförderung und einen anderen Förderungsmix auf städtischen
    Flächen als auf privaten.

  • Aufteilung der Referate (Vorschlagsrechte)

    Farblich markiert sind die für die Immobilienwirtschaft wichtigsten Referate.

    • OB Dominik Krause (Grüne)
    • 2. Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne)
    • 3. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD)
    • Die Grünen erhalten das Planungsreferat (wird seit 2007 und noch bis 2031 von Elizabeth Merk (unparteiisch) geführt; dürfte auch im Anschluss neutral besetzt werden), das Personalreferat, das Referat für Bildung und Sport, das Baureferat, das Referat für Klima- und Umweltschutz und das Kreisverwaltungsreferat (KVR)
    • Die SPD erhält das Sozialreferat, die Kämmerei, das Referat für Arbeit und Wirtschaft (noch bis 2031 von Ingolstadts Ex-OB Christian Scharpf (SPD) geführt) und das Referat für Gesundheit
    • Die FDP erhält das IT-Referat (bislang von den Grünen geführt)
    • Die Freien Wähler erhalten das Kulturreferat, verzichten aber auf die Besetzung mit eigenem Personal (Michael Piazolo) und schlagen den bisherigen Interimsreferenten Marek Wiechers (parteilos) vor, der das Referat seit 01. Juli 2025 leitet.
    • Die CSU aus der Opposition erhält wohl das Kommunalreferat (schöne Geste der neuen Koalition)
    • Für das wichtige Mobilitätsreferat wird Anfang 2027 eine gemeinsame und neutrale Besetzung angestrebt. Bis dahin läuft noch die Amtszeit von Georg Dunkel.

    Die Referenten werden im Laufe der neuen Ratsperiode neu gewählt oder bestätigt, da deren Amtszeiten nicht mit denen des Stadtrats übereinstimmen.

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenc…-csu-li.3479883

    https://www.iz.de/politik/news/-…erat-2000043825

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Es ging mir um die horizontale Lücke ab dem 3. OG zwischen den beiden Gebäuden. Die Traufhöhe ist in diesem Bereich der Schwanthalerstraße doch sehr variabel. Die Traufe des Neubaus dürfte zur Straßenseite annähernd identisch mit der des Bestands sein.


    Ich meine auch die Lücke - ich sehe diese Lücke sehr positiv.

    Und ich meine nicht, daß die Traufhöhe in jenem Bereich sehr variabel ist. Sehr würde bedeuten, daß sie zum Beispiel zwischen 10 und 50 Metern läge

    Dekoratives Anführungszeichen

    Traufhöhen sind in europäischen Innenstädten mit Altbaubestand glücklicherweise keineswegs uniform. Monotonie identischer Traufhöhen gibt es in München überall dort, wo in den frühen Nachkriegsjahren großflächig abgerissen und, modernen Vorstellungen nacheifernd, neu gebaut wurde. Die Sonnenstraße ist dafür das Paradebeispiel. Schon in der dahinter liegenden, historisch gewachsenen Kreuzstraße gibt es so gut wie keine zwei benachbarten Gebäude mit selber Traufhöhe, das setzt sich in der Altstadt, aber auch in guten Teilen der übrigen inneren Bezirke so fort.


    Ich finde die oberen Gebäudekanten in europäischen Städten, die gründerzeitlich geprägt sind (München, Budapest, Berlin, Paris etc) schon ziemlich einheitlich. Da sehen Städte mit einem mehr mittelalterlichen Stadtbild schon sehr viel besser aus - zum Beispiel Regensburg.

    Aber du hast in dem Punkt recht, daß die einheitliche Traufhöhe dort am stärksten ausgeprägt ist, wo die Nachkriegsbebauung voherrscht: westliche Schellingstraße, Augustenstraße und manche andere.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wenn ich an uniformen Städtebau denke, kommen mir vielmehr die amerikanischen Städte in den Sinn. Abseits der flächenmäßig vglw. kleinen Zentren der Metropolen, in denen es ein paar Hochhäuser gibt, passiert außer hunderten Quadratkilometern (gleichgearteter) EFH und überbreiter Straßen nicht viel.

    Über amerikanische Städte - insbesondere westlich der Apalachen - muss man nicht lange reden: Die sind ästhetisch und von der Lebensqualität her (nichts geht ohne Auto - man kann nicht einmal gemütlich zum Bäcker spazieren und einen Kakao trinken) eine Vollkatastrophe.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Unabhängig vom dt. Baurecht sehe ich folgendes Problem: Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude verkaufen ihre Rechte zwingend an benachbarte Eigentümer nicht-denkmalgeschützter Gebäude.


