Bornheimer Bauprojekte

  • Habsburger Allee:


    Im Vergleich zu den Bildern von Epizentrum vom November 2019 gibt es nur geringe Fortschritte im EG zu verzeichnen:


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    Der Altbau rechts wird derzeit entkernt (so scheint es von außen zumindest).

    Ich hätte mir in diesem Projekt etwas mehr Bezug des Neubaus zu den beiden Nachbarn gewünscht.

  • Wohnbebauung Saalburgallee, Ecke Am Buchwald (Baustart Mai 2020)

    Hart an der Grenze zum Ostend liegt die Ecke Saalburgallee und Am Buchwald. Dort stehen bisher eingeschossige Gewerbebauten, zuletzt von einer Tierarztpraxis und einem russischen Lebensmittelladen genutzt (SV|Pic). Der Immobilienkonzern Vonovia will den Bestand abreißen und drei Wohngebäude mit bis zu acht Geschossen errichten lassen. Insgesamt 38 Mietwohnungen sollen entstehen. Eine Baugenehmigung wurde Ende der vergangenen Woche erteilt, im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen.


    Quelle ist die Frankfurter Rundschau. Bildliches zur Planung gibt es dort nicht, andernorts auch nicht. Das Areal auf dem Luftbild:


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    Geobasisdaten: © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 02.2020,

    © Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation

  • Interessantes Projekt finde ich, vor allem wenn man es mit dem gegenüberliegenden Hochhaus Saalburgallee 39-41 betrachtet, das erste Wohnhochhaus Frankfurts (Bj. 1953, 9/10 Stockwerke). Wenn es gut gemacht wird, könnte von Südosten her betrachtet in der Straßenflucht Ratsweg > Saalburgallee, an der Einfahrt nach Bornheim eine Torsituation entstehen; könnte ganz reizvoll sein. Unter diesem Aspekt, da bin ich mir eigentlich sicher, hat die Stadt bestimmt einen Hochpunkt genehmigt.

  • Umbau Burgstraße 106

    Letztes Update war in Beitrag #240, mittlerweile sieht die Baustelle von der Ecke Eichwaldstraße und Burgstraße so aus:


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    Der Flügel im Nordwesten wurde tatsächlich bis zur Bauflucht der Burgstraße vorgezogen (Thumb links). Das ist erfreulich. Und zwar um drei Achsen, auf dem Thumb rechts gut zu erkennen.


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4339_burgstr._106.jpg  Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4338_burgstr._106.jpg


    Die Ecke Eichwaldstraße und Petterweilstraße:


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    An der Petterweilstraße wurde bekanntlich ein Anbau auf früheren Parkplatzflächen (Luftbild von 2017) errichtet.


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    Die Lücke zum Bestand an der Petterweilstraße wurde nicht ganz geschlossen. Das ist zwar schade, aber wegen der mutmaßlichen Eigentumsverhältnisse und der vorhandenen (und bewohnten) Bebauung direkt an der Grundstücksgrenze nachvollziehbar, wie der letzte Thumb zeigt.


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4337_burgstr._106.jpg

    Bilder: Schmittchen

  • Eulengasse 51 + 83, Am Ameisenberg 3, Am Rötheneck 16, Berger Straße 349 + 334 + 326

    Auf die Gefahr einer Dopplung von jahrealten Bildern möchte ich das Umfeld der allerobersten Berger Straße - also einem Teil des erst seit 1877 eingemeindeten Alt Bornheims - kurz beleuchten und dabei "Neubauten" der letzten 10 Jahre zeigen, von denen ich hier keine Bilder (mehr) gefunden habe.


