Beiträge von Truderinger

    Ohne den Artikel gelesen zu haben: Ich frage mich wie viel davon auf das Land umgelegt werden kann.

    So gibt es beispielsweise für den Schulbau Berechnungsformeln, die dann bspw. zu einer Förderung von X Millionen für den Bau einer Grund-/Weiterbildenden Schule vom Freistaat an die Stadt fließen. Wie weit diese X Millionen dann die tatsächlichen Kosten decken, weiß ich nicht. Bei anderen Infrastrukturmaßnahmen gibt es m.W. ähnliche Verfahren, bzw. können Erschließungskosten auch auf Bauherren umgelegt werden.

    Für die Haushaltsfragen der Stadt macht das potentiell einen signifikanten Unterschied: Werden von den 200.000 pro WE 90% auf Bund oder Land umgelegt, bleiben sehr verkraftbare 20.000 pro WE an Ausgaben am Kernhaushalt der Stadt hängen. (Die 90% sind aber ein reines Rechenbeispiel)

    Der Bildungscampus Riem hat übrigens ca. 250 Mio Euro gekostet, für die gesamte Schulversorgung von Freiham halte ich dementsprechend irgendwas zwischen 500 und 1.000 Mio für nicht abwegig (vermutlich könnte man das RISI nach Zahlen durchwühlen). Das sollte dann aber der größte Block sein...

    Die Wachstumskritik der SZ hingegen passt in meinen Augen zu deren teils unverantwortlichen Wiedergabe inhaltlich haltloser Aussagen von NIMBY Bewegungen und populistisch agierender Bezirksausschüsse.

    Anfang 2027 startet anscheinend die engere Dialogphase zu den Spielen 2036 mir dem IOC, dann dürfte zumindest absehbar sein, ob eine (zeitlich kritische) Bewerbung für 2036 angestrebt wird.

    Ich bin sehr gespannt bzgl. der Auswirkungen auf SEM Nordost/Olympisches Dorf (die SEM ist übrigens keineswegs abgesagt, nur weil Reiter kurz vor der Wahl das Instrument für gescheitert erklärt hat).

    Das olympische Dorf kann bei Einigung mit weit weniger GrundstückseigentümerInnen geplant werden, U-Bahn und Straßenanschluss wird hingegen schwieriger. Eine Einigung mit allen EigentümerInnen auf dem ganzen SEM Gebiet halte ich hingegen für utopisch, zudem eine SEM (mit dem Planungsziel Wohnraumschaffung) eine zügige Umsetzung erfordert, was rechtlich bei olympischen Spielen 2040 oder 44 durchaus angezweifelt werden darf (mir ist nicht klar wie eine Wohnraumnutzung VOR den OS mit der Nutzung als Athletenstätte funktionieren könnte). Zudem reduzieren die erheblich gesunkenen Grundstückspreise für Geschosswohnungsbau und die klammen Stadt-Finanzen m.E. den Spielraum für eine einvernehmliche Einigung.

    Einen realistischen Weg zu einer Lösung sehe ich momentan nicht.

    ^ Witterung ist in der Tat der interessanteste Punkt - bislang hat Waymo sich gezielt auf tendenziell trocken/sonning/warme Regionen fokussiert. Die anderen Probleme werden sicher zu der ein oder anderen kuriosen Situation führen, allerdings greift da dann vermutlich recht schnell (so wie in den USA) ein Mitarbeiter Remote ein. Wie MiaSanMia bereits erwähnt hat ist ein Vorteil aber eben auch, dass das erste Fahrzeug das sich nicht mehr zurechtfindet alle weiteren vorwarnt und ggf. aufklärt.

    Ein als recht unabhängig (von der Autolobby) geltendes Institut der US-Versicherer bescheinigt übrigens sehr erhebliche Unfallrückgänge. Die mediale Diskussion dreht sich gern über Kuriositäten und Sondersituationen in denen vermutlich auch heute noch der Mensch die Nase vorn hat, aber Müdigkeit, Substanzeinfluss, Unachtsamkeit durch Smartphones, medizinische Notfälle, bewusste Raserei sind für die Mehrheit aller schweren Unfälle verantwortlich und all das wird eine KI nicht beeinflussen.

