Um sich mit den architektonischen und künstlerischen Qualitäten des Baus vertraut zu machen empfehle ich einen Filmchen.
Potsdam: Wiederaufbau der Garnisonkirche (Bauthread)
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- Potsdam
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Berliner Bär -
15. April 2003 um 00:50
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Ziel und Zweck der Stiftung sind nach § 2 Abs. 2 der Satzung nun mal "der Wiederaufbau des Kultur- und Baudenkmals Garnisonkirche Potsdam" sowie "dessen Nutzung als evangelische Kirche". Äußerungen wie die von Lutz Boede zeigen nur, wie realitätsfern die Forderungen der Garnisonkirchengegner sind und wie aussichtslos ihre Lage in Wirklichkeit ist: Die Finanzierung der Turmrekonstruktion ist zur Hälfte gesichert, die dazugehörige Baugenehmigung ist erteilt und der Antrag zur Auflösung der Stiftung wird in der nächsten Sitzung aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Kuratorium krachend scheitern. Das ist so sicher wie das Amen in der (Garnison-)Kirche.
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Um sich mit den architektonischen und künstlerischen Qualitäten des Baus vertraut zu machen empfehle ich einen Filmchen.
Das "Filmchen" überzeugt mich, dass auf den Turm die filigrane Wetterfahne gehört und nicht das grobe Nagelkreuz, für das dann z. B. der Eingangsbereich des Turms ein geeigneter Ort wäre.
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Nach einem Tag selbstauferlegter Zurückhaltung appeliere ich an die Mods diesmal auch öffentlich, endlich dem Treiben einiger Weniger hier in diesem Thread Einhalt zu gebieten. Es gibt genügend Möglichkeiten einzuschreiten und genügend Gründe, Verwarnungen auszusprechen oder spezifisch und/oder temporär einzuschränken. Und zwar mit dem Ziel, politisches und ideologisch motiviertes Aktions-Gespame und Getrolle sowie dadurch ausgelöste Gegenreaktionen von dem Thema (weitestgehend) freizuhalten und einen einigermaßen normalen Austausch über Architektur und Stadtplanung zu ermöglichen. Es wird aus meiner Sicht langsam Zeit, dass die Mods hier spezifisch agieren, was sie ja sonst ohne Probleme machen. Wenn man Verwarnungen für Banalitäten wie unnötiges Zitieren bekommt, dann sind solche als erste Maßnahme natürlich auch hier möglich. Der wichtigste Grund (und Kriterium) steht schon in den 7 Geboten des DAF:
Zitat von 7 Gebote7. Das Forum ist weder eine kostenlose Plattform für Werbung, noch soll es der Bekanntmachung und Förderung von politischen Kampagnen, Bürger- und Anwohnerinitiativen oder ähnlichem dienen.
Darüber hinaus schlage ich vor, dass bei jeder (geschichtlichen) Behauptung und/oder Zitierung eine verlinkte Quelle mit Quellenangabe beizubringen, oder eine solche ohne vom Board durch die Mods zu löschen ist.
Beide Maßnahmen würden diesen Thread wieder beruhigen und in normale Bahnen lenken.
Ich finde es richtig, meine Positionen unter meinem Klarnamen zu vertreten, statt mich hinter einem Pseudonym zu verstecken.
Und rein interessehalber => Was denkst du denn Böses?
Das ist wohl klar. Wenn Lutz Boede sich in Klarnamen "positioniert", dann dient das in erster Linie der Legitimierung und Förderung seiner politischen Absicht, die sich in der Bürgerinitivative "Gegen-die Garnisonskirche" und seiner Franktionszugehörigkeit (als Fraktionsgeschäftsführer) zu "Die Andere" manifestiert. Lutz Boede kann sich natürlich in Klarnamen anmelden und seine Meinung vertreten. Wenn Beiträge aber der Förderung seiner politischen Kampagnen oder seiner von ihm gestützten Initiativen (ausschließlich in diesem Strang) dienen, dann widerspricht es den Forums-Geboten. Ich bin dagegen, durch den Klarnamen eine erweiterte Interpretation dieses Gebotes abzuleiten, da man von ihm nichts anderes erwarten könne. Und spätestens bei seinem Einwurf "Vergeltungsarchitektur" braucht man über ideologisch oder politisch motivierte Beiträge nicht mehr diskutieren. Und zwar erst recht, wenn man in einem Satz eine "psychologische und moralisierende Argumentation" des Gegners als unschlüssig und unpassend tituliert, um sodann im nächsten Satz genau das für die eigene Sache einzusetzen:
Ich finde es wenig schlüssig, dass immer wieder mit der Unschuld von Gebäuden argumentiert wird. Das sind psychologische und moralisierende Kategorien, die ich in einer Architekturdebatte unpassend finde. Ein Gebäude wiederaufzubauen, nur weil es zuvor aus ideologischen oder politischen Gründen zerstört wurde, ist Vergeltungsarchitektur.