    Am gefühlten Ende der Berger Straße (tatsächlich endet sie am Galgenberg) stößt man an der Kreuzung zur Eulengasse und Enkheimer Straße auf die nachfolgend zu sehenden, drei kleinen Fachwerkhäuser, die prototypisch für die ursprüngliche Bebauung in und um Alt Bornheim stehen. Bekanntermaßen ist dieser Teil Bornheims nach wie vor dörflich geprägt, weshalb Bauherren und Architekten mit Neubauprojekten vor großen Herausforderungen stehen. Wie erschafft man gestalterisch, technisch und funktional zeitgemäße Räume, ohne den städtebaulichen Charakter zu zerstören und ohne den Maßstab der Umgebung zu sprengen? Die Antwort: Bis vor kurzem bemühte man sich - oft genug - erst gar nicht darum. Im Hintergrund und links erkennt man etwa bereits maßstabssprengende Bauten, deren Genehmigung man sicher als Sünde bezeichnen kann, auch wenn beispielsweise die Hochhäuser in besonderer, solitärfreundlicher Lage auf dem Galgenberg stehen:


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    Wenige Meter die Berger Straße hinunter sind vereinzelte Gründerzeitler zu sehen, die wohl nach der Eingemeindung in Fortsetzung der Nordend-Bebauung entstanden waren. Aktuellere Neubauten direkt an der Berger versuchen sich ins Dörfliche einzufügen, wie diese beiden Baukörper von 2010 an der Berger Straße 326 (das graue und das angeschnittene weiß verputzte). Gegenüber, rechts außerhalb des Bildes, steht das älteste Gebäude Bornheims, der Lange Hof:


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    Ein Stück höher die im gleichen Jahr entstandene Berger Straße 334 (siehe auch hier im Forum) mit mehreren Baukörpern, deren kleinerer zur Berger Straße hin auf dem folgenden Bild zu sehen ist. Er versucht den Spagath der Vermittlung zwischen einem wieder giebelständig stehenden Altbau (rechts, verputzt) und einem zurückgesetzten 6-geschossigen Neubau (evtl. aus den 1960er-Jahren):


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    Ein Grund für meinen Bornheim-Exkurs gestern war der Besuch der Eulengassen-Wohnhäuser aus dem Büro von Stefan Forster. Das ABG-Projekt wurde 2017 fertiggestellt und besteht aus drei Baukörpern mit drei bis fünf Geschossen auf einer gemeinsamen Tiefgarage. Die beiden kleineren Volumen an der Eulengasse stehen, ähnlich wie ihre kleineren Nachbarn, als giebelständige Langhäuser leicht zurückgesetzt. Dadurch bildet sich eine Kaskade, die ich fast als spielerisch empfinde:


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    Auf diese Art und Weise fällt die wahre Größe der Häuser nicht gleich auf:


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    Satteldächer, Gesimse, Lisenen, die stehenden Fenster und verklinkerte Sockel tragen ebenfalls dazu bei, dass die Häuser an dieser Stelle nicht wie Fremdkörper wirken. Dazu gehört auch der Verzicht auf Balkone zur Straße hin. Statt ihrer: Loggien. Um die Ecke, am Ameisenberg hinauf, beginnt eine ohnehin großzügiger dimensionierte Bebauung mit Gründerzeitlern und Nachkriegszeilen. Da kann auch der dritte Baukörper klotzen. Er ist länger und breiter als die beiden anderen und liegt hinter diesen entlang der Straße Am Rötheneck (rechts im Bild):


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    Weitere Bilder und Daten dazu auf der Architekten-Projektseite. Ein paar Monate vorher wurde ein ungewöhnliches Einzelprojekt fertiggestellt, das Golden Age an dieser Stelle erwähnte. Leider sind die Bilder aus der Baustellenzeit nicht mehr zu sehen. Das Gebäude steht direkt gegenüber der eingangs gezeigten Fachwerkhäuser, ist gemäß der Straßenführung zur Kreuzung hin abgerundet und trägt diese Front wie ein Schild vor sich:


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    Diese eher geschlossene Front ist allerdings detailreich gestaltet und durchbrochen. Zum einen besteht ihre Fassade aus kalkhellem Backstein, der im Erdgeschoss und auf einer Fläche im 2. OG zeilenweise hervortritt und über einem Eingang lichtdurchlässig perforiert ist. Zum anderen kragen moderne Versionen von Erkern aus der gebogenen Fläche heraus. Sie markieren die Wohnbereiche, die sich dadurch zur Straße öffnen. Die Wohnung des Hausherren wird separat mit Hausnummer Eulengasse 83 erschlossen - hübsch als kleine Gasse zwischen dem Haus und Hochbeet ausgebildet. Der Balkon an der (Rück-) Seite des Hauses dient als Wetterschutz über dem eigentlichen Hauseingang. Daneben findet sich ein Gestell für ein halbes Dutzend Fahrräder. Im 2. OG gibt es noch einen Balkon, der aus einem vollverglasten Erker herauswächst und ebenfalls zur Seite zeigt statt zur Sonnenseite an der Kreuzung:


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    Im Erdgeschoss befindet sich ein Büro mit eigenem, großzügig zur Straße hin verglasten Eingang. Hier residiert wahrscheinlich der Hausherr, der Eigner des Ingenieurbüros Kleinert und Partner (die bspw. für die Sanierung des denkmalgeschützten Elektrizitätsgebäudes an der Mainzer Landstraße verantwortlich zeichneten). Dahinter befindet sich ein weiterer Gebäudeteil in strenger Gestaltung mit großen quadratischen Fenstern zur Berger Straße hin. Darüber ein solartechnisch ausgerüstetes flaches Satteldach:


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    Wie sehr sich das ästhetische Empfinden in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, zeigt abschließend ein Blick auf Wohnhäuser, die in den frühen 1980er-Jahren entstanden sein dürften. Die Häuser versuchen, Stilelemente der Umgebung zu zitieren und zeitgemäß zu brechen, am auffallendsten dabei die Erinnerung an die Satteldächer, Gauben und (mit Holz statt Schiefer) verkleideten Giebelbereiche. Einen besonderen Akzent bilden die rot angestrichenen Betonbrüstungen der - leider zur Straße ausgerichteten - Balkone und die armgleichen Konsolen auf denen die Balkone liegen:


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    Bilder: epizentrum

  • Arnsburger Straße 1 (Villa Wertheim)

    Dem Projektentwickler scheint angesichts der Coronavirus-bedingten Unwägbarkeiten die Lust an der Vollendung seines Projektes vergangen zu sein. Er bietet das denkmalgeschützte Haus an der Ecke zur Habsburger Allee zum Kauf an. Die Eckdaten: 4 großzügige Etagenwohnungen, teilweise Stuck an den 4 Meter hohen Decken, "gute Grundsubstanz" und große Gewölbekeller, 379 qm Wohnfläche, 300 qm Grundstück, Baujahr 1873. Preisvorstellung: 2,6 Mio. Euro. Siehe Inserat sowie Infobeitrag und letzte Beiträge #241 und vorige dazu.

  • Vielen Dank für den Rundgang. Alt-Bornheim hat sich vergleichsweise gut entwickelt in den letzten 10 Jahren. Besonders die Stefan Forster Gebäude sind echte Hingucker geworden.


    Auch die baulichen Aufwertungen rund um das Bethanien-Krankenhaus, dem Rewe-Strassenbahndepot, der gelungene Neubau der TG-Bornheim und den Campo-Gebäuden, sowie die Aufwertung des jahrelang geschlossenen "Bornheimer Ratskellers" würde ich noch hinzufügen. Auch das modernisierte Panoramabad wird eines Tages kommen.


    Aus meiner Sicht ist auch wichtig, dass eine der wichtigsten Bornheimer Insitutionen wie das "Zur Sonne" laut diverser Artikel Mitte 2019 als Gastronomie (und nicht als Yuppie Wohnsiedlung) erhalten bleiben soll. Im April 2018 hatten Bornheimer eine Onlinepetition für den Erhalt der Sonne ins Leben gerufen und mehr als 5.400 Personen hatten ihre Stimme abgegeben. Ein wichtiges Signal für den gesamten Stadtteil. Leider habe ich seitdem nicht mehr gehört, wie und wann es hier weiter geht.