    Ich persönlich freu mich drauf.

    Vielleicht noch ein inhaltliches Argument bzgl. Büschl und Finanzierung:

    Büschl hat sich in München im Wesentlichen einen Namen über Baurechtsschaffung gemacht - wenn ich mich richtig erinnere ist er neben dem Gute Uta Gelände auch bei Eggarten, Truderinger Feld, Ludwigsfeld, Kirschstraße involviert (gewesen). Eine extrem hochpreisige Vermarktung der HH-Wohnungen durch Büschl hat potentiell einen negativen Einfluss auf diese oder ähnlich geartete Projekte, weil das ganze Vorhaben politisch sehr schlecht zu vermitteln ist: Die PPT waren in meiner Wahrnehmung immer darauf ausgerichtet, dass mit den Türmen so richtig eingecasht wird, und im Gegenzug 100Mio+ in die Renovierung + Öffnung der Halle fließen sowie der preisgebundene Wohnraum in den niedrigeren Gebäuden damit gegenfinanziert wird. Das ist deutlich schwieriger zu kommunizieren als "Luxus-HH für Reiche Menschen". Aus dieser Sicht macht es m.E. sogar Sinn, dass er das Ding nicht selbst baut.

    Das Baurecht besteht, es ist m.E. illusorisch zu glauben, dass die Türme nicht früher oder später gebaut werden - die Frage ist nur von wem. Gerade in den oberen Etagen ließen sich Einheiten vermutlich für 30.000€/qm+ verkaufen, das sollte selbst bei hohen Baukosten eine komfortable Marge ergeben. Bei Kreditvolumina in dreistelliger Millionenhöhe und mehrjährigen Laufzeiten verursachen aber schon geringfügige Veränderungen der Kreditkonditionen gewaltige Unterschiede. Dass Verhandlungen da nicht so schnell abgeschlossen sind als andernorts verwundert mich nicht.

    Die Investoren um Büschl dürften angesichts deutlich gestiegener Baukosten und erheblich schlechterer Finanzierungskosten allerdings tatsächlich mit weit weniger Gewinn kalkulieren müssen als erhofft - damit dürfte die Bandbreite möglicher ROIs bei schlechter Vermarktung oder unvorhergesehener Bauprobleme auch erhebliche Verluste beinhalten. Ob die Investoren dazu die Risikobereitschaft haben ist eine ganz andere Frage - ich kann mir durchaus vorstellen, dass am Ende das EK von anderen Investoren als heute gestellt wird.

    Vorab der Hinweis, dass ich kein Anwalt bin, aber noch folgender Zusatz:

    Die Klage würde sich gegen die Stadt richten, die im (höchst unwahrscheinlichen Fall) einer erfolgreichen Klage gegen den Bebauungsplan ihrerseits wiederum Schadensersatzpflichtig ggü. den Investoren wäre. Bei kleineren Mängeln könnte die Stadt den B-Plan wohl nachbessern, würde aber vermutlich trotzdem zig Millionen an Schaden durch Verzögerungen verursachen. Bei einer rein hypothetischen vollständigen Unwirksamkeitserklärung des B-Plans ginge der Schaden wohl geschätzt in einen hohen dreistelligen Millionenbetrag und die Stadt wäre von einem Tag auf den anderen de-fakto Pleite (Schuldenaufnahme ist Kommunen normal nur im Rahmen von Investitionen gestattet).

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ok, als Idee ist das nicht schlecht, nur die Umsetzung ist nicht gut gelungen; die Planer haben wohl vergessen, dass der Park nicht von Flugzeugen sondern von Menschen genutzt wird.

    Tatsächlich gab es ja eben zu BUGA-Zeiten die Hochbahn die BesucherInnen zumindest eine gewisse Vogelperspektive geboten hatte.

    Ich würde nicht unterschätzen dass sowohl Riemer Park als auch große Teile der Messe einer Zeit entstammen, in der München 30 Jahre lang kaum gewachsen oder gar geschrumpft war, wenig bis nichts neugebaut wurde. Auch der Hitzesommer 2003 und die seitdem erlebten Hitzephasen waren vor über 20 Jahren schlicht noch nicht im Kopfe der Planenden. Auch heutige Planungen sind vor ähnlichen Fehlern nicht gefeilt.

