Straßen, Schienen und Wege (allgemeine Diskussion)

  • @ JausD: auch wenn wir hier in einem Architekturforum sind, muss nicht jeder Thread was mit Architektur zu tun haben.

    Dieser Thread heißt "Straßen, Schienen und Wege" und das Hauptthema darin sollte die mobile Infrastruktur sein und da ist der Bezug zur eigentlichen Architektur natürlich schwer zu finden und auch nicht gewollt.

    Dass bei einem solchen Thema immer wieder verschiedenen Verkehrsteilnehmergruppen (insbesondere Autofahrer und Radfahrer) mit Ihrer Meinung aneinander geraten, liegt in der Natur der Dinge.

    Man sollte sich aber bemühen, nicht immer nur eine (seine) Seite zu sehen und Objektiv zu bleiben (was mir auch nicht immer gelingt) - da ist mir Heidewitzka doch schon sehr oft einseitig gefärbt.

    Aber nichtsdestotrotz kann (soll!) Heidewitzka seine eigene Meinung hier gerne vertreten und man darüber (genauso wie über meine Meinungsäußerungen) diskutieren - vielleicht kommt so auch ein besseres Verständnis für andere Meinungen bei raus, weil man ja oft in seiner Blase gefangen ist.


    @ Vulcanus: du zeigst genau auf, warum man nicht einfach immer nur alles nur schwarz/weiß sehen kann und es nicht eine Lösung für alle gibt!


    @ Heidewitzka: 2.500 Euro Brutto bei Steuerklasse 1 (ohne Kirchensteuer) sind 1.698,53 Euro netto - für 566,18 Euro ist in Düsseldorf keine 50 m² Wohnung zu bekommen, zumindest, wenn man bei einem drittel vom Gehalt die Warmmiete meint (wird auch im Umkreis von 50 km fast nicht zu bekommen sein.

    566,18 Euro für 50m² Kaltmiete sind 11,32 Euro pro m² - auch in Düsseldorf machbar.

    Gut, SUV ist etwas überstrapaziert, nehmen wir Luxusschlitten, wer sich ein teures Auto leisten kann, könnte auch einen Parkplatz für 50-100€ im Monat bezahlen. Dass sich das nicht alle leisten können, ist mir klar, aber wie eingangs geschrieben, ein Auto begründet kein Recht auf einen Stellplatz vor der Wohnung.

    Wie Vulcanus schon geschrieben hat, gibt es kaum Parkplätze, die man in den geplagten Wohnquartieren wie Friedrichstadt (in eigentlich allen Innenstadtbereichen) mieten könnte, da sehe ich auch die Miethöhe erst mal nicht als das Problem (was sind schon 100 Euro, wenn man die nervige Parkplatzsuche und ggf. Knöllchen dagegen rechnet).

    Ich sehe die Verantwortung zur Lösung der Probleme immer noch in der Stellplatzverordnung und bei der Stadt.

    Es kann nicht sein, dass man immer mehr Wohnungen baut, aber weniger Stellplätze als Wohnungen und gleichzeitig die Anzahl der öffentlichen Parkplätze verringert (wofür werden dann eigentlich die Ablösesummen für die Stellplätze, die man nicht baut, bezahlt?) und sich dann wundert, dass die Straßen im (Park-)Chaos versinken.

    Alle Verkehrsprognosen sehen für die nächsten Jahre weitere Steigerungen des MIV und der Anzahl der Pkw und dann meint man, das mit so absurden Maßnahmen wie Umweltspuren und Pop-Up-Radwegen ausbremsen zu können, Anstatt massiv Geld in den ÖPNV und auch in Park+Ride-Parkplätze zu stecken?


    Zu Pop-UP-Radweg am Rhein: die Fahradspuren auf der Cecilienallee sind jetzt ab der Homberger Straße in Richtung Theodor-Heuss-Brücke aufgetrennt worden und immer in Fahrtrichtung rechts und das gröbste Chaos mit den Barken ist jetzt weg, sowie das Parken wieder wie vorher auf der Rheinseite quer.

    Da der Radweg zwischen Homberger Straße und Fortuna-Büdchen weiterhin ein Zweirichtungsradweg ist, benutzen die wenigen die ihn nutzen (die meisten fahren wie vorher im Grünen zwischen den Bäumen) natürlich auch nicht die richtige Fahrtrichtung stadtauswärts ab der Homberger Straße, wäre ja auch zu unbequem, die Fahrbahnseite zu wechseln, da man ja erst auf eine grüne Ampel warten müsste!

    Nach der Anpassung der Radwege sollten ja auch die Tempo 30 Schilder wieder verschwinden - was natürlich nicht geschehen ist!