Das ist keine eristische Dialektik oder politischer Diskussionsstil a la Schoppenhauer, dafür ist es einfach zu schlecht und offensichtlich widersprüchlich.
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Architektur und Stadtplanung sollten aber eher nach geeigneten und untauglichen Varianten unterscheiden.
Richtig. Und in Potsdam hat man sich mangels tauglicher Alternativen für den Wiederaufbau der historischen Mitte entschieden - wie in so vielen von Krieg und Kulturbarbarei gezeichneten Städten. Zur historischen Mitte Potsdam zählt eben auch ganz eindeutig die Garnisonkirche, als maßgeblich stadtbildprägender Leitbau. Für diese simple Erkenntnis bedarf es keiner politischen Agitation.
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Ich schließe mich den vorherigen Beiträgen an. Dieses Forum ist ein Architekturforum und kein politisch ideologischer Kindergarten.
Wer die Ehemalige Garnisionskirche städtebaulich nicht schätzt kann jederzeit Alternativen vorschlagen. Ich bin für den Wiederaufbau! Weil sie dorthin gehört und mir keine passenden Alternativen einfallen. -
Wer die Ehemalige Garnisionskirche städtebaulich nicht schätzt kann jederzeit Alternativen vorschlagen.
Warum? Verstehe ich nicht. Warum darf man den Vorschlag die Garnisonkirche wieder aufzubauen nur mit einem Alternativvorschlag begegnen? Oder anders ausgedrückt: Ist man verpfichtet den architektonisch höchstwertigen Vorschlag (auch wenn es nur eine Kopie ist) zu realisieren? Dürfen nur "fachliche" Argumente anerkannt werden? Gibt es nicht auch übergeordnete Gründen dieser Realisierung gegenüberstehen darf. Womöglich ist das finanzielle Risiko zu groß oder die finanzielle Prioriserung öffentlicher Mittel unverhältnissmäßig? Was ist wenn die Empörung der Bürgerschaft zu groß wird. Zum Beispiel wenn demokratischen Spielregeln hintergangen wurden was diesem Ort nationaler Bedeutung nicht angemessen ist? Kann ein potententieller Schaden, Prof. Dr. Hajo Funke sprach kürzlich in der MAZ (sorry, muss die Quelle nachreichen) einem "Schaden für das liberale Potsdam", nicht eine höhere Bedeutung haben als die Realisierung einer architektonischen Lösung? Will sagen, irgendwann muss der Architekt zurücktreten und warten bis sich der Bauherr einig ist.
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Mal eine etwas andere Frage, was mich eigentlich schon länger etwas wundert. Warum sollte eigentlich alles was in 40 Jahren im Westen nicht gemacht wurde im Osten sein, unabhängig von Kosten und anderem.
Ich selbst finde es gut, wenn vieles was zerstört wurde und verloren ging wieder entsteht, aber alles was jetzt so ansteht wurde im anderen Teil der BRD aus Verschiedenen Gründen niemals verwirklicht und da hätte es doch auch vieles gegeben was hätte wieder entstehen können.
Warte auf Antworten, ins besondere an dieser Kirche. -
Scheinbar habe ich tierisch Bock auf anonym verliehene rote Laternen, aber ich kann mich einfach nicht mehr zurückhalten, ich MUSS mich mal so richtig derbe auskotzen:
Mich nervt dieser Kirchenstreit so dermaßen, die Argumente der Gegner sind allesamt fadenscheinig, nicht stichhaltig, nicht wissenschaftlich, nicht seriös. Von Geschichte keine Ahnung, vom Argumentieren keine Ahnung und am allerschlimmsten von demokratischer Willensbildung keine Ahnung! Ja, der Pfarrer der Kirche war ein rechter Nationalist! Na und? Das war VOR 1933, keiner wusste, wie die Geschichte sich entwickeln wird. Hinterher ist man immer klüger. Mann, ganz Deutschland war rechts-nationalistisch nach dem verlorenen 1. WK und dem harten Friedensvertrag. So wie heute jeder irgendwie "links" ist. Trend, Mode, Zeiterscheinung.
