Beiträge von Vulcanus

    @ Heidewitzka:

    In Berlin gibt es vor allem deswegen so wenig Autos, weil die Stadt und ihre Bewohner relativ arm sind. Im Zusammenspiel mit einem relativ engmaschigen ÖPNV sorgt das für eine deutlich breitere Nutzung der Öffis. Würden die Berliner mehr verdienen: ich garantiere Dir, dass dort auch mehr Autos führen. Zumal die Berliner Verkehrsbetriebe sicher ein gutes Angebot fahren, das aber in so manchen Bereichen sehr langsam ist. Wer einmal versucht, von Berlin-Spandau nach Mahlsdorf mit RE und S-Bahn zu kommen, weiß, was ich meine. Auch in Berlin ist der lndividualverkehr fast immer (deutlich) schneller als Bus und Bahn. Berlin hat herrlich breite Straßen, auf denen es ein Genuss ist, Auto zu fahren - vergleiche das mal mit der "Großstadt" Köln und ihren engen Gassen und Wegen!

    Du schreibst:

    "Die meisten Autofahrer, die ich kenne, würden auch nicht aufs Autofahren verzichten, aber vielleicht häufiger mit der Bahn fahren, wenn es komfortabel und günstig wäre". Einspruch - das sehe ich vollkommen anders! Komfort und Preis sind das eine - aber selbst wenn man im ÖPNV in den bequemsten Sitzen zu Spottpreisen über viele Kilometer durch die Stadt käme, würde ein größerer Teil der Autofahrer nicht wechseln. Grund: "My car is my castle". Im Auto riecht es nicht komisch (außer nach mir), ich kann dort in der Nase bohren, rumhusten, mit mir selbst sprechen, das Radio laut drehen, die Klimaanlage hoch- und runterschalten, alle Fenster auf- oder zumachen, ich muss nicht an jeder Milchkanne halten ... Du versteht, was ich meine? In meinem Auto bin ich der Boss, bin ich der Kapitän - und muss mich nicht mit all den seltsamen Gestalten herumplagen, die landauf, landab Busse und Bahnen heimsuchen. Ich selber bin nach ca. 40 Jahren ausschließlich ÖPNV inzwischen auf ein eigenes Auto umgestiegen - es ist eine absolute Wohltat, die Tür hinter mir zu schließen und wirklich alleine zu sein. Egal, wie viele Menschen die Straßen auch sonst mit mir teilen, aber sie sind weit genug von mir weg. Ich würde nie mehr dauerhaft umsteigen. Ab und zu mal mit Bus und Bahn, okay. Aber keinesfalls dauerhaft.

    Im übrigen: Mein Auto steht keine 23,5 Stunden am Tag herum. Ich nutze es intensiv. Aber selbst wenn ich das nicht täte: Wer möchte mir vorschreiben, wie lange ich es stehen lassen muss oder bewegen soll? Ist es nicht das Recht eines jeden Bürgers, zu tun und zu lassen, wie es ihm beliebt? Solange ich einen eigenen Parkplatz vorweisen kann bzw. einen miete oder kaufe, kann ich mit meinem Pkw machen, was ich will.

    Dass es "Spaß" macht, mit E-Autos zu fahren, habe ich nicht bestritten. Ist im Grunde wie mit meinem jetzigen Automatik-Benziner, nur deutlich leiser. Wobei das mit dem "leise" ja ad absurdum geführt wird, weil E-Autos künstlich lauter gemacht werden, damit man sie im Verkehr nicht überhört. Für mich völlig gaga. Nur: das Reichweitenproblem bleibt erhalten. Und wer in der Stadt wohnt und keine eigene Garage besitzt, wird das Ladeproblem NIEMALS lösen können. Niemals.

    Zumal die E-Autos immer größer werden und die kleinen Benziner verdrängen. Das führt aber nur zu noch mehr Verkehrsproblemen, weil der Platz fehlt, sie zu fahren oder zu parken. Darauf bist Du in Deiner Antwort nicht eingegangen.

    Und schließlich: Die Niederlande sind für mich absolut kein Vergleichsmaßstab. Allein schon wegen der Topografie nicht. E-Bikes und E-Lastenräder mögen auch bei Steigungen nicht ihren Dienst versagen ... aber ich habe absolut keine Lust, im Bergischen oder Oberbergischen mit solchen Fahrzeugen beruflich unterwegs zu sein, bei 3 Grad plus und Nieselregen oder bei 32 Grad im Schatten. Lastenräder werden immer ein Nischendasein fristen - insbesondere für ältere Mitbürger, die auf ihren Pkw angewiesen sind. Der darf dann allerdings gerne E sein, das ist mir vollkommen egal.

    Der Anteil an Wählern mit Auto ist eigentlich in jeder deutschen Metropole bzw. größeren Stadt deutlich höher als in "Weltstädten" wie London, Amsterdam oder Paris. Ja, das Auto wurde hier in Deuschland über Jahrzehnte gefördert, von mir aus auch "gepampert". Diese Entwicklung kann man aber nicht im Schnelldurchlauf innerhalb weniger Jahre oder einer Wahlperiode wieder rückgängig machen. So etwas braucht wiederum etliche Jahre - genauso wie der Ausbau des ÖPNV eine Herkulesaufgabe bleiben wird, die uns noch ewige Zeiten beschäftigen wird.