    Ich frage mich sowieso, warum stadtauswärts vom Fortuna-Büdchen bis zur Homberger Straße überhaupt Tempo 30 Schilder stehen, auf der Fahrbahnseite wurden doch gar keine Änderungen gemacht!

    Und wenn man schon 30er-Bereiche einrichtet, warum passt man nicht auch die Ampelphasen an - wenn man sich Verkehrskonform verhält, steht man so nämlich an jeder Ampel!

  • Ich nähere mich in meiner aktuellen Wohnung (D-Friedrichstadt, 48 qm, 1,5 Zimmer mit Balkon) auch den 11 € pro Quadratmeter - Kaltmiete. Für das, was die Wohnung bietet (Baujahr Mitte 50er Jahre - Hellhörigkeit - lärmende Nachbarn - Lärm auf der Straße - Asis, die nachts um 3 wild draußen rumrandalieren - Schmutz und Dreck überall) finde ich den Preis nicht mehr angemessen.


    Auch ein Grund, warum es mich inzwischen nach weit draußen zieht. Es wird im Speckgürtel sicher nicht preiswerter, aber wenigstens ruhiger. Wer sich Düsseldorf weiterhin antun möchte, bittesehr. Ich habe gut 20 Jahre hier gewohnt. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren sehr zu ihrem Nachteil verändert. Mir scheint, die Stadt hat sich zu einer Dauerbaustelle entwickelt, und das nicht nur in der City. Jeder Quadratmillimeter wird zugepflastert und verdichtet. Zu Puffpreisen. Mich hält hier nichts mehr.


    Bei Wachstum um jeden Preis, und das fast ausschließlich im Hochpreis-Segment, bin ich draußen.

    Einmal editiert, zuletzt von Vulcanus ()

  • ^Gut, ich wiederhole es gerne, meine Aussagen waren überspitzt. Es gibt Viertel mit hohem Parkdruck, es gibt Viertel, in den Parkhäuser halb leer stehen und trotzdem kreuz und quer geparkt wird und andere, wo Flughafen-Dauerparker stehen oder Arbeiter vom MB Sprinter-Werk.. Auch, die mal eben 10 Minuten im Halteverbot, Radspur etc stehen, stellen für alle, die dieses Hindernis umkurven müssen, ein großes Ärgernis dar.


    Deswegen wäre es sinnvoll, ein Anwohnerparken einzurichten, was weite Teile der Stadt umfasst und auch konsequent kontrolliert wird. Das funktioniert in Wien. Mit besseren Radwegen und gutem ÖPNV lässt sich der Autonutzung verringern, bei denen, die diese Variante nutzen würden wollen, wenn es gut genug wäre. Wenn dann der Platz nicht reicht, für die die ein Auto brauchen, oder nutzen wollen, dann sollte es mehr Parktiefgaragen geben.


    Wenn Parkplatzverfügbarkeit der einzige Grund ist, warum man aus Düsseldorf wegziehen möchte, dann ist ein Leben im Umland sinnvoller. In den Niederlanden fahren Menschen viele Wege mit dem Rad und das kam auch nicht über Nacht sondern dies war ein planvoller Umbau der Städte über Jahrzehnte in vielen Fällen. Aber dort kann man immer noch Auto fahren und parken, nur ist es nicht das Maß aller Dinge wie hier teilweise.


    Was in NL pragmatisch umgesetzt wird, ist hier gerade bei Grünen von Ideologie geprägt, was die Sicht auf beste Lösungen verstellt. Damit hadere ich. Umweltspuren sind hier ein städteplanerischer Schnellschuss, aus der Not geboren. Die jetzige Ratskoalition hätte mit mehr P+R und bessere Rheinbahn mit Beginn der Amtsübernahme eine andere Story schreiben können. Die vorherigen OBs haben in Punkto Verkehrswende nicht viel unternommen, Radwege existierten in der Innenstadt quasi nicht und die Rheinbahn-Misere ist auch denen anzulasten.


    Wie ich an anderer Stelle geschrieben habe, der Popup-Radweg am Rhein ist schlecht geplant.

  • DUS-Fan zu deinem Post #1.141:


    Deinem Statement zu Meinungsäußerung habe ich nichts hinzuzufügen, du hast mir aus dem Herzen geschrieben. Außer vielleicht, dass ich vielseitiger denke, als manche einseitige Aussagen meinerseits vermuten lassen. :) Ich habe auch ein Auto, fluche über den Umweltspur-Stau, suche einen Parkplatz, laufe lieber 2 Minuten als 10 Minuten vom Parkplatz zur Wohnung, ärgere mich über schlechte geschaltete Ampeln.