    In meinen Augen ist der größere Fehler von damals alle gestalterischen Rechte bei dem nicht kooperativen Architekten zu belassen - es braucht in meinen Augen da grundsätzlich eine Abwendungserklärung im Rahmen einer Ausschreibung die der Stadt ihre Planungshoheit sichert. Dann wäre sicherlich auch an vielen Stellen (früher) nachjustiert worden.

    Bzgl. Demografie gibt es alle zwei Jahre aktualisierte Demografieprognosen zu verschiedenen Szenarien (bzgl. Geburtenrate, Migration, Lebenserwartung): https://population.un.org/dataportal/hom…05-643379e8b4df Die Medianprognose aus 2024 geht dabei für 2050 von in Deutschland von 78,3 Mio (vs. 84,5 2024) Einwohnern aus. Das mag sich früher oder später auch in München bemerkbar machen.

    Der regionale Bevölkerungszuwachs ist jedoch eher auf Lebensqualität und wirtschaftliche Chancen ausgelegt - da stehen München und Bayern nach wie vor (zumindest relativ gesehen) exzellent da. Es braucht dabei kein weiteres Bevölkerungswachstum um die Wohnungsnot weiter zu vergrößern. Vereinfacht gesagt leben viele Babyboomer die in Häusern am Stadtrand/Umland wohnen momentan zu zweit in Häusern die zukünftig nur von einer Person bewohnt werden werden. Bei gleichbleibender Einwohnerzahl reicht das schon, dass für den Rest der Bevölkerung mehr Personen als heute auf bestehenden Wohnraum Platz finden müssen.

    Bevor Häuser im Dunstkreis von München 1 Euro kosten werden wohl alle heutigen Forumsmitglieder über 100 sein. Der große Unterschied ist dass München anders als strukturschwache Regionen a) liquide ist, b) sehr viel "Nachfragepuffer" von Leuten die gerne mehr Platz zur Verfügung hätten hat, c) weit weniger Sanierungsstau als andere Regionen hat, d) aufgrund baufauler Umlandsgemeinden und extremer Baulandknappheit nicht einfach Bestand verfallen lässt um auf freiem Feld neu zu bauen.

    Ganz Kirchtrudering, mit den momentan geplanten 2500 (5. BA) + 2900 (Rappenweg) + 1300 (Heltauer Straße) = 6700 WE für ca. 17.000EW (und damit geschätzt etwa doppelt bis dreimal so vielen Neubewohnern wie momentan) ist über genau 5 Punkte zugänglich:

    • Im Westen über die Heltauer Straße und die Straße "Am Moosfeld" - von den großen Neubaugebieten muss man da dann entweder länger durch die Wohngebiete rauschen, oder durch den Kirchtruderinger Ortskern der bereits eine Kapazitätsgrenze erreicht hat.
    • Im Süden über den Schmuckerweg und eben die Schwablhofstraße - ersterer führt in den Truderinger Ortskern und ist jetzt schon dauerüberlastet.
    • Im Norden über die Straße "Am Mitterfeld".
    • Gar Nicht nach Osten - am ehesten eben über die Schwablhofstraße und das Mitterfeld.

    Es gibt bereits Planungen für die Umgestaltung der Kreuzung Schwablhofstraße/WaBuLa/Friedenspromenade mit eben zwei Linksabbiegerspuren. Es wird dann ziemlich sicher auch eine getrennte Linksabbiegerschaltung benötigen - momentan kommen da aber bei Gegenverkehr auch nur 3 Autos pro Schaltung durch. Allerdings ist auch die WaBuLa im morgentlichen Berufsverkehr überlastet - jede Sekunde, die der querende Schwablhofweg extra wegnimmt ist teuer erkauft. Zudem nimmt auch der Verkehr aus der Gegenseite zu - seit der (baustellenbedingt momentan noch verengten) Freigabe der neugeschaffenen Franz-Heubl-Straße und der durchgehenden Tempo 30 Anordnung entlang aller Truderinger Nord-Süd-Achsen (St.Veit-/Bajuwaren-/Feldbergstrasse) ist die Querung Friedenspromenade relativ gesehen deutlich attraktiver als Querung geworden.