Es geht den Gegnern doch nie im Leben um die Geschichte, sondern nur um ein Dagegensein als scheinbar zu kurz gekommene gegen das "Establishment"!! Wer bitte engagiert sich denn in einer ultralinken Asta? Wer wirklich studiert, hat für so eine Scheiße doch gar keine Zeit. Aber der Asta-Asi versperrt mal schön für 18 Semester einen Studienplatz für einen, der ihn mehr verdient hätte. Wie links und gut und menschenfreundlich, ach ja....
Ebensowenig wie jene Dauerdemonstranten, die scheinbar alle nichts vorweisen können, der Gesellschaft null Mehrwert welcher Art auch immer bringen aber ständig die Fresse aufreißen und ihr Neid- und Minderwertigkeitskomplexgift verspritzen müssen. Man schütte mich von mir aus zu mit Negativkommentaren, natürlich anonym, es ist mir einfach nur noch Latte!! Ich bin kein Neoliberaler und kein Yuppiearschloch - ich hasse einfach nur jegliche Ideologen und vor allem hasse ich Dummheit!
Aber ihr Gegner werdet den Aufbau nicht verhindern, kläglich werdet ihr scheitern und müsst euch ein neues blödes Dagegen-Projekt suchen, wo ihr euch wichtigmachen könnt. Demonstriert doch gegen die deutsche Sprache, die ja auch die Nazis benutzt haben oder die Sonne, die auch dem Führer leuchtete...Mann Mann Mann... Die Kirche wird kommen! Geht gefälligst arbeiten!!Ach Leute, es kann doch nicht wahr sein. Reaktionäres Ressentiment-Geballer dieser Sorte macht sich derart breit in diesem Forum (vor allem zu diesem Thema und zum Stadtschloss), dass es keinen Spaß mehr macht. Erkenntnisgewinn ist auch nicht zu erwarten. Folglich nehme ich meinen Hut. Macht's gut!
@ Potsdamer, ElleDeBE, Klarenbach, etc.: Tut mir leid, Ihr leistet gute Arbeit, aber ich halte den Scheiß hier nicht mehr aus.
@ Baukunst: Du willst weniger Ideologie in diesem Forum? Dann lasse Deine Tastatur in Frieden! Würde den Ideologie-Anteil um einiges senken. Eine Negativbewertung bekommst Du von mir trotzdem nicht. Dieses Instrument habe ich immer abgelehnt.
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Potsdamer: Sie -die Gegner der Kirche- dienen der Sache nicht! Als Befürworter eines Wiederaufbaus kann ich ihren Argumenten nicht folgen. Als möglicher Gegner eines Wiederaufbaus würde ich mich von Aktivisten wie Diesen instrumentalisiert fühlen. Das widerspräche meiner individualistischen Natur. Knapp zusammengefasst:
Die Argumente der Aufbaubefürworter empfinde ich mehrheitlich als ehrlich, die der Gegner als aufgesetzt und daher mehrheitlich als unehrlich. -
Nur Mut! Es geht doch eigentlich nicht darum, hier auch noch den schärfsten Historizisten zu heilen. Das kann gar nicht funktionieren. Das ist nicht meine Motivation. Mir ist es wichtig, dass in einem öffentlichen Forum solche Meinungen wie hier zum Teil verbreitet werden, nicht unwidersprochen hingenommen werden. Es darf sich kein Sumpf der Intoleranz bilden. Wenn ein libero andeutet, es wäre besser einen Lutz_Boede nur bestimmte Argument zuzubilligen, weil er politisch vorgeprägt ist oder ein Klarenbach, was ich sehr putzig finde, hier als Oberidiologe ausgerufen wird, dann muss man dagegen aufstehen und opponieren ... solange man noch kann und nicht selbst ein Opfer wird.
Das kann hier alles gegoogelt werden. Ich möchten denen nicht das Feld überlassen. Ich mische mich ein!
Es ist wichtig hier auch Stimmen zu lesen, wie deinen bemerkenswerten Beitrag vom 2.8. {#402}
Der mündige Leser kann sich sehr wohl eine Meinung bilden. Ich vertraue dem Menschenverstand!______________________________________________________________________________________
Kommentare:
01.09.14 08:19 schärfsten Historizisten zu heilen? Andere Meinung ist eine Krankheit?