    Ich stimme zu: Daher sehe ich die von mir herbeiphantasierte Regelung auch nicht in gut erhaltenen Altbauvierteln oder nahe an sensiblen Bereichen wie der Altstadt oder Dorfkernen, sondern eben in den von der Nachkriegsbauwut verunstalteten Straßen und Vierteln oder in Neubauvierteln wie Neufreymann oder Freiham, Messetadt usw.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Erstere werden entstellt, aber mehr Durchblicke und Licht gibt's damit nicht. In meinen Augen funktioniert sowas eher schlecht als recht: Die kommunale Planungshoheit weicht der Kaufkraft kapitalstarker Investoren, Grundstücksspekulation erhält weiteren Anreiz und lebenswerter wird eine Umgebung für Anwohner dadurch auch nicht.
    Ich habe nichts gegen höhere und niedrigere Gebäude nebeneinander, aber das sollte über gute städtebauliche Planung und Abwägung verschiedener Interessen realisiert werden, nicht auf Basis von "wer kauft wem was ab". Demokratischer ist ersteres, nicht letzteres.

    Das sehe ich anders. Die kommunale Planungshoheit ist eher ein Garant für Mittelmäßigkeit und Langeweile. Natürlich will ich auch absurde Auswüchse vermeiden: Etwa, daß ein Investor die Rechte einen ganzen Straßenzuges aufkauft und dann einen einsamen Vierkantbolzen hinstellt. Dies kann man durch sinnvolle Rahmenbedingungen eingrenzen: etwa eine Maximum von etwa 10 Geschossen über dem Erdgeschoss in der Schwanthalerstraße.

    Ansonsten gilt - frei nach Willi Brandt - folgendes geniale Motto: Etwas mehr Chaos wagen! Etwas mehr Kapitalismus wagen!

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es wäre zumindest mir neu, dass zu viel Schatten ein Problem in der Schwanthalerstraße wäre. Ein Gebäude mit 10 Geschossen erzeugt mehr Schatten als ein 3-geschossiges ggü. einem fünfgeschossigen einspart. Vielleicht meinst du ja mit Durchblicken etwas anderes als ich, aber für mein Verständnis ergeben sich jetzt keine, wenn man von einem 3-geschossigen auf ein daneben liegendes, höheres blickt.

    Die Südseite der Schwanthalestraße liegt praktisch immer im Schatten. In den langen Wintermonaten ist das nicht schön.

    Ein Hochhaus mit 12 Etagen erzeugt einen längeren Schatten als eine Front mit 3 4-Etagen Gebäuden - welche einen breiten Schatten entlang des gesamten Gehweges bewirkt - und dort den ganzen Tag verbleibt. Der schlankere Schatten des Hochhauses draut auch nicht den ganzen Tag über einer Stelle sondern er weicht im laufe etwa einer Stunde wieder der Sonne. Dafür kann rechts und links von dem Hochhaus mehr Sonne durchscheinen. Man geht abwechselnd durch Licht und Schatten. Hier und da würde sogar vielleicht einen kleine - ungeplante - Piazetta entstehen können.

    Dies würde sich in der westlichen Schellingstraße oder der Augustenstraße schon ganz gut machen.

    Ich stell mir vor, daß zB im Februar in der Bayerstraße, der Schwanthalestraße, oder der Landwehstraße nicht mehr nur der finstere Schatten eines bisweilen düsteren Canyons erlebbar ist, sondern Abwechslung: Licht und Schatten, Durchblicke auf die Paulskirche oder das neue Hochhaus am HBF.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wir liegen da gar nicht weit auseinander.

    Zunächst einmal danke ich für die ausführliche und sachliche Antwort.

    ich denke auch, daß wir nicht weit aiseinanderliegen.

    Dekoratives Anführungszeichen


    Ins Gewicht fällt nicht das Material, sondern die Arbeitszeit. Mit einem "hier und da" ist es leider nicht getan, wenn man jedes Jahr erneut eine farbenreiche Blütenpracht haben will. Der natürliche Zustand bedeutet: Dominante Arten verdrängen schwächere - und das ziemlich schnell. Was im geschützten Blumenkübel auf dem Balkon passiert ist das eine, was in der "freien Natur" geschieht das andere.

