Beiträge von Truderinger

    Kein wirklich "kleineres Projekt", aber in sehr frühem Stadium:


    Die Stadt plant anscheinend (den Aufstellungsbeschluss für) einen B-Plan für rund 550 WE entlang der S8 südlich des S-Bahnhof Englschalking entlang der Marienburger Straße.


    Die CSU ist natürlich strikt dagegen, u. A. heißt es in dem Antrag wohl "Die Überlegungen, einen städtebaulichen Hochpunkt gegenüber der Einfamilienhaus­bebauung zu setzen, verstoßen massiv gegen das Gebot der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme". Ansonsten übliches Blabla mit vorgeschobenen Umweltbedenken (momentan ist Großteil der Fläche Baufachhandel), Schulen, Verkehr etc.


    Infos kommen aus dem brannekämperischen Kampfblatt: https://www.unser-bogenhausen.…platz-fuer-550-wohnungen/

    Ich war Donnerstag leider zeitlich recht knapp bemessen, so dass ich auch Benno StG um wenige Minuten verpasst haben muss. Vielen Dank an der Stelle für die tollen Bilder, in der Auflösung hätte ich das eh nicht hinbekommen.


    Ein paar sehr spezielle Anmerkungen, da ich gleich um die Ecke von dem Gebiet aufgewachsen bin:

    1. Friedhofnahes Gewerbe: Es fehlt im Wesentlichen ein ansässiger Steinmetz. Interessant (aber nicht schlecht!), dass 03 Architekten dort trotzdem mit 5-7 Stockwerken planen.

    2. Lärmschutz: Die A94 hört man übers freie Feld schon recht deutlich, in Richtung Norden wäre geschlossener Blockrand m.E. besser.

    3. U-Bahn: Alle Entwürfe schaffen eine Verbindung zum Kirtaweg, welche der direkteste Weg zur U2 Moosfeld sein wird... Gut!

    4. Straßenverlauf: Die Lösung mit Verlegung des Rappenwegs und Abschirmung von der Bestandsbebauung von Studio Wessendorf finde ich gut. Der Entwurf von de zwarte Hond dürfte bei den Anwohnern des Straßl Im Holz gar nicht gut ankommen und entspricht eigentlich auch nicht den Vorgaben für die Umfahrung. Das Aufteilen der Spuren von 03 finde ich extrem clever - es wird leider keine Brücken / Tunnel in dem Gebiet geben. Damit man leicht und sicher queren kann ist es sehr viel einfacher, zwischen beiden Spuren eine Form von Mittelinsel zu haben. Diese so "breit" zu machen, dass die Mittelinsel nicht nur den Straßenraum aufbläht, sondern vielmehr kleiner wirken lässt, hat zumindest viel Potential in meinen Augen.


    Insgesamt bin ich zwar sehr enttäuscht, dass es so viel Straßenraum braucht und auch keine Form von Tunnel/ Trog geben wird, aber mit geeigneten Ampelschaltungen außerhalb des Quartiers sollte sich das alles regeln lassen.

    Teure Wohnungen sind besser als keine Wohnungen. Gutverdiener die eine zentrale Lage bevorzugen kann man sicherlich mit der Isarnaehe locken, und wenn das am Ende des Tages dazu führt, dass der Anreiz für Investoren geringer wird, Bestandswohnungen luxuszusanieren und Mieter rauszuekeln, dann gewinnt auch die Stadt dadurch. Auch die Flächenausnutzung wäre für die Lage mehr als angemessen.

    Ich war schon da und muss sagen, dass ich die (Sieger-) Entwürfe an sich alle gelungen finde.


    Der erste Preis sieht tatsächlich 4 12-geschößige Gebäude vor. Ohne die Vorgabe eines 35-Meter-breiten Straßenzuges mitten durch das Planungsgebiet wären das tolle Ergebnisse, so überwiegt leider bei mir trotzdem die Frustration.

    ^ Ich fürchte, dass das Ganze nach hinten los geht und der Freistaat einfach schneller die entsprechenden Grundstücke inseriert und verkauft, denn mit einer nachweisbaren Verkaufsabsicht lässt sich ein Zweckentfremdungsverfahren meines Wissens abwehren.

    Ich muss mich an dieser Stelle leider selbst zitieren, denn ziemlich genau einen Monat später sind prompt 3 Grundstücke in Hartmannshofen auf der Seite der IMBY inseriert. Werden sicher drei schöne Villen...


    Ein Desaster mit Ansage, das allerdings vermutlich eh nicht verhindert hätte werden können. Zweckentfremdungsverfahren an der Stelle war trotzdem dämlich, weil es einen untragbaren Zeitrahmen aufgestellt hat, in dem niemals eine Lösung für eine sozialere/ ökologischere Nutzung hätte gefunden werden können.


