Beiträge von Anthuan

    Du hast recht, ganz so furchtbar schlecht ist die Architektur nicht, es gibt auch für mich ein paar Gebäude die sind so, nun ja, mittelmäßig interessant. Das Kontorhaus u.a. gefällt mich auch recht gut und die neuen Hotels an der Arnulfstraße wirken immerhin sehr großstädtisch.


    Der Mercedes Turm gefällt mir sogar sehr gut, aber den habe ich hier nicht mit bedacht, da er unabhängig von dem späteren städtebaulichen Konzept schon vorher als eigene Maßnahme geplant und errichtet wurde.


    Ja, es fehlen Einkaufs- und Gastronomieangebote, aber auch wenn man den Blick 1 Etage höher auf die Fassaden wirft, ist es nicht gerade berauschend. Schon während der Bauphase habe ich mir den Arnulfpark immer wieder angeschaut und meine Wahrnehmung ist, es ist gerade so okay, wenn man mit dem Fahrrad durchfährt oder mit der Tram entlang. Dann gibt es schon ein paar Blickpunkte. Aber ein zweites Mal zu Fuss die Erika-Mann-Straße entlang spazieren würde ich nicht machen, es ist für ein Fussgängertempo einfach viel zu monoton. Selbst der immer noch extrem spartanische Park im Zentrum des Viertels trägt nicht zum wohler fühlen bei. Es gibt wirklich andere Gebiete in der Stadt wo ich wirklich gerne durch gehe (auch Neubaugebiete). Und das schlimme ist halt, wir befinden uns nicht irgendwo am Stadtrand, sondern es hätte ein zentrales interessantes Viertel werden sollen, gemischt mit Wohnen und Büros, Park in der Mitte und exzellent gut erreichbar.

    Ja, es wirkt etwas aufgefrischt, aber eine Verbesserung für die Ecke ist es trotzdem nicht, außer man ist verliebt in Monotonie. Nach dem Umbau reiht es sich jetzt nahtlos ein in die Langeweile der Lochfassaden des Arnulfparks gegenüber und den neuen Finanzämter, die auf der anderen Straßenseite entstehen.


    Klar, eine Auffrischung hätte den Balkonen gut getan. Aber ich denke in ein paar Jahren sieht die jetzt noch frische, geschlossene Fassade noch schäbiger aus als die vormaligen Balkone. Der einzige Trost ist, dass die Bäume wenigstens ein paar Monate im Jahr das ganze verdecken.


    PS: Und ich habe kein Mitleid wegen er gesprungenen Fenster. Wahrscheinlich versucht sich das Gebäude noch gegen seine Banalisierung zu wehren :-)

    Warum spart man als erstes nicht den Parkplatzstreifen am Rand ein?

    Nur kurz zur Info auf Deine Frage zu den Parkplatzstreifen: So wie auf den Renderings in der AZ gezeigt, ist eh geplant, dass die Parkplätze entfallen.

    Es werden insgesamt in der Leopoldstr. 78 Parkplätze weg fallen, das dürften wohl komplett alle sein zwischen Giselastr. und Münchner Freiheit.

    Ein Problem ist der geplante Radschnellweg. Für alle Wünsche ist der Straßenraum einfach nicht breit genug.

    Willkommen hier als Mitautor und Danke für die Bilder und auch nochmal die Gegenüberstellung der Entwürfe.


    Es ist nicht das erste Trauerspiel was wir der Stadtgestaltungskommission zu verdanken haben. Bei dieser Fassade ist es aber fast zum weinen. Das einzig tröstliche ist, dass diese Ecke eh versteckt liegt und das Gebäude wohl die wenigsten Münchner wahrnehmen werden. Aber gerade in dieser Ecke hätte man auch mal was ausgefallenes zulassen können und für eine Jugendherberge wäre es einfach top gewesen.


    So haben wir wieder mal ein neues Stück der "Verlangweilung" unserer Stadt.

