• Mich nerven diese Buden auch. Man müßte zumindest klare zeitliche Leitlinien vorgeben, daß die Plätze auch lange genug in ihrem "eigentlichen" Zustand erkennbar sind und ihren Charakter entfalten können. Man müßte den Budenzauber auf bestimmte Zeiten im Jahr begrenzen.

    Da es hier allgemein um den Breitscheidplatz geht - was soll denn mit dem Europacenter passieren, wie es jemand in einem anderen Thread erwähnt hat? Irgendjemand meinte nach dem Atlas könnte das Europacenter in den Fokus der Planungen rücken. Ich halte das ja für schwer abreißbar und für stark identitätsstiftend. Meinetwegen kann man das in zwanzig Jahren verändern, aber man kann nicht die ganze City West auf einmal umkrempeln. Deshalb wäre mir auch eine größere Verweildauer zwischen Zoofenster und Atlas lieber gewesen, da das Schimmelpfenghaus schon sehr die Identität des Platzes bestimmte.

    Solche Veränderungsprozesse müssen meiner Meinung nach in humanen Bahnen verlaufen, sonst schneidet man sich selbst ins Fleisch. Solche Aspekte interessieren vielleicht manche Passanten wenig, aber man muß doch schon drauf achten, daß man den Charakter eines Platzes nicht beschädigt und zu viel Entfremdung erzeugt.

  • Also der Turm müsste schon stehen bleiben. Der ist quasi das ParkInn Hotel des Westens, der Stern gehört zur City West...Aber das EKZ (wenn mans überhaupt noch so nennen kann) muss weg. Durch das Saturn und dass die Mini City umgebaut wird, könnte sich ja über kurz oder lang etwas tun dort. Mal schauen...Abgesehen von der Wasseruhr gibts dort nichts zu tun oder zu sehen, da hat auch der neue Fußbodenbelag nichts geholfen.

  • Sanierung Berliner Gedächtniskirche

    Die Sanierungsarbeiten an der Turmruine sollten Ende 2012 beendet sein. Doch leider suchten viele Touristen den bekanntsten Kirchturm Berlins auch diese Woche vergeblich. Der Gerüstaufbau lässt den Eindruck eines Bürohochhauses entstehen. Jetzt wurde bekannt, dass auch der Stahlbeton der Nachkriegs-Anbauten marode geworden ist und saniert werden muss. Diese Woche liefen Untersuchungen des Betongerippes.

    Ja, wo ist sie denn?

    Untersuchungen am Anbau:

  • Das kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen. An jeder gehobenen Sanierung oder an Neubauten hängen Planen mit Fassadenaufdrucken nur hier bekommt man das nicht für wenigstens eine Seite gebacken.

  • hm....bekommt man nicht eigentlich geld, wenn man werbefläche an so prominenter stelle vermietet oder darf die kirchengemeinde kein geld damit machen? ich mein, mir ist es ziemlich wurst, ob da kindelwerbung oder sonstiges dranhängt oder ne platte simuliert wird, nur der kirchengemeinde tut die finanzspritze sicher ganz gut (betteln dann wenigstens nicht mich um ne spende an)....komisch, komisch....

  • ^
    Ist mir auch schon unheimlich, aber zufällig weiß ich darauf auch ne Antwort ;)

    Irgendwann in den Neunzigern hat die Kirchengemeinde den großen Glockenturm sanieren lassen und da genau das gemacht was sie jetzt nicht tut: mit nem megagroßen Plakat geworben, ein riesiges L'oreal Plakat mit der Schiffer drauf.Damals gabs da nen riesen Aufschrei, ging durch die Presse usw....war da halt noch nicht so üblich sowas. Jedenfalls wollten die fortan auf sowas verzichten, auch wegen der Würde des Hauses und so. Heute würde wahrscheinlich kein Hahn mehr danach krähen.
    Aber ich seh das auch so. Wenn die eh so klamm bei Kasse sind sollen die doch werben, mich stört das auch nicht, zumal es ja nicht von Dauer ist und diese Gerüstverkleidung ja nun auch nicht hübscher ist als nen Werbeplakat. Gegenüber beim Bikini hing im letzten Jahr ein Riesenplakat nach dem anderen und das erstreckte sich über den ganzen Querriegel. Dagegen wäre die Gedächtniskirche nen Witz gewesen. Also verschenkt würde ich sagen.