    Zu deinem 30%-Miete vom Einkommen -Beispiel. Mit Nebenkosten bin ich dann bei 620€ für diese 40qm-Wohnung Link Immo über 30%.

    Falls man nicht 100% im Pflegebereich arbeitet, was bei teilweise 10 Arbeitstagen am Stück in der Altenpflege (bei 100%) wenige wg der Belastung dauerhaft machen, ist man dann eher bei einem Budget von 350-400€ kalt.


    Zu Parkplätzen, Umweltspuren etc noch ergänzend, sind wir bei dem Thema nicht so weit auseinander. Ich denke, dass die vorherige Stellplatzordnung etwas rigide war (Stellplätze waren auch für Pflegeheime vorgesehen). Aber da ziehe ich gerne wieder Wien heran, bevor man die Schraube bei der Stellplatzverordnung anzieht, sollte man erst Anwohnerparken einführen und die Alternativen zum Auto verbessern. Dann kann man für neue Wohnungen die geplanten Parkplätze verknappen, da diese ja auch die Baukosten erhöhen.


    Leider lenkt der Popup-Radweg auch Aufmerksamkeit und Energie von der Umsetzung von dauerhaften Radwegen ab. Die Umsetzungsgeschwindigkeit ließ die letzten Jahr zu wünschen übrig.


    Kürzlich gab es in der RP einen Artikel zu dem Tempo 30 - Vorschlag am Vorbild von Helsinki.

    Link RP Tempo 30 12. Juni

    Im Wesentlichen geht es darum, dass der Autor die beiden Städte vergleicht, aber herausstellt, warum dies für Düsseldorf Unsinn wäre und beide Städte nicht vergleichbar wären. Stichworte sind, dass die Einwohnerzahlen sehr ähnlich sind, aber nach Helsinki 150 Tsd. statt 350 Tsd. Menschen wie in Düsseldorf einpendeln. Deswegen könne man die Verkehrstoten, die geringer sind, aber nicht 0, nicht mit Düsseldorf vergleichen.


    Ganz passend finde ich den Vergleich nicht, da Helsinki von größeren Städten wie Espoo und Vantaa umgeben ist und die Metropolregion Helsinki bei ca. 1,2 Mio. Einwohner liegt. Den Verkehrstoten-Vergleich aus dem Artikel finde ich auch nicht passend, dass dies zum Nachteil von SPD ausgelegt wird. In Düsseldorf sind letztes Jahr 8 Fußgänger im Verkehr gestorben, in Helsinki 0. Link Fußgänger Tote Gerade bei so einem komplexen Thema finde ich pauschale oder einfache Aussagen schwierig, könnte man SPD-freundlich auch umdrehen.

    Aber warum nicht überlegen, dass Tempo 30 die Grundannahme ist, und einzelne Haupt-Straßen dann auf 50 gesetzt werden. Der Reaktionsweg ist bei Tempo 30 kürzer, dass könnte doch positiv auf die Sicherheit wirken. Man könnte zumindest besser abwägen, da gibt es bei RP Redakteure wie Arne Lieb, die solche Artikel neutraler verfassen. Auch gibt es in Helsinki Hauptzubringer, auf denen noch Tempo 50 gilt und auch dort fahren Autofahrer schneller als das Limit, weswegen die Durchschnittsgeschwindigkeit auf Tempo 40-Straßen bei 41,6 liegt. Link Tempo 50 Helsinki

    Wenn die 41,6 oder die 40 kmh, wie im Artikel erwähnt, auch Ampeln, Stoppen usw. enthält, also keine Momentaufnahme sondern die durchschnittl. Geschwindigkeit für eine Fahrt in die Vororte darstellt, würde mich das wundern, dass erreicht man nicht einmal in Ddorf bei Tempo 50.


    Für mich ist dieser Artikel hart an der Grenze zu einem "Meinungs"-Artikel. Irgendwie hat man das Gefühl das die RP hier ziemlich Wahlkampf macht, auch weil am gleichen Tag ein Artikel über den CDU-Politiker Hr Jarzombek erschien, der eher gefällig war und nicht auf den Viktor Orban - Vergleich einging.

  • Anwohnerparken ist halt einfach deutlich zu günstig. Der öffentliche Raum kostet auch. In gefragten Stadtteilen müsste man wohl die Anzahl Lizenzen anpassen und im Zweifelsfall versteigern. Dann werden auch die Garagen ausgelastet ;)

  • Anwohnerparken ist also "zu günstig"!?? Ja nee, is klar ...