    Auch deswegen kann ich mit radikalen Forderungen der Grünen und anderer Parteien und Gruppierungen, das Auto aus den Städten zu verbannen und als Teufelszeug zu apostrophieren, nicht das Geringste anfangen. Auch führt für mich die Förderung der E-Mobilität in die Irre. Wer da keinen eigenen Car-Port neben seinem Eigenheim hat, wird sich mit dieser Art sich fortzubewegen niemals anfreunden können. Zumal die E-Autos aufgrund der Monsterbatterien immer größer und monströser werden, daher nehmen sie immer mehr Platz auf der Straße und in Parkhäusern und -zonen weg. Dieser Weg führt ins Nichts.

    Die Autofahrer, die ich kenne, würden zu 90-95 % niemals auf Bus und Bahn umsteigen. Sie haben sich auf Jahrzehnte an ihren privaten Pkw gewöhnt, den sie gegen nichts auf der Welt eintauschen würden. Sollte sich wirklich die E-Mobilität flächendeckend durchsetzen, würden die verbliebenen Benzin-Kleinwagen-Besitzer ihre Möhren mit Klauen und Zähnen verteidigen, bis sie auseinanderfallen. Ich werde das im übrigen ganz genauso tun. Aktuell wohne ich in der Innenstadt (ohne jegliche E-Infrastruktur), brauche meinen Pkw als Dienstfahrzeug für meine selbständige Tätigkeit und könnte niemals meine Kundentermine, die sich über das gesamte Rheinland verteilen, mit Bus und Bahn erledigen.

    Die Apologeten und Claqueure der E-Mobilität bzw. die Lastenrad-Jünger mögen mir und anderen daher bitte gerne mal erklären, wie sich die die Zukunft der Mobilität so vorstellen. Das, was sie als Zielvorgaben propagieren, ließe sich nur durch extreme Zwangsmaßnahmen und Enteignungen erreichen. Das Gros der Menschen wird nicht umsteigen - und nicht umsteigen können.

    Natürlich bietet der Neubau der Theodor-Heuss-Brücke dem ÖPNV in Düsseldorf neue Möglichkeiten. Aber dann müsste man tatsächlich den ganz großen Wurf wagen - also eine U-Bahn bauen zwischen dem Golzheimer Rheinufer und dem Staufenplatz im Osten. Ich sehe dort fast nirgendwo die Chance, eine Straßenbahn verkehren zu lassen - außer im Straßenplanum, also ohne eigenen Bahnkörper. Das wäre allerdings in keinster Weise förderungsfähig - und die Bahnen stünden (analog zu den sogenannten "Metrobussen") im Dauerstau.


    Die bereits angesprochenen Kreuzungen der großen Ausfallstraßen machen die Streckenführung einer Straßenbahn illusorisch. Wo sollte die um Himmels willen herfahren? Auch der Wegfall einer Spur zugunsten des ÖPNV ist aufgrund des bereits heute extremen Verkehrs auf dieser Ost-West-Achse höchst problematisch. Wo sollte etwa auf der Heinrichstraße eine Straßenbahn verkehren? Wie sollte der MIV dort einspurig geführt werden? Man könnte ja die Düssel zuschütten und mit der Bahn überbauen ... Spaß beiseite.


    Zur Verlängerung der 705 ab "Schlesische Straße" zum "Nachbarschaftspark": Das wäre ja gar keine Verlängerung, sondern eine Verkürzung! Ganz Eller wäre dann von der 705 abgeschnitten, es gäbe keine Direktverbindung mehr von Oberbilk nach Eller. Aber diese spinnerte Idee geistert ja bereits seit längerem durch die Gegend - denn nur so könnte man die U 75 zwischen "Schlesische Straße" und "Vennhauser Allee" barrierefrei ausbauen. Erkaufen würde man diesen behindertengerechten Ausbau durch weitere Wege zu den Haltestellen (da werden garantiert zwei Haltestellen wegfallen) - und den Wegfall von Direktverbindungen (analog wie damals, als die Straßenbahn aus der Altstadt genommen wurde und seitdem die 701, 705 und 706 über die Berliner Alle fahren müssen).


    Sehen wir also ganz generell gesprochen den Tatsachen ins Auge: Düsseldorf hat aktuell so viel MIV, dass weitergehende ÖPNV-Projekte unrealisierbar sind. Es sei denn, man verdrängt das Auto massiv aus der Stadt - aber dann muss man auch die 660.000 Einwohner zur Ader lassen und triezen. Das wird sich keine Partei trauen, die gewählt werden will. Und gewisse Stadtteile wie Eller oder Lierenfeld haben historisch bedingt so enge Straßen, dass dort neue Straßenbahnen einfach verrückt wären.