    Eine Brücke über die Mauerseglerstraße erlaubt es, Verkehr über den Drosselweg, die Bahnstraße, und dann über Gronsdorf und Salmdorf zur B471 zu führen ohne mit der WaBuLa zu konkurrieren. Das wird sicherlich noch zu Ärger mit den Anwohnern und der Gemeinde Haar führen, ist aber trotzdem in meinen Augen notwendig.

    Zuletzt noch ein bisschen Tagräumerei bzgl. ÖPNV-Anbindung: Eine 1km lange Seilbahnverbindung zwischen Riem Arkaden/U2 Messe West und dem Baugebiet wäre weitaus günstiger als eine Tramverlängerung entlang der WaBuLa, würde tolle Blickachsen entlang des Riemer Parks eröffnen (wie nicht zuletzt während der BUGA auch schon geschehen), und wäre gleichzeitig deutlich attraktiver als ein Bus der sich entlang staugeplagter Straßen zum Truderinger Bahnhof quält. Die Verbindung wäre sogar möglich ohne bestehender Wohnbebauung näher als 40 Meter zu kommen.

    Der Artikel macht sich auch nicht die Mühe, die Wortlaute in den Kontext zu setzen:

    - Die vierspurige Straße soll im Wesentlichen 2-spurig sein, + 2 Spuren für ÖPNV und Rettungskräfte, da Polizei und Feuerwehr jetzt schon Schwierigkeiten haben, von ihren Stützpunkten in der Messe schnell nach Trudering zu kommen. Die 2 Spuren braucht es, da die Kreuzung beim Schmuckerweg jetzt schon an ihrer Kapazitätsgrenze kratzt.

    - Die Planungen laufen schon so lange, dass man den Grundstückseigentümern die alten SOBON-Regeln zugestanden hat - also 50% freifinanziert und 20 oder 30% KMB, der zwar preisgebunden, aber ohne Vergabeauflagen ist (d.h. am Ende kommen realistisch trotzdem Leute mit sehr stabilen Einkommen zum Zug). Der Stadt gehören zwar auch Flächen die dann vermutlich zu 100% preisgebunden sind, realistisch werden am Ende aber max. 40% der Wohnungen an "sozial schwache" Gruppen gehen (verglichen zu 70%+ in der Bayernkaserne und vermutlich 80%+ in Freiham). Die "Problembereiche" der Messe sind im Wesentlichen in Messe Ost und 2km Weg. Das ist weit weit weg von "sozialen Unruhen".

    - Der Umfang hat sich zwar freilich erhöht, aber hier waren immer schon Wohnungen geplant. Kirchtrudering war im Gegensatz zu Waldtrudering auch nie ein Reichenvorort - es lag schlicht in der Einflugschneise des Flughafens. Vielleicht stören sich auch deswegen viele der direkt betroffenen Anwohner nicht so sehr an den Planungen.

    - Die Anbindung an Verkehr, Schulen, Einzelhandel ist ebenfalls sehr viel besser als in den meisten anderen Neubaugebieten - mit dem Fahrrad sind es 5 Minuten durch den Park zu den Riem Arkaden und der U-Bahn, mit dem Auto 5 Minuten zur A94, das neue Riemer Gymnasium ebenfalls mit maximal einer Straßenquerung zu erreichen.

    Ich zögere mich selbst als Spezialist zu qualifizieren, aber nachdem mich das Thema interessiert:

    - Es gibt durchaus neue Planungen für Hochpunkte mit Wohn/Mischnutzung, bspw. bis ca. 60 Meter in dem Planungsgebiet entlang der Maria-Probst-Straße südlich der Bayernkaserne (jetzt Neu-Freimann: Nachhaltiges Stadtquartier im Europark – Landeshauptstadt München)

    - Im östlichen Gewerbeband entlang der A94 (Zamdorf) standen gerüchtemäßig Planungen für Gewerbe-HH >100Meter im Raum, hier ist der Projektträger jedoch pleite gegangen. Wirtschaftlich vermutlich momentan auch unrealistisch.