    Ich tue mir hier tagtäglich als Anwohner Lärm und Dreck der Innenstadt an, sehe dafür aber hunderttausende Nicht-Düsseldorfer, die tagtäglich ihren Dreck in diese Stadt tragen ... und da wird mir in Aussicht gestellt, ich dürfe demnächst noch mehr für meinen (fast nie greifbaren) Anwohnerparkplatz berappen? Ich glaube, es hakt ...


    Na ja, bin hoffentlich bald weg hier. Dann können die gerne weiter ungestört ihre Berlin-Mitte-Blütenträume von einer autofreien Stadt verwirklichen ...

  • Es gibt halt einige Tatsachen, die unliebsam sind: Erstellungskosten von Tiefgaragen sind höher als deren Verkaufspreis, sie werden also beim Wohnungskauf querfinanziert. Bei Vermietungen ist es ebenso.


    Warum? Es gibt die "gratis" (naja fast) Konkurrenz vor der Tür.


    Ist halt wie im Sozialismus, es gibt günstig ein Gut, aber halt nur begrenzt und dann heißt es Schlange stehen.


    Was wäre denn die Auswirkung auf den Mietmarkt? Die Preise für Wohnungen ohne Parkplatz würden relativ zu denen mit sinken, aber halt nur bei Neuabschlüssen.

  • Es gibt halt einige Tatsachen, die unliebsam sind: Erstellungskosten von Tiefgaragen sind höher als deren Verkaufspreis, sie werden also beim Wohnungskauf querfinanziert. Bei Vermietungen ist es ebenso.

    Das mag ja vielleicht früher mal so gewesen sein (obwohl auch hier nie jemand einen handfesten Beleg dafür liefern konnte!), trifft aber heute keinesfalls zu!

    Schau dir mal die Kaufpreise für Stellplätze in Düsseldorf an, bei Neubauten liegen die bei mindestens 27.500 Euro, sind bei ca. 12,5 m² Fläche 2.200 Euro pro m² - sollte kostendeckend sein, nicht nur für die reinen Baukosten (zudem fallen die Grundstückskosten für die Wohnungen sowieso an, egal, ob man darunter Stellplätze baut!).

    Und bei Vermietung zahlt man bei Mietpreisen von mehr als 80 Euro keinesfalls drauf, da liegt die Bruttorendite über 3%.

    Und nicht zuletzt gibt es auch Investoren, die mehr als die (für mich lächerliche) Anzahl an geforderten Stellplätzen baut - glaubst du ernsthaft, die machen das aus Jux?

    Ist halt wie im Sozialismus, es gibt günstig ein Gut, aber halt nur begrenzt und dann heißt es Schlange stehen.

    Schon ein sehr schräger Vergleich!

    Was wäre denn die Auswirkung auf den Mietmarkt? Die Preise für Wohnungen ohne Parkplatz würden relativ zu denen mit sinken, aber halt nur bei Neuabschlüssen.

    Glaubst du ernsthaft, dass jemand seine Wohnung günstiger vermieten würde, nur weil er (deiner Meinung nach) weniger Kauf- oder Erstellungskosten hat?!?

    Ganz klares NEIN - dann wäre halt die Rendite höher - mehr nicht!

  • ^


    Der Flächenverbrauch ist natürlich höher, da du noch die Zufahrten brauchst. Minimum eine Parkplatzlänge zwischen beiden Seiten, dann noch die Zufahrten, etc. Konservativ 50% mehr Fläche, eher 100% mehr. Schon bist du bei 1000-1500€ pro qm. Das die Rendite dann mit dem Kaufpreis zusammen stimmt, ist richtig. Aber der Kaufpreis ist nicht kostendeckend. Daher braucht(e) es auch eine Stellplatzverordnung, weil vorher viel zu Wenige gebaut wurden.


    Der Bestand ist aber weiterhin ein Problem. Dort bekommt man nur zu immensen Kosten eine Tiefgarage herein. Wäre das verpflichtend, würde nicht mehr aufgestockt etc.


    Langfristig sollte das Ziel sein, die Kosten der öffentlichen Parkplätze umzulegen. Ich kann jeden verstehen, der unter einer Regelung X eine Wohnung gemietet hat/Auto gekauft hat und dann aufschreit. Trotzdem finde ich es falsch, dass diejenigen, die sich kein Auto leisten können oder wollen, die Autobesitzer quersubventionieren. Wenn der Parkplatz so viel kostet wie ein Rheinbahn Abo, dann steigen vielleicht auch ein paar Leute, bei denen es sich anbietet um.


    Die Frage ist dann, wie man das abfehdert. Man könnte einen Bestandsschutz machen und nur bei Neuvermietungen einen höheren Wert nehmen und im Bestand nur langsame moderate Preissteigerungen machen.