    Zur Anbindung der Siedlung Grafental an den ÖPNV kann ich nur sagen: Ich halte das für alles andere als optimal. Wenn man im östlichen Teil wohnt, etwa an der Röpkestraße, sind die Fußwege zur Haltestelle "Schlüterstraße" doch sehr beachtlich. Auch der Weg zum Hellweg zieht sich ordentlich in die Länge. Aus diesem Grund hatte man ja die Buslinie 725 erdacht, die aber nur alle 30 Minuten verkehrt - und das fast immer ohne Fahrgäste in diesem Bereich. Das zeigt, dass das Gebiet voll und ganz auf den MIV geplant war.


    Wenn ich da als Grafentaler meine Großeinkäufe, etwa bei Getränken, planen müsste, würde ich mich IMMER ins Auto setzen. Die Schlepperei von irgendeiner Bahn- oder Bushaltestelle täte ich mir nicht an.


    Wenn man vom Grafental aus nur zu einem Arbeitsplatz in der City pendelt, mag der ÖPNV ausreichend sein. Aber für alle anderen Wege ausschließlich das Auto.

    PS: Auch der architekturliche Bruch zwischen dem mondänen und urbanen Grafental hin zum sozialen Wohnungsbau am Hellweg ist eklatant. Welcher Bewohner Grafentals würde allen Ernstes erst zu Fuß zum Hellweg, um sich dort in einen mit "einfachem Volk" vollbesetzten 737er oder 738er Bus zu setzen? Das ist doch vollkommen weltfremd gedacht. Die dicken Autos der Grafentaler wollen gefahren und unters Volk gebracht werden!

    Es ist ein Armutszeugnis für die Stadtplanung, dass mit der Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes nicht einmal begonnen wurde. Da werden in kürzester Zeit drei Riesenhotels von Privatinvestoren hochgezogen, aber die öffentliche Hand bekommt (mal wieder) nichts auf die Reihe. Und das in einer (angeblich) so reichen Stadt wie Düsseldorf, die allen Ernstes darüber nachdenkt, aufgrund von wenigen Luxus-Immo-Besitzern am Rhein die geplante U 81 nun doch zu verbuddeln.


    Eindrucksvoller kann man es von seiten der Stadt nicht sagen, wie egal einem das Thema ÖPNV und ansprechende Gestaltung des öffentlichen Raumes ist. Der KAP ist als Eingangstor zur Stadt und zentraler Umsteigepunkt von immenser Bedeutung. Es wäre im übrigen kein Hexenwerk, ihn endlich zu sanieren und im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen. Und würde auch nur ein Bruchteil dessen kosten, was Wehrhahn-Linie oder U 81 verschlingen.

    Warum dauert das alles so unfassbar lange?


    Der KAP ist ein wahrer Schandfleck - gleiches gilt im übrigen auch für die Gleishalle und die Bahnsteige des Hbfs. Gruselig ...

    Zur Autoposer-Szene:


    Wenn sich die Herren Halbstarken nun vom Rheinufer auf den Fürstenwall bwz. die Moselstraße verlagern, muss dort seitens der Staatsmacht rigoros durchgegriffen werden. Dort steht immerhin das Polizeipräsidium in allernächster Nähe - es wäre ein Armutszeugnis, dort nichts gegen diese testosterongebeutelten Jung-Alphas zu unternehmen.


    Mein Vorschlag: Bei Ersthandlung eine dicke Geldbuße. Beim zweiten Mal Entzug des Führerscheins für mindestens 3-6 Monate. Beim dritten Posen Entzug des Autos bzw. Gefängnis - oder Ausweisung ins Heimatland. Ach nee, geht ja nicht, sind ja deutsche Staatsbürger ... *kopfschüttel* ...


    Was wir uns in diesem Staat für eine Generation von gänzlich verblödeten Egoisten heranzüchten, jagt mir einen Schauer über den Rücken ...

    1. Zum Thema "Neue Bahnstrecken bauen":


    Da wurde tatsächlich jahrzehntelang geschlafen. Diese Fehlentwicklung rückgängig zu machen, dauert aber Jahre und weitere Jahrzehnte. Beispiel: Die Idee, entlang der A 46 von - sagen wir Wuppertal-Vohwinkel bis in die Düsseldorfer Innenstadt - eine Schnellbahn zu bauen, ist an und für sich genial. Aber: sie dürfte spätestens beim Überschreiten der Stadtgrenze an zahlreichen Einspruchsverfahren und Bürgerinitiativen scheitern. Zumal dort unzählige Tunnel nötig wären, um ein ungehindertes Fortkommen der Bahn zu garantieren. Wann sollte eine solche Bahn eröffnen? 2050? Und was geschieht bis dahin? Verdoppelung des Taktes beim Schnellbus SB 50 (der heute zum Teil gähnend leer durch die Gegend gurkt)?