01.09.14 12:24 Yo und seit dem du hier bist, hat der Oberideologe auch seinen Kader.
03.09.14 00:28 wer ist hier der sumpf, hä? -
Potsdamer: Sie -die Gegner der Kirche- dienen der Sache nicht!
richtig
Als Befürworter eines Wiederaufbaus kann ich ihren Argumenten nicht folgen.
Das brauchen Sie auch nicht und verlangt auch keiner.
Die Argumente der Aufbaubefürworter empfinde ich mehrheitlich als ehrlich, die der Gegner als aufgesetzt und daher mehrheitlich als unehrlich.Mir geht es genau anders rum. Und nun?
Ich empfinde diesen Zustand jetzt nicht als unerträglich. Es ist eher normal das unterschiedliche Wahrnehmungen und Schlußfolgerungen gibt. Ganz offensichtlich auch innerhalb der ev. Kirche. Doch wie löst man zivilisiert solche Konflikte? Demokratische Wahlen werden nicht gebilligt. Kompromisse werden einseitig diktiert und sind homöopathischer Natur. Ganz folgerichtig entsteht Druck. Wo ist das Ventil? -
Warum? Verstehe ich nicht. Warum darf man den Vorschlag die Garnisonkirche wieder aufzubauen nur mit einem Alternativvorschlag begegnen?
Weil wir uns hier in einem Architekturforum befinden und das beinhaltet ganz grundsätzlich ein Interesse an Bauwerken und Städtebau.
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Ich finde die Sprache von Architektenkind und Potsdamer ja sehr bezeichnend. Warum sollte man Historizismus heilen sollen? Sind wir entartet? Na, wir wollen das nicht weitertreiben und Parallelen zu gewissen merkwürdigen politischen Bewegungen herstellen.
Ich bin übrigens Stammwähler einer linken Partei und "Pazifist". Ich würde als Bundeskanzler oder Verteidigungsminister die Bundeswehr in einem geordneten Prozeß auflösen.
Da ich allerdings ein aufgeklärter, kritischer Mensch bin, der weder an Voodoo-Zauber noch an Reinkarnationen oder böse Geister glaubt, bin ich ein großer Fan des Wiederaufbaus der Garnisonkirche. Ich freue mich geradezu darauf, davor zu stehen und auszumachen, wo genau Hitler und Hindenburg bei ihrer Zeremonie standen. Manch einem fällt der Gedankengang vielleicht etwas schwer, daß ein historisch-kritischer Umgang mit der Vergangenheit sich gerade mit der Garnisonkirche viel besser bewerkstelligen ließe als ohne. Ist aber wohl ein bißchen zu sophisticated für's Gutmenschenherz.
Ich kann Geist von Materie trennen. Und ich weiß, daß die Garnisonkirche eine weitestgehend normale Geschichte hatte wie andere Kirchen im Ausland auch. Nur gab's in diesem Ausland dummerweise keine Nazis, die man zur Gewissensmasturbation für alles und jedes mißbrauchen kann.
Architektenkind und Potsdamer traten ja zuletzt recht vollmundig auf. Nur: Wo sind die Argumente? Das ist doch schon sehr bestürzend und grotesk. Ich bin also ein Reaktionär. Paßt ja gut zu meinen politischen Einstellungen.
Warum schreiben wir Traditionsliebhaber eigentlich "Scheiß", wie du es nennst, und warum schreiben die Gegner des Wiederaufbaus gute Beiträge? Das ist hier ein Forum. Du kannst uns doch alle triumphal mit Argumenten niederringen. Wir warten gespannt auf die Argumente der Gegner.
Diese bewegten sich bisher weitestgehend im Spannungsfeld von historischer Hypochondrie und schlichter Faktenfälschung.

Also, liebe Leute, nehmt euch mich als Vorbild. Die Garnisonkirche wird nicht nach Afghanistan oder in die Ukraine abkommandiert. Ihr könnt ganz ruhig sein. Es ist einfach nur ein historischer Bau. Und man kann darin auch dem Friedens- und Versöhnungsengagement frönen.

Die Gegner geben leider ein ziemlich schwaches Bild ab. Gut, daß man das ergoogeln kann.
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Die evangelische Kirche, deren Binnenstruktur im Gegensatz zur katholischen demokratischen Wahlen unterliegt, hat wohl beschlossen am Projekt des Wiederaufbaus festzuhalten. Eine gute Nachricht.