  • Dass wir das noch erleben dürfen...Andererseits, wie drei Jahre kams mir auch nicht vor. Mal schauen, welcher Turm dann schneller fertig gewesen sein wird. Wenigstens kann man die Platten dann gleich am anderen Turm anbringen.:achso:

  • Ende der Bauarbeiten - na ja. Laut dem Artikel werden zunächst die obersten 20 Meter des Baugerüsts abgebaut. Das dürfte wenig mehr sein als der graue Plattenteil auf Beggis Foto. Der größerer "Rest" wird erst nach und nach abgebaut - was immer das zeitlich bedeutet. Aber immerhin ein Anfang.

    Leider heißt es auch: Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Dass der vor 13 Jahren sanierte Eiemann'sche Glockenturm erneut saniert werden muss, ist schon ein Trauerspiel. Da hilft auch nicht der melodramatische Vergleich mit dem Kölner Dom... zumal die Gedächtniskirche doch wohl etwas weniger gewaltig, filigran und komplex ist als eine gotische Riesenkathedrale.

  • Der 15.06 ist ja nun vorbei. Der Abbau hat aber immer noch nicht begonnen. Zumindestens sieht man nicht auf der Web-Cam. Schade.

  • ^ Wie der für die Sanierung der Gedächtniskirche verantwortliche Projektleiter in der heutigen Abendschau erklärt hat, soll in ca. zwei Wochen (wirklich) mit der Enthüllung begonnen werden.

    Edit: Kurze Randnotiz der BZ: Im Zuge der Sanierungsarbeiten ist am Kirchturm u.a. ein kunstvolles Mosaik freigelegt worden, das in den vergangenen 50 Jahren unter den verschiedenen Schichten eines Schutzanstrichs verborgen war.

    4 Mal editiert, zuletzt von Petrichor (23. Juli 2013 um 18:47) aus folgendem Grund: BZ-Artikel bezüglich des Mosaiks nachträglich verlinkt.

  • Ich habe den Turm inzwischen schon beinah aus meiner Wahrnehmung gestrichen, ignoriert. Aber nach dem Bericht und dem Artikel bin ich richtig neugierig :). Schade nur, dass man dieses neue alte Mosaik wohl kaum sehen wird - und dass es nur dieses eine gewesen zu sein scheint.

  • Habe ich das richtig verstanden, dass die Gedächtniskirche erst nächstes Jahr wieder gewandfrei zu bestaunen sein wird? Auf die neuen Uhren bin ich schon gespannt, wird im Dunkeln bestimmt toll aussehen.

  • laut der homepage der gedächtniskirche sind die sanierungsarbeiten so gut wie abgeschlossen. natursteinflächen wurden neu verfugt, zu reparierende flächen in stand gesetzt, schadhafte steinblöcke ausgetauscht oder ergänzt und kupferabdeckungen an den gesimsen und dachflächen erneuert.
    die turmuhren erhielten neue motoren, zifferblätter und zeiger wurden neu vergoldet. ferner hat man die beleuchtung der zeiger auf LED-technik umgerüstet.
    das gerüst soll bis mitte september 2013 verschwinden und der abschluss der sanierung mit einem gottesdienst am 15.09.2013 gefeiert werden.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Habe ich das richtig verstanden, dass die Gedächtniskirche erst nächstes Jahr wieder gewandfrei zu bestaunen sein wird? [...]

    Offenbar ja, denn die Berliner Zeitung berichtete gestern, dass die Sockelpartie des Gerüsts "mit Rücksicht auf den Weihnachtsmarkt" wohl erst Anfang 2014 abgebaut wird. Der Großteil der Kirche wird aber, wie von Betonkopf kundgetan, ab Mitte September wieder zu sehen sein.

    Edit: Der Tagesspiegel ging heute der Frage nach, ob die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche künftig zu einer weiteren Berliner Dauerbaustelle verkommen könnte.

    Fakt ist: Auch das Podium auf dem Breitscheidplatz, auf dem sich alle Kirchengebäude befinden, muss dringend überholt werden. Dort sind mittlerweile etliche Pflastersteine lose und auch die Stufen mitunter nicht mehr trittsicher. Am neuen Kirchturm müssen zudem (wie wir ja bereits wissen) die erst im Jahr 2000 restaurierten Betonwaben abermals instand gesetzt werden. Ob an der Kapelle neben dem Glockenturm ebenfalls Sanierungsarbeiten notwendig sind, muss hingegen noch geprüft werden.

    3 Mal editiert, zuletzt von Petrichor (25. Juli 2013 um 23:24) aus folgendem Grund: Tagesspiegel-Link nachträglich eingefügt.

  • Sanierung Berliner Gedächtniskirche

    Der angekündigte Gerüstabbau hat begonnen. Bald wird wenigstens ein Teil des Hauptturms (oder besser: das, was davon übrig ist) wieder zu sehen sein. Viele Touristen fragen sich, wo denn eigentlich die Denkmal-Ruine aus dem Reiseführer zu finden ist.