    Es muss aber doch darum gehen, Verbesserungen für Pendler östlich von Düsseldorf JETZT herzustellen. Dafür müsste man die S 8 auf diesem Abschnitt GANZTÄGIG alle 10 anstatt wie heute alle 20 Min. verkehren lassen, mindestens zwischen D Hbf und W-Vohwinkel (mit Halt an allen Bahnhöfen in BEIDEN Richtungen - selbst das ist heute nicht der Fall). Auch am Wochenende gehört der unzureichende 30-Minuten-Takt dringend auf den Prüfstand. 15-Minuten-Takt auch samstags und sonntags zwischen 9 und 21 Uhr wäre das Mindeste. Wer eine Bahn seltener als alle 10 Minuten mit völlig überfüllten Wageneinheiten verkehren lässt, wird keinen einzigen Umsteiger mehr generieren.



    2. Zum Thema "Fahrradförderung":


    Pendler aus dem Gebiet östlich von Düsseldorf können das Fahrrad meist vergessen, denn die bergische Topographie etwa in Solingen oder Remscheid ist absolut fahrradfeindlich. Klar, jeder kann sich ein sündteures E-Bike kaufen, aber das müsste dann jeden Abend sicher in den Keller gewuchtet werden, weil es auf der Straße geklaut würde. Wer weiß, wie lustig es ist, ein solches Monstrum mal eben die enge Stiege runterzuwuchten, der kann das alles gut nachvollziehen. Ich könnte hier in meinem Innenstadtbezirkt definitiv kein E-Bike über Nacht draußen lassen. Es wäre entweder geklaut oder vandalisiert. Garagen sind leider null vorhanden. Also alles Blütenträume, die sich nicht realisieren lassen. Das Fahrrad ist für den Niederrhein die bessere Wahl - fürs Bergische ist es Irrsinn.



    3. Zum Thema "Flächendeckendes Anwohnerparken in Düsseldorf":


    Wer dieses Fass aufmacht, möge aber bitte auch erklären, was man a) mit dem Handwerker- und Dienstleisterverkehr macht, der tagtäglich in Düsseldorf seine Kunden anfahren und versorgen muss. Bekommen die dann weiter Ausnahmegenehmigungen in Form von Handwerkerausweisen? Wohlgemerkt: Ich als selbständiger Dienstleister mit dem Profil eines Handelsvertreters bekomme einen solchen Ausweis aktuell nicht. Wenn flächendeckendes Anwohnerparken käme, müsste ich die enorm gestiegenen Parkkosten für mich auf meine Kunden umwälzen - meine Dienstleistung würde also deutlich teurer.


    Zweitens würde ich b) gerne wissen, was Besucher von außerhalb machen sollen, die ihre Verwandten und Freunde hier besuchen. Wenn ich Besuch bekomme, bin ich ja schon froh, wenn der ab 19 Uhr und am WE hier kostenlos parken kann. Wenn dagegen eine 24-Stunden-Parkraumbewirtschaftung eingeführt würde, könnte ich gar keinen Besuch mehr empfangen, denn dann kommt keiner mehr freiwillig hier hin. Aber wie ich bereits sagte: Ich werde Düsseldorf ohnehin verlassen. Ich fühle mich als autofahrender weißer Cis-Mann hier nicht mehr wirklich willkommen. Es reicht, wenn ich beruflich reinfahren muss. Auf den Rest verzichte ich in Zukunft dankend.

    Der Vergleich von Städten wie Amsterdam oder Kopenhagen mit Düsseldorf hinkt in etwa so gewaltig, als wenn man die NRW-Landeshauptstadt mit London oder Paris vergleichen wollte. Die Niederlande und Skandinavien haben eine völlig andere Einstellung zum Fahrrad als das Gros der Düsseldorfer. London und Paris haben im Vergleich zu D-Town Unmengen mehr an Platz, den sie Fahrrädern einräumen könnten - außerdem verfügen sie über ein hervorragendes Tube- und Metro-System, mit dem wir hier auch nicht ansatzweise mithalten können.


    Das Grundproblem von Düsseldorf: Pendler aus zum Teil weit entfernten Städten wie Essen, Duisburg, Krefeld, Mönchengladbach, Neuss, Dormagen und dem gesamten Kreis Mettmann, die pro einfache Strecke locker 20-30 km oder mehr fahren müssen. Mit Ausnahme von Essen und Duisburg, die sehr häufige Regionalexpressverbindungen nach D'dorf anbieten, müssen die Pendler aus anderen Städten teilweise Takte von 30 Minuten und mehr hinnehmen. Fällt ein Zug aus, wartet man auch gerne mal 60 Minuten auf den nächsten. Die S 11 in den Neusser Süden braucht lange, viele Vororte von Neuss liegen nicht an der Bahnstrecke, die Zubringerbusse sind eine Katastrophe. Und auch hier: Maximal alle 20 Minuten eine Bahn. Noch schlimmer dran sind Leute aus Solingen, Hilden oder Haan. Von Wuppertal ganz zu schweigen - auf der Trasse des RE 4 bzw. RE 13 verkehren nach wie vor nur alle 30 Min. REs, und zwar mit einer einzigen Wageneinheit, die natürlich morgens und nachmittags komplett überfüllt ist. Wieso wird hier nicht wenigstens in Doppeltraktion gefahren? Auch die S 8 verkehrt immer mal wieder mit einem Wagen - in Corona-Zeiten eine Unverschämtheit.