    - Der Hochhausrahmenplan sollte als unverbindliche Absichtserklärung von seiten der Stadt verstanden werden - sie bietet weder Planungssicherheit noch Rechtsanspruch. Investoren sind sich dessen sicher bewusst. Wäre ich Investor, würde ich sehr viel stärker auf die Kommunalwahlen und den nächsten (Rathaus-)Koalitionsvertrag schauen, und mich bis dahin noch zurück halten.

    - Damit zusammenhängend steht auch noch eine SOBON Erneuerung an - der letzte SOBON-Rahmen stammt aus einer Zeit vor (Corona/Baupreisinflation/Zinssteigerungen). Eine Überarbeitung steht im Raum, zusätzlich ist die Finanzierung geförderter Wohnungen durch Land oder Stadt momentan ein schwieriges Thema für sich.

    - Abstandsflächen existieren weiterhin, Brandschutzauflagen ab 80 Meter erhöhen die Baukosten überproportional. Nimmt man mal die Hochhaus-tauglichen Gebiete aus den Gewerbebändern raus, bleiben wenige entwicklungstaugliche Flächen wo HH >60Meter realistisch in Frage kommen.

    Zusammenfassend: HH am Fließband waren nie zu erwarten, die momentane Lage ist von politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt - 2026 dürfte in vielerlei Hinsicht richtungsweisend für die weitere Entwicklung bis 2030 werden.

    Der "Marktpreis" hängt wie von Isek beschrieben wesentlich vom Maß des Baurechts sowie Bau- und Nutzungsauflagen ab.

    In Verhandlung mit den jetzigen Grundstückseigentümern war/ist der wesentliche Streitpunkt jedoch der Grundstückswert vor Überplanung durch (die jetzt wohl obsolete) SEM. Bspw. sind große Ackerflächen im Nordosten schon seit Jahrzehnten laut FNP Wohnbaugebiete, die Grundstückseigentümer wollen das berücksichtigt sehen (ob berechtigt oder nicht ist an der Stelle unerheblich).

    Grob gesagt ist die Herausforderung, dass die Lücke zwischen momentanen Bodenwerten (ohne Überplanung), und Bodenwerten nach Bauchrechtsschaffung auch sämtliche Erschließungskosten decken sollte (bei einer SEM inkl. weiterführender Schulen und übergeordnetem ÖPNV) und darüber hinaus ein Wertgewinn erwartbar ist, der Eigentümer kooperationsbereit stimmt. Bei dem öffentlich kommunizierten Ziel, 90% "bezahlbaren" Wohnraum zu schaffen, ist das nicht realistisch. Steigende Baupreise und Zinssteigerungen seit 2022 haben sich hier deutlich negativ auf Grundstückspreise für größere Wohnbauprojekte ausgewirkt - das erschwert einen für alle Seiten gewinnbringenden Kompromiss.

    ^ Da gibt es keinen einheitlichen Betrag, und die Beträge sind generell nicht bekannt. Die Stadt hat teils Immobilien gekauft, die zumindest auf Immoscout zu Marktpreisen inseriert waren, bspw. in der Glücksbürgerstraße. Tatsächlich bezahlte Preise sind da allerdings nicht bekannt. Sowohl gemäß des FNP, etwaiger B-Pläne, sowie der tatsächlichen Nutzung gibt es erhebliche Wertunterschiede.

    Ein ziemlicher Knall auf dem Höhepunkt des Kommunalwahlkampfes: Reiter positioniert sich gegen eine Fortsetzung der SEM-Maßnahmen:

    Pressemitteilung: https://ru.muenchen.de/2026/35/OB-Rei…sdrohung-123017

    Bericht SZ: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenc…nung-li.3391561

    Letztendlich entscheidet jedoch der neue Stadtrat darüber, auch wenn theoretisch auch ein Eilantrag zur letzten Vollversammlung am 04.03. stattfinden könnte.

    Die SPD bekennt sich in ihrem Wahlprogramm noch zur SEM.

    Ich bin sehr gespannt wie es jetzt hier weitergehen soll.