    Regent: Danke für die ausführlichen Berichte. Sehr interessant. Vor allem der Tower in Athen und Kopenhagen hat mich überrascht. War neugierig und habe noch etwas nachgeschaut. In Athen ist das HH immerhin rund 11 km von der Akropolis weg, auf einem ehemaligen Flughafengelände. Man wird das HH wohl sehen können, aber man muss keine Angst vor Verschattung haben ;-)

    Einzig und allein würde ich die Verknüpfung von Hochhäusern mit politischen Systemen nicht machen (Beitrag #487), also Orbans Budapest ohne HH. Da könnte man auch das politisch Ungarn sehr nahestehende Polen aufführen, ebenfalls national-konservativ, aber mit Warschau als Hochhausstadt par excellence. Insofern würde ich eine Verbindung von Architektur und politischen Systemen im allgemeinen nicht erkennen.

    ... Das es viele ähnlich große Städte mit ähnlich wenigen richtigen Hochhäusern gibt würde ich übrigens anzweifeln. Nenn mir doch mal 2 Städte mit rund 2 Millionen Einwohnern wo das der Fall ist! ...

    Nur mal in Europa:

    1. Rom

    2. Athen

    Weitermachen könnte man mit

    3. Lissabon

    Alle roundabout 3 Mio. Einwohner

    Und zusätzlich sogar noch die Hauptstadt ihres Landes.

    Und man könnte sogar sagen alle drei sind auch ohne Hochhäuser "Weltstädte" geworden.

    Dann hätte ich noch Kopenhagen, Prag, Budapest zu bieten, aber die sind etwas kleiner bzgl Einwohnerzahl.

    ... Wie wird eigentlich in den Büro-Innenräumen das Weniger an Sonnenlicht verursacht durch das Grün am Fenster ausgeglichen? .....

    Auch ohne begrünte Fassade gibt es unzählige Gebäude mit zu wenig Licht z.B. durch große Bäume vor dem Gebäude oder Verschattung durch andere Gebäude. Genau so wie es auch den umgekehrten Fall gibt: ich arbeite in einem Büro mit Glasfassade ohne Begrünung und ohne Bäume vorm Haus. Wir müssen zu vielen Zeiten verdunkeln. Ich würde sagen, deshalb hat man Lichtschalter und Jalousien erfunden, um die Lichtverhältnisse den Bedürfnissen anpassen zu können. 😉

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    Leider hatte ich letzte Woche für Fotos einen Tag mit grauem Himmel erwischt. Da sich aber seit den letzten Bildern einiges getan hat, will ich sie trotzdem hier zeigen. Mir gefäĺlt es sehr gut, bis auf die graue Farbe, genau so grau wie der Himmel.




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    Bilder von mir

    Auf der offiziellen Website steht steht "bis zu" 20.000 Plätzen, es ist dann wohl das Maximum gemeint, also nicht nur Ränge.


    Das ist dann übrigens vergleichbar mit der Kölnarena, bei der auch maximal 20.000 Plätze angegeben sind.


    Zum vergleich noch unsere Olympiahalle, hier ist das Maximum mit 15.500 Plätzen angegeben. Hier bedeutet das allerdings ohne Bestuhlung in der zentralen Arenafläche, also mit Stehplätzen. Mit bestuhlter Arena sind es dann gleich 3.000 Plätze weniger.


    Wie sich die 20.000 nun bei der neuen Event-Arena errechnen, weiß ich auch nicht. Sicherlich inklusive der zentralen Fläche. Aber als Steh- oder Sitzplätze?

    Na ja, dieses "Problem" wird sich mit der unmittelbar bevorstehenden Wende zur E-Mobilität von selbst erledigen. Denn ich gehe mal davon aus, dass der "Schall" eher von den Autos als von den Fußgängern ausging ;)

    Natürlich von den Autos, von was denn sonst :-)

    Ja, auf die E-Mobilität warte ich auch schon sehr lange, aber so schnell geht es zu meinem Bedauern leider nicht. Übergangslösungen sind noch sinnvoll.