    Wer sollte da dauerhaft auf den ÖPNV umsteigen? Zumal ja nicht alle Pendler zum Hbf wollen, dann also innerhalb Düsseldorf nochmal umsteigen müssen, eventuell sogar mehrmals. Die Fahrzeit mit Bus und Bahn liegt in der Regel doppelt bis dreimal so hoch wie mit dem Auto, trotz Stau.

    Fazit: Man müsste den ÖPNV vom Takt her mindestens verdoppeln - also etwa auf allen S-Bahnstrecken alle 10 Minuten fahren. Gleiches gilt für die "Fern-"Busse auf der Corneliusstraße. Die haben einen viel zu geringen Takt, um attraktiv zu sein. Heute nachmittag fuhr ein SB 50 neben mir her, in dem nur 2 Fahrgäste saßen!

    Die Idee, diese Pendler zum Umstieg auf das Rad zu bewegen, ist angesichts der topographischen Verhältnisse im Bergischen kompletter Irrsinn. Man hat es eben jahrzehntelang verpennt, den ÖPNV in der Region zu verbessern, das fällt einem nun auf die Füße. So etwas kann 10-20 Jahre dauern ... wenn es überhaupt klappen sollte ...

    @ Heidewitzka:

    "Alle drei Diskutierenden können nicht mit Fakten belegen, wie sehr Tempo 30 und Auto auf Schienen die 707 ausbremsen und dadurch den unbekannten Effekt der Vorrangschaltungen auf Autos und Bahnen zu Nichte machen.

    Auch hat hier keiner ein Vorher-Nachher zur 707, wie sehr sich das auf die Pünktlichkeit ausgewirkt hat".

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    Ich bin kein Verkehrszähler, aber ich bin täglich auf der Straße unterwegs, mit dem Auto, vor Corona auch mit der Bahn. Die 707 wird de facto ganztägig an der Bilker Allee ausgebremst (außer abends ab 21 Uhr), und zwar spätestens ab Höhe Floragarten. Da ich trotz meines Autos ein guter Fahrplankenner bin, weiß ich, dass die 707 an meiner Haltestelle schon lange nicht mehr pünktlich kommt. Früher wurde sie "nur" an der Kreuzung Bilker Allee / Corneliusstraße abgebremst, nun noch zusätzlich auf der gesamten Bilker Allee. Auslöser ist definitiv die neue Radspur. Nimm das doch bitte einfach mal zur Kenntnis.

    @ Heidewitzka:


    Ich bin überhaupt kein Verfechter der autogerechten Stadt der 60er Jahre. Aber was seit einiger Zeit verkehrspolitisch in diesem Land geschieht, spottet jeder Beschreibung. Da sammeln sie in Berlin Stimmen für ein Volksbegehren, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Autoverkehr innerhalb des S-Bahn-Rings nicht einzuschränken, sondern für alle zu verbieten. Und hier in Düsseldorf poppt eine Radspur nach der anderen auf, die kaum Radverkehr generiert, dafür aber den MIV und vor allem auch den ÖPNV ganz konkret ausbremst. Das kann nicht die Lösung sein. Das Auto wird in Deutschland zu einem Feindbild - so als wolle man alle Fehler der Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte innerhalb von ein paar Monaten ausbügeln. Profitieren tut davon nicht die Umwelt, sondern die gutbetuchten Umweltapostel, die sich E-Autos von Tesla oder schicke E-SUVs leisten können. Der einfache Arbeiter, der seinen Wagen schon 15 Jahre fährt (Nachhaltigkeit!) guckt leider in die Röhre - er kriegt Fahrverbot und darf dann nicht mehr in die City. Und zahlt sich fürs Benzin auch dumm und doof. Währenddessen lacht sich die Welt über uns kaputt und pimpt ihre boomende Kfz-Industrie - der Hunger nach Autos in den Schwellenländern dürfte in den nächsten Jahren explodieren. Die holen dann alles nach, während bei uns das Lastenfahrrad als Heilsbringer apostrophiert wird!


    Im übrigen: Solange ich etwa in der Nebenverkehrszeit zwischen 9 und 15 Uhr nur alle 30 Minuten mit dem Schnellbus von Haan nach Düsseldorf fahren kann, ist das für mich kein ernstzunehmendes Verkehrsmittel. Radfahren auf der Strecke ist Irrsinn - mit dem Auto bin ich in 20 Min. da. Das Angebot ist nach wie vor schlecht, die Nachbarstädte sind schlecht angebunden an Düsseldorf, innerhalb der Nachbarstädte sind die Zubringer zu den Schnellbahnhöfen ebenfalls mies (etwa in Neuss). So wird das nix mit der "Verkehrwende"!