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Wenn ein libero andeutet, es wäre besser einen Lutz_Boede nur bestimmte Argument zuzubilligen, weil er politisch vorgeprägt ist
Hör auf so einen diskreditierenden, nachweisslichen Stuss zu schreiben. Ich habe gesagt, dass man /alle es bitte unterlassen solle/n a) gegen die 7 Gebote des DAF zu verstoßen und b) habe ich geantwortet auf Chandlers Frage, was ich denn mit "Ein Schelm wer böses dabei denkt" meine.
Im übrigen:
Lutz Boede kann sich natürlich in Klarnamen anmelden und seine Meinung vertreten. Wenn Beiträge aber der Förderung seiner politischen Kampagnen oder seiner von ihm gestützten Initiativen (ausschließlich in diesem Strang) dienen, dann widerspricht es den Forums-Geboten. Ich bin dagegen, durch den Klarnamen eine erweiterte Interpretation dieses Gebotes abzuleiten, da man von ihm nichts anderes erwarten könne.
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Ich will mal versuchen, das Klima ein wenig zu entspannen. Ich empfinde den letzten Beitrag von Baukunst (30.8., 18.56 Uhr) als einen Schritt in die richtige Richtung. Ich habe daher auch meinen vorhergehenden Beitrag geändert.
Ansonsten denke ich, dass es eigentlich nicht so schwer sein kann, kultiviert über den Umgang mit dieser schwierigen Geschichte zu diskutieren. Ich habe ja schon deutlich gemacht, dass es nicht darum geht, die Kirche aus Potsdam zu verdrängen oder Christen zu unterstellen, dass sie sich noch immer mit den Traditionen identifizieren, für die die Garnisonkirche steht. Ich würde auch eine kirchliche Nutzung an diesem Ort nicht ablehnen, allerdings sollte diese in einer Architektur erfolgen, die den Bruch mit den Traditionen der Garnisonkirche deutlich macht. Das ist letztendlich die spannende Frage: Wie kann eine Gestaltung aussehen, die diesen Bruch sichtbar macht?
Nicht anschließen würde ich mich der Meinung von jan85, dass dieses Gebäude zwangsläufig banal sein müsste.
Und nur weil viele (aber nicht alle) Menschen sich nicht mehr an die GK erinnern können, soll statt einer Reko eher ein anderes - womöglich völlig banales - Bauwerk diese Lücke füllen oder aber die Brache erhalten bleiben?
Ich denke schon, dass unsere heutigen Architekten in der Lage sind, einen Neubau zu schaffen, der dieser Geschichte gerecht wird.
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Genau, da danke ich ja auch der Ini "Christen gegen die GK", dass sie das so deutlich gemacht haben: den meisten Gegnern scheint es um eine Architektur zu gehen, die einen Bruch deutlich macht. Das ist wenigsten eine Aussage, mit der man sich auseinandersetzen kann und nicht der Boedesche Anarchismus.
Gemeint ist sowas oder sowas, oder? Trotz Libeskind als Architekt schreibt das nicht dem Traditionalismus verdächtige Baunetz über das Militärmuseum Dresden: "Die Geste bleibt Gag".
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Ich habe ja schon deutlich gemacht, dass es nicht darum geht, die Kirche aus Potsdam zu verdrängen oder Christen zu unterstellen, dass sie sich noch immer mit den Traditionen identifizieren, für die die Garnisonkirche steht. Ich würde auch eine kirchliche Nutzung an diesem Ort nicht ablehnen, allerdings sollte diese in einer Architektur erfolgen, die den Bruch mit den Traditionen der Garnisonkirche deutlich macht. Das ist letztendlich die spannende Frage: Wie kann eine Gestaltung aussehen, die diesen Bruch sichtbar macht?
Letztendlich läuft es, wenn ich deine und andere Vorbehalte richtig verstehe, darauf hinaus, dass es ein "falsches Zeichen" wäre, die Garnisonkirche zu rekonstruieren. Darum bräuchte es den optischen Bruch.
Dem kann ich aus mehreren Gründen nichts abgewinnen. Gebäude produzieren keine Gesinnung. Eine verfemte Garnisonkirche ist gedanklich immer noch eine Garnisonkirche, auch wenn man sie möglicherweise offiziell in Heilig-Kreuz-Kirche umbenennt. Die Mehrheit der Menschen kann zudem lesen. Es dürfte daher kein Problem sein, den Besuchern der rekonstruierten Garnisonkirche die eigentlichen Intentionen für den Wiederaufbau zu erläutern bzw. daraufhinzuweisen, dass weder die unrühmlichen Geschehnisse der Weimarer Zeit noch die Nutzung als Kirche der Potsdamer Garnison dafür ausschlaggebend waren. Sollten sich Menschen wiederum nicht für die Kirche interessieren, so ist es meines Erachtens recht schwer vorstellbar, dass diese darin ein Zeichen reaktionärer politischer Gesinnung erkennen.