    ^

    Ja da stimme ich freilich zu (wobei ich als Laie natürlich eh nur sehr eingeschränkt meinungsfähig zur technischen Bewertung bin).

    Jedoch hat die Stadt anscheinend im Rahmen der Bauleitplanung ziemlich strikte Vorgaben einzuhalten - ich gebe ja letztlich nur meinen Eindruck von der dortigen Veranstaltung und den Aussagen der dortigen, von der Stadt beauftragten Gutachtern wieder. Explizit nochmal: Ich bin sicherlich kein Gegner des Projekts und lasse mich auch nicht auf die Panikmache die vor Ort betrieben wird ein, aber das Grundwasser scheint doch einiges auf Aufwand zu kreieren.

    Meine persönliche Konsequenz war dann eben "Hätte man da nicht etwas früher genauer hinschauen sollen".

    Es ist ja leider nicht widersprüchig, dass etwas regulatorisch problematisch zu definieren ist, auch wenn die anschließende technische Umsetzung unproblematisch ist...

    Bis bei der SEM Nordost etwas voran geht glaube ich nicht so recht an dir SEM Nord(west), deswegen hält sich mein Interesse ausnahmsweise in Grenzen Aus 3 Gründen:

    1. Personal- und Geldmangel bei der Stadt um sich mit Zukunftsmusik zu befassen und das zeitnah voran zu treiben.

    2. Unklarheit über Anwendung der SEM / rechtliche Streitigkeiten mit privaten Eigentümern, politische Komponenten.

    3. Fehlende Erfahrungswerte zur Umsetzung insbesonder in Bezug auf die schwierigen Grundwasserverhältnisse (gilt für beide SEMs).

    Ich gehe davon aus, dass das Gebiet erst in so ferner Zukunft konkret überplant wird, das bis dahin Bedarf, Gesetzeslage und auch allgemein die Welt eine andere sein wird und auch Planungsziele ggf. nochmals angepasst werden.


    Zu 3. (bezieht sich auf SEM Nordost, ich will auf die Problematik aufmerksam machen die ebenso im Nordwesten besteht):

    Ich war im Sommer bei einer Stadtinfo-Radltour im Nordosten zum Schwerpunktthema Grundwasser. Dort war die vorläufige Einschätzung des Grundwassergutachters

    * Nördlich von Daglfing wird alles mit Dükern versehen werden müssen.

    * Nördlich von Johanneskirchen (insbesondere der Gartenstadt) ist de-fakto keine Unterkellerung möglich, zusätzlich müssten Gebäude so errichtet werden, dass sie im Falle von Starkregen bis zu 100l/qm (etwa auf dem Dach) speichern könnten.

    * Zusätzlich bräuchte es dort deutlich größer als heute dimensionierte Entwässerungskanäle (in der Ecke begannen einst die nun entwässerten Quellmoore die von dem Grundwasser der Münchner Schotterebene gespeist wurden)

    * Der Badesee soll passiv Grundwassergespeist sein, sprich das Wasserniveau kann dann aber bis zu 1,5 Meter schwanken. Gleichzeitig soll es eine nutzbare Uferpromenade südlich und Liegeflächen nördlich des Sees geben - die Ausgestaltung hiervon erscheint schwierig.

    * Badesee, Grundwasserregulation und Hachinger Bach sind wenig bis nicht aufeinander abgestimmt (der Badesee kriegt sein eigenes Gutachten)

    Nun bin ich als einer der vehementesten Wohnraumbefürwörter hier immernoch von den Planungszielen überzeugt (wobei mehr natürlich auch ginge...), aber es erscheint mir als habe man sich in der Ecke zu früh auf die genaue Positionierung von Bauflächen, See usw. festgelegt und müsse nun selbstgeschaffene Probleme lösen. Der See wäre bspw. m.E. deutlich besser nördlich der Gartenstadt aufgehoben, wo das Grundwasser in den Oberboden reicht und teils nur ca. 50cm u.GOK ist, und (entgegen der ausgeschriebenen Gutachten) hätte man auch eine Entwässerung bzw Pegelregulation durch Anbindung an den Hachinger Bach in Erwähnung ziehen sollen.