    Die Corneliusstraße mag 1958 eine beschauliche Dorfstraße gewesen sein (was ich für absoluten Unsinn halte, aber egal) - aber die Welt dreht sich weiter. Man kann das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Ich ziehe auch nicht in Flughafennähe und weine dann über den dortigen Fluglärm! Das Argument, die Anwohner der Corneliusstraße hätten doch gar keine andere Wahl ... also bitte! Düsseldorf hat viele andere relativ preiswerte Straßen, in Garath, in Lichtenbroich ... alles schön beschaulich. Niemand MUSS dort wohnen!

    Schließlich: Ich halte das Fahrrad in Deutschland nicht für ein Massenverkehrsmittel für weitere Strecken. Einpendler aus dem Bergischen Land oder dem tiefsten linken Niederrhein werden NIE in Scharen auf das Rad umsteigen, das ist einfach Unsinn. Das Fahrrad eignet sich für Strecken von ein paar netten Kilometern. Aber das war es dann auch. Wer bitteschön fährt täglich 20-30 km einfache Strecke beruflich mit dem Fahrrad? Daran wird auch das E-Bike nichts ändern. Denn es macht weder Spaß, bei -7 Grad zu radeln, noch dann, wenn demnächst wieder 30 Grad und mehr erreicht werden.


    Aber all das stört natürlich den grün angehauchten Papa nicht, der seinen Nachwuchs bei Wind und Wetter über die rechte Spur der Corneliusstraße transportieren will - auf einem Lastenfahrrad. Jedem sein Pläsierchen - aber ich muss solche Spinnereien weder steuerlich fördern noch öffentlich zur Heiligsprechung vorschlagen.

    Applaus an DUS-Fan: Kann ich alles vollumfänglich unterschreiben.


    Ergänzung: Es gibt ja inzwischen die beiden "Bus-Schleusen" unten am Südpark oder weiter oben an der Kreuzung zum Südring. An beiden Stellen wird der MIV moderat ausgebremst, muss ein wenig länger warten, um den Bussen 780, 782, 785 und SB 50 den Vortritt zu lassen. Das ist vollkommen in Ordnung und funktioniert auch soweit, tausendmal besser als mit der "Umweltspur" auf der Witzelstraße.


    Aber was soll dann der Irrsinn, nur wenige Meter weiter auf der Corneliusstraße Tempo 30 einzuführen? Da muss man doch mit dem Klammerbeutel gepudert sein ...

    Die verkehrspolitische Sachlage ist für mich in Städten wie Düsseldorf sonnenklar: die Stadt ist (leider) zu klein, um allen Verkehrsbedürfnissen Rechnung zu tragen. Autofahrer, Radfahrer und Straßenbahnen können sich nicht "gleichberechtigt" eine Straße teilen, denn solche breiten Straßen gibt es hier schlichtweg nicht. Das mag in Paris oder London anders aussehen.


    Aber das interessiert viele grünbewegte Politiker schlichtweg nicht. Sie wollen ihre Agenda der fahrradgerechten Stadt um jeden Preis durchpeitschen. Überall sollen Radwege hin, ohne Rücksicht auf Verluste. Und Hauptstraßen werden dann zu Tempo 30 verdonnert, demnächst dann wahrscheinlich auch Tempo 20.


    Wenn es nach mir ging, müsste man die Corneliusstraße eher noch für Autofahrer begünstigen (etwa mit einer konsequent grünen Welle), denn nur so werden die Anwohner dort nachhaltig vom Verkehr entlastet. Und auch die Busse kämen dann endlich besser durch. Stattdessen werden Ampelphasen über Nacht verändert, so dass man (wie ich gestern) auf der Corneliusstraße plötzlich dreimal nacheinander innerhalb weniger Meter vor roten Ampeln steht, wo man bisher normal durchfahren konnte. Das Abbremsen und Beschleunigen freut die Anwohner dann natürlich noch mehr.


    PS: Ich würde die Corneliusstraße im übrigen für Radfahrer sperren lassen. Ich wohnte viele Jahre in der Nähe - und niemals bestand für mich die Notwendigkeit, dort Rad zu fahren. Radler machen eine komplette Spur dort unbenutzbar und führen zu gefährlichen Ausweichmanövern der Autofahrer auf die linke Spur.

    PS: Die Idee mancher grün-bewegter Verkehrsverhinder*Innen, aus Großstädten gefühlte Dörfer zu machen, wo man den Bien*Innen beim Summen zuhören kann, führt im übrigen komplett in die Irre. Wer Städte dichtmacht, wird den Einkaufsverkehr nur auf die grüne Wiese verlagern. Und die Düsseldorfer oder Kölner Innenstadt würde dann veröden.

    Düsseldorf oder Köln können von der Popularität nicht mit London oder Paris mithalten. Deren Innenstädte kann man von mir aus sperren oder komplett "vermauten" - hier in Düsseldorf wäre das nicht praktikabel. Es kommt nämlich am Ende dann niemand mehr in die Stadt. Aber das möchte natürlich niemand hören. Stattdessen träumt man grüne Blütenträume - und fährt weiterhin SUV oder fliegt "nachhaltig" nach Gomera, zum Meditieren.