    Ich kann nur von meiner Erfahrung sprechen. Seit gut 15 Jahren versuche ich mich daran und ich kann ohne zu zögern sagen, dass wirklich artenreiche Wiesen und Beete eine saumäßige Arbeit machen. Wenn ich es schleifen lasse blüht mit der Zeit nur noch wenig bzw. nur noch das was sich eigentlich nicht vermehren soll. Dazu gehören auch eingeschleppte, sehr invasive Arten, die die heimische Flora verdrängen und die man nur schwer wieder los wird, wenn sie sich einmal angesiedelt haben.


    Weiter unten postest Du Beispiele von Wiesen die sich - weitgehend - selbst überlassen werden - zumindest innerhalb der Mäh-Intervalle. Das scheint doch ohne großen Aufwand zu funktionieren?

    Direkt hinter meinem Haus ist ein langgezogener Blühstreifen. Dort wurde seit Anfang April nicht mehr gemäht. Den ganzen Mai über war dort ein gelbes Blütenmeer - das ist dort so jedes Jahr. Demnächst wird dort wohl gemäht werden - aber das ist ok, denn besonders im Mai wird die Blühwiese ja gebraucht von Insekten und anderem Getier.

    Am Feldmochinger Bahnhof - dort wo bald das "Lange Land" bebaut wird - ist ein Abschnitt so groß wie ein Handballfeld auf dem seit bald 30 Jahren keine Hand angelegt wird. Dort ist dichtes Buschwerk und junge Bäume und - augenscheinlich - Artenvielfalt.

    Und wenn dominante Arten schwächere verdrängen, dann ist das eben der Lauf der Natur - Gegen invasive "toxische" Arten muss man natürlich vorgehen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Hat er denn wirklich einen schlechten Ruf? Ich kenne jetzt niemanden, der die Natur als "wuchernden Feind" benennen würde. Ich denke, diejenigen mit grünem Daumen sehen, dass "Natur" Arbeit macht. Sie sehen, dass Wildwuchs die eigenen Bemühungen, bestimmte Pflanzen zu kultivieren, zu Nichte machen kann. Insbesondere, wenn dir das gefräßige Unkraut vom Nachbarn die eigenen Pflanzen überwuchert und diese dauerhaft verdrängt, kann das schonmal in Zorn überschlagen)

    Was genau ist "Un-Kraut"? Ist nicht "Wildkraut" der passendere Begriff.


    Dekoratives Anführungszeichen

    Plakativ ausgedrückt: Fassadenbegrünung ist auch extrem teuer und rechnet sich in vielen Fällen finanziell nicht. Dennoch wird sie immer häufiger realisiert. Da sind Maßnahmen wie eine Blühwiese noch das untere Ende der Fahnenstange. Zumal gerade die Mieten bei Büros deutlich höher liegen, sodass solche Nebenkosten kaum ins Gewicht fallen. Aber man kann damit werben und im Idealfall sogar den ökologischen Fußabdruck reduzieren, was wiederum bei der Kreditvergabe vorteilhaft sein kann. Büromieter achten zunehmend auf die ökologische Ausstattung eines Gebäudes und setzen gewisse Standards voraus (gerade Aktiengesellschaften). Bei Hines geht das z.B. soweit, dass man Fernwärme nur nutzt, wenn diese zu 100 % aus Ökostrom gewonnen wird.


    Ineressant - das hatte ich nicht bedacht.


    Du hast auch hier Recht: Die Stadt hat in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten bedeutende Fortschritte gemacht. Über den Daumen gepeilt hat die Stadt aber nach meinem subjektiven Eindruck (ich bewege mich zwar wirklich viel in der Stadt aber der EIndruck kann naturgemäß nur subjektiv sein) erst weniger als 50% des Potentials ausgeschöpft.

    Sowohl in den öffentlichen Parks als auch beim "Straßenbegleitgrün" geht noch wesentlich mehr ohne die Lebensqualität der Parkbesucher und/oder die Verkehrssicherheit zu beinträchtigen.

    Sehr viel weniger ist bei privaten oder staatlichen/kommunalen Grundstücksbesitzer geschehen. In meiner Wohnanlage zum Beispiel wird der Rasen pedantisch teilweise alle 2 Wochen gemäht bis in den letzten Winkel. So etwas sehe ich leider in allen Stadtteilen.

    Ist bei den von dir aufgeführten Beispielen viel Pflege nötig? Wuchern dort invasive Pflanzen und Stadtgärtner kämpfen jahrein/jahraus dagegen oder läuft es dort mit wenig Aufwand?
    Ich will die Problematik mit wuchernden invasiven ökologisch-toxischen Arten gar nicht bestreiten - ich denke nur, daß dies kein guter Grund zum Kahlmähen ist.