    Der Aufstellungsbeschluss wurde mittlerweile gefasst, ein Wettbewerb ausgelobt und durchgeführt und gestern soll das Preisgericht dazu getagt haben.

    Ab Donnerstag werden die Wettbewerbsergbnisse im Kopfbau der alten Tribünenanlage ausgestellt, zumindest laut https://unsere-messestadt.de/5…rbsergebnisse-im-kopfbau/.

    Das ganze ist leider völlig unkoordiniert.


    Wird die Leopoldstraße zwischen Giselastraße und Münchner Freiheit einspurig, schafft das einen erheblichen 'Bottleneck'. Zumindest nach Süden braucht es also vermutlich dann auch nicht mehr als eine Spur, hier gibt es also Potenzial, Flächen pro Grünfläche/Radweg umzuverteilen (Die Gehwege sind breit genug m.E.).

    ^ GFZ von 2.37 könnte auch bereits bestehendes Baurecht sein. Wer über so viele Jahre so viel zusammen kauft will vermutlich schon mehr draus machen, das liegt aber ultimativ in der Hand des Stadtrats, denn für jegliche Planung, die Hochhäuser an der Stelle vorsieht braucht es einen B-Plan.

    ^ Ich fürchte, dass das Ganze nach hinten los geht und der Freistaat einfach schneller die entsprechenden Grundstücke inseriert und verkauft, denn mit einer nachweisbaren Verkaufsabsicht lässt sich ein Zweckentfremdungsverfahren meines Wissens abwehren. Bei einer GFZ von 0.16 und teils im Landschaftsschutzgebiet sind die Grundstücke prädestiniert für eine Villenbebauung - teils dann auch mit 3 Untergeschossen, siehe bspw. https://www.planungswelt.de/pr…uses-massivholzmauerwerk/. Ein 2000-Quadratmeter-Grundstück ist hier schnell 5 Mio € + wert. Laut B-Plan sind nur Einzel- und Doppelhäuser erlaubt, "2,5 Mio€ Sozialwohnungen" kann der Freistaat hier kaum rechtfertigen. Aussichtsreicher ist da m.E. eine soziale Nutzung in Form von Frauenhäusern, Jugendheimen o. Ä., dies Bedarf allerdings einer B-Plan-Anpassung und damit viel Zeit.


    Das ganze Gebiet ist wunderschön, sehr einzigartig für München aufgrund der riesigen Grunstücke und des alten, umfassenden Baumbestands, und nicht zuletzt auch aufgrund der schmalen Straßen, denen auch oft Geh-und Radweg fehlt. Diese braucht es an der Stelle aber auch sicher nicht, denn Verkehr ist hier fast keiner und einige Straßen sind reine Anwohnerstraßen und auch etwa nicht in Google Street View vorhanden. Ich empfehle jedem hier mal einen Spaziergang entlang der Nußhäher- und Waldhornstraße.

    Nach dem Billigungsbeschluss letzten Juli geht es nun in die zweite formelle Öffentlichkeitbeteiligung bei den Hoffmann-Höfen/ Campus-Süd.


    Auch online einsehbar bis Ende Mai unter https://stadt.muenchen.de/infos/bplan-1930d.html.

    Während sich die erste Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung eher an eine breitere Öffentlichkeit richtet, geht es bei der zweiten Phase eher darum, dass (juristische) Personen formell Einwände/ Klage erheben können. Je nachdem ob und wie schnell diese Punkte geklärt werden können kann dann endlich der Satzungsbeschluss kommen. Dieser wurde in diversen Jahresvorschauen der Münchner Lokalpresse für 2022 zumindest angestrebt. Zu Jahresende könnte das auch klappen, sofern eben keine größeren/ kritischen Punkte mehr auftauchen.

    Okay, bei 3.600 m2 nehm ich den Punkt zurück, da wäre ich mit 25.000 qm sehr zufrieden.


    Investorenfeindlich ist die Stadt aus meiner Sicht dennoch. Es ist gleichzeitig möglich ein Umfeld zu schaffen, dass Investitionen und Projekte verhindert, als auch (bzgl. Rock Capital, du hast natürlich recht) nicht hart genug durchgreift, wenn sich Investoren daneben benehmen. Das ist dann halt einfach schlecht, ist aber natürlich oftmals auch der ungenügenden Bundesgesetzgebung (BauGB) geschuldet.


    Der Vergleich mit London hinkt m.M. nach nicht, es geht mir hierbei rein um Flächeneffizienz.


    Durch das Nichtschaffen von ausreichend Büroflächen auf Stadtgrund entgehen der Stadt gigantische Mittel. Ggü. Umlandsgemeinden wie Aschheim, Unterföhring, Taufkirchen etc., dabei hätte München lagebedingt trotz höherer Gewerbesteuerhebesätze oft einen Standortvorteil.