    Einspruch! Tempo 30 halte ich weiterhin für Gängelei - das ist einer Hauptverkehrsstraße absolut nicht angemessen. Meines Erachtens müsste man entweder sämtlichen Anwohnern dort hoch schallisolierende Fenster schenken - oder die Häuser abreißen und die Bewohner umsiedeln. Die Straße gibt es dort schon ewig - jeder, der dort hinzieht, weiß, auf was er sich lärmtechnisch einlässt! Mit dem Argument der Lärmreduzierung kann man alles rechtfertigen - dann könnte ich mich auch beschweren, weil ich in der Nähe einer Straßenbahnkreuzung wohne. Da müsste man dann die Straßenbahn verbieten, denn die verursacht einen infernalischen Lärm (Schlafen bei offenem Fenster unmöglich). Wahre Lärmreduzierung erzielt man im übrigen nur dann, wenn man sämtlichen Verkehr verbietet. Autos, die 30 statt 50 fahren, machen den Kohl absolut nicht fett.

    Zur Bilker Allee und der dortigen Radspur: diese Spur verläuft tatsächlich auf der 2. Autospur, die früher oft zugeparkt war. ABER: Da nun alle Autos die linke Spur benutzen müssen, teilen sie sich diese Spur mit der Straßenbahn 707. Diese staut sich nun stadteinwärts bis zur Friedrichstraße auf meheren hundert Metern. Gerade heute erst wieder erlebt. Sie kommt regelmäßig mit mehreren Minuten Verspätung am Hbf an. Man hat also die Radfahrer bevorzugt und den ÖPNV komplett ausgebremst. Die Frage ist: wo fahren mehr Fahrgäste? Ganz sicher in der Bahn, und nicht auf den wenigen Drahtesel*Innen. Von fiesem Regenwetter ganz zu schweigen ...

    Danke für die Erklärung - und den hinzugefügten Link.


    Ich bin sehr dafür, den ÖPNV in Düsseldorf massiv auszubauen - aber erst, wenn das wirklich geschehen ist, kann man sich über Verkehrsverhinderungsmaßnahmen Gedanken machen. Sonst schneidet man nicht nur Pendler, sondern auch alle Düsseldorfer, die im Stadtbezirk III wohnen, vom Verkehr ab. Tempo 30 auf Hauptverkehrsadern und Zubringern zu Autobahnen ist für mich in jeder Form absolut indiskutabel.


    Ach ja: die Rheinbahn hat ein massives Problem seit Corona, die Zahl der Fahrgäste ist massiv zurückgegangen - und viele sind bis heute nicht zurückgekehrt. Inzwischen denkt man darüber nach, Kürzungen (!) im Angebot vorzunehmen, unter anderem bei den "Metrobussen", die offensichtlich nur heiße Luft durch die Gegend befördern. Auch bei den Bussen, die über die Corneliusstraße fahren, ist das des öfteren zu beobachten. Busse, die nach Haan oder Hilden fahren, befördern nur wenige Fahrgäste. Ökologischer Irrsinn.


    Will man nun die fehlenden Fahrgäste durch solche Gängelungsmaßnahmen wieder in die Rheinbahn "zurückprügeln"?

    Die rot-grün dominierte Bezirksvertretung des Stadtbezirks Düsseldorf III hat beschlossen, dass im Rahmen eines "Verkehrsversuches" demnächst auf der Corneliusstraße Tempo 30 gelten soll. Der Link zur Rheinischen Post ist mit Bezahlschranke, deswegen stelle ich ihn nicht hierher. Der Rat muss das allerdings noch beschließen, und da geht dann die CDU nicht konform mit den Grünen.


    Ich frage mich wirklich inzwischen, was Politiker in dieser Stadt geraucht haben. Da fließt jetzt erst seit wenigen Monaten nach Wegfall der Umwälzspuren der Verkehr von der A 46 zur Innenstadt wieder halbwegs normal - und was fällt denen als nächstes ein? Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen ... was ja unter anderem auf der Bilker Allee zwischen Bilker Kirche und Friedrichstraße hervorragend funktioniert. Die Straße dort ist komplett ausgebremst, Blech staut sich an Blech, während auf der Radspur alle paar Minuten mal ein Radfahrender*InX vorbeigurkt. Wahrscheinlich wird dann die Corneliusstraße dann auch noch eine Pop-Ab-Beik-Läin bekommen ...

    Ich finde das alles nur noch hahnebüchen ... es ist zum Weglaufen. Oder zum Wegziehen ...


    Das "Nadelöhr" auf der Oberbilker Allee ist einfach die Kreuzung mit der Kruppstraße. Dort ist jetzt nun auch noch die Linksabbiegemöglichkeit entfallen - die Autos müssen geradeaus oder rechts fahren. Eng ist der Kreuzungsbereich dort immer gewesen. Auch die Hüttenstraße dahinter ist auf den ersten hundert Metern super eng - es wundert mich, dass es da nicht öfter kracht.

    Außerdem fahren viele Autofahrer widerrechtlich über die abschraffierten Spuren auf der Oberbilker Allee, um schneller die Kreuzung Kruppstraße zu erreichen - da habe ich noch nie Polizei gesehen. Wäre für die eine Goldgrube.