  • Aber der Kaufpreis ist nicht kostendeckend. Daher braucht(e) es auch eine Stellplatzverordnung, weil vorher viel zu Wenige gebaut wurden.

    Ich bitte doch um Belege oder Links dazu, dass die Kaufpreise/ Herstellungspreise von Stellplätzen nicht kostendeckend sind, die hat mir noch keiner geliefert!

    Selbst die Stadt behauptet das Gegenteil, in der Stellplatzablösungssatzung rechnet man in der teuersten Zone mit einer Ablösesumme von 6.135 Euro bei Wohngebäuden und 12.270 Euro bei sonstigen Gebäuden und nimmt als Ansatz 80% der durchschnittlichen Herstellungs- und Grunderwerbkosten, der Stellplatz würde als kostendeckend bei 7.668,75 Euro bzw. 15.337,50 Euro sein.

    Deine Annahme, dass aus fehlender Kostendeckung zu wenig Stellplätze gebaut wurden, ist in sofern unlogisch, da die aktuelle Stellplatzverordnung die Pflicht zum Bau von Stellplätzen weiter eingeschränkt hat und nicht etwa, wie es logisch wäre, ausgeweitet hat.

    Besonders unlogisch ist dabei, dass gerade in den am stärksten von der Parkplatznot betroffenen Stadtteilen die wenigsten Stellplätze gebaut werden müssen, nur weil dort die ÖPNV-Anbindung mit "sehr gut" bewertet wird!

    Ein Hohn, alleine schon, wenn man z.B. in einem schlechter angebundenen Stadtteil arbeitet und dann noch außerhalb der Standardfahrplanzeiten - dass selbst die am schlechtesten angebundenen Stadtteile mit "mittel" bewertet werden, macht es nicht besser (wie ist es dann erst, wenn man in eine Nachbarstadt muss?).

    Der Bestand ist aber weiterhin ein Problem. Dort bekommt man nur zu immensen Kosten eine Tiefgarage herein. Wäre das verpflichtend, würde nicht mehr aufgestockt etc.

    Genau dafür zahlt man dann die Parkplatzablöse, die die Stadt eigentlich dafür verwenden müsste, Ersatzparkraum zu schaffen!

    Auch dafür könnte in Neubaugaragen Stellplätze geschaffen werden.

    Langfristig sollte das Ziel sein, die Kosten der öffentlichen Parkplätze umzulegen. Ich kann jeden verstehen, der unter einer Regelung X eine Wohnung gemietet hat/Auto gekauft hat und dann aufschreit. Trotzdem finde ich es falsch, dass diejenigen, die sich kein Auto leisten können oder wollen, die Autobesitzer quersubventionieren. Wenn der Parkplatz so viel kostet wie ein Rheinbahn Abo, dann steigen vielleicht auch ein paar Leute, bei denen es sich anbietet um.

    Die Umlegung der Kosten öffentlicher Stellplätze geschieht bereits durch die Stellplatzablösesummen, Parkgebühren, Steuern etc.

    Zudem sind die Stellplätze ja nicht ausschließlich für die Anwohner reserviert, sondern stehen allen zur Verfügung - die ersten Anwohnerparkgebiete mussten ja geändert werden, da sie alle anderen gesetzeswidrig ausschlossen.

    Über eine Quersubventionierung kann man geteilter Meinung sein, da ja eben nicht nur der reine Anwohnernutzen im Fokus steht, sondern eben auch Besucher, Handwerker etc. diese nutzen (können und sollen).

    Ein Rheinbahnabo kostet für den Düsseldorfer Bereich (A2) 75,93 Euro, dafür kann ich das Ticket aber rund um die Uhr nutzen.

    Autofahrer können für den bezahlten Anwohnerstellplatz aber weder in der ganzen Stadt parken, sondern nur in ihrem Gebiet (und da irrwitziger weise oft noch nicht mal eine Straße weiter, weil die Parkgebiete so eng gefasst sind), noch haben sie eine Parkplatzgarantie (da z.B. weit mehr Parkausweise ausgegeben werden, als überhaupt Parkplatze vorhanden sind).

    Du meinst also ernsthaft, dass dafür dann eine Summe von 911,16 Euro gerechtfertigt ist?

    Die Frage ist dann, wie man das abfehdert. Man könnte einen Bestandsschutz machen und nur bei Neuvermietungen einen höheren Wert nehmen und im Bestand nur langsame moderate Preissteigerungen machen.

    Ich glaube kaum, dass es gesetzeskonform wäre, staatliche Gebührensätze so zu gestalten.