    Ich möchte gerne zu bedenken geben, dass das Gebäude keine prominente Schauseite hat. Zum Hbf ist es vom Altbau verdeckt und zum Stachus hin lugt es hinterm Hotel Königshof hervor. Abgesehen von den "inneren Werten", über die wir jetzt noch gar nicht diskutieren, muss es vor allem zur Schützenstraße hin eine ordentliche Längsfassade bieten.

    Für mich bietet da der Chippendale Entwurf unter diesem Aspekt tatsächlich die beste Lösung bis jetzt. ASW bietet zwar das Satteldach, was manchen hier gefällt, für mich ist diese Studie aber noch langweiliger als der Chippendale Entwurf. Wenn ich mir nicht das Luftbild, sondern die Ansicht in die Schützenstraße ansehe, und versuche mich in die Situation zu versetzen, die man später als Fussgänger auch wahrnehmen wird, gefällt mir Chippendale tatsächlich am besten.


    Musste das aber auch erst mal wirken lassen, denn vom Hocker gerissen hat es mich erstmal nicht. Ein bißchen habe ich das Gefühl, wir diskutieren hier über verschiedene Abstufungen von Banalität.

    Zur Macherei will ich ergänzen, dass am Anfang durchaus auch Wohnungen gewünscht waren. Der Bebauungsplan erlaubte es allerdings nicht. Auf eine Änderung des Bebauungsplans zu warten hätte das ganze Projekt zu lange verzögert.


    Das nächste Projekt der Marke Macherei wird durchaus Wohnungen mit dabei haben (allerdings in Berlin und nicht in München).


    Überraschend fand ich übrigens, dass die erste Eröffnung auf dem Gelände ein Aldi war. Obwohl ich absolut kein Aldi Fan bin, fand ich es bei den hochwertigen Büros und Hotel interessant, sich in dieser Weise für die unmittelbare Nachbarschaft zu öffnen. Ich hätte da eher eine Käfer Markthalle oder ähnliches erwartet. Interessant deshalb, da es nicht nur eine Durchmischung der Nutzung sondern auch der gesellschaftlichen Schichten ist, also alles andere als ein Ghetto.

    In mein Wohnzimmer möchte ich nicht jeden von außen hinein schauen lassen und vor meinem Balkon würde ich nicht unbedingt einen öffentlichen Weg wollen.

    Wenn ich einen Kleingarten hätte, würde ich da auch nicht wollen, dass Massen von Spaziergängen über meinen Zaun schauen.

    Für mich schließt es sich komplett aus Kleingärten für private Nutzer und gleichzeit für die Öffentlichkeit attraktiv zu machen. Hier sehe ich nur ein entweder oder. Ich meine das nicht nur für mich so sondern generell (mit Ausnahmen natürlich).


    Wobei ich meine Aussage gleich selbst relativieren will. Die neue Form des public gardenings lebt das anders vor und gefällt mir sehr gut. Es ist aber auch etwas anderes, als die eher sehr privaten und in sich geschlossenen Kleingärten.

    .... Wie unterscheidet ihr die Kategorien:

    "Stumpen"

    "Unterholz" .....

    Von mir sind diese Begriffe zwar nicht, aber antworten will ich trotzdem. Deine Frage regt zum Nachdenken und Präzisieren darüber an :-)


    Stumpen:

    Will alleine stehen, Merkmale einer "Landmark" haben. Ist aber zu unattraktiv und vor allem zu klein, um dies zu erfüllen.


    Unterholz:

    Ist von vornherein nicht als Landmark geplant. Ist dazu da in einer Gruppe ein gute Figur zu machen, mehr aber auch nicht. Überlässt das Alleine stehen dann den großen herausragenden Nachbarn.


    Bin gespannt, wer es anders erklärt.