Letztlich erkenne ich in dem Versuch ein "falsches Signal" zu verhindern, eine gewisse intellektuelle Bevormundung des Betrachters. Als wäre dieser nicht in der Lage, die Geschichte zu verstehen oder entsprechend zu beurteilen und müsste dementsprechend optisch "vorbearbeitet" werden. Dadurch gewinnt man eigentlich nichts und das eigentlich Ziel des Projektes, die Wiedergewinnung eines bedeutenden Baudenkmals, wäre völlig passé. -
Ich will mal versuchen, das Klima ein wenig zu entspannen. Ich empfinde den letzten Beitrag von Baukunst (30.8., 18.56 Uhr) als einen Schritt in die richtige Richtung. Ich habe daher auch meinen vorhergehenden Beitrag geändert.
Den angesprochenen Beitrag von Baukunst finde ich ebenfalls sehr gut. Kann ich so unterschreiben.
Ich würde auch eine kirchliche Nutzung an diesem Ort nicht ablehnen, allerdings sollte diese in einer Architektur erfolgen, die den Bruch mit den Traditionen der Garnisonkirche deutlich macht. Das ist letztendlich die spannende Frage: Wie kann eine Gestaltung aussehen, die diesen Bruch sichtbar macht?
Exakt die gleiche Frage hatte ich ja auch kürzlich gestellt (wobei mein Ideal aber vermutlich deutlich näher am Original wäre als Deins). Aber ehrlich gesagt, kann ich sie nicht beantworten. Ich weiß selbst noch nicht welche Lösung ich am stimmigsten fände.
Nicht anschließen würde ich mich der Meinung von jan85, dass dieses Gebäude zwangsläufig banal sein müsste. [...] Ich denke schon, dass unsere heutigen Architekten in der Lage sind, einen Neubau zu schaffen, der dieser Geschichte gerecht wird.
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Und nur weil viele (aber nicht alle) Menschen sich nicht mehr an die GK erinnern können, soll statt einer Reko eher ein anderes - womöglich völlig banales - Bauwerk diese Lücke füllen oder aber die Brache erhalten bleiben?
Warum gibst Du meine Aussage denn so verfälscht wieder? Ich kann Dir im übrigen sagen, weshalb der Neubau mE durchaus banal ausfallen oder aber komplett ausfallen könnte: Wenn es einen reinen Neubau geben soll, würde dieser weder die 12 Mio des Bundes noch die Spenden der Reko-Befürworter erhalten. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ausgerechnet die Gegner der Reko mehrheitlich große Freunde der evangelischen Kirche sind die nur keine Reko wollten und gerne einspringen und einen Haufen Geld für einen wie auch immer gearteten modernen Kirchenbau spenden würden. Dagegen sein ist immer leichter als seinen eigenen Geldbeutel zu öffnen. Die Kirche selbst wird sich vermutlich keinen teuren Architekten leisten wollen bzw. können. Dann wäre man ja dekadent und müsste sich wie bei der GK-Reko den Vorwurf gefallen lassen, dass sich mit so viel Geld viel Gutes in der Welt bewirken ließe. Aber gehen wir mal vom Idealfall aus, dass ein günstiger Architekt einen tollen Entwurf bringt, der preiswert zu realisieren wäre. Selbst dann müsste die Stiftung erst einmal das Grundstück für so einen Neubau frei- und ihr eigenes Ideal aufgeben. Auch das kann ich mir irgendwie nur schwer vorstellen. Da müsste erst das Baurecht auslaufen (müsste das eigentlich nicht ohnehin erst geändert werden, wenn man etwas ganz anderes als die Reko dort bauen wollte?).
In meinen Augen ist (zumindest auf absehbare Zeit) die Reko die einzige realistische Variante - neben dem Erhalt der Brache. Falls sie kommt, ist die nächste Frage ob sie mit oder ohne äußerliche Kompromisse realisiert wird. Wobei alleine der (vorläufige?) Verzicht auf das Kirchenschiff ja bereits eine deutliche Abweichung zum Original wäre...
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