Bis bei der SEM Nordost etwas voran geht glaube ich nicht so recht an dir SEM Nord(west), deswegen hält sich mein Interesse ausnahmsweise in Grenzen Aus 3 Gründen:
1. Personal- und Geldmangel bei der Stadt um sich mit Zukunftsmusik zu befassen und das zeitnah voran zu treiben.
2. Unklarheit über Anwendung der SEM / rechtliche Streitigkeiten mit privaten Eigentümern, politische Komponenten.
3. Fehlende Erfahrungswerte zur Umsetzung insbesonder in Bezug auf die schwierigen Grundwasserverhältnisse (gilt für beide SEMs).
Ich gehe davon aus, dass das Gebiet erst in so ferner Zukunft konkret überplant wird, das bis dahin Bedarf, Gesetzeslage und auch allgemein die Welt eine andere sein wird und auch Planungsziele ggf. nochmals angepasst werden.
Zu 3. (bezieht sich auf SEM Nordost, ich will auf die Problematik aufmerksam machen die ebenso im Nordwesten besteht):
Ich war im Sommer bei einer Stadtinfo-Radltour im Nordosten zum Schwerpunktthema Grundwasser. Dort war die vorläufige Einschätzung des Grundwassergutachters
* Nördlich von Daglfing wird alles mit Dükern versehen werden müssen.
* Nördlich von Johanneskirchen (insbesondere der Gartenstadt) ist de-fakto keine Unterkellerung möglich, zusätzlich müssten Gebäude so errichtet werden, dass sie im Falle von Starkregen bis zu 100l/qm (etwa auf dem Dach) speichern könnten.
* Zusätzlich bräuchte es dort deutlich größer als heute dimensionierte Entwässerungskanäle (in der Ecke begannen einst die nun entwässerten Quellmoore die von dem Grundwasser der Münchner Schotterebene gespeist wurden)
* Der Badesee soll passiv Grundwassergespeist sein, sprich das Wasserniveau kann dann aber bis zu 1,5 Meter schwanken. Gleichzeitig soll es eine nutzbare Uferpromenade südlich und Liegeflächen nördlich des Sees geben - die Ausgestaltung hiervon erscheint schwierig.
* Badesee, Grundwasserregulation und Hachinger Bach sind wenig bis nicht aufeinander abgestimmt (der Badesee kriegt sein eigenes Gutachten)
Nun bin ich als einer der vehementesten Wohnraumbefürwörter hier immernoch von den Planungszielen überzeugt (wobei mehr natürlich auch ginge...), aber es erscheint mir als habe man sich in der Ecke zu früh auf die genaue Positionierung von Bauflächen, See usw. festgelegt und müsse nun selbstgeschaffene Probleme lösen. Der See wäre bspw. m.E. deutlich besser nördlich der Gartenstadt aufgehoben, wo das Grundwasser in den Oberboden reicht und teils nur ca. 50cm u.GOK ist, und (entgegen der ausgeschriebenen Gutachten) hätte man auch eine Entwässerung bzw Pegelregulation durch Anbindung an den Hachinger Bach in Erwähnung ziehen sollen.