    Nicht, dass du mich falsch verstehst, ich habe grundsätzlich nichts dagegen, dass man Gebühren nimmt und Kosten umverteilt, nur halbwegs gerecht muss es sein, dass empfinde ich bei deinen Ausführungen leider nicht so.


    Mal ein Beispiel zu den unlogischen Düssedorfer Park- und Kostengestaltung - im gesamten Innenstadtbereich (inkl. Kö) muss man in den kostenpflichtigen Bereichen nur Werktags (also einschließlich Samstag) von 9-20 Uhr bezahlen, hingegen im Hafen an allen Tagen von 9-23 Uhr, selbst im weit abgelegen Bereich der Kesselstraße von Trivago bis zum Ruderklub und es ist noch nicht mal Anwohnerparken eingerichtet!

  • Na ja, bin hoffentlich bald weg hier. Dann können die gerne weiter ungestört ihre Berlin-Mitte-Blütenträume von einer autofreien Stadt verwirklichen ...

    https://www.un.org/sustainabledevelopment/cities/


    11.2 By 2030, provide access to safe, affordable, accessible and sustainable transport systems for all, improving road safety, notably by expanding public transport, with special attention to the needs of those in vulnerable situations, women, children, persons with disabilities and older persons


    11.6 By 2030, reduce the adverse per capita environmental impact of cities, including by paying special attention to air quality and municipal and other waste management


    11.B By 2020, substantially increase the number of cities and human settlements adopting and implementing integrated policies and plans towards inclusion, resource efficiency, mitigation and adaptation to climate change


    Mehr Informationen zum Thema von deinen "Berlin-Mitte Spinnern", anders gesagt den Vereinten Nationen, findest du hier:

    - http://wedocs.unep.org/bitstre…df?sequence=3&isAllowed=y

  • Also wie Blablupp schreibt, werden nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage knappe Dinge teurer. Wenn der Preis gedeckelt wird, dann übersteigt die Nachfrage idR das Angebot, was Warteschlangen / Überfüllung zur Folge hat.

    Friedrichsstadt ist mit bis zu 20 Tsd. Einwohnern pro qkm einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile in Ddorf (heutiger RP-Artikel zum Grünen-Politiker Wolf als Quelle für diese Zahl). Hier treffen also begrenzter Platz bzw. Konkurrenz mit in die Stadt fahrenden Autos, die dort parken, auf eine hohe Nachfrage an Stellplätzen. Die 20 € pro Jahr für Anwohnerparken ist ja eher ein symbolischer Preis, der eher einen Preisdeckel darstellt, als einen Preis, der durch Angebot und Nachfrage zustande kommt.


    Wie man den Beiträgen von DUS-Fan und Vulcanus entnehmen kann, ist es dann auch immer ein gesellschaftlicher Konsens, bei welchen Dingen man wie stark die marktwirtschaftlichen Kräften wirken lassen möchte. Studiengebühren z.B. sind hier gewollt sehr niedrig, dass ist verbunden mit dem Numerus Clausus und/oder überfüllten Hörsäalen. Im Gegensatz zu den USA, wo man sich für ein Studium teilweise hoch verschuldet.


    Hier müsste man über einen gestuften Plan einen Weg finden, wie man über steigende Parkgebühren und gute Kontrolle der parkenden Autos das Anwohnerparken so gestaltet, dass die Menge der Autos halbwegs zu den Parkplätzen passt. D.h. auch, dass alle, die sich einen teuren Parkplatz in der Innenstadt, am Flughafen usw. sparen wollen, hier dann auch entsprechend Parkgebühren zahlen, damit diese Plätze nicht den Anwohnern entzogen werden. Bei Stadtteilen wie Friedrichsstadt müsste man m.E. mit Tiefgaragenplätzen etwas nachsteuern, würde dies aber maßvoll machen, weil Tiefgaragen auch ne Menge Geld kosten, die man mit Anwohnerparken zu vergünstigten Preisen pro Monat fördern würde.


    Ich bin aber der Meinung, dass 20 € pro Jahr kein hoher Preis für Anwohnerparken ist. Es wäre politisch aber unklug, diesen auf 365 oder 600 € sprunghaft zu erhöhen, bzw dies zu fordern, auch wenn dies der richtige Preis wäre, sondern das wäre ein Prozess über ein bis zwei Dekaden.


    Ein Parkplatz ist m.E. aber auch kein Grundrecht und auch keine Daseinsfürsorge, die ein Staat bzw. eine Stadt für seine Bürger bereit stellen muss. Der Kauf eines Autos bedeutet auch, dass man sich als Eigentümer darum kümmern muss, wo man sein Auto abstellen kann. Also die Stadt sollte hier halbwegs ein Gleichgewicht herstellen, aber erst alle Mittel ausschöpfen, um Nicht-Anwohner aus Wohngebieten zu verdrängen.