    Während der Münchner Speckgürtel also bereitwillig den Mangel an Büroflächen ausgleicht, aber viel zu wenig Wohnraum schafft, fehlt der Stadt jede Menge Geld, die sie bräuchte, um den dadurch entstehenden zusätzlichen Druck auf dem Wohnungsmarkt auszugleichen.

    Es ist Sache des Eigentümers, aber wenn die Stadt sich regelmäßig so investorenfeindlich anstellt trägt sie eine Mitschuld, wenn die dann keine Lust drauf haben. Flächenknappheit in München ist im Wesentlichen ein eigenverschuldetes Problem, es herrscht vielmehr Baurechtsknappheit mit dem Unwillen bzw. der Unfähigkeit solches auf bestehenden Flächen zu schaffen.


    An so einer Stelle sollten ohne mit der Wimper zu zucken 80 Meter drin sein (2. Kategorie Hochhausstudie). Realistischerweise wird ein enstprechendes B-Plan-Verfahren dann aber wieder über 5 Jahre totdiskutiert, und deswegen gehen Investoren gleich 1-2 Nummern kleiner an die Sache heran. Bei einer Grundstücksgröße von ca. 7500 m2 (laut Google-Earth) reden wir selbst bei 25.000 m2 Gfl von einer GFZ von 3.33 und damit ähnlich viel wie in vielen Gründerzeitvierteln - wohlgemerkt für Büroflächen direkt an der Bahnlinie 5 Min zu Fuß neben Münchens zweitgrößten Bahnhof. 40.000 m2 Gfl. wären m.E. angemessener und auch umsetzbar z.B mit 3 Türmen mit 80, 65, 45 Meter plus 20 Meter Sockel.


    Mehrere Hunderttausend QM Bürofläche klingen zwar an sich viel, ist es aber nicht. Zum Vergleich: Das One Canada Square in Canary Wharf hat alleine 160.000 qm. Wir reden also im gesamten Werksviertel + umliegenden Gebiet von ähnlich viel Bürofläche wie in 3-4 hohen Bürohochäusern in London. München + Umland verfügen zusammen über ca. 20 Mio qm Büroflächen.


    Wohnungen braucht es direkt an den Bahngleisen an der Stelle sicher nicht. Der Kustermannpark wird irgendwann modernisiert (wurde ja auch vor ein paar Jahren verkauft), der kleine Park dürfte davon aber weitestgehend unberührt bleiben. Die Wohnungebäude im Werksviertel hätten gerne höher geplant werden können. Vor allem aber braucht es erstmal einen Mechanismus um Spekulanten wie BlackRock überhaupt erstmal dazu zu bewegen zu bauen.

    Bezirksausschüsse beschließen viel wenn der Tag lang wird... Im Rahmen der Stadtpolitik des Stadtrats - und der müsste die Gelder dafür freigeben - spielt das nur selten was zur Sache. Genau genommen meist erst - und nur - dann, wenn es einem Bezirksausschuss - meist in Verbindung mit bürgerlichen Interessensgruppen - gelingt eine Debatte anzustoßen, die der Stadtpolitik unangenehm ist und mit der sie nicht gerechnet hat, so etwa der verhemente Protest bei den Überlegungen zur Bebauung der Unnützwiese in Trudering oder beim Erdbeerfeld in Obermenzing. Im Fall des Tunnels am Englischen Garten ist der Kas aber schon gegessen, denn alle großen Zeitungen haben darüber bereits berichtet und in angesicht der momentanen politischen und wirtschaftlichen Situation wird sich keine Partei frewillig mit einem hunderte Millionen Euro teuren Prestige-Projekt zu weit aus dem Fenster lehnen.

    ^ Nicht nur, dass der Bahnhof in Daglfing nicht barrierefrei ist, die dortige Unterführung zu den Gleisen (der einzige Zugang) wird selbst bei mittelstarkem Regen weitgehend überschwemmt. Ob die Deutsche Bahn wohl bei den neuen Planungen auch bei der Entwässerung sparen darf? :/

    https://www.abendzeitung-muenc…-nach-der-wahl-art-802745


    Die Staatsregierung scheint an der Stelle wohl auch langsam aber sicher zu dem Ergebnis zu kommen, dass ein Konzertsaal im Werksviertel des Guten zu viel ist.


    Ich persönlich würde mich freuen, wenn der Konzertsaal nicht gebaut und das Geld in gemeinnützigere Projekte investiert wird. 1 Mrd€ + für einen dritten Konzertsaal neben Gasteig und Isarphilharmonie sind schon schwer zu rechtfertigen. Ich bin da ganz bei Isek.