    Wo genau es bei der 705 hakt, kann ich leider nicht sagen - ich habe halt nur deren Fahrplan im Kopf und sehe sie jedesmal verspätet in Ri. Innenstadt fahren. An der Haltestelle Helmholtzstr. hat sie regelmäßig 3-5 Min. Verspätung. Das hatte sie früher nur in der Rush-Hour, nun ganztägig. Also MUSS etwas schief laufen mit der abschraffierten Spur. Die im übrigen seit ihrer Einrichtung zu einem Dauerstau für Autos geführt hat. Was aber niemanden interessiert - die Anwohner, die die Abgase durch ihre Fenster einatmen, haben eben keine Lobby. Der Stau auf der Oberbilker in Ri. Innenstadt ist teilweise so krass, dass man aus den Seitenstraßen nur noch unter Lebensgefahr in die Oberbilker abbiegen kann. Aber auch das interessiert die Herren / Damen / diversen Verkehrsplaner einen feuchten Kehricht.

    Zu den Forderungen nach weiteren Radwegen auf Hauptverkehrsstraßen:

    Ich bin selber "Mischfahrer", ich fahre Auto, Fahrrad und Rheinbahn. Aktuell wegen Corona, wegen meines Berufes und des miesen Wetters fast nur Auto. Aber auch zu den Zeiten, als ich fleißiger Radfahrer war, wäre ich nie auf die Idee gekommen, einen Radweg etwa auf der Corneliusstraße oder Erasmusstraße zu fordern. Dort gehört definitiv keiner hin, weil wir sonst die Landeshauptstadt endgültig lahmlegen (einiges hat der letzte OB ja bereits geschafft, aber das geht noch schlimmer ...). Es gab und gibt immer Wege, die Hauptverkehrsachsen als Radler zu meiden - wenngleich sich immer wieder Radelnde auf die Corneliusstraße trauen, was dann dort mangels Überholmöglichkeit für Pkw den Verkehr zum Erliegen bringt. Es gibt in Düsseldorf so viele Straßen und Routen, die radfahrergeeignet sind - es müssen nicht die Magistralen sein.


    Sonst könnte ich im Gegenzug auch fordern, mir vor meiner Haustüre in der Düsseldorfer Friedrichstadt einen Privatparkplatz einzurichten - wird niemals funktioneren, das weiß ich selber. Ich laufe oft genug hunderte von Metern zu meinem Pkw, vom Parksuchverkehr ganz zu schweigen. Dann darf ich auch im Gegenzug von Radelnden erwarten, dass sie ihre Blütenträume einer fahrradaffinen Stadt Düsseldorf zu Grabe tragen. Das wird NIEMALS funktionieren - es sei denn, man möchte die Stadt endgültig kaputtmachen.

    Wer fährt denn bitte so einem Wetter wie heute morgen (Dauerregen und 10 Grad) mit dem Fahrrad???


    Update zur abschraffierten Spur für die Straßenbahn 705 zwischen S-Bahnhof Oberbilk und Kruppstraße (stadteinwärts): die Bahn hat seitdem immer und immer wieder Verspätungen zwischen 3 und 5 Minuten. Das heißt im Klartext: die Abschraffierung hat genau das Gegenteil dessen bewirkt, was sie bewirken sollte. Einer der Gründe: Lieferfahrzeuge, die die Autospur blockieren - Autos müssen kurzfristig auf die Schienen wechseln - alles staut sich dann spätestens vor der Kreuzung Kruppstraße. Im übrigen interessieren sich nicht alle für die Straßenbahnspur: immer wieder brettern Autofahrer am Stau bis zur Kreuzung Kruppstraße vorbei, die glauben, dass für sie keine Regeln gelten. Warum kontrolliert die Stadt da nicht besser?

    Noch eine weitere Beobachtung: Im Zuge der neu aufgepinselten Radfahr-Achse zwischen Oberbilk und der Bilker Kirche hat sich die Stadt nun etwas Grandioses einfallen lassen. Auf der Bilker Allee wurde eine Autospur entfernt - es dürfen nur noch Radfahrer diese Spur benutzen. Die Straßenbahn fährt aber auf der linken der beiden Spuren, in der Straßenmitte. Nun teilen sich dort Autos und die Straßenbahn 707 eine einzige Spur (so war es auch mal bei einer Baumaßnahme an der Kreuzung Bilker Allee - Elisabethstraße). Konsequenz: der Verkehr staut sich jetzt auch auf der Bilker Allee in Höhe Floragarten hunderte Meter zurück. Somit wird auch die 707 krass ausgebremst. Profitieren tun als einzige die Radfahrer.


    Eine Hauptverkehrsachse wie die Bilker Allee von zwei auf eine Spur zu verengen - und Autos und Straßenbahn auf diese letzte verbliebene Spur zu quetschen, nur damit Radfahrer besser durchkommen? Sorry, das ist echt eine Verkehrspolitik, da könnte ich in den Tisch beißen ... wer denkt sich sowas aus???