  • Hallo,


    da das Thema Parken in der City eigentlich ein Thema von gestern sein sollte, noch ein Nachtrag.


    Der Trend geht weltweit Richtung Sustainable- / Sharing Economy und da muss auch unser Fokus liegen, wenn wir Lösungsansätze diskutieren.


    Was bedeutet Shared Economy im Straßenverkehr?

    Aktuell stehen private Autos im Schnitt etwa 21 Stunden auf dem Parkplatz oder in der Garage. Bei einem Nutzwert von etwa 15% ist der uns gewohnte Individualverkehr somit schon per Definition NICHT nachhaltig und effizient.


    Lösungen wie Airbnb und Uber geben hier den Ton an und liefern Beispiele, auf die sich die internationale Gemeinschaft geeinigt haben.


    Mit einem flächendeckenden 5G-Netz wächst das Internet der Dinge und die Möglichkeit die Ubers von morgen zu automatisieren. In 2023 hebt z.B. in Los Angeles, Dallas und Melbourne zum ersten Mal Uber Air ab:

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    Blockchain und das Internet der Dinge könnten in der Zwischenzeit moderne Lösungen für das Parken in der City anbieten. Aber solange wir weiter über Themen von 1985 diskutieren, verlieren wir den Anschluss.


    Ich fände ein ein eigenes Thema "Düsseldorf von Morgen" spannend um Ideen zu sammeln / diskutieren.


    Als Denkanstoß empfehle ich diesen Clip von der Tagesschau:

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    und von IBM:

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    2 Mal editiert, zuletzt von Dus-Int ()

  • Für solche Visionen kannst du gerne in der Lounge an der Düssel ein Thema aufmachen (aber bitte nicht Düsseldorf morgen, sondern übermorgen), hier im Thread geht es doch eher um die (aktuelle) Realität.

    Ich halte das Thema Parken auch nicht für ein Thema von gestern, sondern auch in den nächsten Jahrzehnten für aktuell.

  • Für solche Visionen kannst du gerne in der Lounge an der Düssel ein Thema aufmachen (aber bitte nicht Düsseldorf morgen, sondern übermorgen), hier im Thread geht es doch eher um die (aktuelle) Realität.

    Ich halte das Thema Parken auch nicht für ein Thema von gestern, sondern auch in den nächsten Jahrzehnten für aktuell.

    Genau deshalb geht alles so schleichend voran....

  • Für meinen Geschmack würde ich den Beitrag zu Uberair etc auch eher in der Lounge sehen. Uberair sehe ich definitiv nicht als Thema für 2023 in Düsseldorf. Und wenn es dort Uber Air geben sollte, wird es erstmal eine ganz spezielle Niche bedienen. Meiner Meinung nach sind solche Veröffentlichungen eher Börsenstories. Tesla ist auch ganz gut darin, spannende Visionen zu veröffentlichen und zu meiner Überraschung ist nicht nur heiße Luft dabei. Bei Uber wäre ich mir nicht so sicher, was davon heiße Luft ist, und was kurz vor Release ist.


    Da Autos auch ein Vermögensgegenstand sind, wird ein grundlegender Wandel Richtung sharing economy, den ich persönlich bei Autos noch nicht mal in den Anfängen sehe, sich langsam vollziehen. Jetziges Carsharing ist eher Spielerei hier (auch weil es keine eigenen Parkplätze dafür o.ä. gibt). Batteriegetriebene autonome Autos sind mir noch zuviel Zukunftsmusik. Für die nächsten 10 Jahren wird man sich definitiv noch mit dem MIV/Autos herumschlagen müssen.


    Was durchaus eine Möglichkeit wäre, ist dass man Parkplätze smart macht. Also kleine Sensoren registrieren, wie lange dort ein Auto steht und füttern die Daten in Systeme, die freie Parkplätze anzeigen. Falls die max. Parkdauer überschritten wird, macht eine Drohne ein Foto oder das Auto übermittelt den Halter und vollautomatisch wird eine Strafanzeige erstellt. Halte- oder Parkverbote könnte man damit auch ganz anders verfolgen, als jetzt zu Fuß.

  • Dus-Int: Also das mit Uber sehe ich als ein Zukunftsthema für Megacitys, in welchen es heute schon extrem laut ist. Für die beschaulichen Größenordnungen in Europa dürfte das maximal etwas für London/Moskau/Istanbul sein und dann nur im Luxussegment.


    Viel interessanter für die Masse ist das Thema "autonomes Fahren". Zunächst die positiven Aspekte (aus meiner Sicht): Allein die Vorstellung, dass ich morgens aufstehe, mir per Knopfdruck (unabhängig von irgendwelchen Fahrplänen) ein Auto bestelle, in welches ich mich setze und schon einmal mit der Arbeit beginnen kann während ich ins Büro gefahren werde und ich mich am Ziel nicht einmal um einen Parkplatz kümmern muss, lässt mich schon in Träumen schwelgen. Dieses Beispiel lässt sich nach belieben erweitern. Der Kern ist: Ich rufe ein Auto wenn ich es brauche, ich nutze die Fahrzeit zu meinem Nutzen, mich interessiert nicht wo das Auto danach bleibt.


    Auswirkungen (wenn dieses Modell sich großflächig durchsetzt):

    - Es werden wesentlich weniger Autos benötigt als bisher, diese sind aber "dauernd" unterwegs.

    - Der ÖPNV wird (nmM) zurückgebaut bis aufgelöst, weil der "autonome Individualverkehr (AIV)" einfach deutlich bequemer ist.

    - Öffentliche Parkplätze werden aufgelöst weil überflüssig.

    - Diese Parkplätze werden zu einem Großteil allerdings in Fahrbahnen umgewandelt werden, da der AIV viel Platz benötigt.

    - Das Verkehrsaufkommen auf den Straßen wird deutlich zunehmen.


    Problemstellung:

    - Dadurch, dass absehbar ist, dass wesentlich weniger Autos benötigt werden, hat weder die Industrie noch die Politik ein wirkliches Interesse dieses Thema zu fördern. Es fehlt aus deren beider Sicht schlicht und ergreifend der Business Case.

    - Die technischen Probleme für das reine autonome Fahren können (nmM) relativ kurzfristig gelöst werden.

    - Viel schwieriger betrachte ich die Einführung des AIV während der MIV parallel mitläuft. Denn beim MIV ist der Fahrer verantwortlich. Beim AIV ist das bis heute noch nicht geklärt.

    - Das vorhandene Straßennetz muss perspektivisch eher noch weiter ausgebaut werden.


    So weit zu meiner Sichtweise.

  • Genau deshalb geht alles so schleichend voran....

    Ich denke nicht, dass die Einstellung von DUS-Fan maßgeblich ist für die Mobilität der Zukunft, oder die Lösung der Parkprobleme in Düsseldorf, sofern sich nicht Herr Geissel hinter DUS-Fan verbirgt, was ich nicht glaube. :)

    Die Probleme von heute lassen sich aber mit einfachen und bewährten Lösungen von heute wie Anwohnerparken, effektive Kontrollen durch das Ordnungsamt, P+R und ÖPNV ganz gut in den Griff bekommen. Die möglichen Verkehrsströme von 2035 sollte man auch betrachten, aber bzgl. techn. Fortschritts gibt es noch so viele Variablen, dass man damit nicht heutige Probleme durch Warten lösen kann.


    Zu autonomes Fahren: Vielleicht gibt es dann ja auch Minibusse, die bestimmte Fahrten zusammenlegen. Oder Straßenbahnen werden autonom fahren, warum eigentlich bei Autos anfangen? U-Bahnen können dies bereits in manchen Städten.


    Düsseldorf sollte eher den Anschluss an heutige Herausforderungen nicht verlieren. In manchen Metropolen werden autonome Bahnen gebaut, nachgerüstet, es werden Türen auf Bahnsteigen installiert. Die Metro von Delhi, aber auch Grand Express in Paris lässt Düsseldorf in Punkto ÖPNV wie ein Entwicklungsland aussehen.


    Hier wird das Zugleitsystem auf das der Wehrhahnlinie runtergerüstet, weil man das alte, teilautonome nicht aktualisieren konnte und teilweise uralte Rechner hatte. Das ist ein Rückschritt, der vielen wahrscheinlich gar nicht so bekannt ist, und dies ist nicht so sichtbar oder fühlbar wie fehlende Klimaanlagen in den Silberpfeilen, aber bedeutet, dass die Menge an Bahnen durch den zentralen U-Bahntunnel damit nicht erhöht werden, eher sogar etwas verringert werden muss. Für autonomes Auto-Fahren installiert man hier Teststrecken, aber für Bahnen bleiben nur die Krümel vom Buffett über.

  • Zitat von heidewitzka

    Falls die max. Parkdauer überschritten wird, macht eine Drohne ein Foto oder das Auto übermittelt den Halter und vollautomatisch wird eine Strafanzeige erstellt.

    Hoffentlich nur einen Strafzettel (=Ordnungswidrigkeit) und nicht gleich eine Strafanzeige ^.^